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Eignung theoretischer Erklärungsansätze zur Internationalisierung von kleinen und mittleren Unternehmen

Seminararbeit 2003 22 Seiten

BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Besonderheiten von KMU

3. Erläuterung und Analyse theoretischer Erklärungsansätze zur Internationalisierung von KMU
3.1. Behavioristische Theorie der Internationalisierung von Aharoni
3.1.1. Erklärung des Modells
3.1.2. Kritische Würdigung
3.1.3. Anwendung bei KMU
3.2. Das „Uppsala-Internationalisierungs-Modell“ von Johanson/Vahlne
3.2.1. Erklärung des Modells
3.2.2. Kritische Würdigung
3.2.3. Anwendung bei KMU
3.3. Die Eklektische Theorie der internationalen Produktion von Dunning
3.3.1. Erklärung des Modells
3.3.2. Kritische Würdigung
3.3.3. Anwendung bei KMU
3.4. Ressourcentransferorientierter Bezugsrahmen des Internationalen Management von Fayerweather (binationale Dimension)
3.4.1. Erläuterung des Modells und kritische Würdigung
3.4.2. Anwendung bei KMU

4. Internationalisierung von KMU

5. Kritische Gesamtbeurteilung und Schlussbetrachtung

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Das “Uppsala-Internationalisierungs-Modell”

Abbildung 2: Eklektische Theorie – Zusammenhang zwischen OLI-Vorteilen und Formen des Auslandsengagements

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

Heutzutage, im Zeitalter der fortschreitenden Globalisierung und Internationalisierung, müssen sich nicht nur Großunternehmen mit der Tatsache auseinandersetzen in ausländischen Märkten Fuß zu fassen. Auch die kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) sollten den Aspekt der Internationalisierung in Betracht ziehen, um nicht Gefahr zu laufen, wertvolle Wettbewerbsvorteile gegenüber Konkurrenten zu verlieren. Allerdings muss man beachten, dass sich KMU in eigentlich jedem Bereich von Großunternehmen unterscheiden und somit auch der Internationalisierungsprozess in anderen Bahnen verläuft (vgl. Pichler/Pleitner/Schmidt 1996, 35).

Die vorliegende Arbeit versucht aufzuzeigen, inwieweit eine Auswahl theoretischer Erklärungsansätze in Bezug auf die Internationalisierung von KMU angewendet werden kann. Bevor diese Ansätze näher beleuchtet und analysiert werden, sollen zunächst in Gliederungspunkt zwei die Besonderheiten von KMU sowie gewisse Schwierigkeiten aufgezeigt werden. Dann erfolgt in Punkt drei eine detailliertere Beschreibung der Modelle bzw. Theorien von Aharoni, Johanson/Vahlne, Dunning und Fayerweather. Weiterhin soll in diesem Abschnitt überprüft werden, ob und inwieweit diese Theorien auf KMU übertragen werden können. Im Anschluss folgt ein Überblick über die Internationalisierung von KMU und schließlich eine kritische Gesamtbeurteilung und Schlussbetrachtung.

2. Besonderheiten von KMU

KMU unterscheiden sich in vielerlei Hinsicht von Großunternehmen. Um Internationalisierungszusammenhänge besser verstehen zu können, sollen zunächst einige Eigenschaften von KMU näher betrachtet werden.

Bisher gibt es noch keine einheitlichen Abgrenzungsrichtlinien für KMU in den einzelnen Ländern bzw. in der Europäischen Union (EU). Gründe für diese Uneinheitlichkeit liegen vor allem in der Diversität der verschiedenen Volkswirtschaften in Bezug auf die Struktur und Größe (vgl. Weber/Kabst 2000, 3). In Pichlers Werk (1996, 11) werden ’kleine’ Unternehmen wie folgt definiert: „diejenigen Betriebe, in denen der Unternehmer selbst überwiegend in der Produktion bzw. fachlich-technisch mittätig ist und die kaufmännisch-organisatorischen Aufgaben hauptsächlich von Familienmitgliedern getragen werden“. Zu den ’mittleren’ Unternehmen zählen solche, „in denen der Unternehmer zwar noch weitgehend, aber nicht mehr ausschließlich in der Produktion bzw. Leistungserstellung unmittelbar mitwirkt und in vermehrtem Maße andere Funktionen übernimmt“, während der Unternehmer in ’großen’ Unternehmen „nicht mehr selbst in der Produktion tätig ist, sondern hauptsächlich kaufmännisch-organisatorische Aufgaben erledigt“ (Pichler/Pleitner/Schmidt 1996, 11-12).

