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Technische Indikatoren und deren Verifikation

Diplomarbeit 2000 62 Seiten

BWL - Bank, Börse, Versicherung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Formelverzeichnis

1 Einführung

2 Systemeinstellungen
2.1 Allgemeine Einstellungen/Datenbasis
2.2 Testbedingungen und Testergebnisse
2.2.1 Testbedingungen
2.2.2 Testergebnisse
2.3 Optimierungsstrategie

3 Technische Indikatoren
3.1 Trendfolgesysteme
3.1.1 Gleitende Durchschnitte (Moving Averages)
3.1.1.1 Berechnung
3.1.1.1.1 Einfacher GD
3.1.1.1.2 Linear gewichteter GD
3.1.1.1.3 Exponentiell gewichteter GD
3.1.1.2 Interpretation
3.1.1.2.1 Anzeige des Trends
3.1.1.2.2 Überkreuzungen des Basistitels und dessen GD
3.1.2 Moving Average Convergence/Divergence System (MACD)
3.1.2.1 Berechnung
3.1.2.2 Interpretation
3.1.2.2.1 Anzeige des Trends
3.1.2.2.2 Kreuzung von MACD-Linie und Trigger
3.1.2.2.3 Analyse der MACD-Linie und Mittelpunktslinie
3.1.2.2.4 Divergenzen zum Kurschart
3.1.2.2.5 MACD als Histogramm
3.1.3 MACD Momentum Oscillator (MMO)
3.1.3.1 Berechnung
3.1.3.2 Interpretation
3.1.3.2.1 Anzeige des Trends
3.1.3.2.2 Kreuzung von MMO und Mittelpunktslinie
3.1.3.2.3 Divergenzen zum MACD Histogramm
3.1.3.2.4 MACD Momentum Oscillator und GD
3.2 Trendintensitätsindikatoren
3.2.1 Directional Movement Index (DMI)
3.2.1.1 Berechnung
3.2.1.2 Interpretation
3.2.1.2.1 Der ADX als Trendanzeiger
3.2.1.2.2 +DI und -DI als Signalgeber
3.2.1.2.3 +DI und -DI mit ADX als Signalgeber
3.2.2 Commodity Channel Index (CCI)
3.2.2.1 Berechnung
3.2.2.2 Interpretation
3.3 Überkauft/Überverkauft-Systeme
3.3.1 Momentum
3.3.1.1 Berechnung
3.3.1.2 Interpretation
3.3.1.2.1 Anzeige des Trends
3.3.1.2.2 Divergenzen zum Kurschart
3.3.1.2.3 Kreuzung von Momentum und Mittelpunktslinie
3.3.1.2.4 Kreuzung von Momentum und dessen GD
3.3.2 Relative-Stärke-Index (RSI)
3.3.2.1 Berechnung
3.3.2.2 Interpretation
3.3.2.2.1 Anzeige des Trends
3.3.2.2.2 Divergenzen zum Kurschart
3.3.2.2.3 Kreuzung von RSI und Signallinien
3.3.2.2.4 Kreuzung von RSI und dessen GD
3.3.3 Stochastik
3.3.3.1 Berechnung
3.3.3.2 Interpretation
3.3.3.2.1 Anzeige des Trends
3.3.3.2.2 Divergenzen zum Kurschart
3.3.3.2.3 Kreuzung von %K und %D
3.3.3.2.4 Kreuzung der Extremzonen

4 Indikatorkombinationen

5 Zusammenfassung und Schlußbemerkung

Literatur- und Quellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: DAX auf Tagesbasis mit 90 Tage EGD

Abbildung 2: DAX auf Tagesbasis mit MACD und exponentiellem 9 Tage Trigger

Abbildung 3: DAX auf Tagesbasis mit MACD und Signallinie

Abbildung 4: DAX auf Tagesbasis mit MMO und 10 Tage EGD

Abbildung 5: Abwärts-Directional-Movement

Abbildung 6: DAX auf Tagesbasis mit 14 Tage DI-Differenz

Abbildung 7: DAX auf Tagesbasis mit 14 Tage CCI

Abbildung 8: DAX auf Tagesbasis mit 14 Tage Momentum

Abbildung 9: DAX auf Tagesbasis mit 14 Tage Momentum und 10 Tage EGD

Abbildung 10: Entwicklung des DAX von 1989 bis 1998

Abbildung 11: DAX auf Tagesbasis mit 14 Tage RSI und Divergenzen

Abbildung 12: Dax auf Tagesbasis mit 14 Tage RSI

Abbildung 13: DAX auf Tagesbasis mit 5/3 Tage Fast Stochstik

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Systemtest Überkreuzungen DAX und GD mit optimiertem GD

