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Entwicklung und Verbreitung der Massenmedien in Chile

Hausarbeit 2006 23 Seiten

Romanistik - Spanische Sprache, Literatur, Landeskunde

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis1

1. Einleitung

2. Das Mediensystem in Chile

3. Das Fernsehen in Chile
3.1 Geschichte und Entwicklung des Fernsehens in Chile
3.2 Struktur und Verbreitung des Fernsehens

4 Das Radio in Chile
4.1 Geschichte und Entwicklung des Radios in Chile
4.2 Struktur und Verbreitung des Radios

5 Die Presse in Chile
5.1 Geschichte und Entwicklung der Presse in Chile
5.2 Struktur und Verbreitung der Presse

6 Entwicklung und Verbreitung des Internet in Chile

7 Zusammenfassung

8 Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Diese Hausarbeit befasst sich mit den Massenmedien in Chile. Die Hausarbeit hat das Ziel die Entwicklung und die Verbreitung der Massenmedien zu verfolgen und darzulegen. Zu Beginn werde ich den strukturellen Aufbau des chilenischen Mediensystems im Allgemeinen darstellen. Im Anschluss werde ich auf die „alten Medien“ – Presse, Hörfunk, Fernsehen eingehen und ihre Geschichte, Struktur und Verbreitung darstellen.

Am Anfang ihrer Entwicklung waren Presse, Hörfunk und Fernsehen hauptsächlich für die Menschen in der Hauptstadt und der Hauptstadtregion zugänglich. Es gab sozusagen eine Medienabgrenzung zwischen Zentrum und Peripherie. Erst später in ihrer Entwicklung verbreiteten sich Presse, Hörfunk und Fernsehen auch in den Regionen Chiles, die vom Zentrumsgebiet entfernt sind. Deshalb liegt der Schwerpunkt dieser Hausarbeit an der regionalen Verbreitung der einzelnen Medien. Könnte heute immer noch die Rede von Medienabgrenzung sein? Wenn ja, welche Gründe gibt es dafür? Oder hat sich die Medienverbreitung im Zentrumsgebiet und in den Peripheriengebieten ausgeglichen?

Auf allen diesen Fragen wird in der Hausarbeit nachgegangen.

In der Hausarbeit werden aber nicht nur die „alten Medien“ präsentiert, es wird noch ein weiteres wichtiges Medium unserer Zeit berücksichtigt und nämlich das Internet. In wie weit hat sich das Internet in Chile entwickelt und verbreitet? Ist der Internetzugang überwiegend nur in der Hauptstadtregion möglich und wie hoch ist der Bevölkerungsanteil mit Zugang zum Internet in Chile im Vergleich mit anderen lateinamerikanischen Ländern? Ich werde auf diese Fragen eingehen und ich versuche die Antwort zu geben.

Um ein besseres und genaueres Bild von der Entwicklung und der Verbreitung der Medien in Chile nicht nur im Allgemeinen, aber auch auf einer regionalen Ebene ermöglicht werden zu können, wird diese Hausarbeit noch durch Tabellen und Diagramme unterstützt.

Zum Schluss fasse ich die Ergebnisse und die wesentliche Punkte noch mal zusammen.

2. Das Mediensystem in Chile

Um die verschiedenen Dimensionen des Mediensystems zu erfassen, ist es notwendig sowohl politische, wirtschaftliche, als auch technologische und sozioökonomische Aspekte zu berücksichtigen. Das chilenische Mediensystem weist eine lange Tradition auf.

Das chilenische Pressesystem und Rundfunksystem entwickelten sich in einem ausschließlich privatwirtschaftlich strukturierten und kommerziell organisierten Rahmen.

Eine verstärkte Verbreitung setzte zu Beginn der 60er Jahren ein. Im Zuge dieser Entwicklung kam es auf gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Ebenen zu einer Modernisierung des Landes. Technische Einrichtungen, wie zum Beispiel die landesweite Errichtung von Kurzwellensendern machten es möglich, dass die Menschen selbst in den entlegensten Regionen sich durch das Radio informieren konnten. Dabei erreichten die Massenmedien aber nicht nur geografisch entlegene Regionen, sondern auch unterschiedliche Bevölkerungsgruppen. (Moke, 2004)

