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Auseinandersetzung mit Tierversuchen

Eine Arbeit inspiriert von Peter Singer

Studienarbeit 2005 15 Seiten

Soziale Arbeit / Sozialarbeit

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2 Grundwissen zum Thema Tierversuche

3... Peter Singers Aussagen zur Verteidigung der Tiere
3.1. Das Grundprinzip der Gleichheit
3.2. Der Speziesismus
3.3. Die Ansicht des Utilitarismus

4... Eigene Reflexion

5 Zusammenfassung

6.. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

In dieser Studienarbeit zum Thema Tierversuche, mochte ich zuerst allgemeine Punkte nennen, da ich dies als Grundlage fur wichtig erachte.

Meine ablehnende Haltung zu dieser Debatte mochte ich mit Argumenten von Peter Singer und seinem Ruf nach der Verteidigung der Tiere manifestieren. Peter Singer bezieht sich nicht nur auf die Tierversuche, vielmehr setzen seine Theorien an dem Punkt an, an dem er Grunde nennt, warum Tiere fur diese und andere Qualerein verbraucht werden.

Des Weiteren nutze ich diese Gelegenheit um eigene Uberlegungen, Uberzeugungen und meine Ansicht als Reflexion anzufugen. Dabei werde ich mich nicht nur auf das Thema Tierversuche beziehen. Meine ethische Grundeinstellung umschliefit mehr Seiten der Problematik, die ich dabei gem darlegen mochte.

Ich mochte mit dieser Arbeit mein eigenes Wissen ausbauen und den Schrecken und Schmerz, den leider viele Tiere erdulden mussen, aufzeigen. Genau wie den Punkt, dass es keine Rechtfertigung dafur gibt.

2. Grundwissen zum Thema Tierversuche

Alle Tierschutzer appellieren an das ethische Verantwortungsgefuhl des Menschen, darum ist der Tierschutz ein allgemeiner Lebensschutz gegenuber allen Mit-Lebewesen. Der Mensch kann auf dieser Welt nur Uberleben, wenn er mit der Natur Frieden schlieBen kann.

,,Wer seine Mitmenschen ausbeutet, beutet genauso die Natur und die Tiere aus und umgekehrt!“ (Clages, Haferbeck, Rambeck, 1997, S. 9).

Tierversuche findet man in samtlichen Forschungseinrichtungen und in der Industrie, wie z.B. der Kosmetik und Chemie.

Nach offiziellen Statistiken werden die meisten Tiere in der pharmazeutischen Industrie, von Universitaten, Max-Planck-Instituten und anderen staatlichen F orschungseinrichtungen verbraucht.

Man kann im Allgemeinen sagen, dass alles was der Mensch isst oder einnimmt, von ihm gebraucht oder verbraucht wird, vorher in irgendeiner Weise an Tieren getestet wurde.

Der Grund dafur ist ganz einfach, ,,Wer Tierversuche vorweisen kann, ist juristisch in der Lage, Folgerisiken auf den Patienten oder Konsumenten abzuwalzen“ (Clages, Haferbeck, Rambeck, 1997, S. 14).

Seit dem 1.1.1989 besteht eine gesetzliche Verpflichtung zur Meldung der Zahlen der in Tierversuchen verbrauchten Tiere an das Bundesministerium fur Ernahrung, Landwirtschaft und Forsten (BML). Doch dabei spielt immer wieder eine Dunkelziffer eine groBe Rolle, denn z.B. Entnahmen von Organen oder der Tod der Tiere auf dem Transportweg werden, nicht mit erfasst.

Tierversuche sind auch nicht immer erfolgreich, viele Arzneimittel die immer wieder an tausenden Tieren getestet wurden, mussten wieder vom Markt genommen werden.

Es gibt ethische Grunde, sachliche Uberlegungen und medizinische Argumente, die gegen Tierversuche sprechen.

,,Auch Tiere haben ein grundlegendes Recht auf Schutz vor Willkur und Gewalt. Sie haben zwar kein vergleichbares Selbstbewusstsein wie der Mensch, aber sie konnen fuhlen, Freude und Angst empfinden, Schmerz und Qualen erleiden.“ (Clages, Haferbeck, Rambeck, 1997, S.17)

Die Tierpsychologie hat gezeigt, dass Tiere konkrete Formen von Bewusstsein haben und die Achtung und Erfurcht vor dem Leben, auch das Leben eines Tieres, muss das hochste Gebot menschlichen und damit auch arztlichen und wissenschaftlichen Handels sein.

