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Alkoholismus bei Kindern und Jugendlichen: Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten

Hausarbeit 2003 16 Seiten

Pädagogik - Schulpädagogik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Typen von Alkoholikern
2.1. Typen nach der WHO
2.2. Typologie nach Jellinek

3. Ursachen des Alkoholismus
3.1. Körperliche Ursachen
3.2. Psychologische Faktoren
3.3. Sozialfeld

4. Alkohol bei Jugendlichen
4.1. Entwicklungstrends
4.2. Die Gefahr von Alcopops

5. Behandlungsmöglichkeiten bei Alkoholismus

6. Schlusswort

7. Literaturverzeichnis

1 Einleitung

In dieser Hausarbeit wird das Problem des Alkoholismus, dessen Ursachen und den Behandlungsmöglichkeiten erläutert.

„Mit durchschnittlich zwölf Litern reinen Alkohohl pro Jahr liegt der deutsche Konsum in Europa neben Frankreich an der Spitze. Nach vorsichtigen Schätzungen machen die Kosten des Alkoholkonsums für die Gesellschaft ungefähr das Doppelte der jährlich rund zwanzig Milliarden aus, welche die Branntweinsteuer dem Staat einträgt. Jede sechste Kündigung hat mit Alkohol zu tun, mindestens ein Viertel aller Unfälle kommen unter Alkoholeinwirkung zustande, und zwar am Arbeitsplatz wie auf der Strasse. Die Zahl der Abhängigen wird 1995 auf rund zweieinhalb Millionen Menschen geschätzt; doppelt so viele Menschen werden zwar nicht süchtig, schaden aber durch den Alkoholkonsum ihrer Gesundheit.“[1]

Viele Menschen, die dem Alkohol verfallen und in die Abhängigkeit gerutscht sind begreifen oftmals nicht , was mit ihnen vorgeht. Es fällt ihnen schwer die Veränderungen, die der übermäßige Alkoholkonsum zwangsläufig mit sich bringt in ihr Leben einzuordnen. Ratlos sind nicht nur die Suchtkranken selbst, sondern in der Regel auch die Eheleute, Kinder und andere Familienangehörige.

Was ist mit mir los? Was geschieht mit mir? Warum gerade ich? fragt sich der/die Suchtkranke. Warum lässt er/sie sich so gehen? Warum trinkt er/sie soviel? Warum reißt er/sie sich nicht endlich zusammen? fragen sich diejenigen, die eine Veränderungen miterleben. Ganz bewusst beziehe ich das weibliche Geschlecht mit ein, da Alkoholismus oft nur als Problem der Männer gesehen wird. Der Alkoholkonsum ist jedoch in den letzten Jahren besonders bei den Frauen stark angestiegen und das Problem der Sucht bei Frauen wird häufig in den Hintergrund gestellt und übersehen.[2]

Allzu oft wird der Suchtkranke zum Außenseiter und gerät somit noch tiefer in den Strudel der Sucht. Um so wichtiger erscheint es hier, dass der Betroffene und die Angehörigen darüber informiert werden, dass die Alkoholabhängigkeit eine Krankheit ist, welche einen bestimmten Verlauf nimmt und nur durch eine Radikale Einstellungsänderung zum Stillstand kommen kann.[3]

2.Typen von Alkoholikern

Es ist nicht möglich ein einheitliches Bild von den Auswirkungen des Alkohols auf den Menschen darzustellen, da das Spektrum von Reaktionen und Ausprägungsformen zu groß ist. Hierbei ist interessant, dass das Ausmaß der Alkoholsucht in den verschiedenen Gesellschaftsschichten weitgehend von kulturellen, gesellschaftlichen und auch ökonomischen Faktoren abhängig zu sein scheint. Demnach lag es nahe Typen zu finden und einzuordnen, die in ihren Reaktionen auf Alkohol weitgehend übereinstimmende Reaktionen zeigten. Nicht nur die WHO (World Health Organisation) machte sich über eine Einteilung nach Typen Gedanken, sondern auch der amerikanische Soziologe Jellinek, der eine differenzierte Typeneinteilung der Alkoholiker vorschlug.

2.1.Typen nach der WHO-Definition

Alkoholiker sind nach Definition der World Health Organisation exzessive Trinker, deren Abhängigkeit von Alkohol einen solchen grad erreicht hat, dass sie deutliche geistige Störungen oder Konflikte in ihrer körperlichen und geistigen Gesundheit, ihren mitmenschlichen Beziehungen, ihren sozialen und wirtschaftlichen Funktionen aufweisen oder Vorboten einer solchen Entwicklung aufzeigen.[4]

Folgende Typen von Trinkern werden unterschieden:

1. Unregelmäßig übermäßiger symptomatischer Trinker
2. Gewohnheitsmäßig übermäßiger symptomatischer Trinker ( Gewohn-heitstrinker )
3. Süchtiger Trinker ( Alkoholsüchtiger )

Hierbei ist zu beachten, dass bei allen angeführten Typen das Trinken Symptomcharakter hat, aber nur bei Typ zwei und Typ drei eine Regelmäßigkeit vorliegt.[5]

2.2.Typologie nach Jellinek

Im Gegensatz zur Einteilung der WHO differenziert Jellinek den Typus des süchtigen Trinkers noch weiter und nimmt vor allen Dingen aber auch noch auf die Kriterien der psychischen und physischen Abhängigkeit vom Alkohol Bezug. Seine Typisierung stützt sich im übrigen auf empirischen Erfahrungen, die er

(1960) an Hand seines Krankengutes gewann.

