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Geschäftsprozessmodellierung mit ARIS und BPMN im Ausbildungsberuf IT- Systemkaufmann/ -frau

Seminararbeit 2010 27 Seiten

Medien / Kommunikation - Methoden und Forschungslogik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Problemstellung

2 Grundlagen der Geschäftsprozessmodellierung

3 Geschäftsprozessmodellierung mit ARIS und BPMN
3.1 Geschäftsprozessmodellierung mit ARIS
3.1.1 Aufbau der ARIS-Architektur
3.1.2 Die Ereignisgesteuert Prozesskette (EPK)
3.2 Geschäftsprozessmodellierung mit BPMN
3.3 Vergleich von BPMN und EPK

4 Bedeutungsaspekte der Geschäftsprozessmodellierung

5 Geschäftsprozessmodellierung im Ausbildungsberuf IT- Systemkaufmann/-frau
5.1 Analyse der Ausbildungsordnung
5.2 Analyse der Lehrplanrichtlinie

6 Schlussbetrachtung

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Problemstellung

Geschäftsprozessmodellierung stellt in Bezug auf die Entwicklung betrieblicher Anwendungssysteme sowie als Teil der Prozessorientierung im Rahmen eines allgemeinen Managementansatzes ein wichtiges Thema dar. Dementsprechend sollte Geschäftsprozessmodellierung auch Bestandteil der beruflichen Erstaus- bildung sein. Zentrale Frage dieser Arbeit ist, wie sich diese Entwicklung in der beruflichen Ausbildung niederschlägt. Exemplarisch für die IT- Ausbildungsberufe wird diese Frage anhand des Ausbildungsberufes Informati- ons- und Telekommunikationssystemkaufmann/ Informations- und Telekommu- nikationssystemkauffrau (Kurz: IT-Systemkaufmann/-frau) untersucht. Zuerst ist es notwendig, herauszuarbeiten, wie Geschäftsprozesse modelliert werden. Dazu werden die „Architektur Integrierter Informationssysteme“ (ARIS) und die „Business Process Modelling Notation“ (BPMN) vorgestellt und miteinander verglichen. Ein weiterer Aspekt ist die Bedeutung der Geschäftsprozessmodel- lierung in der Praxis. Nachdem diese Bedeutung herausgearbeitet wurde, ist es möglich, die Lehrpläne und Ausbildungsverordnungen des Ausbildungsberufs IT-Systemkaufmann/-kauffrau vor diesem Hintergrund zu durchleuchten. Dabei wird vordergründig auf die Verankerung der Geschäftsprozessmodellierung in der Ausbildungsordnung und dem Lehrplan eingegangen. Es ist nicht Ziel, konkrete Handlungsempfehlungen für die Einbettung der Geschäftsprozessmo- dellierung in ein Unterrichtszenario zu geben oder die aktuelle Unterrichtspraxis zu untersuchen.

Zu Beginn werden in Kapitel 2 Grundlagen der Geschäftsprozessmodellierung erläutert und methodische Grundlagen für die weitere Analyse betrachtet. Kapi- tel 3 beschäftigt sich eingehend mit den zwei Ansätzen ARIS sowie BPMN und vergleicht diese miteinander. In Kapitel 4 werden Bedeutungsaspekte der Mo- dellierung von Geschäftsprozessmodellierung betrachtet, auf deren Grundlage in Kapitel 5 die Analyse des Lehrplans und der Ausbildungsordnung erfolgt. Das letzte Kapitel soll versuchen, den Bezug zu ARIS und BPMN herzustellen. Auf Grund der gewonnenen Erkenntnisse wird diskutiert, welcher Ansatz in den Be- rufsschulen gelehrt werden sollte.

2 Grundlagen der Geschäftsprozessmodellierung

Ziel dieses Kapitels ist es, die Begriffe Geschäftsprozess und Modellierung zu definieren sowie einen methodischen Rahmen vorzugeben, auf dessen Grundlage die weitere Betrachtung erfolgen soll.

