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Marktsegmentierung als Basis für marketingstrategisches Vorgehen

Hausarbeit 2003 33 Seiten

BWL - Marketing, Unternehmenskommunikation, CRM, Marktforschung, Social Media

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Die Notwendigkeit der Marktsegmentierung

2. Der Begriff Marktsegmentierung
2.1. Begriffsabgrenzung
2.2. Einordnung der Marktsegmentierung
2.3. Markterfassung und Marktbearbeitung als Teile der Marktsegmentierung
2.4. Aufgaben und Ziele der Marktsegmentierung

3. Markterfassung
3.1. Anforderungen an Segmentierungskriterien
3.2. Segmentierungskriterien
3.2.1. Sozio-ökonomische Kriterien
3.2.2. Psychographische Kriterien
3.2.3. Kriterien des beobachtbaren Kaufverhaltens
3.3. Beurteilung der Segmentierungskriterien

4. Marktbearbeitung
4.1. Auswahl von Zielsegmenten
4.2. Marktbearbeitungsstrategien
4.2.1. Undifferenziertes Marketing
4.2.2. Differenziertes Marketing
4.2.3. Konzentriertes Marketing

5. Resümee

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Darstellung 1 Einbettung der Marktsegmentierung in das strategische Vorgehen

Darstellung 2 Ansätze der Marktsegmentierung

Darstellung 3 Kriterien der Marktsegmentierung

Darstellung 4 Kriterien der Marktsegmentierung im Konsumgüterbereich

Darstellung 5 Nielsen-Gebiete

Darstellung 6 Lego-Sortiment

Darstellung 7 Psychographische Kriterien

Darstellung 8 Verhaltensorientierte Kriterien

Darstellung 9 Segmentspezifische Marktbearbeitungsstrategien

Darstellung 10 Strategien zur Bestimmung und Bearbeitung der Zielmärkte

1. Die Notwendigkeit der Marktsegmentierung

In den ersten Jahren nach Beendigung des zweiten Weltkrieges war der Markt durch eine Güterknappheit gekennzeichnet.[1] Das heißt jedes Unternehmen, dass in der Lage war Produkte herzustellen, fand auch Käufer. Zwischen den Käufern wurde nicht differenziert, d.h. die Anbieter boten den potentiellen Konsumenten ein gleiches Produkt zu gleichen Preisen, auf dem gleichen Vertriebsweg, mit der gleichen kommunikativen Ansprache an. „Keiner der potentiellen Bedarfsträger sollte aus der Kundschaft ausgeschlossen werden.“[2] Die Unternehmen nahmen an, dass der Schlüssel zum Erfolg die Entwicklung eines Massenproduktes war, denn es gab keine Absatzprobleme. Die Massenproduktion wurde ermöglicht durch die Industrialisierung und das Vordringen der Automatisierung in Fertigung und Verwaltung.[3]

Auf die unterschiedlichen Wünsche und Bedürfnisse der Käufer nahmen die Unternehmen keine Rücksicht. Daher wurde ein Modell eines Artikels für den gesamten Käufermarkt angeboten. Die ersten Schwarzweißfernseher oder Kühlschränke wurden z. B. in einer Ausfertigung gebaut und an alle Menschen, egal ob Stadt- oder Landbevölkerung, abgesetzt. In der heutigen Zeit erfolgt diese undifferenzierte Marktbearbeitung nur noch bei Benzin oder bei Versorgungsunternehmen.[4]

In den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts entwickelte sich die volkswirtschaftliche Lage zu einer Güterschwemme. „Die Angebotsvielfalt übertraf auf einmal die Nachfrage“ und die Konsumenten hatten die Möglichkeit „zwischen Anbietern und Produkten zu wählen“.[5] Dieser Angebotsüberschuss herrscht auch heute noch vor. Der Verkäufermarkt der Nachkriegszeit hat sich gewandelt zu einem Käufermarkt.[6] Und somit ist nicht mehr die Produktion der Güter der Engpass, sondern der Absatz jener.

Die Unternehmensführung verlagerte sich von der produktionsorientierten Sichtwiese zur marketingorientierten.

Die Unternehmen kämpfen aber nicht nur mit dem Angebotsüberschuss, sondern auch mit stagnierenden, gesättigten Märkten. In diesen Märkten ist kaum noch Marktwachstum vorhanden und somit kann ein Absatz der eigenen Leistungen, nur auf Kosten der Konkurrenz erfolgen.[7] Austauschbare Produkte und das sich ständig verändernde Kaufverhalten sind weitere Probleme der Unternehmen.

