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Die Dolchzahnkatze Smilodon

Fachbuch 2011 96 Seiten

Biologie - Zoologie

Leseprobe

Ernst Probst

Die Dolchzahnkatze Smilodon

Kein Name ist ideal:

Säbelzahntiger, Säbelzahnkatze,

Dolchzahnkatze

Gleich vorweg: Die Namen Säbelzahntiger, Säbelzahnkatze und Dolchzahnkatze sind allesamt mehr oder minder problematisch. Der vor allem gerne von Laien, aber auch von manchen Wissenschaftlern verwendete Ausdruck Säbelzahntiger weckt vielleicht die falsche Vorstellung, dieses Tier sei eng mit dem heutigen Tiger verwandt und immer so groß wie dieser. Auch der etwas modernere Begriff Säbelzahnkatze ist unzutreffend, weil die Eckzähne (Fangzähne) bei den verschiedenen Formen dieser Raubtiere nicht haargenau wie ein Säbel aussehen. Zudem klingt der Wortteil „katze“ bei einem bis zu tigergroßen Tier zumindest für Laien etwas merkwürdig.

Nicht nur auf Gegenliebe stößt die Aufsplitterung in Säbelzahnkatzen (englisch: saber-toothed cats, scimitar-toothed cats oder scimitar cats) und Dolchzahnkatzen (englisch: dirk-toothed cats). Säbelzahnkatzen heißen – dieser Einteilung zufolge – nur schlanke Gattungen wie Machairodus und Homotherium mit verhältnismäßig langen Beinen sowie kürzeren, breiteren, stark gebogenen, krummsäbelartigen Eckzähnen. Dolchzahnkatzen wie die Gattungen Megantereon und Smilodon dagegen waren eher robust gebaut, besaßen kurze und kräftige Beine, einen gestreckten Körper und trugen längere und schmalere Eckzähne. Verwirrend ist aber, dass die 1999 beschriebene neue Gattung Xenosmilus sowohl Merkmale von Säbelzahnkatzen als auch von Dolchzahnkatzen in sich vereint. Überdies können viele Laien mit dem Begriff Dolchzahnkatzen wenig anfangen, weil ihnen seit langer Zeit nur die Namen Säbelzahntiger oder Säbelzahnkatze vertraut sind.

In der wissenschaftlichen Systematik gehören die Säbelzahnkatzen und Dolchzahnkatzen zu den Höheren Säugetieren (Eutheria), Raubtieren (Carnivora), Katzenartigen (Feloidea), Katzen (Felidae) und Säbelzahnkatzen (Machairodontinae). Der amerikanische Zoologe Theodore Gill (1837–1914) hat die Unterfamilie der Machairodontinae 1872 erstmals beschrieben.

Echte Säbelzahnkatzen existierten vom Mittelmiozän vor etwa 15 Millionen Jahren bis zum Ende des Eiszeitalters (Pleistozän) vor etwa 11.700 Jahren. Wenn in der Literatur noch ältere Säbelzahnkatzen erwähnt werden, handelt es sich dabei um Formen, die man heute als falsche Säbelzahnkatzen oder Scheinsäbelzahnkatzen bezeichnet.

Zähne und Knochen von Säbelzahnkatzen und Dolchzahnkatzen hat man in Nordamerika, Südamerika, Asien, Europa und Afrika entdeckt. Auch in Deutschland wurden Reste von Säbelzahnkatzen und Dolchzahnkatzen geborgen. Nur aus Australien liegen keine Funde vor.

Die Säbelzahnkatzen und Dolchzahnkatzen werden in der Literatur oft in drei Stämme (Tribus) aufgeteilt: Metailurini, Homotheriini und Smilodontini.

Zu den Metailurini gehören folgende Gattungen:

Metailurus: Miozän in Europa und Asien

Adelphailurus: Miozän in Nordamerika

Dinofelis: Pliozän und Pleistozän in Afrika, Europa (Frankreich), Asien und Nordamerika

Ein Teil der Wissenschaftler rechnet die Metailurini heute nicht mehr zu den Säbelzahnkatzen (Machairodontinae), sondern zu den Kleinkatzen (Felinae).

Zu den Homotheriini (saber-toothed cats, scimitar-cats) gehören folgende Gattungen:

Machairodus: Miozän und Pliozän in Europa, Asien, Afrika und Nordamerika

Xenosmilus: unterstes Pleistozän in Nordamerika

Homotherium: frühes Pliozän bis spätestes Pleistozän in Europa, Asien, Afrika, Nordamerika und neuerdings auch Südamerika

Zu den Smilodontini (dirk-toothed cats) zählen folgende Gattungen:

Promegantereon: oberes Miozän in Europa und Asien

Paramachairodus: oberes Miozän in Europa und Asien

Megantereon: Pliozän bis Mittelpleistozän in Europa, Asien, Afrika, Nordamerika

Smilodon: oberes Pliozän bis oberstes Pleistozän in Nord- und Südamerika

In Kino- oder Fernsehfilmen werden Säbelzahnkatzen bzw. Dolchzahnkatzen oft als sehr große und furchterregende Raubtiere dargestellt. Tatsächlich besaßen nur wenige Arten ungefähr die Größe eines heutigen Löwen (Panthera leo) mit einer Höhe von einem Meter und einer Gesamtlänge bis zu 2,80 Metern oder vielleicht sogar eines Sibirischen Tigers (Panthera tigris altaica) mit einer Höhe bis zu einem Meter und einer Gesamtlänge bis zu drei Metern.

Imposante Maße hatten die Säbelzahnkatzen Machairodus giganteus (ca. 2,50 Meter Gesamtlänge, 1,20 Meter Schulterhöhe) und Homotherium crenatidens (mehr als zwei Meter Gesamtlänge, 1,10 Meter Schulterhöhe) sowie die Dolchzahnkatze Smilodon populator (etwa 2,40 Meter Gesamtlänge, 1,20 Meter Schulterhöhe), die in älterer Literatur oft als größte Art der Säbelzahntiger bezeichnet wird. Viele andere Arten waren kleiner als ein Leopard (Panthera pardus), der mit Schwanz bis zu 2,30 Meter lang ist, oder ein Ozelot (Leopardus pardalis), der insgesamt bis zu 1,45 Meter lang wird.

Säbelzahnkatzen und Dolchzahnkatzen konnten ihren Unterkiefer bis um 120 Grad nach unten aufreißen. Das versetzte sie in die Lage, ihre langen Eckzähne voll einzusetzen. Gegenwärtige Katzen können ihre Kiefer nur um 65 bis 70 Grad öffnen.

Ober- und Unterkiefer der Säbelzahnkatzen und Dolchzahnkatzen waren durch ein Scharniergelenk verbunden. Ihr Gebiss hatte je nach Gattung oder Variation innerhalb derselben unterschiedlich viele Zähne. Bei Machairodus waren es 30 Zähne, bei Homotherium und Megantereon jeweils 28 Zähne und bei Smilodon 26 bis 28 Zähne. Davon abweichende Zahlenangaben beruhen darauf, dass der sehr kleine (rudimentäre) Backenzahn in beiden Oberkieferästen oft nicht in der Zahnformel erwähnt wird.

Lücken (Diastema) ermöglichten es, dass die Eckzähne beim Schließen des Maules aneinander vorbei gleiten konnten. Die Eckzähne dienten zum Packen, Festhalten und Töten der Beute, die Reißzähne zum Abbeißen von Fleischstücken, die unzerkaut geschluckt wurden. Die Reißzähne besaßen zackige Spitzen, die beim Beißen scherenartig aneinander vorbei glitten.

