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Gegenräume. Heterotopologie in Anwendung auf die Literatur am Beispiel Daniel Kehlmanns

Bachelorarbeit 2010 62 Seiten

Kulturwissenschaften - Allgemeines und Begriffe

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Funktionsweisen des Heterotopie-Utopie-Konzepts von Michel Foucault
2.1 Funktionsweisen von Literatur nach Michel Foucault
2.2 Verortung von Literatur im Utopie-Heterotopie-Konzept

3. Die Literatur Daniel Kehlmanns
3.1 Daniel Kehlmann uber Literatur - Ahnlichkeiten und Unterschiede zum Denken Foucaults
3.1.1 Utopien in Daniel Kehlmanns Literatur
3.1.2 Heterotopien in Daniel Kehlmanns Literatur
3.2 Verknupfungen von Utopien und Heterotopien in Daniel Kehlmanns Literatur
3.2.1 DasAndere
3.2.2 Das Totenreich
3.2.3 Die Mathematik als Grundlage von Raum und Zeit
3.3 Das Motiv des Spiegels
3.4 Zwischenfazit

4. Die Heterotopie des Leseraumes am Beispiel der Literatur Daniel Kehlmanns
4.1 Die Gesellschaft oder das Gleiche
4.2 DasAndere

5. Die Heterotopie des Schreibraumes
5.1 Michel Foucault und seine Positionierung als Autor
5.2 Daniel Kehlmann und seine Positionierung als Autor

6. Fazit

7. Literatur

8. Anhang

1. Einleitung

Die dieser Bachelorarbeit vorausgegangene formal-logische Untersuchung „Literatur - Eine Verortung im Utopie-Heterotopie-Konzept von Michel Foucault“ hat ergeben, dass Literatur nach Foucault weder klar als Utopie bezeichnet, noch eindeutig heterotop genannt werden kann. Eine enge Verknupfung beider Konzepte schien wahrscheinlich. Die theoretisch gewon- nenen Erkenntnisse sollen in dieser Bachelor-Arbeit durch Analyse eines konkreten Beispieles erganzt werden. Dazu werden zunachst die praktischen Aspekte des Foucault'schen Konzeptes, die Funktionsweisen von Utopie und Heterotopie herausgearbeitet, um diese dann mit den Funktionen von Literatur zu vergleichen. Da es sich um ein Konzept handelt, welches Raumlichkeit beinhaltet, ist es zunachst notwendig, nach der Raumlichkeit von Literatur zu fragen. Diese Frage fuhrt zu vier moglichen Ansatzpunkten, die hier genauer untersucht werden: den im Text dargestellten Raumen, dem Buch als Vergegenstandlichung der Literatur und damit auch dem Leseraum sowie dem Schreibraum.

Ein wichtiger Aspekt in Foucaults Heterotopologie ist die Suche nach dem Anderen innerhalb der Gesellschaft. Ein Autor, der mit seiner Literatur stets als Grenzganger gilt, ist Daniel Kehlmann. Die Frage nach dem gesellschaftlich Normalen und dessen Grenzen steht in seinen literarischen Texten stets im Vordergrund. Auch als Autor wird ihm etwas Chimarenhaftes nachgesagt. Sein Stil ist leichtfufiig und gilt als gut lesbar. Zwischen den Zeilen stellt er jedoch existenzielle Fragen und ruft im Leser durch Brechungen des als wirklich Angenom- menen Irritationen hervor, die zum Nachdenken anregen. So bewegt er sich als Schreiber zwischen den Grenzen von Unterhaltung und Philosophie.

Die Forschungsfrage dieser Bachelorarbeit bezieht sich auf das Ergebnis der oben genannten Studienarbeit und findet in Daniel Kehlmann und seiner Literatur ein konkretes Beispiel zur Anwendung. Sie lautet: Wo finden sich Anknupfungspunkte von Foucaults Heterotopie- Utopie-Konzept zur Literatur und literarischen Prasenz Daniel Kehlmanns? Als These wird angenommen, dass die enge Verknupfung von Heterotopie und Utopie auch in den unter- schiedlichen Wirkungsweisen von Literatur und literarischen Raumen deutlich wird, was am Beispiel von Daniel Kehlmann aufgezeigt werden soll.

Michel Foucault entwickelte seine Ideen zu gesellschaftlich gelebten und raumlich verorteten Utopien im Wesentlichen in zwei Radiobeitragen, die er anlasslich einer Vortragsreihe des Senders France-Culture zum Thema Utopie und Literatur entwickelte und die am 1. und 16. Dezember 19671 ausgestrahlt wurden. Spater griff er die Ideen zur Heterotopie in einem weiteren Vortrag auf, der 1984 nach seinem Tod unter dem Titel „Von anderen Raumen“2 schriftlich veroffentlicht wurde. Diese Texte bilden die Grundlage der vorliegenden Untersu- chung, weitere Texte Foucaults werden lediglich als Erganzung herangezogen.

Daniel Kehlmann ist hauptsachlich Romanautor, was sich rein quantitativ belegen lasst3. Die vorliegende Untersuchung fokussiert darum die Romane als sein Hauptwerk. Das Besondere an Kehlmann als Autor ist, dass er sich auch theoretisch sehr intensiv mit Literatur auseinan- dersetzt. Darum werden seine literaturtheoretischen Texte ebenfalls in die Betrachtungen mit einbezogen und als Ideen des reflektierten Praktikers den philosophischen Ausfuhrungen Foucaults gegenubergestellt.

