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Kulturelle Erwachsenenbildung

Eine kritische Betrachtung der aktuellen Situation

Hausarbeit 2010 16 Seiten

Soziale Arbeit / Sozialarbeit

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Definition Erwachsenenbildung

Definition kulturelle Bildung

Lebenslanges Lernen

Orte Kultureller Erwachsenenbildung

Fazit

Literaturverzeichnis

Einleitung

Mit vorliegender Arbeit soll die Stellung, die die kulturelle Erwachsenenbildung in unserer heutigen Gesellschaft einnimmt, genauer beleuchtet werden. Ist kulturelle Erwachsenenbildung öffentlich und politisch überhaupt anerkannt? Wo findet kulturelle Erwachsenenbildung statt? Kann sie tatsächlich einen Beitrag leisten, unsere Gesellschaft positiv mitzugestalten? Ist sie im Erwachsenenalter überhaupt noch notwendig oder ist sie dann bereits überflüssig und ein Luxusgut? Im Folgenden sollen all diese Fragen untersucht werden. Zunächst einmal gilt es hierbei die Begriffe der Erwachsenenbildung und der kulturellen Bildung genauer zu untersuchen und darzustellen, auch der Begriff des lebenslangen Lernens wird genauer erläutert. Orte der kulturellen Erwachsenenbildung werden vorgestellt und die kulturelle Erwachsenenbildung im Allgemeinen wird diskutiert. Die Begriffe Erwachsenenbildung und Weiterbildung werden im Verlauf der Arbeit synonym verwendet, da dies auch in der Fachliteratur zum größten Teil der Fall ist.

Definition Erwachsenenbildung

Wie die Bezeichnung „Erwachsenenbildung“ bereits betont, handelt es sich hierbei um Bildungsangebote für erwachsene Menschen. Dieser simplen Schlussfolgerung liegen jedoch unterschiedlichste Definitionen zu Grunde. Ehrmann z. B. bezeichnet Erwachsenenbildung als „Fortsetzung oder Wiederaufnahme organisierten Lernens nach Abschluss einer unterschiedlich ausgedehnten ersten Bildungsphase.“ (Ehrmann nach Wikipedia). Die Zielgruppe der Erwachsenenbildung wird bei dieser Auslegung des Begriffes stark eingeschränkt, jedoch nicht anhand des Alters des Erwachsenen, sondern durch dessen bisherige berufliche Bildung. Ebenso bezieht sich diese Definition ausschließlich auf organisiertes Lernen, sprich, das Lernen in speziellen Institutionen wie der Volkshochschule, das Lernen durch Seminare und Vorträge, sowie Fernstudium. Das nicht-institutionelle Lernen, autodidaktische Kompetenzaneignung, schließt diese Definition also völlig aus der Erwachsenenbildung aus.

Die EEB bezeichnet als Erwachsenenbildung „geplante pädagogische Prozesse mit dem Ziel, mündige Menschen zu befähigen, ihren Wissens- und Bewusstseinsstand, sowie ihre Handlungskompetenz zu erweitern.“ (EEB). Hier also ist die Erwachsenenbildung eine geplante Maßnahme, die zur Wissens- und Kompetenzerweiterung ausschließlich mündiger Menschen erfolgt.

Laut Nagel und Kuwan versteht man unter Erwachsenenbildung „sämtliche Aktivitäten, die der Vertiefung, Erweiterung oder Erneuerung von Wissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten von Menschen dienen, die bereits eine erste Bildungsphase abgeschlossen haben und in der Regel erwerbstätig waren.“ (Nagel und Kuwan nach Wikipedia). Bei dieser Definition erfolgt also keine Einschränkung auf das organisierte Lernen, wenn auch autodidaktisches Lernen nicht direkt angesprochen wird.

