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Integrative mediale Aspekte des Deutschunterrichts

Hausarbeit 2005 15 Seiten

Didaktik - Deutsch - Pädagogik, Sprachwissenschaft

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Integrative Medienerziehung

3. Die Entwicklung der Medienerziehung im Fach Deutsch

4. Medienerziehung im Deutschunterricht

5. Medienkompetenz
5.1 Wahrnehmungskompetenzen
5.2 Verarbeitungskompetenzen:
5.3 Beurteilungs- und Selektionskompetenz
5.4 Kritische Nutzungskompetenz
5.5 Kreative Handlungskompetenz
5.6 Multimediale Kompetenz

6. Unterrichtsmedien
6.1 Was sind Unterrichtsmedien?
6.2 Formen von Unterrichtsmedien
6.2.1 Aussageträger
6.2.2 Präsentationsmodi
6.2.3. Aussagen
6.3 Lerngeräte

7. Funktionen von Unterrichtsmedien

8. Resümee

9. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Integrative mediale Aspekte sind im integrativen Deutschunterricht von großer Bedeutung. Die Medienerziehung zielt allgemein auf die Lernprozesse der Schüler. So kann eine integrative Medienerziehung dem Handlungsunterricht an Seite stehen und diesen überhaupt erst ermöglichen. Somit ergibt sich die Frage, was ist integrative Medienerziehung und was bewirkt diese. Auch die Unterrichtsmedien müssen mit einbezogen werden, da ohne diese keine Unterrichtsform möglich ist.

2. Integrative Medienerziehung

Um integrative mediale Aspekte ausfindig machen zu können, muss zunächst geklärt werden, was „Integrative Medienerziehung“ meint.

Die Medienerziehung „zielt auf die Unterstützung medienthematischer Lernprozesse, in welchen Medien nicht nur Vehikel, sondern Gegenstand des Lehrens und Lernens sind“ (Sacher 2000:15).

Der integrative Ansatz der schulischen Medienerziehung wurde im Rahmen eines Modellversuchs der Bund-Länder-Kommission 1995 entwickelt. „Integrativ“ bedeutet, dass durch Medienhandeln, angemessenen Medieneinsatz, durch die Auseinandersetzung mit den Medienbotschaften und -inhalten „neuartige Handlungsrahmen und Kontexte für Unterricht und Schulleben erzeugt werden, in denen gleichzeitig mit der Medienerziehung die Bewältigung auch noch anderer Lern- und Erziehungsaufgaben möglich wird“ (Spanhel 1999:43). D.h. dass außerschulische Erfahrungen von Medien der Schüler gleichberechtigt und ohne pädagogische Vorbehalte in den Unterricht integriert werden. So ist der Lehrer besser über die Medienerfahrungen und -praxis der Schüler informiert. Er kann die Medienpraxis dadurch besser beurteilen und entsprechende Hilfestellungen und Orientierungen anbieten, damit die Schüler ihre Medienkompetenz weiter ausbilden und angemessen nutzen.

Medienerziehung muss also in diesem Zusammenhang nicht als bloße Vermittlung von Medienkompetenz, sondern ebenfalls als Sozial- und Werteerziehung betrieben und verstanden werden (s. Spanhel 1999:43). Ziele des Konzepts der „Integrativen Medienerziehung“ sind also die Verbesserung der Lehr- und Lehrprozesse und die Vermittlung von Medienkompetenz. Was im Einzelnen unter Medienkompetenz verstanden wird, werden wir im weiteren Verlauf der Ausarbeitung klären.

3. Die Entwicklung der Medienerziehung im Fach Deutsch

Bereits 1977 schloss man die erste Stufe der Medienintegration in den Deutschunterricht ab. Dabei haben sich folgende Veränderungen durchgesetzt (s. Wermke 1997:24):

- „[D]ie Erweiterung des Textbegriffes um Massenmedien und sog. Trivialliteratur auch unter Beachtung kommunikationswissenschaftlicher Ansätze“ (Wermke 1997:24): Die Trivialliteratur hat sich in der Gesellschaft etabliert, ist allgegenwärtig und wurde somit auch zum Gegenstand des Deutschunterrichts gemacht.
- „[D]ie Problematisierung der literarischen bzw. ästhetischen Wertung unter Einbeziehung soziologischer und psychologischer Aspekte“ (Wermke 1997:24): Zum ersten Mal in der Geschichte des Deutschunterrichts wurden Texte problematisiert.
- „[D]er Paradigmenwechsel von ’Textinterpretation’ als zentrales Konstrukt zum ’aktiven Rezipienten’“ (Wermke 1997:24): Die Schüler sollen durch handlungsorientierten Unterricht aktiviert werden.

