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Bildungscontrolling als Teilbereich des Personalcontrollings

Seminararbeit 2011 19 Seiten

BWL - Controlling

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I Abkürzungsverzeichnis

II Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Begriffsdefinitionen
2.1 Controlling
2.2 Betriebliche Bildungsbereiche

3 Teilbereiche des Personalcontrollings
3.1 Definition des Personalcontrolling
3.2 Teilbereiche des Personalcontrollings

4 Controlling in betrieblichen Bildungsbereichen
4.1 Ziele und Funktionen des Bildungscontrollings
4.2 Formen des Bildungscontrollings
4.2.1 Strategisches und operatives Bildungscontrolling
4.2.2 Quantitatives und qualitatives Bildungscontrolling
4.3 Instrumente des Bildungscontrollings

5 Möglichkeiten und Grenzen des Bildungscontrollings

6 Ausblick

Literaturverzeichnis

I Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

II Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Einordnung des Bildungscontrollings

Abbildung 2: Einordnung des Bildungscontrollings im Rahmen des Personalcontrollings

Abbildung 3: Ziele und Aufgaben des Bildungscontrollings

Abbildung 4: Ebenen des Bildungscontrollings

1 Einleitung

Im Rahmen dieser Seminararbeit stellt sich die Frage warum Unternehmen, aber auch öffentliche Einrichtungen, Bildungscontrolling betreiben sollten. Auf diese Frage gibt es gleich mehrere Antworten: Grundsätzlich ist eine effektive und effizi- ente Qualifizierung der Mitarbeiter eine unverzichtbare Investition, da dies langfris- tig die Wettbewerbsfähigkeit und effiziente Arbeitsfähigkeit sichert. Bildungscon- trolling bringt somit Wettbewerbsvorteile mit sich. Im Bildungscontrolling sollte da- rauf geachtet werden, dass das investierte Geld nicht in unnütze Bildungsmaßnah- men gesteckt wird und somit vergeudet wird. Personalentwickler oder Bildungscon- troller müssen nachweisen, dass sämtliche Maßnahmen einen wirtschaftlichen Nut- zen haben und einen Bildungserfolg mit sich bringen. Weitere Einflüsse die zwin- gend dazu führen, dass Bildungscontrolling ausgeübt wird, sind die sich ständig ver- ändernden Rahmenbedingungen, neuen Technologien und Erkenntnisse, Verände- rungen in der Organisations- und Produktionsstruktur und deren Prozesse oder auch kürzere Produktlebenszyklen, da diese zu dem Trend führen, dass das Personal stän- dig auf dem aktuellen Wissensstand sein muss. Es muss sozusagen flexibel auf die sich verändernden Situationen reagiert werden.

2 Begriffsdefinitionen

2.1 Controlling

Der Begriff Controlling leitet sich aus dem englischen Wort „to control“ ab und bedeutet übersetzt kontrollieren, regulieren bzw. etwas unter Kontrolle bringen.1

In wirtschaftlichen Kontexten beschreibt Controlling weitaus mehr als nur die Kon- trolle bestimmter Finanzkennzahlen oder bestimmter Umstände.2 In der Literatur spiegelt sich dieser Umstand an eher uneinheitlichen Begriffsdefinitionen wider. So versteht beispielsweise Hummel unter dem Begriff Controlling sowohl begleitendes Controlling als auch Revision, wobei dieses nicht mit Kontrolle gleichzusetzen ist. Aufgabe des begleitenden Controllings sei demnach die Koordination und Sicher- stellung von Steuerung, Planung, Kontrolle und Informationsversorgung, Analyse und Kontrolle mit dem Ziel der Fehlervermeidung. Es bedeute somit lenken, steuern oder regeln.3

Horváth hingegen stellt Controlling als Unterstützung der Führung dar.4

2.2 Betriebliche Bildungsbereiche

Die betriebliche Bildung befasst sich laut Dillerup mit dem Aufbau von Fähigkeiten, Fertigkeiten und Kenntnissen von Mitarbeitern eines Unternehmens. Bildungsmaßnahmen fördern Qualifikation und Wissen der Mitarbeiter, um diese im Unternehmensinteresse einsetzen zu können. Die betriebliche Bildung setzt somit bei der Qualifikation und auch bei der Motivation der Mitarbeiter an und möchte diese durch Anstrengungen des Unternehmens erweitern.5

