Lade Inhalt...

Die Markteinführung eines „Konkurrenz“-Produktes. Strategische und absatzpolitische Maßnahmen sowie gewerbliche Schutzrechtsarten

Projektarbeit 2009 67 Seiten

BWL - Offline-Marketing und Online-Marketing

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I Abbildungsverzeichnis

II Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Gewerblicher Rechtsschutz und Urheberrecht
2.1 Patent
2.2 Gebrauchsmusterrecht
2.3 Geschmacksmusterrecht
2.4 Kennzeichenrecht
2.5 weitere Schutzrechtsarten
2.6 Wettbewerbsrechtlicher Leistungsschutz

3 Strategisches Marketing
3.1 Situationsanalyse als Grundlage der weiteren Planung
3.1.1 Stärken-/ Schwächen-Analyse
3.1.2 Chancen-/ Risiken-Analyse
3.1.3 SWOT-Analyse
3.2 Planung der Marketingkonzeption
3.2.1 Marketing-Ziele
3.2.2 Marketing-Strategien
3.2.3 Marketing-Instrumente
3.3 Marketing-Controlling

4 Fazit

III Literaturverzeichnis

I Abbildungsverzeichnis

Abbildung I - Überblick der Schutzrechtsarten im deutschen Rechtsraum

Abbildung II - Überblick wichtiger Komponenten der Situationsanalyse

Abbildung III - Schematische Darstellung Stärken-/ Schwächen-Analyse

Abbildung IV - Stärken-/ Schwächen-Analyse nach dem Scoring

Abbildung V - Schematische Darstellung Chancen-/ Risiken-Analyse

Abbildung VI - Schematische Darstellung SWOT-Analyse

Abbildung VII - Die drei Ebenen der Marketingkonzeption

Abbildung VIII - Basiskategorien möglicher Unternehmensziele

Abbildung IX - Grundkonzeptionen von Wettbewerbsstrategien

Abbildung X - Elemente eines Produktes

Abbildung XI - Kalkulationsschema Vollkostenbasis

Abbildung XII - Kalkulationsschema Deckungsbeitrag

Abbildung XIII - Preistreppe durch Rabatt- bzw. Bonusgewährung

Abbildung XIV - Entscheidungstatbestände bei der Wahl der Absatzkanalstruktur

II Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

Im Rahmen dieser Arbeit geht es grundsätzlich darum, den Sinn und Nutzen des gewerblichen Schutzrechts sowie des strategischen Marketings in Hinblick auf eine praxisorientierte Absatzpolitik näher zu beleuchten und wesentliche Grundlagen zu vermitteln.

Somitwird der Leser an die wesentlichen strategischen Herangehensweisen und absatzpolitischen Entscheidungen herangeführt, die von der Unternehmensleitung getroffen werden müssen, wenn sie die Ressourcen des Unternehmens erfolgreich auf die Bedürfnisse des Marktes und die sich daraus ergebenen Chancen ausrichten wollen, um ein bereits am Markt bestehendes „Konkurrenz“-Produkt einzuführen. Es liegt hier also im Wesentlichen eine instrumentelle Sichtweise zugrunde, die eine Analyse, Planung, Verwirklichung von Marketingstrategien und -Maßnahmen beinhaltet.

Um den Leser in die beschriebene Thematik einzuführen, wird im zweiten Kapitel zunächst ein Überblick über die bestehenden gewerblichen Schutzrechtsartengegeben, da diese die Beziehungen zwischen Wettbewerbern - in Hinsicht auf deren gewerblich verwertbare Ergebnisse - regelt. Da die bestehenden Schutzgesetze absolute Verwertungsrechte gewähren und unberechtigten Dritten somit dessen Verwertung verbietet, ist in einem ersten Schritt zu prüfen, ob einem bestehenden Produkt am Markt - das für die Aufnahme in dem eigenen Produktprogramm interessant sein kann - solch ein Schutzrecht anhaftet, damit in folgenden Schritten die weitere Planung zu einer möglichen Markteinführung stattfinden kann, ohne rechtliche Konsequenzen befürchten zu müssen.

