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Markteintrittsstrategien deutscher Unternehmen in Russland

Auswirkungen der interkulturellen Unterschiede auf den Geschäftserfolg

Diplomarbeit 2009 98 Seiten

BWL - Wirtschaftspolitik

Leseprobe

1 Einleitung

1.1 Einführung und Problembeschreibung

Die Dimensionen des größten Landes der Erde mit einer Ausbreitung von rund 17.000.000 km² und einer Bevölkerungszahl von 142 Mio. Menschen (2008)[1] sowie der höchsten ethnischen Dichte weltweit (mit über 100 Nationalitäten)[2] erscheinen für die Vielzahl der Westeuropäer unfassbar und geheimnisvoll zugleich.

Selbst 20 Jahre nach Glasnost und Perestroika ist Russland weiterhin für Viele Terra incognita, welches zum Teil aufgrund seiner Vergangenheit widersprüchlich und unberechenbar wirkt. Doch die Faszination, die dieses Land heute ausstrahlt, wird zunehmend auch von westlichen Investoren erkannt. Zu Recht tritt seit einiger Zeit das immense wirtschaftliche Potential stärker als die Unsicherheit in den Vordergrund der Betrachtung. Folglich ist das Interesse von Unternehmern an dieser Region in den vorangegangenen Jahren ungebrochen stark steigend.

Aus verschiedenen Gründen ist das Themengebiet rund um Aktivitäten deutscher Unternehmen in Russland von großem Interesse als Untersuchungsobjekt geprägt. Die zunehmende Orientierung international agierender deutscher Unternehmen, einen Markteintritt in Russland zu wagen, hat sich seit Beginn der 90er Jahre bedeutend intensiviert. Historisch betrachtet veränderte sich seit etwa diesem Zeitraum auch die Verteilung der weltweiten Direktinvestitionen stark. Vor Beginn der 90er Jahre wurden Direktinvestitionen hauptsächlich unter Industrieländern getätigt, doch seit dieser Zeit sind überwiegend Entwicklungs- und Reformländer zu Empfängern von Direktinvestitionen geworden – darunter befindet sich auch Russland. Speziell dieses Land benötigte nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion ausländisches Kapital zur Finanzierung des wirtschaftlichen Aufholprozesses. Zu dieser Zeit fokussierten deutsche Unternehmen Russland zunächst als einen kostengünstigen Standort für die Auslagerung von Wertschöpfungsketten. Erst allmählich wurde Russland von der Vielzahl international tätiger Unternehmen als profitabler Absatzmarkt entdeckt. Doch genau dieser Aspekt bewirkt die Notwendigkeit, die spezifischen kulturellen Besonderheiten zu analysieren und in den Vordergrund einer erfolgreichen Geschäftstätigkeit zu stellen. Ein weiterer Gesichtspunkt, welcher die Aktualität des Themas unterstreicht, stellt die zunehmend positive Wahrnehmung Russlands seitens ausländischer Investoren dar. Gleichzeitig spielt Russlands führende Position in der Gemeinschaft der Unabhängigen Staaten (GUS) eine wesentliche Rolle für die Erschließung weiterer Märkte in den GUS-Staaten. Die Attraktivität des russischen Marktes steigert sich somit maßgeblich durch die oben beschriebene Schlüsselfunktion.[3]

In der gegenwärtigen deutschen Literatur wird Russland als Investitionsstandort vielfach vor allem wegen seinem Ressourcenreichtum[4] analysiert, mit dem Ziel, einem potentiellen Investor die Chancen und Risiken einer in den letzten Jahren prosperierenden und somit wirtschaftlich äußerst attraktiven Region aufzuzeigen. Darüber hinaus wird das Ziel gesetzt, mögliche Investitionsentscheidungen zu erleichtern. Die Sondierung der entsprechenden Basisliteratur zeigt allerdings deutlich, dass zum überwiegenden Teil der kulturelle Aspekt als möglicher Hinderungsgrund für einen erfolgreichen Eintritt stark unterschätzt wird, obwohl in kaum einem anderen Land der Erde die kulturelle Facettenvielfalt so stark ausgeprägt ist, wie in Russland.[5] Es wurde außerdem festgestellt, dass Analysen hinsichtlich einer geeigneten Markteintrittsstrategie kombiniert mit den Auswirkungen von interkulturellen Aspekten nur marginal bestehen. Vielfach herrscht die Annahme vor, dass international einheitliche Strategiemuster in jedem Markt angewendet werden können.[6] Doch in einem Jahrtausend mit einer voranschreitend globalisierten Welt sowie dem Herausforderungswillen zahlreicher auslandsorientierter Unternehmen, die dynamischen Märkte im Osten Europas zu erschließen, rückt zunehmend die Bedeutung kultureller Werte in den Vordergrund. Um erfolgreich in einem neuen Markt agieren zu können, ist die Rücksichtnahme „auf die jeweiligen wirtschaftlichen und kulturellen Besonderheiten eines Landes“[7] von höchster Relevanz. Das gewünschte sich entwickelnde Verständnis der Weltgemeinschaft füreinander sowie der gegenseitige Respekt bezogen auf fremde Kulturen erfordern aber eine klare Auseinandersetzung mit den teils divergierenden Normen und Wertvorstellungen anderer Kulturkreise bei gleichzeitiger Besinnung auf eigene kulturspezifische Maßstäbe. Daran abgeleitet kann ein positiver Ablauf im Auslandsgeschäft lediglich auf Grundlage eines Zusammengehörigkeitsgefühls, eines Bewusstseins der Ergänzung und Bereicherung sowie des Kennen und Verstehen der Mentalität und der Kultur des Gegenübers erfolgen. Das Scheitern vieler Unternehmen verdeutlicht die auseinanderlaufende Praxiserfahrung und zeigt, dass die erfolgreiche Umsetzung interkultureller Divergenzen vielfach defizitär ausgeprägt und mit vielen Problemen behaftet ist.[8]

1.2 Zielstellung

Wie stellt sich der russische Markt gegenwärtig für deutsche Investoren dar?

Die zentrale Fragestellung, die die vorliegende Arbeit in diesem Zusammenhang zum einen umfangreich untersuchen und zum anderen zu klären versuchen wird, ist jene der optimalen Markteintrittsstrategie für deutsche Unternehmen unter Berücksichtigung der besonderen Rahmenbedingungen in Russland. Lange Zeit haben sich international tätige Unternehmen aus Deutschland vorrangig auf Exportstrategien konzentriert, ohne die Vielfalt der denkbaren Marktzugangsformen ausreichend zu sondieren.[9] Zugleich wurden in der deutschsprachigen Betriebswirtschaftslehre, im Vergleich zu der englischsprachigen Literatur, entsprechende Determinanten für die Wahl einer Markteintrittsstrategie nur marginal diskutiert.[10] Eine Zielstellung dieser Arbeit ist, die verschiedenen Möglichkeiten aufzuzeigen, die einem deutschen Unternehmen zum alternativen Eintritt, neben dem Exportgeschäft, beispielsweise mittels kooperativer Formen (z.B. Joint Venture, Lizenzvereinbarungen) und nicht-kooperativer Formen (z.B. 100%ige Tochtergesellschaften)[11] gegenwärtig zur Verfügung stehen. Vordergründig wird auf die Ausgestaltungsmöglichkeiten dieser Eintrittsformen und deren spezifischen Risiken eingegangen.

