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Schwierige Führungssituationen im Projektmanagement und situationsorientierte Führung

Hausarbeit (Hauptseminar) 2008 26 Seiten

BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation

Leseprobe

Inhalt

1 Fuhrung
1.1 Was ist Fuhrung
1.2 Situationsorientierte Fuhrung
1.2.1 3-D-Modell nach Reddin
1.2.2 Kontingenz Theorie nach Fiedler
1.2.3 Modell von Vroom und Yetton
1.2.4 Situative Fuhrungsmodell von Hersey und Blanchard

2. Projektphasen
2.1 Projektkrisen
2.2 Ma&nahmen fur Krisen

3. Konflikt
3.1 Konfliktursachen und Konfliktarten
3.1.1 Veranderungs- oder Sicherheitskonflikt
3.1.2 Interessen- und Zielkonflikt
3.1.3 Wahrnehmung-, Bewertungs- und Beurteilungskonflikt
3.1.4 Besitz- und Verteilungskonflikt
3.1.5 Beziehungskonflikt
3.1.6 Rollenkonflikt
3.2 Konflikterkennungen
3.3 Der Konflikt als Chance

4. Konfliktlosung
4.1 Flucht
4.2 Vernichten des Gegners
4.3 Unterordnung des einen oder anderen
4.4 Delegation an eine dritte Instanz.
4.5 Kompromiss
4.6 Konsens

5. Mediation als Strategien fur Schwierige Fuhrungssituationen

6. Fazit

Abbildungsverzeichnis

0 Einleitung

Zu Beginn dieser Arbeit, soil die situationsorientierte Fuhrung an vier exemplarischen Beispielen dargestellt werden und ihre Bedeutung fur die Arbeit im Projektmanagement aufgezeigt werden. Desweiteren soll dargestellt werden, was Fuhrung im Projektmanagement, insbesondere in konfliktreichen Situation, bedeute und auf schwierige Fuhrungssituationen eingegangenen werden. AbschlieRend sollen Losungsansetzte aufgezeigt und dabei auch Techniken wie die Mediation erlautert werden.

1 Fuhrung

1.1 Was ist Fuhrung

Fuhren bedeutet personliche Einflussnahme auf das Verhalten Anderer zur Realisierung bestimmter Ziele. Fuhren muss dabei sowohl aufgaben- als auch personenorientierte Funktionen erfullen um erfolgreich zu sein.1

Als Fuhrung bezeichnet man die zielorientierte, soziale Einflussnahme zur Erfullung gemeinsamer Aufgaben. Im Vordergrund steht die zielbezogene

Verhaltensbeeinflussung von Mitarbeitern. Damit hangen Kommunikation und Fuhrung eng miteinander zusammen: Fuhrung ist eine besondere Art der Kommunikation zwischen zwei und mehreren Personen. Die Arbeitsergebnisse des Projektteams hangen entscheidend vom Prozess der individuellen und kollektiven Arbeitsweise und Problemlosung im Projektteam ab.2

Die aufgabenorientierte Fuhrung, die sich sehr im autoritaren Fuhrungsstill niederschlagt, befriedigt das Bedurfnis nach Aufgabenlosung und Zielerreichung. Dieser Fuhrungsstil bezieht sich auf die Leistungsorientierung. Die aufgabenorientierte Fuhrung umfasst Aufgaben wie das Planen und Festlegen von Zielen und Aufgaben, das Weiterleiten von Informationen an Vorgesetzte und Mitarbeiter, Budgeteinhaltung und Kostenuberwachung, Termineinhaltung, Steuerung der Projektaktivitaten und sachgerechte Problemlosung, Koordinierung der Einzelaktivitaten der Mitglieder im Projektteam sowie, das erstellen von Berichten.3

Die beziehungsorientierte Fuhrung, auch personenorientierte oder mitarbeiterorientierte Fuhrung genannte, umfasst Aufgaben wie die Rollen im Projektteam festzulegen, Verhaltensregeln im Projektteam zu entwickeln, klare Ziele setzten und Leistungsvereinbarungen mit den Mitarbeitern treffen, konstruktive Kritik zu auRern, Analyse und Verbesserung der Beziehungen zwischen den Mitgliedern im Projektteam und eingreifen bei Konflikten. „Die personenorientierte Fuhrung befriedigt das Bedurfnis nach guten menschlichen Beziehungen zwischen Fuhrer und Gefuhrten. Der Fuhrungsstil bezieht sich auf die Interaktion.“4

