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Die Tugendethik des Aristoteles und die Frage nach dem besten Leben

Seminararbeit 2010 11 Seiten

Philosophie - Philosophie der Antike

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Die Tugendlehre des Aristoteles

3. Begriff der Glückseligkeit (Eudaimonia)
3.1 Die Bestimmung der Tugenden
3.1.1 Die Charaktertugenden (arete ethike)
3.1.2 Die Mitte (mesotes) als Definitionselement der Charaktertugenden
3.1.3 Die Vernunfttugenden (arete dianoetike)
3.2 Die Frage nach der besten Lebensart: Politische oder Theoretische Exisenz

4. Schluss

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Der Mensch als „zoon politikon“. Das Menschenbild, das Aristoteles seiner politischen Philosophie zugrunde legt, besagt, dass dieser von Natur aus ein staatenbildendes Lebewesen ist, und das in höherem Maße noch „als jede Biene oder irgendein Heerdentier“ .Nur die politische Gemeinschaft, in diesem Fall die Polis, ermöglicht es dem Menschen sich gemäß seiner Wesensform zu verwirklichen und glücklich zu werden. Entsprechend seiner Anthropologie basiert das praktische Gelingen der politischen Philosophie des Aristoteles auf der Ethik , schließlich ist Politik nichts anderes als deren Anwendung.

In dieser Arbeit möchte ich ausgehend von dem aristotelischen Leitbegriff des Glücks (agathon), auf die Kompetenzen der Bürger eingehen, auf die ein gelungenes Staatswesen, in diesem Fall der Polis, fußt, denn die aristotelische Tugendethik bezieht sich direkt auf die reale Ordnung des Staates. So soll zuerst der Begriff der Glückseligkeit (eudaimonia) näher erläutert werden, er nimmt eine zentrale in Stellung in der aristotelischen Tugendethik ein. Ausgehend davon werde ich auf die Charaktertugenden (arete ethike) und ihre Bestimmung durch das Moment der Mitte (mesotes) eingehen, anschließend die Vernunfttugenden (arete ethike) behandeln. Mag die Ethik des Aristoteles auf das Gelingen einer politischen und sozialen Gemeinschaft abzielen, so stellt er dennoch die Frage, welches Leben, theoretisch betrachtet, am meisten die Kriterien des Glücks erfüllen würde, denn nicht nur das „Staatenbilden“ liegt ihm im Blut, auch der Besitz der Vernunft bestimmt maßgeblich das menschliche Wesen. Deshalb möchte ich am Ende dieser Arbeit die Frage beantworten, die Aristoteles bis zum Ende der Nikomachischen Ethik offen lässt, nämlich ob der Mensch das größte Glück in der politischen oder in der theoretischen Existenz finden kann.

Der Begriff der Eudaimonia

Im Unterschied zu seiner Bestimmung als politisches Wesen, besitzt der Mensch die Tugenden nicht von Natur aus, es sind gewissermaßen Haltungen, die er mittels seiner Vernunft und Sprachbegabung erwirbt und ausbaut. Davon ausgehend muss man sich die Frage stellen, was den Menschen antreibt, was seine Ziele bestimmt oder kurz: wonach strebt der Mensch? Im ersten Buch der Nikomachischen Ethik zeigt Aristoteles, dass alle Handlungen ein Ziel haben, nach etwas streben, nämlich nach dem Guten (agathon).

„Deshalb hat man Gut zu Recht erklärt als das, wonach alles strebt“

Geht man von einer Art Hierarchie der Ziele aus, wird deutlich, dass es auch höherrangigere gibt, um derentwillen wiederum andere verfolgt werden.

„(...) so ist das Ziel der Medizin die Gesundheit, dasjenige des Schiffbaus das Schiff , das der Strategik der Sieg, das der Haushaltsführung der Reichtum.“

Dieses Ziel, das allen vorangehenden Zielen als Beweggrund dient, bezeichnet Aristoteles als das „beste Gut (ariston)“ .

Nun fragt Aristoteles, was unser aller Intention ist, was die vollständige Erfüllung allen menschlichen Strebens und uns allen, unabhängig von gesellschaftlicher Stellung oder Bildung, als höchstes Ziel gilt. Es ist die Eudaimonia, das Glück oder die Glückseligkeit.

„Das Glück erweist sich also als etwas, das abschließend und autark ist; es ist das Ziel all dessen, was wir tun.“

Aristoteles bestimmt dieses Glück als autark, da es das Leben auch dann lebenswert macht, würde man es allein besitzen. Alles erstreben wir um seinetwillen. Die Glückseligkeit kann als „das“ Prinzip des Staatswesens aufgefasst werden, sie ist das höchste praktikable Gut und sich selbst genügendes Ziel allen menschlichen Strebens.

[...]

Details

Seiten
11
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783640793556
ISBN (Buch)
9783640793785
Dateigröße
511 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v164407
Institution / Hochschule
Hochschule für Philosophie München
Note
1.0
Schlagworte
Tugendethik Aristoteles Frage Leben
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Titel: Die Tugendethik des Aristoteles und die Frage nach dem besten Leben