Lade Inhalt...

Die Wirkung der Laokoon-Statue auf die Kunsthistoriker, insbesondere auf Lessing

Hausarbeit 2008 12 Seiten

Kunst - Bildhauerei, Skulptur, Plastik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Mythos Laokoon
2.1 Nach Vergils Darstellung
2.2 Die Vorstellung des Mythos nach Sophokles

3. Lessings Sicht
3.1 Entstehung von Lessings „Laokoon- Über die Grenzen der Malerei und Poesie“
3.2 Die Faszination der Laokoon- Gruppe

4. Fazit

5. Quellenangaben

1. Einleitung

Kaum eine andere Statue fasziniert die Menschen damals wie heute so sehr wie die des trojanischen Priesters Laokoon und seinen Söhnen, die von zwei riesigen Wasserschlangen angegriffen werden. Viele bedeutende Historiker, Künstler, Dichter und Denker befassten sich mit ihr. In dieser Hausarbeit soll zum einen die Ästhetik der Plastik näher erläutert werden, die die Statue zu einem „Wunder der Kunst“ macht, wie Michelangelo schon sagte und zum anderen Lessings Gedankengänge nachvollziehbar gemacht werden, jedoch unabhängig von den verwandten Schriften „Hamburgische Dramaturgie“ und den Antiquarischen Briefen, da diese Ausführungen zu Laokoon den Rahmen der Arbeit sprengen würden. Eingegangen wird insbesondere auf den Mythos um Laokoon aus Vergils Darstellung, wie auch eine kurze Erläuterung zu einer anderen Version um den Mythos Laokoons von Sophokles. Weiterhin umreißt die vorliegende Arbeit die Faszination der Laokoon-Statue, sowie insbesondere Lessings Gedanken über bildende Kunst und Poesie angewandt auf die Statue des Laokoon.

2. Der Mythos Laokoon

2.1 Nach Vergils Darstellung

Ein wichtiger Bestandteil der griechischen Mythologie ist der Trojanische Krieg. Die drei Göttinnen Athene, Hera und Aphrodite streiten sich darum, wer die schönste Göttin unter ihnen sei, da jede von ihnen den goldenen Apfel der Eris für sich beanspruchen wollte. Diese warf den Apfel auf einer Hochzeit in die Runde, aus Zorn weil sie als Einzige nicht eingeladen war. Auf dem Apfel stand „Kallisti“, das bedeutet: Die Schönste. Der sterbliche Paris, Sohn des Königs von Troja, sollte die Entscheidung treffen. Zeus hat ihn dazu bestimmt. Jede der drei Königinnen versucht den unschuldigen Jüngling für sich zu gewinnen und besticht ihn. Athene verspricht Paris die Weisheit, Hera bietet ihm Herrschaft über die ganze Welt an und Aphrodite sagt er bekomme die allerschönste Sterbliche, Helena, Ehefrau vom König Spartas.

Paris entscheidet sich für die Liebe und wählt Aphrodite als schönste Göttin unter ihnen aus. Helena wird daraufhin aus Sparta entführt, um zu Paris nach Troja gebracht zu werden. So entsteht der Sage nach der Trojanische Krieg. Nachdem er schon zehn Jahre andauerte, hatten die Spartaner eine Idee entwickelt, in die trojanische Stadt einzudringen und sie zu erobern. Sie bauten ein riesiges hölzernes Pferd in dem sich mehrere Soldaten verstecken konnten. Hineingeschmuggelt wurde dieses Pferd indem man es als Opfergeschenk der griechischen Göttin Athene betrachtete. Durch dieses Pferd gelangten etliche Soldaten in die trojanische Stadt und gewannen so, der Sage nach, den Trojanischen Krieg.[1]

Laokoon, Priester des Apollon in Troja, habe die Trojaner vor dem hölzernen Pferd gewarnt und eine Lanze in dessen Bauch gesteckt und sagte:

„[…] equo ne credite, Teucri. Quidquid id est,

timeo Danaos et dona ferentes.“[2]

(Traut nicht dem Pferde, Trojaner! Was immer es ist, ich fürcht´

die Danaer [Griechen], auch wenn sie Geschenke bringen)

Daraufhin soll Athene, der das angebliche Geschenk gebührte, zwei Wasserschlangen geschickt haben, welche sich um die beiden Söhne Laokoons wandten. Sie sei angeblich sauer gewesen, dass Laokoon ihr ein Geschenk nicht gönnen würde. Der Versuch Laokoons die beiden Söhne zu retten, welche sich um sie gewunden haben gelang nicht und es wurden alle drei getötet.