Tabelle 2: Systemtest Überkreuzungen MACD und Trigger mit optimiertem Trigger

Tabelle 3: Systemtest Überkreuzungen MACD und Trigger mit vollständig optimierten Einstellungen

Tabelle 4: Systemtest Überkreuzungen MACD und Mittelpunktslinie mit optimiertem MACD

Tabelle 5: Systemtest Überkreuzungen MACD Momentum Oscillator und GD in der Standardeinstellung

Tabelle 6: Systemtest Überkreuzungen MACD Momentum Oscillator und GD mit vollständig optimierten Einstellungen

Tabelle 7: Systemtest Überkreuzungen Momentum und Mittelpunktslinie mit optimierter Momentumeinstellung

Tabelle 8: Systemtest Überkreuzungen Momentum und GD mit vollständig optimierten Einstellungen

Tabelle 9 : Systemtest Überkreuzungen Momentum und GD mit optimiertem GD

Tabelle 10: Systemtest Divergenz RSI zum DAX mit vollständig optimierten Einstellungen

Tabelle 11: Systemtest Divergenz RSI zum DAX in den Signalbereichen mit vollständig optimierten Einstellungen

Tabelle 12: Systemtest Überkreuzungen RSI und Signallinien mit optimiertem RSI

Tabelle 13: Systemtest Überkreuzungen RSI und Signallinien mit vollständig optimierten Einstellungen

Tabelle 14: Systemtest Überkreuzungen von %K-Linie und %D-Linie mit vollständig optimierten Einstellungen

Tabelle 15: Systemtest Überkreuzungen %K-Linie und Singallinien mit vollständig optimierten Einstellungen

Tabelle 16: Systemtest Momentum und MACD mit vollständig optimierten Einstellungen

Tabelle 17: Systemtests der einzelnen Indikatoren im Optimierungs- und Kontrollzeitraum

Formelverzeichnis

Formel 1: Berechnung des Exponential Moving Average

Formel 2: Berechnung des MACD

Formel 3: Berechnung des Directional Indicator

Formel 4: Berechnung der Differenz zwischen +DI und -DI

Formel 5: Berechnung der Summe von +DI und -DI

Formel 6: Berechnung des Directional Movement Index

Formel 7: Berechnung des Commodity Channel Index

Formel 8: Berechnung des Momentums

Formel 9: Berechnung der Relativen Stärke

Formel 10: Berechnung des RSI

Formel 11: Berechnung der K%-, D%- und slowD%-Linie

1 Einführung

Die Technische Analyse gewinnt in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung. Im System der Technischen Analyse kann zwischen der Charttechnik und der Markttechnik (Indikatoren-Technik) unterschieden werden. Von der Charttechnik unterscheidet sich die Markttechnik hauptsächlich in der Chartverwendung. Während der Charttechniker ausschließlich den Chart interpretiert, indem er Trendlinien anlegt oder Formationen konstruiert, verwendet der Markttechniker zur Analyse vordefinierte mathematische oder statistische Berechnungen. Die aus diesen Rechenvorgängen resultierenden Ergebnisse beinhalten klare Aussagen, die den persönlichen Entscheidungsspielraum des Markttechnikers stark einschränken. Daher wird die in die Charttechnik zwingend einfließende subjektive Sichtweise in der Markttechnik weitgehend verhindert. Ein weiteres Problem der Chartanalyse ist die schwierige bzw. gar nicht mögliche Operationalisierbarkeit, welches aufgrund der klar formalisierbaren Handelsregeln in der Markttechnik nicht zur Geltung kommt.[1]

Innerhalb der Indikatoren-Technik wird hauptsächlich zwischen den Trendfolgern und den Oszillatoren differenziert. Neben diesen beiden großen Gruppen von Indikatoren gibt es noch die Trendintensitätsindikatoren, die Umsatz- und Volatilitätsindikatoren. Im Rahmen dieser Analyse wird neben den Trendfolgern und Oszillatoren noch auf zwei Trendintensitätsindikatoren eingegangen. Die einzelnen Indikatoren können nicht immer eindeutig abgegrenzt werden, d.h. ein Indikator kann ebenso als Trendfolger, wie auch als Oszillator ausgerichtet sein.