Mitte der 60er Jahre kam es zu einer massiven Verbreitung des Fernsehens. Diese führte zu einem weiteren Innovationsschub innerhalb des Mediensystems. Parallel zu der Entwicklung von Einzelnenmedien zu Massenmedien und der Verbreitung der Medien innerhalb der Gesellschaft vollzog sich eine weitere Entwicklung. Im Falle der Presse kam es zu einer ersten Konzentrationswelle, in deren Folge Unternehmen neue Vertriebswege aufbauten und sich damit eine weit reichende nationale Verbreitung sicherten. In Bezug auf den Hörfunk zeigte die Entwicklung ein rapides Anwachsen an Radiosendern nicht nur in den Ballungsräumen, sondern vor allem in der Provinz. (Moke, 2004)

Die Entwicklung des Fernsehens verlief aber anders. An dem Fernsehen hatte der Staat von Beginn an Interesse, so dass sich dieses Medium im Rahmen staatlicher Politik entwickelte. Gut dreißig Jahre war der Betrieb von Fernsehstationen ausschließlich dem Staat sowie Universitäten vorbehalten. Erst mit der Liberalisierung des Fernsehmarktes Anfang der 90er Jahre konnten auch private Anbieter Lizenzen für die Errichtung eines Fernsehsenders beantragen. (Delgado Rühl, 1994)

Heute existieren neben dem televsión abierta, also neben dem Free – TV, das televisión por cable – Kabelfernsehen bzw. Bezahlfernsehen. Im Gegensatz zu den Anbietern des TV – abierta, also der Fernsehanbieter, die sich ausschließlich aus kommerzieller Produktwerbung finanzieren, deckt das Pay – TV sein Budget vollständig aus Gebühreneinnahmen von seinen Abonnenten.

Bezüglich der Printmedien gehören die chilenischen Zeitungen entweder privaten oder staatlichen Zeitungsgesellschaften. Die Radiosender können ebenfalls private oder staatliche Eigentümer haben. Radiosender können aber auch den Universitäten oder der Kirche gehören. Fernsehsender ihrerseits können staatlichen oder privaten Unternehmen gehören, aber auch den Universitäten, wie beispielsweise Televisión Universidad Católica de Chile (Canal 13) und Televisión Universidad Católica Valparaíso (UCV TV).

Die folgende Abbildung zeigt in schematischer Weise den Aufbau des heutigen chilenischen Mediensystems.

Abb.1: Struktureller Aufbau des traditionellen chilenischen Mediensystems

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Moke, Markus, 2004, S. 81

3. Das Fernsehen in Chile

Die chilenische Fernsehlandschaft weist einige Besonderheiten auf, bei denen sowohl Parallelen, als auch Unterschiede zu anderen Ländern erkennbar werden. Grund dafür ist die Entwicklung, die das Fernsehen seit seiner Einführung Ende der 50er Jahre nahm. Denn bis zum Aufkommen des Privatfernsehens Anfang der 90er Jahre wurde es als Medium im Dienste der Öffentlichkeit verstanden, das lange Zeit unter staatlicher bzw. universitärer Kontrolle stand (Moke, 2004). Neben dem Staat konnten zunächst ausschließlich Universitäten Lizenzen für den Betrieb eines Fernsehsenders beantragen. Privatpersonen konnten keine Konzessionen erhalten. In den letzten Jahren ist im Fernsehmarkt eine zunehmende Internationalisierung zu beobachten, während inhaltlich das Fernsehen mehr und mehr zu einem unterhaltenden Medium wird. (Moke, 2004)

3.1 Geschichte und Entwicklung des Fernsehens in Chile

Im Vergleich zu anderen Ländern des Kontinents wurde das Fernsehen in Chile erst sehr spät eingeführt. Als erster Fernsehsender gingen 1957 Televisión Universidad Católica Valparaíso (UCV TV), sowie 1959 Televisión Universidad Católica de Chile, der heutige Canal 13, auf Sendung. Lange Zeit blieben diese Sender auf Grund ihrer technischen Einrichtungen die einzigen, die ein reguläres Programm ausstrahlen konnten. Knapp 5000 Haushalte konnten diese Übertragungen empfangen. Finanziert wurden die Sender aus den Studiengebühren, welche die Universitäten einnahmen. Durch die voranschreitende Technologisierung der Sender und auch durch die Professionalisierung der Mitarbeiter benötigten die Universitäten neue Finanzierungsmöglichkeiten, denn die Gebühren allen nicht mehr ausreichten. Beide Sender fanden das zusätzliche Finanzierungsmittel in der Werbung. Damit kam es zur Kommerzialisierung des Fernsehens. (Moke, 2004)