Über die Lebensweise der Säbelzahnkatzen und Dolchzahnkatzen gab und gibt es immer noch viele Diskussionen. Heute überwiegt die Ansicht, sie seien aktive Räuber gewesen. Gelegentlich heißt es aber auch, sie könnten sich als reine Aasfresser ernährt haben. Der niederländische Experte Kees van Hooijdonk aus Rucphen vermutet, Säbelzahnkatzen und Dolchzahnkatzen könnten versucht haben, anderen Raubkatzen die Beute abzunehmen, wenn sich Gelegenheit dafür bot. In Zeiten der Knappheit hätten sie vielleicht auch Aas gefressen. Wegen des teilweise recht großen Körpers mancher Arten nimmt man an, diese hätten recht stattliche Beutetiere zur Strecke bringen können.

Umstritten ist, ob Säbelzahnkatzen und Dolchzahnkatzen auch riesige erwachsene Rüsseltiere oder zumindest deren Jungtiere angegriffen haben. Anhaltspunkte hierfür lieferten zahlreiche Mammutskelette, die neben einigen Skeletten der Säbelzahnkatze Homotherium serum in der Friesenhahn-Höhle (Bexar County) bei San Antonio in Texas entdeckt wurden.

Nicht völlig geklärt ist die Funktion der charakteristischen Eckzähne der Säbelzahnkatzen und Dolchzahnkatzen, die kontinuierlich nachwuchsen. Einerseits heißt es, damit hätten diese Raubkatzen sehr großen Beutetieren tiefe Stich- und Reißwunden zufügen können, an denen die Beutetiere verblutet seien. Andererseits verweisen skeptische Experten darauf, dass die relativ weichen Eckzähne bei solch einer starken Belastung leicht brechen hätten können.

Ein Teil der Fachleute hält es für möglich, dass Säbelzahnkatzen und Dolchzahnkatzen mit ihren Eckzähnen bereits am Boden liegenden, wehrlosen Beutetieren gleichzeitig Halsschlagader und Luftröhre durchtrennten. Dabei hätten sie mit ihren kräftig ausgebildeten Vordergliedmaßen Beutetiere gegen den Boden gedrückt, um einen präzisen Todesbiss anzubringen.

Nach einer anderen Theorie dienten die eindrucksvollen Eckzähne der Säbelzahnkatzen und Dolchzahnkatzen lediglich dazu, ihren eigenen Artgenossen zu imponieren. Weil die Eckzähne bei verschiedenen Arten sehr unterschiedlich gestaltet sind, ist es auch möglich, dass sie auf unterschiedliche Art und Weise benutzt worden sind.

Laut einer weiteren Theorie könnten sich Säbelzahnkatzen und Dolchzahnkatzen von Blut, Eingeweiden und weichen, leicht abzufressenden Körperteilen ernährt haben, welche die langen Eckzähne nicht gefährdeten. Den Rest der Beute ließen sie vermutlich liegen, was oft Aasfresser anlockte. Vermutlich besaßen Säbelzahnkatzen und Dolchzahnkatzen wie heutige Katzen verhornte Papillen auf der Zunge, um ohne Gefahr für die Zähne von Knochen das Fleisch ablösen zu können.

Nach den bisherigen Funden zu schließen, stammen die ältesten Fossilien von Säbelzahnkatzen und Dolchzahnkatzen aus dem Mittelmiozän vor etwa 15 Millionen Jahren. Aus dem Obermiozän vor etwa zehn Millionen Jahren kennt man Reste der Säbelzahnkatze Machairodus aphanistus und der Dolchzahnkatze Promegantereon ogygia (früher Paramachaerodus ogygia, Paramachairodus ogygius oder Paramachairodus ogygia genannt) aus Ablagerungen des Ur-Rheins bei Eppelsheim in Rheinhessen, vom ehemaligen Vulkan Höwenegg bei Immendingen/Donau (Kreis Tuttlingen) und aus Melchingen, heute ein Stadtteil von Burladingen (Zollernalbkreis). Etwas jünger sind die auf etwa 8,5 Millionen Jahre datierte Säbelzahnkatze Machairodus cf. aphanistus sowie die Dolchzahnkatzen Paramachairodus orientalis und Promegantereon ogygia (früher Paramachaerodus ogygia, Paramachairodus ogygius oder Paramachairodus ogygia genannt) aus Dorn-Dürkheim in Rheinhessen. Die Abkürzung „cf.“ (lateinisch: confer = vergleiche) wird benutzt, wenn eine Bestimmung unsicher ist. Sie steht vor dem unsicheren Bestandteil des Namens, im erwähnten Fall vor der Art aphanistus.

Machairodus war vielleicht der Ahne der Gattung Homotherium, die sich im frühen Pliozän entwickelte. Homotherium existierte etwa vor 5 Millionen bis 11.700 Jahren. Diese Gattung ist auch von mehreren eiszeitlichen Fundorten aus Deutschland bekannt.

Ein Zeitgenosse von Homotherium war die Dolchzahnkatze Megantereon, die vom frühen Pliozän vor etwa 4,5 Millionen Jahren bis zum mittleren Eiszeitalter vor etwa 500.000 Jahren verbreitet war. Homotherium und Megantereon kamen in der Gegend von Chilhac und Senèze (beide in Frankreich) sowie in Untermaßfeld bei Meiningen (Deutschland) zusammen vor. Megantereon ähnelte sehr seinem Nachfahren Smilodon.

Die Dolchzahnkatze Smilodon lebte vom Oberpliozän vor mehr als 2,5 Millionen Jahren bis zum späten Pleistozän und starb erst vor etwa 11.700 Jahren zu Beginn des Holozän (Heutzeit) aus. Von Smilodon wurden nur in Nord- und Südamerika fossile Reste gefunden. Besonders viele Fossilien von Smilodon sind vom Fundort Rancho La Brea im Stadtgebiet von Los Angeles in Kalifornien bekannt.

Als so genannte Scheinsäbelzahnkatzen gelten einige Arten der Nimravidae und der Barbourofelidae. Verlängerte obere Eckzähne wie bei den Säbelzahnkatzen und Dolchzahnkatzen gab es außerhalb der Raubtiere auch bei zwei anderen Ordnungen der Säugetiere. Nämlich bei den Creodonten wie Machaeroides und den zu den Beuteltieren gehörenden Thylacosmiliden wie Thylacosmilus.

Machaeroides wurde 1901 von dem aus Kanada stammenden Paläontologen William Diller Matthew (1871– 1930) beschrieben. Bei der wissenschaftlichen Untersuchung hatten ihm zwei Unterkiefer und ein Zahn aus Wyoming (USA) aus dem Eozän (etwa 53 bis 34 Millionen Jahre) vorgelegen. Der Artname Machaeroides simpsoni erinnert an den amerikanischen Paläontologen George Gaylord Simpson (1902–1984). Machaeroides hatte eine Schulterhöhe von ca. 30 Zentimetern, eine Kopfrumpflänge von etwa 60 Zentimetern und – zusammen mit dem ungefähr 30 Zentimeter langen Schwanz – eine Gesamtlänge von rund 90 Zentimetern.

Die erste Beschreibung von Thylacosmilus atrox erfolgte 1934 durch den amerikanischen Paläontologen Elmer Riggs (1869–1963). Sie erfolgte auf der Basis von zwei Teilskeletten aus dem Pliozän von Argentinien. Diese Funde gelten als die am komplettesten erhaltenen Fossilien jener Art. Thylacosmilus atrox hatte etwa die Größe eines südamerikanischen Jaguars. Er erreichte eine Schulterhöhe von ca. 60 Zentimetern, eine Kopfrumpflänge von etwa 1,20 Meter, wozu noch ein schätzungsweise 45 Zentimeter langer Schwanz kam.