Durch die Globalisierung und die gesättigten Märkte steigt der Wettbewerbsdruck auf die Unternehmen. Daher muss jedes Unternehmen versuchen, sich möglichst stark an den Kundenbedürfnissen zu orientieren. Die Marketing-Aktivitäten müssen auf die Bedürfnisse der potentiellen Kunden ausgerichtet werden, um erfolgreich zu sein.[8]

Um auf die Konsumentenwünsche einzugehen reicht es allerdings nicht aus, durch ein Massenmarketing alle Konsumenten eines Marktes anzusprechen. Für diese Art des Marketings sind die Konsumentenansprüche zu vielfältig und die Konkurrenzangebote zu dicht. Der Markt muss differenziert werden, denn Kundenvorteile sind leichter in engeren Teilsegmenten zu schaffen.[9] Das Massenangebot des Marketing entwickelt sich daher weiter zu Segmentierung und Zielgruppenbildung, also zu einem differenzierten Marketing.[10] Dabei wird schrittweise die Leistung des Unternehmens für immer kleinere Gruppen differenziert. Die differenzierte Marktbearbeitung zielt darauf ab, dass „ Käufer in einem Produktbereich unterschiedliche Wünsche und Erwartungen hegen, d.h. keine homogene Gruppe darstellen“.[11] Auch die Marktsegmentierung geht von dieser Annnahme aus. Die Aufgabe der Marktsegmentierung ist es nun, homogene Konsumentenschichten abzugrenzen und dadurch einen gezielten Einsatz der Marketing-Instrumente sicherzustellen. Die Notwendigkeit der Marktsegmentierung ergibt sich aus den heterogenen Konsumentenwünschen und der Ausrichtung der Unternehmensaktivitäten auf diese.[12]

Durch die differenzierten Kundenbedürfnisse ist es kaum noch möglich Konsumenten in Massenmärkten generell und einheitlich anzusprechen.

„Undifferenziertes Marketing bietet Durchschnittslösungen für Durchschnittserwartungen von Kunden, was immer weniger für Kundenvorteile genügt.“[13]

2. Der Begriff Marktsegmentierung

2.1. Begriffsabgrenzung

Der Begriff Marktsegmentierung setzt sich aus zwei Teilen zusammen. Zum einen aus dem Begriff Markt und zum anderen aus dem Wort Segmentierung. Der Markt ist der Ort, an dem Angebot und Nachfrage zusammentreffen. Das Wort Segmentierung leitet sich aus dem lateinischen Wort segmentum ab und bedeutet Einschnitt oder Abschnitt.[14]

Joel Dean prägte im Jahr 1951 in seinem Buch „Managerial Economics“ den Begriff Marktsegmentierung. Bekannter als Dean ist Wendell R. Smith, dem oftmals der Ruhm für den Entwurf des Konzeptes der Marktsegmentierung zugesprochen wird.

„Smith begreift die Markt-Segmentierung als eine ausgeprägte markt- bzw. konsumentenorientierte Marketing-Strategie, die sich infolge der zunehmend stärker zum Ausdruck kommenden Heterogenität der Nachfrage immer zwingender als Alternative zu der rein produktions- bzw. produktorientierten Strategie der Produkt-Differenzierung anbieten werde.“[15]

Smith hat also schon in den 50igern des letzten Jahrhunderts erkannt, das die Unternehmen mit reiner Produktdifferenzierung nicht weiter kommen, sondern das der Markt in kleinere Arbeitsgebiete aufgeteilt werden muss.

In der Literatur finden sich verschiedene Ansätze zur Begriffsabgrenzung.[16] Die Grundidee ist aber bei vielen Begriffsabgrenzungen die gleiche.

