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Wissensaustausch in multinationalen Unternehmen am Beispiel deutsch-indischer Projektkommunikation

Medieneinsatz in deutsch indischen Projekten

Magisterarbeit 2010 163 Seiten

Medien / Kommunikation - Sonstiges

Leseprobe

INHALTSANGABE

Zusammenfassung

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

E Einleitung
1. Einleitende Worte
2. Geltungsbereich
3. Anleitung, diese Arbeit zu lesen

T Theorie
1. Wissenstypen und Wissenstransfer
1.1. Wissenstypen
1.1.1. Explizites vs. implizites Wissen
1.1.2. Kanonisches vs. äquivokes Wissen
1.2. Wissenstransfer
1.2.1. Wissenstransfermechanismen
1.2.2. Barrieren
2. Mediennutzung
2.1. Media-Richness-Theory
3. Kulturelle Eigenschaften
3.1. Was ist Kultur?
3.2. Analyse und Operationalisierung kultureller Unterschiede
Machtdistanz zum Vorgesetzten
Individualität vs. Kollektivität
Polychromes vs. Monochromes Zeitverständnis
Hohe vs. Niedrige Kontextorientierung
Harmoniebedürftigkeit
Kommunikations-Empfangsgewohnheiten
3.3. Zusammenfassung: Kulturelle Unterschiede von deutscher und indischer Kultur
4 . Zusammenfassung

Z Zielstellung und Fragenstellungen bzw. Forschungsfragen
1. Zielstellung
2. Fragenstellungen
2.1. Welche Typen von Wissen werden in Projekten zwischen Deutschland und Indien ausgetauscht?
2.2. Welche Medien werden in welchem Ausmaß verwendet?
2.3. Gibt es einen Zusammenhang zwischen dem Einsatz verschiedener Medientypen und der Wissenscharakteristika?
2.4. Inwieweit wird die Mediennutzung von kulturellen Eigenschaften (in dem Zusammenhang: Unterschiede) beeinflusst?
2.5. Wie werden Medien von Deutschen und Indern genutzt, die jeweils im selben Projekt beteiligt miteinander/untereinander kommunizieren?

M Methode
0. Triangulation
1. Online-Fragebogen (FF1 bis FF4)
1.1. Untersuchungsplan
1.2. Operationalisierung der unabhängigen Variable Mediennutzung
1.3. Hypothesenableitung
1.4. Gestaltung des Fragebogens
1.5. Design und Untersuchungsgruppe
2. Persönliche Interviews (FF5)
2.1. Leitfaden
2.2. Durchführung

A Ergebnisse und Auswertungen
1. Onlinefragebogen
1.1. Forschungsfrage 1 (deskriptive Analysen)
1.1.1. Zusammenfassung
1.2. Forschungsfrage 2 (deskriptive Analysen)
1.2.1. Projektstart
1.2.2. Während des Projektes
1.2.3. Erwartungen
1.2.4. Privatleben
1.2.5. Zusammenfassung
1.3. Forschungsfrage 3 (Hypothesenanalyse)
1.3.1. Häufigkeitsdarstellungen
1.3.2. Hypothesenauswertung
1.3.3. Auswertung und Vergleich
1.3.4. Grafische Darstellungen
1.3.5. Zusammenfassung
1.4. Forschungsfrage 4 (explorative Datenanalyse)
1.4.1. Zusammenfassung
1.4.2. Kulturelle Eigenschaften der Deutschen und Inder
2. Forschungsfrage 5 (Interviews)
2.1. Zusammenfassung

D Diskussion
1. Zusammenführung und Interpretation der Ergebnisse
1.1. Projektkommunikation zwischen Deutschen und Indern
1.2. Medieneinsatz bei verschiedenen Wissenstypen
1.3. Kulturelle Unterschiede von Indern und Deutschen
2. Schlussfolgerung - Interkulturelle Anwendbarkeit der Media-Richness-Theory
3. Handlungsableitungen zur Kommunikationsverbesserung
4. Offene Fragestellungen

L Literaturverzeichnis

A Anhang

ZUSAMMENFASSUNG

Der Autor dieser Arbeit war in verschiedene deutsch-indische IT-Projekte involviert, in denen er immer wieder Kommunikationsprobleme feststellte, die nicht nur auf einer unterschiedlichen Sprache gründeten, sondern vor allem auf unterschiedlichen Interpretationen gleicher Sachverhalte. Diese Arbeit soll einen Teil dazu beitragen, die Kommunikation zwischen beiden Kulturen zu verbessern.

Hintergrund und Fragestellungen

Vor dem Hintergrund stark wachsender deutsch-indischer Wirtschaftsbeziehungen hat das Thema rund um die Kommunikation dieser beiden Kulturen stark an Bedeutung zugenommen. Viele Forschungsarbeiten haben sich mit den kulturellen Unterschieden auseinandergesetzt, ihr akzeptieren und verstehen gelehrt, um Handlungsempfehlungen für ein besseres Miteinander geben zu können. Doch wie wirken sich diese Unterschiede in der konkreten Projektpraxis aus?

Diese Arbeit fokussiert die Kommunikation zwischen Deutschen und Indern innerhalb von deutsch-indischen Projekten. Es wurde untersucht, wie verschiedene Medientypen eingesetzt werden, um unterschiedlich anspruchsvolle/gehaltvolle Wissenstypen zwischen deutschen und indischen Organisationen bzw. seinen Mitarbeitern während eines deutsch-indischen Projektes auszutauschen. Dabei wurde außerdem analysiert, inwiefern die Mediennutzung von bestimmten kulturellen Eigenschaften beeinflusst wird:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Eine prominente Theorie, welche die Mediennutzung in Abhängigkeit des zu transferierenden Wissens erklärt, ist die Media Richness Theorie - diese wurde im Rahmen dieser Arbeit auf ihre Anwendbarkeit auf die deutsche und indische Mediennutzung überprüft.

Die unterschiedlichen Verhaltensweisen der Deutschen und Inder wurden analysiert, gegen­übergestellt und in Handlungsempfehlungen für eine effiziente Kommunikation zwischen den internationalen Projektpartnern zusammengeführt.

Methoden

Um die oben angedeuteten Fragestellungen beantworten zu können, wurden die Daten von 77 deutschen und indischen Projektbeteiligten ausgewertet, die in einem Online-Fragebogen ermittelt wurden. Um die Wirkung der Wissenstypen auf die Mediennutzung zu überprüfen, wurden verschiedene Häufigkeits- und Regressionsanalysen durchgeführt. Die kulturellen Eigenschaften wurden ebenso mittels Häufigkeitsanalyen explorativ auf ihre Wirkung auf die Mediennutzung untersucht. Zur Bestimmung der Unterschiede zwischen Deutschen und Indern wurden die Häufigkeitsanalysen und Regressionsfunktionen miteinander verglichen.

Des Weiteren wurden 16 Interviews mit Deutschen und Indern geführt, die in die selben Projekte involviert miteinander kommunizierten, um Rückschlüsse auf den Erfolg eines Projektes durch die Mediennutzung zu ziehen.

Ergebnisse

Hinsichtlich der Auswertungen der empirischen Untersuchungen ergab sich, dass die Deutschen für den Transfer von einfach verständlichem Wissen den Medientyp einsetzen, den die Inder für den Transfer von schwierig verständlichem Wissen nutzen. Auch in einer schwierigen Transfersituation setzen die Deutschen andere Medien ein als die Inder. Zusammengefasst heißt das, dass es nur wenig Übereinstimmung in der Mediennutzung der Deutschen und Inder gibt und somit noch sehr viel Optimierungsbedarf für eine „reibungslose“ deutsch-indische Kommunikation vorhanden ist.

Die Anwendung der Media Richness Theory konnte bei den Indern, aber nicht bei den Deutschen nachgewiesen werden.

Hinsichtlich der erforschten kulturellen Unterschiede kann gesagt werden, dass sich Deutsche und Inder enorm unterscheiden. Die kulturellen Eigenschaften beeinflussen die Mediennutzung zwar nicht signifikant, liefern jedoch gute Erklärungsansätze, weshalb welche Medien genutzt werden. Die Interviews haben gezeigt, dass - unabhängig von den eingesetzten Medientypen - jede Art von Wissen effizient zwischen Deutschen und Indern vermittelt werden kann, wenn am Anfang gemeinsam eine Strategie für die Kommunikationsprozesse besprochen wird.

Diskussion

In der Diskussion wird darauf hingeführt, wie eine deutsch-indische Projektkommunikation verbessern werden könnte. Es wird gezeigt, welche Unterschiede es in der Mediennutzung gibt und inwiefern diese für eine Misskommunikation verantwortlich sind. Die Ergebnisse lassen vermuten, dass sich eine Kommunikation dann effizienter gestalten lässt, sobald Inder zu Projektbeginn und Deutsche während des Projektes häufiger Medien einsetzen, die eine direkte Kommunikation ermöglichen.

Nicht zuletzt aufgrund der Interviewergebnisse wird davon ausgegangen, dass eine bestimmte Vorgehensweise in der Projektkommunikation dazu beiträgt, Medien insofern effizienter einzusetzen, dass sie schneller zu einem Projekterfolg führen - diese Vorgehensweise wird in der Diskussion erläutert.

ABBILDUNGSVERZEICHNIS

Abbildung 1 Schritte zur Kooperation

Abbildung 2 Forschungsablauf und -prozess

Abbildung 3 Medien bzw. Transfermechanismen

Abbildung 4 Unterscheidung von Daten-Informationen-Wissen

Abbildung 5 Objektive und subjektive Wissensbestandteile

Abbildung 6 Wissenstransfermodel

Abbildung 7 Erklärung Wissenstransfermechanismen

Abbildung 8 Media Richness Model

Abbildung 9 Level der Entwicklungen des menschlichen mentalen Programms

Abbildung 10 Statements Inder

Abbildung 11 Statements Deutsche

Abbildung 12 Vier Seiten Model nach Schulz von Thun

Abbildung 13 Darstellung der zu untersuchenden Variabeln

Abbildung 14 zeitlicher Ablauf von Online-Erhebung und Interviews

Abbildung 15 Untersuchungsablauf der Online-Erhebung

Abbildung 16 Medienkategorien

Abbildung 17 Erfahrungen und Positionen der Befragten

Abbildung 18 Transferierte Wissenstypen in deutsch-indischen Projekten

Abbildung 19 Wissenstypen in den Projekten, gesamt

Abbildung 20 Wissenstypen in den Projekten, nach Deutschen und Indern

Abbildung 21 Mediennutzung zu Projektstart

Abbildung 22 Mediennutzung während des Projektes, gesamt

Abbildung 23 Mediennutzung während des Projektes, nach Deutschen und Indern

Abbildung 24 Mediennutzung nach Kategorien

Abbildung 25 Mediennutzung im Privatleben

Abbildung 26 Zusammenhänge Mediennutzung und Wissenscharakteristika

Abbildung 27 Verteilung der kulturellen Eigenschaften

Abbildung 28 effektive Gestaltung eines Wissenstransfers

TABELLENVERZEICHNIS

Tabelle 1 Medien in Indien und Deutschland - ein Überblick

Tabelle 2 Handlungsanweisungen bei mehrdeutigen bzw. unsicheren Aufgaben

Tabelle 3 Niedrige und hohe Kontextkulturen

Tabelle 4 Zusammenfassung kultureller Unterschiede

Tabelle 5 Herkunft der Probanden

Tabelle 6 Übersicht zu den Interviews

Tabelle 7 Mediennutzung zu Projektstart

Tabelle 8 Gegenüberstellung genutzter Medien und erwarteter Medien

Tabelle 9 Zusammenfassung Forschungsfrage 2

Tabelle 10 Zusammenhänge Einsatzhäufigkeiten der Medien und Wissenscharakteristika

Tabelle 11 Mediennutzungshäufigkeiten während des Projektes, nach Wissenstypen

Tabelle 12 Mediennutzungshäufigkeiten während des Projektes, nach kulturellen Eigenschaften

Tabelle 13 Zusammenfassung der Forschungsfrage 4

Tabelle 14 Fallstudie 1

Tabelle 15 Fallstudie 2

Tabelle 16 Fallstudie 3

Tabelle 17 Fallstudie 4

ABKURZUNGSVERZEICHNIS

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

E EINLEITUNG

1. Einleitende Worte

Wachstum gilt nach wie vor als wichtiger Treiber für Unternehmen und deren Erfolg - das gilt für indische wie auch für deutsche Unternehmen. So haben in den vergangenen Jahren unzählige deutsche und indische Organisationen vermehrt den Weg zueinander gesucht. Grund dafür sind nicht zuletzt auf der einen Seite ein indisches Wirtschaftswachstum von 7,07 Prozent[1](deutsches Wirtschaftswachstum 0,82 Prozent[2]), was Indien nach gängigen Prognosen zufolge innerhalb der nächsten Jahre zur drittgrößten Wirtschaftsmacht anwachsen lässt, und auf der anderen Seite ein deutsches Pro-Kopf-BIP[3]von USD 44.460,- gegenüber dem indischen[4]von USD 2.762,-. Die deutsch-indischen Aktivitäten werden auch in Zukunft trotz vieler Hürden, wie z.B. den kulturellen oder politischen Unterschieden, weiter exponentiell zunehmen - so ist es nicht verwunderlich, dass sich nicht nur die Wirtschaft, sondern auch die Wissenschaft explizit mit dem Thema des deutsch­indischen Projektmanagements auseinandersetzt.

