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Homosexualität und Coming Out in der Jugendphase

Studienarbeit 2005 17 Seiten

Soziale Arbeit / Sozialarbeit

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Was ist die Jugendphase?

3. Was ist Homosexuality?

4. Coming Out, Freunde und Familie

5. Coming Out und Schule

6. Probleme homosexueller Jugendlicher

7. Zusammenfassung

8 Literaturverzeichnis

1. Einleitung

In dieser Studienarbeit zum Thema Homosexualitat und Coming Out in der Jugendphase mochte ich zuerst die Jugendphase und die Homosexualitat etwas genauer beschreiben.

Wie man dabei erkennen kann, spielen in der Jugendphase Freunde, Familie und die Schule eine wichtige Rolle. An diese Punkte werde ich mich auch halten und weiter erlautern, was es heifit in dieser Zeit und in diesen Lebensabschnitten homosexuell zu sein. Allerdings lasse ich Punkte, wie Homosexualitat und die Kirche, vollstandig aus meiner Arbeit heraus. Bei den meisten Jugendlichen, die ich kenne, spielt die Religion in ihrem Leben keine grofiere Rolle.

Ich schreibe meist in der maskulinen Form. In dieser Arbeit geht es dennoch genauso um lesbische Jugendliche.

Zum Ende schneide ich die Probleme homosexueller Jugendlicher an, da sie auch heute noch vor Konflikten stehen.

Wenn ich in der Studienarbeit von Homosexuellen schreibe, schliefit das bisexuelle Jugendliche mit ein.

Die gewahlten Zitate stimmen in dieser Arbeit mit meiner eigenen Meinung uberein. Diese Arbeit ruft zur Gleichberechtigung auf. Sie zeigt, dass Homosexuelle keine anderen Menschen sind und nicht weniger Probleme haben wie andere auch. Sie haben teilweise mehr Probleme, die ein homosexuelles Leben mit sich ziehen kann.

2. Was ist die Jugendphase?

Die Jugendphase wird in der Sozialwissenschaft allgemein als Ubergangsphase zwischen Kindheit und Erwachsenenstatus betrachtet. Sie beginnt mit der Pubertat und dem gleichzeitigen Ende der Kindheit. Der Ubergang zum Erwachsenstatus ist geschafft, wenn man einen gewissen Grad an sozialer Reife erreicht hat. Soziale Reife wird als Ubergang zum Berufsleben, Auszug aus dem Elternhaus und Grundung einer Familie beschrieben.

Aus psychologischer Sicht ware Reife die Fahigkeit zum eigenstandigen Denken, die Ausbildung eines Wertesystems und das erlangen von sozial verantwortlichem Handeln sowie von psychosozialer Autonomie.

Es ist problematisch, diesen Ubergang an Altersgrenzen zu knupfen.

Die Standardbiografie und die Abfolge von Statuspassagen im Lebenslauf des Einzelnen sind von einer Biografie abgelost worden, die sich der Jugendliche selbst zusammenbasteln und selbst die notwendigen Schritte einleiten muss, um erfolgreich erwachsen zu werden. Man spricht hier von einer Bastelbiografie.

In der Jugendphase bildet sich die eigene Identitat heraus. Der Jugendliche muss seine Geschlechterrolle erwerben. Dies gilt fur Homosexuelle genauso wie fur Heterosexuelle.

Eine angemessene Losung ist festes Vertrauen in die eigene Person gegenuber der Wahrnehmung des Selbst als bruchstuckhaftes und schwankendes, unsicheres Selbstbewusstsein.

3. Was ist Homosexualitat?

Lesbisch oder schwul zu sein, bedeutet nichts anderes, als sich in romantischer, emotionaler, korperlicher und sexueller Sicht in erster Linie zu einem/einer gleichgeschlechtlichen Partnerln hingezogen und sich mit ihm/ihr verbunden zu fuhlen. „Es war hier, auf dem Papier, in meinem Kopf, vor meinen Augen - ein unleugbares, uberwaltigendes Hingezogensein zu anderen Jungen und zu anderen Mannern.“ (Sullivan, 1996, S. 20)

Bisexuelle fuhlen sich zum eigenen und zum anderen Geschlecht hingezogen, wobei man glaubt, dass die Bindung zum eigenen Geschlecht uberwiegt.