1.2 Situationsorientierte Fuhrung

„Es gibt (im Sinne von Fuhrung) keinen besten Weg, um Menschen (bezuglich ihrer Arbeit) zu beeinflussen. Welchen Fuhrungsstil ein Fuhrer bezuglich einer Gruppe benutzen sollte, hangt von der Bereitschaft der Mitarbeiter ab, die der Fuhrer beeinflussen mochte5

Die Annahme das aufgaben- und mitarbeiterorientierte Fuhrung sich gegenseitig ausschlieRen wurde in den letzten Jahren aufgegeben. Eine Studie der Ohio State University fand heraus, dass Fuhrungsstile sehr unterschiedlich sind und teilweise sehr stark variieren. Es kristallisiert sich kein dominierender Stil heraus. Stattdessen gibt es vielfaltige Kombinationen. Der daraus gezogene Schluss: Aufgabenorientierung und Mitarbeiterorientierung sind keine Entweder/ Oder-Stile.6

Der Zusammenhang zwischen unterschiedlichen Situationsmerkmalen,

Fuhrungsstilen und Fuhrungseffizienz wird in zahlreichen Fuhrungstheorien thematisiert. Exemplarisch dafur sind das 3-D-Modell von Reddin, die Kontingenttheorie der Personalfuhrung von Fiedler, das normative Entscheidungsmodell von Vroom/Yetton und das situative Fuhrungsmodell von Hersey und Blanchard, die im Folgenden ausfuhrlicher dargestellt werden sollen7

1.2.1 3-D-Modell nach Reddin

Die Fuhrungsstil-Theorie von Reddin gibt vier Grundstille an. Als grundlegende Fuhrungsstile ubernimmt Reddin zunachst, die sich aus der Unterteilung in Aufgabenorientierung und Beziehungsorientierung ergebenden Stile: Beziehungsstil, Verfahrensstil, Aufgabenstil und Integrationsstil. Zu den Bedingungsfaktoren gehoren die aus der Aufgabe erwachsenden Arbeitsanforderungen, der Fuhrungsstil des nachsthoheren Vorgesetzten, die Kollegen und Mitarbeiter, sowie die Organisationsstruktur und -kultur als System formeller und informeller Regeln.8

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1 Das 3-D-Modell der Fuhrungsstile von Reddin

Diese vier Fuhrungsstile sind nun Ausgangspunkt der 3-D-Theorie. Bislang ist das Modell jedoch erst zweidimensional. Reddin fugt als dritte Achse die Effektivitat hinzu, wodurch er in den Extrempolen des Wurfels acht Fuhrungsstile erhalt, wie in Abb. 1. dargestellt. Der Grad der Effektivitat sagt aus, inwieweit das Fuhrungsverhalten der Situation angebracht und insofern erfolgreich ist. Reddin stellt
fest, dass es keinen einzig, richtigen Grundstil der Fuhrung gabe. Im Folgenden sollen die Fuhrungsstille, die sich an den Extrempolen ergeben, erlautert werden.

1. Verfahrensstil (geringe Aufgaben- und Mitarbeiterorientierung)

Kneifer: Die Fuhrungskraft wendet rigide Regeln und Vorschriften an, selbst wenn die Situation eine flexible Anpassung erfordert. Er meidet Kontakt und fuhrt durch Regeln. Er ist weder kreativ, noch lasst er Kreativitat in seinem Team zu. Seine Meetings sind keine Treffen zum Austausch, sondern reine Diensttreffen. In seinem Team hat jeder Mitarbeiter seine klare Aufgabe. Zustandigkeiten werden, ebenso wie Ablaufe, selten geandert.

Burokrat: Die Fuhrungskraft beherrscht die Routineprozesse durch eine straffe Organisation und Regelbeachtung. Er baut ein Sicherheits-Netz fur seine Mitarbeiter auf. Er ist verlasslich, halt Ordnung, gibt Sicherheit und kontrolliert. Fur seine Mitarbeiter ist er nicht der Kontaktmensch, sondern ein Controller. Leuchten ihm soziale Kontakt als forderlich ein, werden auch diese geplant. Spontaneitat, Kreativitat, Innovation wird er kaum zulassen.9

2. Beziehungsstil (geringe Aufgaben- und hohe Mitarbeiterorientierung)

Gefalligkeitsapostel: Die Fuhrungskraft glaubt, dass zufriedene Mitarbeiter mehr leisten und vernachlassigt die Aufgabenerfullung. Er fuhrt allein durch Beziehungsarbeit und Gunstlingswirtschaft. Fur ihn sind die Tatigkeiten seiner Mitarbeiter keine Leistungen, sondern Gefalligkeiten. Lob und Tadel kennt er nicht. Er wirft alle Planungen und Zielorientierungen seiner Mitarbeiter um. Jeder, der ihm, selbst mit den logischsten Argumenten erklart, einen Gefallen nicht oder nicht sofort tun zu konnen, wird dafur bestraft. Das fordert Gunstlingswirtschaft und hindert Teambildung.