Aufgabe der Trendfolger ist es, den bestehenden Trend so bald wie möglich zu identifizieren. Da diese allerdings dem Trend folgen bis dieser gewechselt hat, können Kauf- und Verkaufssignale erst erfolgen, wenn sich der neue Trend etabliert hat, d.h. die Handelssignale treten immer mit einer mehr oder weniger großen Zeitverzögerung und damit stets relativ zu spät ein. In Seitwärtstrends ergeben sich aufgrund der sehr kurzfristigen Auf- und Abwärtsbewegungen häufig Fehlsignale, während in Phasen anhaltender Trends recht erfolgreiche Aussagen getroffen werden. Die Basis eines fast jeden trendfolgenden Ansatzes sind gleitende Durchschnitte und werden daher als erster Trendfolgeindikator aufgeführt.

Oszillatoren ermöglichen dem technisch orientierten Händler, von einem trendlosen Marktumfeld zu profitieren. Sie schwingen in einer bestimmten Bandbreite zwischen Extremwerten, deuten daher auf Extremphasen oder Übertreibungen im Kursverlauf hin und werden deshalb auch als Überkauft/Überverkauft-Indikatoren bezeichnet. In eindeutigen Trends weichen die Kurse von ihrer üblichen Schwankungsbreite ab. Daher zeigen Oszillatoren in Trendmärkten immer eine Überhitzung an und liefern häufig Fehlsignale, während sie dagegen in Seitwärtstrends sehr erfolgreich sind. Das Momentum bildet die Grundlage der Oszillatoren und wird daher auch als „Mutter aller Oszillatoren“ bezeichnet.[2]

Da Trendfolger nur in Trendmärkten und analog Oszillatoren nur in Seitwärtstrends funktionieren, wird versucht, mit Trendintensitätsindikatoren festzustellen, wann ein Trend vorliegt und wie stark dessen Ausprägung ist.[3]

Durch den Fortschritt in der Computertechnologie erlebte die Markttechnik einen immensen Aufschwung und es wurde möglich, auch komplexe Rechenmethoden anzuwenden. Mit einem einfachen Personalcomputer können in wenigen Stunden Millionen von Daten untersucht und damit komplexe Handelsregeln konstruiert werden. Diese Möglichkeiten fördern den verstärkten Einsatz der Indikatorentechnik. Die Anwendung von Computer-Software bringt allerdings auch Nachteile mit sich. Als Beispiel sei das falsche Gefühl von Sicherheit und Kompetenz erwähnt, welches dem Techniker durch die eindrucksvolle Verarbeitung einer großen Menge von Daten vermittelt wird.[4]

Das Ziel dieser Arbeit ist es, mit Hilfe der vielfältigen Möglichkeiten des Personalcomputers im Börsenresearch verschiedene technische Indikatoren auf ihre Profitabilität zu überprüfen. Da es jedoch für jeden Markttechniker unerläßlich bleibt, das Konzept und die Interpretation der einzelnen Indikatoren zu verstehen, werden zuerst jeweils die betreffenden Analysemethoden in ihrem Aufbau und ihrer Berechnung erläutert, bevor in einem zweiten Schritt deren Interpretation und Verifikation vorgenommen wird.

Die Untersuchung von verschiedenen Indikatorkombinationen ist Gegenstand des zweiten Kapitels. Um den Überblick zu behalten, soll bei der Untersuchung ausschließlich auf die in der Praxis wichtigsten und gebräuchlichsten Indikatoren eingegangen werden.