Betriebliche Bildung kann in der Regel in Aus-, Fort- und Weiterbildung unterteilt werden. Der Begriff Ausbildung bezeichnet die Erstausbildung, wie ein Studium oder eine Berufsausbildung, die jemanden zur Ausübung einer Berufstätigkeit befähigt. Unter einer Fortbildung wird die während der Berufsausübung fortwährende fachliche Ausbildung verstanden, die die Qualitäten des Mitarbeiters erweitern und verbessern soll oder auch Bildungsdefizite ausgleicht. Betriebliche Weiterbildung baut auf den vorhandenen Qualifikationen auf, soll Berufskompetenzen stärken oder auch den Zugang zu höheren Positionen ermöglichen.6

3 Teilbereiche des Personalcontrollings

3.1 Definition des Personalcontrolling

Auch für das Personalcontrolling gibt es keine einheitliche Definition. Allgemein erfolgt die Anwendung des Controllinggedankens auf Probleme der Steuerung und Kontrolle personeller Vorgänge im Unternehmen.7

Laut Jung lässt sich Personalcontrolling als spezielles „Bereichs-Controlling“ cha- rakterisieren, welches ein erfolgsorientiertes Management-Instrument darstellt. Die- ses Instrument umfasst u.a. die bewusste, systematische wie integrierte Planung (Soll) und Kontrolle (Ist) personalwirtschaftlicher Tatbestände in messbaren oder zumindest objektiv erfassbaren Daten und soll die Rückkopplung zwischen Kontrolle und Planung sicherstellen, wobei die Ergebnisse der Abweichungsanalysen zur Grundlage des Planungsprozesses werden.8

3.2 Teilbereiche des Personalcontrollings

In der betrieblichen Praxis werden die Begriffe Personalcontrolling und Personalwirtschaft oftmals gleichgesetzt, da es in vielen Unternehmen nach wie vor keinen eigenständigen Aufgabenbereich für Personalcontrolling gibt.

Hummel gliedert das Personalcontrolling bzw. die Personalwirtschaft wie folgt in: Personalbedarfsermittlung, Personalbeschaffung, Personalentwicklung, Personalein- satz, Personalerhaltung und Leistungsstimulation, sowie Personalfreistellung.9

Für Hummel ist das Bildungscontrolling ein Teilbereich des Personalcontrollings und in dieses eingebettet. Er betont, dass die Definition des Personalcontrollings auf das Bildungscontrolling übertragen werden kann.10

Zalenska konkretisiert die Zuordnung des Bildungscontrollings und ordnet dieses der Personalentwicklung unter, siehe nachstehende Grafik.11

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Einordnung des Bildungscontrollings12

Auch Becker macht auf den Zusammenhang von Bildungscontrolling und Personalentwicklung aufmerksam. Durch Bildungscontrolling werde die Personalentwicklung zu einem integralen Bestandteil der Unternehmenssteuerung im Sinne einer proaktiven Qualifizierungsstrategie.13

Anderen Meinungen zufolge wird Bildungscontrolling als Ausprägung des Personalcontrollings eingestuft. Die nachstehende Grafik gibt zudem einen Überblick über die Steuerungs- und Planungsbereiche gegeben.14

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Einordnung des Bildungscontrollings im Rahmen des Personalcontrollings15

Auch in dieser Darstellung wird Bildungscontrolling als Teilbereich des Personal- controllings verstanden. Dieses hat sich bereits in vielen Unternehmen als Instru- ment zur Messung des Bildungserfolgs bzw. deren Effizienz und Effektivität etab- liert.16

4 Controlling in betrieblichen Bildungsbereichen

4.1 Ziele und Funktionen des Bildungscontrollings

Bildungscontrolling ist ein relativ junger und wissenschaftlich noch nicht eindeutig definierter Bereich, der wie oben ausgeführt dem Personalcontrolling untergeordnet wird.

Meier konstatiert, dass Bildungscontrolling erst einmal der Versuch sei, das Prinzip und die Verfahren des Controllings auf Bildungsprozesse zu übertragen.17

Grundsätzlich betonen viele Autoren den Zusammenhang von Unternehmenserfolg und den Bildungsmaßnahmen. Nach Hummel ist es oberstes Ziel strategische Wettbewerbsvorteile zu erlangen.18

Das Bildungscontrolling überprüfe - laut Zalenska - alle Bildungsmaßnahmen auf ihre Effektivität und Effizienz im Hinblick auf eben diesen Unternehmenserfolg und soll diesen steigern.19 Zur Messung des Unternehmenserfolgs stehen in aller Regel Kennzahlensysteme zur Verfügung.20 Angestrebt wird mittels Bildungscontrolling eine transparente Gestaltung der Bildungsmaßnahmen und der daraus entstehenden Kosten. Hummel verweist darauf, dass dem Bildungscontrolling in Bezug auf stei- gende Kosten zunehmend legitimatorische Zwecke zukommen.21 Das Bildungscon- trolling diene ferner, so Hummel, der Analyse und Beeinflussung der Motivation und Identifikation der Mitarbeiter mit dem Unternehmen. Das Ziel, das Bildungs- controlling zu dezentralisieren und somit mehr Verantwortung an die einzelnen Un- ternehmensbereiche und Mitarbeiter abzugeben, steigert zusätzlich die Motivation der Mitarbeiter.22