Dabei gibt es viele empfehlenswerte Studien wie z.B. von Melanie Martinelli (2005) zum Thema „Managing cultural differences: A key to sucessful offshore collaborations“, die sich zwar richtigerweise auf kulturelle Unterschiede und die damit verbundenen Kommunikationsprobleme beziehen (die innerhalb deutsch-indischer Projekte auftreten), es aber bisher verpassen - und das nicht zuletzt aufgrund der fehlenden Praxis - einzelne dem Projektmanagement zugehörige Teilbereiche in konkreten Situationen zu analysieren. Dadurch war es bisher selten möglich, die deutschen Verhaltensweisen denen der indischen gegenüberzustellen, um zu zeigen, wie sich kulturelle Unterschiede explizit auswirken.

Einer der erwähnten Teilbereiche ist das Kommunikationsmanagement, für das sich in internationalen Projekten notwendigerweise neue Anforderungen ergeben. Wenn Wissen kommuniziert werden soll, passiert eine „Übermittlung von Wissen an weitere Personen oder Organisationen“ (Flick 2004, 45) lautet eine simple Definition von Wissenstransfer - leider ist es nicht immer so einfach. „Even with the best partner firm, the best people and the highest standards of quality measurement, international projects can still suffer because of poor communication“ (Kobayashi-Hillary 2004, 219). So ist das Verstehen von Information von vielen Faktoren abhängig: von der Art der Information und davon, ob sie beispielsweise gelesen, gehört oder gesehen und gehört wird; das wissen wir. Wie ist es aber, wenn Informationen zwischen verschiedenen kulturellen Bezugsrahmen ausgetauscht werden?

Diese Arbeit fokussiert die Kommunikation zwischen den beiden Kulturen und befasst sich damit, wie verschiedene Medientypen eingesetzt werden, um unterschiedlich anspruchsvolle/gehaltvolle Wissenstypen zwischen deutschen und indischen Organisationen bzw. seinen Mitarbeitern während eines Projektes auszutauschen. Dazu werden unter anderem folgende Fragestellungen behandelt:

1. Welche Typen von Wissen werden in Projekten zwischen Deutschland und Indien ausgetauscht?
2. Welche Medien werden in welchem Ausmaß in der Projektkommunikation verwendet?
3. Gibt es einen Zusammenhang zwischen dem Einsatz verschiedener Medientypen und der Wissenscharakteristika?
4. Inwieweit wird die Mediennutzung von kulturellen Eigenschaften (in dem Zusammenhang: Unterschiede) beeinflusst? (Welche Barrieren gibt es für den Wissenstransfer?)
5. Wie werden Medien innerhalb eines gemeinsamen Projektes von Deutschen und Indern genutzt und gibt es dabei evtl. Diskrepanzen?

Die zentrale Aufgabe dieser Arbeit ist, basierend auf verschiedenen Wissenstypen (in verschiedenen Projektsituationen) die Mediennutzung der Inder und der Deutschen - also die Kommunikation zwischen den Beiden - zu analysieren und gegenüberzustellen sowie dabei die Einflüsse kulturell bedingter Eigenschaften zu untersuchen. Abschließend soll auf Handlungsempfehlungen eingegangen werden.

2. Geltungsbereich

Hinsichtlich des Kommunikationsmanagements kann nach Robinson/Kalkota (2004, 228ff) zwischen strategischer und operationaler Kommunikation unterschieden werden. Während die strategische insbesondere den Kontakt im Vorfeld meint, bezieht sich die operationale schwer­punktmäßig auf Aktivitäten während der Projektkommunikation (vgl. Amberg/Wiener 2006, 170).

Diese Arbeit beschäftigt sich vordergründig mit der mit dem Management der operationalen Kommunikation (Abbildung 1), in dessen Zusammenhang vor allem die Auswahl geeigneter Kommunikationsmedien eine entscheidende Rolle spielt; denn diese wird primär von der Frage beeinflusst, welches Medium sich für welche Aufgabenstellung bzw. in welcher Situation am besten eignet.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Schritte zur Kooperation; nach Martinelli (2005, 5)M

Der Fokus liegt dabei also auf den Kommunikationsmedien, die eingesetzt werden, um Wissen zwischen deutschen und indischen Organisationen während eines Projektes zu transferieren (=Wissenstransfermechanismen). Wenn aber von internationalen Projekten zwischen Deutschland und Indien gesprochen wird, kann damit ein sehr großes Feld gemeint sein. Die Kommunikation zwischen den beiden Nationen kann auf so vielfältige Weise passieren, dass auf den ersten Blick eine Eingrenzung auf bestimmte Branchen und Projekte Sinn macht. Ursprünglich war eine solche Eingrenzung für diese Studie auch angedacht (und zwar auf den Sektor der erneuerbaren Energien), konnte aber aufgrund fehlender Aussagebereitschaft und zu weniger Projekte, die sich hätten untersuchen lassen, nicht umgesetzt werden. Dieser Umstand erwies sich als glücklich, da in der Studie schlussendlich mehrere Branchen - unabhängig von der Art ihrer Projekte - bezüglich ihres unterschiedlichen Kommunikationsverhaltens (inkl. verschiedener zu transferierender Wissenstypen) untersucht werden konnten.

Die folgende Abstraktion (Abbildung 2) soll helfen, die Arbeit in ihrer Vorgehensweise besser einzuordnen und verstehen zu können: Im Vordergrund stand auf der deutschen wie auf der indischen Seite eine Analyse der projektbezogenen Mediennutzung für die Kommunikation zum jeweiligen internationalen Projektpartner. Dabei wurde die Nutzung der Medien in vier verschiedenen Situationen („Bestimmte Situation X“) - nämlich beim Transfer von vier verschiedenen Wissenstypen - untersucht; wobei jeweils analysiert wurde, welche Arten von Medien wie häufig eingesetzt wurden. So konnte die deutsche der indischen Mediennutzung gegenübergestellt und verglichen werden (MediennutzungsVerhalten). Zusätzlich wurde ebenfalls auf beiden Seiten - wieder jeweils in Abhängigkeit der vier verschiedenen Wissenstypen - die erwartete Mediennutzung des Gegenübers abgefragt, um evtl. Kommunikationsprobleme zu identifizieren (MediennutzungsErwartung).

Kontrollierend wurden signifikante kulturelle Unterschiede erörtert (sowie bei den Befragten auch tatsächlich festgestellt, d.h. erfragt) und bezüglich ihrer Wirkung auf die Mediennutzung (auf den Umgang mit Medien) überprüft.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Forschungsablauf und -prozess

Begriffliche Abgrenzungen:

(hier werden die Themen nur kurz angerissen, im Theorieteil folgen dann die ausführlichen Darstellungen)

- Deutsch-Indische Projekte

...sind für diese Arbeit als Projekte definiert, die von Indern und Deutschen gemeinsam in Arbeitsgruppen umgesetzt werden. Die Mitarbeiter sind dabei in Indien und in Deutschland tätig - so dass notwendiger weise Deutsche mit Indern über Landesgrenzen hinweg kommunizieren müssen. Für diese Arbeit wurden solche Projektgruppen analysiert, die in Deutschland, Österreich oder Schweiz durch deutschsprachige, und in Indien durch indische Mitarbeiter vertreten wurden - die so in die Projekte involviert waren, dass sie mehr oder weniger, regel- oder unregelmäßig, aber mindestens einmal mit dem internationalen Partner kommuniziert hatten. Da der Fokus dabei auf dem Kommunikationsverhalten lag, wurden unterschiedliche Arten von Projekten analysiert; wie z.B. Unternehmungen, in denen Arbeits- oder Geschäftsprozesse von deutschen Unternehmen nach Indien outgesourct wurden (z.B. IT-Outsourcing), aber auch solche Projekte, in denen deutsche Techniken in Indien installiert wurden (z.B. Aufbau einer Solaranlage, Produktionsanlage etc.). Eigenschaften wie Organisationsart (egal ob NGO, NPO etc), -größe, -ziel oder -motiv spielten dabei genauso wenig eine Rolle, wie die Branche, in denen die Projekte stattfanden.

- Wissen und Wissenstypen

Der Begriff Wissen ist schwer zu definieren; die Literatur bietet hier viele Ansätze, lässt jedoch eine allgemeine Definition offen - es ist also angebracht, unterschiedliche Definitionen für verschiedene Problemstellungen zu verwenden. Generell kann aber gesagt werden, dass Wissen immer objektive Informationen sind, die erst durch subjektive Interpretation wertvoll und damit zu nutzbarem Wissen gemacht werden (vgl. u.a. Kohler 2006, 179). Das heißt folglich auch, dass Informationen immer aus objektiven und interpretativen Bestandteilen bestehen, (vgl. Choo 1998, 31) die für jeweilige Nutzer verschiedene spezifische Bedeutungen haben können - und dass wiederum bedeutet, dass gleiche Informationen zu unterschiedlichem Wissen kreiert werden können.

Ein ähnliches Problem wirft die Klassifizierung von Wissenstypen auf, so dass es unzählige Ansätze gibt: man findet individuelles und organisationales, explizites und implizites oder äquivokes (uneindeutiges) und kanonisches (eindeutiges) Wissen. Da die beiden letzt genannten Klassifikationspaare in dieser Arbeit eine entscheidende Rolle spielen, werden sie an dieser Stelle kurz erklärt: Die wohl bekannteste Dichotomie im Bereich Wissensmanagement ist die Unterscheidung nach explizitem und implizitem Wissen, welche auf den Philosophen Michael Polanyi (1958) zurückgeht. Er stellte fest, „dass wir mehr wissen, als wir zu sagen haben“ (1985, 14) - die Unterscheidung nach Explizit und Implizit bezieht sich vor allem auf das Konzept, dass es einfach und schwer zugängliches bzw. zu transferierendes Wissen gibt (geringer bzw. hoher Komplexitätsgrad = explizit bzw. implizit). Eine weitere gute Möglichkeit - besonders hinsichtlich der erwähnten Wissensgenerierungsprobleme durch interpretative Bestandteile - Wissen zu klassifizieren, bietet die Unterscheidung nach äquivokem und kanonischem Wissen. Diese beiden Charakteristika können ebenfalls als Extrema einer Dimension verstanden und nach Dr. Alexander Gerybadze (vgl. 2004, 114) wie folgt definiert werden: Kanonisches Wissen liegt dann vor, wenn alle Gruppenmitglieder den gleichen Bezugsrahmen haben sowie Probleme, Arbeitsabläufe oder Projektergebnisse in gleicher Weise interpretieren.

