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Gründe für die berufliche Orientierungslosigkeit von Soziologie-Studierenden fortgeschrittener Semester an der Bergischen Universität Wuppertal

Bachelorarbeit 2010 61 Seiten

Soziologie - Individuum, Gruppe, Gesellschaft

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Problemstellung und Zielsetzung
1.2 Gliederung der Arbeit

2. Präzisierung des Forschungsgegenstandes
2.1 Berufliche Orientierungslosigkeit
2.2 Begründung der Wahl der Interviewpartner
2.3 Hypothesenauftstellung - Gründe für die berufliche Orientierungslosigkeit
2.3.1. Vor dem Studium ist nach dem Abi
2.3.2. Das Studium
2.3.3. Fazit
1) Tabelle
2) Ergebnis

3. Forschungsdesign
3.1 Der Feldzugang
3.2 Form der Datengenerierung
3.2.1. Das leitfadengestütze Interview
3.2.2. Leitfaden
3.3 Methode der Datenanalyse
3.3.1 Die Sequenzanalyse
1) Kontextfreiheit
2) Wörtlichkeit
3) Sequenzialität
4) Extensitivität
5) Sparsamkeit

4. Interpretation
4.1 Sequenzen zur Zeit nach dem Abi und vor dem Soziologiestudium
4.1.1 Resumé
4.2 Sequenzen zur Zeit während des Studiums der Soziologie
4.2.1 Resumé

5. Fazit

Literaturverzeichnis
Fachbücher
Aufsätze
Internetquellen

Anhang
Leitfaden
Interview Studierende 1 (S1)
Interview Studierende 2 (S2)

1. Einleitung

„ Ich hab halt einfach drauflos studiert, aber hab überhaupt nicht drüber nachgedacht, was willst du überhaupt später machen(...)“1

Während der vorlesungsfreien Zeit diesen Jahres (2010) entstand das dieser Arbeit zugrundeliegende Forschungsinteresse. Erschien das Phänomen der beruflichen Orientierungslosigkeit einesSoziologie-Studierenden im fortgeschrittenen Semester an der Bergischen Universität in Wuppertal(BUW) bis zu diesem Zeitpunkt nicht auf eine breite Personengruppe zu zutreffen, so stellte sichwährend dieser vorlesungsfreien Zeit doch durch einige Gespräche unter Kommilitonen desStudienganges B.A Soziologie heraus, dass dieses, als zuvor individueller Natur wahrgenommeneProblem doch viele Soziologie-Studierende beschäftigt. Denn als zunächst lediglich eineKommilitonin über ihre Probleme bezüglich ihres Studiums sprach, rückten dann nach und nachweitere Soziologie-Studierende mit ihren Ängsten rund um ihr Studium heraus (vgl. Interview S1,S.1, Z.683-687). Ihre Stimmung, so sagten sie, wäre in den letzten Monaten rapide gesunken. Siewürden nur noch darüber nachdenken, welchen Sinn ihr Studium überhaupt habe, das heisst, wassie mit ihrem Bachelor Soziologie Abschluss im Berufsleben einmal anfangen können. Undwährend sie darüber nachdenken, würde ihnen immer klarer werden, dass sie so gut wie keine Ideehaben, was man als Soziologe überhaupt beruflich machen kann. Eine Soziologiestudentin wähltesogar den Begriff der absinkenden Spirale um ihre aktuelle Situation bezüglich des Studiums zuverbildlichen, denn seit dem sich ihr Studium dem Ende nähert falle sie immer mehr inDepressionen. Zu Beginn des Studiums sei noch alles gut gelaufen, man habe sich einfach keineGedanken darüber gemacht, was nach dem Studium kommt, wie die berufliche Zukunft einmalaussehen könnte. Vielleicht, so fügte ein Kommilitone hinzu, machen wir uns aber auch einfach nurzu viele Gedanken und sollten das ganze einfach einmal positiver sehen. Komisch aber, so vieleinem weiteren Studienkollegen ein, dass sich gerade in unserem Studiengang scheinbar besondersviele Personen mit dem Problem herumschlagen, nicht zu wissen was sie später einmal beruflichmachen möchten. Ob dieses Phänomen tatsächlich „komisch“ ist, als das es für die Tatsache, dassSoziologie-Studierende im Gegensatz zu Studierenden anderer Fachrichtungen vermehrt anberuflicher Orientierungslosigkeit „leiden“, keine trifftigen Gründe gibt, soll im Folgendenbehandelt werden.

1.1 Problemstellung und Zielsetzung

In der vorliegenden Arbeit geht es darum deutend zu verstehen, wie es zu einem bestimmtensozialen Phänomen kommen kann. Das heisst, der hier verfolgte Zweck liegt darin, mit denMethoden der Sozialwissenschaften nachvollziehbar zu machen, worin Gründe und Ursachen fürdie Entwicklung einer sozialen Gegebenheit liegen. Bei dem soziale Phänomen, welches im Fokusdieser Arbeit steht, handelt es sich um die berufliche Orientierungslosigkeit von Studierendenfortgeschrittener Semester des Faches Soziologie an der Bergischen Universität Wuppertal (BUW). Wir fragen uns demnach wie, beziehungsweise wodurch, sich die Entstehung dieser Problematik erklären lässt.

