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Kapitalbedarfs-, Umsatz- und Rentabilitätsplanung

Quantitativer Teil des Business-Plans der OHC GmbH

Hausarbeit 2011 56 Seiten

BWL - Unternehmensgründung, Start-ups, Businesspläne

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Darstellungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Kapitalbedarfsplanung
2.1 Gründungsnebenkosten
2.2 Investitionskosten
2.3 Betriebsmittel
2.3.1 Personalkosten
2.3.2 Fahrzeugkosten
2.3.3 Übrige Betriebsmittel
2.4 Gesamtbedarf

3 Umsatzplanung
3.1 Ertragsmodell
3.1.1 Projektklassifikation
3.1.2 Kalkulation des Basispreises
3.1.3 Projektabschlussrechnung
3.1.4 Projektmindestgrößen
3.2 Auftrags- und Umsatzentwicklung
3.2.1 Ermittlung des Absatzpotential
3.2.2 Umsatzrelevante Basisgrößen
3.2.3 Planungsszenarien
3.2.3.1 Worst-Case Szenario
3.2.3.2 Base-Case Szenario
3.2.3.3 Best-Case Szenario

4 Rentabilitätsplanung
4.1 Kostenplanung
4.2 Rentabilitätsvorschau
4.2.1 Worst-Case Szenario
4.2.2 Base-Case Szenario
4.2.3 Best-Case Szenario
4.3 Gewinnbedarfsplanung

Literaturverzeichnis

Anhangverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Darstellungsverzeichnis

Darst. 1: Erforderliches Mindestgehalt der Geschäftsführer

Darst. 2: Durchschnittliche Treibstoffkosten pro Monat

Darst. 3: Übrige Betriebsmittel

Darst. 4: Gesamtbedarf an Kapital

Darst. 5: Projektklassifizierung

Darst. 6: Ermittlung des Gemeinkostenzuschlags der OHC GmbH

Darst. 7: Ermittlung der projektbezogenen Selbstkosten

Darst. 8: Ermittlung des Basispreises

Darst. 9: Zusätzliche Beraterhonorierung

Darst. 10: Beispiel-Projekt

Darst. 11: Projektmindestgrößen

Darst. 12: Mindest-Einsparquote

Darst. 13: Marktpotential

Darst. 14: Vertriebserfolgsquoten

Darst. 15: Unterjährige Absatzverteilung

Darst. 16: Umsatzrelevante Basisgrößen

Darst. 17: Aufträge und Umsätze im Worst-Case Szenario

Darst. 18: Aufträge und Umsätze im Base-Case Szenario

Darst. 19: Aufträge und Umsätze im Best-Case Szenario

Darst. 20: Struktur der fixen Kosten

Darst. 21: Entwicklung der fixen und variablen Kosten (Base-Case Szenario)

Darst. 22: Rentabilitätsvorschau im Worst-Case Szenario

Darst. 23: Rentabilitätsvorschau im Base-Case Szenario

Darst. 24: Rentabilitätsvorschau im Best-Case Szenario

1 Einleitung

Der quantitative Teil der Unternehmensplanung beinhaltet die Umsetzung der zuvor beschriebenen Geschäftsidee in Zahlen und orientiert sich an typischen Elementen des betrieblichen Rechnungswesens. Zudem dient die quantitative Planung der sorgfältigen Planung und Überprüfung des Gründungsunternehmens und seiner voraussichtlichen Entwicklung im Hinblick auf seine wirtschaftliche Tragfähigkeit. Des Weiteren wird der Finanzbedarf ermittelt, um die Geschäftsidee finanziell umsetzen zu können[1].

Der quantitative Teil des Business Plans der OHC GmbH besteht aus zwei getrennten Bereichen. Der erste Bereich ist Bestandteil dieser Ausarbeitung und umfasst die Kapitalbedarfs-, Umsatz- und Rentabilitätsplanung. Im zweiten Bereich, der sich dieser Ausarbeitung anschließt, werden die Liquidität und die Finanzen des Unternehmens geplant.

Für die gesamte quantitative Planung wurde zunächst eine gemeinsame Datenbasis geschaffen. Dafür wurden alle Kosten nach ihrer Art, Höhe und Häufigkeit ermittelt. Anschließend wurden sie nach dem Bilanzrichtlinien-Gesetz in DATEV-Konten zugeordnet[2].