Forderer: Er delegiert Aufgaben situationsangemessen. Er erwartet eine bessere Aufgabenerfullung durch Mitarbeiterentwicklung. Er arbeitet aktiv an den Starken und Schwachen der Mitarbeiter. Er baut Beziehungen zu Mitarbeitern auf. Er aktiviert ihre Starken und bearbeitet ihre Schwachen. Wenn er nur einzelnen, ausgewahlten Personen Chancen aufzeigt, kann er da druber das Team vergessen. Dass fuhrt dazu, dass auch ihm Gunstlingswirtschaft vorgeworfen wird und die geforderten Mitarbeiter nicht in das Team integrieren werden.10

3. Der Aufgabenstil (hohe Aufgaben-, geringe Mitarbeiterorientierung)

Autokrat: Er setzt auf seine Amtsautoritat bzw. Positionsmacht und uberfordert die Mitarbeiter. Er ist der diktatorische Alleinherrscher. Seine wesentlichsten Steuerungselemente sind Kontrolle, Drohungen, Angst und ausschlieRlich sachliche Zuwendungen wie Geld oder Statussymbole. Er denkt streng hierarchisch. Ein Team macht ihm Angst, da es als Organ zu viel Kraft hat.

Macher: Er setzt reale Anspruche und uberzeugt durch Expertenwissen. Er orientiert sein Verhalten rein am Nut]zen. Der Macher arbeitet hart und zielgerichtet. Er arbeitet selbst an der Front. Er gibt das Tempo vor und in den meisten Fallen auch die Arbeitsweise, Methode, Planung, Zeit. Er fragt nicht lange, er macht.11

4. Integrationsstil (hohe Aufgaben- und Mitarbeiterorientierung)

Kompromissler: Versucht es allen recht zu machen. Vermeidet Konfrontationen und zeigt Entscheidungsschwache. Er kann nicht „Nein“ sagen. Er sucht zwar das Gesprach, aber er wird sich mehr daran aufhalten, Verstandnis fureinander zu erreichen als die Aufgabe auszufuhren.

Integrierer: Dynamische Fuhrungskraft, die kooperativ fuhrt und zielorientiert Mitarbeiter motiviert. Er ist zielorientiert und geht auf die Starken und Schwachen der Mitarbeiter ein. Neue Mitarbeiter werden eingefuhrt, eingearbeitet und erhalten Mentoren an die Seite. Schwachere Mitarbeiter erhalten Starkere als Unterstutzung an die Seite. Er fuhrt Einzelgesprache und stellt das Wohlbefinden eines jeden Mitarbeiters in den Vordergrund.12

[...]


1 Vgl.Knebe; Zander, 1996 S. 36

2 Vgl.http://www.ibim.de/projekt/4-1.htm

3 Vgl.www.leadion.de/artikel.php?artikel=0183

4 http://classic.unister.de/Unister/wissen/sf_lexikon/ausgabe_stichwort1175_28.html

5 www.leadion.de/artikel.php?artikel=0183

6 Vgl. www.leadion.de/artikel.php?artikel=0184

7 Vgl.Holtbrugge, 2005S.183

8 Vgl. http://www.tu-

chemnitz.de/bps/wirtschaft/bwl5/fuehrungstheorien/le5/dokumente/kursskript_klassiker.pdf

9 Vgl. http://www.a-heinecke.de/Veranstaltungen/Personalwirtschaft/reddintile.pdf

10 Vgl. http://www.a-heinecke.de/Veranstaltungen/Personalwirtschaft/reddintile.pdf

11 Vgl. http://www.a-heinecke.de/Veranstaltungen/Personalwirtschaft/reddintile.pdf

12 Vgl. http://www.a-heinecke.de/Veranstaltungen/Personalwirtschaft/reddintile.pdf

Details

Seiten
26
Jahr
2008
ISBN (eBook)
9783640849864
ISBN (Buch)
9783640849567
Dateigröße
667 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v168102
Institution / Hochschule
Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin
Note
1,3
Schlagworte
Situationsorientierte Führung 3-D-Modell nach Reddin Führungsstille Kontingenz Theorie nach Fiedler Modell von Vroom und Yetton Situative Führungsmodell von Hersey und Blanchard Projektkrisen Konfliktursachen und Konfliktarten Konfliktlösung Projektmanagement

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