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Forschungsansätze in der BWL

Hausarbeit 2004 8 Seiten

BWL - Allgemeines

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Betriebswirtschaftliche Forschungsansätze
2.1 Produktionstheoretischer Ansatz
2.1.1 Beschreibung
2.1.2 Kritische Würdigung
2.2 Entscheidungstheoretischer Ansatz
2.2.1 Beschreibung
2.2.2 Kritische Würdigung
2.3 Systemtheoretischer Ansatz
2.3.1 Beschreibung
2.3.2 Kritische Würdigung

3. Abschließender Kommentar

4. Literaturverzeichnis

1. Einführung

Die Betriebswirtschaftslehre entwickelte sich nach dem zweiten Weltkrieg anhand aktueller Probleme und Impulse der Zeit. Dadurch variierten die Schwerpunkte in Theorie und Praxis sehr stark, so dass im Laufe der Zeit die Betriebswirtschaftslehre von unterschiedlichsten, sich zum Teil widersprechenden Ansätzen beeinflusst wurde.

Während vor 1945 vorwiegend die Bewertungs- und Finanzierungsfragen erforscht wurden, verlagerte sich nach der Währungsreform 1948 die betriebswirtschaftliche Forschung auf den Absatz, später dann u.a. auf die Investitionstheorie und die Unternehmensführung.[1] In den neueren Forschungsansätzen schenkt man nicht nur dem Aspekt der Produktion besondere Beachtung, sondern auch dem Nutzen verwandter und benachbarter Wissenschaften wie beispielsweise der Volkswirtschaftslehre, den Sozialwissenschaften und der Ökologie für die Betriebswirtschaftslehre.

Die Entwicklung der betriebswirtschaftlichen Forschungsansätze baute keineswegs auf einander auf, sondern verlief oft uneinheitlich und kontrovers. Dabei spielten unter anderem auch die verschieden Sichtweisen der Betriebswirtschaft eine entscheidende Rolle.

Aufgrund der unüberschaubaren Vielfalt betriebswirtschaftlicher Forschungsansätze, wird hier auf Grund der Kürze, nur eine kleine Auswahl erläutert und kritisch beleuchtet.

2. Betriebswirtschaftliche Forschungsansätze

2.1 Produktionstheoretischer Ansatz

2.1.1 Beschreibung

Der produktionstheoretische Ansatz geht auf Erich Gutenberg zurück, der als erster einen in sich geschlossenen betriebswirtschaftlichen Ansatz entwickelte. Im Laufe der Zeit wurde der Ansatz in verschiedene Richtungen weiterentwickelt und modifiziert, um die aktuellen Anforderungen (z.B. Ökologie) mit ein zu beziehen.

Der Betriebsprozess beruht nach Gutenberg auf der Kombination der Produktionsfaktoren, welche aus dem dispositiven Faktor als steuerndes Element und den elementaren Faktoren als produzierende Elemente bestehen. Durch den dispositiven Faktor soll die Kombination der elementaren Faktoren optimiert werden. Dabei stellt „Gutenbergs System (…) nicht wie das System von Nicklischs den Menschen, sondern den Kombinationsprozess der Produktionsfaktoren(…) in den Mittelpunkt…“[2]

Da die Produktion in den 50er Jahren den Engpassbereich im Unternehmen darstellte, spielte die Beziehung zwischen Faktoreinsatz und Faktorertrag eine entscheidende Rolle.[3] Für Gutenberg stellte sich nun die Aufgabe, eine bestmögliche Beziehung zwischen Faktoreinsatz und Faktorertrag zu erreichen.

Gutenbergs System beruht auf reiner Theorie der BWL. Er hat dies bewusst so entwickelt, da er Regeln und Verhaltensanweisungen ablehnte und versuchte „… die innere Logik der Dinge aufzuspüren und die und die betriebswirtschaftlichen Sachverhalte geistig zu durchdringen.“[4]

2.1.2 Kritische Würdigung

Gutenberg entwickelte das erste zusammenhängende wissenschaftliche Grundkonzept der Betriebswirtschaftslehre. Dabei ließ er alle für die Praxis relevanten Erkenntnisse außer Acht und entwickelte ein Grundgerüst, das den betrieblichen Prozess erklären sollte. Gutenberg nahm auf idealtypische Situationen Bezug und ging deduktiv vor.[5] Dadurch wird ihm oft vorgeworfen, die Wissenschaft von der Praxis zu trennen und dadurch unbrauchbar zu machen.

Gutenberg sah auch den Faktor Mensch als unproblematisch, was seine Überlegungen für die heutige Praxis nur begrenzt Einsetzbar macht. Auch die Rahmenbedingungen haben sich in den letzten Jahrzehnten wesentlich verändert (von einer Industriegesellschaft zu einer Dienstleistungs- und Informationsgesellschaft). Gutenbergs Ansatz hat aber, wenn auch nur theoretisch, heute noch Gültigkeit und gilt als wichtiger Ansatz für die Wissenschaft.

2.2 Entscheidungstheoretischer Ansatz

2.2.1 Beschreibung

Beim entscheidungstheoretischen Ansatz wurde im Gegensatz zum produktionstheoretischen Ansatz die Unternehmensführung als wichtigste Aufgabe angesehen. Dies rückte den Menschen in den Vordergrund der Betrachtung. Hierzu wurden auch andere Wissenschaften, wie z.B. die Psychologie zu Rate gezogen. Aber auch hier wurde der Mensch als Produktionsfaktor gewertet.