Die Segmentierung dient der Aufteilung eines heterogenen Marktes in homogene Teilmärkte, für die anschließend den Kundenwünschen entsprechende Leistungen entwickelt und vermarktet werden können.[17] Auf das entsprechende Segment wird nach seiner Abgrenzung der Marketing-Mix ausgerichtet.[18]

Die abgegrenzten Teilmärkte sollen in sich homogen sein, aber nach außen sich möglichst heterogen zu anderen Teilmärkten verhalten.[19]

Marktsegmentierung bezieht sich auf die Konsumenten und ihre unterschiedlichen Bedürfnisse und nicht auf Produkte sowie zugrunde gelegte Technologien.[20] Die Gesamtheit der Konsumenten wird im ersten Schritt in Käufer und Nichtkäufer unterteilt. Dies wird als Marktsegmentierung der ersten Stufe bezeichnet. Im zweiten Schritt erfolgt dann die Konzentration auf die Gruppe der Käufer, die in homogene Segmente aufgeteilt wird. Dieses Verfahren wird als zweistufige Segmentierung der Konsumenten bezeichnet.[21]

Für Meffert ist Marktsegmentierung „die Aufteilung eines Gesamtmarktes in bezüglich ihrer Marktreaktion intern homogene und untereinander heterogene Untergruppen (Marktsegmente) sowie die Bearbeitung eines oder mehrerer dieser Marktsegmente“.[22]

Auch Freter definiert Marktsegmentierung ähnlich wie Meffert. Freter versteht unter Marktsegmentierung „die Aufteilung des (heterogenen) Gesamtmarktes für ein Produkt in (homogene) Teilmärkte oder Segmente und die gezielte Bearbeitung eines Segmentes (bzw. mehrerer Segmente) mit Hilfe segmentspezifischer Marketing-Programme“.[23]

Für Böhler ist Marktsegmentierung mehr als eine Anwendung analytischer Techniken zur Aufteilung von Märkten in Segmente. Er betrachtet Marktsegmentierung als eine Marketing-Strategie, „bei der eine Einteilung von potentiellen bzw. tatsächlichen Abnehmern einer Güterart in Marktsegmente erfolgt, um durch konzentriertes oder differenziertes Marketing zu einem höheren Zielerreichungsgrad als bei undifferenziertem Marketing zu gelangen“.[24]

2.2. Einordnung der Marktsegmentierung

Ausgangspunkt der Marktsegmentierung stellt das Kaufverhalten dar. Denn erst die Kenntnis über die Bestimmungsfaktoren, die das Entscheidungsverhalten der Konsumenten beeinflussen, kann zu einem optimalen Einsatz der Marketing-Mix-Instrumente führen. Die Analyse des Kaufverhaltens erfolgt über Kaufverhaltensmodelle, in denen der Zusammenhang zwischen Einflussgrößen und der Reaktion erklärt werden soll.[25] Zu diesen Modellen gehören das Stimulus-Response Model (S-R-Modell) und das Stimulus-Organism-Response-Model (S-O-R-Modell).[26] Durch diese Modelle wird versucht, Gesetzmäßigkeiten in Kaufentscheidungsprozessen darzustellen.

Die Marktsegmentierung baut auf diesen Erkenntnissen auf und es werden homogene Gruppen gebildet. Im nächsten Schritt erfolgt die Zielmarktfestlegung, in der die Attraktivität des Segmentes abgeschätzt wird. Im letzten Schritt kommt es zur Positionierung des Zielsegmentes.[27]

Die Darstellung verdeutlicht diesen Zusammenhang.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: in Anlehnung an Kotler, P./Bliemel, F., Marketing-Management, S.410; Vossebein, U., Bedeutung der Marktsegmentierung, in: Pepels, W., Marktnischen, S. 20

Darstellung 1: Einbettung der Marktsegmentierung in das strategische Vorgehen

2.3. Markterfassung und Marktbearbeitung als Teile der Marktsegmentierung

Die Marktsegmentierung kann aus zwei Betrachtungswinkeln erfasst werden. Zum einen dient sie der Markterfassung und zum anderen der Marktbearbeitung.[28]

Bei dem Prozess der Markterfassung wird der heterogene Gesamtmarkt durch Segmentierungskriterien in homogene Teilmärkte aufgeteilt. Die Marktaufteilung zielt auf die Informationsgewinnung und -verarbeitung der Marktsegmentierung ab. Dafür wurden geeignete multivariate Datenanalysemethoden, wie Regressionsanalyse, Faktoranalyse oder die multidimensionale Skalierung entwickelt.[29] Sie ermöglichen eine Abgrenzung der Segmente aufgrund der Segmentierungskriterien. Diese mathematisch-statistischen Verfahren dienen der Analyse der verhaltenswissenschaftlichen Zusammenhänge.[30] Die Daten, die aus der Analyse des Käuferverhaltens gewonnen wurden, werden durch diese Verfahren in greifbare Zahlen umgewandelt.

