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Entwurf und Implementierung eines Sensornetzwerk-Monitors

Bachelorarbeit 2011 43 Seiten

Informatik - Software

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Grundlagen
2.1 Begriffsdefinition
2.2 Bestehende Projekte
2.2.1 MoteView
2.2.2 jWebDust
2.2.3 Feit Wireless Sensor Network
2.2.4 Fazit

3 Anforderungen
3.1 Funktionale Anforderungen
3.2 Nichtfunktionale Anforderungen

4 Entwurf

5 Feinentwurf und Implementierung
5.1 Server
5.1.1 Schnittstellen zwischen Client und Server
5.1.2 Sensornetzwerk
5.1.3 Datenbank
5.2 Client
5.2.1 Data
5.2.2 Analysis
5.2.3 Topology
5.2.4 Query
5.2.5 Alert
5.2.6 Export
5.2.7 Adapter über Client
5.2.8 Properties
5.2.9 Weitere Funktionen

6 Test und Evaluation
6.1 Komponenten- und Integrationstest
6.2 Systemtest

7 Fazit und Ausblick

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

3.1 Anwendungsfalldiagramm

4.1 Gesamtüberblick über das System

5.1 Package server.interfaces

5.2 Package server.wsn

5.3 ER-Diagramm

5.4 Package server.database

5.5 Package client

5.6 Package client.data

5.7 Package client.analysis

5.8 Package client.topology

5.9 Anfragetypen

5.10 Package client.query

5.11 Package client.alert

5.12 Package client.adapter

1 Einleitung

Sensornetzwerke finden in immer mehr Gebieten Anwendung. Einzelne Komponenten werden jedes Jahr kleiner und günstiger und somit interessanter für Bereiche wie beispielsweise das Gesundheitswesen, die Industrie oder in unterschiedlichen Lebensräumen [CES04]. Um die vom Sensornetzwerk erfassten Da- ten zugänglich zu machen, werden Benutzeroberflächen benötigt, die die Daten in einer geeigneten Form darstellen. Viele Sensornetzwerksysteme haben dafür ein speziell auf sie zugeschnittenes Graphical User Interface (GUI), das jedoch einen zusätzlichen Entwicklungs- und Implementierungsaufwand bedeutet. Die vorliegende Arbeit stellt ein System vor, das Daten aus Sensornetzwerken verarbeitet und dem Nutzer bereitstellt. Dabei kann es ohne großen Aufwand an die unterschiedlichen Anwendungsgebieten angepasst werden. Das System stellt kein Sensornetzwerk zur Verfügung sondern lediglich eine Möglichkeiten mit diesem über Schnittstellen zu kommunizieren.

Kapitel 2 der Arbeit führt den Begriff des Sensornetzwerks ein und beschreibt einige Anwendungsgebiete genauer um die Vielfältigkeit des Einsatzes zu verdeutlichen. Darüber hinaus werden Projekte vorgestellt, die den gleichen Anspruch, wie das in dieser Arbeit vorgestellte System, erheben, nämlich unabhängig von einem bestimmten Sensornetzwerk zu arbeiten. Diese werden anschließend miteinander verglichen. In Kapitel 3 werden die Anforderungen für das System festgelegt, die als Grundlage für den Entwurf in Kapitel 4 dienen. Kapitel 4 betrachtet den gesamten Aufbau des Systems und die Abhängigkeit einzelner Komponenten in Form von Packages. Dabei wird die Beziehung zwischen Client und Server verdeutlicht. Das folgende Kapitel 5 beschreibt die einzelnen Komponenten detaillierter mit ihren Aufgaben und Funk- tionen. Dazu werden Klassendiagramme zur Verdeutlichung hinzugezogen. Im anschließenden Teil 6 wird das System auf Fehler geprüft und insbesondere die Anforderungen evaluiert. Das abschließende Kapitel 7 zieht einen Vergleich zwischen dem System und den in Kapitel 2 vorgestellten bestehenden Projekten. Zusätzlich gibt es einen Ausblick in Form von Verbesserungsmöglichkeiten des Systems.

2 Grundlagen

Damit im Folgende von dem gleichen Verständnis eines Sensornetzwerks ausgegangen werden kann, wird dieser mit denen für diese Arbeit wichtigen Aspekten definiert.