Auf Grundlage dieser Daten wird im zweiten Kapitel der Kapitalbedarf geplant. Die Kapitalbedarfsplanung besteht aus den Gründungsneben- und Investitionskosten sowie den Kosten für die Betriebsmittel. Aus deren Summe wird der erforderliche Investitions-betrag für die betriebliche Anlaufphase ermittelt. Im dritten Kapitel werden die Umsätze in unterschiedlichen Szenarien geplant. Zunächst wird das Ertragsmodell der OHC GmbH eingehend erläutert. Anschließend werden das Absatzpotential und die umsatzrelevanten Basisgrößen ermittelt. Das Kapitel schließt mit der Darstellung der Umsatz- und Auftragsentwicklungen in alternativen Szenarien ab. Im vierten und letzten Kapitel wird die Rentabilitätsplanung behandelt. Zunächst erfolgt eine Planung der fixen und variablen Kosten. Gemeinsam mit den zuvor geplanten Umsatzdaten und den Kosten wird die Rentabilitätsvorschau in verschiedenen Szenarien betrachtet. Im letzten Punkt wird noch auf die Gewinnbedarfsplanung des Unternehmens eingegangen.

2 Kapitalbedarfsplanung

Bei einer Unternehmensgründung muss zunächst einmal Geld in das Vorhaben investiert werden. Der Kapitalbedarfsplan ermittelt die Höhe der erforderlichen Investitionssumme. Zudem wird bei der Kapitalbedarfsplanung festgestellt, ob die eigenen Mittel ausreichen oder ob bzw. wie viel noch durch fremde Mittel finanziert werden muss[3]. Die Kapital-bedarfsplanung unterteilt sich in die Bereiche Gründungsnebenkosten, Investitionskosten und Ausgaben für Betriebsmittel in den ersten drei Monaten. Es werden üblicherweise drei Monate für die Berechnung einer sog. Liquiditätsreserve angesetzt[4]. Bei den nachfolgend aufgeführten Kosten handelt es sich um Ausgaben, daher enthalten die Beträge die USt von 19%.

2.1 Gründungsnebenkosten

Die Gründungsnebenkosten sind einmalige Kosten, die während der Gründungs-vorbereitungen anfallen[5]. Bei der OHC GmbH betragen die Gründungsnebenkosten 2.424 Euro. Größtenteils entstehen die Kosten für den Notar, für die Erstellung und Beratung der AGB und für die Mietkaution der Büroräume. Die Kosten betragen zusammen 2.059 Euro und stellen etwa 85% der Gründungsnebenkosten der OHC GmbH dar. Die übrigen Kosten entstehen für die Eintragung im Handelsregister, für die Anmeldung bei der Handelskammer und für die Gewerbeanmeldung. Um unvorhergesehene Ereignisse aufzufangen, wird auf die Gründungsnebenkosten eine Sicherheitsreserve von 10% hinzugerechnet[6]. Mit dieser Sicherheitsreserve betragen die gesamten Gründungsneben-kosten 2.666 Euro.

2.2 Investitionskosten

Die Investitionskosten stellen im Rahmen der Kapitalbedarfsplanung die Kosten für Anschaffungen dar, die zum Betrieb des Unternehmens benötigt werden. Aufgrund des Dienstleistungscharakters des Geschäftsmodells der OHC GmbH, werden keine Groß-investitionen für den Betrieb benötigt. Lediglich setzen sich die Investitionskosten aus den Kosten für Betriebsausstattung, Büroeinrichtung und Erstausstattungen für Marketing und Büromaterial zusammen. Insgesamt betragen die Investitionskosten 8.852 Euro. Zu der Betriebsausstattung gehören die Notebooks der beiden Geschäftsführer und die Anmeldegebühr der Telefonanlage. Die Büroeinrichtung setzt sich aus den Büromöbeln, dem Aktenvernichter und dem erste Hilfe Koffer sowie dem Feuerlöscher zusammen. Den größten Teil der Investitionskosten stellt die Erstausstattung für Marketing mit 5.584 Euro dar. Der hohe Betrag hängt mit den erforderlichen Aufwendungen für den Internetauftritt und für das Grafik-Design des Logos und des Layouts zusammen.

