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Theorien sozialen Wandels

Auseinandersetzung mit Theorien des sozialen Wandels von Geißler und Rostow

Essay 2009 8 Seiten

Soziologie - Soziales System, Sozialstruktur, Klasse, Schichtung

Leseprobe

Im Folgenden werde ich mich mit zwei Texten, die sozialen Wandel erklären sollen, auseinander setzen. Der erste ist von Geißler, in dem er den sozialen Wandel in Deutschland mit dem Modernisierungskonzept analysiert.

In dieser Ausarbeitung werde ich mich mit der Frage beschäftigen, ob Geißler in seinem Konzept auch die Nachteile der Modernisierungstheorie bzw einer modernen Gesellschaft berücksichtigt, auf die er anfänglich selbst hinweist und ob eine andere Theorie besser zur Erklärung der Wende geeignet ist.

Ich halte diese Fragestellung deshalb für sinnvoll, weil es meiner Meinung nach viel gerechtfertigte Kritik an der Modernisierung gibt und ich denke, wenn Geißler den sozialen Wandel in Deutschland mit dem Konzept der Modernisierung erklärt, ist es wichtig, die Tücken der Theorie zu beachten.

Ich halte es kaum für möglich, den Westen mit seinem Konzept nicht zu idealisieren.

Als zweite Theorie habe ich das Prinzip der „Take-Off-Phase“ von Walt W. Rostow gewählt und werde es mit dem von Geißler vergleichen.

Im Folgenden werde ich allerdings erst einmal Geißlers Konzept erläutern und dann kritisieren.

Zuerst beleuchtet er die Wichtigkeit des Modernisierungskonzepts für die Erklärung sozialen Wandels, benennt aber auch direkt die Nachteile.

Er sagt, dass man mit dem Konzept Gefahr läuft, moderne Staaten zu idealisieren, und behauptet, dass er diesen Nachteilen trotzdem Beachtung schenken wird, und die Theorie daher doch auf die Veränderungen nach der Wende anzuwenden ist (Handbuch zur deutschen Einheit 1999: S.681).

Geißlers wichtigste Behauptung ist, dass der Osten im Gegensatz zum Westen in vielen Bereichen rückständig ist. Er bezeichnet die Rückstände im Osten als „Modernisierungsdefizite“ und den Umbruch als „nachholende Modernisierung“. Weiter behauptet er, dass „die treibende Kraft der Modernisierung die Leistungssteigerung einer Sozialstruktur ist“ (ebd., S.681).

Daraufhin nennt er die 10 wichtigsten Defizite, darunter sind das „Ost-West-Wohlstandsgefälle“, also dass der Westen reicher als der Osten ist, sowie die übermäßige Machtkonzentration (durch eine große Machtelite konnten keine Teileliten zustande kommen, die Macht war also auf zu wenige Menschen konzentriert). Außerdem die Verknüpfung des sozialen Aufstiegs an politische Solidarität sowie der rückständige Dienstleistungssektor. Weitere Defizite sind zu wenig Selbstständige auf Grund von politischen Vorgaben und ausgebremste, hochqualifizierte Berufsgruppen. Auch die lockere Arbeitsdisziplin war defizitär. Als letztes nennt er die niedrigere Lebenserwartung, den hohen Abwanderungsdruck und die schlechte Chance für Kinder aus unteren Schichten eine Hochschulausbildung zu bekommen (ebd., S. 682-683).

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Details

Seiten
8
Jahr
2009
ISBN (eBook)
9783640804030
ISBN (Buch)
9783656483090
Dateigröße
383 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v163476
Institution / Hochschule
Universität Bremen – Soziologie
Note
2,0
Schlagworte
theorien wandels auseinandersetzung geißler rostow

Autor

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Titel: Theorien sozialen Wandels