Da die kulturelle Besonderheit bei einem erfolgreichen Markteintritt eine wesentliche Rolle spielt, orientiert sich diese Arbeit weiterführend an den inter- und wirtschaftskulturellen Unterschieden Russlands und Deutschlands sowie dem Einfluss von kulturellen Aspekten auf den Geschäftsverlauf. Aufgrund der gegenwärtig zunehmenden Internationalisierung erscheint die Erlangung einer interkulturellen Kompetenz in allen Wirtschaftsbereichen als maßgeblich, um nachhaltige Geschäftsbeziehungen aufzubauen. Deshalb soll einem potentiellen deutschen Investor zielführend aufgezeigt werden, auf welche Besonderheiten[12] sich im Speziellen eingestellt werden muss, wenn der Markt Russland erschlossen wird. Unterstützt werden diese Aussagen von der zu Grunde liegenden empirischen Erhebung, in dessen Vordergrund mögliche Hindernisse, beispielsweise in Hinblick auf divergierende Mentalitäts- und Verhaltensunterschiede sowie auseinanderlaufende Wert- und Normvorstellungen stehen, die ungeachtet der Wahl einer optimalen Markteintritts-strategie in Russland ein Scheitern bedeuten können. Jener Misserfolg scheint in der Vergangenheit zum überwiegenden Teil auf die marginale Beachtung von kulturellen Aspekten zurückzuführen sein. Demzufolge orientiert sich weitergehend das Ziel dieser Arbeit an der Herausarbeitung eines geeigneten Markteinstiegs unter Berücksichtigung der kulturellen Merkmale, um langfristig erfolgreich agieren und eine solide Geschäftstätigkeit aufbauen zu können.

Da sich vor allem in Zeiten von Unsicherheit sowie vorherrschender Investitions-zurückhaltung der Markteintritt risikoreich darstellt, wird ständig nach effizienten Strategien sondiert. Die Fokussierung auf die andauernde Aktualität dieser Thematik gilt als Unterziel der vorliegenden Ausarbeitung.

Letztendlich beinhaltet diese Arbeit den Anspruch, einen wirtschaftswissenschaftlichen Beitrag zur bewussten Auseinandersetzung mit den besonderen länderspezifischen Umständen in Russland zu leisten. In diesem Zusammenhang wird in den folgenden Kapiteln auf nachstehende Fragestellungen eingegangen:

- Welche Besonderheiten zeichnen den Markt Russland als Investitionsstandort aus?
- Mit welchen Markteinstrittsstrategien kann der russische Markt seitens deutscher Unternehmer erschlossen werden, ohne zu hohe Risiken einzugehen?
- Welche kulturellen Faktoren könnten zu einem wirtschaftlichen Scheitern führen?
- Welchen Einfluss nehmen die interkulturellen Unterschiede in der wirtschaftlichen Kooperation von Deutschen und Russen auf den Geschäftserfolg?

1.3 Aufbau und Methodik der Arbeit

Das Kapitel 2 dient der präzisen Abgrenzung themenrelevanter Begriffe, der Eingrenzung von Sachverhalten sowie der Beschreibung von Rahmenbedingungen. Im Kapitel 2.1.2 erfolgt zudem eine Sondierung attraktiver Geschäftsfelder für deutsche Unternehmen in Russland. Weiterführend soll im Kapitel 3 die Aufmerksamkeit auf die generellen Eigenschaften und die charakteristischen Besonderheiten des russischen Marktes gelenkt werden. Dabei liegt das Hauptaugenmerk auf der Differenzierung von Marktchancen und -zugangsrisiken sowie der Hervorhebung von Potentialen und Perspektiven in Russland. Zugleich wird sich die vorliegende Arbeit im Kapitel 3.2 mit den Anforderungen an einen aussichtsreichen Markteintritt beschäftigen.

Anschließend werden diese nicht abschließenden und allgemeinen Ergebnisse über den Markt Russland in deduktiver Vorgehensweise auf die Markteintrittsproblematik von deutschen Unternehmen im Besonderen übertragen (Vgl. Kapitel 4). Ziel der Darstellung über die speziellen Markteintrittsstrategien für den russischen Markt ist, die unterschiedlichen Beweggründe für die Markterschließung zu betrachten, um im weiteren Verlauf die jeweils geeignetste Form zu sondieren. Dabei steht zunächst die theoretische Differenzierung von funktionellen und institutionellen Markteinstiegs-formen im Fokus (Vgl. Kapitel 4.2.1). Anschließend wird auf die jeweiligen Motive, die speziellen Vor- und Nachteile sowie die spezifische Attraktivität bei der Wahl von Exportstrategien, Joint Ventures und Tochtergesellschaften eingegangen. Unterlegt werden diese Überlegungen durch theoretische Ansätze über die Transaktionskosten und die Ressourcenausstattung. Fortführend wird im Kapitel 4.3 eine für den Markteintritt geeignete Auswahl von Elementen der Geschäftpolitik getroffen, deren Bedeutung unter Beachtung kultureller Besonderheiten in Russland beschrieben wird. Die Erkenntnis, wie der Markt Russland bestmöglichst bearbeitet werden kann, steht im Vordergrund dieses Kapitels.

Im Kapitel 5 werden die interkulturellen Unterschiede Russlands und Deutschlands anhand der fünf Dimensionen von Hofstede gegenübergestellt. Hierbei liegt das Bestreben darin, die jeweiligen länderspezifischen Besonderheiten aufzuzeigen und ihre spezielle Auswirkung auf die deutsch-russische Zusammenarbeit und den Geschäftserfolg zu ergründen. Schließlich werden diese modellorientierten Erkenntnisse verwendet, um im Kapitel 6 die Aufmerksamkeit auf die kulturellen Besonderheiten in Russland aus praktischer Sicht mittels einer Primäranalyse zu lenken. Hierbei stehen vor allem die spezifischen Merkmale der russischen Geschäftsmentalität sowie mögliche Faktoren, die zu einem Scheitern des deutschen Auslandsengagements in Russland führen können, im Fokus. Die Datenbasis für diese empirische Untersuchung wurde im Rahmen einer Erhebung, an welcher ausschließlich Russland erfahrene Unternehmer bzw. Angestellte teilgenommen haben, gewonnen. Auf diese Weise basiert die Argumentation auf realitätsnahen Betrachtungen. Die Erhebungsmethode erfolgte auf Grundlage einer schriftlichen Befragung mittels eines Fragebogens. Durch die Kombination von Fragestellungen mit entsprechenden Antwortkategorien, Skalenfragen und ungestützten Sachverhalten kann der Markt Russland folglich über ein breitgefasstes Aussagenspektrum abgebildet werden.

Anhand der detaillierten Betrachtungen der vorangegangenen Kapitel kann schließlich ein Fazit aus den akkumulierten Erkenntnissen der vorliegenden Arbeit gewonnen werden.

Die Erarbeitung dieser theoretischen und modellorientierten Grundlagen in den benannten Kapiteln erfolgt auf Basis der etablierten Fachliteratur. Hierbei steht neben vielfältigen Buchpublikationen, ebenfalls die Auswertung gegenwärtiger deutsch – und englischsprachiger Veröffentlichungen aus der Fachpresse sowie den neuen Medien in Form des Internets im Vordergrund. Auf diese Weise fließt profundes und aktuelles Expertenwissen in diese Arbeit ein.