Unter Kryptozoologen, die weltweit nach verborgenen Tierarten suchen, kursieren Berichte über angebliche Sichtungen von Großkatzen aus Südamerika und Afrika, bei denen es sich um Säbelzahnkatzen handeln soll. Der verhältnismäßig junge Forschungszweig der Kryptozoologie wurde um 1950 von dem belgischen Zoologen und Publizisten Bernard Heuvelmans (1916–2001) gegründet und bewegt sich zwischen seriöser Wissenschaft und purer Phantasie.

Eingeborene in der Zentralafrikanischen Republik und aus dem Tschad berichteten über mysteriöse „Tiger der Berge“ in ihrer Heimat. Spekulationen zufolge könnte es sich um überlebende Tiere der Gattungen Machairodus oder Meganteron handeln, die aus Afrika durch Fossilien belegt sind. Als an ein Leben im Wasser angepasste Säbelzahnkatzen werden so genannte „Wasserlöwen“ oder „Panther des Wassers“ gedeutet, die in der Zentralafrikanischen Republik existieren sollen.

Smilodon:

Die riesige Dolchzahnkatze aus Amerika

Nord- und Südamerika waren vom Oberpliozän vor mehr als 2,5 Millionen Jahren über das Eiszeitalter (Pleistozän) hinweg bis zum Beginn des Holozän (Heutzeit) vor etwa 11.700 Jahren die Heimat mehrerer Arten der Dolchzahnkatzen-Gattung Smilodon. Als Erster hat 1842 der dänische Zoologe und Paläontologe Peter Wilhelm Lund (1801–1880), der viele Jahre lang in Brasilien arbeitete, die Gattung Smilodon beschrieben. Der Gattungsname besteht aus dem griechischen Begriff „smile“ für Messer und dem Wort „odon“ für Zahn. Zu deutsch heißt Smilodon also „Messerzahn“. Eine der Arten von Smilodon brachte die größten Dolchzahnkatzen aller Zeiten hervor. In älterer Literatur heißt es, dies sei die größte Säbelzahnkatze gewesen.

Bevor Smilodon im Oberpliozän über die mittelamerikanische Landbrücke nach Südamerika einwanderte, gab es dort Säugetiere, die den Säbelzahnkatzen und Dolchzahnkatzen verblüffend ähnelten. Dabei handelte es sich um die Gattung Thylacosmilus. Dieses Tier ist mit den Säbelzahnkatzen bzw. Dolchzahnkatzen nicht verwandt, sondern gehört zu den Beuteltieren.

Thylacosmilus erreichte eine Kopfrumpflänge bis zu 1,20 Meter. Sein Schwanz war schätzungsweise 45 Zentimeter lang. Im Oberkiefer trug er zwei Eckzähne, die ständig nachwuchsen und weit über die Mundlinie hinaus nach unten ragten. Im Gegensatz zu Säbelzahnkatzen besaß dieses Beuteltier keine Schneidezähne. Seine Hals- und Kiefermuskulatur erlaubten eine kraftvolle Abwärtsbewegung des Kopfes. Thylacosmilus starb mit der Ankunft der Säbelzahnkatzen und Dolchzahnkatzen aus.

Vor mehr als 2,5 Millionen bis 500.000 Jahren lebte die Dolchzahnkatze Smilodon gracilis. Man nimmt an, dass diese Art aus Megantereon hervorgegangen ist. Smilodon gracilis war ungefähr so groß wie ein heutiger Jaguar und wog schätzungsweise etwa 55 bis 110 Kilogramm. Funde dieser Dolchzahnkatze sind vor allem in den östlichen USA geglückt. Aus Smilodon gracilis entstanden vermutlich die Arten Smilodon populator und Smilodon fatalis, die beide vor ca. 11.700 Jahren ausgestorben sind.

Smilodon populator existierte in östlichen Gebieten von Südamerika. Mit einer Schulterhöhe von rund 1,20 Meter, einer Kopfrumpflänge von ungefähr 2,10 Metern und einem Gewicht von etwa 220 bis 360 Kilogramm gilt er als größte Dolchzahnkatze der Welt. Die so genannte „Südamerikanische Säbelzahnkatze“ trug bis zu 28 Zentimeter lange Eckzähne, die ungefähr 17 Zentimeter aus dem Oberkiefer ragten. Auf diesen furchterregenden Eckzähnen beruht der Artname populator, der laut Internetseite www.kryptozoologie-online.de „Er, der die Vernichtung bringt“ bedeutet. Der kurze Schwanz von Smilodon populator war schätzungsweise 20 Zentimeter lang.

Smilodon fatalis kam in Nordamerika und im pazifischen Teilen von Südamerika vor. Diese Art lag – was Größe und Gewicht betrifft – zwischen den erwähnten Dolchzahnkatzen-Arten Smilodon gracilis und Smilodon populator. Sie erreichte eine Schulterhöhe von rund einem Meter, eine Kopfrumpflänge von ungefähr 1,90 Meter sowie ein Gewicht von etwa 160 bis 280 Kilogramm. Der Schwanz war schätzungsweise 20 Zentimeter lang.

Die Verbreitungsgebiete der Dolchzahnkatzen Smilodon populator im Osten und Smilodon fatalis im Westen wurden durch den Gebirgszug der Anden getrennt. In der Literatur ist mitunter auch von Smilodon californicus und Smilodon floridanus die Rede. Diese werden jedoch meistens als Unterarten von Smilodon fatalis gedeutet. Ein Originalskelett von Smilodon californicus aus Kalifornien ist in der Bayerischen Staatssammlung für Paläontologie und historische Geologie in München zu bewundern.

Die bekannteste Fundstelle mit Resten von Smilodon fatalis ist Rancho La Brea im Stadtgebiet von Los Angeles in Kalifornien (USA). Dort wurde ein vollständiges Ökosystem aus dem Eiszeitalter vor ca. 40.000 bis etwa 11.700 Jahren konserviert. Bis heute hat man mehr als 100 Tonnen Fossilien, 1,5 Millionen Knochen und 2,5 Millionen Überreste aus den dortigen Teergruben geborgen, die für viele Tiere zur tückischen Falle geworden waren. In diesen Gruben hatte sich einst Erdöl gesammelt, das nach dem Verdampfen der flüchtigen Bestandteile zu einer zähen, teerigen Masse wurde.

Zum Fundgut von Rancho La Brea gehören über 60 Arten von Säugetieren. Darunter sind bis zu ca. vier Meter hohe „Kaisermammute“ (Mammuthus imperator), bis zu etwa 1,90 Meter große Riesenfaultiere (Paramylodon harlani), Dolchzahnkatzen (Smilodon fatalis), riesenhafte Amerikanische Höhlenlöwen (Panthera leo atrox), Puma, Jaguar, Rotluchs und wolfähnliche Wildhunde (Canis dirus).

Vor mehr als einem dreiviertel Jahrhundert hatten die Teergruben noch auf einer Viehweide am Stadtrand von Los Angeles gelegen, die zu einer Farm namens Rancho La Brea gehörte. Heute befinden sich die Teergruben mitten im Häusermeer von Los Angeles und sind Teil einer Grünanlage namens Hancock Park. Im George C. Page Museum kann man Fossilien von Rancho La Brea bewundern.

