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Auswirkungen der Brandrodung tropischer Wälder auf das globale Klima am Beispiel des Kongobeckens in Afrika

Studienarbeit 2001 12 Seiten

Geowissenschaften / Geographie - Phys. Geogr., Geomorphologie, Umweltforschung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Brandrodung als Teilursache eines Klimawandels

2. Globale Konsequenzen der Tropenwaldvernichtung

3. Ursachen und Verursacher der Regenwaldvernichtung durch Brandrodung

4. Lösungsmöglichkeiten zum Schutz der Regenwälder des Kongobeckens

5.Einschätzung der Entwicklung

Quellen

1. Brandrodung als Teilursache eines Klimawandels

Die in der Atmosphäre vorhandenen Stoffe wie Methan, Kohlendioxid, Stickstoffoxide, Ozon und Nicht- Methan - Kohlenwasserstoffe sind neben Wasserstoff jene Spurengase, die teilweise direkt auf das Klima einwirken oder durch chemische Reaktionen in der Atmosphäre in sekundäre Produkte umgewandelt werden, die klimarelevant sind. Die Konzentration dieser Gase bedingt den für das Klima der Erde wichtigen Treibhauseffekt. „Dieser natürliche Treibhauseffekt ist die Ursache dafür, dass die auf der Erde beobachtete Durchschnittstemperatur gegenwärtig 15 °C beträgt. Er ermöglicht erst das Leben in der Form wie es auf der Erde existiert (ENQUETE- KOMMISSION 1990)."

Bei der Brandrodung tropischer Wälder werden große Mengen dieser Gase emittiert und steigern durch deren erhöhte Konzentration in der Atmosphäre den Treibhauseffekt (zusätzlicher Treibhauseffekt), bei dem die von der Erdoberfläche abgestrahlte, langwellige Wärmestrahlung noch stärker als vor der Industrialisierung beim Austritt in den Weltraum gehindert wird. Es resultierte daraus eine Erhöhung der globalen Durchschnittstemperatur in Bodennähe in den vergangenen 100 Jahren um 0,6 °C, wobei nach Klimamodellrechnungen die globale Durchschnittstemperatur bis zum Jahr 2030 um 3 °C steigen wird, wenn sich die Konzentration von Kohlendioxid gegenüber dem vorindustriellen Wert verdoppelt (ENQUTE KOMMISSION 1990). Die UNEP (1998) geht von einem Anstieg des Kohlendioxid von jetzt 360 parts per million by volume (ppmv) in der Atmosphäre auf 500 - 900 ppmv bis zum Jahr 2100 aus.

Die Brandrodung ist neben der Luftverschmutzung durch Verbrennung fossiler Energien, der Produktion und Anwendung von FCKW in der Chemie und Emissionen aus der Landwirtschaft (Reisanbau, Düngung, Rinderhaltung) deshalb von großer Problematik, da die Biomasse in tropischen Regenwälder besonders hoch ist - sie liegt im Kongobecken bei 16 - 30 t / ha / Trockengewicht / a (RAS-WORLD ATLAS 1998, PLATE 114, Primary Phytomass Production) und erreicht damit weltweit höchste Werte, die nur noch in tropischen Wälder Indiens, Indonesiens und Südamerikas (Amazonasbecken) vergleichbar hoch sind - und bei Verbrennung dieser klimarelevante Gase emittiert werden. Dabei gehen 15 % des zusätzlichen Treibhauseffekts auf die Vernichtung tropischer Regenwälder zurück (STIFTUNG ÖKOLOGIE u. LANDBAU 1995), es fehlt aber bis heute an einer genauen Quantifizierung der Emissionen aus den einzelnen Tropenwaldgebieten in chorischer Dimension, weil sich die Erhebungen innerhalb von Ländergrenzen bewegen. Das Kongobecken liegt hauptanteilig in Zaire, dessen Netto - Freisetzung von Kohlenstoff in die Atmosphäre durch Tropenwaldvernichtung im Jahr 1980 bei 26,8 Millionen Tonnen / a lag. Als Teil des zweitgrößten noch existierenden Regenwaldes auf der Erde nach dem Amazonasgebiet (RAS-WORLD ATLAS 1998, PLATE 105 Biomes und PLATE 110 Vegetation) ist bei fortschreitender Vernichtung ein großer Einfluss auf Änderungen des Weltklimas zu erwarten, was sich in negativen Auswirkungen manifestiert und so zu einem globalen Umweltproblem wird.

