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Die Polizei im demografischen Wandel

Ausgewählte Konsequenzen für das Personalmanagement

Hausarbeit 2010 7 Seiten

Führung und Personal - Sonstiges

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Demografische Entwicklung

3 Die Entwicklung der „alternden“ Polizei und ihre Bedeutung

4 Maßnahmen des Personalmanagements

5 Fazit

Quellenverzeichnis

1 Einleitung

Die deutsche Bevölkerung altert! Derzeitige Prognosen lassen kein anderes Ergebnis zu[1]. Ausflüsse dieser Erkenntnis sind u.a. Maßnahmen seitens der Politik in den Bereichen Gesundheit und Bildung.

Jedoch ist dieser Alterungsprozess auch in den Polizeien des Bundes und der Länder spürbar und die Situation wird sich in den nächsten Jahren deutlich verschlechtern. Daraus ergeben sich Einschränkungen für die Wahrnehmung der gesetzlich zugewiesenen Aufgaben. Dazu kommen Einschränkungen durch die Besonderheiten des Beamtentums, was sich negativ auf flexible Lösungsansätze auswirkt. Unter diesen Aspekten kommt dem Personalmanagement und der Personalentwicklung eine besondere Bedeutung zu.

Die vorliegende Hausarbeit befasst sich inhaltlich mit dem demografischen Wandel der Gesellschaft – hier speziell in der Polizei – und den sich daraus ergebenden Konsequenzen für das Personalmanagement. Dazu wird die demografische Entwicklung in Deutschland kurz dargestellt. Im weiteren Verlauf werden die Auswirkungen dieser Entwicklung, die jedoch keinesfalls den Anspruch auf Vollständigkeit erheben, für die Polizei aufgezeigt und deren Bedeutung erläutert. Zum Abschluss werden ausgesuchte Gegenmaßnahmen im Rahmen des Personalmanagements aufgezeigt.

2 Demografische Entwicklung

Seit dem so genannten „Pillenknick“ im Jahre 1976 beträgt die Geburtenrate relativ konstant, unbenommen regionaler Unterschiede, 1,4 Kinder pro deutscher Frau[2]. Derzeit (2008[3] ) beträgt die Geburtenrate 3,76, wobei die Zahl der Neugeborenen 682.514 beträgt[4]. Es ist zu erwarten, dass der Gesamttrend in den nächsten Jahren weiterhin leicht fällt. Gründe dafür zu nennen würde den Rahmen dieser Hausarbeit sprengen.

Die weniger geborenen Kinder leben aber länger. Im Jahre 2006 betrug die Lebenserwartung im Schnitt 76,2 Jahre bei Männern und 81,8 Jahre bei Frauen. Die Lebenserwartung ist bisher stetig gestiegen und es wird ein weiterer Anstieg bis 2030 um 4 Jahre erwartet. Gründe hierfür sind Fortschritte in Medizin, Ernährung, die Lebenssituation und Wohlstand[5].

Jedoch nimmt die deutsche Bevölkerung seit 1972 ab, da die Zahl der Gestorbenen größer ist als die Zahl der Neugeborenen. 2008 betrug das Defizit 161.925 und es zu erwarten, dass sich diese Zahl bis 2030 mehr als verdoppelt[6]. Dieses schnell wachsende Geburtendefizit kann nicht durch Zuwanderung aufgefangen werden, da die Zuwanderungen in den letzten Jahren kontinuierlich zurückgegangen ist. Ein konstanter Wanderungsüberschuss von ca. 100.000 für die nächsten Jahre ist aber durchaus realistisch. In der Folge wird die Einwohnerzahl Deutschlands in den kommenden Jahren bzw. Jahrzehnten deutlich abnehmen. Diese Entwicklung wird sich in den einzelnen Bundesländern sehr unterschiedlich gestalten. Zudem werden sich die Relationen zwischen Alt und Jung verändern. Der Anteil von Personen im Erwerbsalter wird sinken und der Anteil der über 65jährigen und unter 20jährigen wird steigen. Ebenso abnehmend ist die Zahl der Kinder und Jugendlichen im Schul- und Auszubildendenalter[7].