2. Funktionsweisen des Heterotopie-Utopie-Konzepts von Michel Foucault

Foucault stellt fest, dass sich der moderne Mensch in einem Zeitalter der Raumlichkeit befinde4. Der Raum sei stark gegliedert, einer strengen Ordnung unterworfen5 und die Wahrnehmung des Raumes werde hauptsachlich durch Beziehungen einzelner Elemente zueinander bestimmt6. Das Bild eines sehr engen und noch dazu beinahe ubermachtigen, da allgegenwartigen Raumes wird impliziert. Innerhalb dieses engen Geflechtes macht Foucault zwei Moglichkeiten aus, den Beziehungszusammenhangen zu entfliehen: Die Utopien und die Heterotopien7. Foucault nennt als entscheidenden Unterschied dieser beiden Konzepte, dass Heterotopien einen realen Ort hatten8. Beinahe warnend hebt er hervor, dass die Bezeichnung Utopie nur Ideen vorbehalten werden solle, die auch tatsachlich keinem realen Ort zuzuordnen seien9. Utopien entstunden im Kopf der Menschen als eine Art Subtext zu ihren Erzahlungen10. Es sei moglich, dass Utopien vom Menschen nur geschaffen werden, um die unentrinnbare Verhaftung mit dem eigenen Korper und somit mit dem Raum zu uberwinden11. Er beschreibt die Utopie als einen Ort, an dem man ,,einen korperlosen Korper“12 hatte. Er sei ,,schon, rein, durchsichtig, leuchtend, gewandt, unendlich kraftvoll, von grenzenloser Dauer, von alien Fesselnfrei, unsichtbar, geschutzt und in standiger Umwandlung begriffen“13.

Auch das Land der Toten sei eine Utopie, denn es bringe den Korper zum Verschwinden14. Die grofien agyptischen Totenstadte seien Zeugen dieser utopischen Idee15.

Auch wenn Foucault im weiteren Verlauf seiner Ausfuhrungen die Bedeutung des Korpers als Gegenteil aller Utopien teilweise revidiert, lasst sich aus den Ausfuhrungen, die Foucault am Beispiel des Korpers entwickelt, schliefien, dass Utopien eine Uberwindungsfunktion haben. Sie ermoglichen den geistigen Ausstieg aus einer tatsachlichen Umgebung. In der Utopie konnen Wunsche und Bedurfnisse realisiert werden, die in der raumlich determinierten Wirklichkeit unmoglich sind.

Marvin Chlada arbeitet in seiner Abhandlung „Heterotopie und Erfahrung“ zwei wesentliche Erscheinungsformen der Utopien heraus: die der perfektionierten Gesellschaft und die des gesellschaftlichen Gegenentwurfs16. Die klassischen Utopien wie das ,,goldene Zeitalter“ oder der platonische „Idealstaat“ widmeten sich mit einer Ausnahme (dem Schlaraffenland) der Idee der Perfektionierung gesellschaftlicher Ordnung und Normbildung.17 Dabei hatten sie totalitare Anspruche.18 In ,,Uberwachen und Strafen“19 beschreibt Foucault Benthams Utopie des „Panopticums“, einer Strafanstalt, die die Gefangenen uber die standige Moglichkeit der Kontrolle diszipliniert. Diese und weitere Utopien von Kontrollstaaten wie sie sich bei Morus, Campanello, Samjati und Orwell finden20 , legen den Schluss nahe, dass dies durchaus versto- rende Ideen sind und Foucault sich selbst widerspricht, wenn er Utopien als trostend21 beschreibt. Doch hier ist es wichtig, den Aspekt der Perspektive zu betonen. Naturlich ist das Beispiel des Panoptikums unangenehm fur dasjenige Individuum, welches diese Strafanstalt bewohnt; fur die Gesamtgesellschaft jedoch bedeutet es die Bewahrung vor denjenigen, die aus ihren Normsystemen ausbrechen. Die beruhigende Wirkung von Utopien begrunde sich in der durch und durch klassischen Denkweise, die sie vertraten22 , so Chlada. Utopien seien zumeist Konzepte der Vernunft, handelten von Gerechtigkeit und Ordnung und beinhalteten Kategorien wie das Richtige und das Falsche.23 Selbst die Utopie des Schlaraffenlandes, welche eher auf der Schattenseite dieser Ideen anzusiedeln sei, wurde mit dem Beginn des klassischen Zeitalters moralisiert, indem es als Anti-Utopie gedeutet wurde.24 Der Begriff Utopie, wortlich ubersetzt der „Nicht-Ort“, wird abgegrenzt von dem der Hetero- topie, dem ,,anderen Ort“25. Heterotopien seien raumlich und zeitlich determinerte Utopien und befanden sich damit im genau bestimmbaren Rahmen der Realitat.26 ,, Wahrscheinlich schneidet jede menschliche Gruppe aus dem Raum, den sie besetzt halt, in dem sie wirklich lebt und arbeitet, utopische Orte aus und aus der Zeit, in der sie ihre Aktivitaten entwickelt, uchronische Augenblicke.“27 Foucault beschreibt, wie schon Kinder sich (unter Anleitung ihrer Eltern) Heterotopien schaffen. Garten, Dachboden oder das Ehebett der Eltern werden durch ihre Fantasie zu Orten des Anderen, zum Indianerdorf oder zum Schiff28. Hier wird eine erste Funktionsweise von Heterotopien deutlich. Sie geben Raum fur eine Art Ausbruch aus alltaglichen Beziehungszusammenhangen und fur Erfahrungen des Anderen.

Aus dem Kriterienkatalog, den Foucault fur die Heterotopien aufstellt, lassen sich weitere Funktionen ableiten: Das erste Kriterium besagt, dassjede Gesellschaft Heterotopien hervor- bringe, um Krisen oder Abweichungen zu organisieren29. Krisenheterotopien gaben Menschen in schwierigen Entwicklungssituationen Raum zur Bewaltigung und manchmal Rituale zur Erleichterung dieser30. Abweichungsheterotopien schafften Raume fur Menschen, die sich nicht im Sinne der geltenden Norm verhalten31. Sie hatten neben der Organisationsfunktion auch die Aufgabe der Kontrolle32. Wahnsinnige, Kriminelle und Alte zum Beispiel wurden regelrecht aus der Gesellschaft in Heterotopien verbannt33.