Die imposanten Amerikanischen Höhlenlöwen hatten eine Kopfrumpflänge von bis zu 2,50 Metern, zu denen noch ein rund 1,20 Meter langer Schwanz hinzugerechnet werden muss. Das ergab eine respektable Gesamtlänge bis zu 3,70 Metern. Die Schulterhöhe könnte rund 1,30 Meter erreicht haben. Diese Tiere gelten als die größten Löwen aller Zeiten. Ähnlich groß – nämlich maximal 3,60 Meter – waren die Mosbacher Löwen (Panthera leo fossilis) aus dem Eiszeitalter vor etwa 600.000 Jahren in Deutschland, die nach dem ehemaligen Dorf Mosbach zwischen Wiesbaden und Biebrich in Hessen benannt sind.

Fossilien der Dolchzahnkatze Smilodon fatalis kamen auch in anderen Teilen von Nord- und Südamerika zum Vorschein, beispielsweise in Florida und Argentinien (Patagonien). In Nordamerika war das Verbreitungsgebiet auf die südlichen Gebiete beschränkt.

Die Dolchzahnkatze Smilodon ist in Kalifornien ein so genanntes Staatsfossil. Darunter versteht man ein bundesstaatliches Wahrzeichen. Solche Staatsfossilien gibt es auch in anderen US-Bundesstaaten. Zum Beispiel ist in Alaska und Nebraska das Wollhaar-Mammut ein Staatsfossil, in Colorado der Dinosaurier Stegosaurus, in South Dakota der Dinosaurier Triceratops, in Michigan das Amerikanische Mastodon und in Washington das Präriemammut.

Weiter nördlich in Amerika existierte damals die Säbelzahnkatze Homotherium, deren Verbreitungsgebiet sich im Süden teilweise mit dem der Dolchzahnkatze Smilodon überlappte. Smilodon kam im Gegensatz zu Homotherium nicht in Afrika, Asien und Europa vor.

In den tückischen Teergruben von Rancho La Brea, die vielen eiszeitlichen Tieren zum Verhängnis wurden, hat man rund 160.000 Knochen von Smilodon fatalis entdeckt. Sie stammen von mindestens 1.200, wenn nicht sogar 2.500 Dolchzahnkatzen, die dort innerhalb von etwa 30.000 Jahren ihr Leben verloren haben.

Diese Funde erlaubten interessante Rückschlüsse auf die Lebensweise und das Sozialverhalten von Smilodon fatalis. Offenbar wurde diese Dolchzahnkatze durch sterbendes Großwild, das in die Teergruben geraten war, angelockt und versank selbst darin. Ähnlich erging es auch vielen anderen fleischfressenden Raubtieren jener Zeit.

Rund 5.000 der insgesamt 160.000 Knochenreste von Dolchzahnkatzen tragen Spuren von Krankheiten. Diese reichen von Fehlstellungen der Hüfte über gebrochene Wirbelsäulen bis zu deformierten Beinknochen. Das lässt darauf schließen, dass der Körper der Dolchzahnkatzen häufig starken Belastungen ausgesetzt war, die vermutlich von Kämpfen mit wehrhaften Beutetieren stammten.

Zahlreiche Knochen weisen Anzeichen von Verheilung auf, obwohl die Verletzungen teilweise so stark waren, dass die betreffenden Dolchzahnkatzen sicherlich eine Zeitlang jagdunfähig gewesen sind. Die verletzten Tiere hatten offenbar noch Monate oder sogar Jahre weiter existiert, weil sie in Familiengruppen lebten und vielleicht auch jagten, die sich gegenseitig mit Nahrung versorgten oder zumindest schwache Gruppenmitglieder an der Beute duldeten. Es könnten aber auch so viele potentielle Beutetiere in den Teergruben verendet sein, dass sogar stark verletzte Dolchzahnkatzen überlebten konnten.

Welche Tiere zum Beutespektrum von Smilodon fatalis gehörten, ist umstritten. Wegen ihrer kräftigen Gestalt und ihrer langen Eckzähne könnte sich diese Dolchzahnkatze von besonders großen und schwerfälligen Rüsseltieren wie Mammuts und Mastodonten ernährt haben. Vielleicht sind Dolchzahnkatzen den riesigen Tieren auf den Rücken geklettert, um ihnen ihre langen Eckzähne dort einzugraben oder sie haben ihnen vom Boden aus die Flanken aufgerissen.

Schulter- und Nackenmuskeln von Smilodon waren so angeordnet, dass sie dieser Dolchzahnkatze einen kraftvollen, nach unten gerichteten Hieb mit ihrem massiven Kopf ermöglichten. Die Kiefer konnten bis zu einem Winkel von etwa 120 Grad geöffnet werden und erlaubten dadurch den mächtigen Eckzähnen tief in den Körper der Beutetiere einzudringen und sie zu töten.

Zum Gebiss von Smilodon gehörten 26 bis 28 Zähne. Im Oberkiefer befanden sich 14 Zähne und im Unterkiefer 12 bis 14 Zähne. Jeder der beiden Oberkieferäste trug drei Schneidezähne (Incisiven), einen Eckzahn (Caninus), zwei Vorderbackenzähne (Prämolaren P3, P4), und einen Backenzahn (Molar). In den beiden Unterkieferästen gab es drei Schneidezähne, einen Eckzahn, einen oder zwei Vorderbackenzähne (nur P4 oder P3 und P4) und einen Backenzahn.

Die langen Eckzähne von Smilodon hatten einen ovalen Querschnitt, was ihnen einerseits eine gewisse Stabilität verlieh und andererseits ermöglichte, tief in das Fleisch des Beutetieres einzudringen. Entlang der hinteren Ränder waren die Eckzähne gezackt und konnten so das Fleisch eines Beutetieres leichter durchbohren. Beim Kampf mit einem Beutetier hätten die langen Eckzähne auf Knochen treffen und leicht abbrechen können. Sie waren vollständig an das Aufreißen und Zerschneiden weichen Gewebes angepasst.

Australische Wissenschaftler um Coin McHenry an der Universität von Newcastle in Calaghan fanden bei Computersimulationen heraus, dass Dolchzahnkatzen im Vergleich zu heutigen Löwen eher einen schwachen Biss hatten. Sie veröffentlichten ihre Erkenntnisse 2007 im Fachmagazin „PNAS“. Demnach entwickelte das Gebiss der Dolchzahnkatzen nur etwa ein Drittel der Kräfte, die bei gegenwärtigen Löwen gemessen wurden. Dolchzahnkatzen konnten Beutetieren mit ihren langen Eckzähnen zwar tödliche Bisse zufügen, doch sie mussten ihre Opfer dabei mit ihren Pranken festhalten.

Die australischen Wissenschaftler hatten für ihre Computersimulationen zunächst Computertomographien von fossilen Dolchzahnkatzen-Schädeln angefertigt und die gewonnenen Daten mit einer Simulationssoftware ausgewertet. Vergleichsgrößen lieferten die Schädel von Löwen und die bei diesen Großkatzen ermittelten Beisskräfte. In die 3D-Simulationen flossen zudem Schätzungen über die Muskelmasse der Dolchzahnkatzen ein.

Nach den Erkenntnissen der australischen Wissenschaftler waren bei den Dolchzahnkatzen der Kiefer und die zugehörige Muskulatur den Kräften eines zappelnden Beutetieres kaum gewachsen. Im Gegensatz zu Löwen, die ihre Beutetiere mit einem weitaus kräftigeren Biss im Extremfall mehr als zehn Minuten festhalten können, bis diese erschöpft oder tot zusammenbrechen, mussten Dolchzahnkatzen eine andere Tötungstechnik anwenden: Sie hielten ihre Beutetiere nicht mit dem Gebiss, sondern mit ihren besonders kräftigen Vorderläufen fest und versetzten ihnen dann mit den Eckzähnen einen tödlichen Biss in den Hals.

Für die Jagd auf schnelle Tiere wie Pferd oder Hirsch war die Dolchzahnkatze Smilodon sicherlich zu schwerfällig. Deshalb heißt es oft, sie hätte ihrer Beute im Hinterhalt aufgelauert. Man liest aber auch, sie hätte vor allem junge und halbwüchsige Rüsseltiere und Faultiere angegriffen, die sie abseits der Herde überraschte. Oder sie sorgte für Verwirrung in der Herde und schlug bei passender Gelegenheit schnell zu.

Englische Wissenschaftler um Chris Carbone von der Zoological Society of London meinten 2008, dass die Dolchzahnkatzen der Art Smilodon fatalis in Gruppen gelebt und gejagt haben. Dies schließen sie daraus, dass diese Raubkatzen einst an für sie lebensgefährlichen, aber für sie wegen des Beutereichtums verlockenden Orten wie den Teergruben von Rancho La Brea gemeinsam massenhaft verendeten. So wie dies auch bei heute jagenden sozialen Raubkatzen in ähnlichen Szenarien geschehen würde.

Carbones Team stellte die vermutete Situation an einer todbringenden Teergrube von Rancho La Brea unter heutigen Bedingungen in zwei verschiedenen Nationalparks nach. Dazu lockten sie heute in Afrika lebende Beutegreifer wie Löwen, Hyänen oder Geier mit Hilfe von Tonbandgeräten an. Über den Lautsprecher ertönte dabei ein Soundmix der Schreie verendender Beutetiere, unterlegt mit Geräuschen fressender und um Beute streitender Raubtiere. Dies lockte tatsächlich Raubtiere verschiedener Größen an. Zu den insgesamt 4.491 herbeigeeilten Tieren gehörten prozentual immer deutlich mehr in Gesellschaft jagende kleine Raubtiere wie der Schakal sowie ebenfalls im Rudel lebende, große Fleischfresser wie der Löwe. Jagende Einzelgänger wie Leoparden oder Wildkatzen waren dagegen selten. Exakt dieselbe prozentuale Zusammensetzung spiegelt auch die Gesellschaft der in den Teergruben von Rancho La Brea verendeten Tiere wieder. Dies gilt allerdings nur dann, wenn man Dolchzahnkatzen zur Gruppe der großen sozialen Raubtiere rechnet.

Bei zufälligen Begegnungen mit bewaffneten eiszeitlichen Menschen in Amerika wurden Dolchzahnkatzen der Art Smilodon fatalis manchmal vom Jäger zum Gejagten. Das beweist der Fund einer solchen Raubkatze in einer Teergrube von Rancho La Brea in Kalifornien. In einem Skelettknochen dieser Dolchzahnkatze steckte noch eine Pfeilspitze. Sie stammte von einem Pfeil, den ein Paläoindianer mit seinem Bogen abgeschossen hatte.

Das Aussterben der Säbelzahnkatzen und Dolchzahnkatzen gegen Ende des Eiszeitalters vor etwa 11.700 Jahren wird oft mit dem Rückgang dichter Wälder, der Ausbreitung weitläufiger Grasebenen und mit dem Verschwinden großer Beutetiere erklärt. Offene Landschaften boten diesen Raubtieren keine Deckung mehr und machten Angriffe aus dem Hinterhalt zunehmend unmöglicher. Durch das Verschwinden großer Beutetiere verloren sie ihre Existenzgrundlage und starben ebenfalls aus.

Wenig plausibel gilt die Theorie, die Säbelzahnkatzen und Dolchzahnkatzen seien der Konkurrenz durch moderne Raubkatzen wie den zu den Pantherkatzen gehörenden Löwen oder Jaguaren nicht mehr gewachsen gewesen. Denn in Nordamerika sind auch Löwe und Jaguar verschwunden. Pantherkatzen sowie Säbelzahnkatzen und Dolchzahnkatzen haben über Millionen Jahre hinweg nebeneinander existiert, ohne sich gegenseitig stark zu beeinträchtigen.

Sehr umstritten ist auch die Theorie, damalige Menschen hätten durch intensive Bejagung das Verschwinden großer Säugetiere gegen Ende des Eiszeitalters herbei geführt. Diese 1984 von dem amerikanischen Geowissenschaftler Paul S. Martin aus Arizona vertretene Theorie wird als „Overkill-Hypothese“ bezeichnet.

Smilodon dürfte die am häufigsten auf Briefmarken abgebildete Dolchzahnkatze sein. Postwertzeichen mit Smilodon- Motiven auf der Schauseite gab es bereits in Afghanistan (1999), in Argentinien (1933), im Kongo, in El Salvador (1979), in Gambia (1993), in Guinea (1987), in Guyana (1990), in Lesotho (1998), auf Madagaskar (1994), in Peru (2004), auf Saint Vincent (1999), auf Tonga (1993), auf den Inseln Turks und Caicos (1991), in den USA (1996) und in Uruguay (1997).

Daten und Fakten

1824: Der französische Paläontologe Georges Cuvier (1769–1832) aus Paris beschreibt erstmals die Dolchzahnkatze Megantereon cultridens, hält sie aber irrtümlich für einen Bären (zuerst Ursus etruscus, wenig später Ursus cultridens). Cuvier gilt als Begründer der Wirbeltierpaläontologie. Sein Geburtsname war Georg Küfer und sein Geburtsort Montbéliard (Mömpelgard), das damals zu Württemberg gehörte.

1828: Der französische Pfarrer und Amateur-Paläontologe Jean-Baptiste Croizet (1787–1859) aus Neschers und sein Freund Antoine Claude Gabriel Jobert (gestorben in den 1850-er Jahren), Direktor des „Journal de Geólogie“ in Paris, beschreiben unter dem Namen Felis megantereon erstmals die Dolchzahnkatze Megantereon megantereon. Diese Spezies gilt heute als Synonym der Art Megantereon cultridens.

1832: Der deutsche Zoologe und Paläontologe Johann Jakob Kaup (1803–1873) aus Darmstadt beschreibt erstmals die Säbelzahnkatzen Machairodus aphanistus und Machairodus cultridens sowie die Dolchzahnkatze Felis ogygia aus dem Obermiozän vor etwa zehn Millionen Jahren. Er hatte Funde aus Ablagerungen des Ur-Rheins (Dinotheriensande) bei Eppelsheim in Rheinhessen untersucht. Machairodus cultridens gilt heute als Synonym von Machairodus aphanistus. Felis ogygia hieß zeitweise Paramachaerodus ogygia, Paramachairodus ogygia oder Paramachairodus ogygius und wird heute Promegantereon ogygia genannt. Die Originalfunde werden im Hessischen Landesmuseum Darmstadt aufbewahrt.

1833: Johann Jakob Kaup beschreibt als Erster die Säbelzahnkatzen-Gattung Machairodus (griechisch: máchaira = Messer, odoús = Zahn).

1842: Der dänische Zoologe und Paläontologe Peter Wilhelm Lund (1801–1880) beschreibt anhand eines oberen Eckzahns und eines Unterkiefers aus einer Höhle bei Lagoa Santa im Bundesstaat Minas Gerais in Brasilien erstmals die Dolchzahnkatzen-Gattung Smilodon und die -Art Smilodon populator. Bei letzterer Spezies handelt es sich um die größte Dolchzahnkatze. Sie erreichte eine Schulterhöhe von ca. 1,20 Meter und eine Kopfrumpflänge von etwa 2,10 Metern und trug bis zu 28 Zentimeter lange Eckzähne.

