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"Metaphysische Bedeutungsaspekte des ‘Nichts’ bei Heidegger“

Hausarbeit 2010 18 Seiten

Philosophie - Philosophie des 20. Jahrhunderts

Leseprobe

Gliederung

1. Einleitung: „Intention, Aufbau und Leitfragen“
1.1 Wesentliche Aspekte der Philosophie Heideggers
1.2 „Uber das metaphysische Fragen“

2. Nichts im metaphysischen Sinn bei Heidegger
2.1 Die Logik des Nichts
2.2 Kritik Rudolf Carnaps

3. Zusammenfassung

4. Literaturverzeichnis

1. Einleitung : „Intention, Aufbau und Leitfragen“

Diese Hausarbeit versucht sich mit den Haupt-Bestandteilen der metaphysischen Konzeption Martin Heideggers (1889-1976), einem der bedeutendsten Philosophen des 20. Jahrhunderts, unter Einbezug seines Hauptwerkes „Sein und Zeit“ und auf der Basis seines Vortrages „Was ist Metaphysik“, auseinanderzusetzen. Dabei sollen die wesentlichen Bedeutungsaspekte in Bezug auf die Theorie uber das „Nichts“ herausgefiltert werden, die es erlauben, ansatzweise eine Aussage daruber zu treffen, welche Bedeutungsaspekte aus der heutigen philosophischen Perspektive als widerlegt, bestatigt oder noch modifizierbar gelten konnten.

Hauptschwerpunkt der Betrachtung liegt auf der Analyse der Argumentation Heideggers im Kontrast zu Rudolf Carnaps Anschauung uber die Logik von Heideggers Thematik und Methode.

Dazu wird zu Beginn des ersten Teils, der als Einfuhrung gilt, eine Annaherung an die Hauptthematik erbracht. Des Weiteren werden wesentliche Termini, wie z.B. „Metaphysik“ erlautert, welche in dem MaRe dargelegt werden sollen, wie es der Bezug auf das Thema der Hausarbeit erfordert.

Daraufhin wird im ersten Teil die auftauchende Problematik bei der Auseinandersetzung mit den metaphysischen Bedeutungsaspekten des „Nichts“ erlautert.

Im Haupt-Teil der Arbeit wird die Konzeptionen von Heidegger uber das „Nichts“ analysiert, wobei folgende Leitfrage in die Analyse einflieRt:

Ist es sinnvoll, die Logik als Methode auszuschlieRen? Der Hauptteil gliedert sich in zwei Teile, zum Einen wird „das Nichts“ im metaphysischen Sinn erlautert, zum Anderen wird die Kritik des Philosophen Rudolf Carnaps zum Tragen kommen, der als wesentlicher Vertreter des logischen Empirismus metaphysische Konzeptionen grundsatzlich in Frage zu stellen versucht.

Im dritten Teil dieser Arbeit wird zusammenfassend dargestellt, ob und inwiefern ein eigentliches Vorhandensein und die sich daraus ergebenden Konsequenzen des „Nichts“ als metaphysischen Tatbestand generierbar sind, sowie der Aspekt der Logik beurteilt.

1.1 Wesentliche Aspekte der Philosophie Heideggers

Um Heideggers metaphysisches Denken nachvollziehen zu konnen, soll der Begriff „Metaphysik“ genauer dargestellt werden. Heidegger leitet den Terminus „Metaphysik“ aus dem griechischen Wort „meta“ und „physis“ her. „Meta“ steht fur „danach, dahinter, daruber“, „physis“ fur ist das Wachsende, das Wachstum, das Gewachsene, wobei sich der Begriff nicht auf den Bedeutungsgehalt von Natur einschranken lasst - was nunmehr als „Physik“ bezeichnet wird. Diese Herleitung Heideggers basiert auf der Gesamtausgabe veroffentlichter Freiburger Vorlesungen uber „Die Grundbegriffe der Metaphysik“. Der „logos“ gehort Heidegger nach ursprunglich zur „physis“, da der Mensch uber das „Physische“ spricht und damit offenkundig macht (vgl. Beckmann, Jan P.: „Allgemeine Metaphysik im 20. Jahrhundert“, Kurseinheit 3 und 4, FernUniversitat Hagen, S.112f.).