Abschließend soll bemerkt werden, dass zum Verständnis der vorliegenden Arbeit Basiswissen über betriebs- und volkswirtschaftliche Zusammenhänge vorausgesetzt werden.

2 Rahmenbedingungen und Begriffsabgrenzungen

2.1 Rahmenbedingungen

2.1.1 Geographische Eingrenzung

Aufgrund der außerordentlichen Größe von Russland ist es nahezu unmöglich vollumfängliche Aussagen über das Land als Ganzes zu treffen. In Folge dessen erhebt die vorliegende Arbeit nicht den Anspruch die spezifischen Umstände in den einzelnen Regionen Russlands zu analysieren und zu differenzieren. Das Hauptaugenmerk beruht auf Angaben, die über einen allgemeinbildenden Charakter für alle Wirtschaftszentren Russlands verfügen.

Zumindest administrativ lassen sich die wichtigsten Wirtschaftsgebiete in sieben Föderationskreise (Vgl. 1.Anhang) aufteilen, wovon sich beispielsweise das europäische Zentralrussland mit Moskau als Verwaltungssitz maßgeblich von dem zu Asien gehörenden Sibirien mit Nowosibirsk als Amtszentrum unterscheidet.

Aufgrund der herausragenden Stellung Moskaus, soll nachfolgend ein bündiger Umriss zu der Hauptstadt der Russischen Föderation aufgezeigt werden. Anschließend erfolgt eine prägnante Erläuterung zu den übrigen Gebieten.

Moskau

Das politische und wirtschaftliche Machtzentrum des größten Landes der Erde ist in der Stadt an der Moskwa vereint. Moskau (Vgl. 2.Anhang) gilt als eine Stadt, die niemals schläft und auch darüber hinaus werden diverse Superlative mit der einstigen Heldenstadt assoziiert. Über 90 % der ausländischen Unternehmen in Russland sowie fast alle russischen Regionalfirmen haben einen Sitz im größten Ballungszentrum Europas. Folglich fallen ca. 80 % des Kapitalumlaufs von Russland auf die Hauptstadt. Gründe hierfür können überwiegend in dem gut ausgebauten Transport-, Kommunikations- sowie Bankennetz gesehen werden.[13] Somit gilt die Region Moskau auch für deutsche Unternehmen als das wichtigste Markteintrittsgebiet in Russland.[14]

Außerhalb Moskaus

Doch neben dem Wirtschafts- und Machtkern Russlands streben auch weitere regionale Zentren eine führende wirtschaftliche Stellung an. Längst sind St. Petersburg, Jekaterinenburg, Nischnij Nowgorod sowie Nowosibirsk aus dem Schatten Moskaus getreten und profitieren von ihren spezifischen Standortvorteilen.[15] Aktuell profiliert sich zunehmend die Austragungsstätte der Olympischen Winterspiele 2014: die Region Sotschi. Bislang sind in diesem Landesteil moderne Infrastrukturnetze, vor allem im Bereich Gesundheit, Telekommunikation, Versorgung und Verkehr nur defizitär vorhanden.[16] Gerade deutsche Industrieunternehmen könnten maßgeblich von dieser Investitionsentwicklung mit einem geschätzten Volumen von elf Milliarden USD profitieren.[17]

An dieser Stelle ist jedoch zu bemerken, dass sich durch das Erstarken der „neuen Wirtschaftsregionen“ in den einzelnen Föderationskreisen zunehmend ein Konkurrenz-kampf mit dem Zentrum in Moskau manifestiert.[18]

Ein deutsches Unternehmen mit der Absicht grenzüberschreitend in Russland tätig zu werden, sollte sich in Anbetracht der Größe des Landes zunächst auf eine einzelne Wirtschaftsregion konzentrieren, die dortigen Marktgegebenheiten (u.a. Infrastruktur-ausbau, Beschaffungskosten und Verfügbarkeit von Ressourcen) analysieren und von den regionalen Differenzierungen (z.B. in Bezug auf die Besteuerung)[19] profitieren.[20]

2.1.2 Branchenspezifikation

Die anschließende Arbeit konzentriert sich nicht auf eine spezifische Branche, sondern verfolgt den Ansatz, allgemeingültige Aussagen für Unternehmen unterschiedlichster Wirtschaftszweige zu liefern. Allerdings werden in diesem Kontext die per Gesetz geschützten strategischen Schlüsselbranchen,[21] welche für die Russische Föderation von besonderer Bedeutung sind und somit als Sperrzonen für ausländische Investoren gelten, aus der nachfolgenden Betrachtung ausgeschlossen.[22]

Darüber hinaus soll erwähnt werden, dass sich vor allem in folgenden Branchen enorme Absatzwachstumsmöglichkeiten, aufgrund anhaltender Aufholungsprozesse in Richtung westlicher Standards, aufzeigen: Finanzdienstleistungen, Automobilindustrie sowie Konsum- und Luxusgüter.[23] Die derzeit etwa 4.600 deutschen Unternehmen mit Nieder-lassungen in 82 von 83 Verwaltungssubjekten Russlands[24] stammen vorwiegend aus den Bereichen der Automobilindustrie (z.B. Volkswagen in der Region Kaluga), dem Maschinen- und Anlagenbau sowie der Bau-, Dienstleistungs- und Logistikbranche.[25] Gemäß einer Marktanalyse von KPMG ist der russische Einzelhandelsmarkt für Lebensmittel nach China derjenige mit der weltweit höchsten Marktattraktivität.[26] Aber auch unscheinbarere Betätigungsfelder, z.B. in der Landwirtschaft sowie im Bioenergie-sektor bergen ähnlich solide Geschäftsaussichten für deutsche Investoren wie der Bereich der erneuerbaren Energien und der energieeffizienten Technologien. Gerade diese Sektoren werden in Hinblick auf die zunehmende Notwendigkeit zur Diversifi-zierung der russischen Wirtschaft und der Loslösung von der Energierohstoff-abhängigkeit stärker in den Fokus staatlicher Investitionen rücken.[27] Nicht zuletzt weist das marode Gesundheitssystem Russlands einen riesigen Nachholbedarf mittels Importe von Medizintechnik (derzeit stammen 30 % der Importe aus Deutschland) auf.[28]

Zudem soll an dieser Stelle auf die auseinanderlaufenden Interessenlagen von deutschen Unternehmen und deren Kooperationspartnern in Russland bezogen auf die unterschiedlichen Branchen hingewiesen werden. Zum einen ist Russland angesichts seines wirtschaftlichen Modernisierungsweges auf den Import von Industriegütern und das Know-how deutscher Unternehmen angewiesen.[29] Vor allem deutsche Maschinen-bauer (derzeit stammen 25 % der Importe aus Deutschland) sowie Unternehmen aus den Bereichen Logistik und Intralogistik,[30] Chemie und Kunststoffprodukte konnten ihre Vorrangstellung aufgrund der Importabhängigkeit Russlands in den letzten Jahren stark ausbauen. Insofern wird deutlich, dass die „Außenhandelsstruktur [der] beiden Länder [durch ein] deutliches Ungleichgewicht“[31] geprägt ist. Die Bundesrepublik Deutschland ist aufgrund ihrer hohen Branchendiversifikation der wichtigste Außenwirtschafts-partner für die Russische Föderation bezogen auf das bilaterale Außenhandels-volumen.[32] Andererseits profitieren Russland und speziell die einheimischen Unter-nehmen von ihrer monopolähnlichen Ressourcenausstattung. Im Export dominiert die Ausfuhr von klassischen Energierohstoffen, vor allem Erdöl und -gas nach Deutschland (32 bzw. 36 % des deutschen Bedarfs stammt aus Russland).[33] Dieser Umstand bewirkt eine ambivalente Verhandlungsbasis je nach Maß des Abhängigkeitsverhältnisses.

