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Bestimmungsgründe des Goldpreises

Welche Determinanten haben maßgeblichen Einfluss auf den Goldpreis?

Hausarbeit 2010 27 Seiten

VWL - Geldtheorie, Geldpolitik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die Eigenschaften von Gold

3 Die Bildung des Goldpreises

4 Goldnachfrage und -angebot
4.1 Die weltweite Goldnachfrage
4.1.1 Goldschmuck
4.1.2 Investmentanlage
4.1.3 Industrie & Zahntechnik
4.2 Das weltweite Goldangebot
4.2.1 Minenproduktion
4.2.2 Wiederverwertung
4.2.3 Zentralbanken

5 Fazit

6 Literatur

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Weltweite Goldnachfrage nach Bereichen im Jahr 2009

Abbildung 2: Entwicklung der Nachfragemenge von physischem Gold und ETFs

Abbildung 3: Weltweites Goldangebot nach Bereichen im Jahr 2009

Abbildung 4: Weltweites Goldangebot nach Bereichen in den Jahren 2007 bis 2009

Abbildung 5: Produktionsmenge aus Goldminenförderung nach Ländern

Abbildung 6: Recycelte Goldmenge im Vergleich zum Goldpreis

Abbildung 7: Goldveräußerungen unter CBGA 2 in den Jahren 2004 bis 2009

Tabellenverzeichnis

Tab. 4-1: Weltweite Goldnachfrage nach Bereichen in den Jahren 2007 bis 2009

1 Einleitung

Seit Tausenden von Jahren hat sich Gold als globale Währung, Tauschmittel, Investment und als Objekt der Schönheit bewährt. Als in den letzten beiden Jahren die Finanzmärkte in die Krise stürzten, rückte das gelbe Edelmetall immer mehr in den Mittelpunkt. Gold gilt schon aus der Vergangenheit her als ein traditionell sicheres und wertbeständiges Investment. Daher flüchteten viele Anleger während der Finanzkrise in Goldanlagen (WGC, 2010d: 5). Dies kennzeichnet besonders die Goldpreisentwicklung in den krisengeschüttelten Jahren 2008 und 2009, in denen der Goldpreis um etwa 35 % zulegte. Im gleichen Zeitraum verloren die führenden Indizes, wie DAX und DJ30, über 20 % ihres Wertes (comdirect, o.J.).

Es stellt sich somit die Frage, welche Faktoren einen maßgeblichen Einfluss auf den Goldpreis ausüben. Prinzipiell ist bekannt, dass Preise in Märkten sich entwickeln, in denen Angebot und Nachfrage aufeinandertreffen. Im Rahmen dieser Ausarbeitung werden die relevanten Angebots- und Nachfragegrößen untersucht. Vorab wird ein Überblick über die Eigenschaften von Gold vermittelt, um auch auf die Frage eine Antwort zu finden, was Gold eigentlich so begehrt und einzigartig macht. Anschließend wird auf den Entstehungsprozess des Goldpreises eingegangen, in den die zu untersuchenden Angebots- und Nachfragegrößen einfließen. Sowohl die Nachfrage als auch das Angebot setzen sich aus unterschiedlichen Bereichen zusammen. In den jeweiligen Bereichen finden ausschließlich die relevanten Aspekte Beachtung, da die Berücksichtigung aller Faktoren sonst den Rahmen dieser Ausarbeitung sprengen würde. Zum Abschluss wird ein Fazit gezogen und ein Ausblick hinsichtlich der mittel- und langfristigen Goldpreisentwicklung formuliert.

2 Die Eigenschaften von Gold

Der Begriff Gold wurde aus dem indogermanischen Wort ghel abgeleitet und bedeutet glänzend, schimmernd und blank (Eibl, 2008: 23). Schon vor 3.000 Jahren machten diese Eigenschaften das edle Metall bei den Ägyptern zu etwas Heiligem. Damals durften nur die Vertreter der Götter, die damaligen Pharaonen, das göttliche Metall besitzen und es für ihre Tempel fördern (BW Bank Analyse, 2000: 2). Erst später wurde das Gold als Tauschmittel gegen Waren eingesetzt, das von jedem akzeptiert wurde. Die erste Goldmünze wurde etwa 700 v. Chr. in Lydien hergestellt (BW Bank Analyse, 2000: 4).

Gold ist ein knappes, homogenes und beliebig teilbares Gut, das von sehr vielen Menschen begehrt wird. Außerdem ist Gold unverwüstlich. Damit hat Gold diejenigen Merkmale, die im Grunde Geld haben sollte, um langfristig als Wertaufbewahrungs- und Tauschmittel zu dienen (BW Bank Analyse, 2000: 2).

Der edle Rohstoff kommt auf der Erde nur in geringen Mengen vor. Schätzungen zufolge würden die gesamten verfügbaren Goldbestände in geschmolzener Form einen Würfel mit einer Kantenlänge von etwa 18m ergeben. Zudem sind die unterirdischen Vorkommen ebenfalls begrenzt (BW Bank Analyse, 2000: 3).

Bei den Menschen gilt Gold als Luxusgut, dessen Besitz auch schon in der Vergangenheit für gesellschaftlichen Wohlstand stand. Zudem war es üblich, in wirtschaftlich unruhigen Zeiten Goldstücke zu kaufen, um sich vor möglichen Währungsentwertungen zu schützen (finanzen.net, o.J.).

