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Die Reform der gymnasialen Oberstufe von 1972 - Die Beschlüsse und die Konsequenzen für den Schulalltag

Hausarbeit 2003 14 Seiten

Pädagogik - Schulwesen, Bildungs- u. Schulpolitik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Hauptteil
1.1. Die Studierfähigkeit
1.2. Der Pflicht- und Wahlbereich
1.3. Die Grund- und Leistungskurse
1.4. Die Einführungsphase, die Qualifikationsphase und die Abiturprüfung
1.5. Die Leistungsbewertung
1.6. Die Erweiterung der Fächer

Schluß

Literaturverzeichnis

Einleitung

Die reformierte gymnasiale Oberstufe ist das Produkt der Bildungsdiskussion der 50er- und 60er-Jahre. Dreh- und Angelpunkt der Debatte war auf der einen Seite die Erkenntnis, dass eine positive wirtschaftliche Entwicklung eng an die Qualität der Bildung geknüpft ist- Picht bringt dies auf den Punkt, indem er sagt: „Bildungsnotstand heißt wirtschaftlicher Notstand“ (Picht 1964:28) - und auf der anderen Seite die Argumentation, dass Bildung als Grundrecht einer demokratischen Gesellschaft zu verstehen sei, wobei der Begriff der Chancengleichheit an Aktualität gewann. (Roth 2001:405) Die Reform der gymnasialen Oberstufe von 1972 war deshalb brisant, weil ein seit 1810 bestehendes System verändert wurde. Nicht umsonst ist der Entwurf als die „tiefgreifendste Veränderung seit der Zeit des Neuhumanismus“ bezeichnet worden. (Hummer 1983:4) Es waren folgende Gründe für die Reform ausschlaggebend:

Die Universitäten forderten eine bessere Vorbereitung auf das Studium. Ein Ziel war also die Optimierung der Studierfähigkeit. (Roth 2001:407) Dabei waren nicht nur die kognitiven Fähigkeiten relevant, sondern auch motivationale, ethische und soziale Verhaltensdimensionen . (Kunze 1996:308) Der Vorrang der Allgemeinbildung- einst die wesentliche Säule der Gymnasien - war veraltet, da die Inhalte der Fächer zugenommen hatten und diese sich nicht mehr auf ein gemeinsam Verbindliches konkretisieren ließen. (Roth 2001:407) Weiterhin hatte das Fächerangebot an den Universitäten in einer solchen Fülle zugenommen, dass das Angebot in der Schule erweitert werden musste. (Roth 2001:407)

Um diese Ziele zu erreichen, wurde der Kanon der Pflichtfächer durch ein Wahlsystem ersetzt, in denen der Schüler seine eigenen Schwerpunkte - in Form von Grund,- und Leistungskursen - bilden konnte. In Folge dessen wurden die Jahrgangsklassen durch ein Kurssystem ausgetauscht. Die neu entstandene Einführungsphase der gymnasialen Oberstufe sollte Schülern, die vorher eine andere Schulform besucht hatten, den Übergang in die Sekundarstufe II erleichtern. Damit wurde dem Begriff der Chancengleichheit Rechnung getragen. Das „normale“ Notensystem (1-6) wurde durch ein Punktesystem (15-0) ersetzt. Nun flossen die Leistungen der gesamten Sekundarstufe II in die Abiturnote ein, wodurch das beständige Lernen gefördert werden sollte.

Die „Vereinbarung zur Gestaltung der gymnasialen Oberstufe in der Sekundarstufe II“ wurde von der „Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder“ (KMK) 1972 beschlossen: Nach einer Phase von Schulversuchen - die herkömmliche gymnasiale Oberstufe (HGO) und die neugestaltete gymnasiale Oberstufe (NGO) liefen in diesem Zeitraum parallel - wurde diese Reform ab dem Schuljahr 1976/77 verbindlich. (Hitpaß 1985:13) 1988 wurde eine Neufassung der Vereinbarung in Kraft gesetzt, indem die Zahl der obligatorischen Kurse erhöht und die Kontinuität des Unterrichts in einzelnen Fächern wieder stärker betont wurde. Die einzelnen Bundesländer konnten aber Sonderregelungen treffen. (MPI 1994:497) Ende 1995 schließlich beschloß die KMK in Mainz, die Grundstruktur der gymnasialen Oberstufe beizubehalten. So wurde zum Beispiel festgelegt, dass die allgemeine Hochschulreife die Abschlussqualifikation der gymnasialen Oberstufe bleibt und im Prinzip zum Zugang aller Studiengänge berechtigt.(Rösner 1999:97)

Die Reform von 1972 erforderte von Schulverwaltung, Lehrern und Schülern eine erhebliche Umorientierung. In dieser Hausarbeit werde ich versuchen, die konkrete Form der Beschlüsse und die Konsequenzen, die sich daraus ergaben, zu beschreiben. Es wird auch dargestellt werden, welche Regelungen der herkömmlichen gymnasialen Oberstufe durch die neu organisierte gymnasiale Oberstufe ersetzt wurden.

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Details

Seiten
14
Jahr
2003
ISBN (eBook)
9783638215916
ISBN (Buch)
9783638788014
Dateigröße
408 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v16872
Institution / Hochschule
Universität Duisburg-Essen – Fachbereich 2
Note
1-
Schlagworte
Reform Oberstufe Beschlüsse Konsequenzen Schulalltag

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Titel: Die Reform der gymnasialen Oberstufe von 1972 - Die Beschlüsse und die Konsequenzen für den Schulalltag