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Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung im Schulunterricht

Symptome, Erkennung und Fördermaßnahmen zur Prävention

Seminararbeit 2011 18 Seiten

Pädagogik - Pädagogische Psychologie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffsklärung

3. Erkennung und Symptome im Unterricht
3.1. Unaufmerksamkeit – Konzentrationsprobleme
3.2. Impulsivität
3.3. Hyperaktivität

4. Interventions- und Fördermaßnahmen im Unterricht
4.1. Abstimmung der Unterrichtsgestaltung und des Lehrstils
4.2. Umgestaltung der Lernumgebung

5. Fazit

6. Literatur- und Quellenverzeichnis

1. Einleitung

Zunächst beinhaltet das Thema meiner Seminararbeit das Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom mit einer Hyperaktivitätsstörung aus dem besonderen Gesichtspunkt der Pädagogik. Meine Seminararbeit konzentriert sich speziell auf Kinder mit einer ADHS bezogen auf den Schulunterricht. Es wird der Frage nachgegangen, was zunächst unter einer Aufmerksamkeitsdefizitstörung zu verstehen ist und welche Arten und Ausprägungen man unterscheidet.

Die zentralen Hypothesen, welche ich in meiner Seminararbeit behandele sind folgende: Kinder mit einer ADHS haben erhebliche Konzentrations- und Aufmerksamkeitsschwächen und neigen zu einer Hyperaktivität. Es ist ihnen über einen längeren Zeitraum nicht möglich Unterrichtsinhalte aufzunehmen. Eine weitere These, die ich in meiner Seminararbeit aufgreife ist, dass Kinder mit einer ADHS eine spezielle Förderung im Unterricht brauchen. Es ist häufig so, dass diese Kinder den Unterricht massiv stören, da sie durch ihre Symptome, antisoziale Verhaltensweisen aufweisen - nur ist dies wirklich von diesen Kindern gewollt? Des Weiteren gehe ich explizit auf die Fördermaßnahmen im Unterricht ein, hauptsächlich wie ein guter Unterricht absolviert werden kann, wenn Kinder mit ADHS in der Klasse sind.

Dazu muss ich sagen, dass dies ein vielseitiges Thema ist – damit meine ich, dass mit der Beantwortung der Hypothesen und Fragestellungen noch viele weitere Sachverhalte berücksichtigt werden könnten, die aber den Rahmen dieser Seminararbeit übersprengen würden. Daher gehe ich nur auf die genannten Themen ein.

Zur Methodik kann gesagt werden, dass ich im Kapitel zwei den Begriff des Aufmerksamkeitsdefizitsyndroms näher erkläre und Arten und Ausprägungen darlege. Das dritte Kapitel ist der Hauptteil und beschäftigt sich im speziellen mit den Symptomen und die Erkennung von ADHS Kinder im Unterricht. Insbesondere werden Symptome der Unaufmerksamkeit, der Impulsivität und der Hyperaktivität dargestellt, wonach die Lehrer ADHS Kinder erkennen können.

Im vierten Kapitel geht es um spezielle Interventions- und Fördermaßnahmen im Unterricht. Dort gehe ich der Frage nach, wie ein Unterricht gestaltet werden sollte, um die Kinder optimal zu fördern.

Schließlich folgt zuletzt ein ausführliches Fazit und die Zusammenfassung der neuen gewonnenen Erkenntnisse, speziell bezogen auf den Unterricht.

Mein Hauptliteratur sind die Bücher von Annette Schröder „ADS in der Schule“ und die Handreichung von Imhof, Skrodzki und Urzinger „Aufmerksamkeitsgestörte, hyperaktive Kinder und Jugendliche im Unterricht“. Als weiteres Werk nutze ich das Potsdamer Studienheft von Goetze. Überdies nutze ich die Internetquelle www.adhs.de.

2. Begriffserklärung

Um den Begriff des ADS oder AD(H)S zu verstehen ist es notwendig zunächst eine Definition darzulegen. Der Pschyrembel, ein medizinisches Lexikon definiert ADS folgendermaßen: „Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom: engl. minimal brain syndrome; Verhaltensstörung mit Aufmerksamkeits- u. Konzentrationsstörung, Impulsivität, mangelnder Frustrationstoleranz und evtl. motorische Hyperaktivität (sog. Hyperaktives Syndrom).“[1] Bei dieser Definition werden zwei Dinge berücksichtigt. Zunächst wird das ADS, das Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom erklärt und auch Symptome genannt, die für diese Personen spezifisch sind. Des Weiteren wird auf die eventuelle motorische Hyperaktivität hingewiesen. Bei dem ADHS ist ebenfalls ein Aufmerksamkeitsdefizit vorhanden, dennoch ist hier eine Hyperaktivität markant.

