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Die Verfassung der USA als Grundstein der amerikanischen Demokratie

Hausarbeit 2006 12 Seiten

Geschichte - Amerika

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Historischer Hintergrund

3. Aufbau der Verfassung

4. Analyse
4.1 Vertretung der kleinen Staaten, Verhältnis der Einzelstaaten, Sklavenfrage
4.2 Gewaltenteilung
4.3 Beziehung der Staaten zur Zentralregierung

5. Auswirkungen

6. Schluss

7. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

We the People of the United States, in Order to form a more perfect Union, establish Justice, insure domestic Tranquility, provide for the common defence, promote the general Welfare, and secure the Blessings of Liberty to ourselves and our Posterity, do ordain and establish this Constitution for the United States of America .[1]

Die hier zitierte Präambel der Verfassung der USA gibt sehr grob die Hauptideen des ersten republikanisch verfassten Staates der Welt wieder. Der folgende Essay beschäftigt sich näher mit der Verfassung, indem er sie zunächst in den historischen Kontext einordnet und sich unter anderem dabei ihrer Notwendigkeit widmet. Des Weiteren wird knapp der Aufbau des Textes erläutert, und es werden dann interessante Aspekte zur Analyse herausgegriffen. Abschließend folgt eine kurze Darlegung der Auswirkungen der Verfassung.

2. Historischer Hintergrund

Die Verfassung der Vereinigten Staaten von Amerika ist ohne ihren geschichtlichen Hintergrund nicht ausreichend zu verstehen. Deswegen folgt ein zeitlicher Sprung vom 17.September 1787, dem Datum, an dem die Mehrheit der Volksversammlung der Verfassung zustimmte, auf den 15.November 1777, dem Tag, als die Articles of Confederation, entstanden.

Die Articles of Confederation, ein loser Bund der 13 Staaten, bildeten die Vorläufer der Verfassung von 1787. Dieser erst 1781 von allen Staaten anerkannte Bund diente vor allem dazu, gemeinsame Interessen durchzusetzen und sich gegenüber anderen Mächten kollektiv zu behaupten.[2] Somit stellten die Articles of Confederation lediglich einen ´festen Freundschaftsbund` dar, der die Souveränität bei den 13 teilnehmenden Staaten beließ.[3] Die Folge davon war, dass dem Kongress nur eine geringe und recht unbedeutende Auswahl an Kompetenzen zugeteilt wurde, wobei wichtige Befugnisse, wie zum Beispiel Gesetzeserlassung und Steuer- und Zollerhebung nicht in seinem Einflussbereich lagen. Seine Schwäche wirkte sich vor allem auf die Außenwirtschaft, den zwischenstaatlichen Handel und die Finanzen aus, und er konnte die Gefahren, die während und vor allem nach Ende des Krieges die Nation bedrohten, nicht wirksam bekämpfen.[4] Auch die individuelle Politikführung der Staaten und die daraus folgende Schwierigkeit der Konsensbildung unter ihnen, trugen nicht unerheblich zu Spannungen bei.

Nach dem Frieden von Paris 1783, drohte die Konföderation auseinander zu fallen, und sowohl Bund als auch Länder steckten in einer tiefen finanziellen Krise.[5] Da der Kongress die Einzelstaaten nicht zu regelmäßigen finanziellen Abgaben verpflichten konnte, verschuldete sich der Bund in den folgenden Jahren in Europa. „Die Verschuldung [...] nahm nach 1783 unaufhaltsam zu, und mehr als einmal schwebte das nationale Eigendasein der Vereinigten Staaten in größerer Gefahr als jemals während des Unabhängigkeitskrieges.“[6] Als Lösung druckte der Kongress parallel zu den Staaten Papiergeld, was die Situation verschlimmerte und zu einer Inflation führte.[7] Die Zahlungsunfähigkeit der Konföderation rief nicht nur eine sinkende Kreditwürdigkeit in Europa hervor, sondern verursachte auch, dass die Sicherheit im Lande und zu See nicht mehr gewährleistet werden konnte. Als es dann 1786/87, unter anderem ausgelöst durch zu hohe Steuern, zum „folgenträchtigsten Bauernaufstand der amerikanischen Geschichte“, der Shay´s Rebellion kam, wurden die Stimmen, die den zerrütteten Zustand der Neuenglandstaaten durch eine stärkere Zentralregierung beseitigen wollten, immer lauter.[8] Den Anfang machte das Abgeordnetenhaus von Virginia, das angeregt von Madison, die anderen Staatsregierungen 1786 zu einem Konvent nach Annapolis einlud. Dort sollten Handelsbeziehungen zwischen den Staaten geregelt werden, jedoch scheiterte ein bahnbrechender Erfolg an der kläglichen Anzahl der Teilnehmer - nur fünf Staaten folgten der Einladung – und an der Erkenntnis, dass man wirtschaftliche Beziehungen nicht isoliert betrachten konnte.[9]

