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Energiewirtschaftspolitische Orientierung in Deutschland

Hausarbeit (Hauptseminar) 2011 32 Seiten

Politik - Internationale Politik - Klima- und Umweltpolitik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Umweltpolitische Debatte in Deutschland
2.1 Prolog
2.2 Entwicklung der Phasen

3. Rahmenbedingungen der Energiewirtschaft
3.1 Klimaprävention
3.2 Rahmenbedingungen

4. Entwicklung und Orientierung des primären Energiebedarfs
4.1 Globale Entwicklung
4.2 Energie und Versorgung in Deutschland
4.2.1 Energieeffizienz
4.2.2 Energieversorgung der einzelnen Energieträger
4.2.2.1 Das Erdöl
4.2.2.2 Das Erdgas
4.2.2.3 Die Braunkohle
4.2.2.4 Die Steinkohle
4.2.2.5 Die Kernenergie
4.3. Sekundäre Energieträger in Deutschland
4.3.1 Stromerzeugung
4.4. Beitrag erneuerbarer Energien

5. Wissenschaft und Erforschung

6. Energiemarkt und Energiepreis

7. Energieprognosen

8. Fazit / Ausblick

9. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Die Energiepolitik steht im Jahrhundert der Globalisierung in zentralen Gesprächen der Umweltpolitiker, Wirtschaftswissenschaftler, aber auch der Physiker und Techniker. Jede Einzelne hat mehr oder weniger andere Ansichten, wie Energiepolitik gestaltet und umgesetzt werden soll. Die Umweltpolitik ist ein interdisziplinärer Bereich, der also viele politische Zweige integriert.

Dabei hat der Verbraucher als Endkonsument, aber vor allem als Zahlungsträger einen immensen Einfluss auf die Gestaltung der Energiewirtschaft. Wie sich die Energiepolitik nun gestaltet und warum vor allem gerade Wirtschaftswissenschaftler die Erhaltung der Atomkraftwerke unverzichtbar fordern ist eine bedeutende Frage. Wirtschaftswissenschaftler fordern die Konkurrenzfähigkeit Deutschlands gegenüber der immer stärker werdenden anwachsenden rivalisierenden Länder im Zuge der immer größer werden Verflechtungen aller Länder in allen Bereichen. Für Ökonomen stellt sich da die Frage, ob der Atomausstieg der richtige Weg ist? Im Gegensatz dazu stehen die Umweltsympathisanten die eine radikale Umgestaltung der Energiepolitik fordern. Steinkohle werden in Deutschland zum großen Teil subventioniert – sie sind also nicht wirtschaftlich produktiv. Dabei steht bei Energieunternehmen auch nur das ökonomische Prinzip an erster Stelle – nämlich primär gesehen, Gewinne zu erzielen und sekundär die Umwelt zu schonen. Die Politik steht zwiespältig zwischen diesen beiden großen Achsen, wobei es zwischen den Parteien Streitigkeiten darüber gibt, wie man Deutschland „umweltfreundlich“ an die Spitze der Weltwirtschaft heranführt, denn das Öl wird knapper, der weltweite Bedarf der Energie steigt, die OPEC – Länder diskutieren eine Kürzung der Fördermenge, welche wiederum die Preise anhebt, die deutschen Industrie zu anderen Standorten zwängt (beispielsweise in das günstigere Ausland). Deutschland ist in hohem Maße von Energieimporten abhängig.

Für mich methodisch logisch ist es, meine Ausarbeitung zunächst mit einem kurzen Einstieg in die Energiewirtschaft darzulegen. Schließlich folgt die Darstellung gewisser bisher Geschehnisse in Sachen Umweltpolitik, beispielsweise das Kioto Protokoll oder die Schilderung der vielen stattgefundenen Energiegipfel, sei es auf nationaler oder internationaler Ebene.

Ziel meiner Arbeit ist es, die Veränderungen und die Entwicklung in der Energiewirtschaft im „Zeitalter der Nachhaltigkeit“ zu beschreiben und zu erklären.

2. Umweltpolitische Debatte in Deutschland

2.1 Prolog

Als Folge eines umweltbewussten Denkens entstand in den 70er Jahren als eigenständiger Bereich der Politik die Umweltpolitik. Sie entstand des Weiteren dadurch, dass drastische Umweltprobleme in den 70er Jahren zum Vorschein kamen. Es entstanden soziale Bewegungen, beispielsweise die „Umweltbewegung“ und die Anti – Atomkraft – Bewegung. Politisch bildete sich daraufhin eine Partei namens „Die Grünen“, später Bündnis 90/ Die Grünen.

2.2 Entwicklung der Phasen

Vier Phasen charakterisieren die Entwicklung der Phasen der Umweltpolitik.

Erstens die Etablierungsphase, die Abschwungsphase, die Konsolidierungsphase und die Modernisierungsphase.

