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Kinderalltag - Medienalltag. Medienbesitz und Nutzungsverhalten

Diplomarbeit 2000 131 Seiten

Pädagogik - Medienpädagogik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Aufbau und Zielsetzung

3. Begriffserläuterungen
3.1. Alte Medien, neue Medien

4. Kindheit und Medien
4.1. Wandel der Kindheit
4.1.1. Wandel der Familie
4.2. Verschwinden der Kindheit
4.3. Wohnumwelt von Kindern und Verlagerung der Spielorte
4.4. "Terminkindheit" - Freizeitgestaltung von Kindern

5. Medienausstattung
5.1. Medienausstattung in Familien in Abhängigkeit zur sozialen Schicht
5.1.1. Medienbesitz von Kindern in Abhängigkeit zur sozialen Schicht der Eltern
5.2. KIM 90 und KIM 99
5.2.1. Medienausstattung in Familien (KIM 90/ KIM 99)
5.2.2. Ausstattung der Kinderzimmer mit Medien

6. Medienerziehung der Eltern
6.1. Einstellungen der Eltern zu bestimmten Tätigkeiten ihrer Kinder
6.2. Das Vorbildverhalten der Eltern im Umgang mit Medien
6.3. In welchen Situationen nutzen Kinder Medien?

7. Bücher, ein Medium des Kindes
7.1. Buchbesitz von Kindern
7.2. Leseentwicklung von Kindern und Motivation zum Lesen
7.3. Die Nutzung des Bilderbuches durch Kinder
7.4. Benutzung von Büchern durch Schulkinder
7.5. Präferierte Buchgenres
7.5.1. Nutzung von Comics und Zeitschriften

8. Bildschirmreize
8.1. Anziehungskraft des Bildschirms
8.2. Situationen, in denen Kinder fernsehen
8.3. Einfluß des Lebensumfeldes auf die Mediennutzung
8.3.1. Medienerfahrungen ersetzen Naturerfahrungen
8.3.2. Verkümmerte Erlebnisfähigkeit durch Überfürsorge

9. Fernsehnutzung von Kindern
9.1. Reichweiten und Nutzungsgewohnheiten
9.2. Entwicklung der durchschnittlichen Sehdauer in den letzten acht Jahren
9.2.1. Wenigseher, Vielseher, Exzessivseher
9.2.2. Vielseher, ein Problem der unteren Sozialschichten
9.3. Entwicklung der Verweildauer
9.4. Fernsehnutzung nach verschiedenen Wochentagen und Jahreszeiten
9.5. Vorbehalte der Eltern gegenüber kindlichem Fernsehkonsum

10. Wahrnehmung und Verständnis von Kindern beim Fernsehen
10.1. Säuglinge und Kleinkinder
10.2. Vorschulkinder (3 bis 5 Jahre)
10.3. Grundschulkinder (6 bis 9 Jahre)
10.4. Schulkinder (10 bis 13 Jahre)
10.5. Aufmerksamkeit beim Fernsehen
10.5.1. Phasen der Aufmerksamkeit und Filmerleben bei Kindern
10.5.2. Aufmerksamkeitsbeeinflussende Faktoren
10.6. Zusammenfassung über Wahrnehmung von Kindern beim Fernsehen

11. Programmpräferenzen in Abhängigkeit zum Entwicklungsstand
11.1. 3- bis 4jährige
11.2. 5- bis 7jährige
11.3. 8- bis 9jährige
11.4. 10jährige
11.5. Spannung und Action im Kinderprogramm
11.5.1. Möglichkeiten der Bewältigung

12. Zeichentrickfilme
12.1. Was Kinder an Zeichentrick mögen
12.2. Hauptthemen in Zeichentricksendungen
12.3. Zeichentrick als Gefahr für Kinder

13. Helden der Kinderwelt
13.1. Identifikation mit Helden
13.2. Geschlechterverhältnisse im Fernsehen
13.2.1. Weibliche Helden
13.3. Zusammenfassender Überblick über das Geschlechterverhälnis im Fernsehen

14. Auswirkungen des Fernsehens
14.1. Auswirkungen verschiedener Medien auf das Erinnerungsvermögen
14.2. Auswirkungen verschiedener Medien auf die Vorstellungskraft und Kreativität von Kindern
14.3. Schlußfolgerung

15. Sinnvoller Umgang mit Medien
15.1. Tips für den Umgang mit dem Fernseher

16. Abschließend

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

In der Öffentlichkeit wird in regelmäßigen Abständen die Diskussion über die heutige „Medienkindheit“ laut. Einen Tag ohne Medien kann sich im 21. Jahrhundert kaum noch jemand vorstellen. Die mediale Durchdringung im Familien- und Freizeitbereich ist in den letzten Jahren extrem fortgeschritten. Das Radio am Morgen, die Zeitung beim Frühstück, der Computer am Arbeitsplatz und der Fernseher nach Feierabend ­ Medien sind in unserer modernen Gesellschaft zum ständigen Begleiter geworden. Selbst Kleinkinder haben sich zu einer immer wertvolleren Zielgruppe in der neuen wettbewerbsorientierten Medienlandschaft entwickelt. Sie werden immer früher, oft schon im Säuglingsalter, mit den verschiedensten Medien konfrontiert. Das hat zur Folge, daß, Kinder heute in einer „(...) sich schnell verändernden Medienlandschaft auf[wachsen], deren Ausmaß und Grenzen noch keiner genau zu überblicken vermag.“[1]

Besonders Eltern und Pädagogen befürchten, daß durch den Einzug der „Teletubbies“, „Pokémon“ und „Sailor Moons“ in die Kinderzimmer die natürliche Entwicklung gefährdet sei. Sogar vom „Verschwinden der Kindheit“ durch Medien ist die Rede.

Was ist dran an den Vorwürfen, Kinder würden zum Spielball der Medien? Ja, die Kindheit löse sich auf durch die Enttabuisierung aller Themen der Erwachsenenwelt, wie es der amerikanische Medienökologe Neil Postman befürchtet.

Sind die Vorwürfe, daß Medienerfahrungen Naturerfahrungen und Sekundärerfahrungen Primärerfahrungen ersetzen müssen haltbar?

Seit den 50er Jahren beschäftigt man sich in Deutschland mit Forschungen zum Thema Medienwirkung. Die Ergebnisse fallen sehr unterschiedlich aus.

Mein eigenes Interesse an diesem Thema ergibt sich aus meinen Erfahrungen, die ich selbst immer wieder mit Kindern und deren Medienerlebnissen mache. So

kann ich immer wieder beobachten, wie Medieninhalte und Medienhelden das Spiel von Kindern beeinflussen und weitgehend bestimmen.

Auch ich sehe ein Problem für Kinder, deren eigene Erfahrungen durch erhöhten Medienkonsum immer weiter zurückgedrängt werden.

In meinem Umfeld wird mir immer wieder deutlich, daß selbst Erwachsene nicht vor der Anziehungskraft, die Fernseher, Spielkonsolen, Computer und das Internet auszuüben scheinen, gefeit sind. Wenn ein angemessener Umgang mit Medien selbst für Erwachsene nicht immer einfach ist, wie kann er es dann für Kinder sein?

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich in erster Linie mit dem Medium Fernsehen, das seine Attraktivität, auch durch die immer weiter wachsende Medienlandschaft, nicht verloren hat. Im Gegenteil, man kann es sowohl bei Erwachsenen, als auch bei Kindern noch immer als das Leitmedium bezeichnen. Neben dem Fernsehen, soll die Beschäftigung von Kindern mit Printmedien und auditiven Medien nicht ganz außer acht gelassen werden.