2.1 Begriffsdefinition

Ein Sensornetzwerk1 besteht aus vielen Sensorknoten, die drahtlos miteinander verbunden sind und mit denen Messungen durchgeführt werden [Sto05]. Ein einzelner Sensorknoten beinhaltet einen oder mehrere Sensoren, eine Energiequelle, einen Speicher, einen Prozessor und ein Kommunikationsmittel. Die Senso- ren führen die eigentlichen Messungen durch und sind beispielsweise Temperatur- , Licht- und Feuchtig- keitssensoren. Als Energiequelle werden in der Regel Batterien verwendet, es sind aber auch Alternativen wie Solarenergie denkbar. Das Kommunikationsmittel, ein Transceiver, ist für das Senden und Empfan- gen der gemessenen Daten zuständig. Die Übertragung erfolgt meistens über Funk, andere Möglichkeiten wären Schall oder Laser [RM04]. Die Größe der Knoten kann sich nach Anwendung und Kosten unter- scheiden [CES04].

Sensornetzwerke weisen keine feste Struktur auf, da Knoten neu hinzukommen, ausfallen oder versetzt werden können. Jeder Sensorknoten kann mit mehreren anderen Sensorknoten in Funkkontakt stehen und so Informationen hop-by-hop, d.h. von Knoten zu Knoten, weitergeben. Ein Sensornetzwerk kann entwe- der homogen, d.h. es besteht aus gleichen Knoten, oder heterogen sein, d.h. die Knoten unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Komponenten, insbesondere der Art und Anzahl der Sensoren. Sensornetzwerke können in vielen unterschiedlichen Bereichen wie dem Gesundheitswesen, der Überwa- chung von unterschiedlichen Lebensräumen und in der Industrie eingesetzt werden. Smart Condo [SCB+09] ist ein Projekt aus dem Gesundheitswesen, das eine Wohnanlage mit einem Sensornetzwerk ausstattet. Da- durch soll älteren Menschen ermöglicht werden ihre Unabhänigkeit zu erhalten und trotzdem die Sicherheit zu haben, dass jemand automatisch alarmiert wird, wenn gesundheitsschädliche Ereignisse auftreten. Fire- WxNet [HHSH06] überwacht die Wetterbedingungen in Umgebungen mit Waldbränden. Dadurch können Vorhersagen über das Verhalten des Feuers getroffen werden und bessere Sicherheitsvorkehrungen getrof- fen werden. Ein weiterer Einsatz von Sensornetzwerken ist bei Überwachung von Kühlketten von Lebens- mitteln denkbar [RV04]. Durch die permanente Speicherung der Temperaturen kann sichergestellt werden, ob die Kühlkette während des Transports vom Hersteller über den Laden zum Kunden unterbrochen wurde oder nicht.

2.2 Bestehende Projekte

Es wurden bereits einige Systeme entwickelt, die nicht auf ein konkretes Sensornetzwerk zugeschnitten sind, sondern für unterschiedliche eingesetzt werden können. Drei dieser Systeme werden im Folgenden, in Bezug auf ihre Funktionen und ihren Aufbau, betrachte.

2.2.1 MoteView

MoteView [Tur05] [Cro07] ist ein Teil des von Crossbow2 entwickelten MoteWorks und hat die Aufgabe Daten zu analysieren und darzustellen3. In mehreren Registerkarten (Tabs) werden die Daten in einer Tabel- le und als unterschiedliche Graphen angezeigt. Die Tabelle zeigt für jeden Knoten eine Zeile an, die Senso- ren werden als Spalten umgesetzt. Der Nutzer hat die Möglichkeit die Daten eines bestimmten Zeitpunkts aufzurufen, indem ein Scrollbalken bewegt wird. Alle vorliegenden Daten können automatisch abgespielt werden. Weitere Darstellungsarten liegen in Form von Histogrammen4 (Histogram), Streudiagrammen5 (Scatterplots) und Graphen für einzelne Sensorarten vor. Für diese Anzeige lassen sich Knoten auswählen, die miteinbezogen werden sollen. Bei der Erstellung der Graphen ist zusätzlich eine Auswahl von Senso- ren möglich. Darüber hinaus können alle Daten in XML exportiert werden. Bei einer weiteren Exportart in CSV können die Daten auf einen bestimmten Knoten und Zeitraum beschränkt werden. Außerdem hat der Nutzer die Möglichkeit die Graphen als Bild im JPG-Format abzuspeichern. In dem Topology-Tab werden alle Knoten, die per Drag and Drop6 verschoben werden können, und ihre Verbindungen zueinan- der auf einer Ebene angezeigt. Bei dem Drüberfahren mit dem Mauszeiger über einen Knoten werden die Werte der einzelnen Sensoren zu dem auf der Leiste ausgewählten Zeitpunkt an der rechten Fensterseite angezeigt. Ein Bild in unterschiedlichen Formaten lässt sich als Gebäudeplan7 im Hintergrund hochladen. Darüber kann eine Schicht gelegt werden, die beispielsweise die Temperatur farblich visualisiert. Knoten können zur Benutzeroberfläche hinzugefügt oder von dieser entfernt werden. MoteWorks setzt sich aus drei Ebenen zusammen:

- Die Sensorschicht (sensor tier) enthält das Sensornetzwerk mit dem von Crossbow entwickelten Knoten und läuft mit XMesh, der ebenfalls von Crossbow entwickelten Software für Sensornetzwer- ke.
- Die Server-Schicht (server tier) ist für das automatische Erfassen und Übersetzen (Parsen) der Messdaten sowie deren Abspeicherung in einer relationalen Datenbank zuständig. Die verwendete Software ist das von Crossbow entwickelte XServe.
- Die Client-Schicht (client tier) verwaltet und visualisiert die Daten für den Nutzer und besteht aus dem schon erwähnten MoteView. MoteView wird in vier weitere Ebenen unterteilt, auf die hier nicht eingegangen wird, da sie für den weiteren Verlauf der Arbeit irrelevant sind.

2.2.2 jWebDust

jWebDust [CMN05] ist eine webbasierte Java-Anwendung, die mit mehreren Sensornetzwerken gleichzei- tig arbeiten kann. Diese werden in jWebDust als ein Sensornetzwerk interpretiert, unabhängig davon ob sie heterogen sind und aus welchen Anwendungsgebieten sie stammen. Dementsprechend werden alle Daten in einer Datenbank gespeichert und die einzelnen Sensornetzwerke durch einen Identifikator (Id) gekenn- zeichnet. Die Knoten registrieren sich selbstständig mit der Information welche Sensoren sie beinhalten bei jWebDust und werden in die Datenbank geschrieben. Knoten können während das System läuft ausge- tauscht werden. Anfragen an das Sensornetzwerk werden periodisch oder eventbasiert gestellt (siehe 5.2.4 für Anfragetypen). Der Nutzer kann Knoten festlegen, an die die Anfrage gehen soll. Darüber hinaus kön- nen Attribute in der Anfrage angegeben werden, die an das komplette Sensornetzwerk geschickt werden.

Von den Knoten, auf die diese Attribute passen, werden Antworten gesendet. Neben diesen Werten werden auch Daten über die Knoten abgespeichert. Besteht keine Verbindung zum Sensornetzwerk, dann werden die Antworten auf Seiten des Netzwerks und die Anfragen auf Seiten des Systems gespeichert. Sobald die Verbindung wieder hergestellt ist, werden diese Informationen ausgetauscht.

Die Multifunktionalität findet sich auch in anderen Bereichen wieder, da mehrere Nutzer das System gleichzeitig verwenden können. jWebDust erlaubt verschiedene Sichten auf das System: die des Administrators, der control center jedes Sensornetzwerks und des Supervisors. Neue Funktionen lassen sich auf allen Ebenen ohne großen Aufwand in das System implementieren.

jWebDust besteht aus dem Sensornetzwerk und dem in Java implementierten Teil des Systems, das die Daten verarbeitet. Das komplette System gliedert sich in fünf Ebenen:

- Die Sensorschicht (sensor tier) enthält ein oder mehrere Sensornetzwerke.
- Die Kontrollschicht (control tier) funktioniert als Gateway8 zwischen der Datenschicht und der Sensorschicht und leitet die Daten weiter. Dort finden sich alle Kontrollstationen (control center) der einzelnen Sensornetzwerke.
- Die Datenschicht (data tier) speichert die Daten, die aus den Sensornetzwerken kommen, in einem relationalen Datenbanksystem.
- Die Logikschicht (middle tier) ist für die Verarbeitung der Daten zuständig und generiert u.a. die Statistiken. Sie leitet die Strukturen und Daten an die Präsentationsschicht weiter.
- Die Präsentationsschicht (presentation tier) hat die Aufgabe die Eingabe des Nutzers zu sammeln und die Daten aus den Sensornetzwerken darzustellen.

