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Reaktionen auf die Eroberung Jerusalems 1099 durch die Kreuzfahrer und den Sieg der Armeen der christlichen Könige der Iberischen Halbinsel bei Las Navas de Tolosa 1212 im Vergleich

Hausarbeit (Hauptseminar) 2009 26 Seiten

Geschichte Europa - and. Länder - Mittelalter, Frühe Neuzeit

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Jerusalem und Las Navas de Tolosa: Eckpunkte in der Geschichte des Kampfes gegen die Heiden

2. Reaktionen und Perspektiven im Vergleich
2.1. Stimmen zur Eroberung Jerusalems
2.1.1. Glückwunsch zu einem blutigen Ereignis
2.1.2. Alttestamentarische Traditionen
2.1.3. Gottgefälliges Werk, gerechter Krieg
2.1.4. Der Sündenablaß als Belohnung für fromme Taten
2.1.5. Verankerung der Kirche im Heiligen Land
2.2. Las Navas de Tolosa: Vorgeschichte und Ergebnisse
2.2.1. Ist die Reconquista mit den Kreuzzügen ins Heilige Land vergleichbar?
2.2.1.1. Innere Faktoren
2.2.1.2. Äußere Faktoren
2.2.2. Warum ist 1212 als Wendepunkt zu sehen?
2.2.2.1. Erstarken der Muslime - Stocken der Reconquista
2.2.2.2. Erneute Initiative Kastiliens mit der Unterstützung des Papstes
2.2.3. Der Sieg bei Las Navas de Tolosa: Chronik und päpstliche Reaktion im Vergleich
2.2.3.1. Die Chronik des Rodrigo Jiménez de Rada
2.2.3.2. Äußerungen des Papstes
2.2.3.2.1. Die Meldung erreicht Rom
2.2.3.2.2. Beendigung des Kreuzzuges
2.2.3.2.3. Bibeltraditionen
2.2.3.2.4. Gott ist und bleibt der oberste Herr

3. Nachlese der großen Schlachten

4. Quellen- und Literaturverzeichnis 24

1. Jerusalem und Las Navas de Tolosa: Eckpunkte in der Geschichte des Kampfes gegen die Heiden

Die Eroberung Jerusalems 1099 durch die Kreuzfahrer ist zweifellos ein wichtiges Eckdatum in der Geschichte des Nahen Ostens. Aber auchüber diese Region hinaus zog das Ereignis weite Kreise - und das nicht zuletzt am Ausgangpunkt der bewaffneten Pilgerfahrt1: in Europa. Der Initiator der Unternehmung, Papst Urban II., der 1095 in Clermont durch seinen Aufruf die Massen in Bewegung gesetzt hatte, war allerdings bereits verstorben, bevor ihn die Nachricht aus Jerusalem erreichen konnte. Sein Nachfolger Paschalis II. zeigte sich in einem Brief vom 28. April 11002 jedoch nicht minder erfreut und dachte bereits darüber nach, wie es zu bewerkstelligen war, das Gewonnene zu sichern.

Vor Ort sahen sich diejenigen, die das Kreuz genommen hatten, nach all den Anstrengungen, die der Weg ins Heilige Land sie gekostet hatte, von Gott selbst in ihrem Tun bestätigt und belohnt. Die Christen der Ostkirche feierten die Eroberung als die Befreiung von dem Joch der Ungläubigen, unter dem sie vorher gelitten hatten. Bilder der Nachwirkungen des Kampfes zeichnen mehrere Chroniken - genannt seien diejenigen von Fulcher von Chartres, Peter Tudebode, Raymond d'Aguilers oder Wilhelm von Tyrus, wie auch die anonymen „Gesta Francorum“ - des Ersten Kreuzzuges3, seien es Augenzeugenberichte oder im Nachhinein verfaßte literarische Werke. Augenfällig ist hierbei die - nach heutigen Maßstäben beurteilt - krasse Diskrepanz zwischen dem geschilderten Massaker unter der muslimischen und auch jüdischen Bevölkerung Jerusalems durch das christliche Heer und der tiefen Demut, die das Kreuzfahrerheer bei den Dankesfesten an den Tag legte.

