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Das Verkehrssystem in Österreich

Die Konkurrenz zwischen Schiene und Straße

Seminararbeit 2009 14 Seiten

Geowissenschaften / Geographie - Bevölkerungsgeographie, Stadt- u. Raumplanung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Problemstellung und Arbeitsmethodik

2. Österreichs Verkehrssystem

3. Kriterien für die Verkehrsmittelwahl

4. Ursachen der Verkehrsmittelwahl in Österreich

5. Ursachen der Verkehrsentwicklung in Österreich

6. Schlussfolgerungen und Ausblick

Verzeichnisse

1. Problemstellung und Arbeitsmethodik

Das Verkehrsaufkommen in Österreich steigt und steigt: Allein die CO2-Emissionen im Ver- kehrssektor stiegen von 1990 bis 2005 um über 90 % (vgl. Umweltbundesamt 2007). Vor al- lem der Straßenverkehr hat in den letzten Jahrzehnten enorme Zuwächse erlebt: Wurden 1970 noch 32,9 Mrd. km mit dem Auto zurückgelegt, ist dieser Wert bis 2003 um das Zweieinhalb- fache auf 82,1 Mrd. km gestiegen. Die Eisenbahn konnte im selben Zeitraum zwar ebenfalls Zugewinne verbuchen, mit einem Zuwachs von 6,5 auf 8,5 Mrd. Personenkilometer fiel dieser aber eher bescheiden aus (vgl. BMVIT 2007). Aus dem Verhältnis 1:5 zwischen Straße und Schiene wurde im Personenverkehr 1:10.

In dieser Arbeit soll nun versucht werden zu klären, worin die Ursachen für diese Entwicklung liegen. Die zentrale These lautet: Durch verkehrspolitische Maßnahmen wurde die Konkurrenzfähigkeit des Schienenverkehrs gegenüber dem Straßenverkehr in den letzten Jahrzehnten in Österreich deutlich reduziert. Um diese zu verifizieren oder falsifizieren, wurden verschiedene Daten ausgewertet, beispielsweise vom Verkehrsministerium (BMVIT), von der ÖBB oder von Online-Routenplanern. Um die Hintergründe für die beobachteten Entwicklungen aufzuzeigen, wurde der Problemstellung entsprechende Literatur recherchiert. Die Recherche beschränkte sich dabei auf den Personenverkehr, da eine Einbeziehung des Güterverkehrs den Rahmen dieser Arbeit überschreiten würde.

2. Österreichs Verkehrssystem

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Hochrangiges Schienen- und Straßennetz in Österreich. Quelle: Eigene Darstellung.

Wie Abbildung 1 zeigt, sind sowohl Schienen- als auch Straßennetz in Österreich gut ausgebaut. Das beweist auch der internationale Vergleich (vgl. Abbildung 2). In den meisten Fällen verlaufen zweispurige Schienenstrecken und hochrangige Straßen mehr oder weniger parallel, vor allem im Norden und Westen Österreichs. Im Südosten Österreich fällt jedoch ein deutliches Übergewicht zugunsten der Autobahnen und Schnellstraßen auf, das sich auch entlang der Pyhrn-Strecke bis nach Linz zieht.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Schienen- bzw. Autobahnkilometer pro Einwohner im Vergleich (EU-15). Quelle: VCÖ (2003).

Zu Abbildung 2 ist noch anzumerken, dass ein Vergleich der Absolutzahlen nicht sinnvoll ist, da hier das gesamte Schienennetz inklusive aller Nebenstrecken dem hochrangigen Straßen- netz gegenübergestellt wird. Die Abbildungen 3 und 4 zeigen jedoch, dass sich das Verhältnis in den letzten Jahrzehnten ganz deutlich hin zum hochrangigen Straßennetz verschoben hat.

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Abbildung 3: Entwicklung des Schienennetzes in Österreich 1970-2003. Quelle: BMVIT 2007.

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Abbildung 4: Entwicklung des hochrangigen Straßennetzes in Österreich 1942-2005. Quelle: BMVIT 2007.

Die Länge des Schienennetzes ist also seit Jahrzehnten praktisch unverändert, während der Straßenverkehr durch den vor allem von 1960 bis 1990 massiven Ausbau des Autobahn- und Schnellstraßennetzes stark gefördert wurde. Hier sticht besonders die Steiermark hervor, die seit Anfang der 80er-Jahre über das längste hochrangige Straßennetz im Bundesländerver- gleich verfügt.

Doch auch alle anderen Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Egal, ob man die zurückge- legten Personenkilometer auf Schiene und Straße analysiert (vgl. Kapitel 1) oder die Entwick- lung des Kfz-Bestands jenem des ÖBB-Wagenbestands gegenüberstellt (vgl. BMVIT 2007) - in Österreichs Verkehrssystem überall zeigt sich eine klare Tendenz hin zum Straßenverkehr.

3. Kriterien für die Verkehrsmittelwahl

Dass ein gut ausgebautes Straßennetz den Pkw-Verkehr fördert, liegt auf der Hand. Allerdings ist das bei weitem nicht das einzige Kriterium für die Wahl eines Verkehrsmittels. Personen, die einen bestimmten Weg zurücklegen wollen, entscheiden nach folgenden Punkten (gereiht nach Prioritäten, vgl. JAIN 2006):

- Reisedauer abhängig von Wegstrecke und Geschwindigkeit
- Komfort Einfachheit der Organisation, Stress, Gepäck-Transport, Umsteigen, …
- Flexibilität zeitlich und räumlich
- Reisekosten Fahrt, Anschaffung, Erhaltung, …
- Privatsphäre Freiheit beim eigenen Verhalten, Rücksicht auf Verhalten anderer
- Sicherheit Gefahr von Personenschaden, Raub, …
- Umweltverträglichkeit nicht entscheidend (vgl. FRANZEN 1997)

Nun kann man diese Kriterien heranziehen, um grundsätzlich zu analysieren, welche Ver- kehrsmittel in welchen Bereichen im Vorteil sind. Hinsichtlich Flexibilität und Privatsphäre hat der Individualverkehr klar die Nase vorn, wobei die Differenz zum öffentlichen Verkehr vor allem vom Ausbau des Netzes und der Häufigkeit der (zeitlich akzeptablen) Verbindun- gen abhängt.

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Details

Seiten
14
Jahr
2009
ISBN (eBook)
9783640846344
ISBN (Buch)
9783640842636
Dateigröße
966 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v167636
Institution / Hochschule
Karl-Franzens-Universität Graz
Note
1,00
Schlagworte
verkehrssystem konkurrenz schiene straße

Autor

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Titel: Das Verkehrssystem in Österreich