Sicherlich stellt sich die Frage, wie das Interesse für die oben skizzierte Fragestellung überhauptentstanden ist, das heisst welche Motivation hinter dieser Themenwahl steckt. Zunächst mag esverwundern, dass eine Absolventin des Faches Soziologie jenen besagten Titel für die eigeneBachelor-Thesis wählt. Sollte diese nicht annehmen, es werfe ein schlechtes Licht auf sie selbst undihren Abschlussbericht, wenn sie ihr Fach mit einem kritischen Blick unter die „Lupe“ nimmt?Reflexion über das eigene Fach heisst sich Gedanken zu machen und somit sowohl aufmerksam aufwenig förderliche Zustände, als auch auf positive Seiten eines Soziologiestudiums zu werden. Undgenau dies soll im weiteren Verlauf dieser Arbeit erreicht werden. Anhand ausgewählter Quellen desderzeitigen Forschungsstandes (vgl. Kapitel 1.2, S.3) soll ermittelt werden, wo die Ursachen für dieberufliche Orientierungslosigkeit von Soziologie-Studierenden liegen könnten, beziehungsweise,wo sie bisher gelegen haben. Diese bilden sodann den Ausgangspunkt dafür herauszufinden wo dieUrsachen für die berufliche Orientierungslosigkeit bei Soziologie-Studierenden der BUW liegen. Eswerden sich die Fragen stellen, ob Annahmen über die berufliche Orientierungslosigkeit vonSoziologie-Studierenden im Allgemeinen, auf die Soziologie-Studierenden der UniversitätWuppertal übertragbar, nur teilweise zutreffend, oder gänzlich unpassend sind. Außerdem sollermittelt werden, welche Gründe als besonders einflussreich eingestuft werden und welcheUrsachen weniger relevant sind. Zunächst reicht der Hinweis darauf, dass es sich bei demanfänglich als individuell wahrgenommenen und neuartigen Phänomen der beruflichenOrientierungslosigkeit, gerade und vor allem unter Soziologie-Studierenden, um ein schon seitlanger Zeit ausgiebig diskutiertes Problem handelt, welches eines, wenn nicht das Charakteristikumeines Soziologiestudium darstellt. Und gerade deshalb erscheint es wichtig sich Gedanken über dieUrsachen von Beruflicher Orientierungslosigkeit von Soziologie-Studierenden zu machen.

1.2 Gliederung der Arbeit

Zunächst findet in Kapitel 2 eine Präzisierung des Forschungsgegenstandes statt. Das bedeutet, dasssowohl geklärt wird, was in dem vorliegenden Fall unter dem Begriff der beruflichenOrientierungslosigkeit zu verstehen ist (vgl. Kapitel 2.1), als auch, dass darüber gesprochen wird,welche Personen auf die berufliche Orientierungslosigkeit hin untersucht werden und warum diesder Fall ist (vgl. Kapitel 2.2). Es werden außerdem Annahmen darüber getroffen, worin die Gründefür die berufliche Orientierungslosigkeit von Soziologie-Studierenden fortgeschrittener Semesterliegen könnten (vgl. Kapitel 2.3). Anregungen für diese Hypothesenentwicklung gaben vor allemArbeiten des Soziologen Pierre Bourdieus, im Besonderen seine Schriften über dieReproduktionslogik der Gesellschaft, sowie der bereits erwähnte Forschungsbericht der UniversitätGraz, als auch diverse Soziologieforen im world-wide-web, und diverse Aufsätze weitererPersonen, die sich mit dem Thema des Soziologiestudiums auseinandergesetzt haben. An dieserStelle sei darauf hingewiesen, dass, zur besseren Nachvollziehbarkeit der Entwicklung derAnnahmen über die Ursachen für die berufliche Orientierungslosigkeit von Studierenden desFaches Soziologie, an der jeweiligen Stelle direkt auf den Theoriebezug Bezug genommen wird.

Sodann soll das daran anschließende Kapitel 3 Aufschluss über die Methoden geben, mittels derereine empirische Überprüfung der in Kapitel 2.3 aufgestellten Hypothesen möglich ist. Dabeibehandelt Abschnitt 3.1 die Form der Datengenerierung, die in diesem Fall ein leitfadengestütztesInterview darstellt, während Abschnitt 3.2 genauer auf das genutzte Datenanalyseverfahren, dieSequenzanalyse, eingeht.

Herzstück dieser Arbeit ist Kapitel 4, welches die Interpretation zweier Interviews vornimmt, diemit Soziologie-Studierenden fortgeschrittener Semester der BUW durchgeführt wurden. In diesemAbschnitt erfolgt also die empirische Überprüfung der im Vorhinein aufgestellten Hypothesen überdie Gründe für die berufliche Orientierungslosigkeit der Studierenden der Soziologie.In einem Resumé findet der vorliegende Bericht seinen Abschluss. Darin sollen die Ergebnisse dervorliegenden Forschungsarbeit zusammengefasst werden und es wird ein Versuch gemachtLösungsvorschläge für die Überwindung der beruflichen Orientieru]ngslosigkeit zu formulieren.