2.3 Betriebsmittel

Der Begriff Betriebsmittel entstammt aus der Produktionswirtschaft und wird dort wie folgt definiert:

"Betriebsmittel sind Inputfaktoren, die dem Produktionsprozess

zugeführt werden, um produzieren zu können."[7]

Mit anderen Worten handelt es sich bei den Betriebsmitteln um Faktoren, die in den wert-schöpfenden Leistungsprozess eingehen. In Beratungsunternehmen ist für die Leistungs-schaffung das Personal verantwortlich. Die weiteren Betriebsmittel unterstützen sie lediglich dabei. Daher wird im Folgenden bei der Beschreibung der einzelnen Betriebsmittel der Fokus auf die Personalkosten gelegt. Anschließend werden noch die Fahrzeugkosten detailliert erläutert. Denn die Firmenfahrzeuge gehören in einem Beratungsunternehmen ebenfalls zu den wichtigen Betriebsmitteln, da sie Kunden-besuche ermöglichen und einen positiven Eindruck bei Kunden vermitteln. Zuletzt werden noch die übrigen Betriebsmittel der OHC GmbH erläutert.

2.3.1 Personalkosten

Die OHC GmbH beschäftigt außer den beiden Geschäftsführern keine weiteren Angestellten. Daher setzen sich die Personalkosten lediglich aus den beiden Geschäfts-führergehältern zusammen. Die Arbeitsverträge der Geschäftsführer sehen in den ersten drei Jahren keine Gewinnbeteiligung vor. Lediglich wird ihnen ein festes Gehalt von jeweils 40.000 Euro gezahlt. Zudem ist eine jährliche Gehaltssteigerung um 5% vorgesehen. Die Geschäftsführergehälter wurden unter Berücksichtigung der erforderlichen Lebenshaltungskosten, der gesetzlichen und privaten Versicherungs-beiträge sowie der steuerlichen Aufwendungen ermittelt. Außerdem wurde dabei noch der marktübliche Einstiegsgehalt für Hochschulabsolventen berücksichtigt. Nachfolgend wird die Ermittlung des Geschäftsführergehalts beschrieben.

Beide Geschäftsführer leben und wohnen in Bremen. Deren Lebenshaltungskosten werden jeweils auf monatlich 1.459 Euro geschätzt. Diese Kosten steigen jährlich im Durchschnitt um 1,11%[8] an. Die Beiträge für die gesetzlichen Versicherungen setzen sich aus der freiwilligen Kranken- und Pflegeversicherung sowie der freiwilligen Renten- und Arbeitslosenversicherung zusammen. Insgesamt betragen die monatlichen Versicherungsbeiträge an gesetzliche Träger 896 Euro. Die freiwillige Kranken-versicherung beträgt 14,30% vom Bruttoarbeitsentgelt. Der Krankenversicherungsbeitrag wird auf Grundlage des Höchstbemessungsbetrags von 1.916,25 Euro berechnet, da angenommen wird, dass das Gehalt deutlich darüber liegen wird. Daraus errechnet sich ein monatlicher Versicherungsbeitrag von 274 Euro. Des Weiteren beträgt die Pflegeversicherung 2,2% und beträgt damit 73 Euro im Monat. Für die gesetzlichen Renten- und Arbeitslosenversicherung werden monatlich Beiträge von 531 Euro bzw. 18 Euro fällig. Die Beiträge für private Versicherungen belaufen sich auf monatlich 89 Euro. Damit sichern sich die Geschäftsführer gegen Berufsunfähigkeit und gegen privaten, beruflichen sowie verkehrsbezogenen Rechtsrisiken ab. Des Weiteren unterliegen die Gehälter der Geschäftsführer der Einkommensteuer, die sich aus der Formel nach §32a EStG[9] errechnet. Aufgrund der Steuerprogression in Deutschland steigt der Steuersatz mit den Einnahmen progressiv an. Da die Geschäfts-führergehälter zwischen 2011 und 2013 steigen, wächst auch damit der Steueraufwand von 22,5% auf 23,3%. In der folgenden Darstellung werden alle bereits erläuterten Positionen zusammengefasst und das Mindestgehalt ermittelt.

Darst. 1: Erforderliches Mindestgehalt der Geschäftsführer

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Eigene Darstellung.

Auf Basis des ermittelten Mindestgehalts und unter Berücksichtigung des aktuellen und marktüblichen Einstiegsgehalts von Hochschulabsolventen[10], wurde das anfängliche Geschäftsführergehalt der OHC GmbH auf 40.000 Euro festgelegt. Die Gehaltshöhe mag zunächst niedrig für eine Geschäftsführerposition erscheinen, allerdings sollte dabei berücksichtigt werden, dass zum Einen das Gehalt jährlich um 5% steigt und zum Anderen, der Geschäftsführer zusätzlich eine Gewinnbeteiligung entsprechend seiner Einlagenquote nach Etablierung des Unternehmens (nach drei Geschäftsjahren) erhält.