Als Geschäftsprozess kann ein immer wiederkehrender Prozess betrachtet werden, der der Erreichung von Unternehmenszielen dient (FRANK & VAN LAAK 2003, 8). Ein Prozess besteht aus einer sachlogischen, zeitlichen Folge von Aktivitäten und ist inhaltlich abgeschlossen. Er ist auf die Bearbeitung eines betriebswirtschaftlichen Objektes ausgerichtet (BECKER 2010). Zur Beschreibung der Begriffe Modell und Modellierung wird der Bezugsrahmen der Modellierung nach (WAND & WEBER 2002) genutzt, der in Abbildung 1 dargestellt ist.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1 Bezugsrahmen der Modellierung nach (W AND & W EBER 2002., 364)

Der Modellierungskontext beschreibt alle Umgebungsfaktoren, die auf die Ers- tellung des Modells einwirken. Die Modellierungsmethode beschreibt die Vor- gehensweise, die zur Erstellung des Modells nötig ist. Die Modellierungsspra- che besteht aus Elementen und Regeln zu deren Kombination, um die betriebli- che Realität abzubilden. Das Model ist das Resultat des Modellierungsprozes- ses. FERSTL & SINZ (2008, 22) beschreiben ein Modell als die zielgerichtete Ab- bildung eines Objektsystems, das mit der Realität gleichzusetzen ist. Die in ei- nem Unternehmen ablaufenden Prozesse stellen das Objektsystem dar und das Geschäftsprozessmodell dessen Abbildung. Der übergeordnete Kontext der Geschäftsprozessmodellierung ist das Prozessmanagement, das durch die Mo- dellierung unterstützt wird. Aufgabe der Geschäftsprozessmodellierung ist die Konstruktion, Wartung und Anwendung der Modelle (BECKER 2010). Um die Modellierungssprache zu veranschaulichen werden Metamodelle genutzt. Ein Metamodell definiert Modellbausteine, Beziehungen zwischen den Bausteinen und Regeln, um die Bausteine mit Hilfe von Beziehungen zu verknüpfen (FERSTL & SINZ 2008, 131). Da in diese Arbeit Metamodelle zur Beschreibung der Geschäftsprozessmodellierungssprachen genutzt werden, ist es nötig, das Metamodell selbst zu beschreiben. Dazu wird das Meta-Metamodell nach FERSTL & SINZ (2008) herangezogen, das selbstbeschreibend ist.

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Abbildung 2: Meta-Metamodell

Im Meta-Metamodell werden Metaobjekte durch Metabeziehungen verbunden. Diese lassen sich in Generalisierungs-, Assoziations- oder Attributzuordnungs- beziehung gliedern. Jeder Metabeziehung können Kardinalitäten zugeordnet werden.

3 Geschäftsprozessmodellierung mit ARIS und BPMN

Auf Grundlage der in Kapitel 2 dargelegten definitorischen und methodischen Aspekte, erfolgt in diesem Kapitel die Betrachtung von ARIS und BPMN. Zentral ist dabei die Einordnung in den vorgestellten Bezugsrahmen und die Vorstellung der Modellierungssprachen anhand des Metamodells.

3.1 Geschäftsprozessmodellierung mit ARIS

ARIS, die Architektur Integrierter Informationssysteme, wurde von August- Wilhelm Scheer entwickelt und in SCHEER (1992a) erstmals vorgestellt. ARIS versucht verschiedene Methoden, die zur Entwicklung von Anwendungssyste- men existieren, in einer Architektur darzustellen und bietet somit auch ein Konzept zur Unternehmensmodellierung (KELLER, NÜTTGENS & SCHEER 1992, 4).

ARIS ist aber nicht nur als ein Konzept zu betrachten, sondern auch als Soft- ware (SEIDLMEIER 2006, 11f.), die von der IDS Scheer GmbH als Modellie- rungswerkzeug entwickelt wurde. Neben den zwei genannten Aspekten (Archi- tektur zur Beschreibung von Geschäftsprozessen und Softwaretool) nennt SCHEER (2000) zwei weitere. Zum einen stellt ARIS als Modellierungsmethode entsprechende Metamodelle, die sogenannten „Information Modells“ zur Verfü- gung zum anderen kann es als Konzept zur computergestützten Geschäftspro- zessverwaltung genutzt werden (ebd., 1). Im Folgenden wird nun auf den Auf- bau der ARIS Architektur eingegangen.