2. Präzisierung des Forschungsgegenstandes

Die nachfolgenden Abschnitte 2.1 und 2.2 dienen dazu die im Rahmen dieser Forschungsarbeit verwendeten Begrifflichkeiten einzuführen. Der erste Begriff, dem besondere Aufmerksamkeit geschenkt wird, ist der der beruflichen Orientierungslosigkeit.

2.1 Berufliche Orientierungslosigkeit

Berufliche Orientierungslosigkeit ist bei Soziologie-Studierenden häufiger verbreitet, als beiStudierenden anderer Studienfächer und kann sogar als typisches Merkmal einesSoziologiestudierenden bezeichnet werden (Gernand/Zinn, 2000, S.8). Anhand der folgendenSequenzen, die Interviews mit Soziologie-Studierenden fortgeschrittener Semester an der BUWentstammen, und im Rahmen dieser Forschungsarbeit durchgeführt wurden, soll ein Eindruckdavon vermittelt werden, was es heisst, als Soziologie-Studierender beruflich orientierungslos zusein.

Der meinte auch so: ,,Ja, warum willst du das denn überhaupt studieren, also warum studierst du das überhaupt, wenn du überhaupt keine Ahnung hast, wo du damit später überhaupt landen kannst?". Und dann, das konnte ich dem in dem Moment selber nicht beantworten, da hab ich mich auch ziemlich blöd gefühlt, also ich kam mir da auch richtig blöd vor in dem Moment. Weil, dann ist mir echt wieder, dass war irgendwie wie son Schlag vors Gesicht (vgl. Interview S1, S. 14, Z. 628- 632).

Zunächst wird S1 gefragt, warum sie Soziologie studiert, wenn sie überhaupt keine Ahnung hat, wosie damit später einmal „beruflich landen“ kann (vgl. Z. 628-630). Bei dieser Art der Frage wirddeutlich, dass der Sprechpartner von S1 der Meinung ist, dass man als Soziologie-Studierenderwissen sollte, was man mit diesem Studium später beruflich machen kann. Weiß man dies nicht, sosollte man das Fach auch nicht studieren. Mit solch einer Aussage bringt man denjenigen, an dendie Frage gerichtet ist entweder in eine unangenehme Situation, wenn derjenige tatsächlich nichtweiss, was er/sie mit seinem Studium beruflich machen kann, oder aber auch nicht, wenn derjenigebereits weiss, was er/sie beruflich machen kann. In diesem Fall beinhaltet die Frage „(...) wenn duüberhaupt keine Ahnung hast (...)“ (vgl. Z. 628), dass S1 bereits deutlich gemacht hat, dass sie nichtweiss, welche berufliche Laufbahn sie anstreben könnte. Aus diesem Grund ist anzunehmen, dasssich S1 in diesem Moment in einer unangenehmen Situation befindet. Diese Hypothese findet ihreBestätigung im nächsten Satz der Sequenz. Dort heisst es zuerst „Und dann, das konnte ich dem indem Moment selber nicht beantworten,(...)“ (vgl. Z.630). Diese Formulierung wird zumeist alsEntschuldigung für etwas verwendet, z.B wenn jemand sagt: „ Wieso hast du dich nicht an unsereAbmachung gehalten? Und der Gegenüber antwortet: „Ich kann selbst nicht sagen, weshalb ich mich nicht daran gehalten habe.“. Die genannte Formulierung findet jedoch auch Anwendung, wenn es zum Beispiel heisst: „Wie hast du es bloß geschafft, so eine gute Arbeit zu schreiben?“ und derGegenüber dann antwortet: „Ich kann es mir selbst nicht erklären. Toll, oder?“. Folglich kann mansagen, dass der Ausdruck „(...) das konnte ich in dem Moment selber nicht beantworten (...)“Erstaunen über das eigene Verhalten zum Ausdruck bringt. Dass sich S1 nicht nur über ihr eigenesVerhalten wundert, sondern dieses sogar negativ beurteilt, zeigt der anschließende Satzteil: „(...) dahab ich mich auch ziemlich blöd gefühlt, also ich kam mir da auch richtig blöd vor in demMoment.“ (vgl. Z. 630/.631). Die berufliche Orientierungslosigkeit äußert sich folglich bei S1,indem sie sich erstens „blöd fühlt“ und zweitens „richtig blöd vorkommt“. Hierbei ist die von S1verwendete Steigerung von „blöd“ zu „richtig blöd“ auffällig, da sie als Betonung der misslichenLage von S1 zu verstehen sein kann. Sich „blöd zu fühlen“ scheint für S1 also folglich in derRangliste der negativen Auswirkungen von ihrer beruflichen Orientierungslosigkeit hinter sich„richtig blöd vorkommen“ zu stehen. Dies könnte daran liegen, dass „vorkommen“ im Gegensatzzu „fühlen“ beinhaltet, dass Außenstehende Dinge mitbekommen können, die S1 an sich selbstnicht gefallen, was eine doppelte Belastung für S1 darstellen würde. Noch stärker kommt ihrederzeitige negative Gefühlslage dann in den Worten, „Weil, dann ist mir echt wieder, dass warirgendwie wie son Schlag vors Gesicht.“ (vgl. Z. 631/632) zum Ausdruck. Das Wort „wieder“ zeigt,dass dieses Gefühl für S1 kein unbekanntes ist, sondern, dass sie sich bereits in einer ähnlichenLage befunden hat. Der Ausdruck „wie son Schlag vors Gesicht“ zeigt, dass es S1 sehr weh tutbeziehungsweise hart trifft, festzustellen, dass sie beruflich orientierungslos ist. Auch beinhaltetdieser Ausdruck in der Regel, dass man auf eine bestimmte Situation nicht vorbereitet war. In solcheinem Fall fällt es schwer zu reagieren und „Herr“ der Situation zu werden. Auch eine weitereSoziologiestudierende im sechsten Semester macht mit der nachfolgenden Sequenz deutlich, wiesich ihre berufliche Orientierungslosigkeit anfühlt:

Äh graust nicht, aber ich komm mir da nen bisschen blöd vor, wenn ich dann sage, hmm keine Ahnung.Und dann so hmm, okay. Hmm, aber grausen tut´s mich jetzt nicht (vgl. Interview S2, S. 5, Z. 225/226).

Auch diese Sequenz beinhaltet, wie die erste, die Formulierung „blöd vorkommen“ (vgl. Z.225). Eslässt sich also festhalten, dass die beiden Soziologie-Studierenden durch ihre beruflicheOrientierungslosigkeit das Gefühl haben vor anderen schlecht dazustehen. Im Gegensatz zu S1, fürdie sich ihr Unvermögen, den eigenen beruflichen Werdegang beschreiben zu können, wie ein„Schlag ins Gesicht“ anfühlt, reagiert S2 weniger emotional und verwendet Formulierungen, wie„keine Ahnung“ (vgl. Z.225/226) und „hmm“ (Z.225/226). Im Kern jedoch weisen sowohl S1 alsauch S2 Worte auf die ratlose Situation hin, in der sich beide aktuell befinden. Dadurch, dass S2 die oben angeführte Sequenz mit „Äh graust nicht, aber (...)“ eröffnet, vermittelt sie den Eindruck, als wolle sie ihre missliche Lage „herunterspielen“ um somit sozial erwünscht zu antworten.

2.2 Begründung der Wahl der Interviewpartner

Wie bereits in der Einleitung erwähnt wurde, entstand das Forschungsinteresse des vorliegendenBerichtes durch Gespräche einiger Soziologie-Studierender fortgeschrittener Fachsemester an derBUW. Ziel dieser Thesis ist es herauszufinden, worin die Gründe für die beruflicheOrientierungslosigkeit von Studierenden fortgeschrittener Semester der Fachrichtung Soziologieliegen. Aus diesem Grund erschien es sinnvoll weitere Studierende der Soziologie an der BUW zuinterviewen, da dies, auf Grund von bereits bestehenden Kontakten, den Feldzugang erheblicherleichtert. Da es sich bei der Gruppe derjenigen Studierenden, die in der vorlesungsfreien Zeit desvergangenen Semesters 2009/2010 über ihre berufliche Orientierungslosigkeit sprachen, umfortgeschrittene Fachsemester handelt, soll dies, ebenso ein Kriterium für die Auswahl derInterviewpartner darstellen. Dabei wird es interessant sein festzustellen, wieso eben besagtesProblem gerade Studierende, die sich am Ende ihres Studiums befinden, besonders beschäftigt.Denn, in der Regel sollte doch davon ausgegangen werden, dass sich gerade Studierende, die kurzvor ihrem Abschluss stehen, intensiv mit ihrem Fach/ ihren Fächern in Seminaren, Vorlesungen oderin ihrer Freizeit auseinandergesetzt und deshalb eher berufliche Perspektiven entwickelt haben, alsSoziologie-Studierende niederer Semester.

Nun ergab sich jedoch, wie bereits erwähnt, durch einige intensive Gespräche mit Kommilitonen, dass dieser soeben beschriebene Regelfall so nicht zuzutreffen scheint (vgl. Kapitel 1). Auf Grund dieser bestehenden Diskrepanz zwischen der oben beschriebenen Annahme, dass Studierende in fortgeschrittenen Semestern beruflich orientierungslos sein sollten und dem festgestellten Fall, dass dem nicht so sein muss, erscheint es sowohl für Studieninteressierte des Faches Soziologie, für Soziologie-Studierende, als auch für Professoren hilfreich darüber zu sprechen, weshalb gerade ein Soziologiestudium Merkmalsträger beruflicher Orientierungslosigkeit ist, vor allem auch noch dann, wenn die Studierenden sozusagen auf der Schwelle zum Berufsleben stehen. Annahmen über die Beantwortung dieser Frage soll das nachfolgende Kapitel 2.3 aufzeigen.