Kritiker empfanden die Medienintegration in den Deutschunterricht als Verdrängung der Literatur. Das Ergebnis der ersten Phase der Medienintegration in den Deutschunterricht war im Wesentlichen die Aufnahme neuer Textsorten und das Formulieren von Zielperspektiven. Die Medienintegration beeinflusste derzeit jedoch noch nicht curriculare Entwicklungen. (s. Wermke 1997:24f.)

Die weitere Entwicklung der Medienintegration in den Deutschunterricht kann anhand der Präsenz von Medien-Themen in fachdidaktischen Zeitschriften gezeigt werden. Man kann beobachten, dass die Integration zunächst als Vergleich zwischen auditiven bzw. audiovisuellen Medien und literarischen Formen erfolgt.

Später werden Medien als abgegrenzter zusätzlicher Gegenstandsbereich aufgenommen. Schließlich wird das Thema einer medienübergreifenden Fragestellung des Faches Deutsch untergeordnet. (s.Wermke 1997:25)

So behandelte z.B. die Zeitschrift „Der Deutschunterricht“ das Thema Medien vor 1973 in Analogie zu und im Vergleich mit literarischen Gattungen. „Der Deutschunterricht“ veröffentlichte in diesem Zeitraum beispielsweise Artikel wie „Film und Hörspiel im Deutschunterricht“ I und II oder „Massenmedien und Theater im Deutschunterricht“. Zwischen 1973 und 1978 präsentierte die Zeitschrift „Diskussion Deutsch“ das Thema Medien mit eigenständigem Gewicht unter dem Titel „Massenmedien“ 1-4. „Der Deutschunterricht“ reflektierte nun die Besonderheiten dieser Thematik unter „Mediendidaktik“ I und II. (s. Wermke 1997:25)

In den 80er Jahren tritt die Thematik Medien stark zurück. Das Thema Medien wird anderen Bereichen des Deutschunterrichts untergeordnet. (s. Wermke 1997:25)

In den 90er Jahren wird der Bereich Medien wieder stärker thematisiert. Neu konzipierte Zeitschriften wie „Praxis Deutsch“, „Informationen zur Deutschdidaktik“ („ide“) und „Deutschunterricht“ widmen sich dieser Thematik und reservieren diesem Bereich regelmäßig einen größeren Anteil in ihren Ausgaben, als dies zuvor üblich war. Der Integrationsprozess schreitet weiter voran – nicht nur innerhalb des Faches, sondern auch über seine Grenzen hinaus. Das Thema Medien wird nun auch fachübergreifend diskutiert. (s. Wermke 1997:25f.)

So veröffentlicht „ide“ seit 1988 jedes vierte Heft unter einem Medienthema, „Praxis Deutsch“ seit 1985 regelmäßig eines von sechs Heften. Der „Deutschunterricht“ stellt seit 1990 mit steigender Tendenz ein Heft pro Jahr unter einem Medienschwerpunkt. Seit 1997 richtet er sogar eine Rubrik zur „Medienerziehung“ ein. Trotz der klaren Fachzuordnung greifen sie immer wieder fachübergreifende Aspekte heraus und stellen Konzeptionen für einen produktions- und schülerorientierten Unterricht vor. (s. Wermke 1997:26)

Während in den 80er Jahren die Medienerziehung nur mit empfehlendem Charakter in den Lehrplänen gefunden werden kann, beginnt 1990 die curriculare Einbindung der Medienerziehung (s. Wermke 1997:26).

4. Medienerziehung im Deutschunterricht

In Anlehnung an die Arbeitsbereiche der Bund-Länder-Kommission kann man bezüglich der Medienerziehung im Deutschunterricht fünf Komplexe unterscheiden (s. Kurzrock 2003:175):

- Die „Reflexion des eigenen Umgangs und der eigenen Erfahrungen mit [ ] Medien“ (Kurzrock 2003:175): Dieser Punkt eignet sich besonders für den Einstieg in die integrative Medienerziehung. Sowohl der Lehrende als auch der Lernende kann an dieser Stelle über die eigenen Nutzungsgewohnheiten von Medien reflektieren. Jedoch ist dieser Punkt nicht ausschließlich für den Einstieg von Bedeutung. Er muss im Verlauf des Arbeitens mit Medien immer wieder aufgegriffen werden, um Werteorientierungen bei der Nutzung von Medien entwickeln zu können. (s. Kurzrock 2003:176)

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Details

Seiten
15
Jahr
2005
ISBN (eBook)
9783640792573
ISBN (Buch)
9783640793013
Dateigröße
497 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v163178
Institution / Hochschule
Universität Osnabrück
Note
2,0
Schlagworte
Integrative Aspekte Deutschunterrichts

Autor

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Titel: Integrative mediale Aspekte des Deutschunterrichts