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Didaktisch-methodischer Umgang mit Bilder im Religionsunterricht

Religiöse Bilder

Hausarbeit 2007 15 Seiten

Didaktik - Theologie, Religionspädagogik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1.Einleitung

2. Tradition

3. Christliche Bilder

4. Einsatz von Bildern

5. Arbeitsschritte

6. Interpretation

7. Analyse

8. Kriterien bei der Auswahl

9. Bilder in Religionsbüchern

10. Die Aussagen des Grundlagenplans über Bilder

11. Fazit

1.Einleitung

Das Thema meiner Hausarbeit ist: Bilder im Religionsunterricht. Deshalb werde ich als erstes erklären, was unter der Bezeichnung „Bilder“ und „Religiöse Bilder“ zu verstehen ist.

Definition Bilder:

Unter den umfassenden Begriff des Bildes fallen Darstellungen von Dingen, die auf einer Fläche angebracht sind, wie eine Zeichnung, ein Gemälde oder ein Druck.[1]

Definition Religiöse Bilder:

Als religiöse Bilder werden Darstellungen betrachtet, bei denen religiöse Aspekte auftauchen. Dies geht weiter als nur Abbildungen von Kreuzen, Jesusbildern oder Szenen aus der Bibel.

Ab dem 5. Jahrhundert kam es zur Legitimierung von Bildern in der christlichen Theologie, die als Gleichsetzung von Wort und Bild angesehen werden kann. Noch heute werden Bilder folglich als verschlüsselte Worte in der Theologie angesehen, so dass sich daraus ergibt, dass wenn man sich mit Bildern befasst, es zu versuchen gilt, die Abbildungen in Sprache zu überführen, vom Visuellen ins Verbale.

Folglich muss bei der Betrachtung von Bildern immer versucht werden, ihre Aussagen zu begreifen und zu versprachlichen. Der Vorteil bei Bildern besteht darin, wenn man die politische Vergangenheit kennt, in welcher die Bilder erstellt wurden, das Auge viel besser wahrnimmt und ansprechbar ist. Ebenfalls können Menschen, die Schwierigkeiten mit der Sprache haben genauso von einem Bild angesprochen werden, wie ihre Mitmenschen. Man kann das Resultat ziehen, dass die Sprache der Bilder universal ist ohne die Schwierigkeiten, die sich bei Texten über die Zeit hin, nämlich das Verständnis ebenso drastisch verschlechtert.

Bilder sind wesentliche Materialien zur Gestaltung des Religionsunterrichtes, da Bilder oft mehr vermitteln, als der Lehrer in Worten auszudrücken vermag. Indem Schüler Bilder interpretieren. können sie ihren Gedanken und Eindrücken freien Lauf lassen. Sie können spontane Ideen entwickeln und ihre Kreativität ausleben, so dass durch die Interpretation von Bildern manchmal Unterrichtsbeiträge von Kindern kommen, die mit den Schriften, die im Unterricht behandelt werden nicht viel anfangen können. Bilder prägen sich ausserdem wesentlich schneller und intensiver in das Gedächtnis der Schüler ein als Texte. Was ein ganzer Text nicht zu beschreiben vermag ist oft in einem einzigen Bild ausdrückbar, wobei es auch auf die verwendeten Farben ankommt, um die wichtigen Aspekte des Bildes hervorzuheben. Bilder haben eine eigene Geschichte, so dass bei der Bearbeitung von Bildern auch auf die historischen Zusammenhänge unter denen die Bilder entworfen wurden zu achten ist, denn im Sinne der Historizität kann man meist aus Bildern noch mehr herauslesen. Bilder formen eine eigene Welt für sich allein, da sie in der Lage sind den Betrachter je auf individuelle Weise anzusprechen. Sie verursachen beim Betrachter Stimmungen und Gefühle, lassen Phantasien frei werden und beeinflussen ihn. Deshalb ist die Vorgehensweise des Lehrers sehr wichtig, wenn er mit der Klasse beabsichtigt, Bilder zu behandeln.

In vielen religiösen Bildern ist Farben- und Tiersymbolik vorhanden, doch auch in nicht christlichen Bildern ist dies immer wieder vorzufinden und für die Aussagekraft des Bildes von Bedeutung. Allerdings ist immer darauf zu achten, dass es einen gravierenden Unterschied gibt zwischen Bildgehalt und Bildinhalt, der nicht verwechselt werden sollte.