Die Marktbearbeitung befasst sich mit der Aufspaltung in homogene Teilmärkte mit Blick auf die gezielte Bearbeitung des Marktes durch den Einsatz der Marketing-Instrumente.[31] Der Einsatz segmentspezifischer Marketing-Programme und deren ökonomische Bewertung kommen bei der Aktionsseite der Marktsegmentierung zum Tragen. Hier steht „die Auswahl der Zielsegmente, die unterschiedlichen Strategien der Segmentabdeckung und die Ausgestaltung segmentspezifischer Marketing-Mix-Programme“ im Mittelpunkt.[32] Die Darstellung zwei gibt einen Überblick über die Aufgaben der Markterfassung und Marktbearbeitung.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Freter, H., Marktsegmentierung, S. 14

Darstellung 2: Ansätze der Marktsegmentierung

Auch Bruhn / Meffert unterteilen die Marktsegmentierung. Sie bezeichnen die Markterfassung, als Marktsegmentierung im engeren Sinne. Auch hier soll die Zielgruppe mit homogener Bedürfnisstruktur ermittelt werden. Bei der Marktbearbeitung, Marktsegmentierung im weiteren Sinne, erfolgt der gezielte segmentspezifische Einsatz der Marketing-Instrumente.[33]

Die Segmentierung des Marktes läuft in mehreren Stufen ab. Freter hat diesen Prozess treffend dargestellt.

1. Definition des Marktes
2. Identifizierung möglicher Segmentierungskriterien
3. Auswahl der geeigneten Kriterien
4. Beschreibung der gefundenen Segmente anhand der Kriterien
5. Beurteilung der Attraktivität der Segmente
6. Auswahl der Zielsegmente
7. Bestimmung der Positionierung für die Zielsegmente
8. Entwicklung eines jeweils segmentspezifischen Marketing-Mix[34]

2.4. Aufgaben und Ziele der Marktsegmentierung

- Als Hauptziel der Marktsegmentierung erachtet Meffert das Erreichen eines hohen Identitätsgrades zwischen der angebotenen Marktleistung und den Bedürfnissen der Zielgruppe. Die Marktidentifizierung umfasst die Abgrenzung des relevanten Produktmarktes und die Ermittlung des relevanten Segmentes innerhalb dieses Marktes. Außerdem werden auch Marktlücken bzw. vernachlässigte Teilmärkte aufgedeckt. Dadurch wird es vermieden dort Angebotsanstrengungen zu unternehmen, wo wenig Potential ist.
- Die Segmentierung dient der verbesserten Befriedigung der Konsumentenbedürfnisse durch den differenzierten Einsatz der Instrumente. Die differenzierten Bedürfnisse der Konsumenten können nur dann befriedigt werden, wenn differenzierte Angebote vorhanden sind, die ihren Erwartungen entsprechen.
- Das differenzierte Angebot führt zu Kundenvorteilen. Dadurch gelingt es mit Hilfe der Segmentierung, die Unternehmensleistung gut zu positionieren und Kunden an das Unternehmen zu binden.
- Eine weitere Aufgabe der Segmentierung des Marktes ist die Informationsgewinnung über die Struktur und die Gesetzmäßigkeiten des Marktes, wodurch Marktprognosen erleichtert und präzisiert werden.
- Ziel der Marktsegmentierung ist die rechtzeitige Beurteilung von Neueinführungen der Konkurrenz und die Möglichkeit zur rechtzeitigen Ergreifung von Gegenmaßnahmen.
- Durch sie Segmentierung ist die optimale Allokation des Marketingbudgets möglich, denn es ist meist unmöglich, den gesamten Markt zu gleichen Teilen mit Aktivitäten abzudecken. Daher werden die begrenzten finanziellen Mittel auf die chancenreichsten Segmente konzentriert.[35]

3. Markterfassung

Im Mittelpunkt der Markterfassungsseite der Marktsegmentierung stehen die Segmentierungskriterien. „Mit ihrer Hilfe werden Segmente voneinander abgegrenzt.“[36] Damit diese Aufgabe sinnvoll erfüllt wird, müssen die Kriterien bestimmte Anforderungen erfüllen.