1846: Der französische Paläontologe Auguste Aymard (1808–1889) beschreibt anhand eines Skelettfundes aus Senèze bei Brioude (Departement Haute-Loire) in Frankreich erstmals die Säbelzahnkatze Homotherium sainzelli aus dem Eiszeitalter. Aymard war Bürgermeister von Vals-près-Le-Puy und Direktor des Museé de Puy-en-Velay. Homotherium sainzelli gilt heute als identisch mit Homotherium crenatidens.

1846: Der englische Paläontologe Richard Owen (1804–1892) aus London beschreibt in seinem Buch „History of British Mammals and Birds“ Eckzähne von Säbelzahnkatzen aus dem Eiszeitalter (Pleistozän) vom Fundort Kent’s Cavern (Kent’s Hole) in Devonshire unter dem Namen Machairodus latidens. Dies gilt als erste Beschreibung der Säbelzahnkatze Homotherium latidens.

1848: Der deutsche Paläontologe Andreas Wagner (1797–1861) aus München beschreibt erstmals die Säbelzahnkatze Machairodus giganteus aus dem Obermiozän von Pikermi bei Athen in Griechenland. Diese Art gilt als größte Spezies der Gattung Machairodus.

1853: Der französische Geologe und Paläontologe Auguste Pomel (1821–1898) beschreibt erstmals die Dolchzahnkatze Megantereon falconeri. Mit dieser Art identisch ist Megantereon sivalensis. Pomel hatte viele Jahre als Ingenieur in algerischen Minen gearbeitet und sich zum Spezialisten für nordafrikanische Fossilien entwickelt.

1854: Der Zoologe Johannes Roth (1815–1858) aus München und der Paläontologe Andreas Wagner aus München beschreiben erstmals die Säbelzahnkatze Machairodus leonicus aus Pikermi bei Athen in Griechenland. Dieser Artname gilt als heute als Synonym von Machairodus giganteus.

1854: Der amerikanische Paläontologe Joseph Leidy (1823–1891) aus Philadelphia beschreibt erstmals die zu den falschen Säbelzahnkatzen bzw. Scheinsäbelkatzen (Nimravidae) gehörende Gattung Dinictis. Dieses Tier lebte im späten Eozän und frühen Oligozän vor ungefähr 35 Millionen Jahren.

Um 1864: In Zillingdorf (Niederösterreich) wird ein linker zweiter Backenzahn der Säbelzahnkatze Machairodus aphanistus entdeckt. Der Originalfund mit der Inventarnummer „NHWM 1864 I 667“ ist im Naturhistorischen Museum Wien ausgestellt. 1864 könnte das Jahr der Entdeckung oder der Archivierung im Museum gewesen sein.

1868: Der schottische Paläontologe Hugh Falconer (1808–1865) und der englische Paläontologe Proby Thomas Cautley (1802–1871) beschreiben erstmals die Dolchzahnkatze Megantereon sivalensis aus Indien. Dieser Artname gilt heute als Synonym von Megantereon falconeri.

1868: Joseph Leidy beschreibt erstmals die Dolchzahnkatze Smilodon fatalis aus dem Eiszeitalter unter dem Namen Trucifelis fatalis.

1869: In der White River Formation wird das erste Fossil der Scheinsäbelzahnkatze Hoplophoneus primaevus entdeckt. Dieses Tier lebte vor etwa 35 Millionen Jahren in Nordamerika. Die Fossilien aus der White River Formation stammen aus dem späten Eozän und frühen Oligozän. Hoplophoneus heißt zu deutsch etwa „bewaffneter Mörder“ (griechisch: hoplon = Rüstung, phoneus = Mörder).

1872: Der amerikanische Zoologe Theodore Gill (1837–1914) aus Washington beschreibt erstmals die Unterfamilie der Säbelzahnkatzen (Machairodontinae) und den Stamm der Machairodontini.

1874: Der amerikanische Paläontologe Edward Drinker Cope (1840–1897) aus Philadelphia beschreibt erstmals die Gattung Hoplophoneus der falschen Säbelzahnkatzen oder Scheinsäbelzahnkatzen (Nimravidae). Cope lieferte sich zwischen 1865 und der Jahrhundertwende mit dem Paläontologen Othniel Charles Marsh (1831–1899) aus New Haven im Wettstreit um möglichst viele Funde von Dinosauriern die berühmt gewordene „Knochenschlacht“.

1876: Der französische Paläontologe Paul Gervais (1816–1879) aus Paris beschreibt die zu den falschen Säbelzahnkatzen bzw. Scheinsäbelzahnkatzen (Nimravidae) gehörende Gattung Eusmilus (griechisch: eu = gut, echt, smile = Messer). Diese bis zu 2,50 Meter lange Raubkatze aus dem Oligozän vor etwa 30 Millionen Jahren trug bis zu acht Zentimeter lange, dolchartige Eckzähne. Funde von Eusmilus kennt man aus Europa (Frankreich) und Nordamerika.

1876: Der englische Paläontologe William Boyd Dawkins (1837–1929) aus Manchester entdeckt in der Robin Hood Cave in den Creswell Crags einen rechten, oberen Eckzahn der eiszeitalterlichen Säbelzahnkatze Homotherium latidens. Bei der Beschreibung dieses Fundes spekulierte er, dieser Eckzahn könne von einem prähistorischen Jäger in die Höhle gebracht worden sein.

1879: Der amerikanische Paläontologe Edward Drinker Cope beschreibt erstmals die zu den falschen Säbelzahnkatzen bzw. Scheinsäbelzahnkatzen (Nimravidae) gehörende Gattung Nimravus. Diese bis zu 1,20 Meter langen Tiere existierten vom Unteren Oligozän bis zum Unteren Miozän. Funde liegen aus Europa (Frankreich) und Nordamerika (Colorado, Nebraska, North Dacota, South Dakota, Wyoming) vor.

1880: Edward Drinker Cope beschreibt erstmals die Nimravidae (falsche Säbelzahnkatzen oder Scheinsäbelzahnkatzen).

1880: Edward Drinker Cope beschreibt ein Eckzahnfragment aus der Port Kennedy Cave am Schuylkill-River in Pennsylvania (USA) als Smilodon gracilis.

1880: Edward Drinker Cope stellt die von Joseph Leidy als Trucifelis fatalis beschriebene Art zur Gattung Smilodon.

1885 und 1892: Der mexikanische Geologe Mariano Bárcena (1842–1899) publiziert Fußabdrücke von Wirbeltieren aus dem späten Tertiär von La Verdolaga Ranch bei San Juan de los Lagos nördlich von Jalisco in Mexiko. 1894 veröffentlicht der französisch-mexikanische Naturalist Alfredo Dugès (1826–1910) einen Bericht darüber und bildet zwei Platten mit diesen Fußabdrücken ab. Eine davon zeigt Fußabdrücke von Vögeln, die andere von einer Raubkatze. 2006 entdeckten die mexikanischen Wissenschaftler Rubén A. Rodríguez-de la Rosa, Oscar J. Polaco-Ramos, Felisa J. Aguilar und José Rubén Guzmán-Gutiérrez nach mehr als einem Jahrhundert die Fundstelle dieser Fußabdrücke wieder. Sie deuten die bis zu 11,3 Zentimeter langen und 10 Zentimeter breiten Fußabdrücke als solche einer Säbelzahnkatze.

1886: Der englische Botaniker, Archäologe und Geologe James Backhouse (1825–1890) erhält im Februar 1886 den ersten Fund einer eiszeitalterlichen Säbelzahnkatze der Gattung Homotherium aus England. Er untersucht und beschreibt ihn unter dem Namen Machaeorodus. Bei dem Fossil handelt es sich um einen kompletten rechten Unterkieferast mit Zähnen aus Kessingland in Suffolk. Das 20,4 Zentimeter lange Fossil stammt aus dem frühen Eiszeitalter (etwa 780.000 bis 450.000 Jahre).