2. Tradition

In dem frühen Christentum wurden Kultbilder abgelehnt mit der Begründung, Gott sei unverfügbar und somit auch nicht wahrnehmbar oder in Bildern abbildbar.

Der Dekalog enthält ein klares Verbot von Statuen und anderen Abbildern Gottes ( Ex 20,4 ), welches bis etwa Mitte des 3. Jahrhundert einspruchslos akzeptiert wurde. Folglich ist die christliche Religion keine Bildreligion, sondern laut der Bibel eher eine bilderfeindliche Religion. Das Bilderverbot trat im 6. Jahrhundert in der Exilszeit Israels auf, aufgrund des Goldenen Kalbes und gilt seit dem als Konfessionsmerkmal des jüdischen Glaubens neben dem Sabbat- und Beschneidungsgebot.

Die erste wirkliche Auseinandersetzung mit religiöser Kunst vollzog sich im 5. Jahrhundert und wurde zum Eckstein. Es kam in der Synode zu Konstantinopel zu dem Beschluss, dass statt des bis dahin porträtierten Lammes, Jesus Christus auf den Kreuzigungsbildern darzustellen sei. Dies führte im 8. und 9. Jahrhundert zum Kampf der Bilderfeinde gegen die Bilderfreunde, welche Jesu Christi mit auf den Kreuzesbilder darstellen wollten.

Da sich die Bilderfreunde durchsetzten, wurde religiöse Kunst von nun an immer öfter gemalt und entworfen. So kam auch das Kruzifix hervor. Allerdings wurden in der religiösen Kunst bis in das späte Mittelalter nur Siegessymbole abgebildet. Mit der Annahme des Symbols des Leidens Christi tat man sich lange schwer, die wirkliche Änderung ereignete sich erst im 13. Jahrhundert. Das Leiden wurde so interpretiert, dass Gott den Menschen dadurch gleichgestellt wird und weist seine innige Liebe zu den Menschen auf.

Im Konzil von Nizza, welches 787 nach Christi stattfand, wurde erkannt, dass Bilder von Jesus Christus symbolisch als Bilder für Gott gedeutet werden können. Jesus kam nämlich stellvertretend für seinen Vater, Gott, auf die Welt um das Reich Gottes zu verkünden, so dass Gott automatisch in Jesus, für jeden nachvollziehbar, der die Botschaft Jesu kennt, sein muss.

Später formulierte Karl Rahner im Bezug auf Bilder, der Mensch müsse mit allen Sinnen angesprochen werden, wozu auch der visuelle Bereich zählt, das Betrachten und sich Auseinandersetzen mit Bildern.

In vielen religiösen Bildern ist Farben- und Tiersymbolik vorhanden, doch auch in nicht christlichen Bildern ist dies immer wieder vorzufinden und für die Aussagekraft des Bildes von Bedeutung. Allerdings ist immer darauf zu achten, dass es einen gravierenden Unterschied gibt zwischen Bildgehalt und Bildinhalt, der nicht verwechselt werden sollte.

Die Kunst im 20. Jahrhundert

Den Wandel in Bezug auf die Darstellungen im 20. Jahrhundert werde ich an einzelnen Beispielen verdeutlichen. Da die Kirche sich am Anfang des 20. Jahrhunderts für den Krieg einsetzte und Kriegspredigten abhielt, wurden viele Gemälde und Kreuze als Protest gegen diese kirchliche Position benutzt. Nach dem Krieg wurde durch die religiöse Kunst und das Kreuz Hoffnung, aber auch Nachkriegselend symbolisiert.

[...]


[1] Der neue Brockhaus, Allbuch in 5 Bänden und einem Atlas, 3. Völlig neubearbeitete Aufl., 1. Bd. A-D, Wiesbaden,1958, S. 286

Details

Seiten
15
Jahr
2007
ISBN (eBook)
9783640874408
ISBN (Buch)
9783640874071
Dateigröße
485 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v169232
Note
Gut
Schlagworte
Bilder Kunst Religionsunterricht Religiöse Bilder

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