2.3.2 Fahrzeugkosten

Den Geschäftsführern der OHC GmbH werden zur Erfüllung ihrer betrieblichen Aufgaben Firmenfahrzeuge bereitgestellt, die auch privat genutzt werden dürfen. Aufgrund der erwarteten hohen Nutzung, wird die jährliche Fahrleistung auf 40.000 km geschätzt[11]. Daher sind Fahrzeuge mit niedrigem Treibstoffverbrauch erforderlich. Bei den Recherchen wurde das Fahrzeugmodell Audi A4-Avant Attraction als günstig und passend für ein Firmenfahrzeug eines Geschäftsführers empfunden. Daher wird die Anschaffung von zwei Fahrzeugen vom Typ Audi A4-Avant Attraction als Mietleasing geplant. Die monatlichen Kosten betragen dafür jeweils 764 Euro (inkl. USt) und enthalten neben der eigentlichen Leasingrate die Gebühren für Reifenersatz, Wartung, GEZ, Steuern und Versicherung. Für die Bereitstellung werden keine Überführungskosten durch den Leasinggeber berechnet. Die laufenden Treibstoffkosten lassen sich aus der angesetzten Laufleistung von 40.000 km pro Jahr bzw. 3.333 km pro Monat berechnen. Zusammen mit dem fahrzeug-spezifischen Treibstoffverbrauch von 6,3 Litern pro 100 km und mit dem Dieselpreis werden die durchschnittlichen Treibstoffkosten pro Monat ermittelt:

Darst. 2: Durchschnittliche Treibstoffkosten pro Monat

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Eigene Berechnung in Anlehnung auf der Preisentwicklung des Dieseltreibstoffs von
2006 bis 2016, abgerufen 18.12.10, URL: http://auto.pege.org/2006/preisentwicklung-treibstoff.htm.

Für beide Fahrzeuge entstehen damit voraussichtlich monatliche Leasingkosten von 1.528 Euro und durchschnittliche Treibstoffkosten von 588 Euro. Die private Nutzung der Fahrzeuge wird über die 1% Regelung erfasst. Diese Regelung sieht vor, dass bei unentgeltlich überlassenen Firmenfahrzeugen, der Beschäftigte lediglich den Privaten-Nutzungsanteil (geldwerter Vorteil) an die Firma zahlt. Die Berechnung erfolgt mit 1% des inländischen Bruttolistenpreises des Fahrzeugs zum Zeitpunkt der Erstzulassung[12]. Davon werden 20% als umsatzsteuerfreie Kosten abgezogen und die USt von 19% hinzugerechnet. Als Ergebnis ergibt sich der monatliche Private-Nutzungsanteil. Damit zahlen die Geschäftsführer zusammen monatlich 594 Euro an die OHC GmbH für die private Nutzung ihrer Firmenfahrzeuge.

2.3.3 Übrige Betriebsmittel

Die übrigen monatlichen Betriebsmittelkosten setzen sich aus unterschiedlichen Positionen zusammen:

Darst. 3: Übrige Betriebsmittel

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Eigene Berechnung.

Neben den erläuterten Personal- und Fahrzeugkosten stellen die Fortbildungskosten mit 3.570 Euro einen erheblichen Anteil an den übrigen Betriebsmittelkosten dar. Allerdings entfallen sie einmal jährlich zu Anfang eines jeden Jahres und nicht monatlich. Zudem betragen die eigentlichen Fortbildungskosten das Doppelte, da sie zu 50% staatlich bezuschusst wurden. Ebenfalls einmal jährlich werden die betrieblichen Versicherungen i.H.v. 632 Euro fällig. Die Mietkosten (inkl. Heizung, Strom und Nebenkosten) betragen 710 Euro monatlich und wurden unter der Annahme berechnet, dass jährlich bis zu 3.000 kWh an Strom verbraucht wird. Des Weiteren werden für die Instandhaltung der Büroräume und der benötigten Reinigungsmittel monatlich 125 Euro eingeplant. Die Beratungskosten stellen laufende Kosten für die steuerliche Buchführung dar. Vereinbarungsgemäß berechnet die Steuerberatung für sechs Monate einen Betrag von 1.190 Euro. Damit ergibt sich ein Jahresbetrag von 2.380 Euro, dass in den ersten vier Monaten eines Jahres in vier Raten gezahlt wird. Dadurch errechnet sich die monatliche Rate von 595 Euro. Des Weiteren werden für den Sekretariatsservice 568 Euro im Monat geplant. Da die OHC GmbH kein eigenes Personal für Sekretariatsaufgaben beschäftigt, wird die Leistung von einem externen Dienstleister erbracht, das neben der Korrespondenz mit den Kunden auch verschiedene Büroaufgaben übernehmen wird. Für die Telekommunikation werden monatliche Kosten i.H.v. 160 Euro geplant. Darin sind zum einen das Nutzungsentgelt für die Festnetz- und Internetverbindungen und zum anderen die Kosten der Mobilfunkverbindungen beider Geschäftsführer enthalten. Bei allen Anschlüssen sind sog. Flatrate-Tarife enthalten, wodurch keine weiteren nutzungs-abhängigen Kosten entstehen. Der Aufwand für Büromaterial und Porto wird voraussichtlich monatlich 179 Euro betragen. Neben den üblichen Büromaterialien wie Druckerpapier, Stiften, Akten oder Ordnern werden in dieser Position noch die Portogebühren für den geschäftlichen Briefverkehr miterfasst. Im letzten Punkt Sonstiges sind der jährliche Betrag für die VBG i.H.v. 300 Euro und die durchschnittlichen Kontonutzungsgebühren bei der Sparkasse Bremen i.H.v. 36 Euro enthalten.