Das dritte Kapitel dieser Arbeit widmet sich der strategischen Perspektive des Marketings, im Mittelpunkt dieses Kapitels steht hier demnach das systematische Herangehen und Ausrichten absatzpolitischer Marketingaktivitäten des Unter-nehmens.In einem ersten Schritt wird durch eine Situationsanalyse, die alle relevanten Einflussfaktoren des Marktes, der Wettbewerber und Marktteilnehmer sowie des eigenen Unternehmensund der weiteren Umwelt erfasst,die entscheidende Grundlage für die weitere Planung geschaffen. Ineinem zweiten Schritt wird durch vorangestellte Analysetechniken eine Möglichkeit für die

strategische Diagnose der Ist- wie auch Sollposition des Unternehmens im Markt- und Wettbewerbsumfeld vorgestellt, auf deren Basis dann entsprechende Marketingzielezu formulieren sind. Im weiteren Verlauf dieser Ausarbeitung werden „zielfixierende“ Marketingstrategien, die als langfristig ausgerichtete Verhaltenspläne zu berücksichtigen sind, sowie „strategiefixierende“ Marketing-instrumente, die als konkrete und eher kurzfristig zu verstehende Einzelmaßnahmen auf der Basis der zuvor definierten Ziele und Strategien festzulegen sind, vorgestellt.

Abschließend wird das Marketing-Controlling erwähnt, da es als idealtypisch letzte Phase des strategischen Marketings als Prüf-, Kontroll- und Feedbackinstrument (Soll-Ist-Vergleich) zu berücksichtigen ist. Somit dient das Marketing-Controlling als Nachweis von Effizienz und Effektivität letztlich der Qualitätssicherung.

2 Gewerblicher Rechtsschutz und Urheberrecht

Der gewerbliche Rechtsschutz regelt die Beziehungen zwischen Wettbewerbern, in dem er das gewerblich geistige Schaffen, dessen gewerblich verwertbare Ergebnisse sowie die gewerblich wettbewerbliche Tätigkeit sichert.[1] Weiterhin sind Ergebnisse geistigen Schaffens durch das Urheberrechtsgesetz auf kulturellem Gebiet schützbar.[2]

Die bestehenden Schutzgesetze gewähren absolute Verwertungsrechte, die es deren Inhabern für eine festgelegte Schutzdauer (außer Kennzeichenrechte) ermöglichen, das geschützte Immaterialgut in der Regel allein zu verwerten und unberechtigten Dritten dessen Verwertung zu verbieten.[3] Die Verwertungsrechte sind somit Monopolrechte, die im Interessenkonflikt mit dem Wettbewerbsrecht stehen.[4]

Zunächst sei ein Überblick von in der Literatur oft genannten Schutzrechtsarten gegeben, die wie folgt dargestellt und kurz erläutert werden:

Schutzrechtsarten:

- Patent
- Gebrauchsmuster
- Geschmacksmuster
- Kennzeichenrecht
- Topographieschutzrecht
- Sortenschutzrecht
- Urheberrecht

Abbildung I - Überblick der Schutzrechtsarten im deutschen Rechtsraum[5]

An dieser Stelle sei bereits darauf hingewiesen, dass an einem Gegenstand mehrere Schutzrechte parallel bestehen können (z. B. hinsichtlich der Technik als Patent, hinsichtlich der Gestaltung als Geschmacksmuster und hinsichtlich der Markierung als Kennzeichen).[6]

2.1 Patent

Ein Patent verleiht seinem Inhaber das Recht, für ein bestimmtes territoriales Gebiet und für einen begrenzten Zeitraum Dritten untersagen zu können, die Erfindung gewerblich zu nutzen insbesondere herzustellen, zu gebrauchen, anzubieten, zu lagern, zu importieren oder zu verkaufen.[7] Demnach sind Patente Verbietungsrechte, mit der die Imitation der geschützten Erfindungen durch Dritte untersagbar ist.[8]