Das zweite Kriterium beschreibt, dass Heterotopien nicht feststehen, sondern in der Zeit wandelbar seien34. Ganze Heterotopien konnten sich auflosen und neue geschaffen werden35. Damit mussen auch ihre Funktionen wandelbar sein. Indem er fur das Kriterium der Wandel- barkeit das Beispiel des Friedhofs wahlt, deutet Foucault an, dass auch der Tod heterotop organisiert wird36.

Heterotopien konnen dem dritten Grundsatz nach mehrere Orte an einem einzigen vereinen. Als Beispiele fur dieses Kriterium nennt er Orte der Unterhaltung (Theater, Jahrmarkt etc.)und der Entspannung (Garten)37.

Im vierten Grundsatz stellt Foucault Heterotopien in Zusammenhang mit Heterochronien, Orten der zeitlichen Brechung. Zeit werde hier entweder ausgedehnt oder kummuliert wahrgenommen, sodass Raume entstehen, die komplett aufierhalb von Zeitlichkeit stehen38, diese nahezu ausloschen39.

Mit dem funften Grundsatz, der besagt, dass Heterotopien Systeme der Offnung und Abschliefiung besitzen, weist er darauf hin, dass sie stark reglementiert sind und teilweise uber Zwang funktionieren (wie Gefangnisse)40, oder aber auch durch einen sehr starken inneren Zusammenhalt gepragt sein konnen, welcher Nicht-Eingeweihten den Zutritt erschwert41.

Foucault beschreibt im sechsten Kriterium als „das eigentliche Wesen der Heterotopien“42, dass sie alle anderen Raume in Frage stellen, indem sie entweder eine perfekte Illusion vorgeben, die die Realitat als noch grofiere Illusion entlarvt oder indem sie vollkommene Ordnungen schaffen, die die Unordnung der Gesellschaft erst vor Augen fuhren.43 Aus all diesen Kriterien lassen sich zwei grundlegende Funktionsweisen von Heterotopien ableiten: die raumliche Organisation des Verstorenden (Krise, Abweichung, Tod) und die Ermoglichung eines anderen Lebens in klar raumlich und zeitlich begrenztem Kontext (Unter- haltung, Entspannung, Brechung der Zeit usw.). Letztere fuhrt zu einer Refelexion der vorherrschenden Ordnung44 und schafft Raum fur das Anormale, das Andere. So werfen diese Heterotopien implizit die Idee eines Gegenkonzeptes auf.

Abschliefiend beschreibt Foucault das Schiff als Heterotopie par excellence und erwahnt dabei, dass Heterotopien das grofite Reservoir fur Fantasie seien45. Damit macht er Fantasie zum wichtigen Merkmal und Funktionsmittel von Heterotopien.

Chlada fugt diesen praktisch nachvollziehbaren Funktionen von Hetrotopien noch eine theore- tische hinzu. Heterotopien seien einem „zauberhaft anderen Denken“46 verpflichtet. Sie inten- dieren damit einen klaren Bruch mit traditionellen Konzepten der Vernunft, des Denkens und des Wissens47, welche utopische Ideen charakterisieren. Damit stellt Chlada endgultig eine Funktionsweise von Heterotopien fest, die uber raumlich-konkrete Verknupfungen hinausgeht und ideelle Aspekte mit einbezieht. Indem Chlada die Heterotopien mit Erfahrbarkeit verknupft, hebt er ihre Bedeutung fur das Individuum hervor48. Die Ideen der Heterotopien stellt er mit dieser Phrase als mystisch, unbekannt und faszinierend, geradezu verfuhrerisch dar. Sie halten eine Erfahrungswelt fur das Individuum bereit. Utopien hingegen beinhalten die Perfektionierung des Bestehenden. Vordergrundig sind Nutzung und Ausweitung des Bekannten (in Form eines sich standig erweiternden Wissens) und die Sicherung der Normge- sellschaft.

Noch deutlicher als Chlada exponiert Warning die Kritik an der Normativitat des Normalen49 als Mittelpunkt der Heterotopologie. Das Normale trete nur deutlich in Abgrenzung zum Abnormen hervor, Homotopien seien also nicht denkbar ohne Heterotopien50. Andersherum gebe es auch kein „Anderes“ ohne ein „Normales“, von dem es sich absetze51. Diese ambiva- lente Wechselbeziehung ermogliche den Heterotopien eine Funktion der Provokation, denn sie beinhalte nicht nur das Ausgegrenzte, sondern hinterfrage auch stets die ausgrenzende Macht52. Hinzu komme die von Foucault beschriebene Wandelbarkeit von Heterotopien, die bedeute, dass aus ihnen moglicherweise einmal Homotopien werden konnten53. Dies sei ein wesentlicher Bestandteil der Wirkungsmacht von Heterotopien in ihrer Funktion, die Normge- sellschaft zu hinterfragen54.

