Lade Inhalt...

Der politische Werdegang von Caesar

Hausarbeit 2010 15 Seiten

Geschichte - Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike

Leseprobe

Inhalt

Einleitung

I. Die Grundlagen des politischen Aufstiegs
1. Die militärische Macht
2. Die Ämterlaufbahn

II. Caesars Werdegang
1. Herkunft und familiäres Umfeld
2. Die magistratische Laufbahn Caesars
a) Die Quaestur
b) Die Aedilität
c) Die Wahl Caesars zum pontifex maximus
d) Die Praetur und Propraetur
3. Das sog. „erste Triumvirat“ und Caesars erstes Konsulat
4. Caesars Imperium als Prokonsul
5. Das Ende des Triumvirats, der Bürgerkrieg und Caesars Alleinherrschaft
a) Die Erneuerung des Triumvirats
b) Der endgültige Bruch und der Bürgerkrieg
c) Caesars Konsulat und seine Diktatur

III. Schlussbemerkung

Literaturverzeichnis

Einleitung

Gaius Julius Caesar war eine der herausragenden Personen der römischen Geschichte - und damit wohl der Weltgeschichte. Er wurde bewundert, verehrt, ge­hasst; er war ein erfolgreicher Feldherr und geschickter Politiker. Einigen gilt er als der Zerstörer der römischen Republik. So unterschiedlich seine Person und Leis­tungen gewertet werden, so differenziert war wohl sein Wesen, folgte man der Ein­schätzung Dritter. Selbst Cicero, einer der Hauptgegner Caesars im Senat, schätzte jenen als einen „Mann von größter Milde und Nachgiebigkeit“[1] und beschrieb die Be­ziehung zu ihm trotz unterschiedlicher politischer Standpunkte gar als freundschaft­lich[2]. An anderer Stelle titulierte er Caesar als einen „Wahnsinnigen und Elenden“[3]. Ähnlich uneinheitlich stellt sich die Charakterisierung Caesars bei Suetonius dar; mäßigend und milde auf der einen, arrogant und die Herrschaft missbrauchend, auf der anderen Seite[4]. Die vorliegende Ausarbeitung behandelt den politischen Aufstieg Caesars bis hin zu seiner Alleinherrschaft und nimmt damit vorrangig die Durchset­zung seines Machtanspruchs in den Blick.

I. Die Grundlagen des politischen Aufstiegs

1. Die militärische Macht

Dignitas und auctoritas sind wesentliche Begriffe in der römischen Republik. Ersterer ist der von Ämtern und Leistungen abhängige Ehrenbegriff, der zweite die soziale Macht[5]. Jedoch brachte nicht zuletzt der Krieg bestimmende Persönlichkeiten wie Sulla, Pompeius und eben Caesar hervor. Denn das Heer der römischen Repub­lik war bis in das 3. Jahrhundert v. Chr. eine Bürgermiliz[6] mit wechselnden Komman­deuren. Dies wurde den militärischen Erfordernissen einer Weltmacht nicht gerecht[7]. Längerfristig dienende Verbände in größerer Zahl, die sich aus allen freien Bürgern und nicht nur aus dem Besitzbürgertum rekrutierten, wurden gebildet[8]. Damit ein­hergehend übertrug der Senat die Kommandogewalt (imperium) an einen Befehls­haber für ein bestimmtes militärisches Vorhaben bis zu dessen Abschluss und nicht nur vorübergehend, in der Regel für ein Jahr[9]. Der langfristig kommandierende Be­fehlshaber wurde zum Garanten für Wohlstand und Existenz seiner Soldaten, zumal diese Belohnung, Beute[10] und als Veteranen regelmäßig eine Abfindung in Form von Land oder finanziellen Zuwendungen zu erwarten hatten[11]. Die Legionäre waren so­mit bereit, sich den Interessen und der Politik „ihres Imperators“ zu unterwerfen. Nicht mehr der Republik leisteten die Soldaten Gehorsam, sondern ihrem Feld­herrn[12], zur Not auch in einem Bürgerkrieg[13]. Caesar hat den militärischen Faktor als Druckmittel zur Erlangung und Erhaltung politischer Macht erkannt und nie verhehlt. So soll er nach der gegen den Willen der Senatsopposition im Anschluss an sein Konsulat erfolgten Übertragung der gallischen Provinzen und zahlreicher Legionen triumphierend und zugleich drohend geäußert haben, dass er „von dort aus allen auf die Köpfe springen werde“[14].

