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Das SCOR-Modell - Aufbau, Ziele, Diskussionspunkte

Hausarbeit 2009 16 Seiten

BWL - Industriebetriebslehre

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einführung
1.1. Historischer Hintergrund zum SCOR – Model
1.2. Einleitung zum Thema

2. Das SCOR – Modell
2.1. Aufbau der SCOR – Pyramide
2.1.1. Die Höchste Ebene
2.1.2. Die Konfigurationsebene
2.1.3. Die Gestaltungsebene
2.1.4. Die Implementierungsebene

3. Ziele des SCOR – Model

4. Sind SCOR - Modelle praxisnah – Am Beispiel eines Produktionsunternehmen?!
4.1. Mögliche Diskussionspunkte

5. Fazit

6. Literaturverzeichnis

1. Einführung

1.1. Historischer Hintergrund zu SCOR – Modellen

Die Anfänge zum Supply Chain Operation Reference – Modell (kurz: SCOR) findet man im Jahr 1996. Die zwei Bostoner Unternehmensberater Pittiglio Rabin Todd und McGrath setzen sich zuerst mit dem Problem auseinander, die einzelnen Wertschöpfungs-, Distributions- und Logistikketten so zu veranschaulichen und zu verallgemeinern, dass die jeweiligen Unternehmen die Möglichkeit besitzen sich untereinander vergleichbar zu gestalten.

Im gleichen Jahr setzten weitere 69 Unternehmen den Grundstein für das Supply chain council (kurz: SCC) , welches bis heute eine Organisation zur Optimierung des SCOR – Modells darstellt und sich auf die Fahne geschrieben hat, diese Optimierungen und Erfahrungen, ohne größeren monetären Hintergrund an die Unternehmen zu deren Wertschöpfungssteigerung weiterzugeben. Mittlerweile gehören mehr als 1000 Unternehmen und auch Universitäten dieser Organisation an.

1.2 Einleitung zum Thema

Jedes Unternehmen verfolgt unterschiedliche Zielvorstellungen und stellt somit verschiedene Ansprüche an deren Wertschöpfungs-, Distributions- und Logistikketten. Aufgrund dieser unterschiedlichen Einstellungen, ist es kaum möglich die einzelnen Unternehmen „auf eine Stufe zu stellen“, d.h. eine gemeinsame Informationsbasis herzustellen und somit vergleichbar zu machen. Dies gelingt nur, wenn man einige Kernvorstellungen für jedes Unternehmen heraus kristallisiert und diese so theoretisch wie möglich hält.

Das SCOR – Modell greift diesen Aspekt auf und kann daher auf mehrere Unternehmen angewendet werden. Dieses Modell bildet sozusagen den Rahmen für alle weiteren Anpassungen der Supply Chain. Durch die dadurch erzielte Transparenz ist es möglich, dass mehrere Vorgänge bzw. Prozesse im Laufe der einzelnen Ablaufketten optimiert und in Zusammenarbeit (vom Lieferanten bis zum Kunden) schneller ablaufen können.

2. Das SCOR – Modell

Das SCOR – Modell vereinigt alle Prozesse und Ansatzpunkte, welche man aus den internen und externen Wertschöpfungsketten ableiten kann. Es werden somit nicht nur interne Abläufe, sondern speziell auch die externen Abläufe betrachtet. Veranschaulicht wird das ganze Prinzip, durch die folgende Grafik.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1-3; Aufbau des SCOR-Modells

Quelle: http://beergame.uni-klu.ac.at/bilder/scor.jpg

Das SCOR – Modell ist als „Pyramide“ zu verstehen. In dieser Pyramide gibt es vier Ebenen, welche aufeinander aufbauen und jeweils die folgende Ebene von der bevorstehenden Ebene abhängig ist.