Diese Wasserschlangen sahen die Trojaner als ein Zeichen, dass die Warnung Laokoons nicht stimmen kann. Sie ließen das Pferd in die trojanische Stadt und wurden überfallen. Der Krieg war verloren.

2.2 Die Vorstellung des Mythos nach Sophokles

Diese geläufigere Version Vergils, einem der bedeutendsten römischen Dichter Augusteischer Zeit, ist nicht die einzige. Eine andere besagt, Laokoon wurde dafür bestraft, dass er als Priester geheiratet habe, zwei Kinder gezeugt und den Tempel Apollons entweiht hat, weil Laokoon mit seiner Frau dort geschlafen habe. Apollon soll daraufhin aus Zorn die zwei Seeschlangen geschickt haben.[3]

3. Lessings Sicht

3.1 Entstehung von Lessings „Laokoon-

Über die Grenzen der Malerei und Poesie“

1755 versuchte Gotthold Ephraim Lessing in Zusammenhang mit der Frage nach der Grenze zwischen Malerei und Poesie den Unterschied in der Darstellung der beiden Künste mit verschiedenen Mitteln darzustellen. In Bezug auf Laokoon meint dies das Aufzeigen seines Todes in verschiedenen Darstellungen der bildenden Künstler und Dichter. Auch Lessings Auseinandersetzung mit Winckelmanns Deutung Laokoons haben einen erheblichen Einfluss auf Lessings Schriften.[4] „Laokoon-Über die Grenzen der Malerei und Poesie“ ist eine zufällig entstandene Aufsatzansammlung von 29 Schriften von denen Lessing als Vorredner fungiert. Lessing liefert nicht allein Aufsätze über die Problematik der Unterscheidung von Kunst und Poesie, auch andere bekannte Namen, wie Harris, Richardson, Diderot, Burke und Shaftesbury haben sich mit der Thematik auseinandergesetzt.[5] Für Lessing ist Laokoon in Bezug auf die Frage der Unterscheidung von Kunst und Dichtung ein beispielhaftes Werk.

Die „Geschichte der Kunst des Altertums“ von Winckelmann, 1763/64 erschienen, war sicherlich eine Irritation für Lessing, da er eine ganz andere Sichtweise hatte. Lessing beschäftigte sich auf der Ebene des „Gedankens“ mit der bildenden Kunst, wogegen Winckelmann die Notwendigkeit in der Anschauung sah.[6]

Lessing wie auch Winckelmann sind jedoch der Meinung, dass es die bildende Kunst gegenüber der Poesie einfacher habe, da sie das Gemeinte genauer abbilden kann. Dies nennt Lessing auch natürliche Zeichen im Gegensatz zu den willkürlichen Zeichen eines Dichters, die Worte. Lessing meint weiterhin, bildende Künstler können Handlungen nur darstellen, indem sie Körper sichtbar machen und diese Handlungen somit andeuten, wogegen die Dichtung keine Gegenstände darstellen kann, sondern nur Handlungen. Das macht den Unterschied der beiden Künste aus. Die Dichtung versucht Handlungen zu schildern, ihr gelingt dies jedoch nur ansatzweise, wobei die bildende Kunst versucht einen prägnanten Augenblick einer Handlung darzustellen. Schwieriger hat es jedoch die Dichtung, da diese durch willkürliche Zeichen nicht genau abbilden kann was sie darstellt, sondern die Worte genau wählen muss, während die Kunst durch natürliche Zeichen genau darstellen kann was ihr so bedeutend erscheint.[7] Für Lessing ist klar, dass die Dichtung es zwar schwerer hat, die willkürlichen Zeichen jedoch nur in natürliche umgewandelt werden müssen, die Gedanken und Gefühle, um ein gerechtes Abbild, ein Kunstwerk zu schaffen, welches es mit den bildenden Künsten nicht nur aufnehmen könne, sondern sie sogar überragt.[8]

[...]


[1] Geisler, Adolf S. 21ff

[2] Vergilius, Aeneis Z. 48f

[3] Robert, Carl, S. 206f

[4] Fick, Monika S. 216

[5] Stierle, Karlheinz S. 38

[6] Fick, Monika S. 222ff

[7] Vgl. Ebd. S. 226

[8] Nisbet, Hugh, Barr, S. 417ff

Details

Seiten
12
Jahr
2008
ISBN (eBook)
9783640871292
ISBN (Buch)
9783640871452
Dateigröße
489 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v168987
Note
Schlagworte
Laokoon Lessing

Autor

Zurück

Titel: Die Wirkung der Laokoon-Statue auf die Kunsthistoriker, insbesondere auf Lessing