Mithilfe der genannten Dokumente ist möglicherweise ein tieferes Verständnis der zeitgenössischen Auffassung der Menschen des ausgehenden elften Jahrhunderts zu gewinnen: Wie sahen sich die Kreuzfahrer selbst und welche Bedeutung hatte ihr Kampf um die heiligen Orte ihrer Religion? Stellten sie sich trotz der Beispiellosigkeit dieser Bewegung in die Tradition des „auserwählten Volks“ aus der Bibel, wie es auch von Urban II. in seinem Aufruf zur Fahrt nach Jerusalem erwähnt worden sein soll?4

Nach Europa vorgerückt waren die „Muselmanen“ jedoch schon vor Jahrhunderten -über Nordafrika - und hatten auf der Iberischen Halbinsel einen eigenen Herrschaftsbereich errichtet. Hier war also schon längste eine zweite Front entstanden, an der sich Christentum und Islam gegenüberstanden. Ein massiver Durchbruch gegen die Muslime gelang den christlichen Königreichen am 16. Juli 1212 in den Ebenen von Tolosa. Dieser bildete den Wendepunkt einer Entwicklung, in der die durch Kontingente aus Nordafrika unterstützten Moslems bisher sehr erfolgreich gewesen waren. Der Sieg in der Schlacht von Las Navas de Tolosa leitete die letzte große Phase der Reconquista ein, an deren Ende, im Jahr 1492, der letzte maurische Herrscher, Boabdil, aus Granada vertrieben wurde. Obwohl geographisch gesehen an einem vom Heiligen Land weit entfernten Schauplatz, ist diese Schlacht in ihrer Signifikanz mit der Eroberung Jerusalems durchaus vergleichbar.5 Das gilt insbesondere, wenn man bedenkt, daß die Kreuzzugsidee und -ideologie bis zu diesem Zeitpunkt nach Spanien exportiert worden war. Somit war sie auch an einem Ort, wo Christus sich augenscheinlich nie aufgehalten hatte, lebendig, so daß auch hier im Namen des Kreuzes gefochten wurde.

Eine prominente Quelle, nicht nur für die Ereignisgeschichte, sondern auch durch gewisse Untertöne für die Mentalitätsgeschichte, ist die Chronik „De Rebus Hispaniae“ des Erzbischofs von Toledo, Rodrigo Jiménez de Rada. Zusätzlich ist von besonderer Wichtigkeit auch hier wieder die offizielle Reaktion des Papstes auf den Siegüber die Feinde des christlichen Glaubens, um die damalige Bewertung der Vorgänge auf der Iberischen Halbinsel einzuordnen.

Man kann sich also fragen, was sich an den Reaktionen auf so bahnbrechende Ereignisse wie die Siege in Jerusalem und in Las Navas de Tolosa ablesen läßt. Wenn man annimmt, daß beide Triumphe Teil einer linearen Entwicklung und einer Erweiterung6 des Kreuzzugsgedankens waren, könnte man annehmen, daß die Stellungnahmen dazu recht ähnlich ausfielen. Allerdings weisen die erhaltenen offiziellen Äußerungen der jeweiligen Päpste - die ja „Schirmherren“ der Kreuzzugsbewegung waren -, doch einige Unterschiede auf, die im Folgenden untersucht werden sollen.

(Massachusetts), 1958, S. 30: „(...) race chosen and beloved by God (...)“.

