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ZARA - eine Fallstudie

Referat (Ausarbeitung) 2007 9 Seiten

BWL - Beschaffung, Produktion, Logistik

Leseprobe

Fallstudie ZARA

In der (jungen) Modebranche können kurze Lieferzeiten und ein häufig wechselndes Angebot lebensnotwendig für das Ansehen und den Erfolg eines Labels sein (wie schnell kann ich etwas liefern? Wie schnell kann ich nachliefern?). In einem solchen Fall spielt (vor allem) die effiziente Handhabung der Logistik (wieder unter Berücksichtigung der EDV und der Mitarbeiter) eine Rolle. Für unser Fallbeispiel haben wir eine Firma gewählt, die sich nach der Krise in der Modebranche Ende der 80er/90er Jahre in punkto Reorganisation der Unternehmensprozesse- im speziellen der Produktion und Logistik- besonders hervorgetan hat.

1. Grundsätzliches zum Unternehmen

ZARA ist eine Tochterfirma des spanischen Textilkonzerns Inditex, der seit Mitte der 60er Jahre als Konglomerat verschiedenster Modefirmen besteht und heute insgesamt 8 Sublabels umfasst. Ende der 80er Jahre entschlossen sich viele Unternehmen im Rahmen des enorm gestiegenen Wettbewerbsdrucks dazu, ihre Produktion ins Ausland zu verlegen- Hintergedanke: Kostenersparnisse in der Produktion. Letztendlich zeigte sich, dass die damit erwartete Ersparnis bei den Faktorkosten nicht gegeben war bzw. nicht endlos machbar war. ZARA hatte zwar anfangs die Strukturen und Produktionsweise des Mutterkonzerns übernommen, erkannte aber schnell, dass diese Taktik für ein Unternehmen der „fast fashion“-Branche (d.h. modische, oft wechselnde Ware) nicht unbedingt die passende sein musste.

Zudem fand das Unternehmen im eigenen Land die ideale Ausgangssituation vor: eine hohe, ländliche Arbeitslosigkeit aufgrund des Niedergangs der alten, hochspezialisierten Modeateliers, sowie in gewissen Regionen eine starke Bereitschaft zu investieren. ZARAs Designs kamen gut an, aber wie sollte man gleichzeitig kreativ, reaktionsschnell und billig sein? Die Lösung lag im Aufbau einer effizienten, vertikalen Unternehmensstruktur. Man produzierte lokal (wobei der Großteil der Produktion outgesourced wurde, was Kapitalbindung und Personalkosten senkte), investierte in und schuf ein großflächiges, effizientes EDV-System, das alle relevanten Teilbereiche (Design, Produktion, Distribution, etc.) miteinander vernetzte, verwaltete die großen Logistikzentren selbst (diese arbeiten fast vollautomatisiert), der Transport selbst wurde jedoch an externe Logistikunternehmen outgesourced.

ZARA ist heute ein vertikal integriertes Unternehmen, dass die meisten seiner Funktionen in-house erledigt: vom Weben und Färben 40% seiner Stoffe, Design, Schnitt, Logistik und Retailing seiner Filialen. Den tatsächlichen Transport der Waren sowie das Zusammennähen der Teile wird durch Subkontraktoren erledigt- mehr als die Hälfte der Wertschöpfung aber wird in Spanien selbst hergestellt- ein seltener Fall in der Bekleidungsindustrie.[1] GAP und H&M hingegen, die 2 stärksten Mitbewerber, haben keine in-house und wenig landesinterne Produktion. Durch ihre starke Position in der regionale Industrie besitzt ZARA mittlerweile auch dementsprechende politische Verhandlungsmacht: Infrastruktur, Flugverkehr und Transport werden an den Bedürfnissen des Konzerns ausgerichtet- was zusätzlich zur Kostensenkung des Unternehmens beiträgt.[2]

Das Unternehmen selbst führt seinen Erfolg auf folgende Faktoren, wie sie in nachstehender Abbildung veranschaulicht werden, zurück:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Businessmodell ZARA

Quelle: Dossier ZARA 2006, S. 3

Wie man an diesem Modell sieht, zeichnet sich ZARAs Wertschöpfungskette durch ein effizientes Ineinandergreifen von (vor allem) vier Faktoren aus:

[...]


[1] Berger (2006), S. 169

[2] Weiguny (2007), S. 30

Details

Seiten
9
Jahr
2007
ISBN (eBook)
9783640842254
ISBN (Buch)
9783640842452
Dateigröße
1.3 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v166973
Institution / Hochschule
Karl-Franzens-Universität Graz – Internationales Management
Note
Gut
Schlagworte
Fallstudie Bekleidungsindustrie

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Titel: ZARA - eine Fallstudie