Dagegen liegt äquivokes Wissen dann vor, wenn Gruppenmitglieder unterschiedliche Bezugsrahmen haben und somit Probleme, Arbeitsabläufe oder Projektergebnisse unterschiedlich interpretieren.

- Wissenstransfer

...ist der bedeutendste Teil des Wissensmanagementprozesses, der im Optimalfall den Prozess beschreibt, wie Wissen effektiv und verlustfrei von A nach B kommt. Dabei geht es um die zielgerichtete Wiederverwendung des Wissens eines Transferpartners durch einen anderen Transferpartner. Das transferierte Wissen kann dabei als Grundlage für die Generierung von neuem Wissen dienen, aber auch unverändert oder angepasst wieder verwendet werden kann. Zentrale Kernprobleme sind dabei neben der Logistik vor allem das „wirkliche“ Verstehen der Informationen (die „Eins-zu-Eins-Übersetzung“), was für eine korrekte Wiederverwendung des Wissens Voraussetzung ist. (vgl. Thiel 2002, 32ff).

Wurde früher Wissenstransfer weitestgehend als die Aufgabe einer Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Wirtschaft gesehen und heute in einem neueren Verständnis vielmehr als eine Beziehung zwischen diesen Beiden, soll er in dieser Arbeit ganz genau den Prozess umreißen/beschreiben, der passiert, wenn in Deutschland entstandenes Wissen in indische Organisationen transferiert wird (und vice versa).

- Mediennutzung

Um Wissen von A nach B zu transferieren benötigt man Medien - Medien, die von A wie B gleichermaßen genutzt werden. Der Begriff Medienkonsum definiert in dieser Arbeit also nicht einen bestimmten Konsum von Medienangeboten - wie er in der Kommunikationswissenschaft so oft genutzt wird - sondern beschreibt schlicht und einfach, welche Medien wie häufig von Indern und Deutschen in Projekten eingesetzt werden, um das projektspezifische bzw. -zugehörige Wissen zur jeweiligen Partnerseite zu übermitteln.

Dabei wird auf folgende Medien (-typen) eingegangen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Medien bzw. Transfermechanismen

- Kulturelle Unterschiede - Kulturdimensionen “In every culture in the world such phenomena as authority, bureaucracy, creativity, good fellowship, verification and accountability are experienced in different ways. That we use the same words to describe them tends to make us unaware that our cultural biases and our accustomed conduct may not be appropriate or shared” (Trompenaars & Hampden-Turner 1997, 3). Da jede Kultur seine eigenen Verhaltensmuster - ob in Unternehmen oder im Privatleben - hat, spielen diese natürlich eine wesentliche Rolle für das Management internationaler Projekte. Die Probleme, die solch eine internationale Zusammenarbeit mit sich bringt, resultieren neben unterschiedlichen Managementauffassungen vor allem aus den generellen Mentalitäts­unterschieden der beteiligten internationalen Projektpartner (vgl. Like 2002, 384). Ein guter Weg, diese Unterschiede zu identifizieren, messbar und damit vergleichbar zu machen, geschieht beispielsweise über so genannte Kulturdimensionen (z.B. von Geert Hofstede, 1980 oder Edward Twitchell Hall und Mildred Reed Hall, 1989), oder über verhaltensbeschreibende Modelle (z.B. Schulz von Thun, 1981).

In dieser Studie wurden die Konzepte verwendet, welche geeignet waren, Deutsche und Inder am signifikantesten zu unterscheiden - dabei wurde auf die folgenden sechs Eigenschaften eingegangen:

- der Machtdistanz zum Vorgesetzten
- der Individualität bzw. Kollektivität der Gesellschaft
- des Zeitverständnisses (polychromes bzw. monochromes Zeitverständnis)
- der Kontextorientierung in der Kommunikation
- des Harmoniebedürfnisses und
- des Informationsaufnahme- und -verarbeitungsprozess

Dabei interessierten weniger die Vor- und Nachteile der verschiedenen Modelle hinsichtlich ihrer tatsächlichen Fähigkeit, Kultur vergleichen zu können. Es sollten lediglich die Möglichkeiten genutzt werden, mittels der Modelle signifikante Unterschiede zwischen Deutschen und Indern hervorzubringen, um Deutsche und Inder hinsichtlich ihrer Mediennutzung nicht nur vergleichen, sondern auch erklären zu können.

3. Anleitung, diese Arbeit zu lesen

Diese Arbeit ist in sechs Teile strukturiert.

In der eben gelesenen Einleitung (E) wurde der Rahmen dieser Forschungsarbeit vorgestellt. Die theoretische Basis für Arbeit wird im Kapitel Theorie (T) gelegt - dabei werden die drei theoretischen Themenkomplexe vorgestellt und es wird begründet, warum sich auf diese bezogen wird. Im Kapitel Zielstellung (Z) werden die theoretischen Grundlagen zusammengeführt und in fünf konkrete Forschungsfragen überführt, die im Kapitel Auswertung (A) explorativ, deskriptiv und analytisch beantwortet werden. Für die Auswertung werden die verschieden Methoden Interview und Online-Fragebogen genutzt, die im vierten Kapitel Methode (M) vorgestellt und erläutert werden. Mit dem Ziel dieser Arbeit Handlungsempfehlungen für eine verbesserte deutsch­indische Kommunikation zu erarbeiten, werden die Ergebnisse der empirischen Untersuchungen in einem letzten Kapitel Diskussion (S) zusammengeführt und kritisch diskutiert.

TTHEORIE

„Herr Schmidt leitet ein Unternehmen in Deutschland und kooperiert mit einem indischen IT- Haus, welches ein Projekt für ihn umsetzt. Er sendet dem indischen Projektmanager Mr. Umashankar eine (englische) eMail mit komplizierten projektbezogenen Informationen (wie z.B. Prozessbeschreibungen für deutsche Rücklastschriften), die für die Fertigstellung einer Applikation notwendig sind; gleichzeitig bittet er in der eMail um Rücksprache, falls Dinge unklar sind. Er bittet um schnellstmögliche Fertigstellung und eine entsprechende Bestätigung, wenn die Umsetzung geschehen ist. Die Applikation wird im indischen Unternehmen von drei Entwicklern programmiert, die zwar ein fließendes Englisch sprechen, aber bisher zu deutschen Kunden so gut wie keinen Kontakt hatten. Mr. Umashankar ließt die eMail durch und leitet sie an seine drei Entwickler weiter. Nach einer Woche bekommt Herr Schmidt eine Bestätigungsmail aus Indien; er checkt die Applikation und stellt fest, dass ein Großteil seiner Anforderungen trotz der Mail nicht umgesetzt wurde...

War die eMail von Herr Schmidt der richtige Kommunikationskanal? War der Aufwand, eine eMail zu schreiben, den komplizierten Änderungsanforderungen gerechtfertigt? War die eMail für die Indischen Kollegen verständlich? Hat er den richtigen Ansprechpartner angesprochen? Gibt es denn Rücklastschriften in Indien - wenn ja, laufen die gleichen Hintergrundprozesse ab? Und warum erhielt er eine Bestätigungsmail, obwohl keine effektive Änderung geschehen war?“[5]

So in etwa könnte eine Situation innerhalb eines deutsch-indischen Projektes aussehen. Um solche Missverständnisse verstehen und ihnen künftig aus dem Weg gehen zu können, muss man sich mit den komplexen Hintergründen solcher Situationen auseinandersetzen - jede Kultur weist durch verschieden Habitualisierungs- und Institutionalisierungsprozesse unterschiedliche Verhaltensweisen auf, so dass bezüglich beider Kulturen folgende Fragen auftauchen: Verfügen Sender sowie Empfänger über den gleichen Wissensstand (projektbezogen muss folgende Frage gestellt werden: „ Welches Wissen wird transferiert?“) - Wie vermitteln sie Wissen? („ Welche Medien werden zum Wissenstransfer eingesetzt?“) - Und wie verarbeiten sie Wissen („Gibt es bestimmte kulturelle Eigenschaften, die den Wissenstransfer besonders beeinflussen ?“)?

Darauf soll in dieser Arbeit der Fokus gelegt werden - diese befasst sich sehr detailliert mit folgenden Themenbereichen: Wissenstransfer, Mediennutzung und Kultur. Somit wird in diesem Kapitel auf die Hintergründe folgender Themenkomplexe eingegangen - mit theoretischem wie auch praktischen Bezug:

- Wissenstypen und Wissenstransfer (→Kap. T.1.)
- Mediennutzung(→ Kap. T.2.)
- erwähnenswerte kulturelle Unterschiede Deutschland - Indien (→ Kap. T.3.)

1. Wissenstypen und Wissenstransfer

In der Literatur findet sich eine Vielzahl von Wissenstransfertheorien, die sowohl den Begriff Wissen unterschiedlich interpretieren, als auch allgemeine Methoden des Transfers differenziert betrachten. Wissen ist dabei aber immer ein Ergebnis, welches erst durch Informationen entsteht, die in einen Kontext eingebunden werden:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 4: Unterscheidung von Daten-Informationen-Wissen; nach Ruhrmann (2007)

Generell lassen sich Ansätze von Wissenstransfer nach instrumentell-technischen und konstruktivistischen Denkweisen unterscheiden (vgl. Thiel 2002, 55) - beide entwickelten sich aus Theorien des organisatorischen Lernens (Wissen wird nur dann erfolgreich vermittelt, wenn es innerhalb von Organisationen zu den richtigen Organisationseinheiten und -mitgliedern transferiert wird; daher der wichtige Bezug zum organisatorischen Lernen!). Instrumentell-technische Ansätze sehen Wissen als eine Art Objekt, welches leicht zwischen Personen bzw. Gruppen transferiert werden kann. Diese Ansätze finden daher häufige Verwendung in systemorientierten Studien. Konstruktivistische Denkweisen dagegen betrachten Wissen als eine Art Produkt eines Entwicklungsprozesses, der stets kontextgebunden ist und finden deswegen eher in nutzerorientierten Studien Anwendung. In dieser Arbeit wird Wissen aus beiden Perspektiven betrachtet. Dabei soll allerdings der instrumentell-technischen größere Bedeutung zugeschrieben, da neben Verhaltensanalysen auch untersucht wird, wie unterschiedlich Medien eingesetzt werden, um das Objekt Wissen zu transferieren. Zwar wird dabei auch die interpretativen Bestandteile von Wissen eingegangen - also aus der konstruktivistischen Perspektive - aber auch nur insofern, als dass der Transfer dieses konstruierbaren Wissens analysiert wird.