Ich möchte mich in meiner Diplomarbeit mit den folgenden Gesichtspunkten auseinandersetzen:

Was ist Kindheit, wie hat sie sich verändert?

Welche Faktoren spielen eine Rolle für den Umgang mit Medien? Welchen Einfluß üben Eltern beim Gebrauch von Medien aus? Was sind besondere Vorlieben bei der Benutzung von Medien? Gibt es schichtspezifische, geschlechtsspezifische oder altersspezifische Unterschiede? Hat sich der Fernsehkonsum von Kindern in den letzten Jahren verändert?

Wieviel Gewalt vermitteln Medien, insbesondere Zeichentricksendungen? (An dieser Stelle möchte ich darauf hinweisen, daß das Thema: „Gewaltdarstellungen im Fernsehen und ihre Wirkung auf Kinder“ sehr umfangreich ist und eine ausführliche Auseinandersetzung den Rahmen meiner Arbeit sprengen würde.) Welche Gefahr besteht beim Umgang mit Medien? Wie kann sinnvoll mit Medien umgegangen werden?

2. Aufbau und Zielsetzung

An den Anfang meiner Arbeit habe ich eine klare Definition der Begriffe „Medien“ bzw. „Massenmedien“ gestellt, die den Einstieg in das Thema erleichtern sollen (Kapitel 3).

Die Betrachtung der Kindheit, die Gegenstand des 4. Kapitels ist, erscheint mir unerläßlich, um zu zeigen, wie Medien sich auf den heutigen Kinderalltag auswirken. Es soll dargestellt werden, wie sich der Begriff Kindheit in den letzten Jahrhunderten gewandelt hat und auch heute noch Veränderungen unterworfen ist. Auch das soziale Umfeld und die Wohnumwelt, in der Kinder heute leben, spielt eine entscheidende Rolle für den Umgang mit Medien.

Im 21. Jahrhundert verfügt praktisch jeder deutsche Haushalt über mindestens ein Fernsehgerät und auch die Ausstattung mit anderen Medien nimmt ständig zu. Um die rasche Verbreitung der Medien aufzuzeigen ist die Ausstattung der Haushalte mit Medien und der Eigenbesitz der Kinder selbst Gegenstand des 5. Kapitels.

Des weiteren beschäftige ich mich mit den ersten Erfahrungen, die Kinder mit Medien machen, da diese zu einem immer früheren Zeitpunkt stattfinden. Der Fernseher wird heute schon bei Kleinkindern als „technischer Babysitter“ eingesetzt.

Welche Faktoren Kinder im Umgang mit Medien beeinflussen, inwieweit das Vorbildverhalten der Eltern eine Rolle spielt sind Themen, die in Kapitel 6 behandelt werden.

Ich möchte vor allem den Umgang mit Printmedien im Gegensatz zum Umgang mit dem Fernsehen in den Vordergrund stellen, da hier immer wieder eine Konkurrenz vermutet wird (Kapitel 7). Auf dieser Grundlage werde ich als Beispiel für ein präferiertes Buchgenre, das Kinderbuch „Harry Potter“ vorstellen.

Wie Bildschirmreize wirken, in welchen Situationen und in welcher Form Kinder den Fernseher nutzen, ist Gegenstand des achten Kapitels.

Da Kinder im Gegensatz zu Jugendlichen und Erwachsenen Medien anders wahrnehmen, ist es in meinem Interesse, diese Unterschiede darzustellen. In diesem Zusammenhang stehen auch geschlechtsspezifische, altersspezifische und

schichtspezifische Faktoren im Blickfeld, auf die ich detailliert eingehen werde (Kapitel 9-11).

In einem separaten Kapitel (Kapitel 12) widme ich mich dem Genre Zeichentrick, einer präferierten Programmsparte von Kindern. Mein Ziel ist es, herauszuarbeiten, warum Kinder Zeichentrick bevorzugen und wo mögliche Gefahren sind. Ich habe die Sendung „Pokémon“ als Beispiel ausgewählt, da sie zur Zeit die beliebteste Zeichentrickserie von Kindern ist.

Kinder suchen sich bestimmte Rollen im Fernsehen als Identifikationsmuster. Welche das sind und wie es um das Geschlechterverhältnis im Fernsehen steht, möchte ich in Kapitel 13 erläutern.

Des weiteren möchte ich die Frage nach möglichen Auswirkungen des Fernsehens auf Phantasie und Kreativität diskutieren (Kapitel 14).

Den Abschluß meiner Arbeit bildet die Frage nach dem sinnvollen Umgang mit Medien (Kapitel 15).

3. Begriffserläuterungen

3.1. Alte Medien, neue Medien

Der Begriff „Medien“ bezeichnet seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts alle schriftlichen, bildlichen und/oder akustischen Träger und Vermittler von Informationen (Nachrichten, Bildung und Unterhaltung) sowie soziale Organisationen und Institutionen, die Informationen vermitteln.[2]

Im allgemeinen steht der Begriff für alle Presseerzeugnisse (Tages-, Wochenzeitungen, Zeitschriften), Hörfunk, Fernsehen, Video, Film und alle anderen Angeboten, die Informationen überbringen, die allen Menschen zugänglich sind (allerdings durch gesellschaftliche Regelungen, wie Jugendschutzgesetz beschränkt). Eingeschlossen sind Unterhaltungsmedien wie Bücher, Schallplatten und CD`s.

„Massenmedien“ richten sich an ein anonymes Publikum, während „Individualmedien“, wie das Telefon, die Kommunikation zwischen einzelnen Menschen ermöglichen.

Medien lassen sich in Gruppen unterteilen, je nach verwendeter Technologie

(z. B. Printmedien/elektronische Medien), nach den Funktionen oder nach den Sinnesbereichen, die von ihnen angesprochen werden (akustische oder optische Medien). Besondere Bedeutung haben die audiovisuellen Medien gewonnen, die gleichzeitig Sprach-, Ton- und Bildsignale vermitteln (Fernsehen).

Mit dem Begriff „neue Medien“ sind speziell die Informationsträger gemeint, die eher individuell und interaktiv genutzt werden können (z. B. Computer, Internet, Pay-TV). Das Auftreten neuer Medien wird in der Regel von den Befürchtungen begleitet, daß die vertrauten „alten Medien“ verdrängt würden.[3] Dies trifft insbesondere für das Medium Buch zu, was immer wieder als gefährdet betrachtet wird, auch wenn es sich bisher erfolgreich gegen Rundfunk, Film, Fernsehen und auch das Internet behaupten konnte. Medienkonkurrenz endet fast immer in einem

Neben- und Miteinander der „alten und neuen Medien“.[4]

Medien bestimmen einen immer größer werdenden Teil der Wirklichkeitswahrnehmung des Menschen, deshalb wird die heutige Gesellschaft auch oft als „Mediengesellschaft“ bezeichnet.

Neben positiven Eigenschaften, wie Unterhaltung und Versorgung der Bevölkerung mit Nachrichten, werden seit Mitte der 50er Jahre den Medien auch negative Einflüsse auf die Gesellschaft nachgesagt. Nicht nur die Nivellierung von Bildungs- und Kulturstandards, der Verlust von unmittelbaren Erfahrungen, sondern auch die zunehmende Passivität durch Informations- und Reizüberflutung auf seiten der Rezipienten ist Gegenstand der Diskussion.

Den Medienanstalten wird vorgeworfen, ihre Informations- und Bildungsaufgaben zu vernachlässigen und statt dessen durch Unterhaltung, Werbung und Kommerz zu ersetzen.