2. Reaktionen und Perspektiven im Vergleich

2.1. Stimmen zur Eroberung Jerusalems

2.1.1. Glückwunsch zu einem blutigen Ereignis

Der Glückwunschbrief an die Männer im Heiligen Land vom 28. Mai des Jahres 1100 von Papst Paschalis II. fielen, in den Augen eines heutigen Lesers, recht blumig aus. Das wird zum Beispiel deutlich, wenn er schreibt: Quantas super his redemptori nostro gratias debeamus,, nec humanus animus opinari nec lingua preualet enerrare, oder indem er das für heutige Rezipienten recht hochfahrende Bibelzitat aus Lukas 2, Gloria in altissimis Deo et in terra pax hominibus bone uoluntatis 7, einbringt. Andererseits muß dieüberschwengliche Art auch vor dem Hintergrund dessen gesehen werden, daß der Kampf für die Befreiung der Heiligen Stätten einen ungeheuren Stellenwert einnahm. Sieht man sich die Beschreibungen der Jubelfeiern der siegreichen Kreuzzügler vor Ort an, findet man bei allen Chronisten denselben enthusiastischen Ton wieder. Laut Wilhelm von Tyrus beipsielsweise seien sie in glühender Andacht versunken,8 bei Fulcher von Chartres heißt es, Laien und Kleriker seien singend und freudig betend zum Tempel gezogen9.

Grund für den Ausdruck der Erlösung und Befreiung war die festeüberzeugung der Teilnehmer, daß sie zu einem von Gott gewollten Werk beigetragen hatten. Dieser gewährte ihnen nun den Lohn für ihre Mühen und Entbehrungen. Konform damit erhält man auch bei Paschalis' Brief den unbedingten Eindruck, daß der Sieg allein Gott geschuldet sei. Schließlich konnten die Feinde des Herrn nur durch diesen selbst besiegt werden.10 Weil die Kreuzfahrer sich also gottgefällig verhalten hatten, belohnte der Herr ihre Anstrengungen mit einem für sie positiven Ausgang. Und tatsächlich scheint es ein regelrechtes Wunder, daß das bereits unterwegs ziemlich dezimierte Kreuzfahrerheer, das schlußendlichüberhaupt vor den Toren Jerusalems angekommen war, es geschafft hatte, die Stadt einzunehmen. Bestimmt gibt es dafür logischere Erklärungen, zum Beispiel daß aus den demontierten Schiffen einer Genueser Flotte, die am 17. Juni in Jaffa angelegt hatte, brauchbare Belagerungsmaschinen gebaut werden konnten. Ohne diese wäre eine Belagerung für die doch stark mitgenommenen Heereüberhaupt nicht möglich gewesen.11

2.1.2. Alttestamentarische Traditionen

Allerdings trug der Topos, daß eine Prozession in Nachahmung der Geschichteüber die Einnahme Jerichos, die im Alten Testament geschildert wird,12 den Vorstößen der Kreuzfahrer Erfolg beschied, sicherlich zur Mythenbildung bei. Da sich die Christen aus dem Westen ja als neues „auserwähltes Volk“ sahen, nimmt es nicht wunder, daß in den Chroniken betont wurde, daß das Heer der Kreuzfahrer quasi direkt mit Gott in Verbindung stand.

Es finden sich noch weitere Parallelen zur Bibel in den Schilderungen der blutigen Ereignisse. Kaspar Elm zeigt in seiner Untersuchung zurüberlieferung der Eroberung Jerusalems13 beispielsweise, daß im „Liber“ des Raymond d'Aguilers eineübernahme aus der Geheimen Offenbarung erfolgt ist. Bereits hier wird erwähnt, daß sich ein riesiger Blutstrom ergossen habe, der bis zu den Zügeln der Pferde reichte. Dasselbe Bild verwendete Raymond, als er schrieb, daß es reiche,über die Grausamkeiten, die sich beim Tempel Salomons abspielten, zu sagen, daß die Kreuzfahrer bis zu den Knien und zu den Zügeln ihrer Pferde im Blut ritten.14