,,Zwischen Anziehung und Erfahrung besteht ein grofier Unterschied.“ (Bass, Kaufman, 1999, S. 18)

Das bedeutet, dass nicht jeder homosexuell ist, der Erfahrungen mit dem eigenen Geschlecht gemacht hat und umgekehrt.

Homosexualitat ist auch keine Phase die vorubergeht. Allerdings gibt es auch bei Heterosexuellen in der Jugendphase haufiger sexuelle Kontakte zum gleichen Geschlecht. Das beruht auf Erfahrungen und dem Austesten seiner eigenen Sexualitat, aber nicht auf Basis einer Anziehung.

Es gibt viele Abstufungen und nicht nur Heterosexuelle, Homosexuelle und Bisexuelle. Es gibt Menschen, die sich als Homosexuell empfinden und dennoch gelegentlich heterosexuelle Verhaltensweisen und Gefuhle zeigen und umgekehrt.

Warum Menschen Homosexuell sind, ist nicht bewiesen.

Einige vertreten die Meinung es lage an den Genen und andere an der Erziehung. Heute geht man davon aus, dass es eine Mischung aus beiden Anteilen beinhaltet.

Menschen die homosexuell sind, konnen sich fur ihre Sexualitat nicht entscheiden, nur dafur sie auszuleben. Dies gilt auch fur heterosexuelle. Keiner kann sich entscheiden in wen er sich verliebt. Das konnen auch bisexuelle Menschen nicht, aber sie konnen sich insofern entscheiden, mit welchem Geschlecht sie eine Beziehung fuhren wollen. Homosexualitat ist kein Lebensstil, sondern ein Leben. Das sich Homosexuelle nach ihrem Stil einrichten konnen.

„SchlieBlich gehoren zum Schwulsein gemeinsame Erfahrungen, die man macht, und eine recht eigenstandige Kultur, die sich mit Rollenklischees auseinandersetzt, sowie politische Forderungen nach Gleichbehandlung.“ (Winiarski, 2002, S. 14)

Leider muss man hier auch den Begriff Homophobie anbringen. Als homophob bezeichnet man Menschen, die Homosexuelle kategorisch ablehnen, obwohl sie teilweise keine Homosexuellen kennen.

Es ist die Angst vor dem Unbekannten. Menschen furchten das, was sie nicht verstehen und machen sich nicht die Muhe, etwas uber das Thema zu lernen.

,,Uberall auf der Welt aber verbreitet sich die Erkenntnis, daB HaB und Angst in Bezug auf Menschen, die anders sind, sich zerstorerisch auf uns alle auswirken, und wir lernen, unsere reiche Vielfaltigkeit zu bejahen und zu feiern.“ (Bass, Kaufman, 1999, S. 12)

4. Coming Out, Freunde und Familie

„Es fallt schwer, wirklich mit sich selbst glucklich zu sein, wenn du ein wichtiges Geheimnis hutest, uber das du mit niemanden reden kannst.“ (Bass, Kaufman, 1999, S. 33)

Coming Out bedeutet nichts anderes, als sich seine Homosexualitat selbst einzugestehen und sich dann anderen Menschen anzuvertrauen.

„Coming-out ist kein Punkt, sondern ein Prozess.“ (Winiarski, 2002, S.58)

Wenn es nicht zum Outing kommt, kann das Selbstwertgefuhl darunter leiden, denn oft erhalt man so das Gefuhl, etwas Verwerfliches, Schlechtes oder Falsches zu tun.

Das Coming Out kann schwer fallen, wenn man die ganze Zeit viele Freunde hatte und das Bild was in unserer Kultur vorherrscht, an einen Jungen oder Madchen, voll erfullt war.

Wenn der jenige allerdings introvertiert ist, konnen sich damit neue Chancen und Freundschaften entwickeln. Durch das Coming Out kann man so eine wirkliche Verbindung aufbauen.

Das Coming Out gegenuber einer Freundin ist am Anfang am besten. Es ist wichtig Vertraute zu haben, bei diesem schwierigen Weg. Man braucht Menschen die einen unterstutzen konnen, wenn es die Familie nicht gut auffassen sollte.

Das Outing ist auch bei einer Ablehnung einfacher. Es ist zwar schlimm einen Freund zu verlieren. Dennoch bedeutet es nicht, dass man aus dem Haus geworfen wird.