3 Die Entwicklung der „alternden“ Polizei und ihre Bedeutung

Da die Polizei ein Querschnitt der Bevölkerung ist, hat der demografische Wandel in Deutschland erhebliche Auswirkungen auf die zukünftige Altersstruktur der Behörden. Die jeweiligen Entwicklungen in den einzelnen Bundesländern verlaufen zwar unterschiedlich, dennoch stehen alle Polizeien vor der Problematik einer alternden Organisation. Der Anteil der über 45jährigen und über 50jährigen am Gesamtpersonal wird in den nächsten 5 Jahren stark ansteigen. In eher ländlich geprägten Dienststellen ist der Anteil dabei höher („Endverwendungsbehörden“), als z.B. in Einsatzhundertschaften („Einstiegsverwendung“). Bereits ergriffene Maßnahmen, wie z.B. Verlängerung der Lebensarbeitszeit oder verstärkte Neueinstellungen wirken sich nur geringfügig auf diesen Umstand aus.

Zusammenfassend kann über das Altern von Menschen gesagt werden, dass körperliche Fähigkeiten abnehmen und Verschleißerscheinungen zu. Weiterhin verringert sich die Anpassungsfähigkeit, was sich auf Gedächtnisleistung, Lernfähigkeit, Arbeitstempo und Konzentration auswirkt. Die einzelnen Erscheinungen des Alterungsprozess sollten hinlänglich bekannt sein. Zur Förderung bzw. Erhaltung der Arbeitsfähigkeit, auch im Alter, kommt den Handlungsfeldern Arbeitsgestaltung (Arbeitsbedingungen, -organisation, -zeit), Kompetenzförderung (Qualifikation, Fähigkeiten, Motivation) und Gesundheitsförderung eine zentrale Bedeutung zu.

Wenn sich auch die Folgen des Alterns abschwächen lassen, so kann nicht abgewendet werden, dass ein hoher Anteil der Beamten in den nächsten Jahren in den Ruhestand gehen wird. Mit ihnen geht auch langjährig erworbenes Erfahrungswissen verloren. Das Personalfehl, das durch diese Pensionierungswelle ausgelöst wird, kann nur mit einer zeitnah veränderten Einstellungspolitik entgegengewirkt werden. Das bedeutet eine Abkehr von der „Ersatzbedarfsplanung“ (Anzahl Neueinstellungen orientiert sich an der Anzahl der ausscheidenden Beamten) und eine Entwicklung neuer Konzepte, die trotz der sinkenden Zahlen qualifizierter junger Bewerber und der Konkurrenzsituation mit anderen Behörden die Attraktivität des Berufes wahren. Zu beachten ist hierbei die steigende Frauenquote im Polizeidienst und die damit die Vereinbarkeit zwischen Familie und Beruf in Bezug auf Schwangerschaften. Durch die geänderten Elternzeitregelungen sind aber auch entsprechende Ausfallzeiten bei männlichen Beamten zu erwarten.

Wie oben geschildert ist der Anstieg des Anteils älterer Polizisten unvermeidbar. Daher müssen ihre Kompetenzen, Qualifikationen und Fähigkeiten frühzeitig gefördert und langzeitig erhalten werden, damit die gesetzliche Aufgabenwahrnehmung gewährleistet werden kann[8].

[...]


[1] Vgl. Statistisches Bundesamt (2009).

[2] Vgl. Statistisches Bundesamt: URL http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Content/Statistiken/Bevoelkerung/AktuellGeburtenentwicklung,templateId=renderPrint.psml#Was%20ist%20die%20zusammengefasste%20Geburtenziffer%20der%20Frauenjahrg%C3%A4nge?, Abfrage vom 20.09.2010.

[3] Die Zahlen von 2009 waren noch vorläufig, daher arbeite ich mit den Zahlen aus 2008.

[4] Vgl. Statistisches Bundesamt: URL http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Content/Statistiken/Bevoelkerung/GeburtenSterbefaelle/Tabellen/Content75/GeboreneGestorbene,templateId=renderPrint.psml, Abfrage vom 20.09.2010.

[5] Vgl. Vera / Kokoska (2009), S. 14.

[6] Vgl. Statistisches Bundesamt: URL http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Content/Statistiken/Bevoelkerung/GeburtenSterbefaelle/Tabellen/Content75/GeboreneGestorbene,templateId=renderPrint.psml, Abfrage vom 20.09.2010.

[7] Vgl. Statistisches Bundesamt (2006), S.5.

[8] Vgl. Vera / Kokoska (2009), S. 20ff.

Details

Seiten
7
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783640765607
Dateigröße
457 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v162743
Institution / Hochschule
Universität Kassel
Note
2,0
Schlagworte
Polizei Demografie Wandel Konsequenz Personal Management

Autor

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Titel: Die Polizei im demografischen Wandel