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Projektunterricht an der Realschule im Fach Geschichte. Schülerinnen erarbeiten eine Ausstellung zur Geschichte der Schule

Hausarbeit (Hauptseminar) 2010 20 Seiten

Pädagogik - Der Lehrer / Pädagoge

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Meine Erwartungen

3. Sachanalyse

4. Didaktische Analyse
4.1.Gegenwartsbedeutung
4.2. Zukunftsbedeutung
4.3. Exemplarität
4.4. Struktur des Inhalts

5. Lernziele

6.Strukturierung und Methoden

7. Verlaufsplanung

8. Resümee

9. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Die vorliegende Hausarbeit bezieht sich auf das Aufbaumodul Geschichts-didaktik, mit dem Schwerpunkt „Geschichte unterrichten“.

Ich habe mich für das Proseminar mit dem Titel: „Projektunterricht: Schüler erarbeiten eine Ausstellung zur Geschichte der Schule“ entschieden. Inhalt des Seminars, das im Block stattfand, war der Realisierungsprozess der Gestaltung einer Ausstellung zur Schulgeschichte einer Mädchenrealschule. Mit den Schülerinnen der 7. Jahrgangsstufe der Mädchenrealschule X in Y erarbeiteten wir Studentinnen, im Rahmen des Projektunterrichts, an drei Vormittagen der Woche die jeweiligen Einheiten der Ausstellung. Dies geschah in 7 Kleingruppen, mit jeweils circa 12 Schülerinnen. Jede am Seminar teilnehmende Studentin war für jeweils eine Kleingruppe zuständig und verantwortlich.

Ich möchte in der Hausarbeit auf die Arbeit meiner Gruppe eingehen, diese behandelte die Ausstellungseinheit der Zeitzeugeninterviews und deren Auswertung. Hierfür standen 2 ehemalige und aktuelle Schülerinnen, sowie 2 ehemaligen und aktuelle Lehrerrinnen zur Verfügung. Zu Beginn möchte ich die Erwartungen beschreiben, mit denen ich an den Projektunterricht heranging und anschließend zur Sachanalyse des Themas, sowie der didaktischen Analyse übergehen. Die Unterrichtsstrukturierung der drei Tage schließt sich der Formulierung der Lernziele an und wird durch eine tabellarische Planungsübersicht, sowie ein abschließendes Resümee, in Form von Feedbackauswertungen der Schülerinnen und einer Bewertung des Projektunterrichts meinerseits, abgerundet.

2. Meine Erwartungen

Als ich erfuhr, dass für das Aufbaumodul der Geschichtsdidaktik ein Blockseminar mit dem Thema des Projektunterrichts angeboten wird, weckte das sofort mein Interesse. Ich habe schon das pädagogisch-didaktische Blockpraktikum an einem Gymnasium abgeleistet und dabei gemerkt wie viel Spaß und Freunde mir die Arbeit mit Schülern bereitet. Die Erwartungen die ich speziell an die Schülerinnen hatte, ergaben sich dann durch die Wahl meines Themenbereichs in der Konzipierung der Ausstellung. Die vordringlichste Erwartung die ich an die Schülerinnen stellte, war natürlich das nötige Interesse an Geschichte im Allgemeinen. Darauf aufbauend erhoffte ich mir einen Wissenshunger der Schülerinnen an ihrer eigenen Schulgeschichte. Um weiter ins Detail zu gehen setzt das Interview mit Zeitzeugen meiner Meinung nach ein großes Interesse an Kommunikation voraus. Deshalb erwartete ich von den Schülerinnen zu allererst die Bereitschaft, sich einer fremden Person gegenüber eloquent zu zeigen und auch die Fähigkeit zu besitzen an markanten Stellen flexibel von einem angefertigten Fragenkatalog abzuweichen, um eventuell genauer auf ein bestimmtes Thema einzugehen zu können.

3. Sachanalyse

1912 eröffnet die X ein kleines Töchterpensionat in Y. Nach dem Ersten Weltkrieg entsteht 1919 eine staatlich anerkannte Haushaltungsschule in der 60 bis 80 junge Frauen für ein Jahr lang das Backen, Bügeln und Bohnern erlernen können.

1933 wird in Haus Z die Haustöchterschule gegründet, die später als Mädchenrealschule mit drei Klassen geführt wird. 1935 wird die Schule staatlich anerkannt. Die „mittlere Reife“ ist der Abschluss, den die Mädchen nun dort erhalten. 1938 erfolgt die Umwandlung der Schule in eine Mädchenmittelschule. Zu Kriegsbeginn jedoch wird die Schule geschlossen und das Gebäude als Lazarett genutzt. Nach dem Krieg werden die Schulen in Z wiedereröffnet. Viele Schülerinnen kommen von auswärts und leben in angeschlossenen Internaten der X. Die Mädchenmittelschule wird in den folgenden Jahren weiter ausgebaut. Die Schülerinnen können als fachlichen Schwerpunkt hauswirtschaftliche oder wirtschaftskundliche Fächer wählen. Zum Angebot der Schule gehören neben Schulandachten das tägliche Morgengebet und freiwillige Bibelgespräche.

Ab 1965 wird die Schule als „Realschule“ geführt. Danach erfolgt die Ausweitung auf vier Jahrgangsstufen. Die Schule benötigt nun auch mehr Platz, so dass 1970 ein neues Schulhaus gebaut wird. Die Mädchenrealschule besteht viele Herausforderungen. Das Schulgebäude wird bis 2001 umfassend saniert und erhält sein heutiges Bild. Danach wird die Schule zur sechsstufigen Realschule umgestellt. Wichtig ist die Vorbereitung auf den Beruf: Die Schülerinnen der 9. Klassen durchlaufen ein einwöchiges Betriebspraktikum.