Die Berechnungen und die Chartdarstellung werden mit Hilfe von Investox, einem Programm der Firma Knöpfel Software Entwicklung in München[5], durchgeführt. Investox ermöglicht anhand von historischen Datenreihen die Suche nach optimierten Parametern für einzelne Indikatoren oder für ein Trading-System. Das Problem daran ist jedoch, daß die vom Computer berechneten Parameter mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht die optimalen Ergebnisse in der Zukunft liefern werden.

Um diese Unsicherheit etwas zu schmälern, werden die im Optimierungszeitraum (01.01.1985–31.12.1995) ermittelten Parametereinstellungen in einem Kontroll-zeitraum (01.01.1996–02.04.1999) überprüft. Vergleichsweise kann auch der Gesamtzeitraum (01.01.1975–02.04.1999) zur Betrachtung hinzugezogen werden. Beim Gesamtzeitraum werden alle in Investox enthaltenen Daten in die Berechnung miteinbezogen. Zu beachten ist auch die Änderung der optimalen Parameter mit der Länge der Testperiode. Es wird daher noch einmal ausdrücklich darauf hingewiesen, daß die optimierten Ergebnisse ausschließlich für den Betrachtungszeitraum gelten und deren Wiederholung in der Zukunft keineswegs gewährleistet ist. Aufgrund der Ungewißheit sollen die Resultate aus der Optimierung dem Anwender nur als Richtlinien dienen und Vertrauen in die jeweilige Parameterkombination eines Indikators bringen.[6]

Da jeweils unterhalb der Charts das Copyright von Investox aufgeführt ist, wird auf eine Quellenangabe verzichtet.

2 Systemeinstellungen

2.1 Allgemeine Einstellungen/Datenbasis

- Titel: Datenreihe, die als Basis für eine Berechnung verwendet werden kann. Ein Indikator- bzw. Systemtest kann für einen oder mehrere Titel vorgenommen werden. Im Rahmen dieser Untersuchung wird als Titel ausschließlich der DAX verwendet.
- Komprimierung: die Komprimierung legt fest, mit welchem Zeitintervall das System Handelssignale liefern soll (eine wöchentliche Komprimierung berechnet für jede Woche ein Handelssignal). Im Rahmen dieser Analyse wird ausschließlich zwischen täglicher und wöchentlicher Komprimierung unterschieden.
- Positionen: Investox bietet die Möglichkeit, sowohl Long als auch Short Positionen zu berücksichtigen. Die folgenden Tests beschränken sich nur auf Long-Positionen.
- Handelsregeln: definieren die Regeln, nach denen ein System Handelssignale gibt. Die optimierten Parameter werden in den folgenden Systemtests mit einem * gekennzeichnet.

2.2 Testbedingungen und Testergebnisse

2.2.1 Testbedingungen

Um die Praxisnähe eines Systems rechtfertigen zu können, gibt es in Investox zahlreiche Einstellmöglichkeiten von Testbedingungen. Für die folgenden Systemtests gilt:

- Enter-/Exit-/Buy/Hold-Basis: da das Vorhandensein von Open-Kursen in der Vergangenheit von Investox nicht gewährleistet ist, werden grundsätzlich die Schlußkurse angesetzt.
- Verzögerung: für die Umsetzung der Handelssignale wird eine Reaktionszeit unterstellt. Als Verzögerung wird in der Standardeinstellung ein Wert von einer Periode verwendet, d.h. bei täglicher Basis ein Tag.
- Mindestdauer: die Mindestdauer legt fest, wie lange eine Position mindestens geöffnet bleiben soll. Im Rahmen folgender Systemtests wird eine Mindestdauer von 1 eingesetzt, d.h. bei wöchentlicher Komprimierung eine Woche.
- Startkapital: der Indikator- bzw. Systemtest beginnt mit dem Kapital von 1000 und hat sowohl auf die Brutto- und Nettoprofite des Systems als auch auf die Darstellung des Buy/Hold-Profits Auswirkungen.
- Zinsen pro Jahr: es wird die Annahme getroffen, daß das Kapital in einer Out-Position (es besteht keine geöffnete Position) zu Tagesgeld-Zinssätzen angelegt wird. Es wird ein Zinssatz von 3% angesetzt.
- Kosten: in der Standardeinstellung betragen die Gebühren 0,5% vom Kapital bei Eröffnen und Schließen der Position. Zusätzlich sind Kosten, die aufgrund einer nicht optimalen Ausführung eines Trades entstehen, zu berücksichtigen (Slippage), d.h. der Einstieg kann nicht immer zu dem Preis erfolgen, der in der historischen Zeitreihe erfasst ist. In der Standardeinstellung beträgt die Slippage bei Enter und Exit Positionen 0,5% vom Kapital.[7]