2.3 Hypothesenaufstellung & Theorieverknüpfung

Nun werden Annahmen zu möglichen „Wurzeln“ der beruflichen Orientierungslosigkeit von Soziologie-Studierenden entwickelt und aufgestellt. Es soll also allgemein formuliert begründet werden, „wie die Kultur zum Bauern kommt“ (Bourdieu, 2001, S.1). Unter Kultur wird hier all das verstanden, was der Mensch selbst gestaltend hervorbringt, so auch die Ursachen der beruflichen Orientierungslosigkeit. Welche Gründe sind es, welche Kultur ist es, die die SoziologieStudierenden der BUW beruflich orientierungslos werden lässt?

Um dies herauszufinden wurde zunächst überlegt, das Leben eines Studierenden des FachesSoziologie, der sich in einem fortgeschrittenen Semester befindet, beginnend bei seiner Geburt undendend beim Status Quo, auf mögliche Ursachen einer beruflichen Orientierungslosigkeit zuuntersuchen. Diese erste Variante der Hypothesengenerierung lässt sich auch noch gut an Hand desim Anhang vorzufindenden Leitfaden erkennen. Allerdings wurde diese Vorgehensweise im Laufedes Forschungsprozesses abgeändert, da durch die Beschäftigung mit der Forschungsarbeit „Beruf:SoziologIn - Studium. Arbeit. Öffentlichkeit“ des Instituts für Soziologie an der Karl Franzens -Universität Graz, sowie mit weiterer soziologischer Literatur, die im Folgenden genannt wird,festgestellt wurde, dass es vor allem zwei spezifische Phasen sind, die besonderen Einfluss auf dasEntstehen von beruflicher Orientierungslosigkeit von Soziologie-Studierenden haben. Zentral fürdie Forschungsfrage und deshalb zu fokussieren ist die Lebensphase zwischen dem Abitur undStudium, sowie die Zeit während des Studiums. Weshalb dies der Fall ist wird im Folgendengenauer erläutert.

2.3.1 Vor dem Studium ist nach dem Abi

Zu denjenigen Lebensphasen durch die sie sich Soziologie-Studierende von Studieninteressiertenanderer Fachrichtungen abgrenzen, gehört zunächst die Zeit zwischen dem Abitur und dem Beginneines Soziologiestudiums. Zumeist gleichen sich die potentiell beruflich orientierungslosenStudierenden der Soziologie darin, dass ihr Wunsch zu studieren größer ist als der Wunsch einspezifisches Fach zu studieren (Institut für Soziologie der Karl-Franzens Universität Graz, 2005/06,S.9/S.11). Das heisst potentielle Soziologie-Studierende wählen ihren Studiengang in der Regelnicht vorrangig aus Interesse zum Fach „Soziologie“, sondern primär um überhaupt irgendetwas zustudieren. Für Bourdieu liegt ein Erklärungsgrund dieses Verhaltens darin, dass diegeisteswissenschaftliche Fakultät den potentiellen Soziologie-Studierenden als Refugium dienen kann um einen „Schein sozialer Vernunft“ zu wahren, wenn sie sich gesellschaftlich zu einem Studium verpflichtet fühlen (Bourdieu, 2007, S.17). Sozial Vernünftig soll in diesemZusammenhang heißen, dass die Abiturienten so handeln, wie es die Gesellschaft von ihnenerwartet und wie es ihnen ihre eigenen Fähigkeiten erlauben. Der Schein dieser sozialen Vernunftliegt nun darin, dass die Soziologie-Studierenden zwar studieren und somit den an sie gestelltengesellschaftlichen Erwartungen gerecht werden, jedoch ihre eigenen Fähigkeiten außer Acht lassen.Das heisst viele Abiturienten, die vorhaben Soziologie zu studieren, gehen diesen Weg, vorrangigdeshalb, weil sie sich unter dem gesellschaftlichen Druck sehen, studieren zu müssen. Sie fühlensich bemüßigt ein Studium zu beginnen, da sie die durch soziale Kontakte mit Freunden,Bekannten, Verwandten oder anderen Personen, die Erfahrung gemacht haben, dass ein Studium dereinzige vernünftige Weg für einen Abiturient ist. Dieses Denkschema, welches die potentiellenSoziologiestudierenden im Laufe ihres Lebens inkorporiert haben, führt dazu, dass der eigentlicheSinn eines Studiums, die Affinität zu einem bestimmten Fach oder Beruf in den Hintergrundgedrängt wird. Es wird studiert, weil ein Abiturient studieren „sollte“ und nicht, weil dieser oderdiese ein bestimmtes Studienfach interessant findet oder einen spezifischen Beruf anstrebt.