Durch Aristoteles pragte sich eine fruhzeitige Dogmatisierung dreier philosophischer Richtungen ein, und zwar die die Lehre vom Urteil (Logik), die Lehre vom Tun und Lassen (Ethik) und die Lehre vom naturhaft Seienden (Physik) (vgl. Beckmann, Jan P.: „Allgemeine Metaphysik im 20. Jahrhundert“, Kurseinheit 3 und 4, FernUniversitat Hagen, S.115.).

Ein Hauptaspekt der Theorien Heideggers basiert auf der Unterscheidung zwischen Sein und Seienden. Das Sein ist seiner Auffassung nach der Quellgrund alles Seienden. Den Unterschied zwischen allem Seienden und dem Sein benennt Heidegger als „ontologische Differenz“ (vgl. Beckmann, Jan P.: „Allgemeine Metaphysik im 20. Jahrhundert“, Kurseinheit 3 und 4, FernUniversitat Hagen, S.27f.). Ontologie wurde als Begriff bereits 1613 durch den Philosophen Rudolf Goclenius (1547-1628) neu gebildet, und loste damit die von Aristoteles eingefuhrte Bedeutung als „Erste Philosophie“ ab. Nach Aristoteles existiert „(...)eine Wissenschaft, deren Betrachtung gerichtet ist auf das Seiende, insofern es ist.“ (vgl. Aristoteles, „Metaphysik IV“, 1; 1003 a, 21f.). Der neu gepragte Begriff bezeichnete nunmehr eine Disziplin der theoretischen Philosophie, was nach traditioneller Terminologie als „allgemeine Metaphysik“ gemeint ist. Positive Einzelwissenschaften beschaftigen sich mit „ontischen“ Fragen, also mit denjenigen, die Seiendes behandeln. Jedoch muss man, um ontische Fragen beantworten zu konnen, sich im Vorhinein des „ontologischen Fragens“ bedienen, was bedeutet, dass man sich mit der Art und Weise des Seins des Ontischen und mit dem Logos, dem Grund des Seienden beschaftigen muss (vgl. Beckmann, Jan P.: „Allgemeine Metaphysik im 20. Jahrhundert“, Kurseinheit 3 und 4, FernUniversitat Hagen, S.31).

Heidegger grundet das komplette Verstandnis vom Sein in die wesensmaRige Entschlossenheit des Seins des menschlichen Daseins, was man als Fundamentalontologie bezeichnet (vgl. Metzler Philosophie Lexikon, Burkard, Franz-Peter: Fundamentalonotologie, S.187).

In seinem Hauptwerk „Sein und Zeit“, wendet Martin Heidegger die von seinem Lehrer Edmund Husserl (1859-1938) entwickelte phanomenologische Methode an. Der Begriff der Phanomenologie basiert auf dem griechischen Begriff „phainomenon“, welcher fur „das Erscheinende“ steht (vgl. Metzler Philosophie Lexikon, Prechtl, Peter, S. 435 f.). Nach Platon dient der Begriff ursprunglich dazu, um Erscheinungen der Wirklichkeit zu bezeichnen (a.o.O.).

Dabei ist es notwendig, zwischen Phanomen und Erscheinung zu differenzieren. Phanomen ist Heideggers Ansicht nach etwas, „[...]das sich entweder dem ursprunglichen Sinne nach selbst zeigt oder aber im Sinne einer negativen Ableitung nur so aussieht wie.](vgl. Beckmann, Jan P.: „Allgemeine Metaphysik im 20. Jahrhundert“, Kurseinheit 3 und 4, FernUniversitat Hagen, S.38). Auf dieser Grundlage behauptet Heidegger, dass Phanomene niemals Erscheinungen sind. Phanomenologie ist ihm nach zuruckzufuhren auf die ursprungliche Bedeutung von „Logos“, in dem Fall „Rede“ und bezieht sich darauf etwas offenkundig zu machen bzw. „etwas ans Licht bringen“. Phanomene sind demnach „das sich Zeigende“.