2.1.3 Relevante Unternehmen

Die fortführende Betrachtung richtet sich hauptsächlich an deutsche multinationale und international agierende Unternehmen mit absatz- und produktionsorientierten Markt-eintrittsmotiven in Russland. Diese werden aber weder nach ihrer Rechtsform in Deutschland, noch in Russland,[34] unterschieden. Gleichzeitig spielt der Zeitraum seit der Unternehmensgründung für die nachfolgende Darstellung lediglich eine marginale Rolle.

Sieber spricht von einer multinationalen Unternehmung, „wenn das im Ausland abgewickelte Geschäft einen so hohen Anteil am Gesamtumsatz oder Gesamtgewinn ausmacht, ´dass (die Unternehmung) sich in den Grundfragen ihrer Geschäftspolitik und im Entwurf ihrer Organisation darauf einrichten muß, ...`“.[35] Hierzu ergänzend fügt Borrmann an: Ein Unternehmen wird als international bezeichnet, „wenn auch die Unternehmensstruktur modifiziert wird, weil die Unternehmung sich ´in einer dauerhaften, mit privaten Direktinvestitionen verbundenen Weise in den Wirtschafts-prozeß verschiedener Volkswirtschaften integriert`“.[36] Nach der gegenwärtig vor-herrschenden Meinung gilt als internationale Unternehmung jede Geschäftstätigkeit „von der sporadischen Auslandsmarktbearbeitung bis hin zum integrierten Management weltweit präsenter Großunternehmen“,[37] die als ausländische Direktinvestition, z.B. in Form einer Verkaufsniederlassung, in mindestens einem Land außerhalb des Stammlandes vorgenommen wird.[38] In diese Definition können somit auch die Vielzahl deutscher Mittelstandsunternehmen, die kleinen und mittleren Unternehmen (KMU), eingeschlossen werden, welche Russland als Absatz- und Beschaffungsmarkt erschließen. Indes muss bemerkt werden, dass lediglich 20 % der westeuropäischen kleinen Unternehmen mit maximal 20 Angestellten eine Auslandsinvestition getätigt haben[39] und sie deshalb derzeit nur eine marginale Rolle bei dem Markteintritt in Russland spielen. Allerdings existiert keine empirische Studie darüber, dass KMU resultierend aus ihrer möglicherweise unzureichenden Ressourcenausstattung im Vergleich zu größeren Unternehmen weniger bereit sind in neue Märkte einzutreten.[40] An zahlreichen deutschen Mittelstandsunternehmen wird deutlich, wie flexibel und wirkungsvoll sie im Auslandsgeschäft auftreten können.[41] Deshalb folgen im Kapitel 4 partiell für diese Unternehmen modifizierte Ausführungen. An dieser Stelle muss allerdings kritisch angemerkt werden, dass die KMU vielfach nicht vollends zu den Strukturen und Unternehmensgrößen der russischen Unternehmen passen. Dies begründet sich aus dem Fakt, dass eine Kooperation mit russischen KMU fast nie zustande kommt, da sich diese in quantitativer Unterzahl befinden.[42] Somit sind deutsche KMU auf die Zusammenarbeit mit russischen Großunternehmen angewiesen.[43]

2.1.4 Ordnungspolitische Rahmen und Rechtskultur in Russland

Die vorliegende Arbeit setzt die gegenwärtig existente Ordnungspolitik sowie den besonderen juristischen Rahmen der Russischen Föderation als Prämisse fest. Dies umschließt zum einen alle staatlichen Anordnungen in Bezug auf Eigentumsrechte, Wettbewerbsbeschränkungen, Vertrags- und Haftungsrechte sowie Tarif- und Arbeits-marktordnungen.[44] Zum anderen erfolgen keine Untersuchungen hinsichtlich der sich häufig ändernden Regelungen des Steuersystems sowie Analysen der Rechtskultur und des kodifizierten Rechts.

2.1.5 Gegenwärtige wirtschaftspolitische Situation in Russland

Seit dem Ende der Russlandkrise in den späten 90er Jahren (Vgl. 3.Anhang) und dem schrittweise einsetzenden Transformationsprozess[45] auf wirtschaftlicher (Übergang des Wirtschaftssystems von Plan- auf Marktwirtschaft) und gesellschaftlicher (Übergang von Diktatur zur Demokratie) Ebene,[46] hat sich das Land in Osteuropa zu einer der größten Volkswirtschaften der Welt entwickelt. Dank seines Reichtums an natürlichen Ressourcen erreicht Russland eine noch nie vorhanden gewesene Wirtschaftskraft und etabliert sich zunehmend als einer der bedeutsamsten Zukunftsmärkte der Welt, nicht zuletzt für deutsche Unternehmen.[47] Dieses Leistungspotential erscheint in Hinblick auf den immer noch anhaltenden Modernisierungsprozess[48] seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion als noch längst nicht ausgeschöpft.

Indes hat sich das fast neun Jahre anhaltend dynamisch entfaltete Wirtschaftsumfeld (mit durchschnittlichen jährlichen Wachstumsraten von 7 %, Vgl. 4.Anhang)[49] in Russland seit dem Amtsantritt von Dmitrij A. Medwedew stark eingetrübt. Zusätzlich wird das Wirtschaftswachstum durch die Folgen der weltweiten Vertrauenskrise weiter gehemmt. Die daraus resultierende Abschwächung der globalen Wirtschaft bewirkt einen massiven Preisverfall an den Rohstoffbörsen, sinkende Exportumsätze sowie einen deutlichen Wertverlust der Landeswährung. Zudem musste Russland herbe Rückschläge verschmerzen, welche sich vorrangig in einem starken Abschmelzen der Leistungsbilanzüberschüsse widerspiegeln.[50] Voraussichtlich setzt sich der Verlauf der Rezession bis zum Ende des Jahres 2009 fort.[51] Diverse Länderanalysten sehen den Weg aus der Krise maßgeblich in einem langfristigen Engagement ausländischer Investoren und dem Verzicht von kurzfristig spekulativ orientiertem Kapitals begründet.[52] Zusätzlich muss sich die russische Wirtschaft stärker diversifizieren, sich zunehmend von der Abhängigkeit des Rohstoffgeschäfts lösen und den Ausbau der Infrastruktur stärker vorantreiben.[53]

Gemäß einer Studie des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft unter 100 in Russland aktiven deutschen Unternehmen, sehen 69 % der Befragten ihre Situation trotz der aktuellen wirtschaftlichen Defizite als zufriedenstellend bis sehr gut an.[54]

Für die nachfolgende Betrachtung erscheint der Hinweis als notwendig, dass die Auswirkungen der aktuellen Finanz- und Wirtschaftskrise für die zu Grunde liegende Arbeit von keiner Relevanz ist. Der Fokus dieser Ausarbeitung liegt in dem lang-fristigen Interesse deutscher Unternehmen begründet, welche gewillt sind, dauerhaft in den Markt Russland zu investieren bzw. einen nachhaltigen Markteintritt anzustreben.