Ein zweiter Versuch führte dann zum Verfassungskonvent von Philadelphia, der ursprünglich dazu dienen sollte, Änderungen an den Articles of Confederation vorzunehmen. Der Konvent, bestehend aus 55 Delegierten und unter der Leitung von George Washington, zog sich über einen längeren Zeitraum als erwartet hin (25.05.1787-17.09.1787). Diesmal lehnte lediglich Rhode Island die Teilnahme ab. Kernpunkte der Debatte in Philadelphia waren unter anderem die Vertretung der kleinen Staaten und das Verhältnis der Einzelstaaten zueinander, die Sklavenfrage, die Gewaltenteilung, und die Beziehung der Staaten zur Zentralregierung. Anstatt die Articles of Confederation zu revidieren, präsentierte der Konvent nach über beinahe vier Monaten eine vollständig neue Verfassung, die von Ratifizierungskonventen in den Einzelstaaten angenommen werden musste. Nach diversen und über die Folgejahre hinausreichenden Streitigkeiten zwischen Federalists und Anti-Federalists, unterzeichnete New Hampshire als neunter Staat im Juni 1788 die Verfassung, die somit mit der erforderlichen Mehrheit angenommen war. Verfassungskritiker forderten einen Grundrechtskatalog, der der Verfassung 1791 auch als Bill of Rights oder Ten Amendments zugefügt wurde. Dieser gewährleistet die Beständigkeit der Verfassung der Vereinigten Staaten von Amerika bis zum heutigen Tag.[10]

[...]


[1] Ohne Autorenangabe: Constitution of the United States and the Declaration of Independence, Pocket Edition, in: GPO Access, letzte Aktualisierung: 20.10.2005, URL: <http://www.gpoaccess.gov/Const.itution/index.html>, Zugriff am: 29.12.2005. Im Weiteren als Const. zitiert.

[2] ADAMS, Willi Paul: Die USA vor 1900 (Grundriß der Geschichte, Bd.14), München 2000, S.46.

[3] HEIDEKING, Jürgen: Geschichte der USA, Tübingen, Basel 32003, S. 50.

[4] GUGGISBERG, Hans: Geschichte der USA, Stuttgart, Berlin, Köln u.a. 21988, S.53.

[5] ROCK, Adolf: Kurze Geschichte der USA, Wiesbaden 1946, S.53.

[6] Vgl. Guggisberg, S.53.

[7] Vgl. Heideking, S.62.

[8] Vgl. Adams, S.47, 48.

[9] MORISON, Samuel Eliot/STEELE-COMMAGER, Henry: Das Werden der amerikanischen Republik. Geschichte der Vereinigten Staaten von ihren Anfängen bis zur Gegenwart, Stuttgart 1949, S.311.

[10] Vgl. Adams, S. 48-51.

Details

Seiten
12
Jahr
2006
ISBN (eBook)
9783640792009
ISBN (Buch)
9783640791224
Dateigröße
474 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v164285
Institution / Hochschule
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg – Geschichtswissenschaften
Note
2,0
Schlagworte
Verfassung Grundstein Demokratie

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Titel: Die Verfassung der USA als Grundstein der amerikanischen Demokratie