Aufgrund dieses Studienanfängerverhaltens ist es nicht verwunderlich, dass die Studienwahl geradeauf das Fach „Soziologie“ fällt, denn dieses besitzt kein klares Berufsbild, sondern bietet Vielfalt inden möglichen beruflichen Laufbahnen auf Grund seines breit gefächerten Gegenstandbereiches(Institut für Soziologie der Karl-Franzens Universität Graz, 2005/06, S.9 / Hillmert, 1995, S.415).Somit muss sich der Abiturient nicht bereits mit seiner Studienwahl auf einen spezifischen Beruffestlegen, sondern kann die Frage nach seinem beruflichen Werdegang noch weiter „vor sichherschieben“. Das heisst der potentielle Soziologiestudierende beschäftigt sich nicht vor Beginnseines Studiums mit möglichen beruflichen Perspektiven, weshalb seine beruflicheOrientierungslosigkeit nicht bereits zu Beginn seines Studiums „bekämpft“ wird.

Der Druck „Studieren zu müssen“, unter dem sich potentielle Soziologie-Studierende sehen, wird folglich durch die Entscheidung für das Fach „Soziologie“ kompensiert, da durch diese Studienwahl die schwierige Frage „Was will ich einmal beruflich machen?“, in „weite Ferne“ gerückt werden kann. Dies wird unter anderem anhand der folgenden Sequenz eines Interviews deutlich, welches Soziologiestudierende der Universität Graz zum Thema „Soziologie: „Die Katze im Sack?““, im Rahmen ihres Forschungspraktikums geführt haben.

Und bei Soziologie habe ich doch gemerkt, da ist halt ein viel ein größerer Spielraum, also da kann man schon, sagen in die Richtung will ich doch lieber gehen; und das kann sich mit der Zeit auch ändern. Und da bleibt halt die Flexibilität, wenn man Soziologie macht (Institut für Soziologie der Karl- Franzens Universität Graz, 2005/06, S.9).

Zu Beginn des Studiums scheint die generelle Unwissenheit über das Fach, dessen Inhalte undmögliche berufliche Perspektiven folglich weniger als Nachteil, sondern vielmehr als Vorteil desStudiengangs „Soziologie“ angesehen zu werden. Die potentiellen Soziologie-Studierendenbegrüßen es ein Fach studieren zu können, welches es ihnen, auf Grund seiner hohen Flexibilität inBezug auf Studieninhalte und mögliche Berufsfelder ermöglicht, in Ruhe herauszufinden, was sieeinmal beruflich machen möchten. Daraus resultiert, dass sich die wenigsten Soziologie-Studierenden zu Beginn ihres Studiums daran stören, dass beispielsweise Informationsbroschürendes Faches Soziologie, ihrer eigentlichen Funktion, Studieninteressierten die Inhalte des Faches,dessen Aufbau und potentielle Berufsperspektiven aufzuzeigen, nicht immer gerecht werden(Institut für Soziologie der Karl-Franzens Universität Graz, 2005/06, S.10/S.14). Auch beschäftigensich viele Studieninteressierte der Soziologie vor Beginn ihres Studiums nicht eingängig mit den,über das Fach Soziologie, vorhanden Informationen und besitzen somit wenn überhaupt, lediglichunspezifische Vorstellungen über dessen Inhalte und Berufsfelder (ebd., S.10). Dies stellte sich imZuge einer Befragung potentieller StudienanfängerInnen auf der Bildungs- undBerufsinformationsmesse (BeSt) in Graz heraus, bei der von 125 Befragten zwar etwa zwei Drittelangaben den Begriff „Soziologie“ zu kennen, wovon jedoch 28% den Begriff ad hoc nichtdefinieren konnten (ebd., S.9). Im Gegensatz zu dieser vagen Vorstellung über das Fach Soziologievon potentiellen Studierenden dieses Faches, sind in Studienrichtungen, wie der Medizin oder derBetriebswirtschaftslehre von vornherein konkrete Vorstellungen über die Inhalte der Disziplinvorhanden.

Auch besteht in der breiten Bevölkerung eine Vorstellung darüber in welchen beruflichenPositionen sowohl Medizin-Studierende, als auch Betriebswissenschaftler tätig sind. Im Gegensatzdazu ist die Soziologie nicht nur bei SoziologieanfängerInnen, sondern auch auch bei der breitenBevölkerung zumeist unbekannt, weshalb sich die StudienbeginnerInnen in der Regel nicht daraufverlassen können, dass sie bei der Beantwortung nach Sinn und Zweck eines SoziologiestudiumsHilfestellungen erhalten. Vielmehr befinden sie sich neben dem Druck „studieren zu müssen“, dasie dem Anspruch eines Abiturienten genügen wollen, auch bemüßigt ihr Studium gegenüber sichselbst und vor allem gegenüber der Öffentlichkeit legitimieren zu müssen, was ihnen jedoch zuBeginn ihres Studiums zwar bereits klar ist, jedoch erst im Laufe ihres Studiums zu einem Problemzu werden scheint.