Warning versucht, diesen Effekt am von Foucault genannten Beispiel des Spiegels zu verdeut- lichen. Er sieht das Beispiel als Beweis dafur, dass Heterotopien ihren Ursprung im Imagi- naren hatten und damit konzeptual auf Literatur anwendbar seien. Der virtuelle Raum hinter dem Spiegel sei eine Projektionsflache fur das davor befindliche Individuum. Es konstituiere sein eigenes Selbst imaginativ im Spiegel. Im realen Raum, in dem der Spiegel steht, erschaffe es sich selbst als Fiktion und werde dadurch zur Realitat.55

Im Diskurszusammenhang verankert Foucault Utopien im Medium der Sprache. Heterotopien dagegen stehen seltsam aufierhalb des ansonsten relativ allumfassend erscheinenden Diskurs- begriffes Foucaults. Was nicht erwahnt wird ist, was dem Individuum bleibt, wenn die Sprache und mit ihr der allumfassende Diskurs seine Grenze erreicht hat, wie es nach Foucault in Heterotopien der Fall ist. Hier muss der Beginn des Handelns markiert werden. Utopien mussen letztendlich blutleer bleiben, da in ihnen keine real existierenden Menschen agieren. Der Heterotopie wohnt hingegen die Kraft des Menschlichen inne, durch die sie die Moglichkeit zur Veranderung erhalt.56 Das Verstorende an Heterotopien konnte also nicht nur das Infragestellen der vorherrschenden Ordnung sein, sondern ebenso die Moglichkeit, andere Lebensentwurfe umzusetzen.

Utopien entfalten - wie oben beschrieben - ihre trostende Funktion in Bezug auf Normgesell- schaften und konnen beangstigend auf das eventuell durch Zwang ausgegrenzte Individuum wirken. Heterotopien erschuttern die Gesamtgesellschaft in ihren Grundlagen und wirken so fur diese verstorend. Das vom Anderen angezogene Individuum hingegen kann innerhalb der Heterotopien Trost finden und erfahren.

2.1 Funktionsweisen von Literatur nach Michel Foucault

Michel Foucault lag nicht viel daran, eine systematische Begrifflichkeit von Literatur zu entwerfen57. Trotzdem spielt Literatur vor allem in seinen fruhen Schriften wie zum Beispiel ,,Die Ordnung der Dinge“ eine wichtige Rolle58. Dabei interessierte Foucault zumeist die Funktionsweise von Literatur mehr als ihre Bedeutungsebene59. Fur die vorliegende Arbeit ist dieser Foucault'sche Ansatz sehr fruchtbar, da ein uber Funktionen gefundener Literaturbe- griff leicht in Analogie zu dem praktischen Konzept der Heterotopien gesetzt werden kann. Aufgrund dessen wird hier auf Ausfuhrungen moglicher anderer Literaturverstandnisse verzichtet.

In der dieser Arbeit vorausgegangenen Seminararbeit wurden bereits einige basale Funktionen von Literatur im Foucault'schen Sinne benannt. Es wurde erwahnt, dass Literatur die Kategorie des Gegendiskurses eroffnet, indem sie die Grenzen des Diskurses austestet und sprengt, indem sie genau das sagt, was als unsagbar oder gar undenkbar gilt. Literatur wurde in Bezug gesetzt zur Subjektkritik Foucaults, in der er ausfuhrt, dass das Subjekt innerhalb der Literatur verschwindet, da der Text ohne ein solches auskommt. Aufierdem wurde betont, dass Foucault sich ein ausgesprochen flexibles literarisches System vorstellt, in dem die zentralen Kategorien von Autor, Werk und Leser beweglich bleiben, einander erganzen und sich sogar vermischen konnen. Literatur entzieht sich auf diese Weise der Vereinnahmung von jeglicher Seite und gibt so der Sprache ihre Autonomie zuruck.60

Hier soll nun in Hinblick auf die Anwendbarkeit auf das konkrete Beispiel die Funktionsweise von Literatur, wie Foucault sie in seinen Schriften beschreibt, genauer betrachtet werden.

Dieses Vorgehen wird dadurch erleichtert, dass Foucault selbst zahlreiche literarische Beispiele im Hinblick auf ihre Wirkungsweisen analysiert hat, darunter Texte von Autoren wie Holderlin, Rousseau und dem Marquis de Sade61.

Fur den Beginn des 19. Jahrhunderts stellt Foucault eine Abwendung von klassischen Werten wie Geschmack, Vergnugen, Natur oder Wahrheit fest, eine Wende, die Literatur zum Selbst- zweck werden lasse62. Haufig wurden gerade gegenteilige Kategorien, das Hassliche oder das Skandalose, betont63. Grund dieser Entwicklung sei die Suche nach einer Reinheit der Sprache jenseits von Philologie, von formalen und normierten Grenzen.64 Foucault verwendet den Begriff Literatur fast ausschliefilich fur die neuere deutsche Literatur ab Ende des 18. Jahrhunderts, da die meisten alteren Texte nicht unabhangig von Diskurs und Representation gesehen werden konnten65.

Foucault beschreibt nicht nur in der „Ordnung der Dinge“, sondern auch in einigen Artikeln und Vortragen zur Literatur die Zusammenhange der Kategorien Literatur, Zeit und Raum. In der von Foucault als vorliterarisch angenommenen Zeit vor 1900 sei die Literatur einer strengen Chronologie unterworfen gewesen66. Die Zeit hatte unmittelbar die Dichte und damit auch Konsistenz und Inhalt der Texte bestimmt67. Mit der Loslosung von diesem Diktat konzentriere sich die Literatur des 19. und 20. Jahrhunderts wieder auf den Raum68. Dies sei jedoch kein Festhalten an der einzig verbleibenden Kategorie, sondern eher eine Ruckkehr zum Ursprung69. Foucault vertritt die Idee, dass der Raum eigentlich ein Gewebe aus Worten sei70. Sie seien in ihren Ausdrucksformen der Schlussel zu komplexen Erkenntnissen71. Die Fiktion und damit auch die Literarizitat hatten ihren Platz in diesem Netz in den Zwischen- raumen der Worte72. Literatur werde also bestimmt durch die Parameter Nahe und Distanz73. Der Raum, in dem sie sich bewege, bringe sie in gleichem Mafie den Worten nahe, wie er sie von ihnen trenne74.