Das Patent ist ein technisches Schutzrecht, es wird für neue, gewerblich anwendbare Erfindungen, die auf einer erfinderischen Tätigkeit beruhen, erteilt.[9] Schutzgegen-stand des Patentgesetzes sind somit technische Erfindungen sowohl als Erzeugnis, als auch für Verfahren (Herstellungsverfahren, Arbeitsverfahren).[10] Die Erfindung liegt hierbei in einer Handlungsanweisung zur kausalen naturwissenschaftlichen Erreichung einer Problemlösung.[11] Weiterhin erfordert das Patentrecht eine absolute Neuheit, d. h., sie darf nicht zum Stand der Technik gehören, welcher der Öffentlichkeit bereits vor Anmeldetag zugänglich war.[12] Die erfinderische Tätigkeit umfasst alle Erkenntnisse, die sich für eine Fachperson nicht in nahe liegender Weise ergeben.[13] Zudem bedingt die gewerbliche Anwendbarkeit, dass der Erfindungsinhalt gewerblich nutzbar ist.[14] Wenn diese Anforderungen (Neuheit, erfinderische Tätigkeit, gewerbliche Anwendbarkeit) erfüllt sind, kann das Patent-anmeldeverfahren durch das „Deutsche Patent- und Markenamt“ (DPMA), u. a. durch Offensichtlichkeitsprüfung, Antrag und Prüfung sowie die verbindliche Patenterteilung und Eintrag in die Patentrolle, durchgeführt werden.[15] Solch eine Verfahrensprüfung dauert ca. 2 Jahre.[16]

Der Patentanmelder muss während des Patentanmeldeverfahrens festlegen, in welchen Ländern er Patentschutz begehrt.[17] Eine mögliche Nachanmeldeent-scheidung muss innerhalb eines Jahres nach Einreichung der Anmeldung der Erfindung getroffen werden.[18] Da pro benanntes Land/Region diverse Amts- und Übersetzungsgebühren anfallen, richtet sich die Auswahl der Länder oder der Regionen typischerweise nach dem zu erwartenden ökonomischen Nutzen, den ein Patentschutz in diesem Land potenziell erzielen kann.[19] Die Höchstschutzdauer beträgt in den meisten Ländern 20 Jahre, jedes Jahr ist eine ansteigende Gebühr für das Patent zu zahlen.[20] Wird diese jährlich fällige Aufrechterhaltungsgebühr nicht bezahlt, endet dadurch das Schutzrecht.[21] Besteht die Absicht eines Patentschutzes in mehreren Ländern, so können Patentanmeldeverfahren international über den „Patent Cooperation Treaty“ und dem Erteilungsverfahren für zahlreiche europäische Staaten über das „Europäische Patentübereinkommen“ gebündelt werden.[22]

2.2 Gebrauchsmusterrecht

Das Gebrauchsmusterrecht ist mit dem Patentrecht unmittelbar verwandt.[23] Es stellt dessen Unterbau dar, indem es einen Schutz für „kleine Patente“ bietet.[24] Die Qualitätshöhe ist gegenüber dem Patent verringert, insofern sind Erfindungen, die als Patent abgelehnt werden, womöglich als Gebrauchsmuster dennoch schützbar.[25] Der Schutz wird ohne Verfahrensprüfung erteilt, daher greift dieser wesentlich schneller als bei einem Patent, ist jedoch auch besser angreifbar da keine offizielle Beurteilung der Rechtsbeständigkeit vorliegt.[26]

Zur Erteilung des Schutzrechts ist eine schriftliche Anmeldung mit vorge-schriebenem Mindestinhalt erforderlich.[27] Danach werden nur die formellen Voraussetzungen geprüft, sowie von den materiellen Voraussetzungen nur die Zugänglichkeit als Erfindung (nicht hingegen die Kriterien Neuheit, erfinderische Tätigkeit und gewerbliche Anwendbarkeit).[28] Ergeben sich keine Beanstandungen, erfolgt ca. 3 Monate später die Eintragung in die Gebrauchsmusterrolle.[29] Bei späteren Verletzungsprozessen können die anderen materiellen Voraussetzungen geprüft und das Gebrauchsmuster bestätigt oder wiederrufen werden.[30] Dennoch kann das Gebrauchsmuster als Prioritätsanmeldung dienen, dies ist insbesondere dann sinnvoll, wenn ein Patent noch nicht rechtskräftig erteilt ist, jedoch kurzfristig aus dem Schutzrecht heraus gegen Dritte vorgegangen werden soll.[31] Die Höchstschutzdauer für ein Gebrauchsmusterbeträgt 10 Jahre.[32] Auch für dieses Schutzrecht ist eine jährliche Gebühr für das Gebrauchsmuster zu entrichten,wird diese fällige Aufrechterhaltungsgebühr nicht bezahlt, endet dadurch das Schutzrecht.[33]