Verdeutlicht wird dieses Abhängigkeitsverhältnis durch die nachfolgende Grafik. Dort sieht man die vier Ebenen (Höchste Ebene, Konfigurationsebene, Gestaltungsebene und Implementierungsebene). Bereits anhand dieser Grafik erkennt man zum Einen das Abhängigkeitsverhältnis, als auch die Detaillierung der einzelnen Prozesse, welcher pro Ebene weiter zu nimmt. Die einzelnen Ebenen möchten wir nachfolgend genauer betrachten.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2-4; Die einzelnen Ebenen des SCOR-Modells

Quelle: http://beergame.uni-klu.ac.at/scor.htm

2.1 Aufbau der SCOR – Pyramide

2.1.1. Die Höchste Ebene

In dieser Ebene findet man die Basis für das SCOR – Modell. Ausgangspunkte sind hier die fünf Kernprozesse (Planung, Beschaffung, Herstellung, Lieferung und Rücklieferung (Retour) , wobei der Prozess der Rücklieferungen erst seit 2001 in die SCOR-1-Ebene aufgenommen wurde. Demnach befassen sich die Kernprozesse „Planung“ und „Beschaffung“ mit den jeweiligen Lieferanten. Der Kernprozess „Herstellung“ betrachtet größtenteils die interne Wertschöpfungskette und letztlich der Prozess der „Lieferung“ mit den Kunden. Der Prozess „Retoure“ beschäftigt sich sowohl mit dem internen als auch mit dem externen Ablauf. Beim internen Ablauf werden die Prozesse des Qualitätsmanagement genauer betrachtet. Der externe Ablauf bzw. die externen Wertschöpfungsketten können hier sowohl den Lieferanten (Rücklieferung von Rohmaterialien) als auch den Kunden (Reklamationen) betreffen. Diese Kernprozesse dienen zur Eingrenzung der jeweiligen Zielsetzungen und Zielvorgaben, welche im Grunde genommen bei jedem Unternehmen gleich sind und aus der Organisationsstruktur abgeleitet werden können.

2.1.2. Die Konfigurationsebene

Nachdem nun die einzelnen Kernprozesse aufgeführt wurden, versucht man in der nächsten Ebene jede dieser fünf Kernprozesse detaillierter darzustellen und in einzelne Prozesskategorien bzw. Subprozesse aufzusplitten.

Dabei werden die einzelnen Kernprozesse verfeinert und gleichzeitig auch im Hinblick auf mögliche Optimierungspotenziale überprüft. So kann es passieren, dass bereits in dieser Phase des SCOR-Modells eine Prozesskategorie aus wirtschaftlicher Sicht heraus, nicht mehr weiter verfolgt wird.

Zu gleich findet in dieser Phase eine grobe Bestandaufnahme des Ist-Zustandes statt, was eine Entscheidung über eine mögliche Vertiefung des jeweiligen Subprozesses für das entsprechende Unternehmen erleichtert.

2.1.3. Die Gestaltungsebene

In dieser Ebene werden die zuvor gebildeten Subprozesse weiter detaillierter betrachtet und in Prozesselemente zerlegt. Zu jedem Prozesselement werden Informationen gesammelt und erste Vergleiche mittels eines Soll-Designs angestrebt. Werkzeuge für diesen Soll-Ist-Abgleich können unter anderem Kalkulationen, Fertigungspläne, Angebote des Einkaufs, Auswertungen des Controllings und sonstige Informationen welche man problemlos aus der EDV bzw. aus bestehenden ERP- und APS-Systemen ableiten und bekommen kann. In dieser Phase des Modells schielt man einerseits auf die Kernprozesse und die festgelegten Ziele aus Ebene 1 und man überlegt andererseits jetzt schon über die Realisierbarkeit und Umsetzung der angestrebten Veränderungen in Ebene bzw. Level 4 nach. Denn was nutzt einem die beste Verbesserungsidee, wenn man Sie in der Praxis und somit zum Wohle der Unternehmung nicht umsetzen kann und somit keinen wirtschaftlichen Vorteil aus der Anpassung der Wertschöpfungskette ziehen kann. Die nachfolgende Veranschaulichung zeigt nochmals die Kooperation zwischen Daten aus dem „Input“, d.h. Daten aus dem Bereich der Beschaffung und der Herstellung, als auch die des „Output“, also Daten aus dem Bereich Lieferungen und Rücklieferungen. Nur kombiniert mit beiden Aspekten und somit über das Vorhandensein genügender Informationen, kann über eine Anpassung nachgedacht und ein Ergebnis erreicht werden.

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Details

Seiten
16
Jahr
2009
ISBN (eBook)
9783640834327
Dateigröße
840 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v167026
Institution / Hochschule
Rheinische Fachhochschule Köln
Note
2,3
Schlagworte
scor-modell aufbau ziele diskussionspunkte

Autor

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