Lade Inhalt...

Theodor Fontane, Effi Briest - Effi Briests Entwicklung

Referat / Aufsatz (Schule) 2010 4 Seiten

Didaktik - Deutsch - Literatur, Werke

Leseprobe

1. Inhalt

Die siebzehnjährige Effi ist die einzige Tochter der Familie Briest und lebt ein unbeschwertes Leben in Hohen-Cremmen. Sie wird mit dem 38-jährigen Baron von Imstetten verheiratet, ein früherer Verehrer Effis Mutter. Nach der Hochzeit verlässt Effi ihre Heimatstadt und zieht zusammen mit ihrem Ehemann nach Kessin. Die neue Umgebung macht dem Mädchen Angst und sie durchlebt eine unglückliche Zeit. Selbst die Geburt ihrer Tochter Anni lässt Effis Gefühl der Einsamkeit nicht verschwinden. Unter der fehlenden Zuneigung auf Seiten Imstettens leidend, flüchtet sich Effi in eine Affäre mit Major Crampas, welcher sie zuvor lange umworben hatte. Kurz darauf folgt Effi ihrem Mann nach Berlin, was das Ende ihrer Liebeaffäre bedeutet. In Berlin fühlt sich Effi wohler und ist glücklich bis ihr Mann durch Zufall alte Liebesbriefe von Crampas entdeckt. Aufgrund seiner gesellschaftlichen Verpflichtung fordert Imstetten seinen früheren Freund Crampas zum Duell und tötet ihn. Anschließend lässt sich Imstetten von seiner Frau scheiden. Das gemeinsame Kind Annie bleibt in seiner Obhut. Da Effi auch von ihren Eltern verstoßen wird, lebt sie von nun an allein in einer kleinen Wohnung in Berlin. Nach einer Begegnung mit ihrer ihr fremd gewordenen Tochter, bricht Effi zusammen. Aus gesundheitlichen Gründen darf sie zu ihren Eltern nach Hohen-Cremmen zurückkehren, wo Effi schließlich, innerlich versöhnt, verstirbt.

2. Charakteristik Effis & ihre Entwicklung

Effi verbringt zusammen mit ihren Eltern und Freundinnen eine unbeschwerte Kindheit und Jugend in Hohen-Cremmen. Sie ist ein sorgloses, übermütiges und verspieltes Mädchen und genießt ihre Freiheit. Aufgrund ihrer lebhaften als auch kindlichen Art ist die hübsche Effi bei allen beliebt.

In allem, was sie tat, paarten sich Übermut und Grazie, während ihre lachenden braunen Augen eine große, natürliche Klugheit und viel Lebenslust und Herzensgüte verrieten. (S. 6)

Gedanken über die Zunkunft will sie sich, anders als ihre Freundinnen, noch nicht machen. Effi hofft darauf, dass alles von selbst seinen Lauf nehmen wird.

„Und hoffe mich doch noch zu verheiraten. Und vielleicht eher als du.“

„Meinetwegen. Denkst du, dass ich darauf warte? Das fehlte noch.“ (S. 7)

Für das Mädchen ist das Leben wie ein nie endendes Spiel. Auch den Ernst, den die Verlobung und folglich die Heirat mit Imstetten mit sich bringen, kann sie nicht begreifen.

Effis Mutter zu Effi: „Es kommt dir vor wie ein Märchen, und du möchtest eine Prinzessin sein.“ (S. 31)

Einerseits ist Effi stolz darauf, einen erfolgreichen und hoch gestellten Verlobten zu haben. Kritische Äußerungen über Imstetten wehrt sie ab und verteidigt sich mit seinen gesellschaftlichen Vorzügen.

„Ist er denn auch der Richtige?“

„Gewiss ist er der Richtige. Das verstehst du nicht, Herta. Jeder ist der Richtige. Natürlich muss er von Adel sein und eine Stellung haben und gut aussehen.“ (S. 20)

Andererseits flößt der mehr als doppelt so alte Mann dem jungen Mädchen Angst ein, was sich in Gesprächen mit ihrer Mutter äußert.

„Sieh, Mama, da liegt etwas, was mich quält und ängstigt. Er ist so lieb und gut gegen mich und so nachsichtig, aber. .. ich fürchte mich vor ihm.“ (S. 37)

In Effis zweiten Lebensabschnitt, jenem in Kessin, ändert sich ihr Wesen grundlegend. Von ihrem Ehemann eingeschränkt wird aus dem einst so lebensfrohen Mädchen eine einsame Ehefrau. Sie fühlt sich gefangen in ihrem neuen Zuhause und ist durch großes Heimweh geplagt. Effi zieht sich immer mehr zurück. Ängste und Einsamkeit prägen ihren Alltag.

„Und ich so allein, und so jung. Ach, wenn ich doch wen hier hätte, bei dem ich weinen könnte. Aber so weit von Hause… Ach, von Hause…“ (S. 84)

Zunehmendes glaubt Effi auch, den gesellschaftlichen Forderungen nicht gerecht werden zu können. Sie wird sich bewusst, dass sie den Belastungen aufgrund ihres Wesens auf Dauer nicht gewachsen sein wird.

„Ach, ich tauge doch gar nichts für eine große Dame. … Ich bin ein Kind und wird es auch wohl bleiben. Einmal hab ich gehört, das sei ein Glück.“ (S. 78)

Die Menschen in Kessin sind Effi nicht sympathisch. Sie machen einen reservierten Eindruck auf sie und die junge Frau findet kaum Anschluss.

„Der Eindruck, den Effi empfing, war überall derselbe: mittelmäßige Menschen, von meist zweifelhafter Liebenswürdigkeit, die, während sie vorgaben, über Bismarck und die Kronprinzessin zu sprechen, eigentlich nur Effis Toilette musterten,…“ (S. 71)

Besonders leidet Effi unter der fehlenden Zuwendung seitens Imstettens. Auch Zärtlichkeiten erfährt sie nicht, obwohl sie genau das brauchen würde, über ihre Frustration und Einsamkeit in Kessin hinwegzukommen.

„Nur einen Kuss könntest du mir geben. Aber daran denkst du nicht. Auf dem ganzen weiten Weg nicht gerührt, frostig wie ein Schneemann.“ (S. 74)

Details

Seiten
4
Jahr
2010
Dateigröße
395 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v163719
Note
Schlagworte
Effi Briests Entwicklung

Autor

Teilen

Zurück

Titel: Theodor Fontane, Effi Briest - Effi Briests Entwicklung