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Verhaltensorientiertes Controlling

Seminararbeit 2010 21 Seiten

BWL - Controlling

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Einführung

2 Grundlagen zur Verhaltensorientierung im Controlling
2.1 Entwicklungsgeschichte
2.2 Verhaltenswissenschaften und Betriebwirtschaftslehre
2.2.1 Verhalten
2.2.2 Controllingbegriff und Aufgaben des Controllers
2.3 Prinzipal-Agent-Theorie als Erweiterung der ökonomischen Theorie

3 Behavioral Controlling
3.1 Begriffliche Grundlagen
3.2 Menschliches Informationsverhalten
3.2.1 Fehler bei Wahrnehmung und Interpretation von Informationen
3.2.2 Information Overload

4 Handlungsempfehlungen für ein Behavioral Controlling

5 Ausblick

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Controlling als Schnittmenge zwischen Manager und Controller

Abb. 2: Formen und Repräsentationen von Wissen

Abb. 3: Zusammenhang Informationsbelastung und Entscheidungsqualität

Abb. 4: Determinanten des Information Overload

1 Einführung

Jedem Praktiker ist es bewusst: Eine Betrachtung von wirtschaftlichen Zusammen- hängen unter Ausschluss der Berücksichtigung von menschlichen Eigenschaften führt nicht automatisch zum Erfolg. Sämtliche Entscheidungen im Unternehmen werden von Menschen mit beschränkten Fähigkeiten und menschlichen Eigen- schaften getroffen. Menschliches Verhalten führt zu systematischen Verzerrungen in betriebswirtschaftlichen Zusammenhängen.1 Deswegen wird die Einbeziehung psychologischer Erkenntnisse in die Controllingtheorie immer stärker gefordert. Diese Forderung geht einher mit Kritik an praxisfernen neoklassischen Systemen2 und an der klassischen ökonomischen Theorie des Homo Oeconomicus.3 Jenem objektiv rational handelnden Marktteilnehmer, der fernab persönlicher Präferenzen mit vollständiger Voraussicht, unendlichen finanziellen Mitteln und uneingeschränk- tem Marktzugriff durch Nutzenkalkül motiviert wird.4 Stärker auf die realen Eigen- schaften von Menschen einzugehen, und dadurch neue Perspektiven zu öffnen, wird in der Theorie mit „Verhaltensorientierung" beschrieben.5

Unter dem Begriff Behavioral Accounting ist die Forschung der verhaltensorientier- ten Betriebwirtschaft im angelsächsischen Raum schon lange etabliert.6 Auch wenn Kritiker dieser Forschung sich weigern, die klassische Rationalitätsannahme aufzu- geben, eröffnet der Blick auf Erkenntnisse aus der Psychologie Chancen, bessere Erklärungsansätze für Fragestellungen im Rahmen der Tätigkeit von Controllern zu entwickeln.7 Diese Perspektivenerweiterung gewinnt zunehmend an Bedeutung, denn Unternehmen werden mit immer größeren Unsicherheiten konfrontiert und sind einem starken Veränderungsdruck ausgesetzt. Beides führt zu neuen Anforde- rungen an Manager, deren Aufgaben ex ante nicht mehr so leicht spezifizierbar sind, sondern von ihnen mitgestaltet werde müssen. Spätestens hier lohnt der ge- nauere Blick darauf, wie Manager wirklich denken und handeln.8

Im Rahmen dieser Seminararbeit werden zunächst die klassische Auffassung des Controllings, wie sie in vielen Lehrbüchern beschrieben wird, sowie weitere wichti- ge Grundbegriffe in diesem Zusammenhang erklärt. Anschließend werden mit Hilfe der sog. Prinzipal-Agent-Theorie erste Fragestellungen und Erklärungen auf das Zusammenwirken von Wirtschaftssubjekten gegeben. In Kapitel drei werden häufig auftretende Probleme im Verhältnis zwischen Controller und Manager aufgezeigt, bevor in Kapitel vier praxisnahe Handlungsempfehlungen für den modernen Con- troller abgeleitet werden.

Ziel dieser Arbeit soll sein, ein verhaltensorientiertes Controlling (Behavioral Con- trolling) in seiner Funktion als meinungsbildendes Instrument des Managements genauer zu untersuchen.

2 Grundlagen zur Verhaltensorientierung im Controlling

2.1 Entwicklungsgeschichte

Manager haben als Führungskräfte die vornehmliche Aufgabe, Entscheidungen zu treffen, mit denen die zukünftige Ausrichtung und somit der Erfolg ihres Unterneh- mens gestaltet wird.9 Die Informationsversorgung des Managements ist eine un- verzichtbare Aufgabe des Controllings. Controller bedienen den Informationsbe- darf, indem sie die erforderlichen Informationen zusammenstellen. Auf deren Basis wird es Managern ermöglicht, ± so die traditionelle Annahme ± die richtigen Ent- scheidungen zu treffen.10

In der angloamerikanischen Literatur ist unter dem Begriff „Behavioral Accounting" die Forschung des Zusammenhangs zwischen Controlling und Verhalten schon lange etabliert. Wegbereiter des verhaltensorientierten Controllingansatzes ist C. ARGYRIS, der 1952 sein Werk „The Impact of Budgets on People" veroffentlichte. In der deutschen Betriebwirtschaft fand das Thema „Mensch" lange Zeit nur wenig Berucksichtigung. 2002 wurde mit der Nobelpreisvergabe an DANIEL KAHNEMANN und VERNON L. SMITH, die das klassische Modell des Homo Oeconomicus in Frage stellten und verhaltenswissenschaftliche Aspekte in die Wirtschaftswissenschaften integrierten, das Thema Verhaltensorientierung gewurdigt.11

2.2 Verhaltenswissenschaften und Betriebwirtschaftslehre

Sozialwissenschaften beschäftigen sich mit dem Menschen als soziales Phäno- men, mit institutionellen und organisatorischen Voraussetzungen für menschliches Handeln sowie dem Zusammenleben in Gemeinschaften und Gesellschaften.12 Besonders interessant hierbei sind die Ursachen und Wirkungen menschlichen Handelns.

[...]


1 Vgl. Weber, J., et al. (2003), S. 7.

2 Vgl. Hirsch, B. (2005), S. 257.

3 Vgl. Hirsch, B. (2005), S.282.

4 Vgl. Weber, J. et al., (2003), S. 8.

5 Vgl. Hirsch, B. (2005), S. 257.

6 Vgl. Hirsch, B. (2007), S. 1.

7 Vgl. Hirsch, B. (2007), S. 6.

8 Vgl. Hirsch, B. (2005), S. 257.

9 Vgl. Hirsch, B. (2007), o. S.

10 Vgl. Hirsch, B., et al. (2008), S. 6.

11 Vgl. Weber, J, et al. (2003), S. 7 und S. 50.

12 Vgl. Wöhe, G., Döring, U. (2010), S. 19.

Details

Seiten
21
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783640774647
ISBN (Buch)
9783640774692
Dateigröße
481 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v163214
Institution / Hochschule
FOM Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, Berlin früher Fachhochschule
Note
1,3
Schlagworte
Verhaltensorientierung Controlling Behavioral Controlling Verhaltensorientiertes Controlling

Autor

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Titel: Verhaltensorientiertes Controlling