In Anlehnung an das allgemeine Controlling spricht Seeber von drei Funktionen des Bildungscontrollings23, Meier erweitert diese Funktionsvielfalt noch um zwei Funk- tionen24. Demnach hat es eine Informations-, Koordinations-, Steuerungs-, Pla- nungs- und Kontrollfunktion. Die Informationsfunktion betrifft gemäß Meier die Er- fassung, Aufbereitung und Analyse von Daten zur Messung von In- und Outputparametern, wobei jedoch geeignete Kennzahlen notwendig sind. Bildungs- controlling habe zudem Planungsfunktion, so umfasst diese beispielsweise die Kal- kulation des zu erwartenden finanziellen Aufwands und die Formulierung von Ziel- vorgaben für Leistungen und Prozesse. Gemäß seiner Koordinationsfunktion soll es die Planung, Durchführung und Steuerung von Maßnahmen koordinieren. Im Rah- men der Kontrollfunktion ermöglicht Bildungscontrolling Bildungsmaßnahmen auf ihren Erfolg zu überprüfen. Kennzahlen ermöglichen, so Meier, die Bewertung ihren Erfolgs und bei Abweichung die Ermittlung der Ursachen. Die Steuerungsfunktion soll es ermöglichen, Leistungsprozesse zu optimieren und die Qualität der Bildungsarbeit zu verbessern.25 Auch Quilling und Nicolini ordnen dem Bildungscontrolling analoge Funktionen zu. Für sie stellt das Bildungscontrolling jedoch zusätzlich eine Analyse- und Hilfsmethode zur Ermittlung des Bildungsbedarfs dar. Somit unterstütze es Personalentwicklung und - management. Für sie soll es eine zukunftsorientierte Steuerung ermöglichen und für Qualitätssicherung sorgen.26 Dabei ist für Quilling und Nicolini nicht allein Kostensenkung angestrebt, sondern auch eine Nutzensteigerung im Verhältnis zu den Investitionen.27

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Ziele und Aufgaben des Bildungscontrollings28

[...]


1 Vgl. PONS Wörterbuch für Schule und Studium (2006), S. 250

2 Vgl. Hummel, T. R. (2001), S.13

3 Vgl. Hummel, T. R. (2001), S. 13

4 Vgl. Horváth, P. (2002), S. 141

5 Vgl. Dillerup, R. (2004), o.S.

6 Vgl. Dillerup, R. (2004), o.S.

7 Vgl. Bartscher, T. (2009), o.S.

8 Vgl. Jung, H. (2006), S. 946

9 Vgl. Hummel, T. R. (2001), S. 24

10 Vgl. Hummel, T. R. (2001), S. 24

11 Vgl. Zalenska, L. (2009), S. 33

12 Grafik unverändert übernommen aus Zalenska, L. (2009), S. 33, Abb.14

13 Vgl. Becker, M. (1995), S. 77

14 Vgl. Hummel, T. R. (2001), S. 20

15 Grafik unverändert übernommen aus Breiter, B. (2009), S. 27, Abb. 8

16 Vgl. Hummel, T. R. (2001), S. 19

17 Vgl. Meier, R. (2008), S. 13

18 Vgl. Hummel, T. R. (2001), S. 28

19 Vgl. Zalenska, L. (2009), S. 21

20 Vgl. Quilling, E./ Nicolini, H. J. (2007), S. 119

21 Vgl. Hummel, T. R. (2001), S. 19

22 Vgl. Hummel, T. R. (2001), S. 28

23 Vgl. Seeber, S. (2000), S. 28 ff

24 Vgl. Meier, R. (2008), S. 13 - 14

25 Vgl. Meier, R. (2008), S. 13 - 14

26 Vgl. Quilling, E./ Nicolini, H. J. (2007), S. 118

27 Vgl. Quilling, E./ Nicolini, H. J. (2007), S. 119

28 In Anlehnung an: Hummel, T. R. (2001), S. 14, Abb. 2 und S. 28

Details

Seiten
19
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783640813124
ISBN (Buch)
9783640812899
Dateigröße
857 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v165594
Institution / Hochschule
FOM Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, Berlin früher Fachhochschule – IOM
Note
1,7
Schlagworte
bildungscontrolling teilbereich personalcontrollings

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