Aufgrund eben der Tatsache, daß der Chronist solch großen Wert darauf legte, die Eroberung Jerusalems nach biblischem Vorbild zu schildern, muß man sich natürlich fragen, ob der Bericht auf nüchternen Tatsachen beruht. Vielmehr als Faktentreue steht die Einordnung in einen heilsgeschichtlichen Kontext im Vordergrund. Diese bezieht sich stark auf den alttestamentarischen „herrsch- und rachsüchtigen Gott, der seine Gegner zum Schemel seiner Füße macht und Reinigungs- und Sühneopfer des Blutes von denen verlangt, die seine Heiligtümer, seine Stadt und sein Land (...) verunreinigt haben“15 - vom Geist der Bergpredigt Christi und der Idee „Liebet eure Feinde“16 ist hier nicht viel zu spüren, und das, wo sich doch die Kreuzfahrer neben ihrer kriegerischen Absicht auch als Pilger verstanden und daher eine „Imitatio Christi“17 anstrebten. Sie müssen also die Idee von der Liebe zu Gott und zu den Nächsten dahingehend umgedeutet haben, daß diese sie dazu verpflichte, um ihre Glaubensstärke zu beweisen, die Feinde Gottes für ihre Frevelhaftigkeit zu strafen.18

2.1.3. Gottgefälliges Werk, gerechter Krieg

In Paschalis' Brief wird die blutrünstigere Variante aufgegriffen, da bei ihm ja immerhin die Hände derer, die sich an dem gottgefälligen Massaker beteiligt hatten, mit dem Blut der Glaubensfeinde geheiligt wurden.19 Damit bestätigt der Papst gleichzeitig einen fundamentalen „Wandel in der kirchlichen Sicht vom Laien“20: Eigentlich wurde es ja als verabscheuungswürdig angesehen, daß die Kirche sich zum Beispiel in Lehensabhängigkeit von sündhaften Laien begeben mußte.21 Nun jedoch konnten Laien dadurch ihren Ruf retten, indem sie ihre Waffen sinnvoll gegen die Feinde der Christenheit einsetzten, und es dadurch bewerkstelligen, sich in die christliche Heilsgemeinschaft zu integrieren22.

Dies und das Aufgreifen der alttestamentarischen Darstellungsform von gottgefälliger Gewalt führte dazu, daß der Kriegszug ins Heilige Land mit dem Ziel der Befreiung der Pilgerstätten als Ausdruck von Frömmigkeit gesehen wurde. Aus damaliger Sicht handelte es sich dabei um eine gerechtfertigte Aktion, um eine alte Ordnung - den freien Zugang zu den Pilgerstätten - wiederherzustellen, die durch das frevelhafte Verhalten der Moslems gestört worden war. Das heißt, daß es sich nach der Meinung der Europäer eigentlich um eine Rück eroberung des Heiligen Landes handelte. Dieses stand ihnen ja schließlich gottgewolltermaßen zu. Konform mit der Lehre des Kirchenvaters Augustinusüber den gerechten Krieg, diente ihr Kampf also im Grunde in ihren Augen dazu, eine Störung des Friedens zu beseitigen.23

2.1.4. Der Sündenablaß als Belohnung für fromme Taten

Im Umkehrschluß läßt sich sagen, daß es sicher kaum logisch gewesen wäre, für die Teilnahme am Kreuzzug einen Nachlaß der Bußstrafen für begangene Sünden in Aussicht zu stellen, wenn es sich dabei um ein Werk gehandelt hätte, das den christlichen Geboten zuwiderläuft - zumindest nach der damals vorherrschenden Ansicht. Am Ende des Briefes geht Paschalis nochmals auf diese Tatsache ein: Ipse [der Herr] uos ab omnibus peccatis absoluat (...) 24. Aber wie bereits von Urban II. erwähnt, gilt das natürlich lediglich für diejenigen, die mit der rechten Gesinnung angetreten sind.25 Dem trägt Paschalis ebenfalls Rechnung, indem er das zweite Lukasevangelium, Vers 14, zitiert: (...) et in terra pax hominibus bone uoluntatis.