2.4 Gesamtbedarf

Der gesamte Kapitalbedarf ergibt sich aus der Zusammenrechnung der Gründungs-nebenkosten, der Investitionskosten und der Betriebsmittelkosten für drei Monate:

Darst. 4: Gesamtbedarf an Kapital

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Eigene Berechnung.

Der gesamte Kapitalbedarf beträgt für die ersten drei Monate 49.486 Euro und kann vollständig durch die Barmittel von 150.000 Euro bedient werden. Damit ist auch keine weitere Kapitalaufnahme notwendig. Nach Abzug der Ausgaben stehen noch eigene Mittel von über 100.000 Euro zur Verfügung.

3 Umsatzplanung

In der Umsatzplanung wird die voraussichtlich Entwicklung des Umsatzes über den betrachteten Zeitraum für die jeweiligen Dienstleistungen aufgeschlüsselt[13]. Eine Grundlage für die fundierte Planung des Umsatzes stellt die Absatzplanung dar[14]. Neben den Absätzen ist für die Umsatzplanung noch eine Preiskomponente erforderlich. Aufgrund des außergewöhnlichen Geschäftsmodells der OHC GmbH kann nicht einfach ein bestimmter Preis festgelegt werden. Vielmehr erfordern die unterschiedlichen Einflussfaktoren ein dynamisches Modell, das in Kap. 3.1 näher erläutert wird. Die Absätze werden anhand des vorhandenen Markt- und Absatzpotentials in Kap. 3.2.1 ermittelt. Daraus ergeben sich die Pläne für die Auftragseingänge und Beratereinsatztage in alternativen Szenarien. Die Beratereinsatztage stellen das Mengengerüst für eine Preiskomponente des Ertragsmodells dar, woraus sich ein Teil der Umsätze errechnet. Die restlichen Umsatzerlöse werden nach dem Ertragsmodell erst zum Projektabschluss erzielt. In Kap. 3.2.3 fließen die ermittelten Größen letztlich in die Umsatzplanung ein.

3.1 Ertragsmodell

Die Geschäftstätigkeit der OHC GmbH zielt auf die Reduzierung der indirekten Kosten (Gemeinkosten) in Unternehmen ab. Damit stellt sich die Frage, wie mit dem Geschäfts-modell Erträge erwirtschaftet werden können.Ein wichtiger Wettbewerber der OHC GmbH verfolgt ein reines erfolgsbasiertes Ertragsmodell. Damit werden erst nach Projektabschluss, was i.d.R. nach 18 Monaten erfolgt, Erlöse erzielt. Dabei betragen die Erlöse die Hälfte der erzielten Einsparungen. Dieses Ertragsmodell kann sich der Wettbewerber nur deshalb leisten, weil seine Organisation auf selbstständigen und vertraglich gebundenen Beratern aufgebaut ist. Zudem tragen alle Berater die Kosten und damit das Risiko während der Projektphase selbst und erhalten erst nach Projektabschluss ihre Vergütung. Ein derartiges Modell vollständig zu übernehmen erweist sich als besonders schwierig. Denn als ein junges Unternehmen fehlt der OHC GmbH einfach das Vertrauen der externen Berater. Es wird kaum ein Berater bereit sein, bei einem reinen Erfolgsmodell und den Risiken mit der OHC GmbH zu kooperieren. Des Weiteren entstehen der OHC GmbH jährlich Fixkosten von etwa 150.000 Euro, die zeitnah gedeckt werden sollten. Außerdem sind viele Unternehmer gerade im norddeutschen Raum skeptisch gegenüber Leistungen die nichts kosten. Insbesondere bei der Kundenakquise hat damit der Wettbewerber Schwierigkeiten. Die Berück-sichtigung der aufgeführten Aspekte erfordert ein Ertragsmodell mit fixen und variablen Komponenten. Auf dieser Grundlage wird im Folgenden das Ertragsmodell der OHC GmbH entwickelt.

