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Die zunehmende Bedeutung der Beratung in der Lerngesellschaft

Hausarbeit 2010 14 Seiten

Pädagogik - Erwachsenenbildung

Leseprobe

Gliederung

1. Die Wichtigkeit der Beratung in der von Transformation geprägten Gesellschaft

2. Formen und Einsatzfelder der Beratung in der Erwachsenenbildung
2.1 Beratung – Viele Formen, ein übergeordnetes Ziel
2.2 Aufgabenfelder der Weiterbildungsberatung

3. Die moderne Beratung
3.1 Moderne Informationssysteme und e-Beratung
3.2 Neue Möglichkeiten und Risiken

4. Ausblick in die Zukunft der Beratung

5. Reflexionsbericht zum Referat „Professionell Lehren, Beraten und Organisieren“

6. Literaturverzeichnis

1. Die Wichtigkeit der Beratung in der von Transformation geprägten Gesellschaft

Blickt man auf unsere heutige Gesellschaft, so wird man schnell feststellen, dass die Menschen Transformationsprozesse durchgemacht haben und immer noch durchmachen, die prägnanten Einfluss auf ihr Leben haben. Sei es nun der Wandel der Identität, die zunehmende Mobilität, die individuelle Biographisierung, das Verständnis vom lebenslangen Lernen oder der Wandel der Geschlechterrollen, überall stoßen die Menschen auf Veränderungen, neue Herausforderungen und auch Probleme, mit welchen sie sich auseinandersetzen müssen (vgl. Macha 2010, S.1).

Dieser Mensch in unserer modernen Gesellschaft ist daher auf seinem Lebensweg zunehmend verunsichert und bedarf der Unterstützung und der Hilfe. Somit stellt die Beratung heute eine adäquate Hilfeform dar und ist „… eine der wichtigsten Methoden sozialer, sozialpädagogischer und psychosozialer Arbeit“ (Sickendiek, Engel, Nestmann 2008, S.13). Beratung stellt hierbei keineswegs ein neues Thema dar, allerdings hat sie „vor dem Hintergrund der Individualisierung von Bildungs- und Berufsbiografien und der Programmatik des lebenslangen Lernens … für das Feld Bildung, Beruf und Beschäftigung enorm an Bedeutung gewonnen“ (Schiersmann, in Tippelt, Hippel 2009, S.747). Gerade im Bereich der Erwachsenenbildung ist Beratung heute wichtiger denn je und findet vor allem zunehmend mehr praktischen und professionellen Einsatz als früher. Die Beratung hat heutzutage im Zuge der gesellschaftlichen Transformation zur Lern- und Wissensgesellschaft sogar weitaus mehr Aufgaben als bloße Unterstützung und Hilfe. Schon vor knapp 50 Jahren wurde erkannt, „… dass sich innerhalb der Erwachsenenbildung in Zukunft mehr und mehr die Beratung als besondere Form der Bildung durchsetzen wird“ (Pöggeler 1964, zitiert nach Knoll 2008, S.9).

In dieser Arbeit möchte ich zunächst auf die verschiedenen Arten und Formen der Beratung eingehen sowie natürlich auf die Zielsetzung der Beratung. Außerdem möchte ich die speziellen Aufgabenfelder der Weiterbildungsberatung näher erklären, wobei auch deutlich werden soll, dass Beratung zu Recht einen der vier wichtigen Bereiche der modernen Erwachsenenbildung darstellt (vgl. Macha 2010, S.2). Des Weiteren gehe ich auf die modernen Formen der Beratung wie beispielsweise die e-Beratung ein um anschließend die Möglichkeiten, aber auch die damit verbundenen Risiken der modernen Beratungsentwicklungen zu erläutern. Abschließend soll noch ein kurzer Ausblick in die Zukunft der Beratung und deren künftige Stellung in der Erwachsenenbildung sowie in unserer Gesellschaft gegeben werden.

2. Formen und Einsatzfelder der Beratung in der Erwachsenenbildung

2.1 Beratung – Viele Formen, ein übergeordnetes Ziel

Sehen wir uns als Erstes die verschiedenen Formen der Beratung an, welche jeweils aus den verschiedensten Gründen, warum, wofür und wie beraten werden muss, resultieren. Das Spektrum ist hier enorm weit gefasst und reicht von der alltäglichen „… alltagssprachliche[n] Bedeutung …, in welche[r] eine Person einer anderen einen Rat gibt: `Mach das so und so…`“ (Knoll 2008, S.19) bis hin zur professionellen Berufs- und Weiterbildungsberatung, welche einen wichtigen Bereich der Erwachsenenbildung darstellt und für den gesamten weiteren Lebensweg einer Person entscheidend sein kann. Um es noch einmal zu verdeutlichen: „Beratung ist zunächst eine Interaktion zwischen mindestens zwei Beteiligten, bei der die beratende(n) Person(en) die Ratsuchende(n) – mit Einsatz von kommunikativen Mitteln – dabei unterstützen, in Bezug auf eine Frage oder auf ein Problem mehr Wissen, Orientierung oder Lösungskompetenz zu gewinnen“ (Sickendiek, Engel, Nestmann 2008, S.13). Wie schon erwähnt, nimmt die Beratung hierbei die unterschiedlichsten Erscheinungsformen an und man findet heutzutage professionelle Beratung für fast jeden Lebensbereich: Familienberatung, Eheberatung, Schwangerschaftsberatung, Unternehmensberatung, Erziehungsberatung, Finanzberatung und Berufsberatung, um nur einige zu nennen. Neben der alltäglichen zwischenmenschlichen Hilfe hat die Beratung in unserer Gesellschaft folglich einen wichtigen Platz eingenommen und zählt zudem zu den Grundformen des professionellen pädagogischen Handelns.