,,Und im Grunde ist jemand, der dich nicht akzeptiert, nicht wirklich dein Freund oder deine Freundin.“ (Bass, Kaufman, 1999 S. 58)

Dabei sollte man die Entscheidung, gegenuber wem man sich outet, sehr genau uberlegen. Will man es vor einigen geheim halten, so sollte man sich nur Menschen anvertrauen, bei denen man ganz sicher sein kann, dass sie ein Geheimnis fur sich bewahren konnen.

Gerade beim Coming Out in der Jugendphase wird eine gut funktionierende Familie als stutzendes Umfeld benotigt, in dem der Jugendliche er selbst sein kann. Und auch nach der Loslosung von den Eltern, sind ihr Rat, ihre Bestatigung und ihre Anerkennung nach wie vor von groBter Bedeutung. Jeder Mensch hat Anspruch auf bestandige Liebe und Fursorge.

Innerhalb der Familie gestaltet sich das Outing meist schwieriger.

,,Uberleg dir, ob du dir schon sicher genug bist, um dich den moglichen Kommentaren und Gefuhlsausbruchen deiner Eltern auszusetzen.“ (Winiarski, 2002, S. 127)

Vielen homosexuellen Jugendlichen fallt das Outing innerhalb der Familie nicht leicht, da sie wissen, dass es fur ihre Eltern nicht leicht zu begreifen ist und sie ihnen keinen Kummer bereiten wollen. Allerdings sind auch viele nicht langer gewillt ihr wahres Ich zu verbergen.

Beim Outing ist es wichtig der Familie respektvoll gegenuber zu treten. Das erhoht die Chancen der positiven Aufnahme. Man muss die Gefuhle seiner Eltern berucksichtigen. Andere Punkte fur ein positives Outing waren, dass man es als Zeichen von Liebe und Vertrauen erklart und die Zeit und Ort bewusst wahlt und man nicht in Eile ist. Man sollte sich nicht im Zorn outen. Gegebenenfalls kann man einen Verbundeten zum Outing hinzuziehen. Es ist notwendig offen fur eventuelle Fragen zu sein und Informationsmaterial bereit zu halten. Es ist wichtig, dass man Entschuldigungen fur seine Homosexualitat vermeidet, auch wenn die Eltern dazu drangen.

Im Allgemeinen reagiert die Familie gemaB ihrem Verhaltensschema. Wenn die Familie grundsatzlich verstandnisvoll ist, wird das Kind kaum zuruckgewiesen, auch wenn schwierige Gefuhle auftauchen. In Familien, in denen Abweichungen nur schwer toleriert werden, kann das Coming Out in eine Krise fuhren.

,,Wenn in der Familie schon lange eine geringe Kommunikationsbereitschaft, Vernachlassigung oder MiBbrauch herrschen, kann ein Elternteil ein schwules oder lesbisches Kind durchaus offenvon sich stoBen.“ (Bass, Kaufman, 1999, S. 104)

Der homosexuelle Jugendliche sollte zunachst uber die Verhaltensweisen seiner Familie nachdenken und sich langsam heran tasten. Er kann z. B. einen schwulen Politiker zum Thema wahlen oder einen Schauspieler, um so heraus zu finden, wie die Familie dazu steht.

Wenn er merkt, dass er durch das Outing in Gefahr geraten sollte, sei es finanziell oder das die Wahrscheinlichkeit besteht aus dem Haus geworfen zu werden, sollte er sich nicht offenbaren. Das hat nichts mit Verstecken, Feigheit oder politischer Unkorrektheit zu tun, sondern ist lediglich klug. Wenn das der Fall sein sollte, muss der Jugendliche auch darauf achten, dass die Eltern es nicht durch Zufall erfahren z.B. durch Zeitschriften.

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Details

Seiten
17
Jahr
2005
ISBN (eBook)
9783640807550
ISBN (Buch)
9783640807529
Dateigröße
394 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v164191
Institution / Hochschule
Berufsakademie Sachsen in Breitenbrunn – Berufsakademie
Note
Schlagworte
Jugendalter Jugendphase Soziologie Homosexualität Lesbisch Schwul Schule Familie Coming Out Pädagogik Sozialpädagogik

Autor

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Titel: Homosexualität und Coming Out in der Jugendphase