1.1. Wissenstypen

1.1.1. Explizites vs. implizites Wissen

Für das Verständnis von Wissensmanagement und Problemen des Technologietransfers erährt das ursprünglich von Michael Polanyi 1966 eingeführte Konzept des impliziten und expliziten Wissens eine wesentliche Bedeutung - am besten beschrieben durch die vielzitierten Sätze:

...we can know more than we can tell“ (1966, 4)

„...the aim of a skillful performance is achieved by the observance of a set of rules which are not known as such to the person following them“ (1962, 49)

Als explizit gelten Wissensinhalte (vgl. Kohler 2006, 40), wenn man bewusst über sie verfügt und sie gegebenenfalls auch sprachlich ausdrücken kann. Es ist eindeutig kodierbares und deswegen mittels Zeichen (Sprache oder Schrift) einfach kommunizierbares Wissen wie z.B. wissen­schaftliches Wissen, was in Regeln systematisch aufgeschrieben wird. Demgegenüber zeichnen sich implizite Inhalte dadurch aus, dass sie nicht auf eine solche Weise verfügbar sind; sie sind schwer greifbar, noch in Speichermedien vorzeigbar - diese Art Wissen tritt in der Regel nur indirekt vermittelt durch seine Auswirkung auf und kann aufgrund seiner Komplexität nur schwieriger verstanden und damit auch nur sehr mühsam kommuniziert werden (z.B. das Erkennen von Gesichtern, ohne sich der Merkmale, welche für die Identifizierung ebendieser Gesichter konstitutiv sind, bewusst zu sein; oder Manager, die bestimmte Unternehmenssituationen sofort richtig analysieren, ohne explizit dafür alle Regeln angeben zu können).

Zusammengefasst kann Polanyis Hypothese wie folgt gedeutet werden: „Dass das theoretische Wissen das praktische niemals einholen kann“.

Aufbauend darauf haben die amerikanischen Wissenschaftler U. Zander und B. Kogut (1993) Untersuchungen in multinationalen Unternehmen durchgeführt, in denen sie die Schnelligkeit des Transfers von Produktionsfähigkeiten und dessen Beziehung zur Imitation untersuchen. Sie kommen zu dem Schluss, dass der Grad des impliziten Wissens die kritische Variable für einen standortübergreifenden Wissenstransfer ist! Gemessen werden kann dieser Grad des impliziten Wissens durch folgende fünf Dimensionen:

- Kodifizierbarkeit (Codifidability)
- Lehrbarkeit bzw. Vermittelbarkeit durch Unterrichtung (Teachability)
- Komplexität (Complexity)
- Imitation bzw. Beobachtbarkeit der Anwendung (Observability)
- Systemabhängigkeit (System Dependence)

Beschreibung der Dimensionen:

Kodifizierbarkeit beschreibt den Grad der Möglichkeit zur Kodierung von Wissen, unabhängig davon, ob ein individueller Anwender es versteht oder nicht. Lehrbarkeit hingegen führt das Ausmaß der Trainingsmöglichkeit von Fähigkeiten der individuellen Organisationsmitglieder an. Komplexität zeigt die diversen Variationen der Kombinationen verschiedener geforderter Kompetenzen, wobei der Komplexitätsgrad umso höher ist, je mehr Kompetenzen gefordert werden. Beobachtbarkeit beschreibt das Ausmaß der Imitierbarkeit von z.B. der Fertigstellung eines Produktes durch externe Konkurrenten und Systemabhängigkeit stellt dar, inwiefern eine Fähigkeit von den Erfahrungen geschulter Menschen abhängig ist (vgl. Zander/Kogut 1995, 79).

Explizites oder implizites Wissen können gewiss nicht per se als einfaches oder schweres Wissen klassifiziert werden. Allerdings kann der Wissenstransfer abhängig von den Wissenstypen, d.h. in Abhängigkeit des Grades der Implizitheit, unterschiedlich effizient gestaltet werden: der Wissenstransfer zwischen Standorten funktioniert demnach dann sehr gut, wenn Wissen leicht zu kodifizieren ist, leicht durch Unterrichtung vermittelt werden kann, einen geringen Komplexitätsgrad - und damit einen hohen expliziten Wissenscharakter - aufweist, in der Anwendung gut beobachtbar ist und relativ unabhängig vom jeweiligen System verstanden werden kann (vgl. Kohler 2006, 40).

1.1.2. Äquivokes vs. Kanonisches Wissen

Eine weitere Möglichkeit, Wissen zu klassifizieren, ist zu beurteilen, inwiefern das Wissen eindeutig (kanonisch) bzw. uneindeutig (äquivok) verstanden werden kann. Gerade hinsichtlich der Kommunikation zweier fremder Kulturen soll daher im folgenden Abschnitt detailliert auf die Unterscheidung zwischen objektiven Inhalten und subjektiven Beurteilungsmöglichkeiten von Wissen eingegangen werden:

In zwei Kulturen wie Deutschland und Indien gibt es verschiedene Wertvorstellungen, die zu unterschiedlichen Interpretationen von bestimmten Sachverhalten führen. Viele bestehende Wissenstransfermodelle berücksichtigen das bis zu einem bestimmten Grad, legen jedoch ihren Fokus auf die Unterscheidung nach Polanys Model (explizit/implizit) - mit der Unterstellung einer einfachen Vermittlung bei explizitem und einer schwierigeren bei implizitem Wissen. Dabei wurde bisher nur viel zu oft vernachlässigt, dass explizites Wissen, auch wenn es in aussagekräftiger Form vorliegt von eben zwei Kulturen unterschiedlich interpretiert werden kann (z.B. unterscheiden sich geschriebene Zahlenbeträge in Indien und Deutschland formal voneinander; westlich: 505,000 und indisch: 5,05,000). Auch werden oft für identische Sachverhalte häufig unterschiedliche Begriffe oder Darstellungen genutzt oder auch dieselben Begriffe oder Darstellungen für unterschiedliche Sachverhalte.

Wie zuvor gezeigt, setzt Wissenstransfer ein gemeinsames Verständnis voraus - dies führt zu der Annahme, dass neben der Unterscheidung von explizitem und implizitem Wissen ein stärkeres Augenmerk auf interpretative Wissensbestandteile gelegt werden sollte (vgl. Kohler 2006, 180). Dabei muss sich eben der Kommunikationsprozess - vor dem Hintergrund verschiedener Kulturen und Persönlichkeiten mit oftmals unterschiedlichen Wertesystemen - mit asymmetrischem Verstehen auseinandersetzen (vgl. Gerybadze 2004, 107).

„[...] information and insights are created in the hearts and minds of individuals, and that information seeking and use are dynamic and disorderly social process that is enfolded in layers of cognitive, affective and situational contigencies“ (ebd. 107).

Was offensichtlich explizit, eindeutig und unmissverständlich für den einen Transferpartner scheint, kann für die andere Seite sehr schwierig zu verstehen und aufzunehmen sein. Somit müssen also gerade hinsichtlich international operierender Organisationen (und ihrem Wissenstransfer) neben den beiden vorher aufgeführten Unterscheidungen (explizit/implizit) zwei weitere stark interdependente Aspekte berücksichtigt werden - nämlich eine Wissensdifferenzierung in kanonische und äquivoke Bestandteile.

Dabei können auch diese beiden Kriterien als zwei Extrema einer Dimension - der Grad der Äquivokheit - gelten, Wissen zu beschreiben:

Kanonisches Wissen liegt dabei dann vor, wenn alle Mitglieder einer Gruppe den gleichen Bezugsrahmen haben und Probleme, Arbeitsabläufe und Projektergebnisse in gleicher Art und Weise interpretieren (=starke interpretative Kohärenz). Dagegen ist äquivokes Wissen dann gegeben, wenn Mitglieder einer Gruppe unterschiedliche Bezugsrahmen verwenden und somit Probleme, Arbeitsabläufe und Projektergebnisse ungleich interpretieren (=schwache interpretative Kohärenz). Auch bei hochgradig expliziten Informationen werden Bedeutungen von verschiedenen (kulturellen) Personengruppen durchaus asymmetrisch verstanden - was in Interpretationsschwierigkeiten mündet. Dabei vermag auch ein vermehrter Einsatz von Kommunikationsmedien (z.B. steigende Rate oder erhöhte Intensität) dieses Problem nicht zu lösen (vgl. Kohler 2006, 242).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 5: Objektive und Subjektive Wissensbestandteile; nach Gerybadze (2004, 113)

Durch seine Untersuchungen zu Wissenstransfervorgängen in der internationalen Automobil­industrie leitet J.Kohler 2006 folgende Eigenschaften bzw. Dimensionen zur Bestimmung des

Grades der interpretativen Kohärenz, also dem Grad der Äquivokheit, ab:

- Einheitlichkeit über Sicht der Dinge, die zu tun sind
- Einheitliche Sicht über Sinn (Ursache/Wirkung) des Projektes
- Einheitliche Bewertung von Prioritäten und Ergebnissen
- Einvernehmen über Gesamtkonzept
- Einvernehmen über konkrete Aufgabenverteilung
- Gemeinsame Abgrenzung inhaltlich relevanter Aspekte
- Zusammengehörigkeitsgefühl innerhalb eines internationalen Projektteams

Beschreibung der Dimensionen:

Einheitlichkeit über Sicht der Dinge, die zu tun sind, erfragt den Grad der gemeinsamen Vorstellung über Projektaufgaben und -ziele, also inwiefern gemeinsame Interpretationen vorliegen. Einheitliche Sicht über Sinn des Projektes legt das Ausmaß dar, wie einheitlich das Verständnis ist, was mit dem Projekt erreicht werden soll und zielt auf die Ursache/Wirkungszusammenhänge (erledigte Aufgaben/erzielte Ergebnisse). Einheitliche Bewertung von Ergebnissen und Prioritäten erklärt das Verständnis von dem, was gut und richtig ist bzw. zielt auf die Einigung über die Reihenfolge der Aufgabenbearbeitung. Einvernehmen über das Gesamtkonzept beschreibt den Grad der Einigkeit bezüglich des Projektablaufes (kann sich jedes Mitglied mit seinen Aufgaben einordnen?). Dagegen beschreibt Einvernehmen über konkrete Aufgabenverteilungen den Einklang innerhalb der Projektgruppen, wer was konkret ausführt und wie es gemacht wird. Ein hoher Grad von Gemeinsame Abgrenzung inhaltlich relevanter Aspekte kann konfliktäre Interpretationen von zu bearbeitenden Themen reduzieren - es zielt darauf, unterschiedliche Sichtweisen und die Involviertheit der Gruppenmitglieder zu verdeutlichen. Zusammengehörigkeitsgefühl innerhalb eines internationales Projektteams berücksichtigt die sozio-emotionalen Faktoren und den interpersonalen Bezug der Teammitglieder zueinander (vgl. Kohler 2006, 180).

Diese Eigenschaften beschreiben Wissen aus einer interpretativen Weise und fokussieren demnach eher Projekt und Mitarbeiter als Bezugsrahmen. Somit ist der Grad der Schwierigkeit des Wissenstransfers also auch vorrangig davon abhängig, inwiefern die beteiligten Mitarbeiter gemeinsam in dem Projekt wirken: ein Austausch von Wissen zwischen Projektmitarbeitern unterschiedlicher Nationen funktioniert dann sehr gut, wenn das Projekt gemeinsam vorbereitet, besprochen sowie bewertet und ein gemeinsamer Bezugsrahmen geschaffen wird.

Sollten also eine oder mehrere der genannten Kriterien der beiden Dimensionen Grad der Implizitheit (GdI) und Grad der Äquivokheit (GdÄ) nicht oder nur in geringem Maße erfüllt werden, gestaltet sich ein Transfer von Wissen zwischen verschiedenen Standorten sehr schwierig bzw. es steigen die Transferkosten, so dass die Kommunikatoren mehr Zeit und Aufwand (z.B. in Form von Art und Häufigkeit von Medieneinsatz) in die Übermittlung investieren müssen (vgl. Abbildung 5).

1.2 Wissenstransfer

Organisationen besitzen eine Vielzahl von Möglichkeiten, Wissen zu transferieren - und somit existiert auch eine Vielzahl an Theorien. Hannsen, Nohira und Tierney (1999) beispielsweise sehen den Transferprozess als eine Motivationsfrage, in dem Strategien (Kodifizierungs- und Personalisierungsstrategie) für die Kreierung von Wissen entscheidend sind. Dagegen fokussieren Krogh und Köhne (1998) Unternehmensbedürfnisse und beschreiben Wissensentwicklung in verschiedenen Phasen, wobei sie auch schon nach internen (innerhalb von Unternehmensgrenzen) und externen Wissenstransfer klassifizieren.