2.3 Geschmacksmusterrecht

Während das Patent- und das Gebrauchsmusterrecht den Schutz technischer Leistungen bezweckt, dient das Geschmacksmusterrecht in erster Linie dazu, ästhetische Leistungen zu schützen.[34] Den Schutzgegenstand bilden zwei-dimensionale Muster und dreidimensionale Modelle, also Farb- und Form-gestaltungen.[35] Diese Formgebung ist charakterisiert durch die Anordnung von Linien, Konturen, Farben oder Flächen oder durch das verwendete Material.[36] Schutzgegenstand kann sowohl ein Erzeugnis als auch einTeil davon sein.[37] Voraus-setzung zur Erlangung des Schutzrechts neben der gewerblichen Anwendbarkeit ist, dass das Muster bzw. das Modell „eigentümlich“ und „neu“ ist.[38] Eigentümlich ist ein Muster oder ein Modell, wenn es eine Leistung darstellt, die über das Landläufige, Alltägliche, Durchschnittliche hinausgeht.[39] Neu ist ein Muster oder ein Modell, wenn es Fachkreisen vordem weder bekannt war noch bekannt sein konnte.[40] Auch für dieses Schutzrecht ist eine jährliche Gebühr für das Geschmacksmuster zu entrichten,wird diese fällige Aufrechterhaltungsgebühr nicht bezahlt, endet dadurch das Schutzrecht.[41] Die Höchstschutzdauer für ein Gebrauchsmuster beträgt 25 Jahre.[42]

2.4 Kennzeichenrecht

Zum Kennzeichenrecht werden – ohne weiter in Details zu gehen – gesetzliche Bestimmungen gerechnet, die sich mit dem Schutz von zur Kennzeichnung von natürlichen oder juristischen Personen, von Unternehmen oder Geschäftsbetrieben, aber auch von Waren oder Dienstleistungen verwendeten Bezeichnungen beschäftigen.[43] Im Rahmen dieser Arbeit wird lediglich über die Existenz solcher Bestimmungen hingewiesen,sie sollen jedoch - bis auf das Markengesetz (als Teildisziplin des Kennzeichenrechts) - nicht weiter in den Vordergrund geraten.[44] Das Markengesetz hateine besondere Stellung für das zu erarbeitende Thema, denn es dient der Unterscheidung von Waren/ Dienstleistungen eines Unternehmens von denen anderer Unternehmen.[45]

Eine Marke (in der Praxis auch als Warenzeichen bezeichnet), ist ein Kennzeichen-recht mit der Funktion eines Herkunftshinweises.[46] Produkte eines Unternehmens sollen dadurch von denen anderer Unternehmen unterschieden werden können.[47] Anders als das Patentrecht und andere gewerbliche Schutzrechte gründet sich das Markenrecht nicht auf eine innovative Leistung, sondern bezweckt die Identifi-zierung von Produkten, Dienstleistungen und Unternehmen durch einen Schutz vor Zuordnungsverwirrungen aufgrund von Verwechslungsgefahren.[48] Schutzvoraus-setzung ist die Unterscheidungskraft, nicht die Neuheit.[49] Marken sind daher alle unterscheidungsfähigen Zeichen, wie beispielsweise ein einzelnes Wort/ Wörter, kurze Sätze, Slogans, Namen, Abbildungen, Zahlen, Hörzeichen, dreidimensionale Gestaltungen oder Farben/ Farbzusammenstellungen.[50] Marken müssen ebenfalls durch ein Patentamt registriert werden, mit späterem Eintrag in das Markenregister und der Veröffentlichung im Markenblatt.[51] Jedoch sei an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass ein Markenschutz bereits vor Eintragung der Marke bestehen kann, sofern die jeweilige Marke bereits benutzt und notorisch bekannt ist.[52] Zur Eintragungsfähigkeit müssen Marken grafisch darstellbar sein, daher handelt es sich im Wesentlichen um Wortmarken, Bildmarken oder kombinierte Wort-Bild-Marken.[53] Formen die für das Wesen der Ware generisch sind, sind nicht schutzfähig.[54] Die Laufzeit einer Marke kann gegen entsprechende Entrichtung von Amtsgebühren beliebig verlängert werden, die Schutzdauer ist somit unendlich.[55] In den meisten Ländern ist die Rechtsbeständigkeit der Marke an eine spätere, bestimmungsgemäße Benutzung der Marke im Geschäftsverkehr gebunden.[56]

