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Internetkommunikation im Zeitalter des Web 2.0

Seminararbeit 2008 16 Seiten

Medien / Kommunikation - Multimedia, Internet, neue Technologien

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Web 2.0
2.1 Die Definitionsproblematik des Begriffs
2.2 Entstehung und Entwicklung
2.3 Das Prinzip des „User-generated Content“

3. Neue Kommunikationswege im Web 2.0
3.1 Weblogs
3.2 Wikis
3.3 Social Networks
3.4 Social Sharing

4. Chancen und Risiken
4.1 Die „Weisheit der Massen“
4.2 Das Web im Dienst der Demokratie
4.3 Selbstdarstellung im Web 2.0
4.4 Das Ende des Qualitätsjournalismus?

5. Fazit und Ausblick

6. Literaturverzeichnis

7. Internetquellen

1. Einleitung

Höher, schneller, weiter – das Internet hat in den letzten Jahren eine rasante Entwicklung durchlaufen. Verbesserte Infrastruktur und sinkende Kosten für Breitbandanschlüsse haben in Deutschland und anderen Industriestaaten zu einer fast flächendeckenden Versorgung der Bevölkerung mit Internetzugängen geführt.

Im Gegensatz zu einkanaligen Sendemedien wie Fernsehen und Hörfunk handelt es sich beim Internet um ein interaktives Medium. So wird durch die Onlinekommunikation ein Rollentausch zwischen Sender und Empfänger ermöglicht. Ein elementarer Bestandteil des Mediums Internet in seiner heutigen Form ist zudem die Möglichkeit, Inhalte zu kommentieren oder sogar zu verändern – und auf diese Art und Weise aktiv mitzugestalten. Dieses bedeutende – mit dem Begriff „Web 2.0“ gekennzeichnete – Charakteristikum hat zu Veränderungen sowohl der Angebotsstruktur als auch des Nutzungsverhaltens geführt. Die jüngsten Entwicklungen und ihre weitreichenden Konsequenzen sollen im Folgenden erläutert werden.

Aufgrund des eng bemessenen Rahmens dieser Arbeit soll nicht auf die gesamte Entstehung und Entwicklung des neuen Massenmediums Internet eingegangen werden. Technische Details werden – sind sie für das Verständnis des Phänomens „Web 2.0“ nicht essentiell wichtig – weitgehend ausgeklammert. Es soll vielmehr dargelegt werden, welche konkreten Entwicklungen dazu geführt haben, dass das Medium Internet in den letzten Jahren eine solche gesellschaftliche Relevanz erlangt hat. Kommunikation, Informationsaustausch und soziales Leben verlagern sich zunehmend ins Netz, die Welt wird so zum globalen Dorf. Das Internet organisiert unseren Alltag und bietet einen schier unerschöpflichen Fundus an Wissen. Doch neben den vielfältigen Chancen birgt diese Entwicklung auch Risiken. Das Ziel dieser Arbeit ist es, beide Aspekte aufzuzeigen, einzuordnen und dem Leser so die fachliche Grundlage für eine eigenständige Bewertung zu liefern.

2. Das Web 2.0

2.1 Die Definitionsproblematik des Begriffs

Den Begriff „Web 2.0“ umfassend, aber doch präzise zu definieren, ist ausgesprochen schwierig, obwohl er „in der Wissenschaft als ideenleitendes Schlagwort gegenwärtig sehr gerne benutzt wird“.[1] Wenn von Web 2.0 die Rede ist, entstehen in der Regel Assoziationen mit einem bunten „Mitmach-Web“ oder dem „Internet für alle“. Jedoch handelt es sich beim Web 2.0 nicht – wie der Name vermuten lässt – um eine bestimmte Technologie oder Anwendung, der Begriff bezeichnet eher ein verändertes Nutzungsverhalten bzw. eine neue Angebotsstruktur.

2.2 Entstehung und Entwicklung

Das erste Mal verwendet wurde der Begriff „Web 2.0“ im Jahr 2004 vom Softwareentwickler und Chef des O’Reilly-Verlags, Tim O’Reilly, auf einer Konferenz zur Zukunft des Internets. Beim Versuch, den Begriff näher zu definieren bzw. zu erklären, stellte O’Reilly die folgenden Punkte als charakteristisch für das neue Web 2.0 heraus[2]:

1. Web als Service-Plattform
2. Einbeziehung der kollektiven Intelligenz der Nutzer
3. Daten stehen im Mittelpunkt der Anwendungen
4. Neue Formen der Softwareentwicklung
5. „Leichtgewichtige“ Programmiermodelle
6. Software, die auf vielen Geräten nutzbar wird
7. Rich User Experience

Die Innovationen, die hinter den einzelnen Schlagwörtern stehen, werden allerdings erst bei einer Betrachtung der Ausgangslage deutlich. Wenn man vom Internet unmittelbar vor dem Web 2.0 als Web 1.0 spricht, dann ist der Startpunkt im Jahr 1994 zu sehen. In diesem Jahr entwickelte die US-amerikanische Firma Netscape den ersten frei zugänglichen Internetbrowser, das World Wide Web wurde somit öffentlich nutzbar. Wirtschaftsunternehmen entdeckten das Internet als Werbeplattform und Marktplatz; in der Folge kam es zu einem Boom von Anbietern, die ihre Waren und Dienstleistungen auch oder sogar ausschließlich über das Internet vertrieben. Parallel dazu entstanden vermehrt auch private Websites.

Charakteristisch für dieses Web 1.0 war die relativ einseitige, passive Nutzbarkeit. Ein Anbieter, ob privat oder kommerziell, stellte frei verfügbare Inhalte bereit, die von anderen Nutzern eingesehen werden konnten. Aufgrund der - gemessen an heutigen Standards - noch nicht sehr weit fortgeschrittenen technologischen Entwicklung handelte es sich hierbei vor allem um Text- und Bildangebote.