2. Die Ämterlaufbahn

Wesentlich für die dignitas war neben den militärischen Erfolgen auch der Er­folg im Rahmen der Amtsführung. Die führende Körperschaft war der Senat (auctor­itas senatus). Alternierend besetzten im 2. Jahrhundert v. Chr. praktisch nur 25 Fa­milien des römischen Hochadels das Konsulat, sodass man sagen kann, es handelte sich bei der Führungsschicht um eine geschlossene Gruppe, deren Interessen mit denen der Republik gleichsam identisch waren[15]. 180 v. Chr. legte die Führungs­schicht in der lex villia analis die Ordnung für den Ablauf der römischen Ämterkarriere (magistratische Laufbahn, cursus honorum) fest, die u.a. Altersgrenzen für bestimmte Ämter vorschrieb[16]:

Nach einem zehnjährigen Militärdienst konnte die Quaestur erlangt werden, das Amt betreffend die öffentlichen Kassen und Archive. Danach war die Übertra­gung der Aedilität möglich. Damit ging die Verantwortung für die öffentliche Ordnung (Tempel und Straßen), Getreideversorgung und öffentliche Spiele einher. Dem folgte die Praetur. Damit verbunden waren Rechtsprechung, Provinzverwaltung und mög­licherweise ein Heereskommando. Das höchste laufbahnmäßige Amt war das Kon­sulat. Dieses Amt ermöglichte ein Heereskommando (imperium) und sah die Leitung der Volksversammlung und das Recht zu Wahlvorschlägen und Gesetzesinitiativen vor. Ferner galt der – freilich nicht durchweg eingehaltene – Grundsatz einer zwi­schen den Ämtern vorgesehenen ämterlosen Zeit von 2 Jahren[17].

Caesar hat sich – anders als Pompeius[18] und Crassus – ausgehend von einem gewissen Herkunftsbonus gleichsam hochgearbeitet und alle Ämter durch­laufen.Das mit der Zugehörigkeit zur Führungsschicht einhergehende Sozialprestige beruhte darüber hinaus auf Leistungen der Person für die Öffentlichkeit (res publica) und zwang damit zu unaufhörlicher Aktivität für die Interessen der eigenen Familie, der Klientel aber auch des ganzen Staates[19].

II. Caesars Werdegang

1. Herkunft und familiäres Umfeld

Gaius Julius Caesar wurde im Juli des Jahres 100 v. Chr. geboren. Er stammte aus patrizischem Geschlecht, das sich göttlicher Herkunft wähnte[20], und wurde mit einer hervorragenden Bildung und Ausbildung[21] ausgestattet. Dies und seine Begabung als Redner sowie sein ausgeprägtes Selbstbewusstsein bildeten das Fundament seiner Karriere. Politisch und auch familiär war Caesar mit dem Konsul Marius, einem Popularen, verbunden. Während der Diktatur des Optimaten Sulla, dem Gegner Marius, floh Caesar aus Rom[22]. Die Optimaten wollten als „die Besten“ die Herrschaft der Senatsaristokratie stärken, während die Popularen, ob­gleich in der Regel von Haus aus Angehörige des Adels[23], „aus dem Volk und für das Volk“ die Volksversammlung aufwerteten[24]. Von einem Zweiparteiensystem demo-kratischer Prägung konnte allerdings keine Rede sein.