Tatsächlich hat sich der Mediengebrauch, sowie die Ausstattung der Haushalte mit Medien in den letzten Jahren enorm verstärkt.

4. Kindheit und Medien

Im heutigen Informationszeitalter, in dem Medien aller Art eine wesentliche, wenn nicht zentrale Rolle für das Aufwachsen spielen, befürchten Eltern und Pädagogen eine zunehmende Mediatisierung des Kinderalltags.

Die Sorge wird laut, daß Medien, die in unserer Gesellschaft zum alltäglichen Leben gehören und auch für Kinder immer präsent sind, diese wie ein Spinnennetz umgarnen. Ein Tag in der Familie ohne Medien? Das erscheint fast undenkbar.

Welche Rolle Medien im Alltag von Kindern wirklich zukommt, läßt sich nicht nur an der Häufigkeit und Dauer der Mediennutzung festmachen. Um das ganze Ausmaß zu begreifen, muß der gesamte Kinderalltag, der sich in den letzten Jahrhunderten stark gewandelt hat, aber auch heute noch Veränderungen unterworfen ist, in die Diskussion aufgenommen werden. Das heißt, der Alltag von Kindern „(...) im Geflecht so unterschiedlicher Mediennutzungsmöglichkeiten (...)“[5] muß in die Betrachtung einbezogen werden.

In diesem Zusammenhang muß danach gefragt werden, wie Kinder heute aufwachsen, also wie ihr Alltag aussieht und wie sich das Familienleben und ihre Freizeit gestaltet. Die Betrachtung von Kindheit und Familie ist auch deshalb nötig, da es die Aufgabe der Familie ist, als früheste und wichtigste Instanz für Medienerfahrungen, sich mit dem immer weiter wachsenden Medienangebot auseinanderzusetzen und damit zu arrangieren.

Vor allem die Familien bilden den Ausgangspunkt und die Grundlage für eine lebenslange Medienkompetenz, die aus dem wie auch immer gearteten Umgang der Familie mit Medien resultiert. Von besonderer Bedeutung beim Medienkonsum ist das Vorbildverhalten der Erwachsenen, insbesondere der Eltern, die durch bestimmte Zugangsregelungen zu Medien den Konsum von Kindern lenken.

4.1. Wandel der Kindheit

Bei der Betrachtung der heutigen Kindheit fällt auf, daß Kindheit, wie wir sie zum Beginn des 21. Jahrhunderts verstehen, nämlich als Schutz- und Schonraum und vor allem als Phase, die sich deutlich vom Erwachsenensein abhebt, noch nicht lange existiert.

Der Begriff der Kindheit entstand im 18. und 19. Jahrhundert, als die Gesellschaft erkannte, daß Kinder nicht mit kleinen Erwachsenen gleichzusetzen sind. Bis dahin unterschieden sich Kinder weder im äußeren Erscheinungsbild von Erwachsenen, denn sie trugen die gleiche Kleidung, noch in ihren Tätigkeiten.[6] Allein die Lebensphase der Säuglinge und Kleinkinder hob sich von der der Erwachsenen ab, da sie in dieser Phase nicht ohne fremde Hilfe existieren konnten. Doch waren die Kinder dem Säuglingsalter entwachsen, wurden sie den Erwachsenen gleichgestellt und erlernten wie sie ein Handwerk.

Man sah Kinder nicht als eigene Persönlichkeiten mit individuellen Gefühlen und Bedürfnissen. Sie wuchsen mit einer Vielzahl von Geschwistern auf, so daß ein einzelnes Kind nur selten aus der Reihe der Geschwister hervortrat.[7]

Kindheit, nach Baa name="_ftnref8" title="">[8], ist seitdem einem ständigen Wandel unterworfen. Dies wird schon deutlich, betrachtet man die seiner Großeltern, Eltern und seine eigene Kindheit.[9] Kinder sind heute der Mittelpunkt der Familie, um den sie sich organisiert. Sie werden nicht mehr als „Menschen in Entwicklung“, sondern als „Personen aus eigenem Recht“ gesehen.[10] Kinder werden nicht mehr aus dem Blickwinkel der Erwachsenen betrachtet, sondern die Perspektive der Kinder selbst steht im Mittelpunkt der Betrachtung. Eltern versetzen sich heute in die Bedürfnisse von

Kindern, die sich von ihren eigenen unterscheiden. Dies hat das Verständnis von Kindheit maßgeblich verändert. („Die allzu vertraute Vorstellung von Kindheit als Vorbereitungsphase auf das Leben als Erwachsener, als Sozialisationsphase also, wird erweitert und überlagert von einem Verständnis der Kindheit als kulturellem Muster und als einer gesellschaftlichen Lebensform im historischen Wandel.“)[11] Dem Kind wird heute steigende Aufmerksamkeit gewidmet, es wird in umfassendem Maße umsorgt und betreut. Doch diese medizinischen, psychologischen oder pädagogischen sowie therapeutischen Betreuungs-, Förderungs- und Vorbeugemaßnahmen nehmen manchmal unübersehbare Ausmaße an. Jan-Uwe Rogge spricht von einer Psychologisierung und Pädagogisierung der Kindheit, durch die die Qualität kindlicher Lebensbedingungen nicht unbedingt zunehme.[12] Sorge schlage oftmals in Überfürsorge um, die zu einer ständigen Beobachtung der Kinder durch ihre Eltern führe. Eltern können ihre Kinder nicht loslassen, sie ihre eigenen Erfahrungen machen lassen. Eltern, die sich durch ihre Kinder verwirklichen wollen, stellen Forderungen und Ansprüche, die diese nicht erfüllen können: „Forderung wird zu Überforderung; nicht kindliches Können und Wollen entscheidet, sondern der Erwachsene, der sich durch das Kind verwirklichen will.“[13]

Kindern werden heute aber auch mehr Freiräume zur Selbstbestimmung zur Verfügung gestellt. Sie werden zwar sehr lange von den Eltern unterstützt, sowohl emotional, als auch finanziell, doch im gleichen Maße werden sie früh zur Selbständigkeit erzogen („Kinder werden heute als Akteure aufgefaßt, die eigene Handlungskompetenzen besitzen, die nicht notwendig defizitär zu denen der Erwachsenen sein müssen.“[14] )

Die Beziehung der Eltern zu ihren Kindern hat sich im allgemeinen verändert. Die autoritär geprägte Erziehung ist ersetzt durch eine eher partnerschaftliche. Der

Vater stellt nicht mehr das Oberhaupt und die Autoritätsperson in der Familie dar, unter die sich die gesamte Familie stellen muß.

Nicht nur das Verständnis von Kindheit hat sich in den letzten Jahrhunderten gewandelt und ist auch heute noch Veränderungen unterworfen, sondern im gleichen Zuge auch das Bild vom familialen Zusammenleben.

4.1.1. Wandel der Familie

Wer nach dem Mediennutzungsverhalten von Kindern fragt, muß primär die Bedeutung der Medien für die Familien untersuchen, da hier vor allem der Ausgangspunkt und die Grundlage für eine lebenslange Medienkompetenz erlernt wird.

So wie sich Kindheit gewandelt hat, hat sich auch das Bild der Familie insgesamt verändert. Die bevölkerungsstatistische Entwicklung zeigt einen klaren Trend zur Klein- und Teilfamilie. Das Modell der Großfamilie, bei dem mehrere Generationen unter einem Dach wohnen, existiert kaum noch. Diese Form von Zusammenleben ist heute eher eine Ausnahme und wenn überhaupt, fast nur noch in ländlichen Gegenden zu finden.