3.1. Anforderungen an Segmentierungskriterien

- Kaufverhaltensrelevanz: Die Kriterien müssen geeignete Indikatoren für das zukünftige Kaufverhalten der Konsumenten darstellen. Es sind Eigenschaften und Verhaltensweisen zu erfassen, die Kaufvoraussetzung sind und zu in sich homogenen Segmenten führen.
- Messbarkeit: Mit Marktforschungsmethoden sollten die Ausprägungen der Kriterien messbar sein.
- Erreichbarkeit: Die Kriterien müssen eine gezielte Ansprache des abgegrenzten Segmentes erlauben. Die Segmentierungsmerkmale sollten also zu Segmenten führen, die über Kommunikations- und Distributionskanäle erreicht werden können.
- Handlungsfähigkeit: Der Einsatz der Marketing-Instrumente muss durch die Kriterien gewährleistet sein.
- Wirtschaftlichkeit: Der Nutzen der Segmentierungskriterien darf die Kosten der differenzierten Marktbearbeitung nicht übersteigen.
- Zeitliche Stabilität: Die Informationen, die mittels der Kriterien erhoben wurden, müssen über den Planungszeitraum hinweg stabil sein.[37]

Belz und Tomczak kritisieren, dass das Kriterium Konkurrenzsituation in Theorie und Praxis zu wenig Beachtung findet. Für sie sind Besetzbarkeit und Schützbarkeit von Segmenten wesentliche Kriterien, die erfüllt sein sollten, bevor ein Segment zur Bearbeitung ausgewählt wird.[38]

3.2. Segmentierungskriterien

Eine Vielzahl von Segmentierungskriterien wird zur Marktsegmentierung herangezogen. Diese lassen sich in vier Gruppen einteilen.

Eine übergeordnete Gruppe fasst die marketingmixbezogenen Reaktionskoeffizienten zusammen. Sie charakterisieren die einzelnen Reaktionen der Konsumenten auf den Einsatz der Instrumente. Die Reaktionskoeffizienten erklären das Kaufverhalten, „indem sie einen kausalen Zusammenhang zwischen einem Stimulus (Marketinginstrument) und der Reaktion des Kunden (beobachtbares Verhalten) herstellen“.[39] Die untergeordneten Gruppen sind die sozio-ökonomischen und die psychographischen Kriterien, sowie das beobachtbare Kaufverhalten.[40] Die Kriterien des beobachtbaren Kaufverhaltens werden auch als verhaltensorientierte Kriterien bezeichnet. Der Familienzyklus und die soziale Schicht werden zu den soziodemographischen Kriterien zusammengefasst, wobei der Familienzyklus auch als demographische Kriterien dargestellt wird.

Zur Veranschaulichung soll folgende Darstellung dienen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: in Anlehnung an Freter, H., Marktsegmentierung, S. 46; Meffert, H., Marketing, S. 188

Darstellung 3: Kriterien der Marktsegmentierung

Um die Segmentierungskriterien etwas plastischer darzustellen, folgt ein Beispiel aus dem Konsumgüterbereich. Hier sind die am häufigsten verwandten Kriterien dargestellt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Bruns, J., Marktsegmentidentifizierung, S. 51

Darstellung 4: Kriterien der Marktsegmentierung im Konsumgüterbereich

3.2.1. Sozio-ökonomische Kriterien

Die sozio-ökonomischen Kriterien werden auch als klassische Marktsegmentierung bezeichnet. Sie haben in der Praxis eine große Bedeutung durch die Beschreibung von Käuferschaften erlangt.[41] Sie sind einfach zu ermitteln und einzusetzen und werden daher oft in kombinierter Form benutzt.

Wie in Darstellung 3 gezeigt, gehören zu den sozio-ökonomischen Kriterien die geographischen und soziodemographischen Kriterien.

[...]


[1] Vgl. Freter, H., Marktsegmentierung, S. 16.

[2] Müller-Hagedorn, L., Handel, S. 364.

[3] Vgl. Bruns, J., Marktsegmentidentifizierung, in: Pepels, W., Marktnischen, S. 47.

[4] Vgl. Nieschlag, R./Dichtl, E./Hörschgen, H., 1997, S. 82.

[5] Bruns, J., Marktsegmentidentifizierung, in: Pepels, W., Marktnischen, S. 48.