In seinem Brief hebt Paschalis hervor, daß die Kreuzfahrer viel geopfert haben, um sich auf die Fahrt ins Heilige Land zu begeben: patriam, domos, parentes posthabuistis. Daraus kann man schließen, daß in Paschalis' Augen an der frommen Absicht der Krieger Christi kein Zweifel bestand, nachdem sie all das auf sich genommen hatten. Damit wäre der Erlaß der Bußstrafen für letztere gerechtfertig gewesen. Der Kreis schließt sich also, indem die Kreuzfahrer nach Gottes Willen handelten, indem sie sein Werk vollendeten - nämlich die Eroberung der Heiligen Stätten für die Christenheit. Aufgrund der richtigen Motivation war es trotz widriger Umstände möglich, daß Gott ihnen den Sieg schenkte.26

2.1.5. Verankerung der Kirche im Heiligen Land

Zusätzlich dazu war dem Papst auch daran gelegen, die gewonnene Stellung in der Levante beizubehalten. Um direkten Einfluß im neu errichteten Königreich Jerusalem nehmen zu können, kündigte Paschalis in seinem Brief gleich auch die Entsendung eines Legaten, des Bischofs Mauritio von Porto, an. Diese Ankündigung nimmt gleichermaßen den zweiten Teil des Papstbriefes ein. Er ermahnt die Kreuzfahrer, Mauritius in seiner Eigenschaft als Stellvertreter Petri, der die Ostkirche nach den kanonischen Regeln ordnen soll, Gehorsam entgegenzubringen.27 Das Engagement der römisch-katholischen Kirche sollte sich also offensichtlich nicht auf einen temporären Einsatz beschränken, nämlich die Glaubensbrüder in der Levante von der Unterdrückung durch die Moslems zu befreien bzw. den Zugang zu den Pilgerstätten wieder zu ermöglichen. Vielmehr taucht hier der Ansatz auf, daß die Kirche nach dem Vorbild der römischen geordnet werden sollte, was natürlich einen großen Zuwachs des Einzugsgebiets des Stuhls Petri bedeutete.

2.2. Las Navas de Tolosa: Vorgeschichte und Ergebnisse

Wenden wir uns dem Schauplatz auf der Iberischen Halbinsel zu, auf der sich Christentum und Islam ebenfalls feindlich gegenüberlagen und das bereits seit dem achten Jahrhundert. Während dieser Zeit hatte der zunächst rein territoriale bzw. machtpolitische Konflikt eine religiöse Komponente hinzugewonnen, die direkt auf die Entstehung der Kreuzzugsbewegung seit dem Ende des elften Jahrhunderts im restlichen Europa zurückzuführen ist. Diese Entwicklung ist für das Verständnis der Abfolge und Bewertung der Ereignisse der sogenannten Reconquista unerläßlich.

2.2.1. Ist die Reconquista mit den Kreuzzügen ins Heilige Land vergleichbar?

Betrachtet man die Ausgangssituation, bemerkt man, daß es im Grunde auf der Iberischen Halbinsel nicht ausschließlich erbitterte Feindschaft zwischen den religiösen Gruppen gegeben hat, sondern neben den Konflikten auch zahlreiche Kontakte. Es hatte sich zu einigen Zeiten auch eher ein Modus der Koexistenz eingebürgert.28 Ein besonders gutes Beispiel dafür ist die Tatsache, daß unter König Alfons VI. von Kastilien-León (1065/72 bis 1109) die religiösen Verhältnisse in Toledo, das er seit 1085 beherrschte, erst einmal beim Alten blieben und er sich sogar als „Kaiser der zwei Religionen“29 bezeichnete.

[...]


1 Vgl. Ernst-Dieter Hehl: Kreuzzug - Pilgerfahrt - Imitatio Christi. In: Michael Matheus (Hg.): Pilger und Wallfahrtsstätten in Mittelalter und Neuzeit. Stuttgart 1999. S. 35-52, hier S. 38f.

2 Rudolf Hiestand (Hg.): Papsturkunden für Kirchen im Heiligen Lande. Vorarbeiten zum Oriens Pontificius III. Göttingen 1985, Nr. 4.

3 Diese Begriffsprägung stammt zwar erst aus späterer Zeit, wird aber aufgrund der allgemeinen Verständlichkeit hier durchgehendübernommen.

4 Vgl. Kreuzzugsaufruf in derüberlieferung von Robert von Reims in der englischenübersetzung von August C. Krey: The First Crusade. The Accounts of Eye-Witnesses and Participants. Gloucester

5 Vgl. Francisco García Fitz: Las Navas de Tolosa. Barcelona 2005. S. 9.: „ (...) la batalla de Las Navas de Tolosa (...) sería muy pronto considerado como un acontecimiento decisivo para la expansión territorial de los reinos cristianos y el definitivo retroceso de al-Andalus (...)“.