2.3.2 Das Studium

Hat sich eine Person erst einmal für das Studium der Soziologie entschieden, so ist diese lautdiverser Internetforenbeiträge sozialer Netzwerke auf dem besten Weg zur beruflichenOrientierungslosigkeit, denn dort findet sich nicht selten das folgende Selbstverständnis undFremdverständnis eines, beziehungsweise von einem Soziologie-Studierenden: „Berufsziel:Taxifahrer“, „die Versuchskaninchen“ und ähnliches (vgl. www.studivz.de). Auch Gernand undZinn, die StudienanfängerInnen der Soziologie Tips und Infos zu Studium und Berufsfindung gebenmöchten, erwähnen das in der breiten Öffentlichkeit bestehende Klischee vom „Taxifahrer Dr. phil“,allerdings eher in der Art und Weise, als dass sie der Meinung sind, dass dieses Klischee viel mitUnwissen über das Studium, seine Inhalte und Anwendungsmöglichkeiten zu tun hat (Gernand/Zinn, 2000, S.2). Sowohl unter den Soziologie-Studierenden, als auch in der Öffentlichkeit herrschtin der Regel ein diffuses Bild von dem, was Soziologie ist und was man damit später beruflichmachen kann (Institut für Soziologie der Karl-Franzens Universität Graz, 2005/06, S. 30). DieGrazer Soziologie-Studierenden sind der Meinung, dass diese Unwissenheit ihren Ursprung in dermangelnden Präsenz von Soziologen, sowie soziologischen Themen in der Öffentlichkeit hat (ebd,S.37). Fraglich ist hierbei allerdings, ob tatsächlich ein Präsenzmangel der Soziologie in derÖffentlichkeit besteht, oder, ob soziologische Debatten nur nicht beachtet, beziehungsweise nichtals soziologische Debatten, sondern beispielsweise als politische, wahrgenommen werden. DieseFrage generiert sich vor allem aus dem Hinweis Blättel-Minks darauf, dass beispielsweise die Frageder „Employability“ auf der politischen Ebene recht umfassend diskutiert wird, während dieKonsequenzen dieser Debatte in der Öffentlichkeit oft unreflektiert bleiben (Blättel-Mink, 2004,S.1).

Gerade weil die Soziologie kein klares Berufsbild besitzt, sollte in der Öffentlichkeit vermehrt darüber diskutiert werden, wie die unterschiedlichen beruflichen Perspektiven eines Soziologen aussehen, vor allem um der Öffentlichkeit die Marktgängigkeit der Soziologie vor „Augen zu führen“ und somit die Kluft zwischen Studium, Öffentlichkeit und Beruf zu überwinden (BlättelMink, 2004, S.1). Denn das vorherrschende negative Bild der Soziologie unter SoziologieStudierende, in der Öffentlichkeit und bei potentiellen Arbeitgebern verunsichert die SoziologieStudierenden und führt zu ihrer beruflichen Orientierungslosigkeit.

Neben dem Soziologiestudium als „große Unbekannte“ für die Öffentlichkeit und Soziologie-Studierende, kommt im Studium noch hinzu, dass auch die Lehrenden häufig nicht wissen, welche Ausbildungsinhalte des Soziologiestudiums in welchen beruflichen Tätigkeitsbereichen genutzt werden können (Gernand / Zinn, 2000, S.7) wodurch oft eine fehlende Verbindung von Theorie und praktischen Beispielen in ihren Lehrveranstaltungen vorherrscht (ebd, S. 18). Dies führt dann, so die Studierenden der Soziologie an der Universität Graz, dazu, dass die Soziologiestudierenden beruflich orientierungslos werden (ebd, S.30).

Eine weitere Erklärung für den geringen Praxisbezug im Fach Soziologie liefern Soziologie-Lehrende der Universität Graz selbst, indem sie sagen, dass eine Vorbereitung auf die Praxis nichtAufgabe eines Soziologiestudiums ist und sein kann, da die Tätigkeitsfelder von SoziologInnen sobreit gefächert sind, dass eine spezialisierte Ausbildung nicht sinnvoll sein kann (ebd, S.31/32).Dies würde dann, wie bereits erwähnt, bedeuten, dass das Phänomen der beruflichenOrientierungslosigkeit für den Studiengang der Soziologie tatsächlich konstitutiv ist. Ein weiterer Grund für die berufliche Orientierungslosigkeit von Soziologiestudierenden liegt lautden Grazer Soziologiestudierenden in der Einstellung der Lehrenden. Diese sei prägend für dieEinstellung der Studierenden, gerade bei dem Fach Soziologie, welches selbst einen Mangel anOrientierungspunkten aufweist. Die Studierenden können sich in der Regel lediglich von ihrenLehrenden erhoffen berufliche Orientierung zu erhalten, welches allerdings oft so nicht eintritt (ebd,S.31). Einen Grund dafür sehen die Grazer Soziologie-Studierenden in einem mangelnden Interesseder Professoren und AssistentInnen für die Studierenden, vor allem in Bezug auf die von ihnenerwartete beziehungsweise erhoffte berufliche Orientierungshilfe, denn wie bereits erwähnt sehendie Lehrenden Berufsvorbereitung nicht als Arbeit eines Soziologiestudiums an. Vielmehr soll esArbeit der Studierenden sein, sich selbstständig über ihr Fach zu informieren und gegebenenfallsauf „eigene Faust“ Schlüsselqualifikationen zu sammeln (ebd, S.32). Dieses Engagement zeigenviele Soziologiestudierende nicht, welches laut Lehrenden der Universität Graz eine möglicheUrsache für die berufliche Orientierungslosigkeit von Soziologiestudierenden ist (ebd, S.35). Die Lehrenden der Soziologie an der Universität Graz merken des Weiteren an, dass ein Grund fürdie berufliche Orientierungslosigkeit von Studierenden aus einem unzureichenden persönlichenKontakt zwischen ihnen und den Studierenden resultiere. Diese Ursache führen sie einerseits auf diesich stetig erhöhende Studierendenzahl zurück (ebd, S.32). Persönlicher Kontakt, der für dieWeiterentwicklung von Studierenden von zentraler Bedeutung ist, könne lediglich inVeranstaltungen mit einer geringen Teilnehmerzahl aufrecht erhalten werden. Sie stellen auch fest,dass ihre Sprechstunden immer seltener zur Kommunikation über berufliche Perspektiven,Studieninhalte oder für das Erhalten eines persönlichen Feedbacks genutzt werden, obwohl dieses Angebot ihrer Meinung nach vor allem als Orientierungsmöglichkeit dient und von beruflich orientierungslosen Studierenden wahrgenommen werden sollte (ebd, S.33).