„Die Ergebnisse von Tierversuchen sind nicht mit der hinreichend notigen Zuverlassigkeit auf den Menschen ubertragbar.“ (Clages, Haferbeck, Rambeck, 1997, S. 19)

Die Krankheiten die in den Versuchstieren kunstlich erzeugt werden, konnen nicht mit Krankheiten des Menschen verglichen werden, da meist psychische, soziale, ernahrungsbedingte, umweltbedingte und auch anlagebedingte Faktoren fur den Krankheitsverlauf des Menschen entscheidend sind.

Es gibt auch viele Chemikalien die bei Mensch und Tier vollig unterschiedliche Wirkungen hervorrufen.

Ein Beispiel fur sinnlose Tierversuche ist das Arzneimittel Contergan. Dieses Mittel wurde unendlich an Tieren getestet und fur den Markt frei gegeben. Die Versuche waren nicht nur sinnlos, sondern hatten auch schreckliche Folgen. Viele schwangere Frauen die dieses Mittel einnahmen, brachten korperlich behinderte Kinder zu Welt. Aber warum werden weiterhin Tierversuche vollzogen, wenn sich das Argument bestatigt, dass die Ubertragung der Tierversuche fur den Menschen sogar gefahrlich ist? ,,Tierversuche sind Teil des wissenschaftlichen Weltbildes, deren Anhanger alles fur machbar und jedes Experiment fur zulassig halten, welches die Grenzen der Erkenntnis evtl. noch erweitern konnte.“ (Clages, Haferbeck, Rambeck, 1997, S. 58)

Im Rahmen dieses Wissenschaftssystems dient das Tier als Modell fur den Menschen, da der Mensch aus ethischen Grunden nicht direkt als Versuchstier benutzt werden kann.

Und so wird jedes Experiment und ist es auch noch so realitatsfern, zur Befriedigung von wissenschaftlicher Neugier als Beitrag zu Grundlagenforschung honoriert.

Die Tiere werden nicht benutzt, weil sie schmerzunempfindlich sind, sondern eine gewisse Ahnlichkeit der neurophysiologischen Merkmale aufweisen. Daraus lasst sich aber auch schliefien, dass sie Schmerz empfinden.

Die Tiere konnen nur bei Versuchen benutzt werden, wenn sie fur diesen Zweck auch gezuchtet worden sind. Das bestimmt das Tierschutzgesetz von 1987.

Allerdings schutzt dieses Gesetz nicht wirklich, da die Paragraphen immer wieder Hinterturchen offen lassen.

So konnen auch andere Tiere benutzt werden, wenn man diese fur den Zweck als notig erachtet oder die Tiere gerade nicht als Zuchtung zur Verfugung stehen.

Es gibt auch keinen Tierversuch, der bewusst einen Menschen retten kann, denn man kann niemals ein Arzneimittel fur eine bestimmte Krankheit gezielt suchen.

Die Suchstrategie mit irgendwelchen Substanzen lauft mindestens in 7999 Fallen von 8000 Versuchen ins Leere. Und auch bei den gefundenen Substanzen, weiB man oft nicht, ob oder wem sie einmal helfen oder schaden sollten.

Tierversuche sind auch bei Schadlingen nicht gerechtfertigt. Wer sich gegen Tierversuche einsetzt, wird konsequenterweise auch gegen das qualvolle Vergiften von Tieren, z.B. Ratten, sein. Fur das Experimentaltier ist es egal, ob es als Ekeltier oder als Kuscheltier eingeschatzt wird, es erleidet die gleichen Schmerzen.

Der Mensch hat nicht das Recht ihm unterlegene Lebewesen fur seine Zwecke auszubeuten. Er tragt mehr die Verantwortung fur diese Lebewesen.

,,Ein medizinischen System, dessen Voraussetzungen auf dem Faustrecht basieren und das Qual, Schmerz und Tod fur Millionen machtlose Mitlebewesen bedeutet, scheint mehr als fragwurdig!“ (Clages, Haferbeck, Rambeck, 1997, S. 79)

3. Peter Singers Aussagen zur Verteidigung der Tiere 3.1 Das Grundprinzip der Gleichheit

Peter Singer gibt zuerst das Grundprinzip der Gleichheit an. In dem fordert er nicht die gleiche oder identische Behandlung, sondern eine gleiche Berucksichtigung. Und dabei kann eine gleiche Berucksichtigung zu unterschiedlicher Behandlung und zu unterschiedlichen Rechten fuhren.

,,Wenn die Forderung nach Gleichheit auf dem tatsachlichen Gleichsein aller Menschen beruhte, muBten wir sie aufgeben.“ (Singer, 1996, S. 30)

Das bedeutetjeder Mensch ist ein Individuum, dass auch so berucksichtigt werden muss und so braucht er eine individuelle Behandlung.