Der Entscheidungsprozess wurde als Kernaufgabe in der Entscheidungstheorie gesehen. Von einer gegebenen Situation des Unternehmens ausgehend, soll zur Realisierung der Unternehmensziele, die bestmögliche der zur Verfügung stehenden Entscheidung getroffen werden. „Im Zentrum stehen Probleme und ihre Lösungen, Ziele und Zielerreichungsmittel. Alle Überlegungen zur Lösung von Problemen beziehen sich auf eine Ausgangssituation und auf eine künftige Situation.“[6] Der Entscheidungsprozess wird den jeweils veränderten Situationen angepasst.

Der entscheidungstheoretische Ansatz versuchte die Ansichten Gutenbergs, die rein wissenschaftlich waren, mit der Kunstlehre im Sinne Schmalenbachs zu verbinden. Die Entscheidungsprozesse im Betrieb sollten nicht nur erklärt werden, sondern es wurde auch versucht dem Entscheidungsträger „Verhaltensempfehlungen“ zu geben.[7] Die Sozialwissenschaften dienten hierbei als Hilfsmittel um das Menschliche Verhalten zu analysieren.

2.2.2 Kritische Würdigung

Der entscheidungstheoretische Ansatz beinhaltet bereits, dass der Mensch nicht so einfach einsetzbar ist, wie die restlichen Produktionsfaktoren, sondern einer besonderen Führung bedarf. Allerdings wird noch nicht zwischen den unterschiedlichen Sichtweisen von z.B. Mitarbeitern und Unternehmen differenziert. „Durch die Wertevielfalt der Beteiligten kommt es zu einer komplexen, oft unüberschaubaren Interessensvielfalt und damit auch zu Zielkonflikten, die mathematisch oder in traditionellen ökonomischen Bewertungsschemata nicht erfassbar bzw. bewertbar sind.“[8]

Der entscheidungstheoretische Ansatz ist weder in der Theorie, noch in der Praxis völlig ausgereift, stellt aber trotzdem einen wichtigen Schritt in Richtung einer ganzheitlichen Betrachtungsweise unter Einbeziehung der verwandten Wissenschaften dar.

2.3 Systemtheoretischer Ansatz

2.3.1 Beschreibung

Die Basis für den systemtheoretischen Ansatz stellen die Systemtheorie und die Kybernetik dar.[9] Der grundlegende Unterschied zum entscheidungstheoretisch Ansatz besteht darin, das der systemtheoretische Ansatz Gestaltungsmodelle für zukünftige Geschehnisse entwickelt und sich nicht so sehr mit dem Ist-Zustand beschäftigt.[10]

Die systemtheoretische Sichtweise der Unternehmung versucht Erkenntnisse anderer Wissenschaften über Systeme auf die Unternehmung zu übertragen. Die Unternehmung als soziales System besteht aus verschiedenen Elementen, die unterschiedliche, dauerhafte Beziehungen zueinander haben. Das System Unternehmung ist wiederum in ein Umsystem eingebettet (z.B. das politische System, Volkswirtschaft,…). Man spricht von der Unternehmung als ein künstlich geschaffenes, reales, sozio – technisches, materiell – und informationelles, offenes, dynamisches, ziel – und zweckorientiertes, komplexes, probabilistisches System.[11] Die Offenheit und Zielgerichtetheit zeichnen die Unternehmung als System aus.

Kybernetische Systeme sind als „offene Verhaltenssysteme in der Lage, Störungen im Rahmen von Steuerungs – und Regelungsprozessen zu kompensieren, so dass das System selbsttätig in den Bereich der zulässigen Abweichung zurückkehrt.“[12] Die Unternehmung kann also als kybernetisches System bezeichnet werden, das durch interne oder externe Störgrößen aus dem Gleichgewicht gebracht wird und durch das Prinzip der Rückkopplung des Regelkreises wieder sein Gleichgewicht findet.

[...]


[1] vgl.: Wöhe, G.: Einführung in die allgemeine Betriebswirtschaftslehre, 20. Aufl., München 2000, S. 73f

[2] vgl.: Wöhe, G., 2000, S. 74

[3] Grass, B.: Einführung in die Betriebswirtschaftslehre, Das System Unternehmung, 2. Aufl., Berlin 2003, S. 38

[4] Wöhe, G., 2000, S. 76

[5] Specht, G.: Einführung in die Betriebswirtschaftslehre, 3. Aufl., Stuttgart 2001, S. 25f

[6] Specht, G., 2001, S. 32

[7] Wöhe, G., 2000, S. 78

[8] Meier, H.: Unternehmensführung, Aufgaben und Techniken betrieblichen Managements, 2. Aufl., Berlin 2002, S. 29

[9] Grass, B., 2003, S. 65

[10] Wöhe, G., 2000, S. 79

[11] Grass, B., 2003, S. 73

[12] Wöhe, G., 2000, S. 80

Details

Seiten
8
Jahr
2004
ISBN (eBook)
9783640770670
ISBN (Buch)
9783640771080
Dateigröße
472 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v162983
Institution / Hochschule
Fachhochschule Bonn-Rhein-Sieg
Note
2,5
Schlagworte
Forschungsansätze

Autor

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Titel: Forschungsansätze in der BWL