1887: Der österreichische Paläontologe Ernst Kittl (1854–1913) aus Wien beschreibt „in erster Linie“ anhand eines Schädelrestes ohne Gehirnkapsel, aber mit zahlreichen Zähnen, aus Maragha in Persien (Iran) erstmals die Dolchzahnkatze Paramachairodus orientalis. Bei der wissenschaftlichen Untersuchung hatten ihm weitere Funde vorgelegen.

1888: Der österreichische Paläontologe Anton Weithofer (1866–1939) aus Wien beschreibt erstmals die Säbelzahnkatze Machairodus schlosseri aus dem Obermiozän von Pikermi bei Athen in Griechenland.

1889: Der amerikanische Paläontologe Joseph Leidy beschreibt anhand eines fragmentarisch erhaltenen Schädels und Unterkiefers aus Florida erstmals die Dolchzahnkatze Smilodon floridanus („Smilodon von Florida“). Diese Art gilt heute als Synonym von Smilodon fatalis. Die beiden Funde, nach denen Smilodon floridanus 1889 von Leidy unter dem Namen „Machairodus floridanus“ beschrieben wurde, waren 1885 bei einer Expedition an die Westküste Floridas unter Leitung von Joseph Willcox (1829–1918) und Angelo Heilprin (1853–1907) von Willcox entdeckt worden. Leidy war damals Präsident des 1855 von William Wagner (1796–1885) gegründeten Wagner Free Institute of Science in Philadelphia und publizierte die neue Art in „Transactions of the Wagner Free Institute of Science“. Der Schädel- und Unterkieferrest befinden sich noch heute im Museum des Instituts in Philadelphia.

1890: Der italienische Mediziner Emilio Fabrini di Montaione beschreibt anhand von Funden aus dem Arnotal (Val d’Arno), die im Paläontologischen Museum der Unversität Florenz aufbewahrt werden, erstmals die Säbelzahnkatzen-Gattung Homotherium und die Art Homotherium crenatidens.

1893: Der amerikanische Paläontologe Edward Drinker Cope beschreibt erstmals die Säbelzahnkatze Dinobastis serus. Dieser Artname wurde in den 1960-er Jahren geändert.

1896: In der Höhle von Isturitz bei Biarritz (Departement Pyrénées-Atlantiques) in Frankreich wird eine 16 Zentimeter lange Tierfigur entdeckt, die man erst 1970 als Darstellung der Säbelzahnkatze Homotherium deutet.

1903: Der deutsche Paläontologe Max Schlosser (1854–1940) aus München beschreibt anhand von isolierten Zähne aus chinesischen Apotheken erstmals die Säbelzahnkatze Machairodus horribilis aus China.

1904: Max Schlosser beschreibt erstmals die Dolchzahnkatze Paramachairodus maximiliani aus China. Diese Art gilt heute als Synonym von Paramachairodus orientalis.

1907: Der amerikanische Paläontologe John Freeman Bovard (geb. 1881) aus Eugene (Oregon) beschreibt nach Funden aus Rancho La Brea im Stadtgebiet von Los Angeles in Kalifornien erstmals die Dolchzahnkatze Smilodon californicus („Smilodon von Kalifornien“). Diese Art gilt heute als Synonym von Smilodon fatalis.

1907: Während einer Auktion bei „Stevens“ in London im Dezember 1907 wird die Sammlung des verstorbenen englischen Botanikers, Archäologen und Geologen James Backhouse versteigert. Darunter befindet sich der im Februar 1886 entdeckte komplette rechte Unterkieferast einer Säbelzahnkatze aus Kessingland in Suffolk, der als erster Fund einer Säbelzahnkatze der Gattung Homotherium aus England gilt. Das 20,4 Zentimeter lange Fossil aus dem frühen Eiszeitalter (etwa 780.000 bis 450.000 Jahre) wird zum Preis von 70 US-Dollar vom National Museum of Ireland in Dublin ersteigert. Es war der höchste Preis, der bei dieser Versteigerung erzielt wurde. Über diese Auktion berichtete die „New York Times“ am 22. Dezember 1907 unter der Überschrift „Old bones at auction. Remarkable Sale in London of a Prehistoric Collection“. Der Homotherium-Unterkiefer aus Kessingland mit der Inventarnummer „NMING: F 15001“ befindet sich noch heute in Dublin.

1913: Der auf Barbados geborene Geologe und Paläontologe Guy Ellcock Pilgrim (1875–1943) beschreibt erstmals die Dolchzahnkatze Paramachairodus unter dem Namen Paramachaerodus.

1913–1915: In Rancho La Brea im Stadtgebiet von Los Angeles in Kalifornien (USA) finden die ersten wissenschaftlichen Grabungen statt. Sie werden von den amerikanischen Paläontologen John Campel Merriam (1869–1946) und Chester Stock (1892–1950) geleitet. An dieser Fundstelle aus dem späten Eiszeitalter vor etwa 40.000 bis 10.000 Jahren kamen neben vielen anderen Fossilien auch Reste von mindestens 1.200, wenn nicht sogar 2.500 Dolchzahnkatzen der Art Smilodon fatalis zum Vorschein.

1916: Der Paläontologe Josef Woldrich (1880–1937) aus Prag beschreibt erstmals die Säbelzahnkatze Homotherium moravicum aus dem Eiszeitalter. Der Artname moravicum beruht auf dem lateinischen Namen moravia für Böhmen.

1922: Der amerikanische Paläontologe George Francis Eaton (1872–1949) beschreibt anhand eines Schädelfundes aus der John Day Formation in Oregon (USA) erstmals die zu den falschen Säbelzahnkatzen bzw. Scheinsäbelzahnkatzen (Nimravidae) gehörende Gattung Dinaelurus. Sie existierte vom späten Eozän bis zum späten Miozän.

1922: Der amerikanische Paläontologe Harold J. Cook (1887–1962) beschreibt erstmals die Säbelzahnkatze Machairodus coloradensis.

1924: Der österreichische Paläontologe und Paläoanthropologe Otto Zdansky (1894–1988) beschreibt erstmals die Gattung Dinofelis („schreckliche Katze“) und die Art Dinofelis abeli aus China. Mit dem Artnamen abeli ehrte er den österreichischen Paläontologen Othenio Abel (1875–1946). Zdansky leitete ab 1921 die ersten Ausgrabungen der geologischen Behörde Chinas in der Unteren Höhle von Choukutien bei Peking. Dort wurden Ende der 1940-er Jahre mehrere Schädel von etwa 400.000 bis 500.000 Jahre alten Peking-Menschen entdeckt.

1924: Otto Zdansky beschreibt anhand von Funden aus China erstmals die zum Stamm der Metailurini gehörende Gattung Metailurus.

1924: Otto Zdansky beschreibt erstmals die Säbelzahnkatze Machairodus palanderi aus China. Der Artname beruht auf dem schwedischen Marineoffizier Louis Palander von Vega (1842–1920), dem „First Chairman“ des „Swedisch China Research Comittee“. Machairodus palanderi gilt heute als Synonym von Machairodus giganteus.

1924: Otto Zdansky beschreibt erstmals die Säbelzahnkatze Machairodus tingii aus China. Der Artname beruht auf V. L. Ting, „geistiger Vater“ des „China Geological Survey“ und der Publikation „Palaeontologica Sinica“. Machairodus tingii gilt heute als Synonym von Machairodus giganteus.