2.5 weitere Schutzrechtsarten

Nachfolgend sei ein weiterer Überblick vonin der Literatur oft genannten gewerblichen Schutzrechtsarten gegeben, die wie folgt dargestellt und kurz erläutert werden:[57]

- Topographieschutzrecht àTopographien sind dreidimensionale Strukturen von mikroelektronischen Halbleitererzeugnissen, die nur dann schützbar sind, wenn sie eine „Eigenart“ aufweisen. Schutzgegenstand ist nur die äußere Formgebung einer Topographie und nicht die elektronische Funktion des Halbleitererzeugnisses. Diese Schutzrechtsart hat in der Praxis bisher keine wesentliche Rolle entfaltet. Die Schutzrechtsdauer beträgt 10 Jahre.
- Sortenschutzrecht à Der Sortenschutz soll der Pflanzenzüchtung und dem züchterischen Fortschritt in Landwirtschaft und Gartenbau dienen. Eine Pflanzensorte ist grundsätzlich schutzfähig, wenn sie unterscheidbar, homogen, beständig und neu ist. Der Sortenschutz hat die Wirkung, dass allein der Sortenschutzinhaber berechtigt ist, Vermehrungsmaterial (z. B. Samen) zu gewerblichen Zwecken in den Verkehr zu bringen, hierfür zu erzeugen oder einzuführen. Die Schutzdauer beträgt i. d. R. 25 Jahre.
- Urheberrecht àDurch das Urheberrecht sind insbesondere Werke der Literatur, der Wissenschaft und der Kunst geschützt. Voraussetzung ist, dass eine schöpferische Leistung vorliegt. Ebenfalls über das Urheberrecht ist Software als solche geschützt. Der Schutz betrifft jedoch nur den Quellcode bzw. den Programmiertext als solchen. Durch Neuprogrammierung kann dieser Schutz daher relativ einfach umgangen werden. Die maximale Schutzdauer beträgt bis zu 70 Jahre nach dem Tod des Urhebers.

2.6 Wettbewerbsrechtlicher Leistungsschutz

Fehlt ein Sonderschutzrecht, sind Ideen und Leistungen grundsätzlich gemeinfrei.[58] Jedermann kann sich dann ihrer bedienen.[59] Dementsprechend dürfen solche fremden Arbeitsergebnisse nachgeahmt werden, selbst der maßstabgetreue Nachbau ist als Folge der Gemeinfreiheit grundsätzlich zulässig.[60]

3 Strategisches Marketing

Die Komplexität und Dynamik der Märkte und Umfeldkonstellationen verlangen ein systematisches Entscheidungsverhalten des ganzen Unternehmens,Marketing als Managementaufgabe bedeutet die planvolle und zielgerichtete Gestaltung des unternehmerischen Handelns nach innen und außen.[61]

Jede Marketingentscheidung hängt grundsätzlich von der eigenen Lage, der Beurteilung der Markt- und Umweltsituation sowie den eigenen Ressourcen und Kernkompetenzen ab, über die das Unternehmen verfügt.[62] Das sorgfältige analysieren der gegenwärtigen Marktsituation mit allen relevanten Einflussfaktoren bildet daher den Ausgangspunkt der strategischen Marketingplanung.[63] Es ist eine möglichst vollständige und genaue Erfassung der Umweltsituation für die anschließende Festlegung der Marketingziele und die Ableitung der Marketingstrategien und Marketinginstrumente (notwendige operative Handlungen) notwendig.[64] Auch dem Marketing-Controlling kommt an dieser Stelle eine wichtige Bedeutung zu, nämlich als Nachweis von Effizienz und Effektivität des Marketing dient es letztlich der Qualitätssicherung.[65] Die Bausteine für den Entscheidungs-prozess einer adäquaten (Wettbewerbs-) Strategie sind somit die zentralen Managementfunktionen der Analyse, Konzeption, Durchführung und Kontrolle.[66]