Ein weiteres sehr interessantes Konzept ist das von Inkpen und Dinur (1998), welches die Beziehungen zwischen Wissenscharakteristik und Wissenstransfermechanismen in internationalen Joint Ventures analysiert. Es wird nachgewiesen, dass das Unternehmen ein dynamisches System darstellt, das in verschiedenen Prozessen diverse Wissensarten mit sich bringt. Die Autoren führen vier Wissensmanagementprozesse an, die die Allianzpartner verwenden, um Wissen von einem Allianzkontext zu einem Partnerkontext zu transferieren: Technologieteilung, Interaktionen durch die Allianzen-mutter, Personaltransfer und strategische Integration. Diese Prozesse schaffen Beziehungen zwischen den Managern, die es wiederum ermöglichen, deren allianzspezifische Erfahrungen auszutauschen. Außerdem bilden sie den Grundstock der Integration des Wissens im Mutterunternehmen. Es wird ein Modell geschaffen, welches organisationale Levels und Wissensarten miteinander verbindet, wodurch veranschaulicht wird, wie sich verschiedene Arten des Wissens zwischen den jeweiligen Levels bewegen und unterscheiden.

Aufgrund der empirischen Untersuchungsergebnisse, die durch eine ihrer Studien über Nord-amerikanische Joint Ventures (2000) gewonnen wurden, treffen die beiden Autoren diverse Aussagen über den Wissenstransfer und das Management innerhalb einer Organisation: Erstens prognostizieren sie, dass das organisationale Level, durch den erfolgreicher Wissenstransfer vonstatten geht, niedriger ist, je impliziter sich das transferierte Wissen darstellt. Weiterhin wird argumentiert, dass die Effektivität des Wissenstransfers in negativem Zusammenhang mit der Implizitheit des Wissens steht, wenn dieser auf kollektivem Level passiert. Überdies tendieren Unternehmen, die sich in ihren Lernbestrebungen mehr auf explizites Wissen konzentrieren, zu Ignoranz von implizit-wissensbasiertem Bildungsangebot und unterschätzen damit das gesamte Lernpotenzial. Außerdem kann gezeigt werden, dass das Zusammenspiel zwischen „lernender“ und „lehrender“ Organisation und deren Beziehung untereinander intensiver ist, je erfolgreicher der Wissenstransfer stattfinden.

Trotz vieler unterschiedlicher Wissenstransfer-Ansätze ist der grundsätzliche Prozess, Wissen zu transferieren, jedoch stets gleich: ein Transfer von einem Sender zu einem Empfänger, der immer in einen bestimmten Kontext eingebunden ist und bei dem unterschiedliche Kommunikationskanäle und Mechanismen eingesetzt werden können.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 6: Wissenstransfermodell (nach Shannon/Weaver 1949)

Auf das Wissen im Allgemeinen und die Wissenstypen wurde bereits eingegangen. Der noch ausstehende kulturelle Kontext wird im dritten Kapitel betrachtet - daher sollen nun vorbereitend Transfermechanismen und anschließend Barrieren beim Wissenstransfer vorgestellt werden.

1.2.1. Wissenstransfermechanismen (= Medien)

Im Zusammenhang mit dieser Arbeit sollen Wissenstransfermechanismen als Medien gelten, die als Mediator von Kommunikator und Rezipient fungieren, um einen Wissensaustausch zu ermöglichen. Allerdings ist das Thema Medien in Indien vermutlich genauso vielfältig, widersprüchlich und unterschiedlich wie die indische Gesellschaft selbst. Gerade in Medienausstattung und -nutzung zeigen sich enorme Unterschiede in der indischen Bevölkerung - was bedeutet, dass neben den kulturellen Unterschieden zwischen Indern und Deutschen auch Unterschiede in der indischen Bevölkerung selbst bezüglich der Medienhandhabung berücksichtigt werden müssen - nicht jeder Inder wird gleich oder zumindest gleich vorhersagbar mit Medien umgehen. Um diese Unterschiede zu verdeutlichen wird anschließend in der Tabelle 1 die Mediensituation Indiens kurz dargestellt und mit der deutschen verglichen.

Im Rahmen persönlicher Erfahrungen und anknüpfend an die empirischen Untersuchungen der Kommunikationswissenschaftler P. Almeida und R.M. Grant (1998) wurden für diese Arbeit eine Reihe von Mechanismen zur Durchführung des Wissenstransfers identifiziert. Eine Übersicht der für diese Arbeit wichtigen Mechanismen und eine Zuordnung geeigneter Erklärungen bzw. geeigneter Transfersituationen[6]finden sich in der nachfolgenden Abbildung. Schon damals haben Almeida und Grant trotz der Unterstellung, jedes Medium hätte in bestimmten Situationen einen bestimmten

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten[7]

Tabelle 1: Mediensituation Indien und Deutschland — ein Überblick; Informationen nach Elena Koch (2003) für Indien und freie Internetrecherche für Deutschland

Nutzen, keinen systematischen und/oder situationsabhängigen Einsatz nachweisen können - was offensichtlich den Bedarf widerspiegelt, geeignete Instrumente zu entwickeln, die helfen können, den Wissenstransfer systematisch zu organisieren (vgl. Kohler 2006, 48).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 7: Erklärung Wissenstransfermechanismen; nach Almeida/Grant (1998)

1.2.2. Barrieren von Wissenstransfer

Der Einsatz der oben genannten Medien für den Transfer von Wissen kann allerdings auch uneffizient sein, wenn sie schlicht und einfach falsch eingesetzt werden. In Untersuchungen zum Wissenstransfer hat Gabriel Szulanski (1996) - Professor für strategische Kommunikation an der INSEAD[8]- Barrieren beim Transfer von Wissen ausgearbeitet. Nachfolgend soll auf einige, nur für diese Arbeit notwendigen Barrieren eingegangen werden:

- Attribute des zu transferierenden Wissens:
- Kausale Ambiguität
- Mangelnder Nutzennachweis

- Eigenschaften des Sender:
- Mangelnde Glaubwürdigkeit bzw. Kompetenz/Fähigkeit

- Eigenschaften des Empfängers:

- Mangelnde absorptive Kapazität
- Mangelnde Retentionsfähigkeit bzw. -erforderlichkeit

- Kontextfaktoren:
- Unfruchtbares organisatorisches Umfeld
- Schwieriges Sender-Empfängerverhältnis

Wenn Wissen transferiert wird, so Szulanski, kann die kausale Ambiguität die größte Barriere darstellen. Kausale Ambiguität liegt dann vor, wenn bei der Reproduktion bestimmten Wissens in einem neuen Kontext die genauen Gründe für Erfolg und Misserfolg auch im Nachhinein nicht eindeutig bestimmt werden können (vgl. Kohler 2006, 51). Das liegt u.a. darin begründet, dass der Sender aufgrund von Ungewissheit über notwendige Wissenselemente und deren Interaktion (vgl. Rumelt 1984, 255) nicht verständlich genug vermittelt. So kann es zu hohen Transferkosten kommen, sollte im Vorfeld nicht geklärt werden, welches die kritischen Wissenselemente sind. Sollte ein Nutzen für das zu transferierende Wissen nicht klar erkenntlich sein, wird es besonders schwierig sein, den Empfänger für die Rekonstruktion dieses Wissens zu gewinnen.

Potenzielle Empfänger treten glaubwürdigeren bzw. kompetenteren Sendern, die als sachkundig und vertrauenswürdig eingestuft werden, oft aufnahmebereiter gegenüber. Wird der Transferpartner allerdings als nicht kompetent genug eingeschätzt, wird das den Transferprozess negativ beeinflussen - gerade in internationalen Projekten treten oft Zweifel an fachlicher und kontextualer Kompetenz des Gegenübers auf. Allerdings betont Szulanski hierbei nicht zu unrecht, dass von glaubwürdig erscheinenden Sendern transferiertes Wissen oft nicht kritisch genug hinterfragt wird, was ebenfalls zu negativen Konsequenzen führen kann.

Die Fähigkeit des Empfängers, fremdes Wissen zu nutzen, hängt weitestgehend davon ab, inwieweit der Empfänger schon über verwandtes Vorwissen verfügt. Das betrifft neben Grundkenntnissen und einer gemeinsamen Sprache auch das Wissen über wissenschaftliche und technologische Entwicklungen in der entsprechenden Wissensdomäne - je geringer dieses Vorwissen ist, desto geringer ist die absorptive Kapazität und desto schwieriger wird sich folglich auch der Wissenstransfer gestalten (vgl. Szulanski 2003, 29).

Wenn das zu transferierende Wissen über einen längeren Zeitraum genutzt werden soll, ist es einem Wissen überlegen, was lediglich einmalig genutzt wird. Das überlegene Wissen muss sukzessive ausgeweitet und die Nutzung des alten Wissens gezielt unterbunden werden. Die Fähigkeit, einen solchen Prozess durchzuführen und vor allem auch zu wollen (also neues Wissen zu institutionalisieren) beschreibt die Retentionsfähigkeit - eine mangelnde Retentionsfähigkeit behindert folglich den Wissenstransfer.

Der organisatorische Kontext hinsichtlich formaler Strukturen bzw. Systeme, Koordinations­mechanismen und Anreizsystemen kann den Wissenstransfer in positiver oder negativer Weise beeinflussen. Beeinflusst dieser Kontext eher negativ, dann stellt er ein unfruchtbares orga­nisatorisches Umfeld dar und kann somit als eine weitere Barriere aufgeführt werden.

Der Wissenstransfer ist meist ein iterativer (sich widerholender) Prozess. Dies zeigt sich dadurch, dass der Empfänger beim Transfer von Wissen einerseits häufig Erklärungen benötigt und der Sender andererseits häufig die tatsächlichen Bedürfnisse des Empfängers herausfinden muss.

Entsprechend spielt die soziale Bindung zwischen den Transferpartnem eine große Rolle. Insofern ist ein schwieriges Sender-Empfänger-Verhältnis eine weitere nicht zu unterschätzende kontextabhängige Transferbarriere.

Nachdem im Kapitel Wissen und Wissenstransfer die Determinanten eines Wissenstrans­ferprozesses herausgearbeitet wurden, wird im anschließenden Kapitel Mediennutzung auf Theorien eingegangen, die einen optimalen Einsatz der Wissenstransfermechanismen (Medien) beschreiben.

Die Ausarbeitungen aus dem Kapitel Wissen und Wissenstransfer werden für diese Arbeit genutzt, indem...

... die in Projekten zu transferierenden Wissenstypen abgefragt werden:

- Grad der Implizitheit (explizit/implizites Wissen)
- Grad der Äquivokheit (kanonisches/äquivokes Wissen)

... Aspekte der Barrieren abgefragt werden, um die Schwierigkeit/Komplexität des Wissenstransfers zu ermitteln.

2. Mediennutzung

Wie vorangegangen gezeigt, spielen also neben den Wissenstypen vor allem die Art und Weise Wissen zu transferieren - also die verwendeten Medien - eine wesentliche Rolle beim Wissenstransfer. Zum systematischen Vergleich von Mediennutzung in Organisationen wurden in der jüngeren Vergangenheit viele Modelle und Konzepte entworfen und weiterentwickelt. Dabei gibt es Theorien, die sich auf real existierende Gruppen beziehen, welche eingebunden in soziale und organisatorische Umgebungen immer nur kontextabhängig auf bestimmte Medien zugreifen. Diese so genannte TIP-Theory von Tuckmann und Jensen (Time/Interaction/Performance; 1965) legt dabei besonderen Augenmerk auf zeitliche Prozesse in Interaktion und Performance von Gruppen. Andere Theorien greifen die Mediennutzung eher aus der sozioemotionalen Perspektive auf und schreiben dem individuellen Verhältnis von Sender und Empfänger eine wesentliche Rolle zu. So fokussiert die Media-Synchronicity-Theory (Dennis/Valacich, 1999) eher den situativen Kooperationsprozess und dessen Anforderungen an die Informationsverarbeitungskapazität eines Mediums: Media Synchronicity is „...the extend to which individuals work together on the same activity at the same time, i.e. have a shared focus“ (ebd. 2).