Auch mehrere Beratungsdisziplinen lassen sich unterscheiden: psychologische Beratung, soziale Beratung, pädagogische Beratung und psychosoziale Beratung (vgl. ebd. S.15-19). Wie man deutlich erkennen kann ist die Beratung an sich ein sehr weitgefasstes Feld. Doch das stets verfolgte und übergeordnete Ziel der Beratung lässt sich wie folgt verallgemeinern: „… Beratung [zielt] auf die Förderung und (Wieder-) Herstellung der Bewältigungskompetenzen der KlientInnen selbst und ihrer sozialen Umwelt, ohne ihnen die eigentliche Problemlösung abnehmen zu wollen“ (ebd. S.14). Kurz gesagt ist es das Ziel jeglicher Beratungsformen den Ratsuchenden mit kommunikativen Mitteln und der gemeinsamen Erarbeitung von Entscheidungshilfen zur Selbsthilfe zu befähigen.

2.2 Aufgabenfelder der Weiterbildungsberatung

Gehen wir nun, nachdem wir einen Überblick über die verschiedenen Formen von Beratung und deren Ziel gewonnen haben, näher auf die expliziten Aufgabenfelder der Beratung in der Berufs- und Weiterbildung ein. Wie bereits angesprochen leben wir gegenwärtig in einer Lerngesellschaft. Besonders bemerkbar macht sich dies im Berufs- und Bildungssektor, in welchem der Mensch heute zahlreichen Abbrüchen, Umstrukturierungen und Neukonstruktionen ausgesetzt ist. „Die Individuen stehen vor der Herausforderung, ihre jeweiligen Bildungs- und Berufsbiographien weitgehend individuell und in eigener Verantwortung zu gestalten bzw. zu ‘konstruieren’“ (Schiersmann, in Tippelt, Hippel 2009, S.748). Somit bedarf es hier natürlich umfassender Beratung um sich im veränderten Berufsleben zurechtzufinden und Weiterbildungsangebote individuell und gewinnbringend nutzen zu können.

Die speziellen Ziele der Weiterbildungsberatung bestehen zum einen darin die Kompetenz einer Person im Hinblick auf die eigene bildungs- und berufbiographische Gestaltung zu erhöhen sowie ein besser qualifiziertes Arbeitskräftepotenzial zu fördern und Ausbildungs- bzw. Berufsabbruchsquoten zu verringern. Zum anderen soll durch Beratung in Berufs- und Weiterbildung nicht nur der Arbeitsmarkt gestärkt werden, sondern auch die Chancen zur sozialen Integration und gesellschaftlichen Teilhabe erhöht werden, indem z.B. Arbeitslosen, Geringqualifizierten und Migranten neue Möglichkeiten aufgezeigt und neue Perspektiven eröffnet werden (vgl. ebd. S.749) und somit ihr gesellschaftliches Image gestärkt wird.

Im Groben lässt sich die Weiterbildungsberatung in zwei Aufgabenbereiche unterteilen: die personenbezogene Beratung und die organisationsbezogene Beratung. Erstere ist direkt an die ratsuchenden Personen gerichtet. Sie lässt sich wiederum unterteilen in die Orientierungsberatung, welche „… in erster Linie … eine Unterstützung bei Weiterbildungs- bzw. Berufsentscheidungen…“ (ebd. S.750) gibt, in die Kompetenzentwicklungsberatung, bei der es vor allem darum geht, die beim Klienten vorhandenen Kompetenzen zu erkennen und weiter zu entwickeln und in die Lernberatung, welche Lernmöglichkeiten aufzeigt, Lernhilfen gibt und zum selbstgesteuerten Lernen anregen soll. Die organisationsbezogene Beratung dagegen richtet sich an die Betriebe, Unternehmen und Institutionen, in denen es der Beratung bedarf. Sie lässt sich unterteilen in die Qualifizierungsberatung, welche bei der innerbetrieblichen Qualifizierungs- und Weiterbildungsplanung sowie der Erhaltung der Wettbewerbsfähigkeit hilft und in die Organisationsberatung, die sich auf die Beratung von Weiterbildungs- und Beratungsinstitutionen selbst richtet (vgl. ebd. S.750f.).

Betrachtet man abschließend die Weiterbildungsberatung im Ganzen, so wird deutlich, dass sie gerade in unserer heutigen Lerngesellschaft eines der essentiellsten und meistgeforderten Aufgabenfelder der Erwachsenenbildung konstituiert. Denn Lernen, Beruf und Weiterbildung sind in der heutigen Zeit eng miteinander verknüpft und „Bildungsberatung ist ein zentrales Element für erfolgreiches Lernen im Lebenslauf“ (BMBF 2008, S.3, zitiert nach Knoll 2008, S.15). Weiterbildungsberatung hilft somit gleichermaßen die Bildungs- und Arbeitsmarktchancen des Einzelnen zu fördern sowie die Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe und Institutionen zu verbessern.

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Details

Seiten
14
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783640867639
ISBN (Buch)
9783640867912
Dateigröße
463 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v168850
Institution / Hochschule
Universität Augsburg – Philosophisch-Sozialwissenschaftliche Fakultät
Note
1,7
Schlagworte
Beraten Beratung Lerngesellschaft Bedeutung Wissensgesellschaft Pädagogik Gesellschaft

Autor

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Titel: Die zunehmende Bedeutung der Beratung in der Lerngesellschaft