3.1 Situationsanalyse als Grundlage der weiteren Planung

Bevor man mit der Konzeptionsentwicklung beginnt, ist zunächst eine Situations-analyse durchzuführen, die alle relevanten Einflussfaktoren erfasst.[67] Diese können sich auf externe Faktoren des Marktes (z. B. Art des Bedarfs, Wachstumsrate der Branche, Käuferstruktur und -verhalten, Ansprüche kritischer Gruppen, Konkurrenzverhältnisse und rechtliche Vorschriften etc.) wie auch auf interne Faktoren der Unternehmenskonstellation (z. B. Art und Funktion der angebotenen Marktleistungen, die vorhandenen Kernkompetenzen, finanzielle Mittel, Produktionskapazitäten oder die Vertriebsinfrastruktur etc.) beziehen.[68] Das Management hat zu entscheiden, welche externen Umweltfaktoren und internen Unternehmensdaten für seine Planung relevant sind.[69]

Je stärker die Planung durch Unsicherheiten geprägt ist, desto umfassender muss zwangsläufig die Analyse ausfallen.[70] Voraussetzung für eine gute Planung ist aber nicht nur die Analyse und Berücksichtigung vergangenheitsbezogener Daten, sondern auch die richtige Einschätzung der zukünftigen Entwicklung.[71] In der Regel sind aus den Vergangenheitswerten bereits bestimmte Tendenzen ablesbar.[72] Für die Planung ist es wichtig zu wissen, wie sich diese Markttendenzen fortsetzen, d. h. ob sie gleichbleiben, sich verstärken oder abschwächen.[73]

Alle externen und internen Faktoren, die bei der Lagebeurteilung des Unternehmens berücksichtigt werden müssen, lassen sich nach verschiedenen Kriterien genauer systematisieren.[74] Abbildung II auf der nachfolgenden Seite vermittelt einen Überblick über wichtige Komponenten, die in der Situationsanalyse zu berück-sichtigen sind.[75] Der Markt, die Marktteilnehmer, die Marketinginstrumente und die Makroumwelt beschreiben dabei die relevante Marketingsituation.[76] Das Management muss feststellen, in welcher Richtung und in welcher Stärke die Bestimmungsfaktoren in der konkreten Entscheidungssituation wirksam werden und wie sie sich zukünftig verändern könnten.[77]

[...]


[1] vgl.: Schneider, W.; Marketing und Käuferverhalten; 2. Aufl.; München; 2006; S. 184

[2] vgl.: ebenda

[3] vgl.: Ilzhöfer, V.; Patent-, Marken- und Urheberrecht; Leitfaden für Ausbildung und Praxis; 6. Aufl.; München; 2005; S. 3

[4] vgl.: ebenda

[5] vgl.: Gassmann, O.; Bader, M. A.; Patentmanagement; Innovationen erfolgreich nutzen und schützen; 2. Aufl.; Berlin; 2007; S. 9

[6] vgl.: Pepels, W.; Marketing; 4. Aufl.; Oldenburg; 2004; S. 895

[7] vgl.: Gassmann, O.; Bader, M. A.; Patentmanagement; a. a. O.; S. 10

[8] vgl.: ebenda; S.13

[9] vgl.: Pepels, W.; Marketing; a. a. O.; S. 895

[10] vgl.: Ilzhöfer, V.; Patent-, Marken- und Urheberrecht; a. a. O.; S. 25

[11] vgl.: Pepels, W.; Marketing; a. a. O.; S. 895

[12] vgl.: ebenda

[13] vgl.: ebenda

[14] vgl.: ebenda

[15] vgl.: ebenda, S. 896

[16] vgl.: ebenda

[17] vgl.: Gassmann, O.; Bader, M. A.; Patentmanagement; a. a. O.; S. 12

[18] vgl.: Gassmann, O.; Bader, M. A.; Patentmanagement; a. a. O.; S. 12

[19] vgl.: ebenda

[20] vgl.: ebenda

[21] vgl.: Ilzhöfer, V.; Patent-, Marken- und Urheberrecht; a. a. O.; S. 25

[22] vgl.: Gassmann, O.; Bader, M. A.; Patentmanagement; a. a. O.; S. 12

[23] vgl.: Götting, H.-P.;Schwipps, K.; Grundlagen des Patentrechts; Eine Einführung für Ingenieure, Natur- und Wirtschaftswissenschaftler; 1. Aufl.; Wiesbaden; 2004; S.38