Diese und viele weiter Theorien basieren auf der Media-Richness-Theorie, welche prominent wurde durch die Veröffentlichung der beiden amerikanischen Kommunikationswissenschaftler Richard L. Draft und Robert H. Lengel (1984). Da sie wesentlich für diese Arbeit ist, wird im Folgenden detailliert auf sie eingegangen.

2.1. Media Richness Theory

Grundsätzlich verbindet die Media-Richness-Theorie die Medienwahl mit der Aufgabe, die es zu lösen gilt, d.h. sie verbindet Wahl der Medien mit der Art des zu transferierenden Wissens (Aufgabe). Dabei werden Aufgaben danach eingeteilt, wie unsicher (uncertainity) und/oder mehrdeutig (equivocality) sie sind und die Medien, die es zu wählen gilt, nach ihrer Reichhaltigkeit, Informationen interaktiv vermitteln zu können:

Aufgabeneinteilung nach:

- „Uncertainy is definded as the differnce between the amount of information required to perfom the task and the amount of international already possessed by the organisation“ (Galbraith 1973, 5).
- „Equivocality means ambiguity, the existing of multiple and conflicting interpretations about an organizationl situation. High equivocality means confusion and lack of understanding (Draft/Lengel 1986, 556).

Dabei geht man davon aus, dass unsichere Aufgaben optimal gelöst werden können, wenn alle benötigten Informationen vorhanden sind; dass bedeutet unsichere Aufgaben können durch Hinzuziehen weiterer Daten gelöst werden - dabei sollten Medien verwendet werden, die viele Informationen vermitteln (z.B. schriftliche Berichte). Unsicherheit wird also in diesem Kontext mit dem Nichtvorhandensein von Informationen gleichgesetzt.

Dagegen lassen sich mehrdeutige Aufgaben durch sehr viele Informationen nicht besser lösen. Vielmehr unterliegen sie der Interpretationsfähigkeit der Akteure, die zu einem gemeinsamen Verständnis eines bestimmten Sachverhaltes kommen müssen. Beispielsweise ist das Verfassen eines Joint-Venture-Planes eine mehrdeutige Aufgabe, da man sich auf ein gemeinsames Verständnis der Rolle des Unternehmen im Markt verständigen sowie dafür relevante Faktoren erst definiert werden müssen - bei mehrdeutige Aufgaben sucht man Variablen; bei unsicheren Aufgaben Variablenwerte.

Reichhaltigkeit eines Mediums:

Der Reichtum eines Mediums richtet sich nach dem Informationsreichtum und wird positiv durch folgende vier Faktoren bestimmt:

- Möglichkeit, wie unmittelbar Feedback erfolgen kann
- Kommunikationskanäle, die Hinweise/Informationen vermitteln können
- Personifizierung, d.h. persönliche Kommunikation
- Vermittelte sprachliche Vielfalt

Ist eine Aufgabe unsicher, sollten Medien mit einem geringen Reichtum (und der Eigenschaft, viele Informationen zu vermitteln) und für mehrdeutige (äquivoke) Aufgaben Medien mit einem hohen

Reichtum verwendet werden. Dabei führt folglich die Verwendung von besser geeigneten Medien zu höherer Effektivität der Aufgabenerfüllung (vgl. Draft/Lengel 1986, 561).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 2: Handlungsanweisung bei unsicheren bzw. mehrdeutigen Aufgaben

Die Media-Richness-Theorie wurde u.a. von Rice (1992) und Reichwald (1998) für neue Medien weiterentwickelt. Basierend auf den Arbeiten von Rice entwickelt Reichwald ein Media-Richness- Modell für Telekooperation (computer-, telefongestützte oder internetbasierte etc. Zusammenarbeit geografisch getrennter Personen), welches mit Ergänzungen des Autors in der nachfolgenden Abbildung dargestellt ist:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Nach Reichwald gelten persönliche Treffen, in denen man sich „face-to-face“ gegenübersitzt, als diejenigen Medien, die den größten Medienreichtum aufweisen; dagegen bezeichnet er Briefpost oder schriftliche Dokumentationen wie Protokolle als Medien mit dem geringsten Reichtum. Medien sind in der Abhängigkeit von der Komplexität der Kommunikationsaufgabe zu wählen, wobei reiche Medien nicht per se „besser“ und arme Medien nicht per se „schlechter“ geeignet sind; vielmehr gibt es einen Bereich effektiver Kommunikation (vgl. Draft/Lengel 1986, 56):

Die Wahl von zu reichen Medien führt zu einer Über(Ver-)komplizierung der Situation. Anstatt Fakten zu suchen, werden Teilnehmer durch den Reichtum des Mediums abgelenkt; es wird interpretiert und möglicherweise Mehrdeutigkeit künstlich erzeugt. Die Verwendung von zu armer

Medien führt zu einer zu starken Vereinfachung - Über-Vereinfachung - und damit zu mangelndem Feedback sowie Unpersönlichkeit, was wiederum notwendige gemeinsame Interpretationen für ein gemeinsames Verständnis erschwert.

Die Wahl der Medien sollte also immer situativ in genannten Abhängigkeiten passieren: Face- to-Face Kommunikation stellt also nicht immer das reichste Kommunikationsmedium dar, vielmehr hängt die Wahl des Mediums davon ab, welches der oben genannten Mediencharaktere für eine bestimmte Situation am bedeutendsten ist. Oftmals ist es sinnvoller mehrere verschiedene Medien für den Transfer von Wissen zu wählen, um ein effizienten Wissenstransfer zu gestalten.

Die Ausarbeitungen aus dem Kapitel Mediennutzung werden für die Arbeit genutzt, indem...

... die für die Arbeit notwendigen Medien selektiert werden

... diesen Medien nach den genannten Theorien bestimmte Eigenschaften (Reichhaltigkeiten und Vermittlungsfähigkeit von expliziten oder impliziten Wissen) zugeordnet werden ... im Survey die Nutzung dieser Medien in Art und Häufigkeit abgefragt wird sowie ... im Survey (projektspezifische) Erwartungen, welche Medien denn genutzt hätten werden sollen, abgefragt werden

3. Kulturelle Eigenschaften bzw. Unterschiede Deutschland - Indien

3.1. Was ist Kultur?

Verschiedne Verhaltensmuster gründen auf unterschiedlichen Kulturen; und Kulturen gibt es überall auf der Welt. Sie bedeuten für Außenstehende stets Ungereimtheiten, da sie einem fremd erscheinen; schon Asterix sagte: „Ich habe nichts gegen Fremde. Einige meiner besten Freunde sind Fremde - Aber diese Fremden sind nicht von hier!“ und meint damit, dass es trotz des gegenseitigen Kennens Unterschiede gibt.

Jeder Mensch hat Verhaltensmuster, die er durch bestimmte Erfahrungen gelernt und verinnerlicht hat. Genau diese Muster spielen beim „Zusammenprall“ zweier so verschiedener Kulturen wie Deutschland und Indien eine enorme Rolle: Hinsichtlich dieser Arbeit sind die jeweiligen Kulturen die Grundlage für den unterschiedlichen Umgang mit Wissen sowie für den unterschiedlichen Einsatz von Medien. Wenn man also die Kulturen versteht (und auch akzeptiert), erhält man eine nachvollziehbare Erklärung für ein bestimmtes Verhalten und es scheint leichter, Reaktionen vorauszusehen, die angesichts seiner in der Vergangenheit erlernten Verhaltensmuster möglich und wahrscheinlich sind - Was ist also Kultur und wie können wir sie verstehen?

Kultur ist „the collective programming of the mind which distinguishes the members of one group or category of people form another group“ (Hofstede 1991, 5). Diese Unterscheidung begann rund fünf Millionen Jahre vor unserer Zeit, als sich unsere Vorfahren von den Schimpansen trennten. Vor ca. 140.000 Jahren gab es dann weltweit wohl nur 50.000 Menschen, die begannen, sich auf der

Erdkugel zu verstreuen und eigenständig zu entwickeln. In der heutigen Zeit gibt es nun unzählige Kulturen; jene unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Werte aber auch Praktiken. Ganz offensichtlich haben verschiedene Länder unterschiedliche Institutionen; sie denken, fühlen und handeln ungleich. Begründet liegt diese unterschiedliche Entwicklung darin, dass Kultur zu einem großen Teil, geprägt durch das soziale Umfeld, erlernt und nur zu einem kleinen Teil vererbt wird.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

„There are numerous elements of culture that define the way we look at life in general, influence the way we act and communicate in various situations and guide our beliefs and values“ (Martinelli 2005, 10). Kultur wirkt immer auf zwei Ebenen: Die objektive Ebene enthält sichtbare und fassbare Dinge wie Kleidung, Gebäude, Straßen oder Essgewohnheiten; die subjektive Ebene dagegen besteht aus Elementen, die weder sichtbar noch fassbar sind, z.B. Werte und Normen einer Gesellschaft oder direkt auf das Verhalten bezogene Regeln. Während die objektive Ebene einer Kultur leicht zu erfassen ist, bleibt einem auf die Kultur nicht Vorbereiteten die subjektive meist verborgen (vgl. Saure/Tillmans/Thomas 2006, 6).

Wollen Inder und Deutsche erfolgreich miteinander arbeiten, müssen beide zuerst einmal die andere Kultur und ihre verschiedenen Aspekte wie Kommunikationsverhalten und Wissensvermittlung kennenlernen und verstehen; besonders aber akzeptieren - vor allem muss akzeptiert werden, dass bestimmte Aktionen bestimmte Reaktionen hervorrufen.

Kommunizieren nun Menschen aus unterschiedlichen Kulturen, entstehen sicherlich gegenseitiges Interesse und Neugier, aber das eigene kulturelle Orientierungssystem kann auch zu Verwirrungen führen; es kommt schnell zu kritischen Situationen (vgl. Saure/Tillmans/Thomas 2006, 9). Besonders so unterschiedliche Kulturen, wie es Deutschland und Indien sind, erzeugen Spannungsverhältnisse. Das Problem dabei ist, dass die Ursachen für unterschiedliches Verhalten eher in einer Person gesehen werden, als in der Situation oder in der Befolgung eines kulturellen Regelsystems.

3.2. Analyse und Operationalisierung kultureller Unterschiede

Um die subjektive Kultur des Gegenübers kennenzulemen, ist es sinnvoll, sich Wissen über ver­schiedene Aspekte anzueignen, in dem man sich z.B. kulturelle Unterschiede vergegenwärtigt. Ein viel beschrittener Weg, solche Studien zu unternehmen, ist es, Unterschiede zu identifizieren und in Dimensionen messbar zu machen. Die bekanntesten, aber gleichzeitig meist kritisiertesten Kultur­Dimensionen sind unzweifelhaft die des niederländischen Wissenschaftlers Geert Hofstede (1980).