Zusammenfassend lässt sich sagen es mehrere Begriffe und Abkürzungen für diese Problematik gibt, die gebräuchlichsten sind:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Es ist kennzeichnet für ein AD(H)S, dass wenn Schüler darunter erkrankt sind, eine normale Entwicklung nicht möglich ist. Konzentrationsprobleme sind oftmals so stark, dass ihre wirklichen geistigen Fähigkeiten und Fertigkeiten, nicht ausgenutzt werden. Dabei ist entscheidend, dass es zwischen den Aufmerksamkeitsgestörten Kindern erhebliche Unterschiede in ihrer Ausprägung gibt. Zimmermann beschreibt daher, dass Syndrom als „ … unzutreffend, mindestens aber irreführend. Er impliziert nämlich, dass die Betroffenen unaufmerksam seien. Daher könnte man vermuten, dass sie mit entsprechendem Willen bewusst dagegen steuern könnten, wenn sie nur wollten. Dem ist aber nicht so. Vielmehr folgen die Patienten vielfältigen inneren und äußeren Wahrnehmungen und Gedanken gleichzeitig, denen sie aber unkontrollierbar ausgesetzt sind.“[2] Die Kinder sind demnach im Koordinationsprozess erheblich eingeschränkt. Des Weiteren muss hinzugefügt werden, dass es nicht die Aufmerksamkeitsdefizit- Hyperaktivitätsstörung gibt, sondern sich diese in ihrer Ausprägung stark unterscheidet. So kann die Fokussierung, die Selektierung, die Aufmerksamkeitsspanne und der Ablenkbarkeitswiderstand des Kindes leicht bis schwerwiegend eingeschränkt sein.

3. Erkennung und Symptome im Unterricht

Im diesem Kapitel soll erklärt werden, inwieweit Schüler mit einer ADHS im Unterricht erkannt werden können. Entscheidend ist dabei, dass der Lehrer nicht befugt ist, ein Kind als AD(H)S gestört zu diagnostizieren. Diese Aufgabe obliegt nur dem Neurologen in Verbindung mit einem Psychologen. Um ADHS zu erkennen bedarf es ein wenig Feingefühl des Lehrers.

Einige Schüler sind quicklebendiger als andere und jeder Schüler ist irgendwann einmal oder öfter sehr aufgewühlt oder unruhig und kann sich weniger oder nicht konzentrieren. Schüler mit ADS bzw. ADHS unterscheiden sich jedoch in ihrer Ausprägung. Wie Zimmermann bereits beschrieb, sind die Schüler ihren Reizen und äußeren medialen Einflüssen frei ausgesetzt. Es ist bei diesen Schülern so, dass sie sich in ihrem Ausmaße bzw. Ausprägung in drei Bereichen zeigt.

Zunächst kennzeichnet sind die erheblichen Aufmerksamkeits- und Konzentrationsschwächen, dass impulsive Verhalten und die körperliche Unruhe. Es kann gesagt werden, dass dies die Basismerkmale eines ADHS Kindes sind, die folglich näher erläutert werden.

3.1. Unaufmerksamkeit – Konzentrationsprobleme

Bezogen auf die Konzentrationsschwächen kann gesagt werden, dass diese als altersunangemessen gesehen werden können. Allerdings muss hier differenziert werden, denn „ … jedes Kind zeigt Unaufmerksamkeit und von einem Aufmerksamkeitsproblem spricht man erst, wenn Dauer, Häufigkeit und Intensität in Abhängigkeit von der Anforderungssituation zusammenkommen.“[3] Hinzufügen muss man dass Konzentrationsschwächen und der Ablenkbarkeitswiderstand einander bedingen. Ein Schüler mit einer ADHS ist durch die Unkonzentriertheit erheblichen „ (…) visuellen, auditiven, phantasiebezogene und somatischen Ablenkungsreizen“[4] ausgesetzt. Visuelle Ablenkungsreize sind dadurch gekennzeichnet, dass ein Stimulus, der mit der in Angriff genommenen Aufgabe nicht zusammenhängt und auf den das Kind reagiert, als gehörte er zur Aufgabe. Wie auch Zimmermann sagt Götze, dass das Kind den Reizen hilflos ausgeliefert ist.