Mitte der 60er Jahren gab es in Chile nur 67.000 Fernsehapparate und die Übertragungen beschränkten sich nach wie vor auf Santiago und Valparaíso. (Delgado Rühl, 1994)

1968 begann der erste staatliche Fernsehsender des Landes, Televisión Nacional de Chile – TVN (Canal 7), in der Provinz mit seinen Übertragungen. Durch massive staatliche Unterstützung gelang es TVN, ein landesweites, gut ausgebautes Sendernetz zu errichten, mit dem bis heute nahezu 100 Prozent der Bevölkerung erreicht werden können. TVN war in Santiago damals unmittelbarer Konkurrent der beiden Universitätssender, hatte das Monopol aber in den Provinzen. Der staatliche Sender drang selbst bis in Regionen wie das Magellangebiet, wo kein kommerzieller Sender ein wirtschaftliches Interesse haben konnte.

Unter der Militärregierung war die Programmstruktur durch die Entpolitisierung der Inhalte gekennzeichnet. Das einflussreiche Medium Fernsehen diente der Regierung als Instrument zur Durchsetzung der Regierungsziele. Es durfte nichts an die Regierung der Unidad Popular[1] erinnern, es sei denn, es wurde negativ darüber berichtet. (Delgado Rühl, 1994)

Zwischen 1978 und 1982 erfuhr das Fernsehen in Chile bedeutende Modernisierung. Das Farbfernsehen wurde eingeführt und der Import von Fernsehgeräten gesteigert, so dass nunmehr in jedem Haushalt ein Fernsehapparat war. TVN erweiterte seine Verbreitung auf annährend 90 Prozent der Bevölkerung.

Nach der Militärregierung wurde die juristische Grundlage verändert, so dass seitdem, auch private Anbieter in den Fernsehmarkt einsteigen konnten. Als erster öffentlich zu empfangender Privatsender ging 1990 Megavisión auf Sendung. Ein Jahr später folgte La Red, der zunächst in der Hauptstadtregion sendete, heute aber landesweit empfangen werden kann. In weniger als einem Jahr war Megavisión in den wichtigsten urbanen Zentren des Landes zu empfangen: Santiago, Valparaíso, Concepción und Temuco. (Delgado Rühl, 1994)

Das Kabelfernsehen in Chile entwickelte sich auch relativ schnell. Der erste Sender begann 1987 mit der Übertragung. 1993 boten bereits vier Kabelsender in Santiago ihre Programme an. Kabelfernsehen wird wegen für die chilenischen Verhältnisse relativ hoher Preise für ein Abonnement vor allem in gehobeneren Bevölkerungsschichten gesehen. Jedoch beschränkt sich das Kabelfernsehen nicht nur auf die metropolitane Region, sondern ist bereits auch vermehrt in den großen Städten in den Regionen zu empfangen. (Moke, 2004)

3.2 Struktur und Verbreitung des Fernsehens

Obwohl Chile als eines der letzten Länder auf dem Kontinent sich dem Fernsehen öffnete, verbreitete sich dieses Medium sehr schnell. Zwischen 1965 und 1970 stieg der Bestand an Fernsehgeräten auf das Zehnfache an, 1980 gab es bereits über eine Million Empfangsgeräte im Land. Mit der Einführung des Privatfernsehens Anfang der 90er Jahre ist die Anzahl der Fernsehgeräte noch dynamischer gestiegen. Mit über 250 Fernsehgeräten pro 1000 Einwohner verfügen heute fast alle Haushalte über einen Fernsehapparat. (vgl. CNTV, 2007)

[...]


[1] Unidad Popular (UP) war ein Wahlbündnis von linken chilenischen Parteien und Gruppierungen, das 1969 gegründet wurde. (Wikipedia, 2007)

Details

Seiten
23
Jahr
2006
ISBN (eBook)
9783640808816
ISBN (Buch)
9783640808922
Dateigröße
4.4 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v165359
Institution / Hochschule
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg – Institut für Romanistik
Note
1,3
Schlagworte
Chile Massenmedien Medien Lateinamerika

Autor

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