Indische Projektmitarbeiter über ihre Zusammenarbeit mit Deutschen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 10: Statements von Indern[9]

Seine Erkenntnisse basieren auf einer weltweit angelegten Studie, in der ca. 116.000 IBM- Mitarbeiter in über 74 Ländern (unter anderen auch Deutschland und Indien) befragt wurden. Er fokussierte dabei den Umgang mit Unterschieden im Denken, Fühlen sowie Handeln von Menschen und zeigte außerdem, dass trotz vieler unterschiedlicher Denkweisen eine Struktur existiert, die als eine Grundlage gegenseitigen Verständnisses dienen kann. Dabei kam er zum Schluss, dass es zwar überall die gleichen Herausforderungen gibt, aber von Land zu Land unterschiedlich damit umgegangen wird - das konnte in folgenden Dimensionen messbar gemacht werden: Individualismus-Kollektivismus, Maskulinität-Femininität, Unsicherheitsvermeidung und Machtdistanz zum Vorgesetzen. Später fügte er mit einem Kollegen Michael Harris Bond (1979) umgegangen wird - das konnte in folgenden Dimensionen messbar gemacht werden: Individualismus-Kollektivismus, Maskulinität-Femininität, Unsicherheitsvermeidung und Machtdistanz zum Vorgesetzen. Später fügte er mit einem Kollegen Michael Harris Bond (1979), durch weitere Untersuchungen in Asien, eine fünfte Dimension - Kurzzeitorientierung­Langzeitorientierung - hinzu. Darauf aufbauend beschäftigten sich die amerikanischen Anthropologen Edward Twitchell Hall und Mildred Reed Hall (1989) ebenfalls sehr intensiv mit der Kommunikations- und Kulturforschung. Auch sie identifizierten im Rahmen ihrer Arbeiten zahlreiche Kulturmerkmale, wobei insbesondere die beiden Dimensionen Zeitverständnis (polychromes vs. monochromes Zeitverständnis) und Kontextorientierung (hohe vs. niedrige Kontextorientierung) hohe Akzeptanz und Verwendung fanden. Viele weitere Arbeiten liefern interessante Dimensionen für den Vergleich von Kulturen. So hat sich z.B. S.H. Schwartz (1992) mit Wertorientierungen innerhalb von Kulturen beschäftigt und fasst diese in elf Dimensionen (self­direction, stimulation, hedonism, achievment, power, security, conformity, tradition, spirituality, benevolence and universalism) zusammen. Auch die „Values Orientation Theory“ von F.R. Kluckhohn und F.L. Strodtbeck (1961) liefern ein aussagekräftiges Werkzeug, kulturelle Unterschiede zu analysieren.

Viele dieser Modelle bieten eine hervorragende Arbeitsgrundlage, wonach Unterschiede[10] zwischen Personen verschiedener Kulturen messbar gemacht werden können; besser noch: sie bieten nicht nur signifikante Merkmale zur Unterscheidung, sondern lassen aufgrund ihrer vielfachen Anwendungen bereits ländervergleichende Interpretationen zu (vielen Menschen aus unterschiedlichen Nationen wurden bereits die selben Fragen gestellt). Dabei soll wohl wissend die in der Literatur oft verwendete Kritik erwähnt werden, es sei nicht ratsam, von Personenangaben auf eine ganze Kultur zu schließen - da aber in dieser Arbeit genau die Unterschiede zwischen Personen interessieren (nämlich zwischen deutschen und indischen Projektmitarbeitern) und nicht Kulturen miteinander verglichen werden, soll nicht weiter auf die Kritik eingegangen werden.

Eine weitere sehr aufschlussreiche (und vor allem praxisnahe) Arbeit von drei deutschen Wissenschaftlern liefert ebenso gute Ansätze, die deutsch-indische Kultur vergleichbar zu machen[11]. Die Arbeit besitzt zwar einen weniger vergleichenden Charakter, zeigt dafür aber umso prägnantere indische Eigenschaften auf: I. K. Saure, A. Tillmans und A. Thomas befassten sich 2006 in ihrem Buch „Entwicklungszusammenarbeit in Indien - Vorbereitung von Fach- und Führungskräften“ damit, Schwierigkeiten und Widersprüche Indiens für Deutsche greifbar zu machen. Dabei lehren sie mit aufschlussreichen Beispielen und Erklärungen, Situationen aus der indischen Perspektive zu betrachten, um die indische Kultur verständlicher und greifbarer zu machen. Ihr „Training“ bezieht sich dabei auf folgende Themenbereiche: Hierarchieorientierung, Rollenkonformität,

Harmoniestreben, Kollektivismus, Beziehungsorientierung, nationales Unabhängigkeitsstreben und polychromes Zeitverständnis.

Ein in der Realität dagegen ehr wenig geprüftes, aber in vielen Bereichen angewendetes Konzept, das Kommunikationsverhalten von unterschiedlichen Kulturen beschreibt, ist das Kommunikationsmodell von Dr. Friedmann Schulz von Thun (1988). Ausgehend davon, dass zwischenmenschliche Kommunikation nicht nur von der Art und Weise des kommunizierten Inhalts abhängt, sondern auch von der Art der Beziehung, welche die Kommunikatoren zueinander pflegen, unterscheidet er in vier Ebenen/Dimensionen, auf denen gleiche Botschaften unterschiedlich wahrgenommen werden können: Sach-, Beziehungs-, Appell- und Selbstoffenbarungsebene.

Versucht man diese Dimensionen und Konzepte von Kulturmodellen zusammenzufassen, scheint es unzählige Möglichkeiten zu geben, kulturelle Unterschiede aufzuzeigen und zu überprüfen. Dabei ist es Ziel dieser Arbeit Zusammenhänge zwischen kulturellen Unterschieden und der Mediennutzung (bei verschiedenen Wissenstypen) herauszustellen, nicht die Gültigkeit der erwähnten Modelle und Konzepte zu überprüfen. Es werden also die bisherigen theoretischen Ausarbeitungen so genutzt werden, dass die für einen deutsch-indischen Kulturvergleich relevanten Dimensionen übernommen und bei Deutschen wie Indern abgefragt werden. Die Ergebnisse werden
gegenübergestellt und lassen interessante Vergleichsmöglichkeiten zu - insbesondere hinsichtlich der Mediennutzung.

Folgende sechs Eigenschaften bzw. Dimensionen sollen in dieser Arbeit eine Rolle spielen (warum sie als relevant betrachtet werden, wird nachfolgend erklärt):

- Machtdistanz zum Vorgesetzten (hoch vs. niedrig) - von G. Hofstede
- Individualität vs. Kollektivität - von G. Hofstede
- Polychromes vs. monochromes Zeitverständnis - von Hall/Hall
- Hohe vs. niedrige Kontextorientierung - von Hall/Hall
- Harmoniebedürfnis (und damit Konfliktumgang) - von Saure/Tilmmans/Thomas

- Informationsverarbeitung nach dem Ebenen nach - Schulz von Thun

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten[12]

Eine der Aspekte, wie sich Länder dieser Erde aufgrund unterschiedlichster historischer Entwicklungen unterscheiden, ist die Art und Weise, wie Gesellschaften mit der Beziehung Mitmenschen und Macht umgehen.

- Machtdistanz zum Vorgesetzten – nach Hofstede

Mit der Dimension Machtdistanz beschreibt Hofstede „das Ausmaß bis zu welchem Mitglieder einer Gesellschaft erwarten und akzeptieren, dass Macht ungleich verteilt ist“ (vgl. Kutschker/Schmid 2002: 704). In seinen Studien beschreibt er vor allem das Verhältnis zwischen Untergebenen und ihren Vorgesetzten. Seine Ergebnisse zeigen[13], dass in Ländern mit niedrigen Machtdistanzen Arbeitnehmer als selbstbewusst gelten und Unternehmen konsultativ und kooperativ geführt werden. In Ländern am anderen Ende der Machtdistanzskala sind Unternehmen nicht selten durch eine starke hierarchische Abstufung gekennzeichnet, in der Hierarchiestufen streng eingehalten sowie Entscheidungen zumeist zentral getroffen und nach dem „top-down“ Prinzip weitergegeben werden. Man kann davon ausgehen, dass Mitarbeiter von Natur aus mit ungleichen Rechten ausgestattet betrachtet werden.

Deutschland liegt bei 74 befragten Ländern auf Platz 64 und hat damit im Gegensatz zu Indien (Platz 17) einen sehr geringen Machtdistanzwert. D.h. in Indien ist die soziale Distanz zwischen Untergebenen und Vorgesetzen größer als in Deutschland.

Die Machtdistanz fragte Hofstede mittels folgender der Items ab:

- Angst des Mitarbeiters, dem Vorgesetzten zu sagen, dass er eine andere Meinung vertritt (Likert-Skala von 1 bis 7)
- Art der Entscheidungsfindung des Vorgesetzten aus Sicht des Mitarbeiters (z. B. autokratisch bis patriarchalisch)
- vom Mitarbeiter präferierter Entscheidungsstil des Vorgesetzten (z.B. autokratisch bis patriarchalisch)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Mit dem Kastensystem, in dem Untergebene unbedingten Gehorsam leisten und sich an einer beharrlichen Hierarchiestruktur ausrichten (einige Autoren sprechen sogar vom „homo hierarchicus“), stellt Indien ein Musterbeispiel einer vertikalgeprägten Gesellschaft dar. Man kann davon ausgehen, dass indische Mitarbeiter in der Unternehmenskommunikation selten Hierarchiestufen überspringen werden und auch eher eine direkte Kommunikation nur zwischen Gleichgestellten stattfindet (vgl. Saure et. al. S. 144). Ebenso ist zu interpretieren, dass deutsche Mitarbeiter aufgrund ihres geringeren Machtdistanzverhältnisses zu ihrem Vorgesetzten weitaus unabhängiger handeln und kommunizieren als es ihre indischen Kollegen tun.

Viele Menschen unserer Erde leben in Gesellschaften, in denen das Interesse der Gruppe dem des Individuums übergeordnet ist - diese Konstellationen werden als kollektivistische (der Begriff wird nicht politisch verstanden) Gesellschaften bezeichnet. Dagegen lebt der geringere Teil der Menschheit in Gesellschaften, in denen die Bedürfnisse eines Individuums denen der Gruppe übergeordnet sind - diese Konstellationen heißen individualistische Gesellschaften. Beide Konstellationen können als zwei Pole einer weiteren Dimension zur Beurteilung nationaler Kulturen gelten. Dabei versteht Hofstede unter individualistischen Kulturen die „Gesellschaften, in denen der Mensch von Geburt an in starke, geschlossene Wir-Gruppen integriert ist, die ihn ein Leben lang[14]
schützen und dafür bedingungslose Loyalität verlangen“ (Apfelthaler 1999, 54). In seinen Studien eruiert er dazu 14 Fragen, deren Inhalte sich auf den idealen Arbeitsplatz beziehen. Die Auswertung der Antwortmuster spiegelten die zwei sich gegenüberliegenden Positionen - Kollektivismus und Individualismus - auffällig in den folgenden sechs Charakteristika wieder:

- Individualistischen Pol:

- Herausfordernde Aufgaben, die das Gefühl vermittelten, etwas erreichen zu können
- Genügend Freiheit, die Arbeit nach eigenen Vorstellungen zu verrichten
- Ausreichend Zeit für Privat- und Familienleben haben - persönliche Zeit

- Kollektivistischer Pol:

- Genügend Fortbildungsmöglichkeiten

- Ein gutes Arbeitsumfeld bezogen auf die eigenen physischen Bedingungen

- Möglichkeiten, eigene Fertigkeiten/Fähigkeiten voll einsetzen zu können

Seine Studien zeigen, dass Mitarbeiter in individualistischen Ländern die Beziehung zu einem Arbeitgeber eher „nur“ als einen Vertrag mit opportunistischen Nutzen und eine Arbeitsaufgabe vorrangig als eine Art Selbstverwirklichung bewerten (vgl. Kutscher/Schmid 2002, 207). Dagegen wird in kollektivistisch geprägten Ländern ein Arbeitsverhältnis als ehrenhafte Aufgabe gesehen, die weniger durch den Mitarbeiter selbst, als vielmehr durch die Gruppe und Traditionen bedingt wird.