Literatur zeichne die Entwicklungslinie von Sprache nach und versuche gleichzeitig zu tiefer liegenden Schichten vorzustofien, die die ursprungliche Wahrheit beinhalten75. Selbst wenn es in einigen Aufierungen Foucaults so wirkt, als seien Sprache und Wahrheit generell verknupft, so bezieht sich dies nur auf eine Wahrheit der Sprache. Literatur selbst sei durch Nicht- Wahrheit gepragt, lediglich ein Kunstgriff, der Wahrheitswirkungen entfalte76. Sie wird so zu einem reinen Werkzeug der Wahrheit, welches selbst keinen Anspruchen genugen muss. An anderer Stelle bezeichnet Foucault das Sein eines Buches und damit auch von Literatur als einen ,,weifien Ort“, als einen Einschreibungsraum fur individuelle Gedanken77. Damit wird Literatur auch zu einem Raum fur individuelle Wahrheiten.

Die grofite Bedeutung misst Foucault der Verbindung von Literatur mit dem Anderen bei78. Da das Andere nicht nur in Bezug zur Literatur haufig Erwahnung findet, sondern auch die Ausfuhrungen zu Utopien und Heterotopien beherrscht, erscheint es sinnvoll, zunachst kurz auf die Begrifflichkeit einzugehen. Foucaults Werke zeugen insgesamt von einer grofien Sehnsucht nach einer anderen Welt, einer anderen Ordnung oder einem anderen Leben79. In ,,Die Ordnung der Dinge“ prazisiert er seinen Begriff des Anderen, indem er ihn philosophie- geschichtlich einordnet als das Ungedachte, welches bei Hegel ,,An sich“, bei Schopenhauer das „Unbewusste“, bei Marx ,,der entfremdete Mensch“ und bei Husserl das „Implizite“ heifit80. Doch anders als seine Vorganger platziert Foucault das Andere nicht innerhalb des Menschen81. Es sei keine dunkle Seite, die teuflisch in ihm lauere82. Es sei vielmehr wie ein Zwilling, der parallel mit gleichem Antlitz existiere und trotzdem verschieden sei83. Indem Foucault dem Anderen diese Aufienposition zuschreibt, eroffnet er die Moglichkeit eines Perspektivwechsels, denn das Andere sei durch seine zwillingshafte Existenz so nah beim Menschen, dass es ihm gelinge, die Fremdheit, die es verkorpere, ganz nah an diesen heranzu- bringen84. Foucaults Konzept des Anderen ist gepragt von einer grofien Konsequenz und einer Reihe streng logischer Schlussfolgerungen. Statt allem einen dualen oder gar dialektischen Charakter zu geben, trennt er in Gegensatzpaare. So stellt er das Andere nicht etwa dem Ich oder dem Sein gegenuber, sondern dem Gleichen. Dem Innen wird nicht die Unterkategorie eines abgespaltenen Daseins zugeordnet, sondem das Aufien.

Die Verortung der Literatur im Anderen hat fur Foucault mehrere Begrundungen. Zunachst stehe Literatur gegendiskursiv zu Ideen der Moderne, wie sie durch Kant etabliert wurden85. Der Literatur gehe es darum, die Grenzen des streng reglementierten Diskurses zu erforschen und zu durchbrechen86. Es gehe darum, samtliche Konfigurationen zu erproben87. Indem sie auf diese Weise die Rander des Sagbaren teste, sei sie das Gegenteil positiver Wissensan- spruche88. Dabei stellt Foucault fest, dass Literatur innerhalb des Diskurses gemeinhin margi- nalisiert werde89. Dies ist nur eine von verschiedenen Verknupfungen, die Foucault zwischen den Kategorien Literatur und Wahnsinn definiert90 ; die Geschichte des Wahnsinns sei fur ihn eine Geschichte des Anderen91.

Paradebeispiel ist fur Foucault die Literatur des Marquis de Sade. Es sei seine ,,unmogliche Literatur“, die ihrerseits alles, was bisher als Literatur galt, unmoglich mache92. Sie markiere die Ruckkehr der Unvernunft in das Imaginare93. Gefolgt von Autoren wie Holderlin, Nietz­sche, Artaud und Bataille finde de Sade eine Form der Sprache, die die bis dahin vorherr- schende abendlandische Vernunft in Frage stelle und damit Raum fur ein anderes Denken eroffne94. Die Betonung des Vernunftaspektes fuhrt zuruck zu den Konzepten von Utopie und Heterotopie. So ist es nicht verwunderlich, dass Foucault in Zusammenhang mit seinen Ausfuhrungen zu Literatur auch das System der Heterotopien einfuhrt und so einen Unter- schied herausarbeitet zwischen rational-utopischem und ,,zauberhaft anderem“ und damit heterotopem Denken95.

2.2 Verortung von Literatur im Utopie-Heterotopie-Konzept

Die deutliche Betonung des Aspektes des Anderen im Zusammenhang mit Literatur ist die wohl starkste Verbindung von Heterotopologie und Literatur. Heterotopien weisen dem Anderen innerhalb der Gesellschaft Raume zu und bringen es damit unter Kontrolle96. Schreibt Foucault der Literatur einen hybriden Doppelcharakter von Innen und Aufien eines Diskurses zu, so entwickelt er mit dem Konzept der Heterotopien eine neue Art von Raumen, die eine Einstulpung des Aufienbereichs nach innen bedeuten97.