Auditive Ablenkungsreize sind dadurch gekennzeichnet, dass das Kind beim Zuhören sich einen „… akustischen Reiz zuwendet, der mit der Zuhöraufgabe in keinem Zusammenhang steht.“[5] Dabei spielen phantasiebezogene Ablenkungsreize zu den internen Ablenkern, wie sie sich beispielsweise in Tagträumen äußern und zu den somatisch bedingten Reizen kann ein „Juckreiz oder ein Hunger- oder Durstbedürfnis“[6] zählen. Als Folge der anhaltenden und dauerhaften Konzentrationsschwächen und der mangelnden motorischen, vor allem der feinmotorischen Fähigkeiten, ist die Qualität der erledigten Aufgaben sehr schlecht. Eine weitere Folge dieser Unkonzentriertheit ist zu sehen, dass diese Kinder, aufgrund der mangelnden Beherrschbarkeit des eigenen Körpers, mangelhafte Problemlösestrategien haben.

3.2. Impulsivität

Das Kind ist nicht bereit sich auf die Aufgabe einzulassen. Daher kommt es zu einer „vorschnellen, unüberlegten“[7] Aufgabenbearbeitung, wo sich meistens Fehler einschleichen. Als Ursache dieser vorschnellen Reaktion ist die Impulsivität zu betrachten. Impulsivität gilt als weiteres markantes Symptom, wobei es sich hier um „verkürzte, ineffiziente Problemlösungsprozesse, oder lerntheoretisch: um die Unfähigkeit, eine Response, vor allem eine verbale Response, zurückhalten zu können („Handeln ohne zu denken“)[8] handelt. Diese Impulsivität äußert sich darin, dass das Kind demzufolge nicht abwarten kann, dass es ungeduldig ist, dass es mit seinen Aufgaben schnell fertig werden will, auch wenn diese nicht ordentlich erledigt sind. Die Impulsivität zieht im schulischen Kontext oft negative Konsequenzen für das Kind nach sich.

Es wird mit allen Aufgaben, bei denen es auf ein Abwägen und Aufschieben der Reaktion ankommt, Probleme haben. Ausgeprägt ist vor allem, dass das Kind oftmals in die Klasse ruft, obwohl es unzählige Male an die Regel erinnert worden ist, sich zu melden. „Es piekst seinem Nachbarn die Bleistiftspitze in den Arm, ohne ihm eigentlich etwas Böses antun zu wollen.“[9] Impulsivität zieht des Weiteren auch Desorganisation nach sich, der Arbeitsplatz sind äußere Zeichen dafür. Beim Merkmal der Desorganisiertheit handelt es sich um Unordnung der Verhaltens- und Handlungsabläufe, oftmals werden Hausaufgaben vergessen und sie gehen mit ihren Besitztümern nachlässig um.

Mit dieser Impulsivität und dieser Unkontrolliertheit ist es so, dass sich daher das Kind in der Klassengemeinschaft nicht integrieren kann, da sie im Umgang mit anderen aggressiv wirken und können daher auch schlecht die Intensität ihrer Reaktion dosieren.[10] Durch das Dazwischenrufen kann es auch sein, dass sich die Lehrkräfte genervt fühlen, da die Kinder eine „... geringe Frustationstoleranz, kaum vorhandenen Bedürfnisaufschub, geringe Fähigkeit, Regeln einzuhalten, permantes Störverhalten, emotionale Labilität …“ [11] haben.

Mit der Impulsivität kann bei diesen Kindern daher auch eine Unfähigkeit zum Konsumaufschub zusammenhängen, da das Kind Angebote unbedingt und sofort in Besitz nehmen möchte. Dies führt, wie bereits geschildert, zu einer Desorganisation des Kindes und zu Problemen sich innerhalb einer Klassengemeinschaft zu integrieren.

[...]


[1] Pschyrembel Klinisches Wörterbuch, 2007.

[2] Zimmermann, 2001, S.3.

[3] Götze, 1998, S.32.

[4] Götze, 1998, S.32ff.

[5] Ebenda.

[6] Ebenda.

[7] Imhof, Skrodzki und Urzinger 2007, S.21.

[8] Götze, 1998, S.34ff.

[9] Ebenda.

[10] Imhof, Skrodzki und Urzinger 2007, S.22.

[11] Ebenda S.23.

Details

Seiten
18
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783640868988
ISBN (Buch)
9783640868742
Dateigröße
707 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v168911
Institution / Hochschule
Universität Potsdam
Note
1,0
Schlagworte
aufmerksamkeitsdefizit-hyperaktivitätsstörung schulunterricht symptome erkennung fördermaßnahmen prävention

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Titel: Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung im Schulunterricht