2.2.2 Testergebnisse

Die Anzeige Testergebnisse zeigt die Resultate eines Handelssystems an. Die Ergebnisanzeige bezieht sich immer auf eine Untersuchung mit dem gewählten Titel (z.B. DAX) im eingestellten Zeitraum. Aus einer Reihe von möglichen Auswertungen, die in Investox ausgewählt werden können, sollen im Rahmen dieser Diplomarbeit folgende Ergebnisse angezeigt werden:

- Anzahl aller Trades: gibt die Anzahl aller abgeschlossenen Trades im Untersuchungszeitraum an.
- Perioden mit Trades: zeigt an, in wieviel Prozent der Perioden im Untersuchungszeitraum das System investiert war.
- Brutto-Profit: gibt den kumulierten Bruttogewinn an, d.h. der Gewinn vom ersten Trade wird beim zweiten Trade mit angelegt und so fort. Vom Bruttogewinn wird noch die Slippage abgezogen.
- Netto-Profit: vom Bruttogewinn werden die Gebühren für das Eröffnen und Schließen einer Position abgezogen.
- Buy/Hold-Profit: errechnet ein Ergebnis, als wäre in der ersten getesteten Periode eine Position eingegangen, die bis zur letzten Periode anhält. Die Slippage sowie Enter- und Exitgebühren werden berücksichtigt.
- Profit-Ratio zu Buy/Hold: gibt an, in wie weit das Netto-Systemergebnis mehr erbracht hat als die entsprechende Buy and Hold-Strategie. Dabei wird immer vom Startkapital in Höhe von 1000 ausgegangen, d.h. wenn das System im Vergleich zu Buy and Hold 250 mehr erbracht hat, dann beträgt die Ratio 25%.
- Profitable Trades: zeigt an, wieviel Prozent aller Trades unter Berücksichtigung von Gebühren und Slippage mit Gewinn abgeschlossen werden konnten.[8]

2.3 Optimierungsstrategie

Die Optimierungsstrategie kann in Investox vorgegeben werden. Es können praktisch alle Ergebnisse, die beim Testen des Handelssystems ermittelt werden, als Optimierungskriterium eingesetzt werden. Um den vorgegebenen Rahmen dieser Analyse nicht zu sprengen, soll als Optimierungsstrategie ausschließlich der Profit gegenüber einer Buy and Hold-Strategie angesetzt werden, d.h. der Gewinn aus dem Einsatz des Indikators soll im Vergleich zum Buy and Hold-Profit maximiert werden. Die Optimierung erfolgt mit Genetischen Algorithmen und ist jeweils auf maximal 50 Generation begrenzt.[9]

3 Technische Indikatoren

3.1 Trendfolgesysteme

3.1.1 Gleitende Durchschnitte (Moving Averages)

Eine der am häufigsten verwendeten technischen Studien sind „Moving Averages“. Dies ist nicht zuletzt damit begründet, daß gleitende Durchschnitte aufgrund ihrer Einfachheit praktikabel einsetzbar sind. Gleichzeitig stellen sie eine der erfolgreichsten Trendfolgestudien dar. Da ein Durchschnitt immer trendfolgend und nicht trendantizipierend ist, gehören die gleitenden Durchschnitte zu den Lagging Indicators. Die Problematik dabei ist, daß Handelssignale erst dann erzeugt werden, wenn möglicherweise bereits ein Großteil des Trends vollzogen worden ist. Charakteristisch für gleitende Durchschnitte ist, daß kurze Durchschnitte zwar schnellere Signale als lange Durchschnitte liefern, bei diesen jedoch auch häufiger Fehlsignale auftreten.[10]

Die Glättung der gleitenden Durchschnitte kann nach mehreren Methoden vorgenommen werden. Im Rahmen dieser Arbeit soll auf die einfachen, linear und exponentiell gewichteten gleitenden Durchschnitte eingegangen werden. Die Optimierung gleitender Durchschnitte in den nächsten Abschnitten erstreckt sich daher ausschließlich auf die drei benannten Methoden.