6 Erweiterung in dem Sinne, daß außer dem Kampf im Heiligen Land später auch der Einsatz an anderen Orten mit den ursprünglichen Kreuzzügen gleichgesetzt wurden.

7 Rudolf Hiestand: Papsturkunden für Kirchen im Heiligen Lande. Göttingen, 1985, 90 Nr. 4.

8 Wilhelm von Tyrus: Willelmi Tyrensis Archiepiscopi Chronicon. In: Corpus Christianorum. Continuatio Mediaevalis, Bd. 63, herausgegeben von R. B. C. Huygens, Turnhout 1986, Buch 8, Kapitel 21: (...) sancte devotionis esset inmensatas.

9 Fulcher von Chartres: Historia Hierosolymitana, in derübersetzung von Frederick Duncan and August C. Krey: Parallel Source Problems in Medieval History. New York 1912, S. 109-115, URL: http://www.fordham.edu/halsall/source/cde-jlem.html: „Afterward, all, clergy and laymen, went to the Sepulcher of the Lord and His glorious temple, singing the ninth chant. With fitting humility, they repeated prayers and made their offering at the holy places that they had long desired to visit.“

10 Hiestand, Kirchen: Videmus enim christian fidei hostes ( ) per diuinam misericordiam manu uestra partim contritos (...).

11 Vgl. John France: Victory in the East. A military history of the First Crusade. Cambridge 1996. S. 346ff.

12 Bibel-Online, Josua 6, 1-5: „1 Jericho aber war verschlossen und verwahrt vor den Kindern Israel, daß niemand aus oder ein kommen konnte,2 Aber der HERR sprach zu Josua: Siehe da, ich habe Jericho samt seinem König und seinen Kriegsleuten in deine Hände gegeben.3 Laß alle Kriegsmänner rings um die Stadt her gehen einmal, und tue sechs Tage also.4 Und laß sieben Priester sieben Posaunen des Halljahrs tragen vor der Lade her, und am siebenten Tage geht siebenmal um die Stadt, und laß die Priester die Posaunen blasen.5 Und wenn man das Halljahrshorn bläst und es lange tönt, daß ihr die Posaune hört, so soll das ganze Volk ein großes Feldgeschrei machen, so werden der Stadt Mauern umfallen, und das Volk soll hineinsteigen, ein jeglicher stracks vor sich.“, sowie: Vgl. Gesta Francorum nach Krey, S. 254-255: „The Bishop (Adhemar) appeared before Peter Desiderius, saying: "Speak to the princes and all the people, and say to them: 'You who have come from distant lands to worship God and the Lord of hosts, purge yourselves of your uncleanliness, and let each one turn from his evil ways. Then with bare feet march around Jerusalem invoking God, and you must also fast. If you do this and then make a great attack on the city on the ninth day, it will be captured. if you do not, all the evils that you have suffered will be multiplied by the Lord. (...) These words were pleasing to both princes and people, and it was publicly commanded that on the next Friday the clergy should lead the procession with crosses and relics of the saints, while the knights and all able-bodied men, with trumpets, standards, and arms, should follow them, barefooted. (...) Thus the mercy of God was obtained, since every thing that had been against us was now favorable.“ und S. 256: „Both day and night, on the fourth and fifth days of the week, we made a determined attack on the city from all sides. However, before we made this assault on the city, the bishops and priests persuaded all, by exhorting and preaching, to honor the Lord by marching around Jerusalem in a great procession, and to prepare for battle by prayer, fasting, and almsgiving.“.

13 Kaspar Elm: Die Eroberung Jerusalems im Jahre 1099. Ihre Darstellung, Beurteilung und Deutung in den Quellen zur Geschichte des Ersten Kreuzzugs. In: Dieter Bauer, Klaus Herbers, Nikolas Jaspert (Hg.): Jerusalem im Hoch- und Spätmittelalter. Konflikte und Konfliktbewältigung - Vorstellungen und Vergegenwärtigungen. Frankfurt/New York, 2001, S. 31-54, hier S. 50.