2.2 Begriffsabgrenzungen

2.2.1 Markteintrittsstrategien

In der Literatur wird der Begriff Markteintrittsstrategie vielfach nicht einheitlich verwendet. Die nachfolgenden Ausführungen orientieren sich an der anglo-amerikanischen Definition, welche sich vollends auf die Eintrittsform konzentriert.[55] Vorherrschend kann die Markteintrittsstrategie als eine „Festlegung verschiedener Formen der Geschäftsaufnahme- und Ausweitung, durch die das Unternehmen seine Produkte und Dienstleistungen“[56] auf einem neuen Markt erstmalig anbietet, definiert werden. Nachfolgend werden Markterschließungs-, Markteinstiegs- und Marktzugangs-strategie sowie Markteintrittsmodus synonym zu dem oben benannten Begriff verwendet. Zusätzlich muss die Markteintrittsstrategie von der Internationalisierungs-strategie dahingehend abgegrenzt werden, als dass sich die Zweitbenannte auf „langfristige, bedingte Verhaltenspläne zur Erreichung unternehmerischer Ziel-setzungen auf Auslandsmärkten“[57] bezieht.

Im Allgemeinen erfolgt bei einer Markterschließung zunächst eine Analyse der Rahmenbedingungen (Chancen-Risiko-Profil) sowie eine Ziel- und Motiv-formulierung.[58] Bei der Entscheidung über eine Markteintrittsstrategie wird zum einen nach Exporttätigkeit und zum anderen nach dem Aufbau einer dauerhaften Präsenz im gewünschten Eintrittsland differenziert. Letzteres geschieht entweder in Form von Direktinvestitionen (Tochtergesellschaften) oder im Rahmen internationaler vertraglich festgelegter Kooperationsformen (Joint Venture, Lizenzvereinbarungen, Franchising-konzepte). Zur besseren Systematisierung dieser Markteintrittsformen sind folgende Eigenschaften zu nennen: Intensität der Managementleistung, Kontrollmöglichkeiten und Kooperationsfähigkeit des Stammhauses, Höhe des Kapitaleinsatzes im Inland sowie auf dem Eintrittsmarkt.[59]

Da sich das Kapitel 4.2 zum Teil auf die Direktinvestitionen[60] bezieht, soll dieser Begriff an dieser Stelle näher benannt werden: „Mit Direktinvestitionen verfolgt ein Investor das Ziel, durch eine Beteiligung maßgeblichen Einfluss auf die Geschäfts-politik [sowie die Geschäftsaktivitäten[61] ] einer ausländischen Unternehmung zu gewinnen und auszuüben oder durch Gründung und Ausbau einer eigenen Unter-nehmung im Ausland selbst unternehmerisch tätig zu werden.“[62]

Gemäß der Zielsetzung der vorliegenden Arbeit werden ausschließlich die langfristigen Eintrittsformen in Betracht gezogen, welche die Grundlage für einen nachhaltigen Geschäftsaufbau deutscher Unternehmen in Russland bieten. Zudem erfolgt die Analyse geeigneter Marktzugangsformen im Kapitel 4.2 unabhängig von einer möglichen Konkurrenzstrategie respektive Konkurrenzentwicklung.[63] Daraus resultierend erhebt diese Ausarbeitung keinen Anspruch Timingstrategien[64] zu ergründen.

2.2.2 Interkulturelle Kompetenz

Grundsätzlich wird der Kompetenzbegriff untergliedert in die Fach-, Methoden- sowie Sozialkompetenz. Wobei sich Erstere auf die Fähigkeit zur Erfüllung berufstypischer Sachaufgaben unter der Beachtung theoretischer Kenntnisse bezieht. Bei der Methoden-kompetenz wird die Begabung zum Einsatz diverser Verfahren und Techniken beschrieben, um Problemfelder zu beheben oder diese bestmöglichst zu bewältigen. Zunehmend wird auch in der Betriebswirtschaft die Sozialkompetenz als eine bedeutende Erweiterung des Kompetenzbegriffs angesehen. Die als Soft Skills umschriebenen Eigenschaften einer Person umfassen deren komplexe Fähigkeit zur freien Persönlichkeitsentfaltung kombiniert mit einem ausgeprägten Gemeinschaftssinn und kollegialem Teamverhalten. Dabei werden die individuellen Ziele mit den Wert-vorstellungen und Einstellungen einer Gruppe verknüpft.[65]

Aufgrund des Globalisierungstrends ist eine weitere Präzisierung des Sozialkompetenz-begriffes unter Beachtung der interkulturellen Aspekte notwendig. Die zunehmende Kooperation von Individuen mit unterschiedlichen nationalen und ethnischen Hintergründen führt zur stärkeren Fokussierung auf die interkulturelle Kompetenz jedes Einzelnen. Sie umfasst neben dem Verständnis der Existenz fremder Kulturen, auch die Akzeptanz differentem Handelns und Denkens sowie die Bereitschaft adäquat in fremden kulturellen Kontexten zu agieren. Das Bewusstsein über die Existenz einer Pluralität an Kulturen sowie den Einfluss von Interkulturalität auf das Wahrnehmen und Entscheiden aller Beteiligten rückt vor allem im Geschäftsleben stärker in den Mittelpunkt.[66] Gemäß Dülfer sind nachfolgende Bedingungen zu erfüllen, um erfolgreich in fremden Kulturen handeln zu können:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1.Tabelle: Anforderungen an interkulturelle Kompetenz nach Dülfer

Quelle: eigene Darstellung in Anlehnung an Dülfer (1995), S. 473

2.2.3 Geschäftserfolg

Im Allgemeinen ist der Geschäfterfolg ein dehnbarer Begriff, welcher sich u.a. auf folgende Größen beziehen kann:

- Wachstum: zielt in diesem Zusammenhang auf eine positive Umsatz- und Mitarbeiterentwicklung sowie die vielversprechende Erschließung neuer Märkte ab.[67]
- Gewinn: konzentriert sich auf die quantitative und qualitative Wertschöpfung, die Generierung eines nachhaltigen Mehrwerts sowie den kontinuierlichen Anstieg des Marktanteils.[68]
- Image: orientiert sich an der positiven Wahrnehmung in der Öffent-lichkeit sowie dem Anwerben von Share- und Stakeholdern.[69] [70]

Abgeleitet aus der obigen Aufstellung kann zusammenfassend bemerkt werden, dass sich der Geschäftserfolg aus allen positiven und nachhaltig gewinnbringenden Maß-nahmen einer Geschäftstätigkeit zusammensetzt. Diese Vorgänge werden von internen und externen Faktoren beeinflusst.