Im 21. Jahrhundert sind „normale“ Familien zwar immer noch die Norm, aber nicht mehr zwingend. Untersuchungen vom Deutschen Jugendinstitut in München 1988/89 geben Aufschluß darüber, „daß Kinder mehrheitlich unter betont familienzentrierten Bedingungen aufwachsen und daß mehr als 85 % aller minderjährigen Kinder in sogenannten normalen Verhältnissen leben. Das heißt die Eltern sind miteinander verheiratet und das Kind ist ein leibliches Kind beider Eltern, die mit ihm eine Haushaltsgemeinschaft bilden.“[15]

Und trotzdem verändert sich die Struktur der modernen Gesellschaft. Familie und Ehe verlieren in unserer schnellebigen Gesellschaft, in der ein Trend zu flüchtigen Bekanntschaften ohne Verpflichtungen und Kompromisse besteht, zunehmend an Bedeutung. Die Zahl der Familien, in denen der Vater der Haupternährer ist und die Mutter den Haushalt organisiert und sich um die Kinder kümmert, geht zurück.

Mit ein Grund dafür ist auch, daß die Ehe heute nicht mehr die „(...) einzig legitime Form einer auf Dauer gestellten Mann-Frau-Beziehung, noch der einzig legitime Ort gemeinsamer Sexualität [ist].“[16] Seit einigen Jahren läßt sich eine deutliche Abkehr von der Ehe als einzig mögliche Form des Zusammenleben feststellen. Auch diejenigen, die sich für eine Ehe entscheiden, schieben den Zeitpunkt der Eheschließung immer weiter nach hinten. Baacke spricht von der „(...) Tendenz zur späteren Heirat“[17].

Oft wird erst dann “der Bund fürs Leben“ geschlossen, wenn ein Kind erwartet oder gewünscht wird („kindorientierte Eheschließung“[18] ). Das heißt jedoch nicht, daß immer geheiratet wird, wenn ein Kind erwartet wird.

Die zurückgehenden Eheschließungen haben zur Folge, daß immer mehr Kinder außerhalb gestifteter Ehen geboren werden. In den neuen Bundesländern waren 1993 41 % aller Geborenen nichtehelich, in den alten Bundesländern lag die Zahl erheblich tiefer bei ca. 12 %.[19]

Auch die Zahl der Scheidungen steigt ständig, was zu einer zunehmenden Entstrukturierung von Familien führt. Als Folge der wachsenden Scheidungsrate steigt auch die Zahl der Alleinerziehenden. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes Wiesbaden waren 1994 unter den Alleinerziehenden 87 % Frauen und nur 13 % Männer.[20] Diese Zahlen besagen, daß das Alleinleben mit Kindern in der Regel eine Lebensform von Frauen ist.

In der Öffentlichkeit ist die Entwicklung oft als Krise oder sogar als Untergang der Familie dargestellt worden. In der wissenschaftlichen Analyse sieht man die Veränderungen jedoch gelassener. Hier spricht man lediglich von einem Bedeutungswandel der Familie.[21]

Kinder verbringen heute einen Großteil ihres Lebens in künstlichen, isolierten Situationen und Institutionen, wozu nicht nur die wachsende Scheidungsrate beiträgt, sondern auch die steigende Berufstätigkeit von Müttern. Institutionen zur Betreuung von Kindern, wie Kindergärten oder Kindertagesstätten, werden wichtiger. Geulen/Melzer/Sünker bezeichnen Kindheit als ein „Ausgeliefert- sein“ an eine Vielzahl gesellschaftlicher Mächte, Regelungen und Institutionen, so daß wir heute von der „Vergesellschaftung“ der Kindheit sprechen.[22]

Nicht nur die Familienform, sondern auch die wachsende Zahl der vollen Erwerbstätigkeit beider Eltern nimmt Einfluß auf Kinder. Zwar ist das moderne Familienleben durch immer weniger Arbeitszeit und mehr Freizeit gekennzeichnet, doch der Anteil an berufstätigen Frauen ist trotzdem gestiegen. 1950 gingen etwa 25 % aller verheirateten Frauen einer regelmäßigen Arbeit nach, 1984 waren es schon 43 %.[23]

Auch Stieffamilien, in denen ein Kind mit einem leiblichen Elternteil, das neu verheiratet ist, aufwächst, werden als Folge der steigenden Scheidungsrate häufiger. Etwa 8 % der Kinder in Deutschland leben nach einer Studie von Stefan Aufenanger nicht bei ihren beiden leiblichen Eltern.[24]

Partnerschaften ohne Trauschein, gleichgeschlechtliche Verbindungen sowie Einelternfamilien, die etwa 15 %[25] (entspricht ca. 1,9 Millionen) ausmachen oder „Patchworkfamilie“, in denen ein oder beide Partner ein oder mehrere Kinder mit in eine neue Lebensgemeinschaft bringen, sind heute keine Seltenheit mehr.

Familien haben sich auch in ihrer Größe verändert, denn zu keiner Zeit und in keiner Generation zuvor wurden so wenig Kinder geboren wie heute. Die Zahl der Geburten in Deutschland ist 1999 auf den Stand von 1994 gesunken:

771.000 Kinder wurden geboren. Während die Zahl im Westen um 2,7 % zurückging, stieg sie im Osten um 3,8 % an.

Da in Deutschland die Geburtenrate sinkt, leben immer weniger Kinder in einer Familie. Fast 60 % der Familien mit Kindern unter 14 Jahren haben nicht mehr als ein Kind. Eine Situation, die noch vor einigen Jahren undenkbar gewesen wäre. Natürlich wirkt sich diese Gegebenheit auch auf den Alltag der Kinder aus. So kommt es immer öfters vor, daß das Geschwister- oder Nachbarskind zum Spielen fehlt. Kindern geht so die Erfahrung verloren, in einer größeren Gruppe zu spielen. Während Kinder früher in Großfamilien eine ganze Reihe Ansprechpartner hatten, wachsen sie heute vielfach in Kleinstfamilien unter beengten Verhältnissen auf. Ich denke, es ist leicht nachzuvollziehen, daß Medien teilweise die Funktion der sozialen Kontakte ersetzen, z. B. wenn Kinder nach der Schule von niemandem empfangen werden und den Nachmittag allein verbringen müssen.

Der Wandel von Familienstrukturen insgesamt hat Einfluß auf das Leben von Kindern. Auch stellt die Familie heutzutage im Leben vieler Menschen nur noch einen kurzen Zeitabschnitt dar, während sie früher eine „lebenslängliche“ Erfahrung war. Die Folge ist etwa, daß Kinder weniger in ein familiales Beziehungssystem eingebunden sind. Das bedeutet auch, daß sie weniger Kontakt zu ihrer Verwandtschaft haben, als es früher der Fall war. Einer erheblichen Reduktion von Beziehungserfahrungen für Kinder steht eine Intensivierung der Eltern-Kind-Beziehung gegenüber. Nie zuvor wurde sich so viel und so intensiv um Kinder gekümmert. Eine Zunahme an Empathie und eine Tendenz zur Förderung von Selbständigkeit und freiem Willen ist zu verzeichnen.