[24] vgl.: ebenda

[25] vgl.: Pepels, W.; Marketing; a. a. O.; S. 896

[26] vgl.: ebenda

[27] vgl.: ebenda

[28] vgl.: ebenda

[29] vgl.: ebenda

[30] vgl.: Pepels, W.; Marketing; a. a. O.; S. 896

[31] vgl.: Gassmann, O.; Bader, M. A.; Patentmanagement; a. a. O.; S. 14

[32] vgl.: Pepels, W.; Marketing; a. a. O.; S. 896

[33] vgl.: Ilzhöfer, V.; Patent-, Marken- und Urheberrecht; a. a. O.; S. 82

[34] vgl.: Götting, H.-P.;Schwipps, K.; Grundlagen des Patentrechts; a. a. O.; S. 38

[35] vgl.: ebenda

[36] vgl.: Gassmann, O.; Bader, M. A.; Patentmanagement; a. a. O.; S. 15

[37] vgl.: ebenda

[38] vgl.: Pepels, W.; Marketing; a. a. O.; S. 896

[39] vgl.: ebenda

[40] vgl.: ebenda

[41] vgl.: Ilzhöfer, V.; Patent-, Marken- und Urheberrecht; a. a. O.; S. 91

[42] vgl.: ebenda

[43] vgl.: ebenda; S.103

[44] für einen tieferen Einblick in das Kennzeichenrecht empfiehlt sich z. B. die Literatur Ilzhöfer, V.; Patent-, Marken- und Urheberrecht; a. a. O.; S. 103 ff.

[45] vgl.: Ilzhöfer, V.; Patent-, Marken- und Urheberrecht; a. a. O.; S. 103

[46] vgl.: Gassmann, O.; Bader, M. A.; Patentmanagement; a. a. O.; S. 17

[47] vgl.: ebenda

[48] vgl.: Götting, H.-P.;Schwipps, K.; Grundlagen des Patentrechts; a. a. O.; S. 39

[49] vgl.: ebenda

[50] vgl.: Pepels, W.; Marketing; a. a. O.; S. 896

[51] vgl.: Pepels, W.; Marketing; a. a. O.; S. 897

[52] vgl.: ebenda; S. 896 f.

[53] vgl.: ebenda; S. 896

[54] vgl.: ebenda

[55] vgl.: Gassmann, O.; Bader, M. A.; Patentmanagement; a. a. O.; S. 17

[56] vgl.: ebenda

[57] für einen tieferen Einblick in die aufgeführten Schutzrechtsarten empfiehlt sich z. B. die Literatur Gassmann, O.; Bader, M. A.; Patentmanagement; a. a. O.; S. 9 ff.

[58] vgl.: Wenzel, K. E.; Burkhardt, E. H.; Urheberrecht für die Praxis; 4. Aufl.; Stuttgart; 1999; S. 5

[59] vgl.: ebenda

[60] vgl.: ebenda; S. 5 f.

[61] vgl.: Koch, J.; Marketing; Einführung in die marktorientierte Unternehmensführung; 1. Aufl.; Oldenburg; 1999; S. 96

[62] vgl.: Meffert, H.; Burmann, C.; Kirchgeorg, M.; Marketing; Grundlagen marktorientierter Unternehmensführung; Konzepte-Instrumente-Praxisbeispiele; 10. Aufl.; Wiesbaden; 2008; S.231

[63] vgl.: ebenda

[64] vgl.: ebenda

[65] vgl.: ebenda; S. 795 f.

[66] vgl.: Koch, J.; Marketing; a. a. O.; S. 96

[67] vgl.: ebenda; S. 97

[68] vgl.: Koch, J.; Marketing; a. a. O.; S. 97

[69] vgl.: ebenda; S. 99

[70] vgl.: ebenda

[71] vgl.: ebenda

[72] vgl.: ebenda

[73] vgl.: ebenda

[74] vgl.: Meffert, H.; Burmann, C.; Kirchgeorg, M.; Marketing; a. a. O.; S. 231

[75] vgl.: ebenda

[76] vgl.: ebenda

[77] vgl.: ebenda

Autor

Zurück

Titel: Die Markteinführung eines „Konkurrenz“-Produktes. Strategische und absatzpolitische Maßnahmen sowie gewerbliche Schutzrechtsarten