Nach der Definition der EU von 1996 müssen drei Bedingungen erfüllt sein, damit man von einem KMU sprechen kann: (1) es dürfen maximal bis zu 250 Beschäftigte im Unternehmen tätig sein, (2) das Unternehmen darf maximal einen Umsatz von 40 Mio. € erzielen oder eine Jahresbilanzsumme von maximal 27 Mio. € aufweisen und (3) Unabhängigkeit und Eigenständigkeit müssen gegeben sein (vgl. Pichler/Pleitner/Schmidt 1996, 13; Weber/Kabst 2000, 7; Mugler 1998, 31).

Das Institut für Mittelstandsforschung in Deutschland erachtet alle Unternehmen mit einer Zahl von bis zu 499 Beschäftigten als dem Mittelstand zugehörig (vgl. Weber/Kabst 2000, 6; Backes-Gellner/Huhn 2000, 178).

Bei der Begriffsabgrenzung kann zwischen qualitativen und quantitativen Merkmalen unterschieden werden, wobei sich die Abgrenzung nach quantitativen Gesichtspunkten wesentlich einfacher gestaltet. Die qualitativen Aspekte werden in hohem Maße durch den Eigentümer bestimmt bzw. geprägt, und sind somit nicht so leicht zu erheben (vgl. Pichler/Pleitner/Schmidt 1996, 12; Weber/Kabst 2000, 6). Beispiele für qualitative Merkmale sind u.a. die Selbständigkeit der Unternehmung, Leitung und Organisationsstruktur. Quantitative Merkmale wiederum bestehen aus gut messbaren Kennzahlen, wie z.B. Gewinn, Umsatz Produktionsmenge, Beschäftigtenzahl, etc. (vgl. Pichler/Pleitner/Schmidt 1996, 12; Weber/Kabst 2000, 7). So wird häufig die Zahl der Beschäftigten als Abgrenzungsfaktor verwendet, da diese Kennzahl relativ einfach zu erheben ist.

Eine wesentliche Charakteristik von KMU ist die begrenzte Verfügbarkeit von Fähigkeiten und Ressourcen, was gleichzeitig auch ein großes Problem in Bezug auf die Internationalisierung darstellt (vgl. Weber/Kabst 2000, 9). Im Vergleich zu Großunternehmen verfügen KMU über Personal, das vorwiegend aus Generalisten besteht, die jedoch auch über Spezialistenwissen verfügen sollten um vielseitig einsetzbar zu sein (vgl. Pichler/Pleitner/Schmidt 1996, 20). Durch das Vorhandensein von Generalisten wird ein gewisses Maß an Flexibilität gewährleistet, dass sich das Unternehmen vor allem gegenüber Veränderungen in Umwelt und Technologie zunutze machen kann. Ein weiterer Vorteil der KMU liegt in der Leistungsdifferenzierung. So ist ein Unternehmen aufgrund der besseren Überschaubarkeit, kürzeren Informationswege und Kundennähe „gegenüber Veränderungen des Marktes besonders anpassungsfähig“ und kann „sich flexibel auf Neuerungen einstellen“, was besonders in schlechten Konjunkturzeiten vorteilhaft ist (Pichler/Pleitner/Schmidt 1996, 23-27). Häufig sind kleinere Unternehmen kreativer und damit auch innovativer, was einen erheblichen Wettbewerbsvorteil darstellt, da somit individuelle Kundenbedürfnisse befriedigt werden können (vgl. Pichler/Pleitner/Schmidt 1996, 23-24). Weiterhin hält sich der administrative Aufwand in Grenzen, wodurch die Organisationskosten wesentlich geringer ausfallen (vgl. Pichler/Pleitner/Schmidt 1996, 25). Ein anderer wichtiger Aspekt liegt darin, dass durch KMU die Entstehung von Monopolen erschwert und die Wirtschaftsstruktur somit ausgeglichen wird (vgl. Pichler/Pleitner/Schmidt 1996, 27-28). Der Unternehmer hat bei KMU eine herausragende Bedeutung, da er alleiniger Risikoträger und somit der Unternehmenserfolg sehr von den Fähigkeiten des Unternehmers abhängig ist, was sich allerdings nicht immer positiv auf den Betrieb auswirkt (vgl. Pichler/Pleitner/Schmidt 1996, 25-29).