Durch den vom Börsencrash im Jahr 2000 verursachten Zusammenbruch dieses ersten großen Internethypes und der einhergehenden technischen Weiterentwicklung von Infrastruktur und Internetsoftware konnten sich schließlich neue Angebotsstrukturen entwickeln. Dieses Phänomen ist als Entstehung des Web 2.0 bekannt.

2.3 Das Prinzip des „User-generated Content“

Als bedeutendstes Charakteristikum des Web 2.0 gilt das Prinzip des „User-generated Content“. Es besagt, dass der Inhalt eines Webangebots nicht vom Eigentümer der Seite generiert wird, sondern von seinen Nutzern. Möglich gemacht wurde diese neue Form des „Mitmach-Internets“ durch die rasant steigende Verfügbarkeit von Breitband-Anschlüssen, die das Herunter- und Hochladen großer Datenmengen beispielsweise in Form von Videos oder Fotos auch für Privatpersonen leicht machte. Beinahe sämtliche heute existierenden „Web 2.0“-Applikationen basieren auf dem Prinzip des „User-generated Content“. Dies führte zu gänzlich veränderten Angebotsstrukturen und somit zu neuen, innovativen Kommunikationsformen.

3. Neue Kommunikationswege im Web 2.0

Mit dem Phänomen „Web 2.0“ werden in der Regel eine ganze Reihe neuer Nutzungs- und Publikationsformen assoziiert. Die wichtigsten seien hier kurz skizziert.

3.1 Weblogs

Weblogs – auch Blogs genannt – sind im World Wide Web veröffentlichte, chronologisch geführte Erlebnisberichte oder Kommentierungen des aktuellen Tagesgeschehens. Durch die meist bewusst gewählte Subjektivität der Einträge erinnern sie an literarische Genres „wie zum Beispiel […] die politischen Pamphlete des 18. Jahrhunderts oder de[n] in Tagebuchform geschriebenen Roman“.[3] Weblogs zeichnen sich zudem meist durch hohe Aktualität und eine Kommentarfunktion aus.

Frühformen von Weblogs finden sich schon Anfang der neunziger Jahre, damals noch in Form einfacher und manuell kodierter, regelmäßig aktualisierter Webseiten. Der erst später bekannt gewordene Terminus „Weblog“ geht auf den Programmierer und Philosophen Jørn Bager zurück, der ihn 1997 zum ersten Mal für die Bezeichnung von Internetlinklisten gebrauchte.[4] Bei Weblogs handelt es sich ursprünglich um ein reines Textmedium, welches jedoch im Rahmen der fortschreitenden technischen Entwicklung und der damit verbundenen neuen Möglichkeiten zusätzlich von Video-, Photo- und Audioblogs ersetzt bzw. ergänzt wurde.[5]

3.2 Wikis

Der Begriff „Wiki“ stammt aus dem Hawaiianischen und bedeutet soviel wie „sich beeilen“ oder „schnell“.[6] Im Bezug auf das Web 2.0 versteht man unter Wikis „eine Webtechnologie zur Erstellung und Pflege von Inhalten“.[7] Auf Internetseiten mit integrierter Wiki hat jeder Nutzer die Möglichkeit, Inhalte in Echtzeit hinzuzufügen oder zu verändern. Diese Form der „Kollaboration“[8] dient häufig der Akkumulation und Bereitstellung von Wissen.

Das erste Wiki wurde im Jahr 1995 vom Software-Programmierer Ward Cunningham entwickelt. Cunningham suchte nach einer Möglichkeit, „gemeinschaftlich an Softwarecodes zu arbeiten und diese sofort zu veröffentlichen“.[9] In der Folge entstanden zahlreiche weitere Wikis zu den verschiedensten inhaltlichen Themenkomplexen. Das heute bekannteste Wiki ist die Online-Enzyklopädie „Wikipedia“.[10]

[...]


[1] Ebersbach, Anja; Glaser, Markus; Heigl, Richard (2008): Social Web, Konstanz: UVK-Verlagsgesellschaft, S. 23.

[2] Ebersbach; Glaser; Heigl: Social Web, S. 24ff. Vgl. auch: http://www.oreillynet.com/pub/a/oreilly/tim/news/2005/09/30/what-is-web-20.html

[3] Ebersbach; Glaser; Heigl: Social Web, S. 56.

[4] Vgl. Ebersbach; Glaser; Heigl: Social Web, S. 58.

[5] Vgl. http://www.itwissen.info/definition/lexikon/weblog-Blog-Weblog.html.

[6] Ebersbach; Glaser; Heigl: Social Web, S. 37.

[7] http://www.itwissen.info/definition/lexikon/Wiki-wiki.html.

[8] Ebersbach; Glaser; Heigl: Social Web, S. 47.

[9] Ebersbach; Glaser; Heigl: Social Web, S. 37.

[10] http://www.wikipedia.org/

Details

Seiten
16
Jahr
2008
ISBN (eBook)
9783640804443
ISBN (Buch)
9783640804726
Dateigröße
472 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v164909
Institution / Hochschule
Universität Hamburg – Institut für Medien und Kommunikation
Note
1,0
Schlagworte
Web 2.0 Social Web Internet Internetkommunikation Digitale Medien Weblog Wiki Social Network Social Networks Weblogs Wikis Soziale Netze Soziales Netzwerk Soziale Netzwerke User-generated content Blog Blogs World Wide Web Social Sharing Wikipedia Neue Medien Onlinekommunikation Medienforschung New Media

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