Literatur hat eine weitere Eigenschaft, die sie mit den Heterotopien verbindet. Hat das Andere in der Philosophiegeschichte immer eher eine Aura des Bosen zugeschrieben bekommen, so sei die Literatur dazu fahig, diese zu uberwinden98. Es gelte die Ignoranz gegenuber Ungleich- heiten im Gesellschaftlichen und damit auch im Menschlichen abzubauen99. Damit machen Heterotopien nicht nur Literatur moglich, sondern Literatur ermoglicht es auch, Heterotopien zuzulassen, fordert die gesellschaftliche Toleranz ihnen gegenuber und sichert damit ihre Existenz.

Indem Foucault beschreibt, dass Heterotopien nicht nur die bestehende Ordnung, sondern auch die Sprache unterminieren100 , charakterisiert er sie ahnlich wie die Literatur. Literatur ermogliche die Erfahrung des Scheiterns einer etablierten Ordnung und sei somit eine zentrale Instanz der Heterotopologie101.

Dunne wirft die Frage auf, ob Literatur als Gegendiskurs Gegenorte brauche102. Auch wenn er dieser Frage nicht weiter nachgeht, so ermoglicht sie doch den Ansatz zu einer interessanten konzeptuellen Verknupfung von Heterotopie und Literatur. Diese Frage entfernt sich von dem Gedanken, ob Literatur an sich heterotop sein kann und deutet stattdessen eine einander bedingende Relation von Text und Raum an. Die gemeinsame Funktion, dem Anderen einen Ausdruck und eine Berechtigung innerhalb der Gesellschaft zu geben, konnte sich gerade im Zusammenwirken der nebeneinander bestehenden Konzepte Literatur und Heterotopologie entfalten. Die Verifikation dieses Ansatzes kann hierjedoch nicht durchgefuhrt werden, da es einer ausfuhrlichen Untersuchung bedurfte um festzustellen, ob Literatur eine besondere oder verstarkte Wirkung entfaltet, wenn sie an heterotopen Orten konsumiert wird.

Es gibt noch eine weitere Moglichkeit, eine Verbindung von Literatur und Heterotopie herzu- stellen. Bei der Untersuchung des Foucault'schen Literaturbegriffs fallt auf, dass er stets streng logisch in Gegensatze teilt. Damit eroffnet er eine Realitatsauffassung, in der sich zwei Seiten strikt gegenuber stehen, zwischen denen sich ein Raum entspannt, der Leben ermog- licht. Gruppiert man nun auf die eine Seite die von ihm meist in Verbindung miteinander genannten Konzepte der Gesellschaft, der Utopie und des Diskurses (oder auch der Sprache), so stehen auf der anderen Seite das Individuum, die Heterotopie und die Literatur. Durch diese Gruppierung, die vor allem durch die enge Verknupfung von Utopie und Diskurs und die Oppositionierung von Diskurs und Literatur entsteht, wird klar, dass Literatur eher mit Heterotopien in Verbindung steht als mit Utopien.

Utopien und Heterotopien sind sehr eng miteinander verknupft. Utopien finden in Heteroto­pien ihren Raum zur Verwirklichung, womit sie Inhalt der Heterotopien sind. Literatur kann zwar utopisch sein, eine rein utopische Situierung von Literatur ware aber zu oberflachlich, da sie sie zum blofien Inhalt, mehr noch zu blofiem Sprachgefuge machen wurde. Verkannt ware nicht nur ihre raumliche Gestalt (das Buch), sondern man wurde auch die Raume der Entfal- tung unbeachtet lassen. Das Fatale an einer rein diskursiven Betrachtung von Literatur ware, dass ihr die Wirkungsmacht abgesprochen wurde. Utopien verharren in einer Ordnung, die bereits in Ansatzen gegeben ist. Auch wenn ihnen ein gewisses Streben z.B. nach Vervoll- kommnung nicht abgesprochen werden kann, dienen sie doch immer dieser Ordnung. Utopi­sche Literatur wurde demnach das gegebene System nur unterstutzen. Fur Foucault aber kann Literatur mehr erreichen. Sie kann genau wie Heterotopien die Sehnsucht nach dem Anderen ausdrucken, alternative Lebenskonzepte aufzeigen und damit die geltenden Normen in Frage stellen. Diese Eigenschaft widerspricht einer reinen Verortung im Utopischen. Stingelin deutet den Ansatz einer Verknupfung von Literatur mit Utopien und Heterotopien als Moglichkeit zur Entwicklung individueller Uberlebenstaktiken: Utopische Literatur verbinde sich mit einer Fluchtlinie des Subjekts, die jenseits wirklicher gesellschaftlicher Zusammenhange funktio- niere, eine heterotope Verortung dagegen wurde Literatur als ,,aktive gesellschaftliche Gegen- macht“103 ermoglichen. Von hier aus konne ein Subjekt einen kritischen Blick auf die Gesell- schaft einnehmen104.

Was bei Foucault meist im Abstrakten bleibt und seltsam realitatsfern erscheint, setzt Warning in einen konkreten Bezug zur Realitat In ahnlicher Weise wie er fur die Heterotopien heraus- gearbeitet hat, dass sie nur im Zusammenhang mit Homotopien entstehen und wirken konnen, zeigt er auf, dass auch Imaginares und Realitat in enger wechselseitiger Beziehung stehen. Obwohl er eine Konterdiskursivitat der poetischen Sprache unterstutzt, verdeutlicht er, dass auch sie nur auf einer Folie des Realen entstehen kann. In der Poesie werde entweder eine Referenzrealitat irrealisiert oder das Imaginare werde in ihr real105. Auch hier ist eine Inver­sion, wie Warning sie anhand des Spiegels fur die Heterotopien erklart hat, zu erkennen. Seine Feststellung eines Zusammenwirkens von Poesie und Realitat leitet also direkt uber zum Zusammenhang von Poesie und Heterotopologie.