Aus der Beschaffungsmarktforschung ist bereits bekannt, dass Berater für einen Tagessatz von 800 Euro für die OHC GmbH tätig werden können. Diese Kosten würden der OHC GmbH bei der Projektdurchführung entstehen. Über einen Basispreis, das dem Kunden während dieser Phase in Rechnung gestellt wird, könnten die Berater-aufwendungen und die eigenen Kosten gedeckt werden. Nach Projekteabschluss könnte wie beim Wettbewerber auch, die tatsächliche Einsparung ermittelt und davon die Hälfte abzgl. des bereits gezahlten Basispreises gefordert werden. Des Weiteren könnten den Beratern höhere Vergütungen in Aussicht gestellt werden, die von ihrer Zielerreichung abhängen. Damit wird ihnen ein zusätzlicher Anreiz gegeben, um höhere Einsparungen zu erzielen. Im Vergleich zum Wettbewerber könnten bei diesem Ertragsmodell bereits während der Projektphase Erlöse erzielt werden. Diese Erlöse hätten dabei primär das Ziel, die entstandenen Kosten zu decken. Als sekundäres Ziel, sollten damit die Kunden das Gefühl bekommen, eine werthaltige Leistung zu erwerben. Des Weiteren würde wie beim Wettbewerber auch erst zum Projektabschluss die Hälfte der tatsächlich erzielten Einsparung berechnet werden. An diesem Erfolg wären auch die Berater beteiligt, allerdings wäre diese Beteiligung nach oben beschränkt. Obwohl die Berater ihren Tagessatz dadurch vervielfachen könnten, bliebe immer noch genug Überschuss für die OHC GmbH übrig. Nachfolgend werden die einzelnen Elemente dieses Ertragsmodells detailliert erläutert. Die Elemente umfassen dabei die Projektklassifikation, das Basispreismodell, die Projektabschlussrechnung und die Projektmindestgrößen.

3.1.1 Projektklassifikation

Beim Projektmanagement werden üblicherweise Projekte nach A-, B- und C-Klassen unterteilt. Beim PMH wird empfohlen, mindestens den Projektumsatz und den Projekt-aufwand in die Klassifizierung miteinzubeziehen[15]. Bei der OHC GmbH werden die Projekte nach dem erwarteten Einsparpotential und dem damit verbundenen Projektaufwand für externe Berater klassifiziert. Das erwartete Einsparpotential

Darst. 5: Projektklassifizierung

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Eigene Berechnung.

stellt zugleich den doppelten Auftragswert bzw. den Projektumsatz dar. Die Kennzahl wird auf Basis einer Einsparquote von 20%[16] in Abhängigkeit vom Gemeinkostenanteil berechnet. Des Weiteren werden Mindest- und Höchst-Projekt-aufwände je Klasse festgelegt, woraus auch der durchschnittliche Projektaufwand berechnet wird. Für den Höchst-Projektaufwand wird angenommen, dass für jede Million Euro der Einsparung 50 Manntage benötigt werden. Damit ergibt sich bei 5 Mio. Euro Einsparpotential ein Höchst-Projektaufwand von 250 Manntagen. Beim Mindest-Projektaufwand wird eine Abhängig-keit von 1/5 des Höchst-Projektaufwands angenommen[17]. Beispielsweise würde sich bei einem Projekt mit höchstens 250 Manntagen der Mindest-Projektaufwand auf 50 Manntage belaufen.

3.1.2 Kalkulation des Basispreises

Die OHC GmbH erhebt während der Projektphase einen Basispreis vom Kunden. Die Kalkulation des Basispreises wird als progressive Kalkulation durchgeführt. Bei der progressiven Preiskalkulation wird der Angebotspreis auf Basis der Selbstkosten ermittelt. Den Selbstkosten wird dann der Gewinn aufgeschlagen[18]. Für die Ermittlung der Selbstkosten ist zunächst die Ermittlung des Gemeinkosten-zuschlags der OHC GmbH erforderlich:

Darst. 6: Ermittlung des Gemeinkostenzuschlags der OHC GmbH

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Eigene Berechnungen.