Gegen all die genannten Gründe für die berufliche Orientierungslosigkeit von Studierenden desFaches Soziologie wird während des Studiums seitens der Studierenden und seitens derÖffentlichkeit nicht viel getan. Dies führt unweigerlich dazu, dass die Soziologie-Studierenden auch„noch“ im fortgeschrittenen Semester an beruflicher Orientierungslosigkeit leiden. Dies liegt, umsich wieder auf Bourdieus „Habituskonzept“ zu beziehen, daran, dass ein einmal bestehender„Habitus“, welcher Praxis erzeugendes Prinzip ist und durch Praxis erzeugt wird, nur sehr schwerzu verändern ist (Bohn / Alois, 2007, S.259). Herrscht einmal die „Logik des Durchwurstelns“2 seitens eines Soziologiestudierenden vor, so fällt es diesem nicht leicht dieses Denk- undHandlungsschema abzulegen. Erst wenn habituskonformes Handeln, Denken und Wahrnehmennicht mehr funktionieren, welches zumeist am Ende eines Studiums der Fall ist, da spätestens dannder Frage, was man beruflich machen möchte, nicht mehr so leicht, wie bisher aus dem Weggegangen werden kann, wird der bestehende Habitus hinterfragt. Ebenso lässt sich das Festhaltender breiten Öffentlichkeit an dem Klischee des „Taxifahrer Dr. phil“ damit erklären, dass diesesDenkschema einmal inkorporiert wurde und es bisher nicht gelungen ist, es zu verändern. Sindbestimmte Denk- Wahrnehmungs- und Handlungsschemata einmal verinnerlicht, so lassen sich dieMenschen von ihnen, so Bourdieu, wie Automaten leiten (Bohn / Alois, 2007, S.259). Dies macht esbesonders aufwendig, Klischees wie das oben angeführte und Verhaltensweisen, wie das„Durchwursteln“ der Soziologie-Studierenden zu beeinflussen und im besten Fall zu verändern.

2.3.3 Fazit

An dieser Stelle sollen die oben angeführten Annahmen über die Gründe für die beruflicheOrientierungslosigkeit von Studierenden fortgeschrittener Fachsemester an der BUW noch einmaltabellarisch zusammengefasst werden. Dazu sei auf die Tabelle auf der nachfolgenden Seiteverwiesen. In der linken Spalte dieser sind die einzelnen hypothetischen Gründe abgebildet, die sichder Zeit nach dem Abitur und vor Beginn eines Soziologiestudiums zuordnen lassen, während in derrechten Spalte Ursachen für die berufliche Orientierungslosigkeit von Soziologie-Studierendengenannt sind, die sich während des Studiums „herauskristallisieren“ (vgl. Tabelle 1, S. 13).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

[...]


1 Vgl. Interview S1, S.9, Z.393/394, Anhang bb

2 Hillmert: „Soziologiestudium und konfligierende Ziele. Ein Plädoyer für mehr Transparenz.“ S.415. www.sosoar.info (29.6.2010)

Details

Seiten
61
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783640841301
ISBN (Buch)
9783640840144
Dateigröße
1.1 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v167440
Institution / Hochschule
Bergische Universität Wuppertal
Note
1,6
Schlagworte
Berufswahl Berufliche Orientierungslosigkeit Soziologiestudenten Soziologie Studierende Berufsfelder für Soziologen Berufliche Zukunft eines Soziologie Studierenden

Autor

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Titel: Gründe für die berufliche Orientierungslosigkeit von Soziologie-Studierenden fortgeschrittener Semester an der Bergischen Universität Wuppertal