3. Die Literatur Daniel Kehlmanns

An dieser Stelle steht zunachst eine systematische Untersuchung des Werkes von Daniel Kehlmann im Hinblick auf die Beschreibung und damit die inhaltliche Bedeutung von Heterotopien und Utopien. Neben seinen Romanen werden auch theoretische Aufierungen des Autors zum Thema Literatur mit einbezogen.

3.1 Daniel Kehlmann uber Literatur - Ahnlichkeiten und Unterschiede zum Denken Foucaults

,, Was man denken kann, existiert; und Literatur schenkt diesen Gedanken ihre ganze souve- rane Realitat“W6. Allein dieser Satz Kehlmanns uber Literatur birgt einige fruchtbare Verbin- dungen zum Utopie-Heterotopie-Konzept und zum Literaturverstandnis Foucaults. Das Denkbare, welches Kehlmann zu Anfang erwahnt, konnte als Gegensatz zum Sagbaren des Diskurses von Foucault gedeutet werden. Das Denkbare ist das von aller Normierung Befreite, auch das Unsagbare bleibt denkbar. Indem Literatur diesem Denkbaren und eventuell Unsagbaren eine Realitat schenkt, wird sie zum Gegenort des Diskurses. Damit erkennt Kehlmann fur die Literatur eine ahnliche Funktionsweise wie Foucault. Kehlmann fugt dem noch den Aspekt der Realitat hinzu. Indem er das Denkbare auch zu etwas Existie- rendem macht, fuhrt er es von einer abstrakten Ebene zuruck zu einer konkreten. Literatur schenkt dem Denkbaren Realitat und muss auch selbst nicht im Imaginaren verharren. Das Denkbare und Literatur erhalten so einen Raum.

Romane seien fur ihn ein Spiel mit Realitaten, sagt Kehlmann106 107. Es fasziniere ihn, die Regeln der Wirklichkeit zu brechen. Als deutschsprachiger Autor fuhle er sich umgeben von einer nahezu perfekten Ordnung, selbst Traume seien in Planquadrate eingeteilt108. So komme es denn auch haufiger dazu, dass Kritiker seine Romane als realistisch lesen und auf dieser Basis beurteilen, was ihn nicht selten argert109. Kehlmann sucht auf literarischem Wege die Grenzen zwischen Realitat und Fiktion110. Literatur gehort fur ihn nicht zum Bereich des Normalen oder Gleichen. Sie beinhaltet vielmehr alles, was gedacht (und getraumt) werden kann. Diese Aussagen unterstutzen die Annahme, dass Literatur fur Kehlmann ahnlich wie fur Foucault gegendiskursiv ist. Sie soll nicht bereits Besprochenes und vielleicht sogar schon Umgesetztes abbilden, sondern ist ein Mittel zur Suche nach anderen Realitaten.

[...]


1 Defert, Daniel: Raum zum Horen. In: Foucault, Michel: Die Herterotopien/Der utopische Korper. 2004: 71.

2 Foucault, Michel: Von anderen Raumen. In: Dunne, Jorg; Gunzel, Stephan (Hrsg.): Raumtheorie. Grund- lagentexte aus Philosophie und Kulturwissenschaften. 317-329. 2006: 317.

3 Er veroffentlichte bisher sechs Romane, eine Kurzgeschichtensammlung, ein fiktives Autorenportrat, seine Poetikvorlesungen, eine Essaysammlung uber Literatur und Literaten und ein Interview.

4 Siehe dazu auch die dieser Arbeit vorangegangene Studienarbeit (im Anhang) Hockendorff, Mareike: Literatur - eine Verortung im Heterotopie-Utopie-Konzept von Michel Foucault. 2010: 50.

5 Vgl. Foucault, Michel: Die Heterotopien. In: Foucault, Michel: Die Heterotopien/Der utopische Korper. 2004: 9.

6 Vgl. Foucault, Michel 2006: 318.

7 Vgl. Seminararbeitim Anhang S. 50.

8 Vgl.Foucault2006:320.

9 Vgl.Foucault2004:11.

10 Vgl. ebd.

11 Vgl. ebd. S. 25.

12 Ebd.: 26.

13 Ebd.

14 Vgl. Foucault 2004: 27.

15 Vgl. Ebd.

16 Vgl. Chlada, Marvin: Heterotopie und Erfahrung. Abriss der Heterotopologie nach Michel Foucault. 2005:

17.

17 Vgl. ebd. S. 22/23.

18 Vgl. Rohgalf, Jan: Renaissance der Utopien. Bedingungen und Erscheinungsformen der Utopien in der westlichen Welt der Gegenwart. 2008: 55.

19 Vgl. Foucault, Michel: Uberwachen und Strafen. In: Foucault, Michel: Die Hauptwerke. 701-1020. 2008:

900 ff.

