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Textanalyse der Kurzgeschichte "Die Besonderheiten der ukrainischen Hochzeit" aus dem Buch "Küche Totalitär" von W. Kaminer anhand der Interpretationsmethode 'Dichte Beschreibung'

Hausarbeit 2006 14 Seiten

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Textanalyse
2.1. Eine kurze Zusammenfassung des Inhalts
2.2. Textinterpretation durch Dichte Beschreibung

3. Fazit

Quellennachweis

1. Einleitung

Der im Folgenden bearbeitete Text ist eine moderne Kurzgeschich- te mit dem Titel „Die Besonderheiten der ukrainischen Hochzeit“, die dem Buch „ Küche totalitär“ von Wladimir Kaminer und seiner Frau Olga Kaminer entnommen wurde. Das Buch, das W. Kaminer auch „ Das Kochbuch des Sozialismus“ nennt, ist 2006 im Wilhelm Goldmann Verlag erschien und stellt dem Leser ironisch und witzig die Republiken der ehemaligen UdSSR und typische Gerichte aus ihren traditionellen Kü- chen vor. So geht es in der Geschichte nicht nur um die nationale Küche der Ukraine, man bekommt auch einen kurzen Überblick über die ukrai- nische Landeskunde, die Politik, die Mentalität des Volkes und die Kul- tur. Der Text ist in der Umgangssprache mit vielen ironischen Elementen verfasst, was die Geschichte leicht zu lesen und außerdem sehr amü- sant macht. Der Text umfasst vier Seiten und steht in dem Buch „ Küche totalitär“ auf den Seiten 76 bis 80.

2. Textanalyse

2.1. Eine kurze Zusammenfassung des Inhalts

W. Kaminer beginnt seine Geschichte „ Die Besonderheiten der uk- rainischen Hochzeit“ mit einem Zitat seiner Nachbarin Genia. Sie regt sich darüber auf, dass er die ukrainische Küche falsch darstellt. Genia lebt seit zehn Jahren in Deutschland und verbringt jeden Urlaub in ei- nem kleinen westukrainischen Dorf namens Sagorow, das man auf Deutsch mit „Hinterm Berg“ übersetzen kann. Es stellt sich heraus, dass Genia in der ostukrainischen Industriestadt Charkow aufgewachsen ist, wo das Essen sich von dem russischen Essen überhaupt nicht unter- scheidet. In dem westukrainischen Dorf Sagorow dagegen sind die Ge- heimnisse der ukrainischen Küche noch erhalten geblieben. Weiter wird die versteckte Lage des Dorfes erwähnt: es ist sehr schwer zu finden, denn es ist auf keiner Karte eingezeichnet. Es folgt eine kurze Beschrei- bung des Alltags der dort lebenden Menschen. Sie haben keine Zeit je- den Tag etwas Ausgefallenes zu kochen, weil sie ein sehr schweres Le- ben führen. Die nationale Küche entfaltet sich nur bei Hochzeiten und Begräbnissen.

Die Hochzeit muss sehr groß gefeiert werden, sonst wird sie von den Dorfmenschen nicht wahrgenommen und gilt als ungültig. Frauen aus der Nachbarschaft haben die Aufgabe das Essen vorzubereiten. Hier werden einige traditionelle Gerichte erwähnt, die auf einer Hochzeit auf den Tisch kommen.

Die eigentliche Feier findet draußen statt. Zuerst wird Wodka getrunken und eingelegte Tomaten und Gurken werden gegessen. So eine Hoch- zeit kann bis zu drei Tagen dauern. Es wird gegessen, getrunken, ge- tanzt, gesungen und geprügelt. Zuletzt zitiert der Autor einige Strophen

aus einem in der Ukraine populären Lied, das auf allen Hochzeiten ge- sungen wird.

2.2. Textinterpretation durch Dichte Beschreibung

Wenden wir uns zuerst dem Titel dieser Kurzgeschichte „ Die Be- sonderheiten der ukrainischen Hochzeit“ zu. Auf den ersten Blick deutet die Überschrift darauf hin, dass es um die ukrainische Hochzeit geht, um das, was sie ausmacht und um das was sie von den Hochzeiten anderer Völker unterscheidet. Für Leser aus der ehemaligen Sowjetunion hat der Titel noch einen symbolischen Sinn. Der Titel soll Vorfreude auf einen Witz auslösen. Anfang der 90er Jahre wurde in Russland eine Serie von Filmen herausgebracht. Sie hießen: „ Die Besonderheiten der nationalen Jagd“, „Die Besonderheiten des nationalen Angelns“, „Die Besonderhei- ten der nationalen Sauna“ oder „Die Besonderheiten der nationalen Poli- tik“ usw. In diesen Filmen wurden die Sitten, Bräuche und Mentalitäten der Menschen der ehemaligen Sowjetrepubliken ironisch und sehr über- trieben dargestellt. Die Filme waren witzig, hatten eine gute Besetzung und erreichten so sehr schnell einen Kultstatus. Seitdem wird der Aus- druck „Die Besonderheiten des/der…“ meistens mit einer ironischen und übertriebenen Darstellung einer nationalen Tradition in Assoziation ge- bracht.

Der Text beginnt mit einer wörtlichen Rede, der einzigen im ge-

samten Text: „Das ist doch keine ukrainische Küche“.[1]

Diese Äußerung

kommt von Genia der Nachbarin des Autors. Um zu verstehen, worum es geht, muss man die vorhergehende Geschichte „Ukraine“ aus dem

[...]


[1] Wladimir Kaminer: Küche totalitär, 2006, Wilhelm Goldman Verlag, 1. Auflage, München, S. 76

Details

Seiten
14
Jahr
2006
ISBN (eBook)
9783640805204
ISBN (Buch)
9783640804955
Dateigröße
388 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v165059
Institution / Hochschule
Universität Duisburg-Essen
Note
1,7
Schlagworte
Ukraine Hochzeit Dichte Beschreibung Interpretation Textanalyse Kultur Kurzgeschichte

Autor

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Titel: Textanalyse der Kurzgeschichte "Die Besonderheiten der ukrainischen Hochzeit" aus dem Buch "Küche Totalitär" von W. Kaminer anhand der Interpretationsmethode 'Dichte Beschreibung'