Jährlich veranstaltet die Schule einen Berufsorientierungstag: Fachleute stellen hier verschiedene Berufe und Ausbildungen vor. Die Schule zeigt deutlich ihr religiöses Profil: Am Montagmorgen findet eine Andacht für alle statt, der Unterricht beginnt täglich mit Gebet. Im Unterricht werden in allen Fächern Schlüsselqualifikationen und christliche Werte vermittelt.[1]

4. Didaktische Analyse

Wolfgang Klafki veröffentlichte erstmals 1958 die "Didaktische Analyse als Kern der Unterrichtsvorbereitung". Für die Lehrergeneration Ende der 50er und Anfang der 60er Jahre wurde die Didaktische Analyse zum bestimmenden Modell.

Kerngedanke ist ihr "bildungstheoretischer Hintergrund" zu einer Zeit der geisteswissenschaftlich orientierten Didaktik mit dem "Primat der Inhalte". Vorrangig und leitend ist die Bildung anhand von Inhalten.

Die Didaktische Analyse stellt 5 Fragen:

1. Exemplarische Bedeutung,
2. Gegenwartsbedeutung,
3. Zukunftsbedeutung,
4. Struktur des Inhalts,
5. Unterrichtliche Zugänglichkeit.[2]

Anhand der ersten vier Leitfragen Klafkis möchte ich die didaktische Analyse vornehmen.

4.1.Gegenwartsbedeutung

Die bereits vorhandenen Kenntnisse der Schülerinnen bezüglich ihrer Schulgeschichte sollten aufgrund eines umfassenden Aushangs in der Pausenhalle relativ gefestigt sein.[3] Zweifelsohne werden nicht alle Schülerinnen mit den gleichen gesicherten Kenntnissen über den genauen Verlauf der „Schulwerdung“ ihrer Realschule Bescheid wissen. In der 7. Klasse sollten die Schülerinnen meiner Ansicht nach jedoch spätestens über die genauen Hintergründe ihrer Schule informiert sein. Denn auch außerschulisch werden die Schülerinnen damit konfrontiert, auf eine reine Mädchenschule zu gehen, da dies in der heutigen Zeit eine Seltenheit darstellt. Wie Peter Gautschi beschreibt, bauen Schüler ihre Werturteile gerade dann auf, wenn sie Themen der Vergangenheit direkt mit sich selbst in Verbindung bringen können. Insofern findet hier der Übergang von der Gegenwartsbedeutung zur Zukunftsbedeutung statt.[4]

4.2. Zukunftsbedeutung

Die allgemeinen Einsichten, die die Schülerinnen durch die Erarbeitung ihrer Schulgeschichte erlangen, können eine wichtige Rolle im späteren Leben der Kinder spielen.

Die religiös verankerte Lehrkultur, die sich aus dem geschichtlichen Werdegang der Schule ergibt, kann den Schülerinnen ein Lebensmodell vorschlagen, das auch sie später weiterführen können. Die Einsicht darüber, wie die Schule entstand, ermuntert die Schülerinnen eventuell dazu auch zukünftig an der Schulentwicklung aktiv beteiligt zu sein und soziale Fähigkeiten weiter auszubauen. Des Weiteren wird speziell durch die Zeitzeugeninterviews die soziale Fähigkeit, sich in andere Menschen hineinzuversetzen und nicht von sich in unhistorischer Weise auf andere zu schließen, gefördert.

4.3. Exemplarität

Exemplarisch an der Erarbeitung der Schulgeschichte erlernen die Schülerinnen den Umgang mit vorgegebenen Fakten und Daten. Den richtigen Zusammenhang aus Quellen zu erschließen und die Schlüsselinformationen herauszufiltern, bildet die Basis für ein Verständnis für wissenschaftliches Arbeiten. Anhand der Schulgeschichte bekommen die Schülerinnen gleichzeitig ein Gefühl für die Zeitverhältnisse und die Sozialgeschichte des beginnenden 20. und 21. Jahrhundert. Die hier erfahrenen Grundeinsichten erleichtern den Schülerinnen das Verständnis für die folgenden Themen des Geschichtsunterrichts. Ebenso wird durch den Projektunterricht die Schlüsselqualifikation erlangt, fremdartiges sinnvoll darzustellen. Genauso die Bereitschaft, die Zeitgebundenheit der Geschichte anzunehmen und aus der Zeit heraus sinnvoll zu argumentieren.

[...]


[1] Ausstellungsfahnen der Schule; am Rand der Pausenhalle.

[2] Meyer, Meinert A.; Meyer, Hilbert: Wolfgang Klafki, Eine Didaktik des 21. Jahrhundert? Weinheim/Basel, 2007.

[3] Siehe Ausstellungsfahnen in der Pausenhalle.

[4] Gautschi, Peter: Der Beitrag des Geschichtsunterrichts zur Entwicklung von Einstellungen. In: Bauer, Jan-Patrick/ Meyer-Hamme, Johannes/ Körber, Andreas (Hg.): Geschichtslernen- Innovationen und Reflexionen, Kenzingen 2008, S.303.

Details

Seiten
20
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783668250321
ISBN (Buch)
9783668250338
Dateigröße
447 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v168002
Note
Schlagworte
Unterrichtsverlauf Projekt Ausstellung Geschichte Realschule Reflexion

Autor

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