4.2. Verschwinden der Kindheit

Kaum ist der Begriff der Kindheit entstanden, so befürchten Pädagogen, ist er schon wieder dabei, sich aufzulösen. Kinder und Jugendliche verlassen die ihnen zugewiesenen Schon- und Schutzzonen „Kindheit“ und „Jugend“ und nehmen an der Erwachsenenwelt, deren Freizeit- und Konsumaktivitäten teil. Kinder wollen

heute ihre Lebensphase nicht mehr ausleben, sondern so früh wie möglich Jugendliche bzw. Erwachsene sein, während Erwachsene so lange wie möglich jugendlich bleiben wollen, indem sie sich entsprechend kleiden und verhalten. Das führt dazu, daß Altersunterschiede verschwinden und sich Grenzen zwischen den Welten der Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern immer mehr auflösen. Diese Hypothese, die Klaus Neumann- Braun aufstellt[26], bestätigt sich nicht nur in der Angleichung von Mode und Aussehen von Kindern und Erwachsenen, sondern auch in der Nutzung von Medien, speziell des Fernsehprogramms. Für Kinder gibt es nur wenig spezifische Kindersendungen. In der Zeit, in der sie faktisch vor dem Fernseher sitzen, laufen zumeist Erwachsenenprogramme.

Der amerikanische Medienökologe Neil Postman befürchtet den Verlust der Kindheit durch Enttabuisierung aller „Geheimnisse“ der Erwachsenenwelt. Indem Kinder Sendungen der Erwachsenen sehen, die nicht für sie bestimmt sind, bekommen sie die Welt, ohne Rücksicht auf ihre Entwicklungsstufe, präsentiert.

Medien werden vor allem in der Freizeit benutzt.[27] In welchem Maße sich Kinder in dieser Zeit dem Gebrauch von Medien widmen, hängt in erster Linie von der Attraktivität ihrer Wohnumwelt ab.

4.3. Wohnumwelt von Kindern und Verlagerung der Spielorte

Es stellt sich zunächst die Frage: Was haben die Wohnungen und Wohnumgebungen von Kindern mit dem kindlichen Gebrauch von Medien zu tun? Auf den ersten Blick sicher nicht viel. Hängt doch der Mediengebrauch maßgeblich vom Vorbild der Eltern ab. Einige Untersuchungen, die sich mit dem Zusammenhang Wohnumwelt des Kindes und dessen Mediengebrauch beschäftigt haben, kommen aber zu dem Ergebnis: „je kinderunfreundlicher Wohnungen und

Wohnumgebungen gestaltet sind, um so mehr sehen Kinder fern“[28] oder beschäftigen sich mit Hilfe anderer Medien (Hörspielkassetten, Spielkonsolen, Bücher, usw. ...).

Die Wohnumwelt der Kinder hat sich im Laufe des letzten Jahrhunderts stark verändert. Der technologische Fortschritt im Haushalt bringt zwar erhebliche Erleichterungen mit sich, läßt aber auch Erfahrungsräume schrumpfen (z. B. weiß im Zeitalter der Heizung kaum noch ein Kind wie früher geheizt wurde).

Aber auch die zunehmende Motorisierung bringt neben Vorteilen wie Unabhängigkeit, individuelle Freiheit und Mobilität auch Nachteile mit sich. So bedeutet zum Beispiel die Verbreitung von Autos nicht nur steigende Umweltbelastung, sondern vor allem eine erhöhte Unfallgefahr. Der Ausbau des Verkehrsnetzes läßt die Spielflächen für Kinder schrumpfen. Das Spielen auf der Straße, das für frühere Elterngenerationen noch eine Selbstverständlichkeit war, ist zur Gefahr geworden. Zwar werden im Straßenbau auch Spielstraßen und verkehrsberuhigte Zonen beachtet, doch leider immer noch zu wenig. Der wichtige Erfahrungsraum Straße, wo erste selbständige Kontakte zu anderen Kindern geknüpft werden, geht verloren und ist zur bloßen Verbindungslinie geschrumpft. („Die Straße, einst (nach Schilderungen Aries) Raum der Begegnung mit Nachbarn, des Schwatzens, des Beobachtens, Spielens und Kontaktaufnehmens, ist inzwischen meist zu einer Verkehrszone degradiert, die dem schnellen Durchgang dient und nur funktionale Bedeutung zum Erreichen sozioökologischer Ausschnitte hat.“)[29]

Der vermehrte Straßenverkehr ist einer der Gründe dafür, daß Kinder heute eher in Wohnungen der Eltern, von Freunden oder Verwandten spielen. Eine Studie zum Spielverhalten von Vorschulkindern von Kaufmann (1983) besagt, daß Kinder im Vorschulalter am liebsten in der Nähe der Haustür spielen, die tägliche Spieldauer aber abhängig von der Verkehrsbelastung der Wohnstraße ist.[30]

Ein weiterer Grund für die Verlagerung der Spielorte nach drinnen ist die dichte Bebauung von Städten. Besonders das Bild der Großstädte ist geprägt von Geschäftsgebäuden, Banken- und Bürovierteln, Wohnblocks und Einkaufszentren.

Für Kinder sind diese Plätze als Spielorte unattraktiv. Die Einförmigkeit urbaner Siedlungsformen verstärkt den Trend zur Auslagerung kindlicher Handlungs-möglichkeiten in pädagogisch organisierte Spezialräume (auch Kinderzonen genannt), wie Kinderzimmer, Spielplätze, Sportanlagen und Kindergärten. („Die Kinderzonen sind wie ´Inseln`, die umgeben sind von ´Zwischenräumen`, die dazu dienen, die einzelnen Inseln zu verbinden.“[31] )

Eine dieser „Kinderzonen“ sind Spielplätze. Doch auch wenn Spielplätze für Kinder konzipiert sind, sind sie zu Notlösungen geworden: “Für die meisten Kinder bedeuten sie reguliertes Spiel auf präparierten Flächen.“[32] Es gibt auf Spielplätzen nicht mehr viel Neues und Interessantes zu entdecken, so Paus- Haase. Kinder wollen ihre eigenen Erfahrungen machen, ihre Phantasie spielen lassen, Kreativität ausleben und vor allem nicht immer unter Aufsicht der Erwachsenen stehen.

Das Spiel draußen, ohne unmittelbare Aufsicht und Kontrolle der Eltern, ist wichtig für Kinder, um sich zu entwickeln. Das Leben und Spielen in der Wohnung ist dagegen zu sehr von den Eltern bestimmt und kontrolliert.[33]

Auch die zurückgehenden Geburtenzahlen sind indirekt ein Grund für die Tendenz der Verhäuslichung. Denn Geschwisterkinder oder Kinder aus der Nachbarschaft fehlen, wie schon erwähnt, zum Spielen. Gerade die Anwesenheit anderer Kinder ist aber ein Hauptgrund für das Spiel draußen.[34]

Zusammenfassend läßt sich feststellen, daß äußere Umstände Kinder zum Spiel in der Wohnung drängen. Es ist durchaus nachvollziehbar, daß durch erhöhte Verkehrsbelastung und damit verschwindende Erfahrungsräume, meckernde Nachbarn, die sich durch Kinderlärm belästigt fühlen und unattraktive Spielplätze sowie unbebaute Flächen die Spielorte der Kinder nach drinnen verlagern.

Verständlicherweise fehlt es Kindern an Erfahrungen, die sie draußen nicht mehr machen können. Durch die allgemeine Verhäuslichung und die Verlagerung der Spielorte nach drinnen, fehlt es Kindern an selbsterlebten Sinneseindrücken und Körpererfahrungen. Die hochgradige Technisierung der modernen Haushalte und Wohnbedingungen hat zu einer Reduktion von sinnlich-unmittelbaren Erfahrungsmöglichkeiten im Umgang mit Dingen und Menschen geführt.[35] (Inwiefern Medienerlebnisse Körpererfahrungen und Sinneseindrücke ersetzen müssen, erläutere ich in Kapitel 8.3.1. ausführlicher.) Kaufen und Konsum machen das Herstellen eigener Gegenstände fast überflüssig.

