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Quellenanalyse zum Auszug aus "über den Gesellenverein" von Adolph Kolping (Elberfeld, Oktober 1848) und weitergehende Reflexionen zu anderen Lösungsansätzen der sozialen Frage

Referat / Aufsatz (Schule) 2007 8 Seiten

Geschichte Europa - and. Länder - Neuzeit, Absolutismus, Industrialisierung

Leseprobe

a)

Bei dem Zeitungsartikel des Elberfelder Kaplans und Religionslehrers Adolph Kolping, handelt es sich um eine Tradition. Sie ist einem Aufsatz „über den Ge- sellenverein“ entnommen, welcher von Kolping im Oktober 1848 zu Elberfeld verfasst wurde.

Adolph Kolping vertritt in seinem Artikel die katholische, also die kirchliche Seite bei seiner Sicht auf die Lösung der sozialen Frage.

Er hat die Idee einen Versammlungsort zu gründen, wo junge Arbeiter unter der Leitung eines Vorstandes zusammenfinden und unter geistlicher Führung ihren Körper und ihre Seele ausruhen und sich durch den Zugang zu Büchern, Zeitungen und durch Austausch mit den anderen Anwesenden weiterbilden können. (vgl. S.1, Zeile 19-21) und (S.2, Zeile 35-38)

Diese Gruppierung möchte er als einen katholischen Arbeiterverein aufbauen. Es soll den Arbeitern dort möglich sein, ihr berufliches und allgemeines Wissen zu erweitern. (vgl. S.1, Zeile 22-23)

Zusammenfassend sollen die Arbeiter zu „tüchtigen“ Bürgern erzogen werden (S.2, Zeile 43) und durch ihre aufgefrischte Religion im Herzen auch tüchtige Christen werden. (vgl. S.1, Zeile 28 und S.2, Zeile 44)

Meines Erachtens liefert Adolph Kolping einen durchaus funktionellen und vernünftig durchdachten Lösungsvorschlag zur sozialen Frage. Er lässt die christlichen Grundwerte in die Idee seines katholischen Arbeiter-vereins einfließen, wodurch gewährleistet werden soll, dass sich die Arbeiter ihrer Umwelt gegenüber friedlich verhalten und gleichzeitig der Kirche als Gläubige nicht verloren gehen.

Durch das Ermöglichen der Wissenserweiterung, welche Kolping den Ar- beitern auf möglichst vielen Gebieten zugänglich machen will, erreicht er, dass die Arbeiter eine Chance bekommen aus ihrem sozial schwachen Status „auszu- brechen“ und sich die Möglichkeit schaffen, besser bezahlte Tätigkeiten zu ergreifen.

Auch möchte Kolping, dass die Arbeiter Gelegenheit bekommen sich aus ihrem alltäglichen Trott herauszulösen und in dem Verein „Vergnügen“,

„Erheiterung“ und „Unterhaltung“ erfahren. Dies halte ich ebenfalls für eine sehr lobenswerte Absicht den Arbeitern gegenüber.

b)

Neben dem kirchlich geprägten Lösungsansatz von Kolping gab es zur damaligen Zeit auch noch andere Lösungsansätze. Hier sind vor allem die Ansätze seitens der Unternehmer und seitens der Marxisten bedeutsam.

Die Unternehmer versuchten das firmeneigene soziale Angebot zu verbessern. Hierzu wurden Programme entwickelt und diverse Ideen umgesetzt. Es wurden beispielsweise betriebseigene Rentenkassen und Versicherungen gegründet, die betriebsärztliche Versorgung verbessert oder Vergünstigungen, die Arbeitszeit betreffend, durchgesetzt.

Manche große Unternehmen bauten sogar betriebseigene Siedlungen in der Nähe ihrer Werke um den Arbeitern nahe an der Firma ein Zuhause zu geben und diese an die Firma zu „binden“.

Die radikalste Lösung strebten die Marxisten, benannt nach Karl Marx, dem geistigen Urheber der Theorie, an.

Sie waren der Ansicht, dass seit jeher in der Menschheitsgeschichte die Menschen in ihren Gesellschaften in zwei Klassen eingeteilt waren. Zur Zeit des industriellen Aufschwungs unterteilt sich die Bevölkerung ihrer Meinung nach einfach nur in bürgerliche „Besitzende“, die sogenannte Bourgeoisie und dem gegenüber die „besitzlose“ Klasse der Arbeiterschaft, das „Proletariat“.

Ziel der Marxisten war es nun, die Klassengesellschaft vollständig aufzulösen und allen Menschen im Land im gleichen Maße den Zugang zu den Produktionsmitteln zur Verfügung zu stellen.

Dieses Ziel konnte nach Meinung von Karl Marx nur durch eine radikale, aggressive Revolution erreicht werden, welche die Besitzenden „enteignen“ und die Klassenunterteilung somit auflösen würde.

[...]

Details

Seiten
8
Jahr
2007
ISBN (eBook)
9783640849468
ISBN (Buch)
9783656669937
Dateigröße
368 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v168115
Institution / Hochschule
Hanse-Kolleg, Lippstadt
Note
2,3
Schlagworte
soziale Frage Quellenanalyse Grundkurs Geschichte Kolping Adolph Kolping allgemeiner deutscher Arbeiterverein Gesellenverein über den Gesellenverein Lösung der sozialen Frage von Rueden Christian Johannes von Rueden Marx Marxismus Rüden von Elberfeld 1848 SPD Bourgeoisie marxism analysis

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