2.Tabelle: Interne und externe Einflussfaktoren auf den Geschäftserfolg

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

* Forschung und Entwicklung

Quelle: eigene Darstellung in Anlehnung an http://www.themanagement.de/MD/Swot.htm, 10.06.2009

In einer Forschungsstudie des MCM Instituts der Universität St. Gallen in Kooperation mit einer Unternehmensberatung konnte festgestellt werden, dass ein Viertel des Geschäftserfolgs auf die spezifische Unternehmenskultur zurückgeführt werden kann. Die Untersuchung fand zudem heraus, dass die Abhängigkeit der unterschiedlichen Normen und Wertvorstellungen in einem Unternehmen eine wesentliche Rolle für den Erfolg einer Geschäftstätigkeit spielt. Diesbezüglich konnte durch die empirische Erhebung aufgezeigt werden, dass sich „Routine, Führung mit Angst oder eine schlechte Streitkultur“[71] negativ auf den Geschäftsverlauf auswirken. Somit wird deutlich, dass der Erfolg einer Geschäftstätigkeit nicht allein von objektiven Gegeben-heiten (z.B. klimatische und topographische Bedingungen), sondern maßgeblich auch von kulturellen Umständen bestimmt wird.

3 Besonderheiten des russischen Marktes

3.1 Chancen, Risiken und Perspektiven des russischen Marktes als Investitionsstandort

Dieses nachfolgende Kapitel ist von zentraler Bedeutung für die Analyse der besonderen Marktgegebenheiten für deutsche Investoren in Russland. Es fungiert somit als Basis für die daran anschließenden Betrachtungen.

Chancen

Der vielzitierte Vorsitzende des Ostausschusses der deutschen Wirtschaft Mangold äußerte sich am 12.11.2008 auf einer Konferenz in Stuttgart folgendermaßen bezüglich des Marktes Russland: „Es gibt weltweit keinen Markt, der zuletzt so an Bedeutung für die deutsche Wirtschaft gewonnen hat wie Russland.“[72] In Expertenkreisen existieren unterschiedliche Auffassungen zu dieser Problematik, so dass lediglich individuelle Abwägungen, Analysen und Motive der einzelnen Unternehmungen zu einer erfolgreichen Entscheidungsfindung in Hinblick auf einen Markteintritt führen können.

Die Motive für einen Markteintritt in Russland differieren und werden im Kapitel 4.1 ausführlich behandelt. Doch an dieser Stelle soll bezogen auf die vergangenen Entwicklungen bemerkt werden, dass ein häufiges Eintrittskriterium für eine Geschäfts-tätigkeit in Russland in dem deutlich unter dem in Westeuropa liegenden Lohnniveau gesehen wurde. Gegenwärtig müssen sich potentielle Investoren von dieser Auffassung entfernen, da Russland längst als kein klassisches „Billiglohnland“, wie der überwiegende Teil der asiatischen Länder, wahrgenommen werden kann.[73] Gegenteilig ist aufgrund des zunehmenden Fachkräftemangels in den beiden Wirtschaftshochburgen Moskau und St. Petersburg ein in bestimmen Branchen partiell über dem europäischen Durchschnitt liegendes Nominallohnniveau zu verzeichnen.

In Hinblick auf die Jahrhunderte lange, traditionelle Verbindung Russlands und Deutschlands ist der bilaterale Austausch beider Länder auch aktuell durch eine enge wirtschaftliche Struktur geprägt. Gegenseitig sind die beiden Staaten wichtige Handels-partner,[74] nicht zuletzt durch ihre relative geografische Nähe.

Von besonderem Interesse für deutsche Unternehmen votiert ebenfalls die nicht unerhebliche Bevölkerungszahl Russlands. Die über 140 Mio. russischen Einwohner, die Vielzahl lokaler Unternehmen sowie der Zugang zu allen weiteren Staaten der GUS mit 100 Mio. Menschen bieten einen bisher noch ungesättigten Zukunftsmarkt mit enormen Marktpotential.[75] [76] Dieser könnte in naher Zukunft den größten europäischen Konsumgütermarkt bilden.[77] Infolge der jahrzehntelangen Mangelwirtschaft während der Sowjetzeit zeichnet sich gegenwärtig ein zunehmender Kaufwille zahlreicher russischer Verbraucher, kombiniert mit einer schnell wachsenden Kaufkraft ab.[78] Laut Bogner und Brunner liegt hierbei vorrangig für Einzelhandelsunternehmen eine Chance günstige Margen bei einem großen Marktvolumen[79] zu erzielen, da „bei einer Expansion nach Osteuropa mit einer hohen Nachfrage nach der westlichen Form des Einzelhandels zu rechnen“[80] ist. Jener Trend wird durch die Herausbildung einer erstarkenden Mittelschicht intensiviert. Diese Mittelschicht konnte sich aufgrund des enormen Wirtschaftswachstums der zurückliegenden Jahre und der damit verbundenen beträchtlich gestiegenen Zahl gut verdienender Angestellter und Unternehmer etablieren.[81] Durch die sukzessive Öffnung Russlands für die westliche Wirtschaft[82] durchlaufen speziell die russischen Unternehmen derzeit einen Modernisierungsprozess, welcher speziell den deutschen Industrieunternehmen gute Absatzaussichten in Hinblick auf leistungsfähige Maschinen und Anlagen bietet.[83] Hinsichtlich der Geschäftschancen in Russland sind zudem die seitens des Kremls geplanten Infrastrukturmaßnahmen bemerkenswert, welche sich in den nächsten 20 Jahren allein auf 500 Mrd. USD belaufen sollen und maßgeblich für die Verbesserung der Bedingungen der langen Transportwege dienen sollen.[84] Darüber hinaus profitieren deutsche Unternehmen in Russland überdurchschnittlich von dem hohen Markenbewusstsein der Russen sowie dem beachtlichen Stellenwert von Gütern „Made in Germany“.[85] Aufgrund der bereits angesprochenen historisch gewachsenen Handelsbeziehung der beiden Länder, genießen deutsche Unternehmen ein relativ hohes Vertrauen bei den russischen Kooperations-partnern, vor allem bedingt durch die hohen Qualitätsstandards der deutschen Produkte sowie der Zuverlässigkeit deutscher Geschäftspartner.[86]

Die Größe des Landes sowie die daraus folgenden regionalen Differenzierungen bieten zahlreiche Standortalternativen, so dass Russland auch zum jetzigen Zeitpunkt einen interessanten Produktionsstandort darstellt. Nicht zuletzt bieten die vielfältige Ressourcenausstattung[87] und das Angebot qualifizierter Fachkräfte aufgrund des hohen Bildungsniveaus Russlands günstige Bedingungen für einen geeigneten Beschaffungs-markt.[88] Bei der allgemeinen Frage nach einem attraktiven Investitionsstandort spielen diese besonderen Faktoren eine entscheidende Rolle im Vergleich zu asiatischen Kon-kurrenten. In diesem Zusammenhang muss zudem erwähnt werden, dass die russische Kultur trotz ihrer vielseitigen Eigenheiten stärker von der europäischen Mentalität geprägt ist, als beispielsweise weite Teile Asiens. Damit verbunden nimmt das Thema der Plagiate (im Vergleich zu China) einen minderen Rang in Russland ein.[89]

Allerdings existieren in der Literatur unterschiedliche Meinungen bezüglich der Mentalität von Deutschen und Russen. Der Generalkonsul der Russischen Föderation Karachevtsev spricht von „einer sehr eng verwandten Mentalität.“ Die wohl höchsten Maxime für eine chancenreiche Zusammenarbeit mit russischen Geschäftspartnern liegen in der gegenseitigen Offenheit und Ehrlichkeit sowie einer soliden Vertrauensbasis begründet.[90]

Risiken

Es ist davon auszugehen, dass nicht nur die oben aufgeführten Anreize einen Investor motivieren in Russland ein Engagement einzugehen. Auch die Herausforderung ein Wagnis zu überwinden und sich nicht von Anfangsschwierigkeiten sowie negativen Konkurrenzerfahrungen leiten zu lassen, gilt vielfach als Antrieb sich mit dem Markt Russland aktiv auseinander zusetzen.