Das BMBF zählt die Vielfalt der Erwachsenenbildung wie folgt auf: „Zur Weiterbildung gehören Umschulungen und Meisterkurse genauso wie Sprachunterricht, das Nachholen von Schulabschlüssen oder freizeitorientierte Bildungsangebote. Weiterbildung ist die Fortsetzung jeder Art des Lernens nach Abschluss der Bildungsphase in der Jugend.“ (BMBF). Auch hier, wie bei Ehrmann, wird Bezug genommen, auf die beruflichen Merkmale des Erwachsenen, auf den Abschluss der ersten Bildungsphase. Jedoch erfolgt hier auch ein Verweis auf das freizeitorientierte Lernen, welches die Definition des BMBF, mit einschließt in den Begriff der Erwachsenenbildung.

Fleige beschreibt ferner: „Weiterbildung liegt auch vor, wenn die Erwachsenen ihr Lernen selbst steuern. Weiterbildung umfasst die allgemeine, politische, kulturelle und wissenschaftliche Weiterbildung.“ (KMK nach Fleige). Diese Definition erweitert den Begriff der Erwachsenenbildung also auch noch um die Komponente des selbstgesteuerten Lernens und zählt auch die verschiedenen Bereiche der Bildung, kulturelle Bildung mit enthalten, auf.

Man kann zusammenfassend also sagen, dass Erwachsenenbildung als Überbegriff für unterschiedlichste Formen von Bildungsveranstaltungen für erwachsene Menschen bezeichnet werden kann. Sie ist also Lernen, das sich vom Selbststudium mit Hilfe von Fachliteratur bis hin zu der Teilnahme an institutionalisierten Lernformen, wie dem Weiterbildungskurs, erstreckt.

Laut Hungerbühler ist Erwachsenenbildung erforderlich „für eine umweltgerechte Entwicklung, für eine demokratische Gesellschaft, für Gleichberechtigung, für wissenschaftliche, soziale und ökonomische Entwicklung und für den Aufbau einer Welt, in der Krieg und Gewalt durch Dialoge und eine Friedenskultur ersetzt werden.“ (Hungerbühler nach Open Academy). Hierbei bezieht er sich offenkundig nicht nur auf das durch Erwachsenenbildung erworbene Wissen in den unterschiedlichsten Bereichen, sondern auch auf die im Rahmen von Erwachsnenbildung erworbenen Schlüsselkompetenzen.

Laut dem BMBF haben im Jahr 2007 in Deutschland 43 Prozent der Befragten Erwachsenen zwischen 19 und 64 Jahren an beruflicher oder allgemeiner Weiterbildung in Form von Lehrgängen, Kursen oder Vorträgen teilgenommen (BMBF).

Definition kulturelle Bildung

Wie für den Begriff der Erwachsenenbildung, gibt es auch für den Begriff der kulturellen Bildung vielfältigste Definitionen. Die Vorstellungen über Inhalte und Methodik, sowie über Sinn, Zweck und Zielsetzung von kultureller Bildung gehen mitunter weit auseinander. Man kann unter kultureller Bildung das lebenslange Lernen verstehen, das den Menschen von jung bis alt überall, sowohl innerhalb wie auch außerhalb von Bildungseinrichtungen, sowohl privat als auch öffentlich begleitet. Diese Definition der kulturellen Bildung ist sehr weit ausgelegt und wird vertreten von Anthropologen und Soziologen, die den Menschen und sein gesellschaftliches Zusammenwirken als Ganzes sehen. Generell kann man laut Scherz-Schade unter kultureller Bildung „auch ganz konkrete Angebote von Bildungs- und Kulturinstitutionen, u. a. aus den Bereichen Musik, Bildende Kunst, Literatur, Theater und Tanz, verstehen.“ (Scherz-Schade). Diese Definition ist weniger weit gefasst, jedoch setzt sie Anbieter von kulturellen Bildungsangeboten voraus.

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Details

Seiten
16
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783640796083
ISBN (Buch)
9783640795826
Dateigröße
529 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v164431
Institution / Hochschule
Evangelische Hochschule Berlin
Note
1,7
Schlagworte
Kulturelle Erwachsenenbildung

Autor

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Titel: Kulturelle Erwachsenenbildung