2.2.3 Feit Wireless Sensor Network

Feit Wireless Sensor Network (im Folgenden: Feit) [SD09] ist eine webbasierte Anwendung und kann für die Überwachung unterschiedlicher Lebensräume angepasst werden. Die zuletzt gemessenen Daten wer- den in einer Tabelle angezeigt, die einen Knoten pro Zeile und die Sensoren als Spalten anzeigt. Zusätzlich können die Daten auch in Echtzeit abgespielt werden. Eine weitere Darstellung erfolgt als Graph in der Chart-Ansicht. Der Nutzer kann einen Sensor und mehrere Knoten auswählen aus denen der Graph ge- zeichnet wird. Darüber hinaus kann ein Zeitpunkt angegeben werden, ab dem die Werte in den Graphen miteinfließen sollen. Bleibt dieses Feld leer, werden die zuletzt gemessenen Werte verwendet. Der Graph wird dynamisch erzeugt und ändert sich jede Sekunde. Außerdem kann er als Bild abgespeichert werden. In der Statistic-Ansicht werden Maximum, Minimum und Durchschnitt für einen bestimmten Sensor und ausgewählte Knoten berechnet. Auch dort ist eine Zeitbeschränkung mit einem Startzeitpunkt möglich. Die Topology wird mit einem Gebäudeplan und den vorhandenen Knoten erstellt. Knoten beziehungsweise ih- re Verbindungen können verschoben, hinzugefügt oder gelöscht werden. Zu den einzelnen Knoten werden Metadaten angezeigt, die vom Nutzer geändert werden können.

Feit zeichnet sich durch leichte Erweiterbarkeit der Funktionen aus. Ein wichtiger Punkt ist außerdem, dass alle mit dem Internet verbundenen Geräte die Anwendung nutzen können.

Das System gliedert sich in drei Ebenen:

- Die Sensorschicht (sensor tier) enthält das Sensornetzwerk und läuft mit der von Crossbow entwickelten Software XMesh.
- Die Server-Schicht (server tier) arbeitet mit dem von Crossbow entwickelten XServe.
- Die Client-Schicht (client tier) wird als Webapplikation umgesetzt und verwendet u.a. Silverlight von Microsoft.

2.2.4 Fazit

MoteView und Feit gleichen sich vom Aufbau stark, da sie die gleichen Schichten haben, die die gleichen Aufgaben in dem System erfüllen. Darüber hinaus wird, bis auf die Client-Schicht, die gleiche Software, nämlich die von Crossbow entwickelte, verwendet. jWebDust hingegen gliedert sich in fünf Schichten, auf die die Aufgaben des Systems verteilt sind. Die Verarbeitung und Anzeige der Daten findet beispielswei- se in der Logik- und Präsentationsschicht statt, bei den anderen beiden Systemen liegen diese Aufgaben in der Client-Schicht. Alle drei Systeme bieten eine Reihe von Funktionen wobei MoteView die meisten bereitstellt, Feit und jWebDust aber einfach um Funktionalitäten erweitert werden können. Trotz ihrer Viel- fältigkeit weisen alle drei Systeme Schwächen auf. Der größte Nachteil an MoteView ist, dass es nur mit den von Crossbow entwickelten Knoten arbeitet und somit nicht ohne Aufwand an alle Sensornetzwerke angepasst werden kann. Hinzu kommt, dass MoteView windowsbasiert und nicht auf anderen Plattfor- men verwendbar ist9 [Cro07]. Bei jWebDust und Feit ist der größte Mangel, dass beide Programme nicht verfügbar sind. Darüber hinaus arbeitet Feit in der Sensornetzwerk- und Serverschicht mit der von Cross- bow entwickelten Software und unterliegt damit den gleichen Beschränkungen wie MoteView. jWebDust legt im Gegensatz zu MoteView und Feit, die eine gut durchdachte Benutzeroberfläche bereitstellen, das Hauptaugenmerk auf die Server- und Sensornetzwerkschicht.

3 Anforderungen

Anforderungen sind bestimmte Bedingungen, die ein System erfüllen muss. Dabei wird zwischen funktionalen und nichtfunktionalen Anforderungen unterschieden. Funktionale Anforderungen geben Auskunft über die Interaktion des Systems mit der Umgebung, d.h. mit den Nutzern und anderen Systemen. Dabei ist entscheidend was das System können soll und nicht wie es umgesetzt wird. Nichtfunktionale Anforderungen beschreiben das System in Hinblick auf unterschiedliche Aspekte, die keine Funktionen sind, sondern Aussagen über die Qualität des Systems machen. In Abbildung 3.1 ist ein Überblick über die Anwendungsfälle gegeben, die die Funktionalitäten des Systems beschreiben.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3.1: Anwendungsfalldiagramm

3.1 Funktionale Anforderungen

Die funktionalen Anforderungen sind:

- Anzeige der aktuellen Daten:

Der Nutzer kann sich die aktuellen Daten, d.h. die zuletzt gemessenen und gespeicherten Werte, anzeigen lassen. Da ein Datensatz neben dem Wert aus dem Ort der Messung und der Zeit der Erfassung besteht, kann die Auswahl auf einen bestimmten Bereich beschränkt werden.

- Anzeige der archivierten Daten:

Der Nutzer kann sich die archivierten Daten, d.h. alle gespeicherten Werte, anzeigen lassen. Da ein Datensatz neben dem Wert aus dem Ort der Messung und der Zeit der Erfassung besteht, kann die Auswahl auf einen bestimmten Bereich und einen bestimmten Zeitraum beschränkt werden.

- Anfrage an das Sensornetzwerk:

Der Nutzer kann Anfragen an das Sensornetzwerk senden, um Werte zu erhalten. Dabei kann die Anfrage entweder an eine Auswahl von Sensoren und Knoten oder an das gesamte Sensornetzwerk gestellt werden. Außerdem kann eine Anfrage punktuell sein, d.h. die Daten werden zu einem Zeitpunkt einmal angefordert, oder ein Zeitraum angegeben werden, in dem die Daten in einem bestimmten Abstand gesammelt werden sollen.

- Auswertung der Daten:

Da die Daten ohne Analyse nur einen begrenzten Aussagewert haben, werden sie zusätzlich ausgewertet. Dazu werden Graphen erstellt sowie Mittel-, Maximal- und Minimalwert berechnet. Der Nutzer hat dort ebenfalls die Möglichkeit die Daten auf Zeit und Ort zu beschränken.

- Alarm bei kritischen Werten:

Wenn die gemessenen Werte eines Sensors einen kritischen Punkt erreichen, dann wird ein Alarm angezeigt. Den kritischen Bereich legt der Nutzer eigenständig fest.

- Anzeige des Sensornetzwerkzustandes:

Bei der Anzeige des Sensornetzwerkzustandes kann der Nutzer die Anordnung der Knoten über mehrere Ebenen auf einem Gebäudeplan visualisieren und sich zusätzlich Statusdaten zu den Knoten angezeigen lassen.

- Statusdaten/Status des Netzwerks:

Zu den einzelnen Knoten werden die Sensoren und ihre zuletzt gemessenen Werte, die benachbarten Knoten und der aktuelle Energiezustand angezeigt.

- Exportieren in XML:

Der Nutzer hat die Möglichkeit die Daten in das XML-Format zu exportieren. Zusätzlich können die Daten auf Zeit und Ort beschränkt werden. Durch dieses Format werden die Daten strukturiert dargestellt und sind plattformunabhängig.

3.2 Nichtfunktionale Anforderungen

Die nichtfunktionalen Anforderungen sind:

- Flexibilität:

Das System lässt sich leicht an unterschiedliche Sensornetzwerke anpassen, die aus verschiedenen Anwendungsgebieten stammen.

- Wartung/Anpassbarkeit:

Der Programmcode wird kommentiert und hält die JavaDoc-Konventionen ein. Außerdem wird das System mit Methoden des Software Engineerings geplant, um es übersichtlich zu halten.

- Bedienbarkeit:

Die Benutzeroberfläche soll für den Nutzer intuitiv sein und keine lange Einarbeitungszeit erfordern. Aus diesem Grund und da Sensornetzwerke eine große Menge von Daten erfassen, die dem Nutzer präsentiert werden müssen, wird das GUI einfach gehalten. Eine Hilfefunktion soll den Umgang mit dem System unterstützen und Nutzern mit wenig Computererfahrung helfen sich leicht in das System einzuarbeiten.

- Robustheit:

Alle Benutzereingaben werden auf Fehler geprüft, so dass unzulässige Daten nicht weitergegeben werden.

- Leistungsanforderung:

Lange Wartezeiten sollen, beispielsweise beim Laden aus der Datenbank oder bei der Verarbeitung von Nutzereingaben, vermieden werden.

4 Entwurf

Sensorznetzwerk-Systeme werden in der Regel in drei Teile aufgeteilt: Client-Schicht, Server-Schicht und Sensornetzwerkschicht [Tur05]. Im vorliegenden System findet die Sensornetzwerkschicht nur am Rande Beachtung, da keine Implementierung durchgeführt wird. Das in dieser Arbeit beschriebene System lässt sich darum als eine Client-Server-Architektur mit Schnittstellen zum Sensornetzwerk beschreiben. Eine Client-Server-Architektur wird verwendet, wenn Daten zentral in einer Datenbank gespeichert wer- den. Der Client hat dabei die Aufgabe Benutzereingaben entgegen zu nehmen und Datenbanktransaktionen zu initiieren. Der Server ist dafür zuständig, dass diese Transkationen durchgeführt werden und die Daten vollständig sind [BD04]. Im vorliegenden System findet sich diese Aufgabenteilung wieder. Abbildung 4.1 gibt einen Gesamtüberblick über das System. Der Server ist für die Verteilung der Da-

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 4.1: Gesamtüberblick über das System

ten zuständig. An das Sensornetzwerk gestellte Anfragen werden in das server.wsn-Package gegeben und von dort weitergeleitet. Die Antworten aus dem Sensornetzwerk werden in diesem Package an ihre Bestimmungsorte verteilt. Das server.wsn-Package enthält außerdem die Schnittstellen für die Kommunikation mit dem Sensornetzwerk. Das server.database-Package ist für das Lesen, Schreiben und Ändern der Daten in der Datenbank zuständig. Die Schnittstellen für die Kommunikation zwischen Client und Server liegen in dem server.interfaces-Package.

Der Client holt die Daten über den Server und zeigt sie dem Nutzer in geeigneter Form an. Die dort ent haltenen Packages umfassen zusammengehörige Klassen, die die Funktionen des Systems umsetzen.

Durch dieses Vorgehen wird die lose Kopplung und die enge Kohäsion unterstützt. Lose Kopplung meint, dass zwischen einzelnen Subsystemen nur geringe Abhängigkeiten bestehen, um die Auswirkung von Änderungen eines Subsystems auf ein anderes möglichst gering zu halten. Die Schnittstelle zwischen Client und Server sowie Sensornetzwerk und Server sind Beispiele dafür. Durch diese ist es möglich das Sensornetzwerk auszutauschen, was ein angestrebtes Ziel des vorliegenden Systems ist. Ebenso ist es möglich die Datenbank durch eine andere zu ersetzen oder eine andere Benutzeroberfläche zu entwickeln. Eine starke Kohäsion besteht, wenn die Klassen innerhalb eines Subsystems stark voneinander abhängen d.h. wenn sie in einer Assoziationsbeziehung zueinander stehen.

[...]


1 Damit ist ein drahtloses Sensornetzwerk gemeint, im Folgenden wird nur der Begriff Sensornetzwerk verwendet. Oft findet sich auch die Abkürzung WSN (wireless sensor network).

2 Crossbow ist eine Hersteller von Sensorsystemen.

3 Die hier vorgestellten Funktionen sind nur eine Auswahl aus MoteView, die im Hinblick auf das in dieser Arbeit vorgestellte System ausgewählt wurden.

4 Histogramme stellen die Häufigkeitsverteilung graphisch dar.

5 Streudiagramme werden für die graphische Darstellung zweier Merkmale verwendet.

6 Drag and Drop bedeutet, dass ein Element mit dem Mauszeiger von einer Position auf eine andere Position gezogen (drag) und dort fallengelassen (drop) wird.

7 Ein Gebäudeplan meint eine Ansicht der Umgebung in der das Sensornetzwerk platziert ist.

8 Durch ein Gateway können Netzwerke miteinander kommunizieren, die auf unterschiedlichen Protokollen basieren.

9 Dies gilt für das Client-Programm, XServe ist in Java geschrieben und somit plattformunabhängig.

Details

Seiten
43
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783640810260
ISBN (Buch)
9783640810512
Dateigröße
2 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v165340
Institution / Hochschule
Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
Note
Schlagworte
Drahtlose Sensornetzwerke Wireless Sensornetwork WSN Sensornetzwerk jWebDust Mote View MoteView Feit Feit Wireless Sensornetwork Wireless Sensor Network Sensor Network UML Entwurf Systemtest GUI Benutzeroberfläche Graphical User Interface Anforderungen Funktionale Anforderungen Nichtfunktionale Anforderungen Java Swing MySQL SQL Datenbank ER-Diagramm Entity Relationship Client-Server-Architektur

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