Die Folge ist, daß sich Kinder eine Ersatzwelt suchen, um Spannendes zu erleben, was ihnen die Realität nicht mehr bieten kann.[36] Je weniger faszinierend die unmittelbare Lebenswelt eines Kindes ist und je weniger diese Welt Abenteuer, Spaß, Erleben und Abwechslung vermittelt, desto wichtiger und bedeutsamer werden Medienerlebnisse.

„Erscheint das Spiel draußen nicht mehr so spannend und aufregend, kann sich ein Kind da nicht mehr voll hineingeben, können sie [Medien] attraktiv werden: Sie füllen dann die Räume aus, die freigeblieben sind, wenn es an selbst Erlebtem und Erfahrungen mangelt.“[37] Fernseher, Spielkonsole und Computer, mit ihrem hohen Erlebnischarakter drängen sich da förmlich auf.

4.4. „Terminkindheit“ - Freizeitgestaltung von Kindern

Der Kinderalltag ist davon geprägt, daß man „unterwegs“ ist. Immer mehr Tätigkeiten und Handlungsräume von Kindern werden aus den Nahräumen der Wohnumgebung herausgenommen. Verschiedene Lebensbereiche werden getrennt. Das heißt, wohnen, arbeiten, zur Schule gehen und Freizeit verbringen, dies alles findet an gesonderten Plätzen statt. Das kindliche Raumerleben ist heute

ein Leben auf „Inseln“: „Wohninseln“, „Spielinseln“, „Schulinseln“, usw. ...[38] Man spricht hier von einer „Verinselung der Lebensräume“. Um von einem Tätigkeitsfeld zum nächsten zu gelangen, muß man mobil sein. Da verwundert es nicht, daß Kinder heute im Durchschnitt eineinhalb Stunden am Tag unterwegs sind.[39] Also auf dem Weg zum Kindergarten, zur Schule, zum Sportverein, zum Musikunterricht etc. ...

Da Termine den Tagesablauf bestimmen, ist der Kinderalltag heute durch klare Abläufe und Regelmäßigkeit gekennzeichnet.

Mehr als die Hälfte eines Tages verbringen Kinder mit Tätigkeiten, die sie gezwungenermaßen ausüben. Den größten Anteil (ca. sechs Stunden) füllen Schule und Lernen aus. Es folgen Essen, Körperpflege sowie weitere „Zwänge des Alltags“, wie Aufräumen, Mithilfe bei der Hausarbeit oder Geschwister hüten. Da Kinder mit etwa zehn Stunden erheblich mehr Schlaf brauchen als Erwachsene, verbleiben noch etwa sechs Stunden Freizeit pro Tag. An schulfreien Tagen, also am Wochenende oder in den Ferien ist es entsprechend mehr.

Während die Kinder den Vormittag im Kindergarten oder in der Schule verbringen, sind die Nachmittage für Musikschule, Ballett, Schwimmkurse und ähnliches verplant. Kinder werden heute zunehmend durch ihre Eltern in einen Terminkalender gedrückt, oft mit dem Hintergedanken, ihnen eigene unerfüllte Wünsche der Vergangenheit zu ermöglichen („Du sollst es einmal besser haben!“). Eltern versichern jedoch, daß sie nur die Wünsche der Kinder erfüllen und sie keineswegs dazu drängen, einer bestimmten Tätigkeit nachzugehen.

Um die verschiedensten Interessen, gerade wenn es um mehrere Kinder in einer Familie geht, zu unterstützen, werden geplante Tagesabläufe nötig. In den gefüllten Terminkalendern der Kinder fungieren meist Mütter, manchmal aber auch Väter, als Zeitmanager und Chauffeure. Sie regeln die Termine und transportieren ihre Kinder von Funktionsort zu Funktionsort.

Der Tag ist somit weitgehend verplant. Zeit, die Kinder selbst gestalten können, bleibt dabei meist viel zu kurz. Sie müssen um die eigentätig ausgefüllte Zeit, den nach eigenen Vorstellungen gestalteten Nachmittag kämpfen. Der Mangel an Zeit,

die Kinder nach eigener Regie ausfüllen, in der sie spielen oder einfach gar nichts tun, führt dazu, daß sie oft Probleme haben, die verbleibenden Zwischenräume auszufüllen. Rogge führt dies darauf zurück, daß Kinder nur noch den Umgang mit Spezialräumen gewohnt sind. Das heißt Räume, wo sie spielen, toben und auch mal laut sein dürfen. Orte, an denen gemalt, geknetet oder gematscht werden darf. Spontane Raumaneignung gestaltet sich schwieriger, da Wiesen, Parks offenes Gelände oder Wald nur schwer zu erreichen sind.[40]

Aber auch sich zu Hause ohne Programm und Anleitung der Eltern oder eines Betreuers zu beschäftigen, fällt vielen Kindern schwer.

Der starre Terminplan und die Spezialräume verhindern, daß Kinder frei entscheiden können wie sie ihre Zeit gestalten, ohne vorgegebene Abläufe, ohne vorgegebene Spielsachen oder Beschäftigungsmaterial. Durch feste Abläufe verlernen Kinder das eigenständige Spiel oder die selbständige Beschäftigung. Oft bleibt für sie nur der Griff zur Fernbedienung oder zum Joystick, um der unerträglichen Langeweile und Leere, die sie übermannt, Abhilfe zu schaffen. Ich denke, viele Eltern ermuntern ihre Kinder nicht genügend zum freien Spiel. Sie sehen es oft lieber, wenn die Kinder ruhig und artig vor dem Fernseher oder dem Computer sitzen, als im wilden Spiel Unordnung und Dreck in der Wohnung zu machen. Kreativität wird nur dann von Ihnen gelobt, wenn es keine Umstände macht und keine schmutzigen Reste hinterläßt. Das Spiel der Kinder wird dann als positiv bewertet, „(...) wenn es schön, leise und gesittet ist, nicht auf- und aus dem Rahmen fällt (...)“.[41]

Die folgende Tabelle zeigt die Ergebnisse einer Befragung innerhalb der „Kinder- und Medien-Studie 1999“ (KIM 99) zur Häufigkeit einzelner Freizeitaktivitäten bei 6- bis 13jährigen Kindern. Zu beachten ist, daß es sich hierbei nicht um die Frage nach den beliebtesten Aktivitäten in der Freizeit handelt, die meist ganz andere Tendenzen zeigt, sondern um die häufigsten:

Tabelle 1:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: KIM 99. In: Media Perspektiven 12/99, S. 614

Die Tabelle der täglich bzw. fast täglich ausgeübten Tätigkeiten von Kinder zwischen 6 und 13 Jahren wird von „Hausaufgaben machen“ angeführt. Bei dieser Angabe ist darauf zu achten, daß die Befragung während der Schulzeit durchgeführt wurde. Innerhalb der Ferienzeit wäre „Hausaufgaben machen“ nicht an erster Stelle der häufigsten Tätigkeiten genannt worden.

Die Untersuchung zeigt, daß auch das ständig wachsende Medienangebot dem Fernsehen seine Attraktivität nicht nehmen kann. Drei Viertel aller Kinder zwischen sechs und dreizehn Jahren widmen sich täglich/fast täglich dem Fernsehen. Die Häufigkeit mit der sich mit dem Fernsehen beschäftigt wird, steigt mit dem Alter noch deutlich an (6 bis 7 Jahre: 68 %; 12 bis 13 Jahre: 80 %)[42].

Zu den alltäglichen Freizeitbeschäftigungen zählen außerdem spielen, sich mit Freunden treffen, Radiohören und sich mit Tieren beschäftigen sowie die Nutzung verschiedener anderer auditiver Medien.

Schmidbauer und Löhr betonen in ihrer Studie über das Freizeitverhalten von Kindern, daß die Häufigkeit, mit der sich mit Medien beschäftigt wird unabhängig von Alter, Geschlecht und Schichtzugehörigkeit ist. Abweichungen seien nur in bezug auf einzelne Medienvorlieben festzustellen.[43]

Im Geschlechtervergleich fällt auf, daß Mädchen sich eher der Beschäftigung mit Tonträgern und dem Radio widmen, außerdem lesen sie lieber Bücher. Jungen widmen sich dagegen zeitlich intensiver dem Fernsehen, Computer und Gameboy. Für Kinder aus der Mittel- und Oberschicht (nicht aus der Tabelle ersichtlich) nehmen mit zunehmendem Alter Zeitungen und Bücher sowie Theaterbesuche einen höheren Stellenwert ein, so Schmidbauer und Löhr.

Tabelle 1 zeigt nicht nur deutlich, wie weit oben das Fernsehen vor anderen Tätigkeiten rangiert, sondern zudem, daß die Zeit, die vor dem Bildschirm verbracht wird, erheblich mehr Raum in Anspruch nimmt, als die Zeit, die andere Medien ausfüllen. Radio hören immerhin noch etwas mehr als die Hälfte der Kin- der täglich. Die Beschäftigungszeit mit Printmedien fällt mit 15 % für Bücher,

8 % für Zeitschriften und 5 % für Zeitungen sehr viel niedriger aus. Faßt man jedoch die einzelnen medienbezogenen Tätigkeiten zusammen, zeigt sich deutlich, „in welchem Maß der ´Medienverbund` insgesamt die Aktivitätsstruktur der Kinder dominiert“[44].

Im Ost-West-Vergleich weisen Kinder aus den neuen Bundesländern eine intensivere Nutzung von Fernsehen und Computer auf, als ihre Altersgenossen im Westen. Auch die häufigere Beschäftigung mit Spielkonsolen, Videos und Videospielen läßt auf eine insgesamt größere Medienorientierung, als bei Kindern aus den alten Bundesländern schließen.

Dies weist darauf hin, daß im Osten Deutschlands noch immer alternative Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung in einem nicht ausreichenden Maße vorhanden sind. Ich denke auch, die typischen Plattenbausiedlungen bieten Kindern wenig attraktive Spielmöglichkeiten.

Wie schon erwähnt, kann die Häufigkeit verschiedener Freizeitaktivitäten von Kindern nicht mit den bevorzugten Tätigkeiten gleichgesetzt werden. Die Hausaufgaben z. B. gehören zwangsläufig zu den häufigsten Tätigkeiten von Kindern, aber sicher nicht zu den bevorzugten.

Laut KIM 99[45] liegt bei Angaben über die präferierten Aktivitäten in der Freizeit das Treffen mit Freunden an der Spitze. Es folgen dicht aufeinander Fernsehen und Spielen auf Platz zwei und drei. Im weiten Abstand wird Sport und die Beschäftigung mit Tieren genannt. Weitere präferierte Freizeitaktivitäten sind das Hören von Tonträgern, Malen/Basteln, Computernutzung und Unternehmungen mit den Eltern.

Nur geringe Unterschiede gibt es bei der Befragung von Jungen und Mädchen bei den drei beliebtesten Nennungen. Allerdings fallen die Präferenzen für Sport in der Freizeit und Gameboy spielen recht unterschiedlich aus. Doppelt so viele Jungen wie Mädchen geben an, gerne in ihrer Freizeit Sport zu treiben, beim

Gameboy spielen ist der Unterschied noch deutlicher (siehe Tabelle 1). Mädchen nennen eher kreative Aktivitäten, wie malen, basteln oder musizieren.

Für Kinder im Westen scheint das Zusammensein mit Freunden wichtiger zu sein, als für ihre Altersgenossen im Osten. Hier wird sehr viel häufiger die Nutzung von Fernsehen und Computer als bevorzugte Tätigkeit genannt.

Da sich Kinder am nachhaltigsten für elektronische Medien interessieren, ist es nicht verwunderlich, daß sowohl Familien, als auch Kinder selbst, reich mit Medien ausgestattet sind. Im folgenden Kapitel wird deshalb die Ausstattung der Haushalte und Kinderzimmer mit Medien im Mittelpunkt stehen sowie die Faktoren, von denen die Ausstattungen abhängig sind.

Ein Hauptaugenmerk möchte ich auf die Entwicklung in der Medienausstattung während der letzten Jahre werfen. Ich gehe von einer signifikanten Erhöhung der Ausstattung aus.

5. Medienausstattung

Die Ausstattung der Haushalte mit Medien setzt einen gewissen Rahmen für die Möglichkeit des Medienkonsums. Es ist zwar anzunehmen, daß vorhandene Medien auch genutzt werden, doch darf das Verhältnis zwischen Medienausstattung und -konsum nicht als lineare Beziehung angenommen werden.[46]

Ich stütze mich bei den folgenden Angaben über die Ausstattung von Haushalten mit Medien als erstes auf die Bertelsmann-Studie von 1993[47], die den Zusammenhang der Nutzung von Lese- und audiovisuellen Medien aufgreift. Die Studie beschäftigt sich außerdem mit dem Zusammenhang von Schichtzugehörigkeit und Bildungsniveau in bezug auf Ausstattung der Familie mit Medien und dem Eigenbesitz von Kindern.

Die „Kinder-und Medien-Studie 1990 (KIM 90)“ und im Vergleich dazu die „Kinder-und Medien-Studie 1999 (KIM 99)“ verdeutlichen die zunehmende Medienausstattung in den letzten zehn Jahren und werden deshalb gesondert vorgestellt.

5.1. Medienausstattung in Familien in Abhängigkeit zur sozialen Schicht

Die Untersuchung konzentriert sich auf die Familie als die früheste und wichtigste Instanz von Medienerfahrungen. Die Ergebnisse gewinnt die Studie aus Interviews mit 200 Kölner Familien mit unterschiedlichem Bildungsniveau und verschiedener Schichtzugehörigkeit. Die Kinder der Familien befanden sich zum Zeitpunkt der Befragungen am Ende des Grundschulalters.

Laut Bertelsmann-Studie besitzen etwa 98 % aller befragten Haushalte mindestens ein Fernsehgerät, das zu 48,5 % einen Kabelanschluß hat (vgl. Grafik 1). Eine Mehrfachausstattung mit Fernsehgeräten ist keine Seltenheit. Im Durchschnitt hat jeder Haushalt mehr als einen Fernseher. Eins der Geräte befindet sich in der Regel im Wohnzimmer, das zweite, wenn vorhanden, am ehesten im Kinderzimmer, seltener in einem sonstigen Raum. Zum heutigen Zeitpunkt kann nach meiner Meinung von einer annähernden Vollausstattung ausgegangen werden.