2. Globale Konsequenzen der Tropenwaldvernichtung

Die UNEP (1998) rechnet mit einem Anstieg des Meeresspiegels um 1 5 - 9 5 cm bis zum Jahr 2100, was zum Verlust von besiedelten Räumen, insbesondere kleiner Inselstaaten und Deltalandschaften führen wird, wovon Millionen von Menschen betroffen wären. Hinzu käme eine Zunahme von Krankheiten und die Ausbreitung von Malaria (GREENPEACE 1998), ein Anstieg der durch Hitze -Stress bedingten Mortalität, die Veränderungen der Grenzen, Strukturen und Funktionen der Ökosysteme und damit der Probleme der Nutzungsumstellungen, ein Rückgang der Möglichkeiten zur Agrarproduktion in den Tropen und Subtropen, sowie weniger verfügbares Trinkwasser (UNEP 1998). Das WZB (1993) fokussiert die auftretenden Probleme des Klimawandels und prognostiziert das Auftauen gefrorener Tundraböden, was zu organischer Verrottung und einer weiteren Vermehrung von Treibhausgasen, einer „klimatischen Kettenreaktion" führen würde. Trockenheit, Wüstenausdehnung oder Bodenerosion würde die Lebensgrundlage in vielen Länden der Welt gefährden.

Das durch Brandrodung freigesetzte Kohlendioxid beträgt für das ganze tropische Afrika 158 Millionen Tonnen Kohlenstoff pro Jahr (ENQUTE KOMMISSION 1990) bei einer Bestockung Afrikas von 175 Millionen ha mit tropischem Regenwald (GEOGRAPHISCHES INSTITUT MEYER 1993). Das Kongobecken hat mit einer Größe von 12,5 Millionen ha zwar nur einen Anteil von 7 % an den tropischen Wäldern Afrikas, emittiert aber 19 % des im tropischen Afrika durch Brandrodung freigesetzten Kohlenstoffs. Auch Methan ist zu einem Fünftel am zusätzlichen Treibhauseffekt beteiligt, ist in der Konzentration gegenüber Kohlendioxids zwar geringer, verfügt aber um den Faktor 32 höheres spezifisches Treibhauspotential (ENQUTE KOMMISSION 1990).

Wie gravierend die Brandrodungen im Kongobecken sind, verdeutlicht der durch den photochemischen Abbau von Kohlenstoff und Methan bei Anwesenheit hoher Stickoxidmengen hervorgerufene, klimarelevante Ozongehalt. Während über ungestörten tropischen Wäldern die Ozonkonzentration in der Troposphäre oft unter 10 ppb liegt, erreicht sie über der Volksrepublik Kongo Werte von fast 70 ppb (ENQUTE KOMMISSION 1990), was den höchsten Werten auf der südlichen Hemisphäre entspricht. Die Maxima treten in der Trockenzeit (Juli-Oktober) über dem Atlantik westlich von Äquatorial- Afrika auf, was durch den Transport der über dem afrikanischen Kontinent freigesetzten Spurengase und der dabei stattfindenden Ozonbildung erklärt wird. Dadurch wird die Problematik der Brandrodung im Kongobecken deutlich, was durch Karten der RAS (1998) noch untersetzt wird: Die in Region des Kongobeckens vorherrschende Agrarkultur ist die auf kurze Zeit ausgelegte Kultivierung des Landes durch Brandrodung zum Anbau von Feldfrüchten in Monokulturen (RAS WORLD ATLAS 1998, Plate 167 Agriculture and ist Impact on the Environment und Plate 171 Effects of Economic activities on forests) und kann deshalb als Hauptverursacher der beschriebenen Ozonkonzentration gelten.

Das Kongobecken hat zudem als „zweitgrößtes zusammenhängendes „Tropenwaldmassiv“ (DEUTSCHER FORSTVEREIN 1986) eine wichtige Bedeutung für die Stabilität des Weltklimas. Die feuchten Luftmassen, die über dem Kongobecken aufsteigen, in der oberen Troposphäre auseinander weichen und über den subtropischen Meeren wieder absinken, um dann wieder mit Winden des Atlantiks in die bodennahen Luftschichten des Regenwaldes hinein getragen zu werden (Walker-Kreislauf und Hadley- Zelle) sind Wärmequellen für die Erdatmosphäre (CARLOS, L. in NIEMITZ 1991).Zwar ist das Kongobecken die schwächste Wärmequelle der drei auf der Erde entlang des Äquatorialgürtels existierenden Regionen mit aufsteigenden Luftmassen (CARLOS, L. in NIEMITZ 1991), aber als Wärmequelle für die polaren Regionen sehr wichtig. Demzufolge würde mit fortschreitender Abholzung und Brandrodung dieser Prozess verringert werden und zu einer Abkühlung der gemäßigten und polaren Gebiete führen, was die Nutzungsfähigkeit der Ökosysteme zeitlich einschränken könnte (verkürzte Vegetationsperiode). Inwiefern sich die Folgen des Treibhauseffektes und die Veränderung dieses Wasser-Wärmekreislaufs gegeneinander aufheben ist bis heute noch nicht geklärt.

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Details

Seiten
12
Jahr
2001
ISBN (eBook)
9783640867394
ISBN (Buch)
9783640868230
Dateigröße
414 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v168795
Institution / Hochschule
Fachhochschule Eberswalde – Fachgebiet Landschaftsnutzung und Naturschutz
Note
1,3
Schlagworte
auswirkungen brandrodung wälder klima beispiel kongobeckens afrika

Autor

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