3.1.1 Aufbau der ARIS-Architektur

Ausgangspunkt für die Modellierung von Geschäftsprozessen mit ARIS ist die Erstellung eines Modelles der Unternehmensprozesse (SCHEER 1997, 10). Da dieses Modell eine sehr hohe Komplexität aufweist, wird es in sogenannte Sichten zerlegt. Innerhalb der Sichten werden einzelne Aspekte des Prozesses isoliert betrachtet (RUMP 1999, 5; STAUD 2001, 27). Dabei können einzelne Objekte einer Sicht in einer anderen Sicht vorkommen, wodurch Beziehungen zwischen den einzelnen Sichten abgebildet werden (DAVIS 2005, 16). Folgende Sichten werden unterschieden und kurz vorgestellt:

- Datensicht
- Funktionssicht
- Organisationssicht
- Prozesssicht

In der Datensicht werden Informationsobjekte und deren Beziehung zueinander beschrieben (RUMP 1999, 55). Dabei handelt es sich um unternehmensspezifi- sche Informationen, die in Form von Daten in einer Datenbank verwaltet wer- den. Das zentrale Modell der Datensicht ist das Entity-Relationship-Modell (STAUD 2001, 27). SCHEER (1997) beschreibt die Daten als Zustände und Ereig- nisse.

Die Funktionssicht beschreibt alle durchzuführenden Funktionen und deren Abhängigkeiten untereinander. Dabei werden auch alle Teilfunktionen beschrieben. Ein Beispiel für ein in dieser Sicht benutztes Modell, ist der Funktionsbaum (SCHEER 1997, 13).

Zentrales Modell der Organisationssicht ist das Organigramm, mit dessen Hilfe die an Unternehmensprozessen beteiligten Organisationseinheiten und deren Beziehung dargestellt werden(STAUD 2001, 27; DAVIS 2005, 16). Die Modelle der Daten-, Funktions- und Organisationssicht werden als statische Modelle bezeichnet, da sie die Struktur einer Organisation beschreiben. Die Prozesssicht, auch Steuerungssicht genannt, ist dynamisch. Sie beschreibt das Verhalten einer Organisation (DAVIS 2005, 16). Die Steuerungssicht ist der zent- rale Teil von ARIS, denn hier werden die Geschäftsprozesse unter Integration der Elemente aus anderen Sichten beschrieben (RUMP 1999, 55). Wichtigstes Modell dieser Sicht sind die Ereignisgesteuerten Prozessketten (EPK), die in Abschnitt 3.1.2 näher beschrieben werden.

In einem zweiten Schritt der Komplexitätsreduktion werden nun für jede Sicht Beschreibungsebenen eingeführt. SCHEER (1997) begründet dies damit, dass bei der Umsetzung betriebswirtschaftlicher Problemstellungen mittels Informationstechnik verschiedene Vorgehensmodelle zum Einsatz kommen, die den Lebenszyklus eines Informationssystems repräsentieren. Aus diesem Lebenszyklus werden nun drei Beschreibungsebenen abgeleitet, die durch ihre Nähe zur Informationstechnik gegenzeichnet sind (SCHEER 1992a, 15).

Die erste Beschreibungsebene wird als Fachkonzept bezeichnet und ist von der Informationstechnik am weitesten entfernt. Im Fachkonzept werden der Ist- und Sollzustand der betrieblichen Realität in formalisierter Form dargestellt (SEIDL- MEIER 2006, 23). Auf der zweiten Ebene, dem Datenverarbeitungsentwurf (DV- Entwurf), wird das Fachkonzept auf die Sprache der Informationstechnik umge- setzt (RUMP 1999, 56). Der DV-Entwurf bildet somit die Schnittstelle zwischen Fachkonzept und Informationstechnik (SCHEER 1997, 15). Auf der dritten Ebene, der technischen Implementierung, erfolgt die konkrete Umsetzung des DV- Entwurfs in Form von Hard- und Software (STAUD 2001, 28).

Innerhalb jeder Sicht und jeder Beschreibungsebene kommen unterschiedliche Modelle zum Einsatz. Die detaillierte Vorstellung jeder einzelnen Sicht würde den Rahmen dieser Arbeit sprengen. Die Aufteilung in Beschreibungssichten ist als Modellierungsmethode anzusehen, da vorgegeben ist, in welcher Reihenfolge einzelne Modellierungssprachen angewendet werden sollen, um eine betriebliche Problemstellung auf ein Informationssystem abzubilden.

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Details

Seiten
27
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783640794577
ISBN (Buch)
9783640794843
Dateigröße
550 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v164311
Institution / Hochschule
Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Note
1,3
Schlagworte
ARIS BPMN Geschäftsprozessmodellierung in den IT-Berufen

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Titel: Geschäftsprozessmodellierung mit ARIS  und BPMN im Ausbildungsberuf IT- Systemkaufmann/ -frau