14 Raymond d'Aguilers nach Krey: „ (...) men rode in blood up to their knees and bridle reins.“

15 Elm, S. 52f..

16 Bibel-Online: Matthäus 5, 45.

17 Vgl. Ludwig Schmugge: Jerusalem, Rom und Santiago. Fernpilgerziele im Mittelalter. In: Michael Matheus (Hg.): Pilger und Wallfahrtsstätten in Mittelalter und Neuzeit. Stuttgart 1999, S. 11-34, hier S. 15f., sowie Hehl, ebenda (siehe Anm. 1).

18 Vgl. Jean Flori: Croisade et chevalerie. XIe- XIIe siècles. Paris/Brüssel 1998, S. 86.

19 Hiestand, Kirchen, Nr. 4: (...) et manu uestras, quas hostium suorum sanguine consecreavuit (...).

20 Ernst-Dieter Hehl: Was ist eigentlich ein Kreuzzug? In: Historische Zeitschrift, Bd. 259, Heft 2, 1994, S. 297-336, hier S. 333.

21 Vgl. ebenda, S. 331ff.

22 Vgl. Klaus Herbers: Die Eroberung Jerusalems 1099. Ergebnisse und Perspektiven. In: Jerusalem im Hoch- und Spätmittelalter. S. 423-468, hier S. 432.

23 Vgl. Aurelius Augustinus, De Civitate Dei, besonders Buch 19, 12: Nam quid est aliud uictoria nisi subiectio repugnantium? quod cum factum fuerit, pax erit., zitiert nach Bibliotheka Augustana - De civitate Dei. Corpus Christianorum. Series Latina XLVII/XIV, 1 et 2, herausgegeben von: B. Dombart und A. Kalb, Turnhout 1955 (http://www.hs-augsburg.de/~harsch/Chronologia/Lspost05/Augustinus/ aug_cd19.html#12), zuletzt aufgerufen am 12.06.2009.

24 Hiestand, Kirchen, Nr. 4.

25 Vgl. Nikolaus Paulus: Geschichte des Ablasses im Mittelalter. Vom Ursprung bis zur Mitte des 14. Jahrhunderts. Bd 1, Darmstadt 2000, S. 135.

26 Es ist dieser Argumentation folgend naheliegend, als Grund für das Scheitern des Zweiten Kreuzzuges anzunehmen, daß seine Teilnehmer von allzu großer Sündhaftigkeit befallen waren.

27 Vgl.: Hiestand, Kirchen, Nr. 4 .:(...) ut eum in omnibus reuerentur excipere, audire et per ipsum nobis, immo beato petro obsequi debeatis.

28 Vgl. Laboa: Spanien, 3.1. Arabereinfall und Reconquista, In: TRE, Bd. 31, Berlin 2000, Sp. 617-618.

29 Vgl. Alexander Fidora: Ein philosophischer Dialog der Religionen im Toledo des zwölften Jahrhunderts: Abraham ibn Da d und Dominicus Gudissalinus. In: Yossef Schwartz, Volkhard Krech: Religious Apologetics - Philosophical Argumentation. Tübingen 2004, S. 251-266, hier S. 251.

Details

Seiten
26
Jahr
2009
ISBN (eBook)
9783640832583
ISBN (Buch)
9783640832828
Dateigröße
514 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v166916
Institution / Hochschule
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg – Institut für Geschichte, Lehrstuhl für Mittelalterliche Geschichte und Historische Hilfswissenschaften
Note
1,7
Schlagworte
Kreuzzüge Papsttum Eroberung Jerusalems Las Navas de Tolosa Jímenez de Rada

Autor

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Titel: Reaktionen auf die Eroberung Jerusalems 1099 durch die Kreuzfahrer und den Sieg der Armeen der christlichen Könige der Iberischen Halbinsel bei Las Navas de Tolosa 1212 im Vergleich