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Das Adjektiv. Fachwissenschaftliche Analysen und didaktische Überlegungen

Hausarbeit (Hauptseminar) 2009 20 Seiten

Didaktik - Germanistik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. DEFINITION
2.1 WORAN ERKENNT MAN EIN ADJEKTIV?
2.1.1 DER ATTRIBUTIVE Gebrauch
2.1.2 DER SUBSTANTIVIERTE GEBRAUCH
2.1.3 DER PRÄDIKATIVE GEBRAUCH
2.1.4 DER ADVERBIALE GEBRAUCH
2.2 WIE GRENZEN SICH ADJEKTIVE VON ADVERBIEN UND PRONOMEN AB?
2.3 WELCHE SCHWIERIGKEITEN ERGEBEN SICH BEI DER DEFINITION?

3. DIE NÜTZLICHKEIT UND DIE WIRKUNG VON ADJEKTIVEN

4. ADJEKTIVE ALS MITTEL DER BEEINFLUSSUNG

5. FAZIT

6. LITERATURVERZEICHNIS

7. PLAGIATSERKLÄRUNG

1. EINLEITUNG

In dieser Hausarbeit beschäftige ich mich mit dem Adjektiv, seinem grammatischen Gebrauch, seiner Wirkung und Funktion und schließlich mit dem Adjektiv als Mittel der Beeinflussung.

Im ersten Teil dieser Arbeit definiere ich das Adjektiv, um es von anderen Wortarten zu differenzieren. Dabei nehme ich auf die verschiedenen Kriterien, die nötig sind, um ein Adjektiv eindeutig zu identifizieren und die syntaktischen Gebrauchsmöglichkeiten des Adjektivs - attributiv, substantiviert, prädikativ, adverbial - Bezug. Des Weiteren soll gezeigt werden, wie sich Adjektive von Adverbien und Pronomen, mit denen sie häufig verwechselt werden, abgrenzen. Basierend auf den Definitionen soll beschrieben wer- den, welche Schwierigkeiten bei der Definition von Adjektiven auftreten und was dies für den Deutschunterricht bedeutet.

Im Mittelteil untersuche ich die Funktion und die Wirkung von Adjektiven beispielhaft anhand von Märchentexten, spannenden Geschichten, Personen- und Gegenstands- beschreibungen, Vermisstenanzeigen und Gedichten. Da Adjektive jedoch auch mani- pulativ eingesetzt werden können, soll auch diese Funktion - Adjektive als Mittel der Beeinflussung - beleuchtet werden. Hierbei beschränke ich mich auf die Werbung.

Abschließend versuche ich im Fazit meine Ergebnisse zusammenzufassen und dabei immer wieder auf den Deutschunterricht zu verweisen: warum sollte das Adjektiv eine Einheit im Sprachunterricht einnehmen, inwiefern sollte das Adjektiv analysiert werden, welche Konsequenzen ergeben sich und warum ist es für Schüler wichtig, zu wissen, welche Funktion Adjektive haben.

Während der gesamten Hausarbeit wird immer wieder auf die Didaktik Bezug genom- men.

Alle Hervorhebungen in den Zitaten der vorliegenden Arbeit wurden von mir ge- macht.

2. DEFINITION

Adjektiv das; <aus lat. (nomen) adiectivum „hinzugefügtes (Wort)“ zu adicere, vgl. adjizieren>: Eigenschaftswort, Artwort, Beiwort; Abk.: Adj.1

Adjektive sind Wörter mit folgenden grammatischen Eigenschaften:

- Sie können flektiert werden, das heißt, sie können nach dem Kasus […], dem Numerus […], und dem Genus […] verändert werden. Wie die Prono- men (und anders als die Substantive) haben sie kein festes Genus […].
- […]
- Zu den meisten Adjektiven können Komparationsformen gebildet werden. […] Andere Bezeichnungen für die Wortart Adjektiv sind: Eigenschaftswort, Artwort, Wiewort.2

2.1 WORAN ERKENNT MAN EIN ADJEKTIV?

Wörter können nach dem s e m a n t i s c h e n K r i t e r i u m, dem m o r p h o l o g i - schen Kriterium und dem syntaktischen Kriterium zu Wortarten zusammengefasst werden. Das semantische Kriterium beschäftigt sich mit der Bedeutung und dem Inhalt der Wörter, mit dem morphologischen Kriterium werden die Deklinierbarkeit und die Konjugierbarkeit untersucht und das syntaktische Kriterium stellt die Frage, wie sich die Wörter im Satz kombinieren lassen, also welche ‚Gebrauchsmöglichkeiten‘ im Satz bestehen.

Mithilfe des s e m a n t i s c h e n K r i t e r i u m s können Adjektive ermittelt werden. Es werden dabei die Wörter gesucht, die eine gemeinsame Bedeutungsfunktion haben, denn den Vertretern einer Wortart spricht man ähnliche Bedeutungsfunktionen zu. Ad- jektive werden oft ‚Eigenschaftswörter‘ genannt, da sie Personen oder Gegenständen Eigenschaften zuordnen und sie so näher erklären. Allerdings reicht das semantische Kriterium allein nicht aus, um ein Adjektiv zu ermitteln, da es zu viele Ausnahmen und Problemfälle gibt. Beispielsweise haben die Wörter einsam und allein dieselbe Bedeu- tungsfunktion, allerdings handelt es sich bei allein um ein Adverb, während einsam zu den Adjektiven zählt.