Caesar sammelte erste militärische Erfahrungen und trat schon frühzeitig mit Erfolg als Redner[25] auf. Im Jahre 74 v. Chr. führte er in Asien erfolgreich einen Feld­zug, wobei er Soldaten als Privatmann und ohne Erlaubnis des Senats rekrutierte[26]. Nach seiner Rückkehr nach Rom und der Aufnahme in das Priesterkollegium wurde er Kriegstribun[27]. Damit begann seine eigentliche politische Karriere[28].

2. Die magistratische Laufbahn Caesars

Caesar diskreditierte als begabter Redner das von dem zwischenzeitlich ver­storbenen Diktator Sulla installierte politische System und stellte sich zunehmend öffentlich hinter die Person des Popularen Marius[29], was ihm viel Sympathie ein­brachte. Ferner unterstütze er politisch Pompeius während dessen ersten Konsulats im Jahre 70[30].

a) Die Quaestur

Im Jahr 68 erhielt er eine Quaestur und das brachte ihm automatisch einen Senatssitz ein. Im Gefolge eines Praetors ging er nach Spanien und war mit Ge­richtswesen befasst. Er versprach, sich dafür einzusetzen, den Bürgern der Pro­vinzen die römischen Vollbürgerrechte zu verschaffen[31]. Nach dem Ende der Quaestur intensivierte er die Bindung zu seinem Mentor Pompeius unter anderem durch Heirat einer von dessen Verwandten. Ferner trat er für Gesetze ein, die Pompeius eine herausragende Stellung im Staate verschafften[32].

[...]


[1] Christ, Karl: Caesar: Annäherungen an einen Diktator, München 1994, S. 79.

[2] Ebd., S. 78.

[3] Ebd., S. 79.

[4] Ebd., S. 102.

[5] Baltrusch, Ernst: Caesar und Pompeius, 2. erg. Aufl., Darmstadt, 2008, S. 66.

[6] Christ, Karl: Krise und Untergang der römischen Republik, Darmstadt 1979, S. 157.

[7] Ebd.

[8] Ebd.,S. 157 f.

[9] Christ, Caesar, S. 19 f.

[10] Christ, Krise und Untergang der römischen Republik, S. 157.

[11] Ebd., S. 158.

[12] Häusler, Lothar: Rom – Stadtstaat und hegemoniale Ordnung, in: Weltgeschichte Bd. 3: Rom und der Osten; hrsg. v. Heinrich Pleticha, Studienausgabe, Gütersloh 1996, S. 39 – 60, hier S. 53.

[13] Christ, Caesar, S. 20.

[14] Christ, Krise und Untergang der römischen Republik, S. 299.

[15] Ebd., S. 89 f.

[16] Ebd., S. 91.; vgl. auch die Übersicht bei Mehl, Andreas und Schneider, Wolfgang Christian: Die Krise der Römischen Republik. Von der res publica zum Prinzipat, Stuttgart 1988, S. 8.

[17] Christ, Krise und Untergang der römischen Republik, S. 91.

[18] Christ, Caesar, S. 34.

[19] Christ, Krise und Untergang der römischen Republik, S. 89 f.

[20] Baltrusch, Caesar und Pompeius, S. 42.

[21] Ebd., S. 42 f.

[22] Ebd., S. 43.

[23] Christ, Krise und Untergang der römischen Republik, S. 147.

[24] Häusler, Rom, in: H. Pletichas Weltgeschichte, S. 54.

[25] Christ, Caesar, S. 36.

[26] Baltrusch, Caesar und Pompeius, S. 43.

[27] Christ, Caesar, S. 36.

[28] Baltrusch, Caesar und Pompeius, S. 43.

[29] Christ, Caesar, S. 36 f.

[30] Baltrusch, Caesar und Pompeius, S. 44.

[31] Christ, Caesar, S. 37.

[32] Baltrusch, Caesar und Pompeius, S. 44.

Details

Seiten
15
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783640854646
ISBN (Buch)
9783640855001
Dateigröße
488 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v168464
Institution / Hochschule
Universität Hildesheim (Stiftung) – Geschichte
Note
1,7
Schlagworte
Triumvirat Senat Cicero

Autor

Zurück

Titel: Der politische Werdegang von Caesar