Trotz vieler Vorteile weisen KMU auch zahlreiche Nachteile auf. Grenzen zeigen sich bereits in Bezug auf Lobbying und Marktmacht. Die Marktmacht ist im Vergleich zu Großunternehmen eher klein, aufgrund einer geringeren Nachfragemenge bei Lieferanten und des nicht so gut ausgebauten Marketing und der Vertriebslogistik (vgl. Pichler/Pleitner/Schmidt 1996, 21). Weitere Schwierigkeiten zeigen sich bezüglich der Finanzierung. So gestaltet es sich für KMU schwierig bis unmöglich, einen Zugang zu öffentlichen Kapitalmärkten zu bekommen, um andere Finanzierungsquellen zu nutzen (vgl. Pichler/Pleitner/Schmidt 1996, 24).

3. Erläuterung und Analyse theoretischer Erklärungsansätze zur Internationalisierung von KMU

3.1. Behavioristische Theorie der Internationalisierung von Aharoni

3.1.1. Erklärung des Modells

Aharoni versucht in seiner Theorie zu erklären, warum sich viele Unternehmen bei ihrer Internationalisierungstätigkeit nicht für Direktinvestitionen im Ausland entscheiden, obwohl die hohen Gewinnchancen, die sich im Ausland bieten durchaus das dabei entstehende Risiko kompensieren (vgl. Perlitz 1981, 108; 2000, 107-108; Welge/Holtbrügge 2001, 67). Ein Grund für die eher irrationale Verhaltensweise ist, dass Direktinvestitionen schon im Vorfeld als zu risikoreich abgewertet werden, obwohl diese These nach einer rechnerischen Überprüfung leicht widerlegt werden kann (vgl. Perlitz 1981, 108). Durch die begrenzte Rationalität wird anstelle einer optimalen Lösung bzw. Nutzenmaximierung eine „befriedigende Lösung“ angestrebt (vgl. Glaum 1996, 97).

Anhand einer empirischen Studie versuchte Aharoni diese Theorie zu belegen, indem er 38 Firmen in den USA dazu befragte, warum sie „nicht stärker in den weniger entwickelten Ländern investieren“ (Bäurle 1996, 51). Während seiner Untersuchungen stellte Aharoni fest, dass das Modell zweigeteilt ist. Einerseits unterscheidet man „die auf individueller Ebene des Individuums bzw. sozialer Gruppen angesiedelten Entscheidungsprozesse, die zu Direktinvestitionen führen“ und andererseits „auf Gesamtunternehmungsebene den langfristigen Internationalisierungsprozess der Unternehmung“ (Bäurle 1996, 58). Der Entscheidungsprozess bei Direktinvestitionen verläuft in vier allgemeingültigen Phasen: (1) Überlegung im Ausland zu investieren (Anstoßphase), (2) Phase der Projektevaluierung (Bewertungsphase), (3) Entscheidung im Ausland zu investieren (Investitionsphase) und (4) Nachprüfungs- und Verhandlungsphase (vgl. Bäurle 1996, 52-55; Perlitz 2000, 108; Glaum 1996, 104-106).

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Details

Seiten
22
Jahr
2003
ISBN (eBook)
9783638215350
ISBN (Buch)
9783638691475
Dateigröße
604 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v16803
Institution / Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena – Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät
Note
2,7
Schlagworte
Eignung Erklärungsansätze Internationalisierung Unternehmen

Autor

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Titel: Eignung theoretischer Erklärungsansätze zur Internationalisierung von kleinen und mittleren Unternehmen