Vor 1925: Der Landwirt Pierre Philis entdeckt in der Gegend seines Weilers Senèze in der Auvergne (Frankreich) ein nahezu vollständiges Skelett der Dolchzahnkatze Megantereon cultridens. Zusammen mit anderen Fossilien aus Senèze wird dieses Skelett im Naturhistorischen Museum Basel aufbewahrt. Zwischen 1890 und 1930 wurden auf dem Land von Philis zahlreiche Fossilien gefunden, die der Landwirt an die Universität von Lyon, das Naturhistorische Museum Basel und nach Paris verkaufte. Über die Funddaten und die genauen Fundorte machte Philis nur vage Angaben.

1925: Pierre Philis entdeckt in Senèze ein nahezu vollständiges Skelett der Säbelzahnkatze Homotherium crenatidens. Dieses Skelett wird 1963 von dem französischen Paläontologen Roland Ballesio aus Lyon beschrieben. Zusammen mit anderen Fossilien aus Senèze befindet es sich in der Sammlung der Universität Claude Bernard in Lyon.

Vor 1929: In Mauer bei Heidelberg wird vor 1929 der obere Eckzahn der großen Säbelzahnkatze Homotherium crenatidens entdeckt. Dieser Eckzahn und drei Mittelhandknochen aus Mauer befinden sich im Staatlichen Museum für Naturkunde in Karlsruhe. Einer dieser Mittelhandknochen kam vor 1929 ans Tageslicht, die anderen zwei Mittelhandknochen wurden 1931 gefunden. Im Staatlichen Museum für Naturkunde in Stuttgart liegen zwei Zahnfragmente (darunter eines von einem oberen Eckzahn) und postcraniale Skelettreste von Säbelzahnkatzen aus Mauer ohne Funddatum. Die Säbelzahnkatzen-Funde aus Mauer wurden 1970 von der Paläontologin Gerda Schütt (1931–2007) beschrieben. Mauer ist der weltberühmte Fundort des rund 600.000 Jahre alten Unterkiefers des Heidelberg-Menschen (Homo erectus heidelbergenisis bzw. Homo heidelbergensis).

1929: Der ungarische Paläontologe Miklós Kretzoi (1907–2005) aus Budapest beschreibt erstmals den Stamm der Smilodontini.

1929: Miklós Kretzoi beschreibt erstmals die heute zum Stamm der Metailurini gerechnete Gattung Pontosmilus, die heute als Synonym von Paramachairodus gilt.

1929: Miklós Kretzoi beschreibt erstmals die zu den Barbourofelidae, einer ausgestorbenen Linie der katzenartigen Raubtiere, gehörende Gattung Sansanosmilus. Ihr Aussehen erinnert stark an eine Säbelzahnkatze. Der Gattungsname Sansanosmilus bezieht sich auf den französischen Fundort Sansan südöstlich von Auch (Departement Gers), wo Sansanosmilus nachgewiesen ist.

1929: Der russische Paläontologe Anatoly Nicolaevich Riabinin (1874–1942) aus Leningrad (heute St. Petersburg) beschreibt anhand eines unpräparierten Schädels mit Unterkiefer aus Taraklia in Moldawien erstmals die Säbelzahnkatze Machairodus aphanistus taracliensis, die heute als Synonym von Machairodus giganteus taracliensis gilt.

1930: Die französischen Paläontologen Pierre Teilhard de Chardin (1881–1955) und Jean Piveteau (1899–1991) beschreiben erstmals die Dolchzahnkatze Megantereon nihowanensis. Der Artname bezieht sich auf den Fundort Nihowan in der Provinz Shansi (China). Der Theologe und Philosoph Teilhard de Chardin vertrat die Auffassung, die Entwicklung des Lebens sei von Anfang an auf den Menschen gerichtet. Sie sei aber noch nicht abgeschlossen, der Mensch sei erst keimhaft das, was er nach dem Plan des Schöpfers werden solle.

1933: Der amerikanische Paläontologe Charles Lewis Gazin (1904–1996) beschreibt erstmals die Dolchzahnkatze Megantereon hesperus aus dem Pliozän von Florida (USA). Typusexemplar ist ein Unterkiefer (Katalognummer UNSM 25494)

1934: Der aus Toronto in Kanada stammende Paläontologe Claude W. Hibbard (1905–1973), genannt „Hibbie“, beschreibt erstmals die zum Stamm der Metailurini gehörende Gattung Adelphailurus kansensis aus Kansas (USA) aus dem Miozän. Diese wird heute von einem Teil der Wissenschaftler nicht mehr zu den echten Säbelzahnkatzen, sondern zu den Kleinkatzen gerechnet. Typusexemplar von Adelphailurus kansensis ist ein Rest des Oberschädels mit Zähnen (Katalognummer UKM 3462) vom Fundort Edson Quarry (Sherman County) in Kansas.

1936: Der russische Paläontologe Juri Aleskandrowitsch Orlov (1893–1966) aus Moskau beschreibt erstmals die Säbelzahnkatze Machairodus irtyschensis aus dem Miozän. Typusexemplar ist ein Unterkiefer aus Pavlodar am rechten Ufer des Flusses Irtysch.

1936: Juri Aleskandrowitsch Orlov beschreibt erstmals die Säbelzahnkatze Machairodus ischimicus. Typusexemplar ist ein Mittelhandknochen (Inventarnummer 2094/446 im Katalog „Paleozoologiceskogo“).

1937: Der südafrikanische Arzt und Paläontologe Robert Broom (1866–1951) aus Pretoria beschreibt erstmals die Dolchzahnkatze Megantereon whitei vom Fundort Schurveberg.

1939: Pierre Teilhard de Chardin beschreibt erstmals die Dolchzahnkatze Megantereon inexpectatus aus China.

1946: Der Arzt und Paläontologe Robert Broom und der Anatom Geritt Willem Hendrik Schepers aus Johannesburg beschreiben erstmals die Dolchzahnkatze Megantereon gracilis vom Fundort Sterkfontein in Südafrika.

1948: Jean Piveteau beschreibt erstmals die heute zum Stamm der Metailurini gerechnete Gattung Therailurus.

1949 und 1951: Die Friesenhahn-Höhle bei San Antonio in Texas (USA) wird unter der Leitung von Glen L. Evans und Grayson E. Meade erstmals systematisch untersucht. Aus dieser Höhle sind Reste von rund 30 Säbelzahnkatzen der Art Homotherium serum aus dem Eiszeitalter bekannt.

1950 und 1960: In den Mosbach-Sanden von Wiesbaden werden zwei Fossilien von Säbelzahnkatzen entdeckt, aber erst 1970 identifiziert. Mosbach war ein Dorf zwischen Wiesbaden und Biebrich, das später eingemeindet wurde. Die zwei Originalfunde liegen im Naturhistorischen Museum Mainz.

1955: Die aus Irland stammende Paläontologin Rosalie („Griff“) Ewer aus Grahamstown beschreibt erstmals die Dolchzahnkatze Megantereon eurynodon vom Fundort Kroomdraai in Südafrika.

1956: In Steinheim an der Murr nordöstlich von Stuttgart (Baden-Württemberg) wird ein fragmentarisch erhaltener oberen Eckzahn einer Säbelzahnkatze gefunden.

1957: Der türkische Paläontologe Muzaffer Senyürek beschreibt erstmals die Säbelzahnkatze Machairodus romeri aus der Türkei.

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Details

Seiten
96
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783640873296
ISBN (Buch)
9783640873234
Dateigröße
9.4 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v169041
Note
Schlagworte
dolchzahnkatze smilodon

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Titel: Die Dolchzahnkatze Smilodon