3.1.1.1 Berechnung
3.1.1.1.1 Einfacher GD

In einem einfachen gleitenden Durchschnitt werden die Schlußkurse im Beobachtungszeitraum addiert und durch ihre Anzahl dividiert. Daher wird jedem Kurs das gleiche Gewicht eingeräumt. Diese Methode wird in Investox als Standard bezeichnet.

3.1.1.1.2 Linear gewichteter GD

Im gewichteten gleitenden Durchschnitt wird den jüngeren Beobachtungswerten ein höheres Gewicht eingeräumt. Beim linear gewichteten gleitenden Durchschnitt werden die einzelnen Schlußkurse entsprechend ihrer Stellung in der Zeitreihe gewichtet, d.h. bei einem 10-Tage-GD wird der aktuelle Kurs mit 10 gewichtet, während der älteste Kurs mit 1 gewichtet wird. Diese Methode wird mit Weighted gekennzeichnet.[11]

3.1.1.1.3 Exponentiell gewichteter GD

Der exponentiell gewichtete gleitende Durchschnitt stellt eine zweite Möglichkeit zur Gewichtung jüngerer Kurse dar. Im Vergleich zum linear gewichteten gleitenden Durchschnitt werden sämtliche vorhandene Datenreihen berücksichtigt. Je nach Aufbau können für einen solchen Durchschnitt die zur Berechnung herangezogenen Kurse mehrere Jahre zurückliegen. Durch deren Berücksichtigung ist der exponentielle Durchschnitt nicht so volatil in Bezug auf auslaufende Altdaten.

Einige Autoren vertreten die Ansicht, daß die Anwendung von gewichteten und exponentiellen Durchschnitten erfahrungsgemäß die Aktienanalyse unnötig kompliziert und es völlig ausreicht, sich auf den einfachen gleitenden Durchschnitt zu beschränken.[12] Ob diese Auffassung geteilt werden kann, wird sich anhand der Ergebnisse der folgenden Systemtests zeigen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Formel 1: Berechnung des Exponential Moving Average

Quelle: Eller, R.; Dreesbach, S. 1997, S. 100.

[...]


[1] Vgl. Poddig, T. 1996, S. 57f.

[2] Vgl. Müller, T.; Nietzer, H. 1998, S. 24ff.

[3] Vgl. http://www.indicator-trading.de/Indikatoren/indikatoren.htm 1999.

[4] Vgl. Murphy, J. J. 1991, S. 427.

[5] Die genaue Anschrift von der Firma Knöpfel Software Entwicklung ist die Kaiserstraße 25 in 80801 München, Tel-Nr. 089/346 146 und Fax-Nr. 089/340 29 349, E-Mail: info@knoepfel.de, Internet: www.knoepfel.de.

[6] Vgl. Chande, T. S. 1998, S. 86ff.

[7] Vgl. Knöpfel, A.; Beyer, E. 1999, S. 340ff.

[8] Vgl. Knöpfel, A.; Beyer, E. 1999, S. 98ff.

[9] Weitere Ausführungen zur Optimierung mit Genetischen Algorithmen können folgender Quelle entnommen werden: Nissen, V.: Einführung in Evolutionäre Algorithmen, Braunschweig; Wiesbaden 1997. Vgl. Knöpfel, A.; Beyer, E. 1999, S. 90f.

[10] Vgl. Welcker, J. 1991, S. 48.

[11] Vgl. Eller, R.; Dreesbach, S. 1997, S. 93ff.

[12] Vgl. Cesar, G. 1996, S. 152.

Details

Seiten
62
Jahr
2000
ISBN (eBook)
9783638212144
Dateigröße
639 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v16330
Institution / Hochschule
Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen; Standort Nürtingen – FB Volkswirtschaft
Note
1,8
Schlagworte
Technische Indikatoren Verifikation

Autor

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Titel: Technische Indikatoren und deren Verifikation