20 Vgl. Saage, Richard: Utopieforschung 2. An der Schwelle des 21. Jahrhunderts. 2008: 21.

21 Vgl. Foucault, Michel: Die Ordnung der Dinge. In: Foucault, Michel: Die Hauptwerke. 2008: 24.

22 Vgl. Chlada 2004: 24.

23 Vgl. Ebd.

24 Vgl. ebd. S.21.

25 Vgl. Defert 2004: 74.

26 Vgl. Foucault2004: 9.

27 Ebd.

28 Vgl. Foucault 2004: 10.

29 Vgl. Foucault 2006: 322.

30 Vgl. ebd.

31 Vgl. ebd.

32 Vgl. Foucault 2004: 12.

33 Vgl. ebd.

34 Vgl. Foucault 2006: 323.

35 Vgl. Foucault 2004: 13.

36 Vgl. ebd.

37 Vgl. ebd.

38 Vgl. Foucault 2004: 16.

39 Vgl. ebd. S. 17.

40 Vgl. ebd. S.18.

41 Vgl. ebd. S. 19.

42 Ebd.

43 Vgl. ebd. S. 19/20.

44 Vgl. ebd.

45 Vgl. ebd. S.21.

46 Chlada 2005: 27.

47 Vgl. ebd.

48 Vgl. Chlada 2005: 37.

49 Vgl. Warning, Rainer: Heterotopien als Raume asthetischer Erfahrung. 2009: 14.

50 Vgl. ebd.

51 Vgl. ebd.

52 Vgl. ebd.

53 Vgl. ebd.

54 Vgl. ebd.

55 Vgl. ebd.

56 Vgl. auchdie Seminararbeitim Anhang: 58.

57 Vgl. Stingelin, Martin: Nachwort. Foucault-Lekturen. Die Literatur im Denkraum der drei Dimensionen Wissen, Machtund Selbstverstandnis. In: Defert, Daniel, Ewald, Francois (Hrsg.): Michel Foucault. Schriften zurLiteratur. 2003: 373.

58 Vgl. Geisenhansluke, Achim: Literatur und Diskursanalyse. In: Kleiner, Marcus S.: Michel Foucault: Eine Einfuhrung in sein Denken 2001: 68.

59 Vgl. Stingelin 2003: 396.

60 Vgl. Seminararbeit im Anhang 2010 S. 49.

61 Dies wird zum Beispiel in der Sammlung Foucault, Michel: Schriften zur Literatur deutlich, die 2003 im Suhrkamp Verlag herausgegeben wurde.

62 Vgl. Stingelin 2003: 366.

63 Vgl. ebd.

64 Vgl. Stingelin 2003: 366.

65 Vgl. ebd.

66 Vgl. Foucault, Michel: Die Sprache des Raumes. In: Critique. 203, April 1964. 378-382. In: Foucault, Michel: Schriften zur Literatur. 2003: 168.

67 Vgl. ebd.

68 Vgl. ebd.

69 Vgl. ebd.: 169.

70 Vgl. ebd.

71 Vgl. Foucault 2008: 75.

72 Vgl. Foucault, Michel: Distanz, Aspekt, Ursprung. In: Critique. 198, November 1963. 931-945. In: Foucault, Michel: Schriften zur Literatur. 2003: 114.

73 Vgl. ebd.

74 Vgl. Foucault, Michel: Das Denken des Aufien. In: Critique 229. Juni 1966. 523-546. In: Foucault, Michel: Schriften zur Literatur. 2003: 210.

75 Vgl. Foucault 2008: 81.

76 Vgl. Foucault, Michel: Das Leben der infamen Menschen. In: Les Cahiers Du Chemin. 29, 15. Januar 1977. 12-29. In: Foucault, Michel: Schriften zur Literatur. 2003: 334.

77 Vgl. Foucault, Michel: Die Sprache des Raumes. In: Critique. 203, April 1964. 378-382. In: Foucault, Michel: Schriften zur Literatur. 2003: 174.

78 Rein quantitativ findet dieses Modell bei Foucault die meiste Erwahnung.

79 Vgl. Chlada 2005: 9/10.

80 Vgl. Foucault 2008: 395.

81 Vgl. ebd.

82 Vgl. ebd.

83 Vgl. ebd.

84 Vgl. ebd.

85 Vgl. Geisenhansluke, Achim: Die Philosophie auf der Schwelle zur Literatur. Uber Michel Foucault. In: Faber, Richard; Naumann, Barbara: Literarische Philosophie -philosophische Literatur 1999: 170.

86 Vgl. Foucault, Michel: Die Sprache, unendlich. In: Tel quel. Nr. 15. Herbst 1963. S. 44-53. In: Foucault, Michel: Schriften zur Literatur. 2003: 93.

87 Vgl. ebd.

88 Vgl. Dunne, Jorg: Asketisches Schreiben: Rosseau und Flaubert als Paradigmen literarischer Selbstpraxis in derModerne. 2003: 16/17.

89 Vgl. ebd.

90 Vgl. ebd.

91 Vgl. Foucault 2008: 31.

92 Vgl. Foucault 2003: 94.

93 Vgl. Chlada 2005: 25.

94 Vgl. ebd.

95 Vgl. Chlada 2005: 27.

96 s.o.

97 Vgl. Foucault 2004: 18.

98 Vgl. ebd. 8/9.

99 Vgl. ebd.

100 Vgl. Foucault 2008: 24.

101 Wunderlich, Stefan: Michel Foucault und die Frage der Literatur. Beitrag zu einer Archaologie. 2000: 1.

102 Vgl. Dunne 2003: 367.

103 Dunne 2003: 367.

104 Vgl. ebd.

105 Vgl. Warning 2009: 26.

106 Vgl. Gasser, Markus: Das Konigreich der Meere. 2010: 131.

107 Vgl. Zeyringer, Klaus: Gewinnen wird die Erzahlkunst. Ansatze und Anfange von Daniel Kehlmanns „gebrochenemRealismus“. In: TextundKritik. DanielKehlmann. 1/08. 36-44: 37.

108 Vgl. ebd.

109 Vgl. ebd.

110 Vgl. Ludke, Martin: Eigentlich geht es nur um den Zufall. ,,Beerholms Vorstellung“ und seine keineswegs vergeblichen Schritte auf dem Weg zur Aufklarung. In: Text und Kritik. Daniel Kehlmann. 1/2008. 45-53: 46.

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Details

Seiten
62
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783640873777
ISBN (Buch)
9783640873876
Dateigröße
685 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v169174
Institution / Hochschule
Leuphana Universität Lüneburg
Note
1,0
Schlagworte
gegenräume heterotopologie anwendung literatur beispiel daniel kehlmanns

Autor

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Titel: Gegenräume. Heterotopologie in Anwendung auf die Literatur am Beispiel Daniel Kehlmanns