Die Etablierungsphase begann Anfang der 70er Jahre. Ausgangspunkt für die Entstehung dieser Politik waren die zunehmenden wahrnehmbaren Probleme der Umwelt. Die Bundesregierung legte 1969 das erste Programm, mit dem Namen „Sofortprogramm zum Umweltschutz“ vor und verabschiedete dieses. Dieses Programm beinhaltete ca. 102 Verordnung. Die Führungslinie dieser Politik lag beim Bundesministerium des Innern. 1971 rief die damalige Bewegung einen Sachverständigenrat für Umweltfragen ins Leben. Die Umweltministerkonferenz der Länder folgte 1972 und 1974 wurde offiziell das Bundesministerium für Umwelt gegründet. Jedoch stach die Umweltpolitik eher negativ ins Auge, denn im Zuge der Ölkrise 73 bis 74 wurde diese Politik nach erster erfolgreicher Etablierung mit „Jobkiller“ gleichgesetzt und es folgten Forderungen zur Abschaffung dieser Umweltmaßnahmen. Die Abschwungphase setzte ein. Daraufhin entstanden sämtliche Umweltgruppierungen und Bürgerinitiativen im Bereich der Umwelt. Es erfolgte die Gründung eines Dachverbandes im Bundesverband der Bürgerinitiativen, der den politischen Protest organisierte.

Anfangs der 80er Jahre setzte die Konsoliderierungsphase ein. Der steigende umweltpolitische Problemdruck und die dadurch fokussierte Wahrnehmung durch die Bevölkerung, sowie die Entstehung grüner Parteigruppen steigerten den politischen Stellwert des Umweltschutzes. 1983 zogen „Die Grünen“ in den Bundestag ein. Damit sorgte diese Partei für die an anhaltende Präsenz dieser umweltpolitischen Debatte. Parallel sorgte die verbesserte wirtschaftliche Situation für eine gewandelte Bewertung ökonomischer Folgen im Bereich des Umweltschutzes. In Folge der radioaktiven Katastrophe von Tschernobyl setzte die Phase der Modernisierung ein. Es erfolgte Ende der 80er Jahre eine erneute Wende der Umweltpolitik. Der Begriff der „nachhaltigen Entwicklung“ wurde durch den Brundtland Report der Vereinten Nationen geprägt, in welchem es darum geht die Bildung von Umweltschäden im Ansatz zu bekämpfen

3. Rahmenbedingungen der Energiewirtschaft

3.1 Klimaprävention

Die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union orientieren ihre Klima – Schutzpolitik an den wissenschaftlichen Erkenntnissen des IPCC.

IPCC ist die Abkürzung für „Intergovernmental Panel on Climate Change“ und dies ist der Ausschuss für Klimaänderungen der Vereinten Nationen. Sie erarbeiteten ein Konzept, dass die Temperatur auf der Erde nicht mehr als 2°C gegenüber des Anfangs des 20. Jahrhunderts steigt, um massive klimatische umweltschädliche Folgen auf die ökologischen Systeme abzuwenden. Innerhalb von 20 Jahren müssen die Kohlenstoffdixiodausstöße ihren höchsten Stand erreichen, aber dann beträchtliche Reduzierungen von gut um ein Drittel des Ausstoßes vom Stand 1990 bis 2050 folgen. Um dieses Ziel erreichen zu können müssen aber alle Länder auf der Welt das Klimaproblem angehen und gemäß ihrer wirtschaftlichen Leistung einen maximalen Beitrag dazu beitragen. Deutschland nimmt aber dabei in Sachen Klimaschutz und den damit verbundenen Einsatz erneuerbarer Energien auch eine gewisse Vorreiterrolle ein.

3.2 Rahmenbedingungen

1994 ist im Rahmen des Klimatreffens der Vereinten Nationen das Kyoto – Protokoll beschlossen worden. 1997 wurde dieses verabschiedet, welches weltweit für alle ratifizierenden Länder, am 16. Februar 2005 in Kraft getreten ist. Dieses Protokoll bildet die rechtliche Ausgangsbasis für eine globale Zusammenarbeit in Sachen Klimapolitik. Für Industrieländer gäbe es laut Kyoto – Protokoll eine extra „Einlage B“, die eine mengenmäßige Ausbreitung von Treibhausgasen für Industrieländer rechtlich fordert.

Abb. 1 Ratifizierungsstand des Kyoto – Protokolls

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Bild:Kyoto_Protocol_participation_map_2005.png

Auf Abbildung 1 erkennt man den globalen Ratifizierungsstand.

Allein die USA und Australien haben das Kyoto – Protokoll bisher nicht ratifiziert und somit haben diese Länder keine Verpflichtungen angenommen. Teilweise gilt das auch für Übergangsländer- und Entwicklungsländer. In den USA und Australien ist die Sorge möglicher wirtschaftlicher Aktivitäten abnehmen, wobei in den unterentwickelten Ländern ebenfalls die Sorge besteht sich aufgrund zur Hingabe zur Umweltpolitik mögliche Wachstumsschwächen verzeichnen könnten. Aber wird in Europa und vor allem in Deutschland die Klimaschutzpolitik hoch angepriesen und nimmt eine zentrale Rolle in der Welt ein.