Zur Kalkulation des Gemeinkostenzuschlags werden die Fixkosten der OHC GmbH i.H.v. 157.500 Euro angenommen. Dieser Betrag sollte jährlich aus den Überschüssen der Projekte realisiert werden. Bezogen auf die zeitliche Verfügbarkeit des Managements (vgl. Anhang 06), ergeben sich daraus pro Managementtag 426 Euro. Demzufolge muss ein Geschäftsführer bei seiner Projektbetreuung pro Tag 426 Euro an Überschüssen erzielen.

Im nächsten Schritt werden die projektbezogenen Selbstkosten ermittelt:

Darst. 7: Ermittlung der projektbezogenen Selbstkosten

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Eigene Berechnung.

Für die Ermittlung der projektbezogenen Selbstkosten ist es erforderlich abzuschätzen, wie viel Zeit das Management mit einem Projekt verbringt. Es wird angenommen, dass der Managementaufwand in Beziehung zur Projektgröße steht. Bei größeren Projekten muss entsprechend mehr verwaltet und koordiniert werden. Daher werden für A-Projekte 80%, für B-Projekte 60% und für C-Projekte 40% angenommen. Diese relativen Beträge beschreiben den verwaltungsspezifischen Aufwandsanteil. Aus der Multiplikation des relativen Managementaufwands mit dem durchschnittlichen Projekt-aufwand (vgl. Darstellung 5), errechnet sich der absoluten Beträge für den Management-aufwand. Beispielsweise würde ein A-Projekt mit 150 Manntagen, etwa 80% bzw. 120 Manntage Betreuung durch das Management erfordern. Des Weiteren lassen sich mit dem Managementaufwand die projektbezogenen Gemeinkosten berechnen. Der Berater-aufwand ergibt sich aus der Multiplikation des durchschnittlichen Projektaufwands mit dem Beraterfixum. Aus der Summe des Berateraufwands und den Gemeinkosten ergeben sich die Selbstkosten.

Im letzten Schritt wird der Projektpreis bzw. der Tagessatz des Basispreises ermittelt:

Darst. 8: Ermittlung des Basispreises

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Eigene Berechnung.

Auf die errechneten Selbstkosten wird eine Marge von 25% zugeschlagen. Dies unterteilt sich in 20% Risiko- und 5% Gewinnzuschlag. Mit dem pauschalen Risikozuschlag sollen gescheiterte Projekte bzw. außerplanmäßige Entwicklungen aufgefangen werden[19]. Die Selbstkosten stellen mit der Marge zusammen den Basispreis dar. Aus dem Verhältnis von Basispreis und dem durchschnittlichen Projektaufwand wird der Tagessatz ermittelt. Zur besseren Kommunikation mit dem Kunden werden die Tagessätze auf glatte Beträge aufgerundet.

3.1.3 Projektabschlussrechnung

Ein Projekt endet i.d.R. nach 18 Monaten mit der Ermittlung der tatsächlichen Einsparung. Während der Projektphase werden die Berater mit einem Tagessatz von 800 Euro honoriert. Um die Berater für die Erreichung höherer Ziele zu motivieren, wurde ein variables Vergütungssystem entwickelt:

Darst. 9: Zusätzliche Beraterhonorierung

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Eigene Berechnung.

Die zusätzliche Honorierung erhalten die Berater erst nach 18 Monaten, wenn sie mindestens 75% ihrer Zielvereinbarung erfüllen. Dabei ist die Zielgröße zugleich die zu erreichende Einsparquote, die im Rahmen der anfänglichen Potentialanalyse durch die OHC GmbH ermittelt wurde. Wie bereits in Kap. 3.1.1 erläutert wurde, geht die OHC GmbH von einer erwarteten Einsparquote von 20% aus. Dies entspricht einem Zielerreichungsgrad von 100%. Beispielsweise würde ein Berater, der am Ende sein Ziel zu 100% erreicht, für jeden geleisteten Tag das 1-fache seines Fixums zusätzlich erhalten. Damit würde effektiv sein Tagessatz 1.600 Euro betragen.

Dem Kunden wird nach 18 Monaten eine Endabrechnung durch die OHC GmbH gestellt. In der Endabrechnung wird die Hälfte der tatsächlich erzielten Einsparung abzgl. des bisher berechneten Basispreises gefordert. Das folgende Beispiel-Projekt verdeutlicht nochmals die relevanten Größen und den Ablauf:

[...]