Jedoch ist bei jedem Russlandengagement davon auszugehen, dass sich unterschiedliche Hindernisse ereignen, welche einen Markteintritt verzögern oder erschweren können. Eines der am Häufigsten benannten Schwierigkeiten wird in den sich ständig ändernden russischen Zollbestimmungen in Verbindung mit nichttarifären Handelshemmnissen[91] gesehen. Mit über 68.000 Zollbeamten und einem nicht unerheblichen Anteil an den Einnahmen des Staatshaushaltes (ca. 40 %), hält der Zoll in Russland eine besondere Bedeutung inne.[92] Vor allem exportorientierte Unternehmen müssen bei der Wareneinfuhr nach Russland die hohen Abgaben, die umständlichen sowie teilweise willkürlichen Zollmodalitäten und die langwierige Grenzabfertigung als zusätzlichen Zeit-, Kapital- und Managementaufwand einkalkulieren.[93] Diese Erschwernis könnte durch einen Zollbroker, welcher die Zollabwicklung gegen eine Pauschale übernimmt oder einen eigenen Produktionsstand in Russland vermieden werden. Allerdings müssen sich Unternehmen bei der zweiten Variante mit der Schwierigkeit der Sondierung geeigneter Zulieferunternehmen auseinandersetzen.[94]

Darüber hinaus ist die häufig mangelhafte Infrastruktur mit fehlenden Fernstraßen-verbindungen und einem ungleich ausgebauten Verkehrsnetz zwischen dem Westen und Osten des Landes vor allem für Produktions- und Lieferunternehmen ein maßgebliches Problem, da die Just-in-time-Lieferungen und die Transportsicherheit[95] auf diesem Wege stark beeinträchtigt ist.[96] Zugleich erweist sich die Suche nach geeigneten Produktionsstandorten als schwierig, da die Kooperation mit den jeweiligen lokalen Behörden, z.B. in Fragen über Genehmigungen und Lizenzen,[97] sehr unterschiedlich abläuft.[98] Zudem ist in einigen Regionen das Angebot an qualifizierten Mitarbeitern nur defizitär ausgeprägt. Auf der anderen Seite sind die Kosten für Personal und Infrastruktur in Moskau zumeist unverhältnismäßig hoch, so dass vor allem kleinere Unternehmen von einer dortigen Investition absehen müssen.[99]

Neben dem bereits Erwähnten spielen vorwiegend die traditionell vorherrschenden bürokratischen Hürden sowie der vielfach intransparente russische Rechtsrahmen eine maßgebliche Rolle bei der Einschätzung der Markteintrittsrisiken.[100] Die ausufernde und ineffiziente Bürokratie[101] begründet auf einer unzureichenden Rechtslage führt zu einer Lähmung der wirtschaftlichen Dynamik.[102] Die vorangehend benannten Risiken bewirken zum einen ein häufig negatives Geschäftsklima[103] und fördern zusätzlich das allgegenwärtige, auf historische Wurzeln zurückzuführende Korruptionsproblem Russlands. Laut neuester Erhebungen zu dieser Materie hat sich die Situation verglichen mit der Vergangenheit zwar entspannt,[104] doch im weltweiten Vergleich von 180 Ländern belegt Russland mit Platz 143 weiterhin einen hinteren Rang. Dies ver-deutlicht, dass es schwierig ist alte Traditionen zu brechen. Gegenwärtig wird der jährliche Schaden auf ca. 33,3 Mrd. USD geschätzt. Vor allem im „Bildungs-, Medizin- und Versicherungssystem [wird Korruption] längst als Gewohnheit betrachtet.“[105]

[...]


[1] Vgl. Pieringer (2009), S.31

[2] Vgl. Schmidt in MM MaschinenMarkt (2007), S.10

[3] Vgl. Romanova (2004), S.2; Oesterle (1993), S.10

[4] Der Ressourcenreichtum bezieht sich zum einen auf die reichhaltigen Bodenschätze und Naturrohstoffe sowie zum anderen auf das solide ausgebildete Humankapitel.

[5] Vgl. Schmidt in MM MaschinenMarkt (2007), S.10

[6] Vgl. Pezoldt (2006), S.1 f.

[7] Bogner, Brunner (2007), S.57

[8] Vgl. Dülfer (2001), o.S.

[9] Vgl. Zschiedrich und Keller (2000), S.53

[10] Vgl. ebenda, S.114

[11] Vgl. Rautsola (1988), S.43

[12] z.B. Konsumverhalten, Produktpräferenzen, Marktusancen sowie unterschiedliches soziokulturelle und rechtliche Umfeld; Vgl. Zschiedrich und Keller (2000), S.282

[13] Vgl. http://www.russland.ru/mos0010/morenews.php?iditem=573, 10.05.2009

[14] Aktuell bestehen in Moskau 700 deutsch-russische Joint Ventures und 440 hundertprozentige Tochtergesellschaften von deutschen Unternehmen. Vgl. Rosljak in Wegweiser (2009), S.63

[15] Vgl. Obermayer, Sondhof und Veraszto (1996), S.11

[16] Vgl. Durinkowitz (2008), S.20

[17] Vgl. o.V. in m+a report - The International Trade Fair Magazine (2009), S.36

[18] Vgl. Raketic (2005), S.41

[19] Deutsche Investoren können von den steuerlichen Begünstigungen in den seitens der russischen Regierung benannten Sonderwirtschaftszonen profitieren. Vgl. Ahting in LBBW-international (2009), S.8

[20] Vgl. Grewe (2008), S.89; BfAI (2005), o.S.

[21] Derzeit gehören 42 Branchen zu den Sperrzonen für ausländische Investoren. Hierzu zählen: Flugzeugbau, Raumfahrt, Kernenergie, Bodenschätze, Mobilfunk und Festnetz, Energiewirtschaft, Stromnetze, Gasleitungen sowie Eisenbahn. Vgl. Wesselowski (2008), S.251

[22] Vgl. Student (2008), S.56

[23] gemäß einer Studie der Unternehmensberatung Bain, Vgl. Student (2008), S.56

[24] davon 4.300 Mittelständler; Vgl. Ludwig (2008), S.14

[25] Vgl. Pieringer (2009), S.30

[26] Vgl. KPMG, Internationalisierung im Lebensmitteleinzelhandel (2004), S.52

[27] Vgl. http://www.dw-world.de/dw/article/0,,3299080,00.html, 06.02.2009; http://russlandonline.ru/ruwir0010/morenews.php?iditem=18221, 09.07.2009

[28] Vgl. http://www.wiwo.de/politik/russlands-geschaefte-mit-deutscher-technik-395636/, 19.05.2009

[29] Vgl. Miethke (2008), S.19

[30] Vgl. Wesselowski (2008), S.250

[31] Raketic (2005), S.14

[32] Vgl. http://www.auswaertiges-amt.de/diplo/de/Laenderinformationen/RussischeFoederation/ Wirtschaft.html, 17.06.2009

[33] Vgl. http://www.aktiencheck.de/artikel/analysen-Marktberichte-1832128.html, 31.03.2009; Keitel in Wegweiser (2009), S.20

[34] Sofern ein Tochterunternehmen in Russland gegründet wird.