Ziel der Europäischen Union ist es möglichst ein breites Engagement aller Länder am internationalen Klimaschutz zu realisieren. Dabei prüft die Europäische Kommission mit welchen Taktiken die notwendige Reduzierung von Emissionen zu realisieren ist. Die Europäische Kommission vertritt die Ansicht, dass für die Länder der Industrieländer Emissionsreduzierungen von 15% - 30% bis zum Jahre 2020 gegenüber dem Kyoto – Protokoll in Kauf nehmen in Kauf genommen werden müssen. Bis zum Jahre 2050 sollten 60% bis 80% Emissionsverminderungen entgegen dem Kyoto – Protokoll verwirklicht werden. Bedeutend ist dabei, dass diese Ziele ohne Beeinträchtigung für die deutsche und europäische Wirtschaft verwirklicht werden sollen.

Klimapolitik hilft aber nicht, wenn nur die Industrieländer eine gewisse Vorreiterstellung einnehmen – alle Länder müssen dieses Verständnis für die Umwelt entwickeln, um das Kyoto – Protokoll laut ihren Entschlüssen zu bewerkstelligen. Die deutsche Regierung ist ein wesentlicher Interessenvertreter für die Etablierung der Klimaschutzpolitik in den fortschreitenden Schwellenländern, wie China, Indien, Südkorea, Mexiko und Brasilien. Der Vorschlag des Umweltrates der Bundesregierung schlägt dabei vor, eine Emissionsverminderung bis 2020 um ein Drittel in Kauf zu nehmen. Die fünfzehn Mitgliederstaaten haben sich laut Kyoto – Protokoll dafür verpflichtet von 2008 bis 2012 hingehen dem Stand von 1990 um 8% zu reduzieren. Nur ein zwei Mitgliederstaaten der Eu, also Malta und Zypern haben keine Verpflichtungen übernommen. Deutschland hat sich gegenüber der Europäischen Union verpflichtet, im Zeitraum von 2008 bis 2012 eine Emissionsreduzierung um 21% zu realisieren.

Eine zweite Phase, die für Deutschland ebenfalls von großer Bedeutung ist, die durch das so genannte ECCP („Europäisches Programm für Klimaschutz“) wirkt ergänzend auf nationalen Ebenen die schon vorhandenen Klimasicherungsmaßnahmen und die Erfüllung der Klimaziele gewährleisten. Durch weitere Projekte, wie das „Joint Implementation und Clean Development Mechanism“ soll diese Ziele des Kyoto Protokolls sichergestellt werden. Eine europäische Handelsrichtlinie führte zum 1. Mai 2005 in den Mitgliedsstaaten, den Handel mit so genannten Emissionszertifikaten ein. Diese Emissionszertifikate sind Rechte für den Handel für CO2 – Emissionen und ermöglichen den Ausstoß bestimmter Mengen CO2 für ein jeweiliges Energieunternehmen. Die Umsetzung dieser Theorie trug aber wesentliche praktische Probleme mit sich, welche ich Punkt 6. noch ansprechen werde.

4. Entwicklung und Orientierung des primären Energiebedarfs

Als Primärenergie versteht man den Energieinhalt (fossile Brennstoffe, Uran, erneuerbare Energiequellen. Primärenergie wird in nutzbare Sekundärenergie (elektr. Energie, Wärme, mechan. Arbeit) umgewandelt.

4.1 Globale Entwicklung

Im Vergleich zum Anfang der 70er Jahre, liegt der weltweite Verbrauch der Energie heute knapp doppelt so hoch (Abbildung 3, Tab. 1). An Abbildung 2 ist ebenfalls zu sehen, dass der bedeutendste Energieträger das Erdöl mit 34% ist. Danach folgt Kohle mit 24% und Gas mit 21%.

Abb. 2 Globaler Energieverbrauch nach Energieträgern

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: http://www.ag-energiebilanzen.de/images/tools/pdf-icon.gif

Die erneuerbaren Energien folgen mit 14%, wobei 11% auf Biomasse zurückzuführen ist, 2% auf die Herstellung durch Wasserkraftwerke und den resultierenden einen Prozent auf

andere Erneuerbaren Energien. 7% deckt die Kernenergie.

Rund 51% der globalen Primärenergieverbrauchs verlangen augenblicklich die industrialisierten Länder der OECD, ein Zehntel die Übergangsländer (=Länder der ehemaligen UDSSR, Korea, Katar) und die restlichen 39% die Entwicklungs- und Schwellenländer. Gründe sind vor allem das zunehmende Wirtschaftswachstum in diesen Regionen und die starke Zunahme der Bevölkerung gerade in den Entwicklungsländern. Bis 2030 wird das Verhältnis des Weltenergieverbrauchs „zugunsten“ der Entwicklungsländer entgegen den OECD - Ländern verschieben. Betrachte man nur die EU, so fallen nur 16% auf diese Region, wobei Deutschland von diesen 16% mit dem Anteil von ein Fünftel das Verbraucherland Nummer eins in Europa darstellt.

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Details

Seiten
32
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783640818259
ISBN (Buch)
9783640821587
Dateigröße
676 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v166074
Institution / Hochschule
Universität Potsdam
Note
1,0
Schlagworte
energiewirtschaftspolitische orientierung deutschland Energiepolitik

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