Mindestens 60 %, der in der Bertelsmann-Studie befragten Familien, verfügen über einen Videorecorder und die Hälfte aller befragten Familien besitzen einen Computer.[48]

Zudem ist die Mehrheit der Familien reich mit Printmedien ausgestattet. 75 % beziehen regelmäßig eine regionale Tageszeitung und 60 % haben zusätzlich eine Fernsehzeitung. In knapp der Hälfte der Familien ist sogar eine Kinder- bzw. Jugendzeitschrift vorhanden. Der durchschnittliche Buchbesitz liegt nach Angaben der Eltern bei etwa 250 Büchern. Davon sind rund 55 Titel zu Kinder- oder Jugendbüchern zu rechnen. Insgesamt kann festgehalten werden, daß einkommensstärkere Familien über eine höhere Anzahl von Mediengeräten verfügen. Auffällig ist jedoch, daß in den Familien des unteren Bildungsniveaus häufiger Videorecorder und Fernseher mit Kabelanschluß vorhanden sind. Generell ist hier ein weniger kritischer Umgang mit Medien zu verzeichnen. Bei den besser situierten Familien, die sich durch ein höheres Haushaltsbudget und damit mehr Wohnraum und mehr Freizeitmöglichkeiten auszeichnen, macht sich eine größere Distanz gegenüber Fernsehen und Videorecordern bemerkbar. Hier ist gleichzeitig eine verstärkte Nutzung des gesamten Printmedienbereichs und zwar von Büchern bis Zeitschriften zu verzeichnen. Am deutlichsten zeigen sich die sozialen Unterschiede im Bereich der Printmedien, primär beim Buchbesitz. An der Ausstattung mit Büchern läßt sich deutlich der soziale Status erkennen. Denn je höher dieser ist, desto mehr Bücher gehören zum Besitz. Dies gilt jedoch keineswegs nur in bezug auf Bildungsniveau und Schicht, sondern auch in bezug auf die finanzielle Situation einer Familie.

[...]


[1] Paus-Haase, I./Höltershinken, D./Tietze, W.: Alte und neue Medien im Alltag von jungen Kindern - Orientierungshilfen für Eltern und Erzieher/innen. Freiburg im Breisgau 1990,

S. 11

[2] Vgl.: Microsoft Encarta 99 Enzyklopädie © 1993-1998 Microsoft Corporation (ohne Seitenangabe)

[3] Vgl.: Brockhaus. Die Enzyklopädie. Band 14. F.A. Brockhaus: Leipzig-Mannheim 1996, S. 309 f.

[4] Vgl.: Fischer, E.: Buch und Internet - Medienkonkurrenz oder Medienverbund? Überlegungen und Thesen. In: Microsoft Encarta 99 Enzyklopädie (ohne Seitenangabe)

[5] Paus-Haase/Höltershinken/Tietze 1990, S. 26

[6] Vgl.: Baacke, D.: Die 0 -5jährigen. Einführung in die Probleme der frühen Kindheit. Weinheim und Basel 1999, S. 32

[7] Vgl.: Bründel, H./Hurrelmann, K.: Einführung in die Kindheitsforschung. Weinheim und Basel, S. 16

[8] Baacke 1999, S. 34

[9] Paus-Haase/Höltershinken/Tietze 1990, S. 28

[10] Vgl.: Honig, M.-S./Leu, H. R./Nissen, U. (Hrsg.): Kinder und Kindheit. Sozialkulturelle Muster - Sozialisationstheoretische Perspektiven. Weinheim und München 1996, S. 35

[11] Ebd., S. 38

[12] Vgl.: Rogge, J.-U.: Kindliches Erleben von Wirklichkeit. Erzieherische Bedingungen der Umweltaneignung jenseits medialer Einflüsse. In: Schriftenreihe Televizion. Internationales Zentralinstitut für das Jugend- und Bildungsfernsehen (IZI) München 5/1992/2, S. 9

[13] Ebd., S. 9

[14] Honig/Leu/Nissen (Hrsg.) 1996, S. 40

[15] Baacke 1999, S. 82

[16] Böhnisch, L./Lenz, K. (Hrsg.): Familien. Eine interdisziplinäre Einführung. Weinheim/München 1997, S. 181-198. Zitiert nach: Baacke 1999, S. 79

[17] Baacke 1999, S. 79

[18] Nave-Herz, R.: Familie heute - Wandel der Familienstrukturen und Folgen für die Erziehung. Darmstadt 1989. Zitiert nach: Baacke. 1999, S. 80

[19] Vgl.: Baacke. 1999, S. 81

[20] Ebd., S. 82

[21] Vgl.: Hurrelmann, B./Hammer, M./Stelberg, K.: Familienmitglied Fernsehen. Fernsehgebrauch und Probleme der Fernseherziehung in verschiedenen Familienformen. Opladen: Leske+Budrich-Verlag 1996, S. 15

[22] Geulen, D.: Kindheit. Weinheim 1989/ Melzer, W./Sünker, H. (Hrsg.): Wohl und Wehe der Kinder. Weinheim 1989. Zitiert nach: Gudjons, H.: Pädagogisches Grundwissen. Bad Heilbrunn: Klinkhardt 1999, S. 117

[23] Ebd., S. 91

[24] Vgl.: Aufenanger, S. (Hrsg.).: Neue Medien - Neue Pädagogik? Ein Lese- und Arbeitsbuch zur Medienerziehung in Kindergarten und Grundschule. Bundeszentrale für politische Bildung, 1994, S. 91

[25] Ebd., S. 91

[26] Neumann-Braun, K.: Medienwelten - Medienkindheit. In der Glitzerwelt der Erwachsenenunterhaltung. In: IZI 5/1992/2, S. 5

[27] Vgl.: http://www. Kid. de/ magazin. Studie über Kinder und Medien (ohne Seitenangabe)

[28] Paus-Haase/Höltershinken/Tietze 1990, S. 100

[29] Baacke 1999, S. 247f.

[30] Vgl.: Ebd., S. 104

[31] Ebd., S. 248 f.

[32] Ebd., S. 105

[33] Vgl.: Paus-Haase 1990, S. 101

[34] Flade, A.: Wohnumwelt - Nichts mehr für Kinder? Referat zur Fachtagung: „Mit High Tech durch die Kindheit“ (am 14./15. 10.1988 in Münster, unveröffentlichtes Manuskript). Zitiert nach: Paus-Haase/ Höltershinken/ Tietze 1990, S. 101

[35] Klingler, W./Groebel, J.: Kinder und Medien 1990. Eine Studie der ARD/ZDF-Medienkommission. Baden-Baden 1994, S. 117

[36] Vgl. Paus-Haase/Höltershinken/Tietze 1990, S. 107

[37] Ebd., S. 107

[38] Vgl.: Ebd., S. 102

[39] Ebd., S. 102

[40] Vgl.: Rogge In: IZI 5/1992/2, S. 10

[41] Ebd., S. 9

[42] Feierabend, S./Klingler, W.: Kinder und Medien 1999. In: Schriftenreihe Media Perspektiven 12/99, S. 614

[43] Schmidbauer, M./Löhr, P.: Kinder auf dem Medienmarkt der neunziger Jahre. In: IZI 7/1994/1, S. 8

[44] Ebd., S. 8

[45] Vgl.: Feierabend, S./Klingler 1999. In: Media Perspektiven 12/99, S. 614

[46] Vgl.: Hurrelmann, B.: Fernsehen in der Familie. Auswirkungen der Programm-erweiterung auf den Mediengebrauch. Weinheim, München. 1989, S. 45 ff. Zitiert nach: Hurrelmann, B./Hammer, M./Neiß, F.: Leseklima in der Familie. Eine Studie der Bertelsmann-Stiftung. Gütersloh: Verlag Bertelsmann-Stiftung 1993, S. 87

[47] Hurrelmann/Hammer/Neiß 1993

[48] Vgl.: Hurrelmann/Hammer/Neiß 1993, S. 34

Details

Seiten
131
Jahr
2000
ISBN (eBook)
9783638215947
Dateigröße
1 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v16883
Institution / Hochschule
Philipps-Universität Marburg – Institut für Erziehungswissenschaften
Note
1,0
Schlagworte
Kinderalltag Medienalltag Medienbesitz Nutzungsverhalten

Autor

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Titel: Kinderalltag - Medienalltag. Medienbesitz und Nutzungsverhalten