Es ist nicht absurd, dieses Prinzip auf sogenannte ,,niedere Kreaturen“ auszudehnen. ,,Die Fahigkeit zu Leiden und Freude ist eine Vorbedingung, um uberhaupt Interessen haben zu konnen, eine Bedingung, die erfullt sein muB, damit wir uberhaupt sinnvoll von Interessen sprechen konnen.“ (Singer, 1996, S.36)

Und wenn ein Lebewesen leidet, kann es keine moralische Rechtfertigung geben, dieses Leiden nicht zu berucksichtigen. Egal wie dieses Lebewesen beschaffen ist, das Prinzip der Gleichheit verlangt, dass sein Leiden genauso zahlt wie ein entsprechendes Leiden irgendeines anderen Wesens.

Die Fahigkeit Leiden oder Freude empfinden zu konnen, ist die einzige vertretbare Grenze, die wir hinsichtlich der Berucksichtigung der Interessen Anderer ziehen konnen.

Die Rechtfertigung fur Qualen gegenuber Tieren wurde nur darin bestehen, dass wir uns niemals der Vernachlassigung der Berucksichtigung der Interessen anderer Tiere schuldig machen, da sie uberhaupt keine haben.

Aber die Tiere sind leidensfahig und keine Automaten ohne Bewusstsein und die kein psychisches Leben besitzen, daher besitzen sie Interessen und sobald wir ein Tier qualen machen wir uns schuldig.

Denn wenn wir davon ausgehen, dass unsere besten Freunde den gleichen Schmerz wie wir empfinden konnen, warum sollten es Tiere dann nicht?

,,In Grofibritannien haben drei verschiedene Regierungskommissionen fur Tierfragen die Schlufifolgerung akzeptiert, dafi Tiere Schmerz empfinden“ (Singer, 1996, S. 43)

Die Interessen kann man dem Tier auch nicht absprechen, indem man die Unfahigkeit zur Sprache herbeizieht. Denn Sprache mag far ein abstraktes Denken notwendig sein, aber Zustande wie Schmerzen sind viel einfacher und haben nichts mit Sprache zu tun. Dabei kann man noch anfugen, dass Tiere sicher in einer Art kommunizieren, auch wenn diese von unserer abweicht. Es gibt auch Affenarten, welche die Zeichensprache erlernt haben.

3.2. Der Speziesismus

Peter Singer gibt an, dass wir es fur falsch erachten mussten, einem Tier im gleichen Mafie Schmerz zuzufugen, wie einem Menschen Es sei denn wir waren Speziesisten.

Das heifit, dass wir die Spezies Mensch hoher bewerten als andere Lebewesen, obwohl sie unserer Spezies ahnlich sind im Empfinden von Schmerz und die Interessen, die damit einhergehen.

,,Wollen wir dann aber zwischen Tieren und diesen Menschen einen Unterschied machen, ist das nur auf der Grundlage einer unverhullten und moralisch unhaltbaren Bevorzugung von Angehorigen unserer Spezies moglich.“ (Singer, 1996, S. 48)

Doch oft erleiden die Tiere noch grofiere Angste. Wenn ein wildes Tier gefangen wird um es einzusperren, kann es keinen Unterschied zu der Absicht es zu toten ausmachen. Beides bereitet ihm gleich viel Schrecken.

,,Schmerz und Leid sind als solche schlecht und sollten unabhangig von Rasse, Geschlecht oder Spezies des betroffenen Lebewesens verhindert oder so gering wie moglich gehaltenwerden.“ (Singer, 1996, S. 49)

Der Glaube das menschliches Leben und zwar nur dieses unantastbar ist, stellt die hochste Form des Speziesismus dar. Denn es lasst die Schlussfolgerung zu, dass wir mit allen anderen Lebewesen machen konnen was wir wollen.

Wir sollten nach Singer den Speziesismus vermeiden, indem wir Lebewesen, die sich in relevanten Aspekten ahnlich sind, auch dasselbe Recht auf Leben zusprechen. Blofie Zugehorigkeit zu einer biologischen Spezies kann kein moralisch relevantes Kriterium fur dieses Recht sein.

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Details

Seiten
15
Jahr
2005
ISBN (eBook)
9783640807574
ISBN (Buch)
9783640807543
Dateigröße
382 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v164309
Institution / Hochschule
Berufsakademie Sachsen in Breitenbrunn – Berufsakademie
Note
2,0
Schlagworte
Pädagogik Tierversuche Peter Singer Speziesismus Gleichheit Utilitarismus Thema Tierversuche

Autor

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Titel: Auseinandersetzung mit Tierversuchen