Phanomenologie hat Prechtl nach als Erkenntniskritik die Aufgabe konstituierenden Leistungen des Bewusstseins in allgemeiner Struktur aufzuweisen. Vorstellungen der Welt, welche hingenommen werden, ohne diese zu hinterfragen, werden eingeklammert, bis innerhalb der phanomenologischen Analyse obligatorische Sinnkonstitutions- leistungen des Bewusstseins aufgezeigt sind. Bei Heidegger erhalt die Methode der phanomenologischen Deskription den Charakter der verstehenden Auslegung des Sinns des Seins von Dasein (vgl. Metzler Philosophie Lexikon, Prechtl, Peter, S. 435 f.). Ein Beispiel fur diese Herangehensweise findet sich in Heideggers „Was ist Metaphysik“, wo er sich wie folgt auRert: „[...]denn sie [die Metaphysik] stellt das Seiende (dv) stets nur in dem vor, was sich als Seiendes (n dv) schon von diesem her gezeigt hat. Die Metaphysik achtet jedoch dessen nie, was sich gerade in diesem dv, insofern es unverborgen wurde, auch schon verborgen hat (vgl. Heidegger, Martin: „Was ist Metaphysik“, S. 21 f.).

1.2 Uber das metaphysische Fragen

In der Einleitung von „Was ist Metaphysik“ betont er dass die eigentliche Frage des Vortrages, namlich die Wahrheit des Seins, im Vordergrund der Auseinandersetzung steht.

Der Titel „Was ist Metaphysik?“ ist eines vom deutschen Philosophen Martin Heidegger am 24. Juli 1929 gehaltenen Vortrages. Es ist die offentliche Antrittsvorlesung Heideggers, der zu diesem Zeitpunkt an der Freiburger Universitat den Lehrstuhl Husserls ubernahm.

In diesem Vortrag beschaftigt sich Heidegger mit dem Bezug des Seins zum Wesen des Menschen. Dabei untersucht er das Verhaltnis zwischen Philosophie und Wissenschaft. Er arbeitet das „Nichts“ als eine der Grundfragen heraus. Ein wichtiger Baustein dieser Hausarbeit ist vor allem die Tatsache, dass er es ablehnt, die Logik als wissenschaftliche Methode fur die Ausarbeitung und Beantwortung der Frage heranzuziehen. Aus welchen Motiven heraus er zu dieser Annahme kommt, soll in den folgenden Teilen bearbeitet werden.

Um die Methode Heideggers besser nachvollziehen zu konnen, sollen im Vorhinein der formale Aufbau der Vorlesung „Was ist Metaphysik“ geklart werden.

In der Einleitung von „Was ist Metaphysik“ stellt Heidegger seine metaphysische Grundanschauung vor, welche vor allem das Thema der Wahrheit des Seins betrifft.

Im Anschluss an die Einleitung beschaftigt sich Heidegger mit der „Entfaltung eines metaphysischen Fragens“. Das metaphysische Fragen muss seiner Ansicht nach im Ganzen und aus der wesentlichen Lage des fragenden Daseins gestellt werden. Bestimmend fur diese Frage ist demnach der Mensch, der fragt, welcher nicht nach einer einzelnen Sache, sondern nach dem Ganzen fragt. AuRerdem stellt Heidegger die Wissenschaften als solche in Frage, welche aus seiner Perspektive heraus nur jeweils einzelne Aspekte des Daseins untersuchen.

[...]

Details

Seiten
18
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783640846665
ISBN (Buch)
9783640842742
Dateigröße
472 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v167679
Institution / Hochschule
FernUniversität Hagen
Note
2,0
Schlagworte
metaphysische bedeutungsaspekte heidegger“

Autor

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Titel: "Metaphysische Bedeutungsaspekte des ‘Nichts’ bei Heidegger“