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Implikaturen nach Grice, Horn und Levinson

Essay 2009 4 Seiten

Didaktik - Deutsch - Sonstiges

Leseprobe

Essay: Implikaturen und Präsuppositionen

Bevor auf zwei der wichtigsten Bereiche der Pragmatik eingegangen werden soll, Implikaturen und Präsuppositionen, sowie auf ihre Abgrenzung zu semantischen Implikationen, widmet sich dieser Essay dem Begriff der Bedeutung nach Grice. Des Weiteren soll das Hornsche Q- und R-Prinzip thematisiert werden. Den Abschluss bildet eine Rekapitulation der Bedeutungsebenen.

Grice (1957, 1969) unterteilt meaning in linguistic meaning und speaker’s meaning. Im Deutschen unterscheiden wir zwischen der Bedeutung von Ausdrücken und dem, was der Sprecher mit diesen Ausdrücken meint. Meinen wird mit belebten Subjekten verwendet, die auf denjenigen referieren, der ein Zeichen produziert und Bedeuten wird mit unbelebten Subjekten verwendet, die auf das Zeichen selbst referieren. Folglich differenziert Grice bei dem Begriff Bedeutung in die natürlichen Bedeutung meaning N (Rauch x bedeutet Feuer y), in der ein bestimmter naturgesetzlicher Zusammenhang zwischen x und y besteht und der nicht-natürlichen Bedeutung meaning NN, mit der wir in der sprachlichen Kommunikation operieren. Bei letzterer verfolgen Personen die Absicht durch eine bestimmte Handlung einen bestimmten Informationseffekt zu erzielen.

Schlussfolgerungen sind sowohl Thema der Semantik als auch der Pragmatik, wobei zwischen pragmatischen Implikaturen („implikatieren“) und semantischen Implikationen („implizieren“) unterschieden werden muss.

Pragmatische Schlussfolgerungen, genauer Implikaturen und Präsuppositionen haben gemeinsam, dass sie immer kontextabhängig sind, dabei jedoch nicht zum explizit Gesagten gehören, sondern aus der jeweiligen Äußerung pragmatisch erschlossen werden müssen. Sie umfassen Inhalte, die vom Sprecher nicht ausdrücklich „gesagt“, jedoch mitkommuniziert werden und mit die den Wahrheitsbedingungen nicht erfassbar sind.

Die semantische (logische) Implikation (entailment) ist davon abzugrenzen. Sie stellt eine kontextunabhängige Schlussfolgerung dar, die aus der rein wörtlichen Bedeutung von etwas Gesagtem abzuleiten ist.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Präsuppositionen sind Propositionen, die erfüllt sein müssen, damit ein Satz überhaupt sinnvoll gebraucht werden kann. Die Präsuppositionen werden vom Sprecher nicht explizit „gesagt“, sondern im Kontext vorausgesetzt. Ganz allgemein werden Präsuppositionen durch bestimmte Ausdrücke ausgelöst (Präsuppositionsauslöser oder triggers). Um herauszufinden, was die jeweilige Präsupposition einer Äußerung ist, gibt es Testverfahren, die es ermöglichen, Präsuppositionen von anderem semantischen und pragmatischen Inferenzen zu unterscheiden. Im Verhalten unter Negation beispielsweise unterscheiden sich Präsuppositionen und semantische (logische) Implikatur grundlegend. Präsuppositionen bleiben unberührt, d.h. sie sind konstant, semantische Implikationen bleiben bei den Tests nicht erhalten. Ein weiteres Merkmal von Präsuppositionen ist ihre Nicht-Aufhebbarkeit.

Ob die Untersuchung von Präsuppositionen der Semantiktheorie oder der Pragmatiktheorie zugerechnet wird, ist bis heute ein kontrovers diskutiertes Thema.

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Details

Seiten
4
Jahr
2009
ISBN (eBook)
9783640837434
Dateigröße
468 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v167373
Institution / Hochschule
Eberhard-Karls-Universität Tübingen
Note
Schlagworte
implikaturen rice horn levinson

Autor

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Titel: Implikaturen nach Grice, Horn und Levinson