[35] Dülfer nach Borrmann (2001), S.6

[36] ebenda

[37] Grewe nach Macharzina, Wolf (2005), S.927

[38] Vgl. Dülfer (2001), S.8; Belew (2000), S.17

[39] Vgl. Zschiedrich, Keller (2000), S.46 ff.

[40] Vgl. Fuchs, Apfelthaler (2009), S.284

[41] Vgl. Brenner, Dobisch, Dörfler (1992), o.S.

[42] Dies wird deutlich am BIP: deutsche Mittelstandsunternehmen haben einen Anteil von 60 %, russische lediglich von 17 %. Vgl. Lindner in Wegweiser (2009), S.32

[43] Vgl. Raketic (2005), S.45

[44] Vgl. http://www.bpb.de/popup/popup_lemmata.html?guid=45J7MI, 12.06.2009

[45] „Basierend auf einem effizienten institutionellen Ordnungsrahmen und einer soliden makroökonomischen Stabilität.“ Zschiedrich, Keller (2000), S.20

[46] Vgl. o.V. in IHK-Magazin (2009), S.34

[47] Vgl. Pieringer (2009), S.30

[48] vor allem im Infrastrukturbereich

[49] Vgl. Honegger (2009), S.33

[50] Vgl. http://www.aktiencheck.de/artikel/analysen-Marktberichte-1832128.html, 31.03.2009

[51] Vgl. Länderbericht Russland Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) (2009), S.2

[52] Vgl. Pfiffner (2009), S.34

[53] Vgl. Kreimeier (2009), S.11

[54] Vgl. http://russlandonline.ru/ruwir0010/morenews.php?iditem=18221, 09.07.2009

[55] Vgl. Wesnitzer (1993), S.30

[56] Grewe (2008) nach Macharzina, Wolf, S.957

[57] Meffert (1994), S.270

[58] Vgl. Müschen (1998), S.33

[59] Vgl. Grewe (2008), S.92

[60] Es erfolgt keine Berücksichtigung der Portfolioinvestitionen.

[61] Vgl. Belew (2000), S.9

[62] Dieckheuer (2001), S.362

[63] Somit wird u.a. die strategische Allianz aufgrund ihrer vielfach zeitlichen Begrenzung und ihrer Ausrichtung an Konkurrenten nicht in Erwägung gezogen. Auch die Repräsentanz wird wegen ihres reinen Vermittlungs- und Vertretungscharakters ohne Befugnis zum Geschäftsabschluss sowie ihrer maximalen Akkreditierung für drei Jahre nicht weiter betrachtet.

[64] Strategien hinsichtlich des Markteintrittszeitpunkts (z.B. Marktführerschaft und – folgerschaft)

[65] Vgl. Rothlauf (2006), S.107

[66] Vgl. Rothlauf (2006), S.108

[67] Vgl. http://www.akwissensbilanz.org/Infoservice/Wissensbilanzen/reinisch_ICR__2005_sec.pdf, 10.06.2009

[68] Vgl. http://www.lwi.ch/de/resources/Elegant-Business--D.pdf, 10.06.2009

[69] Shareholder umfassen alle Anteilseigner, z.B. Aktionäre und Gesellschafter. Als Stakeholder werden alle internen und externen Interessengruppen wie z.B. Kunden, Mitarbeiter sowie Lieferanten bezeichnet.

[70] Vgl. http://www.akwissensbilanz.org/Infoservice/Wissensbilanzen/reinisch_ICR__2005_sec.pdf, 10.06.2009

[71] http://www.wiwi-treff.de/home/index.php?mainkatid=1&ukatid=1&sid=9&artikelid=1650 &pagenr=0, 10.06.2009

[72] Ludwig (2008), S.14

[73] Vgl. Götz (2008), S.148

[74] Vgl. o.V. in IHK-Magazin (2009), S.34

[75] Maximal mögliche Absatzmenge aller Unternehmen (Sollwert); Vgl. Fuchs, Apfelthaler (2009), S.313

[76] Vgl. Wesselowski (2008), S.251

[77] Vgl. Durinkowitz (2008), S.20

[78] Vgl. Student (2008), S.56

[79] Effektive Absatzmenge gemessen am Gesamtumsatz aller Unternehmen (Istwert); Vgl. Fuchs, Apfelthaler (2009), S.313

[80] Bogner, Brunner (2007), S.80

[81] Vgl. Student (2008), S.56

[82] Vgl. o.V. in Passauer Neue Presse (2005), o.S.

[83] Vgl. Wesselowski (2008), S.251

[84] Vgl. Durinkowitz (2008), S.20

[85] Vgl. Wesselowski (2008), S.252

[86] Vgl. Antropov (2007), S.66

[87] weltweit größten Gasreserven (27,5 %), 60 Mrd. Barrel Ölreserven; Vgl. Borer-Fielding, S.15

[88] Vgl. o.V. in IHK-Magazin (2009), S.34

[89] Vgl. Meiners (2008), S.31

[90] Vgl. Radaev (1999), S.3

[91] Dazu zählen u.a. Importquoten, Verpackungsvorschriften, Umweltstandards

[92] Vgl. Wesselowski (2008), S.252

[93] Vgl. Ludwig (2008), S.14

[94] Vgl. Meiners (2008), S.30

[95] Inkludiert u.a. die Gefahr des Untergangs, der Beschädigung oder Verzögerung der Warensendung. Vgl. Fuchs, Apfelthaler (2009), S.303

[96] Vgl. Wesselowski (2008), S.252

[97] Außerhalb Moskaus erweist sich die Suche meist einfacher, da ländliche Regionen stärker an ausländischen Investitionen interessiert sind.

[98] Vgl. Student (2008), S.58

[99] Vgl. Baeuchle (2005), S.38

[100] Vgl. Antropov (2007), S.67

[101] Die Ausuferung der Bürokratie wird maßgeblich durch die Größe des Landes sowie die strenge zentralistische Administration beeinflusst. Vgl. Baumgart, Jänecke (1997), S.73

[102] Vgl. Raketic (2005), S.19; Gorschkow (2007), S.205 ff.

[103] Laut einer Umfrage des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft gaben 82 % der in Russland aktiven deutschen Unternehmen eine Verschlechterung des Geschäftsklimas in den vergangenen zwölf Monaten an. Vgl. http://russlandonline.ru/ruwir0010/morenews.php?iditem=18221, 09.07.2009

[104] Dennoch fordern 40 % der russischen Bevölkerung eine stärkere Korruptionsbekämpfung durch die Regierung. Zudem schätzen nur 1,9 % der Bevölkerung die heutigen russischen Beamten als unkäuflich ein. Vgl. Buhbe, Gorzka (2007), S.45; Gorschkow (2007), S.213

[105] Vgl. Nachmann, Wienold (2009), S.146

Details

Seiten
98
Jahr
2009
ISBN (eBook)
9783640778584
ISBN (Buch)
9783640778508
Dateigröße
834 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v163042
Institution / Hochschule
Berufsakademie Sachsen in Leipzig
Note
2,4
Schlagworte
Russland Geschäftserfolg interkulturelle Kompetenz Markteintrittsstrategie Markteintritt Osteuropa Export Außenhandel Weltmeister

Autor

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Titel: Markteintrittsstrategien deutscher Unternehmen in Russland