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Die Darstellung der 'katholischen' Weltordnung in Luise Rinsers "Abenteuer der Tugend"

Hausarbeit (Hauptseminar) 2010 31 Seiten

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Gottliche Ordnung, Prinzip der Gnade und ubernaturlich-katholische Welt
2.1. Die gottliche Ordnung und das Prinzip der Gnade
2.2. Naturliche vs. ubernaturliche Merkmale - Transformation des Menschen durch die gottliche Gnade
2.3. Naturliche Welt vs. ubernaturlich-katholische Welt der gottlichen Ordnung
2.3.1. Nicht-katholische vs. katholische Sprache

3. Der liebe Gott ist nicht allzu lieb - das Einwirken der gottlichen Ordnung auf das menschliche Leben
3.1. Willensfreiheit
3.2. Der Sinn des Lebens
3.2.1. Die Sonderstellung der Frau

4. Finale Motivierung vs. kausale Motivierung
4.1. Finale Motivierung
4.2. Zweifel an der durch Nina vorgegebenen Lesart, kausale Motivierung

5. Fazit

6. Literaturverzeichnis
6.1. Primarliteratur
6.2. Sekundarliteratur
6.2.1. Nachschlagewerke
6.3. Andere

1. Einleitung

Luise Rinsers Abenteuer der Tugend von 1957 ist ein Briefroman. Dargestellt werden Briefe, die die Ich-Erzahlerin und Protagonistin Nina uber einen Zeitraum von sechs Jahren, von Juli 1950 bis Juli 1956 an verschiedene Personen verfasst. Aus den Briefen gehen die Geschicke Ninas in dieser Zeit hervor. Zu Beginn des Romans heiratet sie, nach einigem Zaudern, ihren langjahrigen Geliebten Maurice, einen ehemals drogenab- hangigen Opernsanger, der bald der Alkoholsucht verfallt. Der Roman schildert Ninas schwierige und aufopferungsvolle Beziehung zu Maurice bis zu dessen Tod bei einem Autounfall. Gleichzeitig wird die geistige Entwicklung Ninas dargestellt, die in dieser Lebensphase von einem vagen Theismus zum Katholizismus, der Religion ihrer Kind- heit, zuruckfindet.

Die vorliegende Arbeit analysiert Abenteuer der Tugend im Hinblick auf die durch die Ich-Erzahlerin postulierte „katholische‘a Weltordnung. Die Untersuchung gliedert sich in drei Teile. Im ersten Teil werden die Grundzuge der von Nina entworfenen Weltord­nung skizziert. Die wesentlichen Faktoren in diesem Zusammenhang sind: das Wirken einer gottlichen Ordnung, das Prinzip der gottlichen Gnade sowie die Opposition zwi- schen einer naturlichen und einer ubernaturlich-katholischen Welt. Im zweiten Teil werden die Konsequenzen behandelt, die sich aus dieser Weltordnung fur die Figuren der erzahlten Welt - und insbesondere die weiblichen Figuren - ergeben. Im dritten Teil schliefilich wird Ninas Weltordnung eine alternative, im Text ebenfalls gegebene, wenn auch vielleicht weniger augenfallige, Ordnung gegenubergestellt.

2. Gottliche Ordnung, Prinzip der Gnade und ubernaturlich-katholische Welt

2.1. Die gottliche Ordnung und das Prinzip der Gnade

Nina ist, wie sie in ihren Briefen zu betonen nicht mude wird, ab der ersten Seite des Textes von dem Wunsch erfullt, ihr Leben nach einer wie auch immer gearteten Ord­nung auszurichten: ,,Es muss eine Ordnung geben, der man sich zu fugen hat“[1] [2]. Am En- de des Romans ist sie davon uberzeugt, dass eine ultimative Ordnung existiert, die uber alien anderen moglichen Ordnungen steht: „alles ist nun in Ordnung, in der einzigen groBen Ordnung“[3].

Die Beziehung zwischen Nina und Maurice verstofit anfanglich gegen die burgerliche Sittennorm, da Maurice bereits mit einer anderen Frau, Alice, verheiratet ist. Als er sich von dieser scheiden lasst, um Nina heiraten zu konnen, verstofit ihre Verbindung immer noch gegen die „Ordnung der Familie“[4], wie Nina es ausdruckt, denn Maurice lasst zwei kleine Kinder bei Alice zuruck. Nichtsdestotrotz wird Ninas und Maurice' Bezie- hung, wie im weiteren Verlauf der Arbeit deutlich werden wird, durch die von Nina postulierte uberlegene Ordnung legitimiert und sogar gefordert.

Im Verlauf des Romans kommt Nina zu der Uberzeugung, dass die genannte ultimative Ordnung gottlicher Natur ist, der Ausdruck des Willen Gottes. Gott (in einem, wie sich zeigen wird, weitestgehend christlich-katholischen Sinne) ist es, dem sich Nina in den spateren Buchpassagen immer wieder anempfiehlt: „Naturlich bete ich. Welches andere Mittel hatte ich denn, um Gott zu bewegen sich meiner zu erinnem?“[5], „,Aus Liebe zu Gott.‘ Was fur ein einfache Formel fur die hochstmogliche menschliche Erkenntnis“[6]. Besonders interessant ist, dass Ninas Gott und seine Ordnung nicht nur den Strukturge- fugen, die in der Welt des Menschen herrschen, ubergeordnet sind, sondern daruber hinaus auch aufierhalb der Welt, wie der Mensch sie kennt, existieren. So berichtet Nina uber ihr endgultiges Erweckungserlebnis, das sie vollkommen in der gottlichen Ord­nung aufgehen lasst:

Voller Verwirrung verliefi ich die Kirche. Die Sonne schien, die roten Kastanien bluhten, die Amseln sangen, die Erde duftete feucht, ich sah, horte, roch, fuhlte alles und mufite erkennen, dafi ich doch nichts mehr fuhlte. Alles war da, wie es immer dagewesen war, doch ich war nicht mehr, die ich vorher gewesen war. Ich gehorte nicht mehr dazu.[7]

Die gottliche Welt steht aufierhalb der Natur. Im Folgenden wird deutlich werden, dass sie dieser auch ubergeordnet ist, sie ist im wahrsten Sinne des Wortes ubernaturlich.

In Harmonie mit der gottlichen Ordnung zu leben bzw. ihr anzugehoren, ist fur den Menschen wunschenswert. Sie ist in ihm, uber die naturlichen Gegebenheiten hinaus,
angelegt. Nina erklart diesen Sachverhalt in einem Brief an den Psychologen Professor F.:

Ich glaube, daB jeder Mensch das ist, was er ist, aber vielmehr das, und was er sein kann oder viel mehr soll, ist nicht einfach abzuleiten aus dem, was er ist. Der Mensch ist zugleich eine Gegebenheit und eine vom Ge- gebenen unabhangige Moglichkeit.[8]

Dieses ubergeordnete Potential des Menschen ist nicht in seinem Unbewussten anzusie- deln: „Ich rechne das UnbewuBte, mit dem Sie operieren, samt den dort gebundenen und vielleicht ffeigemachten Kraften zum ,Gegebenen‘.“[9] Es liegt auBerhalb der Natur, der empirischen Welt und damit auBerhalb der durch Wissenschaften wie Psychologie zuganglichen Regionen. Es ist nicht Teil einer Person, sondern eine ganz neue Daseins- form, die es fur diese zu erreichen gilt:

[D]er Lebensweg eines Menschen ist ,am Ende‘, er kommt nicht weiter, er verzweifelt, er gibt auf, weiterzugehen. Im Augenblick der tiefsten Verzweiflung aber geschieht etwas. Der Mensch begreift nicht. Aber eine Weile spater sieht er sich zu seinem Erstaunen auf einem neuen Weg [...] Der neue Weg ist sehr verschieden vom alten und sehr weit weg. [10]

Wie das Zitat auch deutlich macht, kann der Mensch die uberragende Moglichkeit sei­ner selbst jedoch nicht von sich aus erreichen, sondern bedarf der Hilfe von auBen. Die- se manifestiert sich in Gestalt eines „Wunder[s]‘[11] bzw. der gottlichen „Gnade“[12], wel- che in das menschliche Leben eingreift.

Das im Brief an Professor F. theoretisch Dargelegte kennt Nina aus eigener Erfahrung. Zu Beginn des Romans war sie entschlossen, ihre Beziehung zu Maurice zu beenden, wobei sie zunachst mit ihrem Wunsch nach Ordnung und Maurice' Gewissensruhe ar- gumentierte, letztendlich jedoch einraumte, dass sie schlicht nicht mehr bereit sei, die aufreibende Beziehung zum „schwermutigen“ und latent suchtkranken Maurice weiter- hin zu tragen. Nach einer Phase des Zweifels und der Verwirrung:

Wenn auch vieles dafur spricht, dafi meine Trennung ,richtig‘ ist, so spricht vielleicht noch mehr dagegen, und vielleicht lade ich mit dieser Trennung die einzige groBe Schuld meines Lebens auf mich [...]. Wenn dieser Brief auch den Anschein erweckt, als solle er mich vor Thnen rechtfertigen, so hat er doch in Wahrheit eine andere Absicht: Thnen zu sagen, dafi es objektiv furchtbare Situationen im Leben gibt, die vom menschlichen Willen aus, und sei er der reinste und beste Wille, nicht bewaltigt werden konnen.[13]

, die in einer Fiebererkrankung ihren Hohepunkt fand („Ich war einige Tage krank, ich hatte Fieber, und ich hatte eine Schlaftablette zu viel genommen [...]“[14] ), war sie dann mehr oder minder plotzlich doch dazu bereit, eine Ehe mit Maurice einzugehen: Tch schlief drei Tage und drei Nachte, und als ich erwachte, wufite ich, was ich Thnen nun sage: ich werde [zu Maurice; D. S.] kommen.“[15] Sie tat es auch bald, wobei sie immer wieder betonte, dass sie durch diese Heirat keinen fTeien Entschluss realisiere, sondern einem unbestimmten, doch sehr machtigen externen Druck nachgabe, einen Befehl ausfuhre: „Ich werde es tun, weil ich fuhle, dafi ich es tun soll.“[16] Schon der Beginn von Ninas Affare zu Maurice, welcher mit Einsetzen der Handlung drei Jahre zuruckliegt, hatte ahnliche Zuge gehabt. Tn diesem Zusammenhang wird zwar keine vorhergehende Sinnkrise seitens einer der beiden beteiligten Figuren geschildert, doch ihre erste sexuelle Vereinigung, die direkt auf ihre erste Begegnung folgte, wirkt in Ninas Beschreibung wie ferngesteuert:

Als Maurice und ich uns zum ersten Mal sahen, wufiten wir nichts von einander, kaum unsere Namen. Wir sahen uns in einer Gesellschaft und die ersten Blicke entschieden uber unser Leben [...]. Maurice und ich verliefien wortlos die Gesellschaft, und ebenso wortlos ergaben wir uns dem Schicksal [...]. Unsere Umarmung war fernab von Begehren, sie war nur das Gleichnis fur den Beginn eines gemeinsamen Geschicks [...], da war unsere Liebe schon etwas Unwiderrufliches und Selbststan- diges geworden.[17]

Nachdem Nina die unbedingte Notwendigkeit ihrer Ehe zu Maurice anerkennt, bezeich- net sie diese als ihre „Lebensaufgabe“[18]. Sie ist der Uberzeugung, als Maurice' EhefTau in Einklang mit der gottlichen Ordnung zu leben, auch wenn sie diese nicht von Anfang an in dieser Weise benennt. Knapp zehn Monate nach ihrer Hochzeit schreibt sie: „Ich habe nie ein weniger auBerordentliches Leben gefuhrt als jetzt. Das Ordentliche ver- braucht mich [...] MuB man jener Macht einenNamen geben, der man sich fugt?“[19] Doch steht Nina noch eine weitere Annaherung an die gottliche Ordnung bevor. Nach einer erneuten Phase der Verwirrung und des Zweifels („Die Kontinuitat meines Lebens ist abgerissen.“[20] ) geht sie in einer Art Erweckungserlebnis ganz und gar in der gottli- chen Ordnung auf. Nina erfahrt auch diese geistige Erfahrung als etwas, das von auBen uber sie kommt:

Wahrend ich Sie ansah, uberfiel mich eine groBe Bedrangnis, vergleich- bar wohl mit der Todesangst. Da ich manchmal im Zustand der Erschop- fung Herzattacken habe, glaubte ich, einen schweren Anfall zu erleben.

Aber ich erkannte bald, daB es etwas ganz anderes war. Ich fuhlte, daB mir Gewalt angetan wurde. Ich wehrte mich, ich verschloB mich, ich war entsetzt. Ich wuBte, daB in diesem einen Augenblick fur immer uber mein Leben entschieden wurde [...]. Ich, die seit Jahren nicht mehr kniete, ich warf mich hin, ich uberlieferte mich, ich war bezwungen.[21]

Ihr Aufgehen in der gottlichen Ordnung hat Nina schon lange vor dem Eintreten dieses Ereignisses antizipiert. Sie glaubte jedoch, dass es sich dabei um etwas handele, dass man aktiv antreten konne:

Wenn ich mich je mich entschieden in dieses furchtbare Gelande wagen wurde, dann mochte ich mich aus keinem anderen Beweggrund tun als aus dem der vollkommenen Einsicht in das Wesen dieser Religion. Ich mochte nicht mit leeren Handen kommen, sondern diese meine Einsicht in der Form unbedingter Verehrung und Liebe mitbringen.[22]

Erneut muss sie jedoch erkennen, dass es die Gnade ist, die zum Menschen bzw. uber ihn kommen muss:

Ach Margret, ich glaube, ich habe Dir einmal geschrieben, daB ich nur dann zur Kirche zuruckkehren wurde, wenn die volle Einsicht und die klarste fTeiste Entscheidung vorausgegangen waren; ich wurde nie, so sagte ich immer (auch zu C.), ,mit leeren Handen kommen‘. Welche Torheit! Jedes meiner Worte war falsch. Man kommt immer mit leeren Handen zur Fulle [...] .[23]

Die letzte Sinnkrise Ninas erweist sich in diesem Zusammenhang als eine Art Leerung des GefaBes: ,,Ich bin ausgeloscht, ich finde mich nicht mehr.“[24], die fur den neuen geis- tigen Inhalt Platz schaffte. Nina gibt das Streben nach Gott auf: „Gott hat mich in Stich gelassen. Nun, so werde ich eben ohne ihn zurechtkommen mussen, ohne Ihn oder ge- gen Ihn.“[25], um daraufhin umso heftiger von ihm ubermannt zu werden.

Ein weiterer Fall, in dem Nina das Wirken der Gnade Gottes erkennt, bezieht sich auf ihren Mann Maurice. Dieser baut im Verlauf der Ehe gesundheitlich und moralisch im- mer starker ab. Nach eigener Aussage unterstutzt Nina ihn in allen Dingen, mit einer Ausnahme: sie kann die neu entdeckte Religion nicht mit ihm teilen. Sie betrachtet ihn als dafur nicht geeignet. Eines Tages beobachtet sie der mittlerweile Bettlagerige beim Lesen im Katechismus und spricht sie darauf an. Sie mochte ihm gegenuber nicht zuge- ben, dass sie betet, doch er errat es von selbst und bittet sie, ihm das Letztgelesene vor- zutragen. Es handelt sich um einen Psalm, der mehr oder minder zu Maurice4 Situation passt: „Hilf mir, o Gott, denn die Wasser sind mir bis an den Hals gestiegen...“[26] Er wiederholt ihn mehrere Male. Am nachsten Tag findet er den durch Nina gut versteck- ten Katechismus und liest darin. Von Nina wird dies dahingehend gedeutet, dass Gott auf Maurice zugekommen ist, als es diesem am schlechtesten ging: „DaB er nicht ganz im Dunkeln blieb, das ist nicht mein Verdienst. Es war die reine Gnade.“[27]

2.2. Naturliche vs. ubernaturliche Merkmale - Transformation des Menschen durch die gottliche Gnade

Als Nina Maurice heiratet, muss sie vieles aufgeben, unter anderem ihre Karriere als Journalistin. Immer wieder betont sie jedoch, dass ihr der Verlust des schriftstelleri- schen „Talent[s]“[28], wie es im Roman biblisch heiBt, nichts ausmache. Gleichzeitig sieht sie die Hingabe, mit der sie ihren Mann unterstutzt, ebenfalls als Talent an und zwar als ein hoherrangiges. So schreibt sie an ihren Korrespondenzpartner Herrn C.: „Sie sagen, mein Schweigen sei eine Vergewaltigung meines Talents. Aber ist das Schreiben mein einziges Talent? Und ist es meine einzige und vordringliche Aufga- be?“[29] Bei einer Lesart, die diese Aussage berucksichtigt, kann bezuglich der Gesetze der erzahlten Welt von Abenteuer der Tugend also ausgesagt werden, dass ein Leben, das mit der gottlichen Ordnung harmoniert, neue Talente, also neue Eigenschaften im Menschen fordert und fordert. Dies geht mit der Aussage Ninas konform, dass der gott- lichen Ordnung ein zusatzliches, ubergeordnetes Potential im Menschen korrespondiert, das es zu realisieren gilt. In Ubereinstimmung mit dem bisher Gesagten fuhlt sich Nina in ihrer Ehe, die der ubernaturlichen gottlichen Ordnung entspricht, der naturlichen Welt entfremdet: „Ich fuhle mich nicht mehr eins mit der ,Natur‘.“[30] Ein Mensch nun, der vollkommen in der gottlichen Ordnung aufgeht, so erlebt Nina es, wird in seinen inneren Merkmalen radikal transformiert und der gottlichen, ubernaturlichen Ordnung angepasst. Nachdem ihr das volle Mafi an gottlicher Gnade zuteil geworden ist, be- schreibt Nina ihren Zustand folgendermaBen: ,,Ich bin tief befremdet. Ich bin mir selbst fremd, so, als hause ein anderes Wesen in mir“[31] und: „Obgleich ich alles tue, was ich auch vorher tat, ist nichts mehr so, wie es vorher war [...]. Ich frage mich, was diese Ordnung aus mir machen wird, was sie ubriglassen wird von mir [...], von allem, was Natur ist m mtr.“[32]