[6] Vgl. Freter, H., Marktsegmentierung, S. 16; Baum, F., Marktsegmentierung im Handel, S. 1.

[7] Vgl. Hass, D., Mittelstand, S. 1; Baum, F., Marktsegmentierung im Handel, S. 1.

[8] Vgl. Baum, F., Marktsegmentierung im Handel, S. 2.

[9] Vgl. Belz, C., Tomczak, T., Dynamik, S. 6; Hass, D., Mittelstand, S. 2; Theis, H.-J., Planungskonzepte, S. 39.

[10] Vgl. Bruns, J., Marktsegmentidentifizierung, in: Pepels, W., Marktnischen, S. 48.

[11] Freter, H., Marktsegmentierung, S. 16.

[12] Vgl. Freter, H., Marktsegmentierung, S. 16f; Pepels, W., Lexikon, S. 182.

[13] Belz, C., Tomczak, T., Dynamik, S. 9.

[14] Vgl. Drosdowski, Duden, S. 403.

[15] Bauer, E., Segmentierung, S. 11.

[16] Vgl. Pepels, W., Marktnischen, S. 19; Freter, H., Marktsegmentierung, S. 17.

[17] Vgl. Pepels, W., Marktnischen, S. 19f.

[18] Vgl. Pepels, W, Lexikon, S. 182.

[19] Vgl. Birker, K./Voss, R., Handelsmarketing, S. 21; Oehme, W., Handels-Marketing, S. 200; Pepels, W., Marketingpraxis, S. 181

[20] Vgl. Baum, F., Marktsegmentierung im Handel, S. 11.

[21] Vgl. Freter, H., Marktsegmentierung, S. 20.

[22] Meffert, H., Marketing, S. 181.

[23] Freter, H., Marktsegmentierung, S. 18.

[24] Böhler, Heymo, Methoden und Modelle, S. 12.

[25] Vgl. Freter, H., Marktsegmentierung, S. 23.

[26] Vgl. Meffert, H., Marketing, S. 99.

[27] Vgl. Kotler, P./Bliemel, F., Marketing-Management, S. 410.

[28] Vgl. Freter, H., Dienstleistungsbereich in: Bruhn, M./Meffert, H., S. 282f; Freter, H., Marktsegmentierung, S. 18; Meffert, H., Marketing, S. 181.

[29] Vgl. Freter, H., Marktsegmentierung, S. 100-107; Meffert, H., Marketing, S. 213.

[30] Vgl. Meffert, H., Marketing, S. 183ff.

[31] Vgl. Freter, H., Marktsegmentierung, S. 18.

[32] Meffert, H., Marketing, S. 185.

[33] Vgl. Freter, H., Dienstleistungsbereich in: Bruhn, M./Meffert, H., S. 282.

[34] Vgl. Freter, H., Dienstleistungsbereich in: Bruhn, M./Meffert, H., S. 283.

[35] Vgl. Meffert, H., Marketing, S. 183; Freter, H., Dienstleistungsbereich in: Bruhn, M./Meffert, H., S. 287; Belz, C., Tomczak, T., Dynamik, S. 9; Pepels, W., Produktmanagement, S. 399f.

[36] Freter, H., Dienstleistungsbereich in: Bruhn, M./Meffert, H., S. 287.

[37] Vgl. Meffert, H., Marketing, S. 186f; Freter, H., Marktsegmentierung, S. 43f; Freter, H., Dienstleistungsbereich in: Bruhn, M./Meffert, H., S. 288f; Vossebein, U., Bedeutung der Marktsegmentierung, in: Pepels, W., Marktnischen, S. 41.

[38] Vgl. Belz, C., Tomczak, T., Dynamik, S. 38.

[39] Freter, H., Dienstleistungsbereich in: Bruhn, M./Meffert, H., S. 290.

[40] Vgl. Freter, H., Marktsegmentierung, S. 45f.

[41] Vgl. Freter, H., Marktsegmentierung, S. 49.

Details

Seiten
33
Jahr
2003
ISBN (eBook)
9783638213370
Dateigröße
598 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v16491
Institution / Hochschule
Leuphana Universität Lüneburg – Betriebswirtschaft
Note
1,5
Schlagworte
Marktsegmentierung Basis Vorgehen

Autor

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Titel: Marktsegmentierung als Basis für marketingstrategisches Vorgehen