Aus diesem Grund wird das m o r p h o l o g i s c h e K r i t e r i u m hinzugezogen, um Adjektive eindeutiger zu identifizieren. Dieses Kriterium geht davon aus, dass Adjektive aufgrund ihres Flexionsmusters, also ihrer Wortform, ermittelt werden können, denn die Vertreter einer Wortart ähneln sich bezüglich der Flexionsmuster. Adjektive haben fol- gende grammatischen Eigenschaften: sie sind deklinierbar, also nach Kasus, Numerus und Genus flektierbar. Adjektive haben allerdings kein festes Genus (Maskulinum, Fe- mininum, Neutrum). Darüber hinaus gibt es Adjektive, die nicht flektierbar sind. Wenn das Adjektiv flektierbar ist, gibt es zwei Formen der Endung: die starke und die schwa- che Form.3

- ein gutes Gefühl (stark)
- das gute Gefühl (schwach)
- nicht flektiert: Das Gefühl ist gut.

Des Weiteren gibt es die Komparationsformen von Adjektiven, denn Adjektive sind steigerbar:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

- Doch auch hier gibt es Ausnahmen: Adjektive (in der Regel A b s o l u t - heitsadjektive) wie beispielsweise tot, schwanger, super, ledig, richtig, falsch, aber auch die meisten Farbadjektive können nicht kompariert werden.

Da auch das morphologische Kriterium allein und auch gemeinsam mit dem semanti- schen Kriterium nicht immer ausreicht, Adjektive zu ermitteln, muss ein weiteres Krite- rium hinzugezogen werden, denn „Adjektive unterscheiden sich von den anderen Wortarten nicht nur in der Flexion, sondern [auch] syntaktisch“.4 Das s y n t a k t i s c h e Kriterium beschäftigt sich mit der Stellung und der Funktion einer Wortart im Satz und geht davon aus, dass alle Vertreter einer Wortart mit anderen Wörtern im Satz auf dieselbe Art zusammengesetzt werden können. Um die Stellung des Adjektivs im Satz zu untersuchen und um zu ermitteln, ob es sich tatsächlich um ein Adjektiv oder doch um eine andere Wortart handelt, muss der attributive, substantivierte, prädikative und schließlich der adverbiale Gebrauch von Adjektiven untersucht werden.

2.1.1 DER ATTRIBUTIVE Gebrauch

Adjektive können „zwischen definitem [bestimmten] Artikel und Substantiv stehen“.5 In diesem Fall tritt das Adjektiv als ein Attribut zum Substantiv auf - das Adjektiv wird dem Substantiv beigefügt und beschreibt dieses.

Um zu prüfen, ob es sich um ein Adjektiv handelt, kann man das Wort in die Nominalklammer, also zwischen Artikel und Substantiv, setzen. Lässt sich das Wort problemlos in die Nominalklammer einsetzen, handelt es sich um ein Adjektiv.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Das Einsetzungsverfahren zeigt, dass es sich im Gegensatz zu allein bei einsam um ein Adjektiv handelt. In der Nominalklammer können auch mehrere Adjektive stehen (die t r a u r i g e n , e i n s a m e n Singles). Die Adjektive in der Nominalklammer müs- sen mit dem Substantiv in Kasus, Numerus und Genus übereinstimmen (einsam - ein- samen).6 Allerdings gibt es auch hier eine Ausnahme: es gibt unflektierte Adjektive. Zu den unflektierten Adjektiven zählen beispielsweise, Redewendungen/feste Verbindun- gen (1), lockere Nachträge (2), Farbadjektive (3) und Ableitungen auf -er (4).7

- (1) auf gut Glück; ruhig Blut; ganz Deutschland
- (2) Whisky pur
- (3) das rosa Kleid, das lila Kleid
- Allerdings werden Farbadjektive immer mehr flektiert: ein grünes Hemd, ein oranges Auto oder sie werden mit -farben/-farbig kombiniert (das rosafarbene Kleid)
- (4) Berliner Charité, die Hamburger Innenstadt, wir schließen uns in Vierergruppen zusammen, in den siebziger Jahren

Insbesondere das grammatische Wissen über die Nominalklammer kann den Schülern dabei helfen, Adjektive zu ermitteln und sie von anderen Wortarten abzugrenzen. Wenn sich das Wort in die Nominalklammer einsetzen lässt, handelt es sich um ein Adjektiv. Allerdings gibt es noch weitere Möglichkeiten, um Adjektive im Satz anzu- wenden.

2.1.2 DER SUBSTANTIVIERTE GEBRAUCH

Adjektive haben die Möglichkeit, substantiviert zu werden; dennoch werden sie weiterhin wie Adjektive flektiert und ändern ihr Flexionsmuster nicht.8

- schön

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Des Weiteren gibt es auch Farb- und Sprachadjektive, die substantiviert werden kön- nen.9

- Eine Fahrt ins Blaue.
- Im Deutschen gibt es drei Artikel.

Allerdings gibt es auch substantivierte Adjektive, die endungslos sind:10

Auf dem Stadtfest treffen sich Jung und Alt.

[...]


1 Duden (Das große Fremdwörterbuch) 2007: 43.

2 Duden (Die Grammatik) 2005: 345.

3 Duden (Die Grammatik): 345.

4 Duden (Die Grammatik): 345.

5 Duden (Die Grammatik) 2005: 345.

6 Vgl. Duden (Die Grammatik) 2005: 348.

7 Vgl. Duden (Die Grammatik) 2005: 349.

8 Vgl. Duden (Die Grammatik) 2005: 354.

9 Vgl. Duden (Die Grammatik) 2005: 355.

10 Vgl. Duden (Die Grammatik) 2005: 356.

Details

Seiten
20
Jahr
2009
ISBN (eBook)
9783640817207
ISBN (Buch)
9783640820443
Dateigröße
607 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v165900
Institution / Hochschule
Universität Kassel
Note
sehr gut
Schlagworte
Adjektive Deutschunterricht

Autor

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