Die beschriebene Transformation der Person ist moglicherweise sogar vollstandig in dem Sinne, dass durch sie alle naturlichen Eigenschaften des Menschen getilgt werden und an ihren Platz das bisher ungenutzte ubernaturliche Potential tritt. So uberlegt Nina weiter:

Gewinnt man etwas, ohne anderes zu verlieren? Kann man das Uberna­turliche zur Natur hinzunehmen, ohne an Natur einzubufien? Diese und andere Fragen, bisher ein wenig theoretisch nur, sind jetzt schmerzhaft real.[33] [34]

[...]


[1] Das Attribut steht in Anfuhrungszeichen, da Ninas Weltbild, wie gezeigt werden wird, nur partiell mit den Lehren der katholischen Kirche ubereinstimmt, obwohl es an diese stark angelehnt ist.

[2] Luise Rinser: Abenteuer der Tugend. 28. Aufl. Frankfurt a. M. 2002, S. 10.

[3] Ebd., S. 278.

[4] Ebd., S. 31.

[5] Ebd., S. 268.

[6] Ebd., S. 286.

[7] Ebd., S. 227.

[8] Ebd., S. 154.

[9] Ebd.

[10] Ebd.

[11] Ebd.

[12] Ebd., S. 286.

[13] Ebd., S. 31 f.

[14] Ebd., S. 49.

[15] Ebd.

[16] Ebd., S. 52.

[17] Ebd., S. 30 f.

[18] Ebd., S. 256.

[19] Ebd., S. 115 f.

[20] Ebd., S. 269.

[21] Ebd., S. 266 f.

[22] Ebd., S. 163.

[23] Ebd., S. 269.

[24] Ebd., S. 203.

[25] Ebd., S. 194.

[26] Ebd., S. 263.

[27] Ebd., S. 286.

[28] Ebd., S. 256.

[29] Ebd.

[30] Ebd., S. 115.

[31] Ebd., S. 228.

[32] Ebd., S. 227.

[33] Ebd., S. 228.

[34] Einer der wichtigsten Korrespondenzpartner Ninas ist ihr guter Freund A. M., der im Verlauf des Ro­mans ins Kloster eintritt und die Priesterweihe empfangt. Am Ende des Romans ist Nina uberzeugt da- von, dass er, so wie sie und noch vor ihr, vollkommen in die gottliche Ordnung eingegangen ist. In ihrem letzten Brief an ihn schreibt sie, wobei sie sich auf seine Wirkung bei der Ausubung des Hochamtes be- zieht: „[W]as ich sah, das waren nicht Sie; das war der Mensch in seiner gottlichen Moglichkeit.“ (Rinser: Abenteuer der Tugend, S. 283.) und: „Ich versuchte mich zu erinnem, wie sie aussahen bei unserem Ab- schied in P. Das Bild ist ausgeloscht, es war nicht das echte.“ (Ebd.) Diese Aussagen sprechen fur die vollkommene Auflosung der naturlichen Merkmale beim Eintritt in das Ubernaturliche. Im selben Brief schreibt Nina jedoch auch: „Welcher Verwandlung ist der Mensch fahig, wenn zu seinen naturlichen Ga- ben sich die Fulle derjenigen fugt, die man dem heiligen Geist zuschreibt.“ (Ebd.), was auf eine, zumin- dest partielle, Koexistenz beider Merkmalsets hindeutet.

Details

Seiten
31
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783640766833
ISBN (Buch)
9783640766918
Dateigröße
578 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v162792
Institution / Hochschule
Christian-Albrechts-Universität Kiel – Institut für Neuere Deutsche Literatur- und Medienwissenschaft
Note
1.0
Schlagworte
katholische Welt Katholizismus Luise Rinser Abenteuer der Tugend Germanistik Neuere deutsche Literatur NDL

Autor

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Titel: Die Darstellung der 'katholischen' Weltordnung in Luise Rinsers "Abenteuer der Tugend"