[1] Vgl. Klandt, H., Gründungsmanagement, 2. Aufl., München 2006, S. 234.

[2] Vgl. o.V., DATEV-Kontenrahmen SK03, abgerufen 18.12.10, URL: http://www.smixx.de/ra/Links_S-T/DATEV-Standardkontenrahmen.pdf.

[3] Vgl. BMWi (Hrsg.), Kapitalbedarf und Rentabilität, in: GründerZeiten Nr. 7 vom Februar 2008, S. 4.

[4] Vgl. Nolte, Test & Training Existenzgründung, 1. Aufl., Freiburg 2006, S. 117.

[5] Vgl. BMWi (Hrsg.), Kapitalbedarf und Rentabilität, in: GründerZeiten Nr. 7 vom Februar 2008, S. 4.

[6] Vgl. Wächtler, F., Business Plan Vorlage, abgerufen 18.12.10, URL: http://www.gruenderdomain.de/images/
stories/Existenzgruendung/excel-vorlage-businessplan-gruendungszuschuss-3.1.xls.

[7] Nebl, T., Produktionswirtschaft, 6. Aufl., München 2007, S. 146.

[8] Die jährliche Steigerung von 1,11% errechnet sich aus dem Mittelwert des VPI von 2006 bis 2010 auf Basis der Daten des statistischen Bundesamtes (vgl. o.V., Verbraucherpreisindex für Deutschland, abgerufen 18.12.10, URL: http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/
Content/Statistiken/Zeitreihen/WirtschaftAktuell/Basisdaten/Content50/vpi110a,templateId=render).

[9] Vgl. o.V., Formel nach §32a EStG, abgerufen 18.12.10, URL: https://www.abgabenrechner.de/ekst/ekst.jsp?
in_einkommen=50000&in_verheiratet=0&in_jahr=2010&berechnen=.

[10] "Das jährliche Brutto-Durchschnittsgehalt für Berufseinsteiger mit Hochschulabschluss (Median über alle) liegt in diesem Jahr bei 39.339 €" (Vgl. o.V., Gehälter Blog, abgerufen 18.12.10, URL: http://www.gehaelterblog.de/2010/06/einstiegsgehaelter-von-hochschulabsolventen-gehaltsstudie/).

[11] Die durchschnittliche jährliche Fahrleistung eines Diesel-PKWs betrug in 2008 etwa 18.500 km. Als Berechnungsgrundlage wird etwa das 2-fache angenommen (vgl. o.V., Kraftstoffverbrauch, abgerufen 18.12.10, URL: http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Content/Publikationen/
STATmagazin/Umwelt/2010__01/2010__01Kraftstoffverbrauch,templateId=renderPrint.psml).

[12] Vgl. o.V., Geschäftswagen 1% Regelung bzw. Versteuerung für angestellte Arbeitnehmer, abgerufen 18.12.10, URL: http://steuer-abenteuer.de/steuerlexikon/einkommensteuer/1-regelung.html.

[13] Vgl. Klandt, H., Gründungsmanagement, 2. Aufl., München 2006, S. 237.

[14] Vgl. Lachnit, L., Müller, S., Unternehmenscontrolling, 1. Aufl., Wiesbaden 2006, S. 133

[15] Vgl. o.V., Projektklassifizierung der PMH, abgerufen 18.12.10, URL: http://www.projektmanagementhandbuch.de/cms/projektinitiierung/projektklassifizierung/.

[16] Vgl. o.V., Gemeinkosteneinsparung bei der ERA, abgerufen 18.12.10, URL: http://www.localglobal.de/gbm2010/presentation/ERA.pdf.

[17] Diese Zusammenhänge und Größen wurden aufgrund fehlender empirischer Daten geschätzt.

[18] Vgl. Steger, Kosten- und Leistungsrechnung, 4. Aufl., München 2006, S. 323.

[19] Etwa 20% aller Projekte bringen keinen Gewinn oder führen zu Verlusten (Vgl. Anhang 20).

Details

Seiten
56
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783640875849
ISBN (Buch)
9783640876051
Dateigröße
1.3 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v169315
Institution / Hochschule
Hochschule Bremen – University of applied Sciences
Note
2,3
Schlagworte
Kapitalbedarfsplanung Rentabilitätsplanung Businessplan Quantitative Planung Investitionskosten Gründungsnebenkosten Betriebsmittelplanung Kostenplanung Auftragsplanung Umsatzplanung Planungsszenarien Business Plan IT Start-Up Start-Up

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Titel: Kapitalbedarfs-, Umsatz- und Rentabilitätsplanung