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Geschichte Chinas

Essay 2011 3 Seiten

Orientalistik / Sinologie - Chinesisch / China

Leseprobe

Geschichte Chinas

Um die chinesische Auffassung von Geschichte zu verstehen, ist es wichtig drei prägende Aspekte zu berücksichtigen.

1. Die Chinesen hatten spätestens seit der Qin-Dynastie eine zyklische Geschichtsauffassung, welche einzelne Dynastien zählt, sowie die Zeit der Zersplitterung des Chinesischen Reiches. Übrigens eine Geschichtsauffassung die gar nicht so fremd ist ähnliches lässt sich über das Ägyptische Pharaonenreich erkennen.
2. Chinesische Geschichtsschreibung lässt sich nur mit der Kenntnis der Schriften des Kong Fu Zi (latinisiert Konfuzius) verstehen. Besonders im Buch der Riten ebenso wie in den Frühlings- und Herbstanalen ist die chinesische Gesellschaft in eine feste Hierarchie eingeteilt, an deren Spitze der Kaiser steht. Diese Klassiker sind umso wichtiger, da sie über 2000 Jahre als der grundlegende Bildungsstoff der Beamtenelite sowie des Kaisers selbst waren. Der gesamte Staatsapparat wurde nach diesen Werken aufgebaut – eine besonders Ausnahme stellt dabei die Gründungsdynastie der Qin dar.
3. In der Geschichtsauffassung der Chinesen herrscht ein starker Sinozentrismus vor. Ähnlich wie bei den Europäern, welche sich ebenfalls als den Mittelpunkt der Welt sahen, stellte im Alten China der Kaiserpalast den Mittelpunkt der bewohnten Welt dar, und je weiter man sich davon wegbewegte, desto unzivilisierter wurde die Welt gedeutet. Dabei ist das Zwiebelschalenmodell ein gutes Modell.

Auf den ersten Blick scheint die Chinesische Geschichte mit all ihren Dynastien und Königreichen sehr verwirrend. Dabei helfen diese bei genauerer Betrachtung bei der Datierung. Einen klaren Anfang der Chinesischen Geschichte zu finden ist schwer. Oft wird hierfür die mythische Xia – Dynastie genannt (2025 – 1818 v.Chr.), für die aber bis heute eindeutige archäologische Funde fehlen. Genauere Kenntnisse existieren allerdings über die nachfolgenden Dynastien der Shang (1766 – 1045 v. Chr.) und der Zhou (1045 – 249 v.Chr.).

Dabei sollte aber erwähnt werden, daß diese beiden Dynastien noch kein Kaiserreich im engeren Sinne bildeten, sondern eher ein Königtum mit sehr autonomen Adelsherren darstellten. Die Zhou - Dynastie lässt sich in eine frühe und eine späte Phase unterteilen, ein Phänomen welches in vielen späteren Dynastien vorkam, und oft mit einem Wechsel der Hauptstadt verbunden war. Dies passt allerdings sehr gut in die zyklische Geschichtedeutung, welche sich selbst bis heute erhalten hat. Die Endphase der Zhou – Dynastie ging in die Zeit der Streitenden Reiche über (Konfuzius Lebenszeit), in dem sich viele kleine Fürstentümer und Kleinreiche untereinander bekriegten, wobei jedes Teilreich die Reichseinigung als Ziel verfolgte. Auch dieses Geschehen sollte sich häufig wiederholen. Schließlich wechselte sich in der Chinesischen Geschichte Zeiten der Reichseinigung mit Zeiten der Zersplitterung ab.

Der Staat Qin unter seinem Herrscher – dem späteren Kaiser Qin – Schi – Huangdi vereinigte schließlich China – eine Bezeichnung die sich aus der Gründungsdynastie der Qin ableitet. Hier ist der Beginn des Chinesischen Kaiserreiches anzusiedeln (246 – 206 v.Chr.) Mit dem Tod des ersten Kaisers zerfiel dessen Reich schnell wieder. Der Himmelssohn hatte das Himmelsmandat verloren.

An dieser Stelle wäre es angebracht einen Blick auf die Hierarchie in der Chinesischen Geschichte zu werfen. Nach Konfuzius gibt es eine strenge Abhängigkeit von jedem Einzelnen, und jeder ist somit für das Wohl des „Staates“ verantwortlich. Der Sohn dem Vater gegenüber. Das Familienoberhaupt dem Chef des Familienclans (die Herrschaft in China wechselte oft zwischen unterschiedlichen Familienclans). Dieser dem Dorfvorsitzendem und wiederum dem leitenden Beamten, welcher die Verwaltung repräsentierte. Diese Literatenbeamten, welche die konfuzianischen Klassiker beherrschen mussten stellten die Klasse der Gentry dar. Die Gentry wiederum war dem Kaiserlichen Hof verantwortlich, dessen Oberhaupt bekanntlich der Kaiser war. Der Kaiser wurde als Himmelssohn bezeichnet, da er das Mandat des Himmels zur Herrschaft über das Reich erhalten hatte. Dieses Mandat war allerdings nicht Personengebunden, sondern einer Dynastie verliehen. Geriet eine Dynastie in die Krise, so sahen das die Chinesen als ein Zeichen, daß das Mandat des Himmels entzogen wurde. Häufig kam es zu Aufständen und Bürgerkriegen, bis sich wieder eine Herrschergestalt heraus kristallisieren konnte, welche dann das Mandat des Himmels erhalten sollte, und schließlich alle unter dem Himmel beherrschen konnte.

Solch eine Gestalt war der Rebell Liu Bang, der die nachfolgende Dynastie der Han (206 – 220 v. Chr.)gründete, welche noch heute in der Selbstbezeichnung der Chinesen als Han – Rasse zu finden ist. Aber auch dem Han – Imperium wurde das Himmelsmandat entzogen. Es folgte wiederum eine Zeit der Reichsteilung. Zunächst in die drei Reiche Wu, Shu und Wie, welche später in unterschiedliche und sehr kurzlebige Dynastien sowie sechzehn Königreiche zerfielen.

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Details

Seiten
3
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783640830190
Dateigröße
416 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v166782
Institution / Hochschule
Freie Universität Berlin
Note
1,7
Schlagworte
geschichte chinas

Autor

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Titel: Geschichte Chinas