Gold besitzt eine hohe Dichte (finanzen.net, o.J.). Als typisches Massemaß wird die Einheit Feinunze verwendet, die genau 31,1 Gramm entspricht (BW Bank Analyse, 2000: 2). Zur Qualitätsbeurteilung eines Goldgegenstands geben die Einheiten Karat und Feinheit den prozentualen Goldanteil an (BW Bank Analyse, 2000: 3). Den höchsten Goldanteil mit 99,9 % hat ein Goldstück mit einer Feinheit von 999,9 und einem Karat von 24 (Die Goldseiten, o.J.).

Gold ist im Gegensatz zu anderen verwertbaren Rohstoffen unzerstörbar. Es kann durch Luft, Feuchtigkeit, Hitze und die meisten Lösungsmittel nicht angegriffen werden (finanzen.net, o.J.). Nur ein Gemisch aus Salz- und Salpetersäure kann Gold schädigen (Eibl, 2008: 23). Da dieses Gemisch in der Natur aber nicht vorkommt, bleibt es auch über Jahrhunderte in seiner glanzvollen Art erhalten. Alles Gold, das heute vorhanden ist, wurde irgendwann einmal in Goldminen abgebaut (finanzen.net, o.J.).

Neben den genannten Eigenschaften verfügt Gold noch über nützliche physikalische
Merkmale, wie seine hohe Leitfähigkeit von Elektrizität und Wärme. Daher ist der edle Rohstoff auch in der Industrie begehrt. Insbesondere in der Elektroindustrie und der Zahntechnik wird Gold verwendet (finanzen.net, o.J.).

3 Die Bildung des Goldpreises

Londons Ruf als führender Marktplatz für den internationalen Goldbarrenhandel reicht bis ins 16. Jahrhundert zurück. Im Jahre 1671 begann alles damit, dass ein Diamantenhändler nach London kam, um bei Edward Backwell[1] Gold gegen Diamanten einzutauschen. Nach diesem Ereignis wurde es immer beliebter, Gold nach London zu verschiffen, um es dann dort zu verkaufen (LGF, o.J.).

Im Jahre 1919 schloss die Bank von England mit den sieben großen südafrikanischen Goldminen eine Vereinbarung. Das abgebaute Gold sollte nach London zur Veredlung verschifft werden, um danach durch die Rothschild Bank zum bestmöglichen Preis verkauft zu werden. Nach dieser Vereinbarung wurde noch im selben Jahr der Handelplatz mit dem Namen London Bullion Market gegründet, an dem künftig der Goldpreis täglich durch ein formelles Treffen der Marktteilnehmer bestimmt werden sollte (LGF, 2005: 3).

Der erste Goldpreis, der hier bestimmt wurde, betrug 4,94 Pfund pro Feinunze (= $ 20,67). Durch den Vertrag mit den Goldminen wurde die Handelsliquidität auf dem Goldmarkt in London erheblich erhöht. Dies machte London weltweit zum zentralen Marktplatz für den Goldhandel (LGF, 2005: 2).

Bis zum Jahre 1968 wurde die Goldpreisbildung in Sterling geführt. Aufgrund der starken Abwertung des Sterlings und des Drucks des Dollars wurden immer mehr Spekulanten in Goldpositionen gedrängt. Bei etwa $35 pro Feinunze kollabierte schließlich der Goldmarkt und der Handel in London musste für zwei Wochen ausgesetzt werden. Als er wieder eröffnete, wurde der Goldpreis nur noch in USD bestimmt. Zudem wurde neben der Goldpreisbestimmung am Vormittag noch die Preisbestimmung am Nachmittag eingeführt, passend zur Handelseröffnungszeit in New York. Seitdem wird der Goldpreis zweimal täglich bestimmt (LGF, 2005: 4). Insbesondere die Nachmittagssitzung stellt einen weltweiten Referenzkurs dar, denn zu dieser Zeit haben die wichtigsten Börsen weltweit, von den USA, über Europa bis hin zum Mittleren Osten und Afrika mit dem Handel bereits begonnen (WGC, 2007a: 1).

An der Goldpreisbestimmung sind fünf Marktteilnehmer (auch bekannt als Marktmacher) beteiligt: Deutsche Bank, Societe Generale, HSBC Holding, Scottia Mocatta und Barclays Capital[2]. Der Findungsprozess wird mit einem Vorschlagspreis durch den Vorsitzenden eröffnet. Anschließend wird dieser Preis an die Handelsbüros der Marktmacher weitergegeben, die in Kontakt mit allen beteiligten Goldhändlern stehen. Die Goldhändler teilen mit, wie viel Gold sie bereit sind, zum Vorschlagspreis zu handeln. Nach Sammlung aller Aufträge wird der Goldpreis festgesetzt, der alle Käufe und Verkäufe deckt. Kommt es zu keiner Übereinstimmung, so darf der Vorsitzende nach seinem Ermessen den Preis korrigieren. Zum festgelegten Preis werden dann alle Käufe und Verkäufe abgewickelt (WGC, 2007a: 1).

[...]


[1] Begründer des Bankensystems in England.

[2] Die N.M. Rothschild Bank ist seit 2004 aus der Goldpreisbestimmung ausgeschieden und hat ihren Platz der Barclays Capital überlassen (LFG, 2005: 4).

Details

Seiten
27
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783640875832
ISBN (Buch)
9783640875986
Dateigröße
1 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v169314
Institution / Hochschule
Hochschule Bremen
Note
3,0
Schlagworte
Gold Golspreisbestimmung Goldpreisbildung Goldfixing Goldnachfrage Goldschmuck Investmentanlage Industrie Zahntechnik Goldangebot Minenproduktion Goldverwertung Zentralbanken Recyceltes Gold

Autor

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