Von den 74 befragten Ländern belegte Deutschland den 18. und Indien den 48. Platz. In Deutschland ist damit eine viel individualistischere Gesellschaft zu finden, als es in Indien der Fall ist.

An die Untersuchungen Hofstedes anschließend verglich 2004 die holländische Professorin Marieke de Mooij 15 europäische Länder auf ihre Mediennutzung. Sie kam zu dem Ergebnis, dass Menschen aus stark individualistisch geprägten Ländern mehr Medien nutzten, um sich über Neuigkeiten zu informieren: sie lasen mehr Bücher und nutzten öfter Computern und Telefone als es Menschen aus schwächer individualistisch ausgeprägten Ländern taten. Diese verließen sich bei der Frage nach Informationen dann eher auf ihr soziales Umfeld/Netzwerk.

Da Inder von Geburt an lernen, sich als Einzelner der Gruppe unterzuordnen, (z.B. in einer Großfamilie zu leben), in der es kaum Platz für Privatsphäre gibt, ist es nicht verwunderlich, dass sich auch im Arbeitsleben den Bedürfnissen der Unternehmen untergeordnet und stark an den Vorgesetzten orientiert wird. Die Mitarbeiter eines individualistischen Landes wie Deutschland dagegen lernen von früh auf, wirtschaftlich und effizient, und damit unabhängig zu handeln. Nicht zuletzt aufgrund Mooij's Ergebnissen kann den Deutschen, gegenüber Indern, ein zwangloserer Umgang mit Medien unterstellt werden - Inder dagegen nutzen zwar auch Medien, orientieren sich aber beim Streben nach neuen Informationen eher an ihrem sozialen Umfeld bzw. Netzwerk.

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Auch diese dritte Dimension wurde schon mehrfach in vielen Studien auf ihre Aussagekraft überprüft; sie befasst sich damit, wie Gesellschaften mit Zeit umgehen:

Das Verhältnis zur und der Umgang mit der Zeit ist ein weiteres wichtiges Element, das Kulturen definiert und worin sich Unterschiede erkennen lassen - dabei unterscheiden Hall/Hall tendenziell monochrome und tendenziell polychrome Kulturen.

Tendenziell monochrome Kulturen wie Deutschland zeichnen sich dadurch aus, dass sie vorausplanend sind, mit festen Zeitplänen arbeiten, Termine genau einhalten, der Arbeit Priorität gegenüber der Pflege von Beziehungen geben sowie Wert auf die Berücksichtigung der Privatsphäre legen. Dagegen wird in tendenziell polychromen Kulturen wie Indien kurzfristiger geplant, es werden Termine nicht genau eingehalten und die Pflege von Beziehungen hat Priorität gegenüber der Arbeit. Der Zeitplan wird dabei als kann, aber nicht als muss interpretiert. In solchen polychromen Kulturen wird größerer Wert auf ein gemeinschaftliches Zusammensein als auf die Privatsphäre gelegt.

Das polychrome Zeitverständnis der Inder lässt sich damit erklären, dass Indien von einem im Alltag tief verwurzeltem Zeitbewusstsein geprägt ist. Das Leben wird als regenerativer Prozess, als ein ewiger Wiedergeburtskreislauf verstanden und soll nach dem hinduistischen Glauben stets in guter Absicht geführt werden. Dabei gilt es als Erlösung, dem Kreislauf der Wiedergeburten zu entkommen. Der Zeit dabei gelassen zu begegnen, ist dem Inder eine seiner größten Tugenden. Im Gegensatz dazu zählt in Deutschland die Zeit als ein begrenztes und teures Gut, vor allem in Unternehmen ist Zeit gleich Geld. Deswegen werden es die Deutschen recht selten verstehen, wenn indische Kollegen Termine „nur“ als Anhaltspunkte ihres Tagesablaufes und das Verspäten nicht als Zeitverlust sehen. Diese indische Gelassenheit ist nicht zuletzt auch der Unvorhersehbarkeit der infrastrukturellen und politischen Bedingungen geschuldet. Inder konzentrieren sich oft auf das Nahe liegende, oft werden sogar viele Tätigkeiten gleichzeitig ausgeübt. Auch das wurde dem indischen Mitarbeiter schon als Kind in die Wiege gelegt; so stören ihn weder Lärm noch Kollegen bei der Arbeit oder ein während eines Meetings zweckfremdes geführtes Telefonat.

Während in Deutschland also einzelne Arbeitsschritte nacheinander getan werden und die Priorität auf der Arbeit liegt, ist in der indischen Kultur genau das Gegenteil der Fall. Man ist gewohnt mehrere Handlungen nebeneinander zu tun und setzt die Priorität auf persönliche Beziehungen, so dass die Erledigung einer Aufgabe eher nachrangig wird, sollte es zu einer[15]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Begegnung mit Freunden kommen. Da vor allem deutsche Mitarbeiter solch ein Verhalten als störend empfinden, werden es diese Situationen (wie z.B. während Telefon- oder Videokonferenzen) sein, die Unverständnis dem Anderen gegenüber hervorrufen werden.

In dieser, schon oft bewährten Dimension[16][17], unterscheiden Hall/Hall zwischen Kulturen, die sich tendenziell entweder an hohen oder niedrigen Kontexten orientieren. Dabei beziehen sie sich darauf, wie Mitglieder einer Kultur Informationen gewinnen, verarbeiten oder kommunizieren. Während eines Kommunikationsvorganges wird sich dabei also je nach Orientierung entweder stark oder schwach auf den jeweiligen Kontext der Kommunikationssituation bezogen.

Kulturen, die sich in ihren Handlungen eher stark auf Kontexte beziehen (Hohe-Kontext-Kulturen; HK), sind traditionell orientierte, kollektiv ausgerichtete Kulturen wie in Südeuropa, Asien oder Lateinamerika; wogegen Kulturen, die in einem schwachen Kontextbezug handeln (Niedrige- Kontext-Kulturen; NK), eher individualistisch ausgerichtete Länder sind, in denen Traditionen eine weniger wichtige Rolle spielen, wie es beispielsweise in USA, Deutschland oder skandinavischen Ländern der Fall ist.

In einer HK-Kultur wie Indien kann die Kommunikation weniger explizit erfolgen, „weil schon Andeutungen genügen und jeder Gesprächsteilnehmer weiß, was gemeint ist“ (Apeltauer 1996: 21). Es ist nicht üblich, die Dinge beim Namen zu nennen, sondern es wird deren Bekanntheitsgrad implizit vorausgesetzt und das Nennen zu vieler Details gar als negativ empfunden. Dabei sind Mimik und Gestik des Gesprächspartners, Anspielungen oder die situativen Umstände der Begegnung sowie weitere Kontextfaktoren nicht zu unterschätzende Informationsträger.

Im Gegensatz hierzu ist in einer NK-Kultur wie Deutschland der Verbalisierungsgrad sehr hoch, da die Kontexte erst durch sprachliche Mittel erzeugt werden müssen. Man erwartet nicht, dass Informationen ohne sprachlichen Ausdruck erkennbar sind - es wird alles beim Namen genannt. So ist es in Deutschland üblich, seinem Gegenüber möglichst direkte und präzise Anweisungen zu geben.

Abgeleitet von Hall/Hall, hier einige entscheidende Unterschiede von HK- und LK-Kulturen, bezogen auf die Projektkommunikation:

[...]


[1]Durchschnittliches Wachstum in den Jahren 2001-2010; Quelle: Germany Trade and Invest, Gesellschaft für Außenwirtschaft und Standortmarketing mbH, 2010

[2]Durchschnittliches Wachstum in den Jahren 2001-2010; Quelle: Statistisches Bundesamt Wiesbaden ,2010

[3]Quelle: World Economic Outlook Database, April 2009

[4]Quelle: World Economic Outlook Database, April 2009

[5]eigene Darstellung

[6]Almeida/Grant haben 1998 jedem Mechanismus eine geeignete Transfersituation zugewiesen. Da aber erstens ihre Studie der Halbleiterindustrie gewidmet war und zweitens die Art des zu transferierenden Wissens eine entscheidende Rolle spielt, werden nur Auszüge ihrer Erklärungen/Zuweisungen übernommen.

[7]eine von der Organisation Reporter ohne Grenzen (RSF) herausgegebenen Liste über den weltweiten Zustand der Medienfreiheit, 139 bewertete Länder, Rankings aus dem 2002

[8]weltweit größte und renommierteste Business School; Institut Européen d'Administration des Affaires

[9]Statements von links nach rechts: 1) Shankar S Khandadi, CEO, Shankar-Khandadi-Associates 2) Deepa ND, Projektmitarbeiterin, Anantara Solutions 3) Aanand Babu, Projektmanager, AV-Systems 4) T.F. Jayasura, Communication Manager, Indian-Wind-Turbine-Manufactiures-Association 5) Sundararaj Subbarayalu, Projektmanager und Partner Anantara Solutions 5) Shankar Srinivasan, Projektmanager und Partner Anantara Solutions

[10] Statements von links nach rechts: 1) anonym 2) Hein Busa, Projektmitarebeiter, Syngenta 3) Thomas Hoffman, CEO, Future24 4) Marco Dartsch, CEO, Erlebniskochen 5) Iris Becker, CEO, Let's bridge IT 6) Dirk Gnauck, Projektmanager, KonMedia

[11] Ein Buch, was für jeden, der sich der indischen Kultur nähert, ein Muss ist !

[12]Deutsches Zitat (2006): Cornelia Schultheiss, DaimlerChrysler AG; Indisches Zitat (05/2010): Amba Shankar, CEO, AV-Systems

[13] Vgl. Hofstede (2006): Länder werden vergleichbar gemacht, indem sie entsprechend der Befragungser-gebnisse in eine Rangordnung gebracht und dabei zu einem Indexwert zusammengefasst werden. Das geschieht für jede seiner fünf Dimensionen. Jeder der Indizes stellt somit eine relative Unterscheidung der Länder zueinander das und ermöglicht somit einen dependenten Vergleich der Kulturen; also eine relative Wiedergabe, an der man ablesen kann, inwiefern Länder bzw. die Antworten der Mitarbeiter unterschiedlicher Organisationen voneinander abweichen.

[14] Deutsches Zitat (2006): Wolfgang Kalousek, PM, Ramco Systems; Indisches Zitat (05/2010): Shankar Srinivasan, CEO, Anantara Solutions

[15] Deutsches Zitat (06/2010): Iris Becker, CEO, Let's bridge IT; Indisches Zitat (05/2010): Kathikeyan M, Projektmitarbeiter, Anantara Solutions

[16] Deutsches Zitat (06/2010): Iris Becker, CEO, Let's bride IT; Indisches Zitat (05/2010): Aanand Babu, Projektmanager, AV-Systems

[17]z.B.: Interkulturelle Kommunikation in der Entwicklungszusammenarbeit auf den Philippinen - Interviews mit philippinischen und deutschen Partnern Zitat (2006) Lisa Link; FH-Flensburg

Details

Seiten
163
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783640813919
Dateigröße
12.9 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v165519
Institution / Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena – Institut für Kommunikationswissenschaft
Note
1.0
Schlagworte
Indien Deutschland Projektkommunikation Medieneinsatz Wissenstransfer Wissensaustausch Multinational International indo-german Mediennutzung Medienerwartung kulturelle Unterschiede Media-Richness-Theorie Media Richness Theory Geert Hofstede IT interkulturelle Kommunikation Regressionsanalyse Faktorenanalyse Häufigkeitsanalysen Kommunikationswissenschaft Kommunikation Inder Deutsche Telefon eMail Face-to-face Skype Videokonferenz Video

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Titel: Wissensaustausch in multinationalen Unternehmen am Beispiel deutsch-indischer Projektkommunikation