Er unterscheidet:

1.Alpha -Alkoholiker

Diese Art der Trinker sind durch übermäßiges, unangemessenes Trinken gekennzeichnet, verlieren jedoch nicht die Kontrolle und sind jederzeit in der Lage abstinent zu werden. Es besteht jedoch eine gewisse psychische Abhängigkeit. Diese Störung hat aber keinen Krankheitswert und schreitet nicht fort. Sie können auch als Problem-, Wirkungs-, Konflikt- oder Erleichterungstrinker bezeichnet werden.

2.Beta –Alkoholiker

Hierbei handelt es sich um sog. Gelegenheitstrinker ( periodische Trinker aufgrund von Trinksitten ),die zwar große Mengen an Alkohol konsumieren, denen aber sowohl eine psychische , als auch physische Abhängigkeit fehlt.

Sie sind jederzeit in der Lage mit dem Trinken aufzuhören, wobei häufig toxische Organschäden im Vordergrund stehen, welche aber auch durch schlechte Essgewohnheiten

Mitverursacht sein können.

3.Gamma –Alkoholiker

Hierunter versteht man die Gruppe der süchtigen Trinker. Typisch ist die psychisch und physisch Abhängigkeit vom Alkohol und der charakteristische Kontrollverlust.

Sie stellen die wichtigste und ernsteste Form des Alkoholismus dar und entsprechen den Vorstellungen eines Alkoholkranken am ehesten.

Delta –Alkoholiker

Unter der Gruppe der Delta Alkoholiker fallen die, wie schon bei den Beta- Alkoholikern, so genannten Gewohnheitstrinker. Sie werden hauptsachlich in den Weinländern z.B. Frankreich, aber auch in unseren Weingegenden angetroffen. Bei dieser Gruppe kommt es zu einer physischen Abhängigkeit mit Toleranzerhöhung. Charakteristisch sind hier Entzugserscheinungen nach längeren Trinkpausen. Die Unfähigkeit abstinent zu bleiben, ist hinsichtlich der Krankheitswertigkeit dem Kontrollverlust des Gamma- Alkoholikers gegenüberzustellen. Der Delta- Alkoholiker ist im Gegensatz zum Gamma- Alkoholiker in der Lage Die Menge des konsumierten Alkohols zu kontrollieren.[6]

Epsilon –Alkoholiker

Hierbei handelt es sich um periodische Trinker, wobei der der Kontrollverlust bei deren Trinkexzessen das Verhalten bestimmt. Ihm gelingt es also über einen Zeitraum von mehreren Wochen keinen Alkohol zu konsumieren, bis er gelegentlich wie aus heiterem Himmel, manchmal auch aus innerer Unruhe heraus oft mehrere Tage lang trinkt bis er körperlich am Ende ist. Die Gefahren dieser Form des Alkoholismus sind nicht zu unterschätzen, da in den kurzen Phasen des Trinkens erhebliche körperliche Schäden entstehen können.[7]

Die Ursachen des Alkoholismus scheinen, wie man aus der Einteilung Jellineks entnehmen kann, nicht einheitlich zu sein. Für die Entstehung des Missbrauchs, Sucht und Abhängigkeit bei Alkohol sind es Grundsätzlich drei Faktorengruppen die dafür in Frage kommen. Es handelt sich hierbei um Faktoren, die die Eigenschaft des konsumierenden, der Droge selbst und des sozialen Umfelds betreffen.[8]

[...]


[1] Wolfgang Schmidbauer / Jürgen vom Scheidt , 1999, S.56

[2] Vgl. dazu: http://www.bmfsfj.de/Publikationen/genderreport/8-Gesundheitsstatus-und-gesundheitsrisiken-von-frauen-und-maennern/8-4-Gesundheitsbewusste-versus-riskante-verhaltensweisen/8-4-4-suchtmittelmissbrauch-und-abhaengigkeit,did=55382,render=renderPrint.html, 03.01.2011

[3] Vgl. Reinhold Aßfalg, 1983, S.7

[4] Vgl. http://home.datacomm.ch/onlinegruppe.ohnegrenzen/aa_onlinegruppe_ohnegrenzen_ who.htm, 10.01.2011

[5] Vgl. Josef Grünberger, 1977, S.16

[6] Vgl. Josef Grünberger, 1977, S.16 ff.

[7] Vgl. Reinhold Aßfalg, 1983, S.61

[8] Vgl. Josef Grünberger, 1977, S.17

Details

Seiten
16
Jahr
2003
ISBN (eBook)
9783640799138
ISBN (Buch)
9783640799244
Dateigröße
501 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v164796
Institution / Hochschule
Universität Duisburg-Essen
Note
1,7
Schlagworte
Jugend und Alkopops Alkoholismus

Autor

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Titel: Alkoholismus bei Kindern und Jugendlichen: Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten